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13 Assassins

Jûsan-nin no shikaku (2010), GB/JP Laufzeit 120 Minuten, FSK 16, Eastern, Actionfilm


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6.9
Kritiker
9 Bewertungen
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7.1
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1043 Bewertungen
56 Kommentare
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von Takashi Miike, mit Kôji Yakusho und Takayuki Yamada

13 Assassins ist ein Samurai-Film von Takashi Miike über den Widerstand von 13 Kriegern gegen die Armee eines sadistischen Politikers.

Lord Naritsugu (Gorô Inagaki) ist ein perverser Sadist! Aus reinem Vergnügen tötet, foltert und vergewaltigt er unschuldige Untertanen. Leider ist der dekadente Adelige der Halbbruder des Shogun, was ihn unantastbar macht und ihm eine Stimme im Rat verschaffen wird. Sir Doi (Mikijiro Hira), der weise und loyale Ratgeber des Shogun, nimmt es auf sich, das “Problem” zu lösen. Lord Naritsugu muss sterben! Doi beauftragt den ehrenwerten Samurai Shinzaemon (Kôji Yakusho) damit, den von einer zahlreichen Leibgarde beschützten Lord zu töten. Shinzaemon sammelt eine kleine Gruppe von tapferen, zu allem entschlossenen Samurai um sich. Die 13 Attentäter wissen sehr wohl, dass sie auf dieser Mission den Tod finden werden. Doch das Leben eines Samurai bemisst sich nicht nach Jahren!

Hintergrund & Infos zu 13 Assassins
Der Film vom kontroversen Filmemacher Takashi Miike (Ichi the Killer) ist ein Remake von 13 Assassins aus dem Jahre 1963. Wie in den meisten seiner Filme schreckte Takashi Miike auch bei 13 Assassins vor expliziter Gewaltdarstellung nicht zurück.

Bei den Asian Film Awards wurde 13 Assassins sechs mal nominiert und konnte eine Trophäe einheimsen. Seine Premiere feierte der Film 2009 in Cannes.

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Mehr Bilder (20) und Videos (3) zu 13 Assassins


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails 13 Assassins
Genre
Samuraifilm, Actionfilm
Zeit
Vergangenheit
Ort
Japan
Handlung
Auftragskiller, Auftragsmord, Bodyguard, Böse, Ehre, Ehrenkodex, Falle, Gut und Böse, Hinterhalt, Japaner, Japanisches Militär, Kampf, Kampf auf Leben und Tod, Katana, König, Mordkomplott, Rache, Samurai, Schwertkampf, Schwertkämpfer, Vergeltung, Vergewaltigung, Vergewaltigungsversuch, Verteidigung
Stimmung
Ernst, Hart, Verstörend
Tag
Remake
Produktionsfirma
Dentsu, Recorded Picture Company, Sedic International Inc., Shogakukan, TV Asahi, Toho Company, Yahoo Japan

Kritiken (5) — Film: 13 Assassins

Filmering: Filmering.at

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8.0Ausgezeichnet

13 Assassins ist eine gelungene Wiederbelebung des Samurai Films. Takashi Miike nimmt sich viel Zeit um die Geschichte und die Figuren einzuführen. Dank der ruhigen und kraftvollen Erzählweise schafft es der Film eine fabelhafte Atmosphäre zu erzeugen, die einen gewaltigen Sog entwickelt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die strenge Aufteilung zwischen ruhiger Einführung und dem temporeichen Finale, das quasi aus einem 45 Minuten andauerndem Massaker besteht. Aber dennoch: 13 Assassins ist ein beeindruckender und äußerst sehenswerter Film geworden.

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Candide: Film-Rezensionen.de

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7.5Sehenswert

Ich hatte eigentlich in jeder Sekunde der insgesamt ca. 2 Stunden Laufzeit mit einer Überraschung gerechnet, etwa eine makabere und unerträgliche Szene oder einfach nur eine schrille Figur die so überhaupt nicht zur dargestellte Epoche passt, doch Miikes Film offenbart sich in dieser Hinsicht als äußert herkömmlich, ja fast schon wie Mainstreamkino.
Wer ein Faible für Samurais hat oder Fan dieses ausgezeichneten Filmemachers ist sollte sich dieses Abenteuer aber auf keinen Fall entgehen lassen.

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Fricki76: Asianfilmweb.de

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8.5Ausgezeichnet

"13 Assassins" ist ein Remake des gleichnamigen japanischen Films von 1963, Regie beim Remake führte niemand geringerer als Takashi Miike, der wandlungsreichste und produktivste Filmemacher Japans. Miike ist bekannt dafür, in allen Genres zu Hause zu sein, egal ob Yakuza- oder Splatterfilm, Mangaverfilmung oder Auftragsarbeit, Miike macht sie alle. Nun also einen klassischen Chambara, der deutlich erkennbare Parallelen zu Genreklassikern wie "Die sieben Samurai" aufweist und seine internationale Premiere beim Filmfestival von Cannes 2010 feierte. Die Handlung ist vergleichsweise simpel und auch die meisten der 13 Attentäter bleiben über die Länge des in der internationalen Fassung zwei Stunden dauernden Films erstaunlich oberflächlich, fast austauschbar. Auch lässt sich bemängeln, dass sich das Samurai-Drama für die Einführung der Charaktere und der Umstände der Handlung für den Geschmack des einen oder anderen etwas zu viel Zeit lassen dürfte. Doch das soll es an Kritik gewesen sein, der Rest ist pure Freude...

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.5Sehenswert

Es ist immer wieder verblüffend anzusehen, wie souverän Miike in scheinbar jedem Genre zu Hause ist. Ob Comicverfilmung, Psychodrama, Geisterthriller, Musical-Extravaganza, Kostümdrama oder quietschbunter Fantasy-Blockbuster - es gibt nichts was der umtriebige Workoholic nicht schon erfolgreich beackert hat.

