1900 - 1. Teil: Gewalt, Macht, Leidenschaft

Novecento (1976), DE/FR/IT Laufzeit 162 Minuten, FSK 18, Drama, Historienfilm, Kinostart 21.10.1976

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7.3
Kritiker
8 Bewertungen
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7.7
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298 Bewertungen
9 Kommentare
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von Bernardo Bertolucci, mit Robert De Niro und Gérard Depardieu

Erster Teil von Bernardo Bertoluccis Film über die Geschichte Italiens seit 1900: Alfredo und Olmo, wachsen zusammen auf einem Bauernhof auf, der eine ist der Sohn des Gutsbesitzers, der andere der Sohn des Knechts. Trotz dieses Standesunterschiedes sind die beiden die besten Freunde.

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Regie
Schauspieler

Kritiken (1) — Film: 1900 - 1. Teil: Gewalt, Macht, Leidenschaft

Ulrich Behrens

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8.0Ausgezeichnet

Was dem Film oftmals fehlt, ist die Distanz zu seinem eigenen Gegenstand. Die Akteure erscheinen oft nur als Marionetten ihrer Klasse, ihrer Zeit usw., ohne dass gezeigt oder wenigstens angedeutet würde, dass Geschichte eben nicht nach Gesetzmäßigkeiten abläuft, denen man auf Gedeih und Verderb unterworfen wäre. Diese Tendenz des Films wird zwar – Bertolucci sei Dank – immer wieder durchbrochen, weil Alfredo und Olmo und insbesondere eben de Niro und Depardieu sich dem entziehen – bewusst oder nicht. Aber sie ist vorhanden – etwa auch in der Darstellung der Intellektuellen in Gestalt von Ada, so, als ob es nur solche gegeben hätte, die Kokain schnüffeln, belanglos durch das Leben streifen und trotz ihres Widerwillens gegen den Faschismus nur eines kennen würden: Flucht.
...
Die fühlbare Überzeugung Bertoluccis in Bezug auf einen darwinistischen Ablauf von Geschichte nimmt dem Film leider etwas, was man in anderen episch angelegten Tragödien der 70er Jahre nicht vermissen musste, etwa im Vergleich zu Coppolas Paten-Trilogie. Wie innerlich zerrissen sind dort doch die Akteure, wie tief geht Coppola in der Entwicklung seiner Figuren, seiner Geschichte, deutlich und überzeugend schließt sich dort der Kreis von Anfang bis Schluss – aber eben nicht in einer trivialen Überzeugung von äußerlich bleibenden Gesetzmäßigkeiten der Geschichte. Wie imposant werden dort Wege aufgezeigt und wie überzeugend wirkt dort der Zusammenhang zwischen Handlung und Folgen. Das fehlt "1900" an allen Ecken und Enden.

So bleibt ein zwiespältiges Bild von "1900", aber immerhin ein Film, der zu Diskussionen anregen kann und sollte.

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Kommentare (8) — Film: 1900 - 1. Teil: Gewalt, Macht, Leidenschaft


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Freidenker

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Bewertung7.5Sehenswert

Vorweg:Ich habe diese Kritik für beide Teile verfasst.

Es gibt wenige Filme die man als wirklich epochal bezeichnen kann,doch Bernardo Bertoluccis "1900" gehört ganz klar dazu.
Im Film selber geht es eigentlich um die Entstehung und den Fall des Faschismus in Italien zwischen den beiden Weltkriegen,anhand des Beispiels der beiden Freunde Alfredo und Olmo,die aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten kommen.
Während der Großgrundbesitzer Alfredo als Kapitalist die Bauern ausbeutet,mit freundlicher Hilfe des Faschisten Attila,wird Olmo,der Sohn eines Landarbeiters,ein glühender Sozialist.
Leider merkt man dabei mit welcher der beiden politischen Strömungen Regisseur Bernardo Bertolucci sympathisiert.
So wird der Faschismus als das absolut Böse dargestellt,deren Anhänger wie Atilla skrupellose,sadistische Unmenschen sind,während der Sozialismus natürlich das absolut wundervollste ist was es gibt.
Diese in teilen recht fragwürdige Darstellung der beiden politischen Strömungen ist jedoch neben der ein oder anderen langatmigen Szene auch mit das einzigste,was man an diesen Film wirklich großartig bemängeln kann,denn davon abgesehen ist "1900" ein wirklich sehenswerter Film auch über das heranwachsen von Jungen zu Männern.
Dabei ist der Film für damalige Verhältnisse unglaublich offen,insbesondere was die Nacktheit und Sexualität angeht,so gibt es z.B. eine Szene in der Stefania Casini die Penisse der Hauptdarsteller Robert De Niro und Gérard Depardieu gleichzeitig masturbiert,nicht verwunderlich also das der Film damals sehr polarisierte.
Davon abgesehen bietet der Film eine großartige Atmosphäre,tolle Bilder und einen traumhaften Soundtrack von einem der größten Filmkomponisten überhaupt,nämlich Ennio Morricone.
Das absolute Highlight des Films sind jedoch die beiden Hauptdarsteller Robert De Niro und Gérard Depardieu,die einfach herausragend in ihren Rollen sind.
Wobei auch die Nebendarsteller mehr als überzeugen,sei es Donald Sutherland,Dominique Sanda oder Burt Lancaster.

