A Single Man - Kritik

US 2009 Laufzeit 101 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 08.04.2010

Setze A Single Man auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!

Was moviepilot noch bietet: Mach die TOUR.
Melde dich an!

Setze A Single Man auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!
Auf Merkliste

Kritiken (23) — Film: A Single Man

Soraly: CEREALITY – Magazin für Fil...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Dennoch handelt „Der Einzelgänger“ nicht vordergründig von Homosexualität. Es ist vielmehr ein Roman über die Einsamkeit eines Menschen. Doch diese gründet sich nicht allein in dem persönlichen Verlust, sondern auch in der Isolation im homophoben Klima der frühen sechziger Jahre, in dem Außenseiter bewusst vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden. „Der Einzelgänger“ ist in seiner Reichweite absichtlich begrenzt, indem er die Ereignisse im Leben eines einzigen Mannes an einem einzigen Tag vom Erwachen bis zum Schlafengehen umfasst. Trotz der strukturellen Gelassenheit des Romans und der relativen Ereignislosigkeit kreiert Isherwood einen ungewöhnlichen Spannungsbogen. Der fast greifbare Gegner ist durchgehend die Zeit: Denn sie läuft George davon. [...] Dem Film mag es an politischer Konsequenz und spiritueller Tiefe mangeln, dennoch gelingt Tom Ford eine beeindruckende Interpretation universeller Liebe, ohne ihre Besonderheit zu leugnen.

(Ausführliche Analyse inklusive intermedialem Vergleich von Buch und Film unter "Kritik im Original")

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Velly

Antwort löschen

Die Original-Kritik hat mich SEHR neugierig auf den Roman gemacht. Werde mir den gleich mal bestellen.


_Garfield: Blogbusters

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Ein Modeschöpfer wird zum Filmemacher. Eine berufliche Umorientierung, die eigentlich zum Scheitern verurteilt scheint. „A Single Man“, Tom Ford's Regie-Debüt, scheitert aber nicht. Dem immanenten Streben nach visueller Perfektion, fügt Ford nämlich einen herausragenden Colin Firth hinzu. Wohl neben dem Umstand, dass Ford auf eine Buchvorlage zurückgreift, eine der großen Stärken dieses durch und durch visuellen Filmes.

Die Bildsprache des Designers ist demnach natürlich nicht subtil. Die breite Palette visueller Gestaltungsmittel gebraucht Ford schon mit dem Vorschlaghammer; fährt bei Rückblenden auf abgedroschene Slow-Motion-Einstellungen herunter oder dreht bei emotionalen Hochmomenten den Farbfilter zum Anschlag auf. Ford kommuniziert primär über eine visuelle Ebene, die trotz ihrer filmtechnischen Verfremdung und einem sehr plastischen 60s-Look doch nie zu viel Distanz zu unserem Protagonisten entstehen lässt. Ohnehin: Inwiefern es Ford's Zutun geschuldet ist, dass Firth hier eine seiner besten, wenn nicht sogar die beste Performance seiner Karriere abliefert, darf dahingestellt bleiben.

Dieses verzweifelte Lächeln, wenn Firth versucht den Anschein vollkommener Normalität zu wahren, diese ebenso komischen, wie tragischen Suizidversuche, das ständige Spiel mit der Waffe als eigenständigen Charakter. Der Blick in den Spiegel, auf seinen maßgeschneiderten Anzug, der Blick auf das Foto und die ständige Suche nach einem stillen Moment. Selten war das Spiel des Briten natürlicher und kontrastiert gerade damit jene stilisierte Werbe-Ästhetik, die Ford ungemein elegant und mit einem fast obsessiven Hang zur Akribie aufzubauen weiß.

Dieses (gewollte?) Spiel mit den Gegensätzen - also einerseits die punktuelle Verwendung von Räumlichkeiten, Kleidung und Accessoires als Teil einer plastischen Bildsprache und andererseits dem ungemein intuitiven, naturalistischen Spiel eines Firth – macht dabei den großen und manchmal auch gar nicht zwingend an konkreten Punkten festzumachenden Reiz von „A Single Man“ aus. Dass der politische Hintergrund in Anbetracht dieser wundervollen Momentaufnahme eines Verzweifelten eben nur Hintergrund bleibt, ist zu verschmerzen, zumal es Ford gelingt, eine ganze eigene Form von Kinomagie zu evozieren; eine die in ihrer Schönheit fast schon wieder wehtut.

Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Stefan_R.

Antwort löschen

Sehr schön geschrieben! :)


_Garfield

Antwort löschen

Dankeschön. :)


Oceanic6: CinemaForever

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[..] "If it's going to be a world with no time for sentiment, Grant, it's not a world that I want to live in." meint George anfangs. Man würde wohl auch den richtigen Nerv treffen, indem man "sentiment" durch "A Single Man" ersetzt, denn seit "American Beauty" war ich nicht mehr Zeuge eines Films, welcher in diesem Maße durch seine Schönheit betört und einen mit seiner emotionalen Wucht so locker vom Hocker schlägt.
Erstaunlich ist dabei, wie ernsthaft und düster, und doch mit viel Humor gepaart, dieses Portrait eines alternden, einsamen Homosexuellen, der im Suizid den einzigen Ausweg aus dem Grauen der Existenz sieht, ausgefallen ist. Unglaublich, wieviele treffende Zitate Tom Ford seiner verzweifelten Hauptfigur in den Mund gelegt hat, wie viele unumstößliche Wahrheiten nebenbei ausgesprochen werden und den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Ob das nun in einer von George's Vorlesungen sein mag, in der über Minderheiten, Ängste und andere ergreifende Themen philosophiert wird oder einfach nur in den Erinnerungen an seinen verlorenen Lebensgefährten. [...]

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

der cineast

Antwort löschen

Jesse James mit Brad dem Ptt un dem genialen Casey sollte ich mir auch mal geben, denke aber mal das der als Western nichts taugt sondern eher als Drama mit schönen Aufnahmen! :)


facepalm

Antwort löschen

Ganz genau so isses :P


Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Wer selbst nicht schwul ist, wird es in gewisser Weise für die Dauer dieses Films, so formschön und behutsam gestaltet sich die Romanverfilmung über den homosexuellen Professor von Regiedebütant Tom Ford. Weiß man, dass Ford eigentlich Modedesigner ist, macht sich dieser Umstand in nahezu jeder Szene bemerkbar. Minutiös sind die 60er Jahre mit sämtlichen Details wiederbelebt worden. Zu dieser sorgfältigen Ausstattung gesellt sich eine hoch künstlerische Form: Eigenwilliger Schnitt, ständiges Spiel mit der Farbsättigung (wenig in Georges trostlosem Alltag, viel in heiteren Momenten), das alles umschmeichelt von traumhaft schöner Streichermusik.
Diese Stärke ist gleichzeitig auch die eventuelle große Schwäche von „A Single Man“. [...]