Natürlich liefert er auch im historischen Samurai-Genre einen sehr sehenswerten Film ab, der irgendwo zwischen Henry the V. und dem dreckigen Dutzend liegt. Wobei es eine ganze Weile braucht, bis die Handlung in Gang kommt. Das Remake des 60er Jahre Films nimmt sich viel Zeit zu erklären warum sich die 13 Assassinen zusammenfinden um den sadistischen Oberschurken in eine Falle zu locken. Das ist nicht immer ohne Längen, denn wer nicht wirklich ein großer Fan davon ist halbglatzigen, missmutig dreinschauenenden Männern im Bademantel beim auf dem Boden sitzen und über Ehre reden zu sehen, der muss schon ein bißchen Geduld mitbringen. Zumal es nur bedingt gelingt, die einzelnen Charaktere wirklich unterscheidbar zu machen. Neben dem Anführer, dem Bösewicht und dessen Handlanger, sowie einem durchgeknallten mystischem Kugelschwinger bleiben die anderen Figuren doch eher austauschbares Kanonenfutter. Dafür ist der Schurke in der Tat beeindruckend grausam und der moralische Diskurs zwischen seinem Leibwächter und dem Anführer der Assassinen beeindruckend ausgespielt.

Wenn es nach rund der Hälfe der Spielzeit dann aber losgeht, dreht Miike wirklich auf und zeigt uns einen fulminanten, dreckigen und gänzlich unglamourösen Kampf. Der ungleiche Kampf der 13 Gerechten gegen den übermächtigen Feind ist wirklich nur als schonungsloses Gemetzel zu bezeichnen, bei dem jedes Posing, jeder ehrenhafte Kampf auf der Strecke bleibt und einer reinen, streckenweise panischen, oft schmerzlich-tragischen Kampf ums Überleben im Mittelpunkt steht.

Der Kampf ist nie cooles Abschlachten mit schmissigem One-Liner, sondern blutige Notwendigkeit aus Mangel von Alternativen. Das es Miike dabei gelingt gleichzeitig noch den Ehrbegriff und das Konzept des Samurai auf den Prüfstand zu stellen und zu hinterfragen, ist mehr als von der im Grunde simplen Story zu erwarten war.

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Rochus Wolff: freier Journalist

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7.0Sehenswert

Ein veritabler Samuraifilm ganz klassischer Machart – ein Remake von Eiichi Kudos "The Thirteen Assassins" (1963). Im ersten Drittel des Films werden Bündnisse geschmiedet und Vorbereitungen getroffen, und dann wird irgendwann gekämpft, gekämpft, gekämpft.

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Kommentare (51) — Film: 13 Assassins


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Roldur

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

„Do only samurai matter in this world? I thought samurai would be fun but you bore me. You're useless, even more useless in great numbers.“

Takashi Miike der Allrounder. Während er mir mit „Audition“ kalten Angstschweiß auf die Stirn trieb, mit „Ichi the Killer“ den ungewöhnlichsten Superhelden überhaupt in Szene setzte und in „Visitor Q“ eine japanische Familie in die Perversion trieb, wagte er sich 2010 an den klassischen Samurai-Film. Was dabei herauskaum war „13 Assassins“...
Wie kann ein Kerl, der mittlerweile schon an 66 Filmen beteiligt war, immer wieder so sehr überraschen? Diese Frage machte sich in meinem Kopf unweigerlich breit, nachdem ich dieses 125 Minuten-Epos hinter mir hatte. Wirklich viel erwartet hatte ich nicht, so hatte ich doch schon vor Jahren einmal den Versuch gestartet „13 Assassins“ an einem Stück zu schauen. Klar, knapp über 2 Stunden ist jetzt nicht wirklich lang, dennoch bereitete mir Miike ordentliche Einstiegsschwierigkeiten.
Wenn man sich jedoch auf diese düstere Epoche kurz vor der Meiji-Ära einlässt, das langsame Erzähltempo erduldet und ganz eintaucht in diese farblose Welt, die nur aus Papierhütten, Holz und Grautönen zu bestehen scheint, dann ist die Belohnung nicht weit. Denn diese schier endlose erste Hälfte ebnet erst den Weg zur letztendlichen Begeisterung.
Der Film schafft es nicht nur durch unvorhersehbaren Witz zu überraschen, er besticht auch durch eine Atmosphärische Dichte, die beeindruckt ganz ohne Märchenfilter, Lichtspielereien oder außergewöhnliche Kamerafahrten.
Als dann aber endlich Stahl auf Stahl krachen darf, Shinzaemon Shimada sein ganz eigenes Glücksspiel beginnt, um sich nur seine 13 treuen Kämpfer geschart und dem Wahnsinn ins Auge sieht, dann weiß man wofür sich das Warten gelohnt hat.
Wenn Fürst Naritsugu Matsudairas Armeen endlich einer direkten Konfrontation gegenüberstehen, dann wird „13 Assassins“ zu einem wuchtigen Blutbad ohne Gefangene. Die Choreographien sind tadellos, wenn gestorben wird, dann wird schmerzhaft gestorben und das Ganze wird zu einem ästhetischen Wirbelwind aus Holz, Blut und Feuer.
Ich habe momentan leider nicht viel Vergleichsmaterial aus klassischen Samuraifilmen, aber Miike ließ mich mit „13Assassins“ erneut schwer begeistert zurück. Uneingeschränkt empfehlenswert.

8,5/10

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huababuar

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Bewertung5.5Geht so

War mein erster Samurai-Film und ich bin im Nachhinein irgendwie hin- und hergerissen. Auf der einen Seite ein Streifen, der durch seine Brutalität und durch die lange Kampfchoreographie gegen Ende überzeugt. Auf der anderen Seite ein Film, der sich bis hin zu besagter Schlacht, mit der kräftig geworben wird, eher zieht.
Deshalb nur Teilempfehlung. Kann man sich geben, muss man aber keineswegs.