Endfazit:Bernardo Bertoluccis "1900" ist ein sehr sehenswertes Epos,das insgesamt recht gelungen die Geschichte Italiens zwischen 1900 und 1945 zeigt,gestützt durch super Darsteller,einer tollen Atmosphäre und einem traumhaften Soundtrack.

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Tom S. Jaeger

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Bewertung6.5Ganz gut

Die Kommunistische-Oper.
Irgendwie passt der Titel besser. Der Film wirkt auf mich im ganzen sehr viel mehr dem Theater und der Oper verwand als denn dem Film. Ich kann mich nicht entscheiden... ansich mag ich filme die den Sozialismus als etwas wunderbares befreiendes darstellen, was er ja tatsächlich ist. Allerdings kommt das hier alles sehr flach rüber. Lenin, Marx und (Gott bewahre sogar) Stalin werden hier in einen Ideologischen Muspott geschmissen. Auch um die Ideologie geht es nicht sonderlich. Der Konflikt autoritärer und antiautoritärer Strömungen innerhalb der Kommunistischen gruppen wird total außer acht gelassen. Die ideologie wird mir zu flach verkauft bei 5 (!!!) Stunden Film. Dafür bekommen wir tausend und eine überflüssige szene... wäre doch nett gewesen die hintergründe von mussolinis Aufstieg zu erfahren.
Wer sich nicht auskennt mit intalienischer Geschichte verliert hier schnell mal den überblick warum das eben grade alles passiert. Unnötig meiner Meinung nach. Vorallem weil der Film ganz klar gemacht wurde um den Menschen etwas vom (guten) Kommunismus zu erzählen. (Dafür muss man nur die 2-3 Szenen nehmen wo die 4te. Wand gebrochen wird und der Zuschauer direkt angesprochen wird usw.)

Auch darf so ein Projekt niemals den großen und unverzeilichen Fehler machen die Faschisten als Disney-Schurken darzustellen. Faschisten und Ausbeuter sind meist keine Monster. Der Gedanke muss verschwinden aus den Köpfen. Wir sehen Hitler und sofort bekommt er als das böse die ganze Schuld am Nationalsozialismus - das Böse konnte nur entstehen weil eben der normale Bürger mitgemacht hat. Der der sich für einen guten Christenmenschen hält. Eben jene menschen sind es die für den tot so vieler verantwortlich zeichnen und es nach wie vor tun. Hier ist Attila durch und durch klischee böse. Einfach nur unintelligent gemacht. Und zeigt wenig sensibilität zum Thema. Denn ein Film über die echten Faschisten wäre sicher lehrreicher als ein film der nur mit Klischees arbeitet.

Der Ganze Konflikt kommt zu kurz. Nichts wird richtig erklärt. Was ist Faschismus oer Kommunismus? Um diese fragen zu beantworten ist der Filmkomplett ungeeignet. ohne Vorbildung - vergesst es.

UND ... Ja dieses UND...
Warum - WARUM - musste ich mir 1 (!) Stunde lang nen softporno angucken? Der Sex nimmt in diesem Film KRASS überhand. ich meine ... hey ... 1970er ... so what... aber ma erlich. Das zerstört den Film. Den ernst des Themas - es macht viel Kaput. Auch die ganz klar vorhandenen pedophilen-ansätze ettlicher Szenen sind kaum hinnehmbar. Sicher kann man mal in nem Film zeigne das kleine Jungs sich ihren Penis zeigen - das is normal. teil des lebens. Und wer von uns hat nicht irgendwann mal "ich zeig dir meins du mir deins" gespielt. Aber muss man das so direkt in den Fokus der kamera stellen? Ich habe ettliche Filme geguckt wo dieses thematiken sensibler gehandhabt wurden (schatten... spiegelungen..verdeckungen usw usw.) Grade das mit Attila und den Jungen... warum? Das diabolisiert die person noch mehr und am ende haben wir ein hochstilisiertes unmenschliches monster. DAS kann nicht der sinn des filmes sein. Denn die echten Faschisten haben weder Blut getrunken, noch Katzen mit dem Kopf totgeschlagen noch haben sie kleine Jungs vergewaltigt. Sicher haben einige faschisten auch das gemacht aber das normale NSDAP Mitglied sicher nicht. Der is in die Kirche gegangen. Hat Abends die Kinder ins bett gebracht - stand morgends auf trank am frühstückstisch einen orangensaft, küsste die Kinder und fuhr dann zur arbeit ins vernichtungslager. DAS ist das Monster. Dafür brauchen wir keine überhöhungen. Das einfach ab nem gewissen Punkt des Filmes nur noch albern.