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Frollein B

Antwort löschen

Das nenne ich eine Gesprächsgrundlage.


Eiri

Antwort löschen

Wunderbar, die Anonymität des Internets...wen könnte man sonst grundlos ankeifen?


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, Moviebre...

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Das Debüt von Designer Tom Ford ist optisch ein Traum. Ich kam mir vor wie in einem 5-Sterne Restaurant. Der Maitre serviert mit zuvorkommender aber bestimmter Arroganz die einzelnen Szenen. Selbst ein einfacher Klogang wirkt bei „A Single Man“ wie eine ästhetische Eins. Anfänglich packte mich dann auch Drama des Films und ich fand es toll, dass der Film mit der Homosexualität seiner Hauptfigur ganz normal umging. Allerdings konnte der Film mich nicht ganzheitlich fesseln. Irgendwann ging der Maitre mir auf die Nerven und das Drama versuppte im Edelglanz der Szenerien. Dennoch war „A Single Man“ für mich keine Enttäuschung, denn seinen ganz eigenen Reiz besitzt der Film ohne Zweifel.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Eine Art "Brokeback Mountain"-Gefühlsstimmung macht sich breit; Erinnerungen an das dreifach "Oscar"-prämierte Meisterwerk von Ang Lee aus dem Jahr 2005 werden wach: Hier wie einst - eine "definitive" erwachsene (gleichgeschlechtliche) Liebe, eine starke Bindung, ihre "einsamen Folgen". Berührend, dicht, packend. Neben dem hervorragenden Colin Firth brilliert die immer besser und aufregender werdende Julianne Moore als verzweifelte Freundin und langjährige Vertraute. "A Single Man", ein hochemotionales, universelles Menschendrama um Glück und Verlust.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

sokro

Antwort löschen

Hey, da Schwule, dort Schwule - fertig, abgestempelt.


patcharisma

Antwort löschen

Ja Sokro, Du bist ja ein richtig Obergeiler!


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

A SINGLE MAN ist das vielleicht ehrlichste Porträt über den Verlust einer großen Liebe, welches man im Kino bisweilen bewundern durfte. Tom Ford schafft es die Gefühle der Figuren so gezielt darzustellen, dass wir als Zuschauer emotional komplett eintauchen. Für einen Erstling, ein unglaublich reifer, geschliffener Film. Dennoch ist natürlich auch A SINGLE MAN nicht frei von Schwächen, die bei jedem Zuschauer anders aufschlagen. Die Werbe-Ästethik ist stellenweise schlicht und ergreifend zu schön um wahr zu sein und distanziert ein wenig von den Charakteren. Ganz gleich ob dies die Symmetrie zum eintönigen und langweiligen Leben der Hauptfigur bildet: An wenigen Stellen erinnert Fords Film dann doch zu sehr an einen Catwalk oder den kommenden Chanel-Teaser. Umso verwunderlicher, dass dies das Gesamtbild so wenig trübt. A SINGLE MAN ist ein schmerzhafter Film über die Rolle die wir uns selbst im Leben geben. Und nach LE TEMPS QUI RESTE wird uns auch hier wieder folgendes vorgeführt - Sterben (wollen) ist ein einsames Unterfangen. Vielleicht das Einsamste von allen. Dies unterstreicht Colin Firth durch sein beeindruckendes Schauspiel.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Das der Regisseur bislang Modemacher war, kann der Film nicht verleugnen. Viel ist hier der unbedingte Wille zum Stil. Ob es die übertriebene 60er Jahre Optik ist, in der alle Figuren aus "Father knows best" entsprungen zu sein scheinen (oder wahlweise aus der Somewhere thats green-Traumsequenz in Little Shop of Horror), die Erinnerungsflashbacks die hart am Kitsch kratzen oder die nicht eben subtile Farbdramaturgie, die immer dann die Sättigung hochschraubt, wenn unser Protagonist sich für Momente mal wieder mit dem Leben, mit angenehmen Erfahrungen und Zuneigung verbunden sieht. Dazwischen, so sagt es uns der Stil, ist sein Leben grau und öde. Das ist elegant, aber teilweise schon etwas geleckt und gestelzt und verliert damit an unmittelbarer Nähe.

Das der Film dennoch funktioniert und sich die eher behauptete als gefühlte Beziehung zum verstorbenen Ex verschmerzen lässt, liegt an der wunderbaren Besetzung, allen vorran natürlich Collin Firth, der hier angenehm nuanciert spielt. Auf den ersten Blick dröger Spießer, lauert unter der Oberfläche fast der Rebell, der gekonnt gelernt hat sich anzupassen, seine subversiven Gedanken nur unterschwellig zu akzentuieren. Das er eben nicht nur der konservative Nachbar "in den besten Jahren" ist, wie es die Umwelt wahrnimmt, zeigt sich immer wieder in kleinen Blicken und Gesten.

Und während Matthew Goode, als verblichener Lover leider etwas blass bleibt und für wenig mehr als Postkarten-Nostalgie zuständig ist, kann sich die restliche Besetzung sehen lassen. Julliane Moore spielt mit viel Ambivalenz die beste Freundin, die bei aller Toleranz nie wirklich darüber hinweggekommen ist, dass sie George nicht für sich bekommen konnte und Nicholas Hoult kann sich einmal mehr als vielseitiger Nachwuchsstar etablieren. Dank ihm gerät der finale Flirt zu einer spannenden und warmherzigen Angelegenheit, in der Hoult genau die richtige Mitte zwischen seiner durchtriebenen Figur aus Skins und der entwaffnenden Naivität, die ihn in About a boy auszeichnete.

Kein perfekter Film, aber letztlich dann doch anrührend - auch wenn das Ende ein wenig zu schwülstig gerät.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

patcharisma

Antwort löschen

Unglaublich dröge Schreibe. Bring doch auch noch ein Vergleich mit "Brokeback", dann gehts noch vollends auf. Zu dumm, dass bei sowas Dein BruceLaBruce nicht mehr mithalten kann. Shame.


Batzman

Antwort löschen

Sheesh Pat, komm mal wieder auf den Teppich... und vor allem komm endlich über LaBruce weg und verkneif dir diese Kindergartenkommentare. Bis vor einer Weile dachte ich immer noch, mit dir könne man gut diskutieren, aber das Gestänkere hier ist wirklich albern.


Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

[...]Am deutlichsten zeigt sich das in jenen Rückblenden, die das gemeinsame Leben und glücklichsten Tage von Jim und George abbilden. Wenn die beiden Liebenden am Stand liegen, verkommt diese mit Sicherheit essentielle Szene in all ihrer Inszenierung und Optik zu einem zwar ästhetischen überzeugenden, aber keinesfalls berührenden Werbeclip, der direkt aus der Modewelt entsprungen zu sein scheint. Dieses Dilemma zieht sich durch den gesamten Film. Weder gelingt es Ford das Leiden seines Protagonisten mit der nötigen Eindringlichkeit auf Zelluloid zu bannen, noch gelingt es ihm die gesellschaftlichen Repressionen und Stigmata, unter denen George – seine Einsamkeit geht tiefer als der reine Verlust des Freundes – zu leiden hat, überzeugend darzustellen.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TheCorey: MovieMaze

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Man merkt Tom Ford an, dass es sich hierbei um seinen Debütfilm handelt. Die Regie ist in "A Single Man" zwar noch das Schlechteste, aber deswegen keineswegs schlecht. Einige Einstellungen und Entscheidungen verraten jedoch, dass Ford noch nicht ganz Zuhause in dieser neuen Welt zu sein scheint. Dafür zeichnet er sich in anderer Hinsicht aus, vom Drehbuch über das Schauspielensemble bis hin - natürlich - zu den Kostümen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...]
Das Regiedebüt des Designers Tom Ford ist ein ästhetisches Wunderwerk. Ford achtet präzise auf Details und Autentizität im Production Design, auf die Möbel, die Kleider, die Autos und die Frisuren des Jahres 1962, in dem die Geschichte handelt. Obwohl dieser so gut durchdachte Weg mit der Zeit verlangsamend, ja sogar einfrierend wirken kann, ist die Bildgestaltung wirklich toll. Die melancholische Grundstimmung wird dadurch wirklich außergewöhnlich gut hervorgerufen.
[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[…]
Colin Firth hat sich darauf spezialisiert, große Engländer zu spielen, deren Gefühlsleben viel größer ist, als sie es nach Außen hin zeigen. Diesen Charaktere scheint vielleicht irgendetwas zu fehlen, sie scheinen ziemlich schüchtern. In „A Single Man“ jedenfalls können wir hinter die Weltsicht dieser Ambivalenz schauen: Der Glaube daran, dass es einfach nichts nützt, Gefühle zu zeigen.
[…]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

[…]
Ein wunderbarer Film, man glaubt kaum, dass er ein Debütwerk ist. Hier wird etwas sehr Schwieriges und sehr Ausgefallenes bewerkstelligt, nämlich den inneren Zustand eines homosexuellen Mannes der USA der frühen 1960er darzustellen, und zwar nicht durch den Charakter selbst, sondern durch den ganzen Film um ihn herum.
[…]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Es gibt manche Filme, die sind nicht unbedingt große Offenbarungen, aber sie bergen solch tiefe Einsichten in Liebe, Einsamkeit, Unordnung und in den Schauer des Lebens, dass sie irgendwie doch immer wieder neu erscheinen. „A Single Man“ ist solch ein Film, einer der besten des Jahres 2009. Er ist ziemlich herzzerreißend, fast unmerklich.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Firth spielt Georg super […]. Er zeigt ganz wenige Emotionen, seine Gedanken kann man seinen Augen nicht ablesen. Er wirkt so gut dabei, er muss das wohl seit seiner Jugend einstudiert haben. Da wird keiner etwas sehen, was er zu beanstanden hat.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

B. Schweizerhof

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

In A Single Man ist es die Stimme von Colin Firth, besser gesagt die, die er seiner Figur George verleiht, die sich einprägt, deren Melodie im Kopf bleibt und nachklingt, noch Tage, Wochen später, was unbedingt damit zu tun hat, dass sie im Film den Kontrapunkt bildet zur bestechenden Schönheit der Bilder, den nahezu perfekt inszenierten 60er-Jahre-Kulissen samt dazugehörigen Stoffen, Automarken, Haarfrisuren und Brillenmodellen. Diese Stimme nämlich ist rau, fast ungefällig, ihr eignet etwas Tonloses, Gefasstes; man hört, dass da jemand Haltung bewahrt, der allen Grund hätte, sie zu verlieren. ...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Tom Ford hat für Gucci und Yves Saint-Laurent gearbeitet und dann sein eigenes Label gegründet. Bei zahllosen Fotosessions und Werbespots mag er ein Gespür für Bilder entwickelt haben. Dass er ein solch bravouröses Regiedebüt absolvieren würde, war dennoch nicht abzusehen. Und das auch noch als Film-Akteur, der sein Werk selbst produziert und auch das Drehbuch geschrieben hat. Er geht hier mit einer Stilsicherheit vor, die verblüfft.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

patcharisma

Antwort löschen

Du Hornbrillen-Möchtegern-Intellektueller. Diese Kritik ist komplett daneben. Du hast es nicht begriffen. Shame on you.


Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin... Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es fügen sich Schauspieler und Geschichte und Tom Fords impressionistischer Regiestil, bei dem ständig die Farben wechseln und einzelne Gegenstände, Frisuren und Haustiere ("Ihr Hund riecht wie gebutterter Toast") in den Vordergrund gerückt werden, zu einem eigenwilligen, wundervollen Werk.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

AlexanderScholz: Schnitt AlexanderScholz: Schnitt

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Ambivalenz, hier durch recht simple Mittel herbeigeführt, ist das prägende Prinzip, dem dieser Film zu folgen versucht. Es ist mutig, einen Begriff zur Maxime zu erheben, der oft leichtfertig benutzt wird, um sich eine allzu eingehende Auseinandersetzung mit künstlerischen Gegenständen zu ersparen. Daß ein solcher Film von einem Mann realisiert wird, der bisher eher dafür bekannt war den Primaten des selbst gezimmerten Schönheitsideals zu propagieren, ist einigermaßen verwunderlich. Die Stimmigkeit der glatten Oberfläche illustriert in A Single Man die Entropie des Inneren seiner Figuren. Damit ist das Gebot der Ambivalenz auch auf der inszenatorischen Seite eingehalten und ein Film entstanden, der eben jene Bezeichnung zurecht als Auszeichnung verstehen darf.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Gegenüber Fords aggressiven, sexuell anspielungsreichen Anzeigenkampagnen für Gucci wirkt „A Single Man“ erstaunlich prüde. Zwar gibt es einige durchtrainierte nackte Männeroberkörper zu sehen, doch von einem schwulen Begehren erzählen diese Bilder kaum. Nur einmal kommt es zwischen George und dem schönen Stricher im zeitgenössischen James-Dean-Look zu einem offensiv inszenierten erotischen Moment. Im goldenen Licht eines Parkplatzes rauchen sie eine Zigarette zusammen, Carlos bläst ihm lasziv den Qualm ins Gesicht. Diese entfernte Anspielung an Jean Genets homoerotischen Kurzfilm „Un chant d’amour“ (1950) wirkt wie ein Abziehbild im Vintage-Design; die Radikalität der Vorlage ist von der glanzvollen Oberfläche allerdings gänzlich verschluckt worden.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