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EinZuschauer

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich wunderte mich den ganzen Film über, warum diese Samurai keine Rüstungen tragen.
Kann mir bitte das mal jemand erklären?

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FiveFinger

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Kommt drauf an in welcher historischen Epoche der Film spielt. Wenn ich mich recht erinnere, war das Tragen von Rüstungen unter dem Tokugawa-Shogunat verboten gewesen, im Sinne des Niederhaltens von militanter Opposition gegen die regierende Dynastie.


KenshinUesugi

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Das ist vollkommen richtig was du sagst, nur die Samurai und Soldaten im Dienst der Shogun Regierung dürften Rüstung tragen. Zwar dürften Daimyos ihrer eigen Männer behalten, aber es wurde auch festgelegt nach der Größe des Besitz wie viele Männer usw. Veränderung musste man dann mit Edo besprechen. Auch war die Zeit der großen Unruhe vorbei, so das man nicht ständig in volle Rüstung herum lief. So eine Rüstung ist ja auch teuer und man hatte nicht mehr so viel zu tun wie früher;)

Mal abgesehen davon dass hier die Samurai eher inoffiziell handeln und nicht auffallen wollen. ;)


Laserdance

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Bewertung9.0Herausragend

Das ist sicher kein Film für jedermann. Das heißt, man sollte schon ein gewisses Interesse für diese Zeit und Kultur mitbringen. Sonst kann es passieren das einem langweilig wird. Es gibt in der ersten hälfte des Film wenig Action.

Hier mal eine Meinung, die man durchaus so sehen kann.

Zitat
Wobei es eine ganze Weile braucht, bis die Handlung in Gang kommt. Das Remake des 60er Jahre Films nimmt sich viel Zeit zu erklären warum sich die 13 Assassinen zusammenfinden um den sadistischen Oberschurken in eine Falle zu locken. Das ist nicht immer ohne Längen, denn wer nicht wirklich ein großer Fan davon ist halbglatzigen, missmutig dreinschauenenden Männern im Bademantel beim auf dem Boden sitzen und über Ehre reden zu sehen, der muss schon ein bißchen Geduld mitbringen.Zitat ende

Wenn man es aber schafft, sich auf das Thema einzulassen, erhält man einen erstklassigen Samurai Film. Und einige Szenen gehen unter die Haut. Wenn man aufpasst, ist auch der Story sehr gut zu folgen. Das ist bei Asia Filmen ja auch nicht so oft der fall.

Besonderes erwähnenswert ist die optische Umsetzung. Keine Videoclip Ästhetik, keine Wackelkamera und optischen Spielereien. Alles ist sehr gut, fast schon Old School gefilmt. Auch später als der Endkampf kommt, sieht man immer wieder tolle Bilder. Aber eben kein Hero oder Flying Dagger. Wer so was erwartet, sollte um den Film einen Bogen machen.

Wer mal wieder lust auf einen wirklich guten ernsthaften Samurai Film hat sollte unbedingt reinsehen.

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Lili 9ochefort

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Bewertung9.0Herausragend

Ich mag´s ja in Asiafantasyfilmen meist bunt, oder sagen wir generell in Fantasyfilmen kann es schon farbenprächtig sein.
Aber der Look hier ist so duster, farblos und matt das es mir auch die Sprache verschlagen hat. Die Optik passt perfekt zum Film und unterstreicht die Atmosphäre. auch könnte mir hier gar nicht vorstellen, wenn der Film vom Look her andres wäre den es würde nicht zum düsteren Ton der Story passen.
Die Geschichte von den 13 Attentätern ist packend umgesetzt, ihre Ideale kommen in diesem Film zu Beginn sehr gut zur Geltung, und ihre Motive sind sehr nachvollziehbar warum sie den Tyrannen stürzen wollen.
*,....So wie meine Meinung ist haben Ronin zwar einen Kodex aber um schlimmeres zu verhindern stellen sie sich der ultimativen Schlacht...*
*,....Ist eine Gewissenfrage, tatenlos zusehen, oder etwas unternehmen um viele zu retten,....*
,...das ging hier den Samurias durch den Kopf und auch dem Regieseur Takashii Mike.

Fazit: Farblos, rauh und inhaltlich excellent. Perfekte Unterhaltung für Genrefans mit bombastischen und klasse choreografierten Kämpfen, (Finale *GEIL*). :D

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Commentator

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Bewertung4.0Uninteressant

*Spoiler-Kommentar*
Zwar wünscht man diesem Sadisten den Tod. Zum Glück ereilt es ihn dann noch bevor man selbst noch an Langeweile stirbt. Das Samurai-Genre wird wohl nicht so meines werden. Zwar gab es ganz gute Ansätze und die Action hat im großen und ganzen auch ganz schick ausgesehen (bis auf die angezündeten ... äh... Riesenflummischweine), aber eine Stunde Schwertgeschwinge auf die immer gleiche Weise (rechts - links - schräg nach rechts oben, oben nach links, schräg nach rechts unten) ist dann doch schon sehr eintönig. Da war doch die Bogenschießerei noch die größte Abwechslung, die aber nicht fließend übergegangen ist zu dem Kampf Mann gegen Mann, sondern abrupt herbeigeführt wurde. Auch die Männer nahmen irgendwie nicht ab. Es war immer eine Masse von den Bösen unterwegs, immer, bis plötzlich nur noch vier Hansele da waren.
Spannend war es nicht, actionreich ja, aber recht eintönig (einzig der Ronin konnte wirklich schick überzeugen) und das Loyalitätsgefasel langweilt auch spätestens nach dem sinngemäß zehnten gleichen Treueschwur.
Ich kann mir nicht helfen, 13 Assassins will mehr sein, ist aber nur eine recht eintönige Schwertkunst-Laber-Suppe, die mich nicht zu überzeugen weiß.