All das sagt ansich...4 - 5 Punkte. Aber da is noch Gerad Depardeu... gott was hat der Mann nur aus sich machen lassen. Er war damals unglaublich gut. Ein echtes megatalent auf dem Sektor... Er sah gut aus und hatte sozialistische Ansichten... WAS - ZUM - HENKER - IST - PASSIERT?????? Das so einer Obelix spielt und Putin die Finger leckt... WTF?! Geht mir garnich ins Hirn...

Auch andere Darsteller sind gut. De Niro..naja.... einer der schlechtesten De Niros meiner Meinung nach. Die Musik ist toll. Der Gesang zt. tief bewegend. Die Situation zumindest halbwegst verständlich. Der Film is voller Metaphern und letzenendes tritt er für die gute sache ein. Allerdings ist er gegen "Früchte des Zorns" nur ein lächerliches Abziehbild!

Kann man trotzdem gucken. Wenn man sich nicht an zuviel sexuellen szenen und untertönen stört oder man irgendwie dann doch leider am rechten Ufer des Teiches schwimmt...

achja...

"Und für Faschisten. Da haben wir den Schweinestall!"
In diesem Sinne. Gute Nacht werte Genossen und Genossinen ;)

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Tom S. Jaeger

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schnauze.


TheBruceWayne

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Danke für die Kritik.Wenn Leute wie Lenin und stalin vom Regisseur tatsächlich mit Marx und Engels und dem wahren Kommunismus gleichgestellt werden....kann ich mir diesen Film sparen :)


Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Schwer in Worte zu fassender, 5 Stunden andauernder epochaler Geschichts-Marathon, der mit seinen wunderbar farbenfrohen, den Jahreszeiten angepassten Bildern von Kamera-Legende Vittorio Storaro, mit seinem abwechslungsreichen, epischen Soundtrack von Ennio Morricone, mit einer bombastisch-opulente Ausstattung und nicht zuletzt mit hervorragenden Schauspielleistungen von Robert de Niro, Gerard Depardieu und allen voran Donald Sutherland (dämonisch-verrückt) auf ganzer Linie überzeugt.
Bertolucci erzählt mithilfe von zwei zur gleichen Zeit um die Jahrhundertwende geborenen Freunden (der eine als Sohn eines reichen Landeigentümers, der andere als Sohn eines armen Landarbeiters) die italienische Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und deren direkte Auswirkung auf die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten der beiden Freunde. Bertolucci meidet jegliche Subtilität, haut auf die Kacke, vereinfacht und polemisiert ab und an, aber schafft dennoch einen enorm wirkungs- und eindrucksvollen Einblick in Leben, Liebe und Tod vor, während und zwischen den beiden Weltkriegen.
Ein überlebensgroßes Epos. Brachial, hochinteressant und einfach wunderschön anzusehen.

bedenklich? 24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 18 Antworten

Joker_

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Ist vorgemerkt ;)


Tom S. Jaeger

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"allerdings ist mir die Aussage doch ein wenig zu kommunistisch. Damit kann ich leider nicht konform gehen." ... lol & facepalm.


Brentano

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Bewertung5.5Geht so

Ja diesen Film habe ich "damals" mal gesehen oder den "ersten Teil" nur, zum Glück. Grauenhaft unerträgliches, quasi episkopales, die feudal "herrschenden" Zustände im Grunde tiefschürfend, verherrlichendes und "absegnendes" Werk.

Unter dem Deckmantel der "kritischeren Analyse" was auch immer das hier sein sollte, also wirklich fürchterlich aufgetürmte, bombastisch anmutende Überinszenierung von eigentlich bekannten Tatsachen: Despotie, zwanghafte Herrschaft, brutaler auswegloser Vernützung (der "Untergebenen"). Autoratitarimsu udnfeudale toatalitäre Diktatur, das übliche Übel also,

Aber das überan unwirtlich-„perverse“ ist, das dies alles, nur mal eben so, als "zeittypisch", archaisch-positiv und keinesfalls fundamental "kritisch" angeleuchtet oder gar "durch-leuchtet" wird, ein Heldenepos und zwar ein miserabler, wie es kaum schlimmer „kommen“ könnte/konnte, ... sollte durfte, eine ungeistige Notdurft etwa, ..

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Le Samourai

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Also das ist doch wohl offensichtlich. :)


Brentano

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sicher


Einar

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich finde dieses Epos großartig. Allerdings ist mir die Aussage viel zu kommunistisch (Ich bin konservativ!). Daher Punktabzug. Die jungen deNiro und Depardieu sind aber phantastisch!
Und: Riesiger Score von Morricone!

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maslobojew

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Bewertung7.0Sehenswert

Schon ziemlich episch, kommt aber nicht an die bekannten Klassiker des Genres heran.

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JimiHendrix

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Bewertung7.5Sehenswert

etwas langatmiger, aber dennoch wunderpar zelebrierter epos mit robert und gerard

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dAShEIKO

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Bewertung7.0Sehenswert

Bertolucci hat ein eindrucksvolles Epos geschaffen, das durch grandiose Schauspieler überzeugen kann. Insgesamt aber recht lang(atmig) geraten.

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