patcharisma

Antwort löschen

Wichtigtuerei hilft nie weiter. Kritik? Lachhaft


Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Tom Ford kann nicht nur in Mode, sondern auch in Film. Dies stellt der Mann, der als Designer einst den Modemarken Gucci und Yves Saint Laurent zu unerhörter Popularität und Profitabilität verhalf und der danach sein eigenes Modelabel gründete, mit seinem beeindruckenden Debüt als Regisseur, Autor und Produzent unter Beweis. „A Single Man“ basiert auf dem Roman „Der Einzelgänger“ von Christopher Isherwood, den Ford für die Leinwand adaptierte. Für die Hauptrolle konnte der Modeschöpfer Colin Firth verpflichten, dem er dann auch gleich die beste Leistung seiner bisherigen Karriere entlockte.
Angesiedelt in den frühen 1960er Jahren spielt Firth den in Los Angeles lebenden und arbeitenden, britischen Professor George Falconer, dem das Schicksal übel mitspielt: Gleich zu Beginn erleben wir, wie er einen Anruf entgegennimmt, in dem ihm mitgeteilt wird, dass sein Lebensgefährte Jim (Matthew Goode) bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Dies lässt den so stets stilsicher und besonnen auftretenden Mann von Welt in ein tiefes Tal der stillen Trauer fallen. Zwar versucht seine beste Freundin Charley (Julianne Moore) den Verzweifelten durch ihre Gesellschaft etwas Trost zu spenden und ihn aufzumuntern, was jedoch nicht lange vorhält. Erst als Falconer seinem Leben eigentlich ein Ende setzen will, fasst er durch einige zufällige Begegnungen wieder neuen Mut.
Tom Ford versteht es als Regisseur nicht nur, eine bewegende Geschichte anrührend und fernab jeglichen Betroffenheitskitsches zu erzählen. Fast nebenbei entwirft er auch noch ein detailverliebtes Abbild des Los Angeles der frühen Sechsziger zwischen Kubakrise und Cocktailpartys sowie des schwulen Lebens zu jener Zeit. Dass hier ein Designer Regie geführt hat, sieht man auch den exzellent ausgestatteten und malerisch schönen Bildern dieses einfühlsam erzählten Werkes an. Selbstsicher balancieren Tom Ford und sein brillanter Hauptdarsteller auf dem schmalen Grat zwischen Ernsthaftigkeit und Schwülstigkeit und erschaffen so ein distinguiert und kunstvoll auftretendes, dabei nie prätentiös oder bemüht wirkendes Drama von innerer Erhabenheit und Größe.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

alviesinger: bummelkino

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Ein Tag im Leben eines Suizid-gefährdeten homosexuellen Uni-Professors in den noch prüden Anfängen der 1960er Jahre: Nach dem Unfalltod seines Partners, seiner großen Liebe ist der distinguierte Gentleman George Falconer seines Daseins in der gehobenen sozialen Klasse von Los Angeles und des Lebens im Allgemeinen überdrüssig. Er ist zur leeren und fast leblosen Hülle verkommen, die nicht mehr lebt geschweige denn liebt, sondern nur funktioniert. Und so verfolgen wir den typischen Tag eines depressiven und aufgrund seiner alles wegfressenden Trauer vereinsamten Lebensmüden aus der Bildungsoberschicht, sehen wie Falconer an der Universität in zweideutige Gespräche verwickelt wird, beim Einkaufen flirtet oder mit seiner einzig verbliebenen Freundin in kläglicher Weise dem Vergangene hinter her trauert und in bester „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“-Manier dem Alkohol am Abschiedsabend das Ruder überlässt. In Rückblenden erfahren wir Genaueres über den entscheidenden Schicksalsschlag in Falconers Leben wie auch über sein damals noch perfektes Leben in trauter Zweisamkeit. Wieder in der Realität angekommen klammert sich der Mann an die ihm verbliebene Erinnerung, an das Vergangene über das er von den Mitmenschen abgekapselt ausgiebig reflektiert. Das befriedigt den Menschen Falconer aber nicht und so entscheidet er sich für den finalen Abschied vom Leben. Trotz seiner stets vorhandenen Trauer locken ihm am Tag des Abschieds auch Versuchungen in Form damaliger Tabus. „A Single Man“ ist Tom Fords Filmdebüt. Der ehemalige Mode-Designer mit Gucci-Vergangenheit adaptierte den Roman von Christopher Isherwood, führte Regie, schrieb am Drehbuch mit, produzierte und stemmte die Finanzierung. Der Film ist sein Baby. Und dass Ford Stil besitzt ist unbestreitbar. Dementsprechend augenfreundlich ist sein Produkt: Der Film ist eine glänzende Pralinen-Packung: Alles funkelt, strahlt, sieht edel aus. Die Kamera suhlt sich oder schöner verweilt in ewigen Close-Ups der Protagonisten und der Ausstattung während die Streicher die künstlerisch-versierten Hochglanzaufnahmen bedrohlich untermalen. Sehr stimmig. Aber auch der Inhalt überzeugt: Kombiniert mit der zweifellos bombastischen Ausstattung wirkt „A Single Man“ wie eine höchst depressive Episode der HBO-Serie „Mad Men“ – und das ist als Lob zu verstehen. Darüber hinaus wissen die Schauspieler zu überzeugen. Allen voran Colin Firth. Der Brite spielt couragiert und beweist, dass er mehr als nur den Traum aller weiblichen Mittvierziger verkörpert, der in berechenbaren Romcoms den stets ubeholfenen Charmebolzen gibt. Daneben bezaubert die wie immer hinreißende Julianne Moore. In Fords Film hat sie nach diversen Fehlgriffen in den vergangenen Jahren endlich wieder eine dankenswerte Nebenrolle bekommen, die mithilfe der Figurentiefe und Moores eindringlicher Performance in Erinnerung bleiben wird. Ford hat mit „A Single Man“ ein beachtliches Debüt abgeliefert mit einem wahrhaft perfekten Ende. Denn hier treffen sich Stil und Inhalt auf gleicher Höhe – das gibt es selten.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Felix von Boehm: critic.de

Kommentar löschen

Nun hat der amerikanische Modemacher der Häuser Gucci und Yves Saint Laurent dem Roman mit seinem aus eigener Tasche finanzierten Regiedebüt ein filmisches Denkmal errichten wollen und es dabei sicherlich sehr gut gemeint: mit berauschend schönen Bildern von schönen Menschen in schönen Kostümen aus den Ankleidezimmern schöner Villen. Aber wo bleiben die schönen Gefühle, von denen Isherwoods Roman handelt? [...] Bei aller fotografischen Pointiertheit und der recherchierten Arbeit des Kostüm- und Ausstattungsdepartments bleiben diese gemäldegleichen Bilder leer und bedeutungslos, denn die Geschichte, die A single Man eigentlich erzählen könnte, gerät darüber in Vergessenheit.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (127) — Film: A Single Man


Sortierung

Medardus

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Pure Essenz der Schönheit, Ode an die Vergänglichtkeit der Dinge und Hohe Lied auf Liebe an sich.