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Dasprofil

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

13 ASSASSINS, wiedermal ein geniales Werk aus der Hand von Takashi Miike, so langsam werde ich zu einem richtigen Fanboy.

Bei 13 ASSASSINS handelt es sich nicht um einen konventionellen Martial Arts Film, indem der Held und der Kampf im Vordergrund steht, Miike erzählt nichtmal eine richtige Heldengeschichte, denn am Ende gelingt es zwar das Ziel zu erreichen, doch einen Sieger gibt es nicht, nur Verlierer, die ihre Menschlichkeit verloren haben und zu mordlustigen Bestien geworden sind. Deshalb wird es dem Film auch nicht gerecht, wenn man ihn nur als Dekonstruktion seines Genres bezeichnet, seine Aussage ist vielmehr von gesellschaftlicher universeller Bedeutung. Natürlich sieht man hier auch Kampfkunst und Schlachten, doch diese stehen in einem eindeutig negativen Licht und dienen absolut nicht zur Unterhaltung, ganz im Gegenteil.

In 13 ASSASSINS stehen sich zwei Gruppen gegenüber. Auf der einen Seite die Samurai, die alles dafür tun, um den grausamen, tyrannischen Fürsten zu töten und auf der anderen Seite eine riesige Armee gut ausgebildeter Kämpfer, die eben diesen Fürsten beschützen müssen. Diese Gruppe dient Miike dazu auf hervorragende Art und Weise die Sinnlosigkeit und Gefahr von Gehorsamkeit zu verdeutlichen, denn sie veranlasst die Menschen dazu sich bereitwillig bei vollem Bewusstsein ins Verderben zu stürzen. Die Aufgabe der Gefolgsleute ist es, das Leben ihres Fürsten zu schützen, auch, wenn sie ihr eigenes dabei verlieren, das spielt überhaupt keine Rolle. Wird ihr Fürst angegriffen müssen sie sich dazwischenwerfen um die Waffe aufzuhalten und die selbst in den Leib gestoßen zu bekommen. Sie müssen ihr Leben opfern, um das eines anderen zu retten (in diesem Fall das eines bestialischen Despoten) und das tun sie nicht etwa aus Liebe, sondern nur, weil es ihre Aufgabe ist und sie zu Gehorsam verpflichtet sind, ihre Fähigkeit selbst zu denken und zu hinterfragen wurde vollkommen ausgeschaltet, sofern sie überhaupt jemals vorhanden war, denn Leute die garnicht erst anfangen zu denken, kann man viel leichter kontrollieren. Die Soldaten fühlen sich in keiner Weise emotional mit dem Fürsten verbunden, wahrscheinlich kennen sie garnicht mehr von ihm, als sein Gesicht, ihr einziger Antrieb um den unausweichlichen Weg ins Verderben zu bestreiten ist Pflichtbewusstsein und Gehorsam - absurder geht es in meinen Augen garniccht mehr. Und gegen Ende stellt sich heraus, dass der Fürst, den Dienst, den ihn die Soldaten erweisen nicht im minddesten Schätzt oder wenigstens beachtet, für ihn sind sie nichts weiteer als Ungeziefer, die ihre pflicht erfüllen - und wenn sie dabei draufgehen ist es nicht weiter schlimm.

Doch auch an den Samurai lässt Miike kein gutes Haar. Auch sie dienen ihrem Anführer Shinzaemon Shimada in demütigem Gehorsam, doch es gibt noch etwas anderes, was sie antreibt: Tapferkeit. Die 13 Samurai sind tapfere, ehrbare Krieger, die unvorstellbare MÜhen auf sich genommen haben, um den Fürste den sie töten wollen zu finden und im Kampf scheuen sie nicht die Auseinandersetzung, sie werfen sich direkt ins Schlachtfeld, nehmen es mit möglichst vielen Gegnern gleichzeitig auf, machen die waghalsigsten Angriffmanöver und kämpfen selbst weiter nachdem sie mehrmals getroffen wurden und sich wegen dem drastischen Blutverlust kaum noch auf den Beinen halten können und am Ende stellt sich eine Frage: War es das wirklich wert ? war es das wert ebenso bereitwillig ins verderben zu laufen, wie die Soldaten des Fürsten ? Was nützt mir meine Tapferkeit, wenn ich auf dem Schlachtfeld sterbe ? Wäre es nicht viel besser gewesen, wenn ich zuhause geblieben wäre? Wäre es nicht viel besser gewesen, wenn ich mich und meine Begleiter rechtzeitig in Sicherheit gebracht hätte, anstatt meine Tapferkeit auf dem Schlachtfeld zu beweisen, denn jetzt bin ich tot und sie auch ? Ist Tapferkeit nicht eigentlich etwas schädliches und sowieso nicht zielbringend ? Ist Tapferkeit nicht eigentlich volkommen sinnloser Schwachsinn ? Wem nützt meine Tapferkeit und mein Tod denn jetzt ? Niemandem und erst recht nicht mir und meinen Angehörigen. Selbstverständlich war es das nicht wert, Tapferkeit ist eine Absurdität, welche ungleich mehr Schaden anrichtet, als das sie einen Nutzen erfüllt. Zudem veranlast sich mich dazu Menschen auf brutale Art und Weise abzuschlachten und damit zu einer Bestie zu werden, die einfach drauf los schlägt ohne nachzudenken und den Feind als Menschen wahrzunehmen.

Überdies vernichtet Miike noch dden Mythos des ehrenhaften Kriegers. Krieg kennt keine Ehre, Ehre und Krieg sind zwei die, die unmöglich zu vereinigen sind und so kommt es, dass es die Samurai (also diejenigen, die sich selbst für ehrenhafte Krieger halten) sind, die die Soldaten des Königs aus dem Hinterhalt angreifen und sie wie die Wilden abmetzeln, als wären es keine Menschen sondern Ungeziefer.

Wiedermal ist Takashi Miike ein sehr intelligenter Film gelungen, dessen Aussage mich ziemlich fasziniert hat.

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Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zwar keine sieben Samurai, sondern sogar ganze fünf mehr, aber trotzdem wandelt Takashi Miike hier deutlich auf den Spuren Kurosawas. Und das sehr gekonnt. Erst lernt man die Attentäter und ihre Hintergründe ausgiebig kennen, bevor in einem gewaltigen und schier endlosen, aber nie langweilenden Schlachtengemetzel kein Körperteil mehr am anderen bleibt.

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Mr. Pink

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Weiß gar nicht, wie man den nicht mögen kann. Rollende Köpfe und so... ;)


Hartigan85

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Stimmt, eigentlich bin ich dafür immer zu haben ;) Aber der hat mir doch zwischendurch so einige Längen gehabt, wie gesagt er müsste nochmal ran...


Sigrun

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Bewertung10.0Herausragend

Einer der besten Samurai-Filme, die ich je gesehen habe - auch wenn es noch nicht überragend viele waren; bin also keine Expertin auf diesem für mich exotischen Gebiet. Dennoch: Gestern habe ich dem MAN OF STEEL 10 Punkte für diesselbe gleichermaßen gut inszenierte Story gegeben (allerdings ein Minus für die brennenden Bullen in 13 ASSASSINS, aber das ist wohl dem Budget geschuldet), also sollte ich heute nicht knausrig sein. Wie fast jeder hier schrieb, kommt der Film am Anfang äußerst zäh daher, aber die Entwicklung und das Zusammenschweißen einer Verschwörertruppe habe ich selten besser gesehen. Super-Sam statt Superman zeigt, dass auch irdische Kreaturen es wagen können, das Böse (das aus den Verhältnissen entsteht) zu bekämpfen - gerne auch kollektiv. Wie es ausgeht, kann ich natürlich aufgrund der Verhinderung von Spoilern nicht notieren, aber die 12 Samurai und ihr Kompagnion haben einen Plan! Und: Soviel kann ich verraten, das Ende ist - zumindest für mich - eine Überraschung.

Mein erster Miike und ich will mehr :D

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Daymare

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Bewertung6.0Ganz gut

Visuell definitiv nicht zu verachten und auch atmosphärisch gibt es einige erinnerungswürdige Szenen - insgesamt gesehen ist mir der Streifen dann aber doch zu langatmig geraten!

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TinaCocaine

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Bewertung2.0Ärgerlich

Vorab: Ich habe den Film meinem Freund zur Liebe geschaut und bin wirklich gar kein Fan von japanischem Kino, mein Freund hingegen schon. Ich habe mich echt gelangweilt, fand es unmöglich die Charaktere auseinander zu halten und die Story ist lahm. Es passiert auch irgendwie nicht wirklich etwas Spannendes - weder visuell noch handlungsmäßig. Auch mein Freund fand den Film eher schlecht, sodass wir ihn nicht mal ganz zu Ende anguckten...Ich denke, er ist nur wahren Fans diesen Genres zu empfehlen, da es für mich wenig Sinn machte, sich den Streifen anzuschauen. Anhand der Kritiken hier sehe ich, dass es wohl viele Fans gibt, die "13 Assassins" richtig toll finden. Von daher muss ja irgendwie was dran sein...

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Booooniggl

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Wenn man einen Film nicht zu ende schaut sollte man ihn auch nicht bewerten, meine Meinung. ;)


Jek-Hyde

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Bewertung7.5Sehenswert

Sopiler in the Komentar!
Echt geniales Samurai-epos, blöd nur, dass viele der Charaktere äußerlich kaum auseinanderzuhalten sind. Der Film braucht sehr lang um zu zünden, verströmt dabei aber dieses leichte Gefühl von Erhabenheit und Ehrfurcht. Der einzige makabre Miike-Moment ist die bedauernswerte Kleine, opfer dieses Psycho-Shogunanwärterts, der ihr die Zunge herausgeschnitten hat und dazu noch die Hände und Füße abgehackt. Es ist ein extrem harter Moment. Ein Schock. jedenfalls wusste danach jeder dass dieses Miese Schwein das dafür verantwortlich ist dran glauben muss, egal wie! Und ganz am ende gibt es dann einen Showdown von rund 30 Minuten. Alles in allem sehr sehenswerter Samuraifilm!

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Dachsman

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Bewertung7.0Sehenswert

Miike lässt sich Zeit bei seinem neuen Film. Viel Zeit. Über eine Stunde geizt er weitgehend mit Action. Statt dessen zeigt er beinahe minutiös, wie die Samurai um Anführer Shinzaemon Shimada ihr Attentat auf Lord Naritsugu Matsudaira planen. In Anbetrachtet des Schlussaktes dann auch bemerkenswert, wie wenig Gewalt gezeigt wird, die meisten Gewaltakte finden im Off statt. In der, viel gerühmten, 45-minütigen Schlacht am Ende dreht Miike dann richtig auf. Tempo- und actionreich, furious in Szene gesetzt, beeindruckend choreographiert und einfallsreich inszeniert. Das der entscheidene Funke dann nicht ganz überspringen will, ist Miikes Versäumnis in der ersten Hälfte des Filmes geschuldet uns, trotz der oben erwähnten Zeit, die er sich lässt, alle der 13 titelgebenden Assassinen nahe genug zu bringen, dass ihr Tod uns wirklich berühren würde. Wenn man aufmerksam ist, bleiben bestenfalls fünf Figuren im Gedächtnis, der Rest ist dann schon schwer auseinander zu halten.
Nichts desto trotz, ein beeindruckender Actionfilm. Wenn auch wohl eher nicht die gern beschriene Auferstehung des Samuraifilm.