<3 Tom Ford fährt zudem ein Feuerwerk an Style ab.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

HimmelHoch

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

“I always used to tell him that only fools could possibly escape the simple truth that now isn't simply now: it's a cold reminder. One day later than yesterday, one year later than last year, and that sooner or later it will come.”

„A Single Man“. Ein Mann, ein Tag. Ein perfekter Tag, am Ende eines imperfekten Lebens. Der Literaturprofessor George, gespielt von einem brillanten Colin Firth (mir ist nie aufgefallen, dass dieser Mann so groß ist!) glaubt, er ist am Ende angekommen. Oder besser, an seinem Ende angekommen. Sein Lebensgefährte stirbt nach einer 16 jährigen Beziehung jäh und tragisch. George, so grade im Mittleren Alter angelangt, sieht einfach nicht wie es weiter gehen kann und soll. Selbst die beiden Hunde hat er verloren! Also entschließt er sich, den Ausweg Freitod zu nehmen. Da George ein gewissenhafter Mann ist, wird alles gut vorbereitet. Er bereitet sich also auf sein Ende vor und beginnt, Abschied zu nehmen. Und auf einmal fängt er wieder an, sich und sein Umfeld bewusst zu erleben. Die kleinen Dinge gewinnen wieder an Bedeutung, tun gut. Und dem wunderbaren, aber so entkräfteten George bei dieser Transformation zu zusehen, ist einfach wohltuend.


“For the first time in my life I can't see my future. Everyday goes by in a haze, but today I have decided will be different.”

_____________
Tom Ford hat mich mit seinem Debüt überrascht. Ein Modeschöpfer als Drehbuchautor und Regisseur? Ich war skeptisch. Aber es funktioniert. Man merkt ihm seinen Hintergrund an. Alle Menschen sind schön. Die Kleidung stilvoll aber nie over-the-top. Seine Bilder sind ästhetisch und mit der Zeit. Aber Ford hat wahnsinnig viel Taktgefühl. Trotz vieler Close-Ups seines nicht nur attraktiven, sondern auch schauspielerisch irre starken Ensembles entstehen keine theatralischen, dick aufgetragenen Emotionen, sondern ganz subtile, echte Gefühle. Überhaupt passiert alles irgendwie ganz selbstverständlich. Nie hat man den Eindruck, der Film wolle dem Zuschauer ein bestimmtes Gefühl aufzwingen. Ganz im Gegenteil. Alles passiert ganz selbstverständlich. Und das fühlt sich unheimlich gut an. Ich ziehe also meinen Hut vor Tom Ford und vertraue dem Mode-Mann, dass Kenny pastellfarbener Plüschpullover in den 60ern tatsächlich mal als totschick galt. Wenn nicht, auch verziehen. Nicholas Hoult hat in diesem Pullover großartig gespielt. Julianne Moore in stilvollem schwarz-weiß Gewand im Übrigen auch.

______
Und meine persönlich Quintessenz? Ganz einfach:
“A few times in my life I've had moments of absolute clarity, when for a few brief seconds the silence drowns out the noise and I can feel rather than think, and things seem so sharp.[..]”

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

Ben Kenobi

Antwort löschen

Na, dann mach' ich mir da gar keine Sorgen, so wie ich deinen Geschmack kenne. :)


HimmelHoch

Antwort löschen

:)


Gabster

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Trauerarbeit mal farbenfroh. In "A single Man" muss Colin Firth unmittelbar nach dem Tod seines Partners irgendwie wieder mit seinem Leben klar kommen, was ihm verständlicherweise nicht wirklich gelingt. Dabei redet er mit einer Menge Leute, die meistens nicht so ganz verstehen, was er meint (ich habe es oft auch nicht) und schwelgt immer wieder in breit ausgeschlachteten Erinnerungen. Und obwohl der Film sogar hier und da Humor entwickelt, etwa wenn er mit einem seiner Studenten über Meskalin plauscht, oder (etwas bitterer) wenn er sich nicht entscheiden kann, wo er sich erschießen will, kommt der Film mit einer seufzenden Schwerfälligkeit daher, die sich in atemberaubenden Bildern und melancholischem Score suhlt. Ein bisschen wirkt das wie Xavier Dolan für Erwachsene, Kostüme und Stil stimmen perfekt und die Handlung gerät gegenüber melancholischer Stimmungsbilder in den Hintergrund. Ein purer Rausch der Sinne und dazwischen ein großartiger Firth, der den Film auch am Leben hält, wenn er einfach nur allein in seinem Haus sitzt und erst recht, wenn er sich großartig subtile Dialoge mit Nicholas Hoult oder weniger subtile mit Julianne Moore teilt. Nicht jede Rückblende ist wirklich dramaturgisch gelungen und nicht jedes Zeitlupengehopse macht Sinn, aber alles fügt sich zu einem stimmigen und vor allem schönen Gesamtbild zusammen, auch wenn die Entwicklung des Ganzen manchmal auf der Stelle tritt oder ins Schwafeln gerät. Immer wieder blitzt auch die vertrackte Situation auf, in der sich Schwule in einer amerikanischen Vorstadt der sechziger Jahre befanden. Das muss aber hinter der Liebesgeschichte zurückstecken, der immer so ein bisschen die Glaubwürdigkeit fehlt, weil man den toten Geliebten nur sporadisch kennen lernt. Aber ein Blick in Firth' traurige Augen und man glaubt ihm wieder alles.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

sascha.teller

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wahnsinn, was für ein schöner Film mit einem phantastischen Colin Firth, einer hinreissenden, aber kaum wieder zu erkennenden Julianne Moore. Am meisten begeistert hat mich allerdings Nicholas Hoult. Sein Charme ist einfach umwerfend. Sein Lächeln zum dahin schmelzen. Er hat mich ja schon bei Skins begeistert aber so süß wie hier hab ich ihn bisher noch nicht wieder gesehen und er hat locker mitgehalten, bei der Minenparade von Colin Firth. Das war zu schön, zu sehen, was die beiden nur durch ihre Mimik ausdrücken konnten.
Insgesamt bin ich vom Regiedebüt von Tom Ford hellauf begeistert. Er holte alles aus seinen Darstellern raus und schuf mit diesen Film ein Meisterwerk, das mich an The Wonder Boys erinnert. Auch hier wird ein älterer Mann von einem Jüngling an den Spass am Leben erinnert. Das Ende überrascht, passt aber.
Eine kleine aber sehr feine Dramödie mit ein paar sehr guten Sprüchen von Colin Firth.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MurmelTV

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

A single day of a single man.