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TheBruceWayne

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Bewertung9.0Herausragend

Die Ritterlichkeit ist eine Blume, die auf dem Boden Japans so heimisch ist wie ihr Symbol die Kirchblüte. Diese blumigen Worte, welche die Einleitung von Inazo Nitobes "Bushido - Die Sieben Tugenden des Samurai" schmücken , entsprachen freilich nicht immer der Wahrheit im feudalen Japan. Das zeigt auch Takashi Miikes 2. neuester Film, in dem er sich erstmals dem Samuraigenre zuwendet. Wenn man sich den deutschsprachigen Trailer ansieht oder die Worte (13 Krieger.1 Armee.Totales Massaker) die das deutsche DVD-Cover auf der Vorderseite fett gedruckt stehen hat ansieht , erwartet man anfangs sicher eine andere Art von Film als uns Miike dann vortischt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass der Film ein großartiger Appell zum zivilen Ungehorsam sein soll, dem ich nur beipflichten kann. Es bedarf einiger Kenntnis der japanischen Kultur, um zu sehen, was für einen revolutionären Geist der Film versprüht.

Der Film lässt sich in 2 Hälften teilen. In der ersten Stunde wird auf die grausamen Vergehen des Fürsten Naritsugu, den Halbbruder des Shogun eingegangen. Aufgrund seines sadistischen Charakters, vergewaltigt, ermordet und foltert er seine Untergebenen und muss wegen seinem unantastbaren sozialen Status keine Bestrafung fürchten. Ein Verweis Miikes auf die Mächtigen und Korrupten unserer Welt. Der Sonderbeauftragte des Shoguns, beauftragt deshalb den alternden aber weisen Samurai Shinzaemon Shimada den Fürsten töten. Dies müsste vor seinem Amtsantritt zum Shogun geschehen, da das Land ansonsten in unvostellbares Leid gestürzt werden würde. Shimada ist sich seiner Bedeutung sicher und vertritt ganz andere Ansichten als der zeitgenössige Samurai. Seine Treue gilt nicht den Höherstehenden, wie es der Bushidokodex verlangt, sondern dem einfachen Volk. Schon bald versammelt Shimada deshalb 11 treue Samurais darunter den meisterhaften Schwertkämpfer Hirayama, seinen Neffe Shinroukuro sowie seine Rechte Hand Kuranaga, um den Auftrag auszuführen. Ihm gegenüber steht aber sein früherer Waffengefährte Hanbei, der im Gegensatz zu Shimada dem Bushidokodex, allem voran der höchsten Tugend der bedingungslosen Treue zu seinem grausamen Herrn verfallen ist. Anders als viele andere Filme, welche die Samurai als herrische Krieger darstellen, sind sie bei Miike vor allem Opfer, Opfer eines Systems und einer veralteten Weltanschauung. So stark und verankert dieses System ist wird in manchen Punkten doch nicht darauf eingegangen."Schlag ihm die Beine Weg - Auf dem Schlachtfeld gibt es keinen Ehrenkodex" sind die Worte des kampferprobten Ronins Hirayama.

Die erste Hälfte strotzt nur vor starken Bildern, Atmosphäre und guten Dialogen. Die 2te Hälfte gilt der Reise zum Dorf, wo sie den Fürsten stellen wollen und letztendlich sich in einem blutigen Gemetzel behaupten müssen. Unterwegs treffen sie den Eremiten und Jäger Kiga Koyota, den sie widerwillig in ihrer Mitte aufnehmen. Als sie das Dorf erreichen und die Nachricht sie ereilt das der Fürst mitsamt seiner Leibgarde erscheint, erfahren sie das es statt der 70 Gegner, es weit über 200 werden. Trotz geringer Aussichten auf Überleben oder gar der Erfüllung des Auftrags stellt man sich dem übermächtigen Gegner. In diesem Punkt hatte die Vorhersage Recht. Es folgt tatsächlich ein totales Massaker. 11 der Samurai, Shimada darunter fallen im Kampf sowie alle Samurai der feindlichen Leibgarde mitsamt dem Fürsten. Der Kampf dient aber nicht als Showeffekt, sondern zeigt das wahre Gesicht des unbedingten Gehorsam, und der Stellung des Samurais als Krieger. Es war ein sinnloses Gemetzel wie Shimada es sagt, aber ein notwendiges Opfer um den Fürsten aufzuhalten. Der Mythos vom ehrbaren Kampf wird gebroches,es ist nicht viel mehr als barbarisches, nihilistisches Gemetzel. Die Überlebenden der Neffe Shinrokou sowie dem Aussenseiter Kiga sind dem Gemetzel und dem Grauen leid, Shinrokou gar von dem Leben als Samurai und gehen ihrer Wege.

Einzige Kritikpunkte sind das miserable Aussehn der CGI-Stiere sowie das es unter den 13 Samurai außer Shimada,Kuranaga seiner rechten Hand,seinem Neffen,dem Außenseiter Kiga, dem Schwertmeister Hirayama, sowie dem alten Ronin Heizō die anderen Samurai relativ blass bleiben. Das hindert mich auch an einer höheren Wertung. Dennoch, der Film ist ein großartiger Abgesang auf das feudale Japan und eine Demaskierung des heroischen Samurailebens. Ein kleines Meisterwerk von Miike von dem man hoffen kann, das noch mehr von dieser Art Film kommen wird...

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CoOLik

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Bewertung5.0Geht so

Für einen Samurai Film wirklich sehr gelungen. Aber man muss halt drauf stehen.

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MorasT

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und ziemlich lange durchhalten


loveissuicide

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mein erster Samurai-Film, deswegen hab ich keine Vergleiche. Gefallen hat er mir aber. Dieser Fürst ist schon ein ordentlicher Dodel, schon klar, dass den niemand im Hohen Rat haben will ;-)

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Jenny von T

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Wenn der Tod nahe ist, weiß man umso mehr das Leben zu schätzen. Doch nichts ist trivialer als nur um des Lebens willen zu leben. Weißt du, Hanbei, was wir machen werden? Bin ich erstmal der Ältestenrat des Shoguns, werde ich als erstes wieder die Ära des Krieges einführen."

Bei Takashi Miike überwiegt mal Genie (AUDITION), mal Wahnsinn (ICHI THE KILLER). Häufig die Grenze zu "eploitation over substance" entlang balancierend (und manchmal diese überschreitend), liegt der Verdacht nicht fern, der Japaner könnte die Mission einer Neuauflage eines alten Samuraifilms aus dem Jahre 1963 als Steilvorlage für ein weiteres 2-Stunden-Blutbad sprichwörtlich ausschlachten. Doch weit gefehlt: Miikes Version vereinbart inszenatorische Wucht mit erstklassigem Storytelling, um den Geist eines Genres nicht bloß wiederaufleben zu lassen, sondern ihm ein modernes Gewand zu verpassen.
Japan im mittleren 19. Jahrhundert. Der junge Lord Matsudaira Naritsugu übt eine regelrechte Schreckensherrschaft aus, tötet und foltert nach Belieben. Da er der Sohn des letzten sowie der Bruder des aktuellen Shoguns ist, bleibt er jedoch instanziell unantastbar. Auch die Übernahme des Ältestenrats durch seine Person erscheint mittelfristig unvermeidbar. Das blutige Schicksal einer ganzen Nation nimmt offenkundig seinen Lauf.
Nachdem gleich mehrere Leidtragende Harakiri begehen, realisiert der Repräsentant des Ältestenrats, Sir Doi Toshitsura, welch Unheil im Falle eines fortschreitenden politischen Aufstiegs Naritsugus bevorstünde und schert eine Gruppe von 11 Samurai sowie einem Nicht-Samurai, der unterwegs aufgegabelt wird, um sich mit dem Ziel, den Lord und seine Truppe bei einer Durchreise zu stoppen und zu töten. Naritsugu seinerseits wird von einem ganzen Heer starker und opferungsbereiter Verteidiger beschützt. Der selbst auferlegte Auftrag der 13 Widerstandskämpfer kommt damit von vorneherein einem geplanten Suizid gleich – ihnen bleibt einzig das Vertrauen in ihre Samurai-Tugenden und das Hoffen auf Glück.
Wem Eiichi Kudos Original kein Begriff ist, der wird sich bei diesem Szenario vielleicht zumindest an Akira Kurosawas SIEBEN SAMURAI erinnert fühlen, und das nicht ganz zu unrecht. Insoweit erfindet Miike – so viel sei eingeräumt - das Rad freilich nicht neu, aber wer mit seiner ebenso grenzwertigen wie grenzgenialen Antwort auf Pasolinis TEOREMA, VISITOR Q, vertraut ist, weiß, dass der Mann nicht einfach – und das müssen ihm selbst seine schärfsten Kritiker zugestehen - uninspiriert fremdes Gedankengut wiederkäut und anschließend seinem Publikum vor die Füße spuckt.
Flott und gleichsam konzentriert wie präzise führt der kontroverse Regisseur in die Ausgangslage und das bestialische Treiben Naritsugus ein, um schließlich in die große Schlacht, das Aufeinandertreffen zwischen tyrannischem Herrscher und Gegnern hineinzusteuern. 13 ASSASSINS dringt weder in episch-einschläfernde Erzähldimensionen ein noch ergötzt man sich an selbstgefälligen Blutrünstigkeiten; Der Film punktet vor allem – und hier besteht meines Erachtens der große Unterschied zu Kurosawa – durch schwarzhumorige Lakonie, die immer wieder Nadelstiche setzt, indem sie allen voran natürlich den Tyrannen der Geschichte auf's Korn nimmt. Wenn Miike so seinem sadistischen Protagonisten hier und da Worte in den Mund legt, die erst einmal vernünftig anmuten, nur um im nächsten Satz zu offenbaren, dass dieser wirklich alles für seine Zwecke zu verdrehen bereit ist, bleibt das Lachen mehr als einmal im Halse stecken – ebenso wie angesichts der lässigen Unterkühltheit, mit welcher Naritsugu den Tod seiner in ihrer Loyalität blinden Kämpfer registriert, die für ihn ihre Leben lassen.
Die Samurai auf der anderen Seite bleiben charakterlich größtenteils unausformuliert, was dem Film in seiner Gesamtkonzeption allerdings nicht zwangsläufig als Schwäche ausgelegt werden muss. Miike scheut nicht davor zurück, dennoch Partei zu ergreifen und Helden zu benennen, ohne dabei die Relativität des Wortes "Sieger" in diesem Kontext oder die Absurdität von Gewalt generell zu verklären. Der Irrsinn blinden Gefolgsams kommt selbst als Ausfluss individueller Prinzipientreue gefestigter Persönlichkeiten zum Vorschein. Mitleid für niemanden und sehr versteckte Tragik – genau diese Bosheit gibt eine Menge mit auf den Weg.
Formal kommen Miikes stilistische Fertigkeiten zum Tragen wie selten, und das nicht lediglich im Rahmen der zahlreichen Kampfszenen. 13 ASSASSINS unterhält, kommt aber zu bissig daher, um sein Publikum als dumm verkaufen zu können. Ein potenziell massentaugliches Kabinettstückchen des Japaners und dennoch alles andere als ein billiger Crowdpleaser. Auf Filme dieser Art warte ich. Bitte mehr davon.