So würde ich Tom Fords Regiedebüt wohl kurz und prägnant beschreiben. Ein wunderschöner, unfassbar melancholischer Trip, der mit einer genialen Inszenierung -dank der atemberaubenden Bilder und dem außergewöhnlichem Farbspiel - und mit starken schauspielerischen Leistungen zu trumpfen weiß.

Wir begleiten den Englisch Professor George Falconer einen Tag lang. Erleben, was er erlebt, sowohl auf physischer, als auch (oder sogar besonders) auf psychischer/mentaler Ebene. So sehen wir nicht nur seinen Alltag, sondern erfahren vieles über seine Gefühle, seine Vergangenheit, seine Ethik. Dabei taucht der Zuschauer sehr tief in die Gedankenwelt des homosexuellen Briten ein, kommt ihm nahe, vielleicht sogar näher, als es einem lieb ist.

Tom Ford ist mit "A Single Man" in meinen Augen ein absoluter Außnahmefilm gelungen. Solch eine Melancholie habe ich selten erlebt, reinste Poesie in bildlicher Sprache. Ein Film, der mir mal wieder gezeigt hat, warum ich diese Kunstform liebe.

PS: Der Soundtrack ist zum Träumen oder wohl eher im Selbstmitleid verfallen schön.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cyberpunky

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Nicht gerade mein Genre, aber Colin Firth ganz stark und Tom Ford darf ruhig mal wieder auf dem Regiestuhl platz nehmen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

DerDude_

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es ist ein verbreitetes Missverständnis das Furcht und Angst etwas miteinander zu tun hätten.
Furcht hat man vor etwas. Man fürchtet sich vor einer Klausur, vor einem Gespräch mit seinem Arbeitgeber, davor die Frau der Träume anzusprechen.
Angst aber ist ein Zustand der keinen Grund brauch und der nicht einmal auf ein Ereignis zurück führt. Sie kann einfach da sein und einem das Leben zur Hölle machen. Einfach weil sie jeder Rationalität widerspricht. Das schrecklichste daran ist, das jeder der unter Angst lebt, automatisch die Fähigkeit verliert, Liebe zu geben. Lieben bedeutet Offenbaren, sich preisgeben. Das kann man unter Angst nicht. Schon Louis Malle beschäftigte sich in LE FEU FOLLET mit diesem Thema.
George Falconer, großartig gespielt von Colin Firth (der ein bisschen an Marcello Mastroianni erinnert) spürt diese Angst. Sie ist zu seinem Zustand geworden. Auslöser war der Verlust seines Lebensgefährten, welcher ihm den Halt gab. Seitdem wandelt er mit dieser Angst, schleppt sie, trägt sie, atmet sie aus und wieder ein. Alles läuft an ihm vorbei, sei es die beste Freundin, der merkwürdige Student und seine hübsche Freundin (die ein bisschen an Brigitte Bardot erinnert), alles gleitet an ihm ab.
Man könnte Tom Fords Inszenierungsstil als Style-over-substance abtun aber irgendwie spiegelte er für mich sehr gut Georges Innenleben wieder. Er sieht nur noch auf eine blank geputzte, glänzende Oberfläche. Auch die ständigen Wiederholungen der Zeitlupe und der Zooms entsprechen dem, da er vom Leben schlicht nichts neues mehr abverlangt. Das Leben ist nur noch eine Abfolge von Eindrücken und Menschen, die ihn nicht mehr erreichen können, nicht so sehr, wie ihn sein Lebensgefährte erreichte.
Obwohl ich nicht schwul bin muss ich sagen, das der Film meinen eigenen Eindrücken sehr nahe kam, ja sie ansprach, denn die Themen von A SINGLE MAN sind universell und an kein Geschlecht gebunden, einfach weil Gefühle auch nicht an Geschlechter gebunden sind. Jeder kennt das Gefühl, durch die Welt zu wandern, jemanden zu vermissen, sich zu etwas zurück zu sehnen, an schlechten Tagen von Angst durchflutet. Orte, Dinge und Menschen zu treffen, die einen an etwas erinnern und man sich fast wie damals fühlt.
All diese Eindrücke erreichte A SINGLE MAN bei mir. Vor allem aber seine Schilderung, einer Angst, die zu einem Zustand wurde. Aber das Ende des Filmes lehrt uns, das auch diese Angst, egal wie stark, irgendwann geht und wir wieder glücklich werden können.
Und sei es erst im letzen Augenblick...

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Mr. Pink

Antwort löschen

Top! Schöner Kommentar, Dude!


DerDude_

Antwort löschen

Tausend Dank :)


merfeus

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der "perfekteste" Film, den ich kenne. Wunderbar melancholisch, nostalgisch, gesellschaftskritisch. Fast schon pervers, wie Ford auf den "Wärme-Umschwung", die Intensität jedes einzelnen Bildes und Symbole achtet. Von der musikalischen Untermalung von Korzeniowski und Umebayashi ganz zu schweigen. Für immer mein Lieblingsfilm.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

TrumanPenn9

Antwort löschen

Schön geschrieben :-)


merfeus

Antwort löschen

Danke Truman:)


Sommergirl

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

ein toller Film mit einem tollen Colin Firth - sehenswert!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Johnzy

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

A Beautiful Experience.!

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Mac_C_Tiro

Antwort löschen

A meaningless statement ;)


zachine

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein wunderbarer Film! Einfühlsam und komisch.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

woodyallenjesus

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Der Hauptcharakter ist ein Mann, der seine große Liebe verloren hat. Er kann damit nicht mehr umgehen und beschließt, sich das Leben zu nehmen. Mit diesem Gedanken geht er bewusst durch seinen letzten Tag und wir dürfen ihn dabei begleiten. Der Todesgedanke verschafft ihm einen neuen Blick auf die Dinge, einen Blick für Details, Schönheiten und Laster, den Tom Ford in seinem Regiedebut wundervoll einzufangen vermag. Sowohl die Bilder als auch die Geschichte sind so schön, dass es wehtut. Colin Firth brilliert durch Authenzität und subtile Perfektion, und gemeinsam mit Julianne Moore beschreibt er eine ganz besondere und höchst interessante Art der Beziehung. Ich bin durchweg begeistert!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Velly

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

*** Dieser Kommentar ist ein Geschenk an Stefan Ishii, im Rahmen der Userwichtelkommentaraktion 2013. Jeder der für die nächsten Sonntage noch aufspringen möchte, soll sich doch bei Andy Dufresne melden. ***
-----------------------------------------------------------------------------

Manchen begegnest du und vergisst ihr Leben, noch bevor du den Atem wieder den Lungen entlässt.
Andere Menschen klammern sich an dir fest und wollen nicht von dir lassen... zerren dir an Leib und Haar, damit sie einen Blick in dein Innerstes werfen können.
Aber an manchen gehst du vorbei... einfach so... und plötzlich merkst du, dass deine Seele bei diesem Menschen stehen bleibt. Und alles was dir dazu einfällt ist ein Lächeln, weil du weißt, dass sie in guten Händen ist.

Diesen einen Menschen hat George gefunden.
Und obwohl Tom Ford uns nur Ausschnitte von dieser Liebe zeigt, fühlt sie sich groß genug an, dass der Film jedes Mal wieder eine tour de force für mein Herz ist.
Denn A SINGLE MAN zeigt uns hauptsächlich, wie es ist, ohne diese Liebe zu leben. Zeigt uns einen Menschen, aus dem das Leben herausgelaufen ist, wie Farbe, die im Regen abgewaschen wird.

Regen und Farben, das ist auch meist das erste was mir einfällt, wenn ich an A SINGLE MAN denke.
Die erste Begegnung im Platzregen, Jims viel zu frühes Ende im Schnee und Georges Verzweiflung im nächtlichen Sturm.
Regen und Farben…
Viele Leute, die diesen Film schlecht bewerten, beschweren sich über seinen unterkühlten Look. Aber gerade diesen Look finde ich wunderbar. Und vor allem auch passend. Er zeigt einfach, was von George noch übrig geblieben ist. Eine perfekte Kulisse, die verbirgt, dass er innerlich leer ist.
Kühle, erdige Farben und perfekte Ordnung im Jetzt und warmes Rot und Leben, wenn ihn sein Herz an Dinge erinnert, die er nicht mehr hat. Sein Herz, das nicht mehr so richtig will, seit Jim fort ist. Sein Herz, das ihm am Ende die Entscheidung aus der Hand nimmt.

A SINGLE MAN tut mir jedes Mal wieder weh, weil mir George so Leid tut und weil ich Jim vermisse, ohne ihn überhaupt zu kennen. Aber er hinterlässt mich immer glücklich (wenn auch auf sehr melancholische Art und Weise…), weil ich sein Ende liebe und ich mir auch gar kein anderes vorstellen könnte.

Ein, in allen Belangen, wunderbarer Film, der mit Colin Firth, Matthew Goode und Julianne Moore zudem großartig besetzt ist.

-----------------------------------------------------------------------------
Jim: Do you ever just live in the moment? It's like now, what could be better than being tucked here with you?... I mean, if I died right now it would be OK.

George: Well, it wouldn't be OK with me, so why don't you just shut up and go and change the record.

Jim: Good answer.

bedenklich? 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

Velly

Antwort löschen

Was für ein schönes Kompliment. :-)
Danke!


JJGittes

Antwort löschen

wooow! ganz toll :)


David "Noodles" Aaronson

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Colin Firth als Single Man.
Ein nicht mehr ganz so junger - aber auch nicht ganz so alter - Mann steht nach dem tot seines Freundes zwischen Depression und Midlifecris.
Ein bisschen zwischen den Stühlen hängt auch der Film, in der ersten halben Stunde könnte man glatt noch eine Abhandlung über die Suburbia in den USA der frühen 1960er erwarten – das verläuft dann vollkommen im Sand. Was bleibt ist Colin Firth als sympathischer Exilbritte, bei dem ich am liebsten in den Fernseher springen würde um ihn zu trösten. Gediegen & fein nuanciert ist sein Spiel, große Klasse!
Unschön aber leider die Regie, welche mit unnötigen Spielereien (Farbfilterattacken) die Laune ein wenig verhagelt. Fast dachte ich einen Kar Wai Wong Film zu sehen, nur halt mit anderen Grundthemen & Orten.

So sind mir dann auch (trotz der Bilder) hauptsächlich Firth & sein zusammenspiel mit Julianne Moore in Erinnerung. Die Erlaubnis für ein Zweitwerk hat Ford dennoch von mir erhalten :)

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

DieFilmguckerin

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Uni-Professor George Falconer ist im mittleren Alter, unglücklich, untröstlich, schwul, allein und steht kurz vor dem Selbstmord. Erst vor wenigen Monaten hat er seine große Liebe bei einem Autounfall verloren, hat aber niemanden, mit dem er seine Trauer teilen kann, denn in den 60ern ist ein Coming-Out undenkbar. Wir begleiten einen einzigen Tag im Leben von George, der an diesem 30. November 1962 seinen Selbstmord geplant hat. Leise und nachdenklich geht er den Tätigkeiten seines schnöden Alltags nach und verabschiedet sich insgeheim vom Leben, das seinen Sinn verloren hat.

“A Single Man” ist ein wunderschöner und hochästhetischer Film, schließlich handelt es sich um das Regie-Debüt des Modedesigners Tom Ford. Abgesehen von den vielen Designklassikern in Form von Autos und Möbeln aus den 60er Jahren, die an sich schon eine wahre Augenweide sind und das Herz eines jeden Design-Liebhabers höher schlagen lassen werden, sind die Charaktere logischerweise immer perfekt gekleidet. Aber auch die Kameraarbeit und die Bildkomposition passt sich an die hohen ästhetischen Ansprüche an – Tom Ford präsentiert uns kein einziges Bild, das nicht perfekt durchkomponiert, ausgewogen und stimmig ist. Wunderbare langsame Kamerafahrten strahlen eine besondere Ruhe aus und erzeugen allein durch die Bilder und die Bewegung eine Melancholie, die perfekt zur Handlung passt. Gekrönt wird die Ästhetik der Bilder durch den gekonnten Einsatz von Farben, die zu jeder Zeit die innere Gefühlswelt des Protagonisten vermitteln. So brennt das Bild zum Beispiel in flammendem Rot, als George auf einen traumhaft schönen James Dean Verschnitt trifft oder wird unendlich farblos und grau, wenn die Tristesse seines Alltags gezeigt wird.

Diese Symbiose von Bild und Handlung ist selten und macht den Film zu etwas ganz Besonderem. Obwohl “A Single Man” auf einer Romanvorlage basiert, schafft es Tom Ford seine eigene Persönlichkeit einfließen zu lassen und trotzdem dem Roman gerecht zu werden. Die Geschichte wird mithilfe von Rückblenden und Erinnerungen spannend und nachvollziehbar inszeniert und zieht den Zuschauer in ihren Bann. Der Film lebt von der Atmosphäre und der wunderbaren Ästhetik der Bilder, die durch die hervorragende Leistung der Schauspieler auch inhaltlich gefüllt wird. Nicht umsonst erhielt Colin Firth für seine Performance eine Oscar-Nominierung, sein Schauspiel ist beeindruckend und intensiv. Doch auch Julianne Moore und Nicholas Hoult machen in ihren Nebenrollen eine ausgezeichnete Arbeit.