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jollyroger

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@Jenny, ok, überzeugt, ich riskier's..:)


Hartigan85

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@Jenny: Wusste ich´s doch, rollende Köpfe vergesse ich selten :-D


chmul_cr0n

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

empfehle den japanischen cut

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mikkean

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

DIE SAU MUSS STERBEN!!! - Japan im Jahre 1840: Fürst Matsudaira Naritsugu hat den Bogen überspannt. Das sadistische Scheusal vergewaltigt und mordet sich, auf menschenverachtende Art und Weise, selbst auf fremden Hoheitsgebiet durch. Blöd nur, dass der quasi King der Bad Ass Motherfucker Sohn des alten und Bruder des amtierenden Shogun ist. Also ein echter Untouchable, der sich seines Freifahrtschein bestens bewusst ist. Und doch: Es gibt einen Ausweg, ein gut geplantes Attentat, verübt von einem Haufen Schwert-Krieger, die dem Land so seine Würde wiedergeben wollen. "13 Assassins" ist somit als kein feingeistiges Historien-Drama vor edler Kulisse. Die titelgebenden dreizehn Männer finden sich zusammen beziehungsweise werden zusammengestellt, um den Drecksack sein Leben zu nehmen. Natürlich fernab des offiziellen Gesetzes. So opfert der Kopf des Unternehmens Shimada Shinzaemon seinen Rang als ehemaliger hochdekorierter Samurai oder vervollständigen Söldner das dreckige Dutzend plus Eins. Nur bitte bloß nicht glauben, Takashi Miike liefere hier stumpfes Gemetzel ab. Denn tatsächlich punktet der Film mit doll gefilmtem Ambiente, einer überraschend ruhigen Gangart, sprich: Einführung, Vorbereitung und wie das ganze Unterfangen erst zustande kommen kann. Das lässt "13 Assassins" auch als heißen Anwärter auf den Titel "leicht zugänglichster und massenkompatibler Miike" werden. Ist ja immerhin auch das Remake eines auch hierzulande schon erschienenen Klassikers des japanischen Kinos. Auch wenn ich schändlicher weise zugeben muss, den Vergleich zum Original (noch) nicht ziehen zu können. Macht aber nichts, denn "13 Assassins" kann auch völlig unbefangen genossen werden. Dafür sorgt die großartige Darsteller-Riege, die den Figuren Tiefgang verleiht, wenn auch meine Empathie mit dem Ober-Arschloch äußerst begrenzt war. Wie auch immer, Miike zieht sein schickes Remake anfangs als zeitgeschichtliches Drama aus Ohnmacht der Reinen und Tyrannei der korrumpierten Mächtigen auf. Das Land genießt den Frieden, verkommt aber dank der willkürlichen Grausamkeit solcher Leute wie Fürst Matsudaira. Und dann kippt der Film schließlich zu einem schön langen Dauer-Kampf, ein echtes Gemetzel. Schließlich umgibt sich der Fürst mit einer gefühlten Hundertschaft von Soldaten und Leibwächtern. Klar, dass hier ein ganzes Dorf zum Schauplatz des Geschehens mutieren muss. Und damit meine ich kein Über-Dächer-Sprinten, hier wird klug geplant und vorbereitet. Präpariert, wenn man so will. Aber lasst euch ruhig überraschen. Überhaupt, weiß "13 Assassins" zu Begeistern, weil er zwar irgendwie eine bluttriefende Schachtplatte ist, aber eben kein reiner überdrehter Splatterfilm mit dutzendweiße umherfliegenden Köpfen, Armen und Beinen oder meterhohen Blutfontänen. Jepp, Takashi Miike setzt auf einen realistischen Härtegrad, nur keinen abgefahrenen Comic-Stil mit der Zielgerade Magengegend. Das gefällt, weil es so durchaus große Erzählkunst und ernstes Kino mit dem irdischem Schmutz und der Hässlichkeit des Sterbens vereint. Wie auch immer, "13 Assassins" ist groß, ganz groß. Nicht dumm und lässt ziemlich gekonnt die Sau raus. Einfach bedenkenlos reinschauen und genießen. Aber mal ehrlich, wem tropft jetzt nicht der Zahn?

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Bourbon

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Bewertung6.5Ganz gut

Nach den ganzen amerikanisch produzierten Filmen habe ich mich wieder einmal nach einem japanischen Film gesehnt. Mit „13 Assassins“ habe ich sogar eine gute Entscheidung getroffen. Mit der guten schauspielerischen Leistung konnte man sich sehr gut in die jeweilige Situation hineinversetzen. So konnte der Zuschauer die Angst, der Zorn, die Hoffnung und auch die Verzweiflung der Menschen im Film wahrnehmen. Im ersten Abschnitt des Films wird dementsprechend die grausame Situation der Japaner widergespiegelt, was aufgrund von verschiedenen Aspekten wie zum Beispiel dem Aufbau der Handlung sehr realistisch wirkt. Dass Shinzaemon währenddessen eine geeignete Truppe zusammensucht, was sehr lang gehalten wurde, macht dementsprechend nichts aus. Der Grund ist, dass man sich in die Personen und deren inneren Konflikt hineinversetzen konnte und so mit gegrübelt bzw. überlegt hat sowie Chancen und Verlust abgewogen hat. Vor allem in Situationen des Widerstandes gegen den Fürsten Naritsugu kam dies zum Ausdruck. Ob man nun vom Finale sagen kann, dass dieses entweder spektakulär oder einfach nur langgezogen wirkte, muss jeder selbst wissen. Meiner Meinung nach war es eine Mischung aus beiden: Zu Beginn des Kampfes haben mich die Ideen für den finalen Kampf überrascht, vor allem da man von der eigentlichen Planung nichts erfahren hatte und so sich kein Bild des Ablaufes vom Kampf machen konnte. Jedoch war diese Überraschung nach 15 Minuten vorüber, und der Kampf dauert 45 Minuten, wobei man schon wusste, welche Seite als Sieger aus diesem herausgehen wird! Deshalb wirkte der Film für mich zum Schluss sehr langgezogen.

Fazit: Mithilfe der Schauspieler und deren Verhalten gelang es dem Produzenten, einen Film zu produzieren, bei dem sich der Zuschauer in die realistische Situation hineinversetzen kann. Lediglich der Kampf zum Schluss des Films mag einigen eher die Lust am Weitersehen rauben. „13 Assassins“ ist ein Film, den ich empfehlen, aber aufgrund einiger Szenen und vor allem dem Schluss nur einmal wirklich genießen kann.

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