Insgesamt ist “A Single Man” ein wunderbarer Film mit einer dichten Atmosphäre, perfekten Bildern und einer wirklich schönen, melancholischen Geschichte. Dank dem Schauspiel von Colin Firth fällt es dem Zuschauer leicht, sich in den Film fallen zu lassen und sich den berauschenden Bildern hinzugeben. Trotz allen Äußerlichkeiten und der anfänglich kühlen Atmosphäre, gibt es eine emotionale und berührende Geschichte zu entdecken, die man nicht so schnell vergisst.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

filmverliebt

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einsamkeit und die Sehnsucht nach vergangene Tage. Professor Falconer muss den Tod seiner großen Liebe bewältigen und es verzerrt ihn. Lähmung, Lethargie und Routine bestimmen seinen Alltag. Doch es soll sich ändern. Noch heute.

Ein bildgewaltiges Drama, voller Sinnlichkeit und mit Gespür für den Moment. Die Nahaufnahmen und Szenenbilder sind großartig. Colin Firth spielt hervorragend und selbst im etwas lahmeren Mittelteil, bleibt die Aufmerksamkeit stets ganz dem Film gewidmet. Die Filmmusik ist ebenfalls bemerkenswert und fügt sich nahtlos in den sehr guten Gesamteindruck ein. Und dann das Ende. Wow. Gänsehaut!

Die Thematik des „alleinstehenden Mannes“ mag vielleicht nicht jedem gefallen. Doch gibt es kaum etwas Negatives auszusetzen. „A Single Man“ ist ein kunstvolles Drama, welches sich unbedingt zu sehen lohnt.

„Ein paar Mal in meinem Leben habe ich Momente absoluter Klarheit erlebt. Für wenige Sekunden ertränkt dann die Stille den Lärm. Und ich fühle, anstatt zu denken. Die Dinge zeigen sich ganz scharf und die Welt scheint noch unverdorben. Es ist, als sei alles gerade entstanden.“

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Martin Oberndorf

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Das hier ist ein Film, von dem ich immer wieder etwas gehört habe, vorwiegend Gutes, ihn aber eigentlich nie beachtet habe.
Als ihn arte kürzlich im TV brachte, musste ich allerdings einschalten.
Es handelt sich um "A Single Man".
...
Eines gleich mal vorweg: die Oscarnominierung für Colin Firth war absolut gerechtfertigt.
Der Mann hat unheimlich gut gespielt.
Intensiv, einfühlsam, subtil - immer nur so viel, wie nötig und gerade deswegen so beeindruckend.
Eine wirklich fabelhafte Leistung.

Es ist außerdem sehr bemerkenswert, dass dieser Film überaus gut inszeniert ist, vor Allem dafür, dass er ein Regiedebut darstellt, und noch dazu von einem Mann, der vorrangig als Modedesigner tätig ist.
Gerade in dieser Branche wundert es einen, wie ruhig und behutsam hier inszeniert wurde. Man kann dem Film einen sehr hohen künstlerischen Wert nicht absprechen.
Die innere Zerissenheit des Protagonisten wird visuell nahezu perfekt eingefangen. So bekommen wir, wenn er gerade melancholische Gefühle hat, blasse, fast schon schwarz-weiße Bilder zu sehen, und jedes Mal, wenn ihm etwas Gutes wiederfährt, wird der Bildschirm von satten, leuchtenden Farben übersät.
Meckern kann ich hier wirklich nicht.
Klingt nach einer richtig guten Wertung?
Naja, gut schon, aber für die ganz hohen Punktzahlen hat es mir dann doch nicht gereicht.

Der Film behandelt mehrere Themen, da wäre zum Einen die Homosexualität des Hauptcharakters, die immer wieder angesprochen, jedoch nie wirklich in den Vordergrund gerückt wird, zum Anderen dessen Depression durch den Verlust seines Partners, die ihn zu wiederholten Selbstmordgedanken treibt.
Desweiteren wird seine Beziehung zu mehreren Personen geschildert, so zu einer ehemaligen Liebschaft aus heterosexuellen Tagen, zu der er jetzt eine freundschaftliche Bindung hat, oder mit einem seiner Schüler, der sich gerne mit ihm unterhält.
Gerade bei letzterem ist mir die "Funktion" nicht ganz klar. Wollte er nur jemandem haben, mit dem er sprechen kann, oder war ihm klar, dass sein Lehrer depressiv ist?
Oder war er gar in ihn verschossen? Bis zum.Schluss hatte ich keine Antwort gefunden.

Ganz klar war ich nicht, was der Film eigentlich will. Als Charakterporträt ist er ganz gut, mir fehlte aber irgendwie der rote Faden, der alles zusammenhält, der dieses Gerüst aus gelungenen Szenen aufrecht erhält.
Ein echtes Gebäude kommt da aber nicht raus, auch wenn man alle Materialien hat. Es fehlt dieses Etwas. Man hätte durch noch mehr Laufzeit auch noch mehr rausholen können.

So ist "A Single Man" für mich ein Film mit toller Regie, einem umwerfenden Hauptdarsteller und einem absolut fabelhaften Soundtrack, der sich in das Ganze perfekt einfühlt, allerdings mit einem Drehbuch, welches in meinen Augen hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Martin Oberndorf

Antwort löschen

In TKS spielte er eine real existierende Person, die der Öffentlichkeit vor Allem durch ihren eigentümlichen Sprachstil bekannt war. Bei einem Vergleich mit der Originalrede fällt auf, dass Firth das fast unmögliche gelungen ist, da seine Imitation nahezu perfekt ist.


H_B_C

Antwort löschen

Dass Firth in "A Single Man" besser gespielt hat, würde ich gar nicht sagen. Ich muss Hfonda15 aber zustimmen, dass ich ihm den Oscar auch für "A Single Man" gegeben hätte, weil seine Performance einfach noch intensiver und ausdrucksvoller war. Lag aber möglicherweise auch an der Rolle. Ebenso grandios fand ich übrigens auch die wunderbare Julianne Moore. Da ist es ja leider auch bei der Golden-Globe Nominierung geblieben.


frauNovember

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

ein szenisch unglaublich dichter film. die teils sehr subtile atmospähre kriecht einem mit jeder minute, die verstreicht weiter den nacken hoch. der film hat ungeahnte wendungen und dinge, die man erwartet oder vorherzusehen glaubt, geschehen partout nicht! kenny ist ein interessanter charakter und firth spielt gewohnt grandios. a single man ist leise und nicht so extrem dramatisch, wie die inhaltsbeschreibung anmuten lässt. er ist schlichtweg stark.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

uncut123

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

wusste erst nicht was für eine geschichte läuft und einfach spontan angemacht...kommt toll rüber dr streifen...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

loveissuicide

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Eine sehr gute Performance von Colin Firth - der Mann wird mir immer sympathischer! - eine coole Optik und ein gut gewählter Soundtrack. Leider hat mich die Geschichte selbst nicht so wirklich mitgerissen, aber das ändert nichts am positiven Grundton.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Deine Meinung zum Film A Single Man