A Single Man - Kritik

A Single Man

US · 2009 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
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    AudreyH 26.07.2016, 14:13 Geändert 26.07.2016, 14:41

    Bin jedesmal extrem berührt vom Schicksal des George Falconer. Kann seinen Verlust, seine Qualen förmlich spüren. Für alle die auch die leisen Töne lieben ( : Übrigens Colin Firth hier in einer seiner besten Rollen (siehe auch: 'The King's Speech'). Ein exzellenter Start für Tom Ford!

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      Modemacher Tom Ford verfilmt in »A Single Man« Christopher Isherwood als sehnsüchtig-melancholische Eloge auf die Liebe und die Schönheit des Lebens. [Barbara Schweizerhof]

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        Das Glaushaus, in dem George Falconer wohnt und das von außen direkt einen Einblick in seinen persönlichen Lebensraum gewährt, ist ein fast schon schmerzlich ironischer Gegensatz zu seinem eigentlichen Wesen. George ist homosexuell, doch die gesellschaftlichen Zustände, die in den späten 60ern vorherrschen, zwingen ihn dazu, sein Inneres zu verbergen, nach außen hin eine Rolle zu spielen und seine wahren Gefühle in der Öffentlichkeit zu unterdrücken.
        Tom Ford, seines Zeichens erfolgreicher Modedesigner, hat mit "A Single Man" sein Debüt als Regisseur vorgelegt und dafür den gleichnamigen Roman von Christopher Isherwood adaptiert. Der Film fällt wenig überraschend durch ein unglaublich reifes Stilbewusstsein auf, bei dem praktisch jede Einstellung wie aus einem perfekt arrangierten Fashion-Katalog wirkt. "A Single Man" ist aber mehr als nur wunderschön anzuschauender "Style over Substance". Ford erzählt im Rahmen eines einzigen Tages die melancholische Geschichte des resignierten, depressiven Literaturprofessors, der seine große, langjährige Liebe aufgrund eines Autounfalls verlor und seinem eigenen Leben nun ein Ende setzen will.
        Ford beweist, dass er neben makellosen Outfits, Drehorten und mit stilvoll lichtdurchfluteten Einstellungen auch viel von tiefen Gefühlen, menschlichen Empfindungen und knisternder Zärtlichkeit versteht. "A Single Man" begrüßt in einigen Szenen immer wieder markanten Pathos, wenn die Musik auf der Tonspur extrem anschwillt, innige Blicke ausgetauscht werden und die Zeit wie still zu stehen scheint. Es ist eine wohlige Form von Pathos, die zusammen mit der unglaublichen Darstellung von Colin Firth in der Hauptrolle Gänsehaut und Wärme versprüht, wenn der Regisseur in seine überaus dramatischen Geschichte Momente einstreut, welche die einzigartigen, wertvollen Seiten des Lebens unterstreichen. Die Szene, in der George auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt auf den spanischen James-Dean-Verschnitt Carlos trifft, beide auf dem Auto vor einem Plakat von Hitchcocks "Psycho" sitzen und der Himmel von einem unwirklich violetten Licht durchdrungen wird, ist einer dieser Momente, in denen man sich wünscht, dass dieser Film eigentlich auch gerne niemals enden könnte.
        Fords Regie-Debüt wird durch diese Verbindung von emotionalen Gesten, ästhetischer Formvollendung, optimistischer Wärme und eindringlichen Begegnungen sowie Erlebnissen zu einem großen Film über die Liebe, das Leben und die innere Krise eines Mannes, der sein wahres Ich verbergen muss, aber selbst in der tiefsten Krise an die unverzichtbaren, bereichernden Momente des Lebens geführt wird.
        "A few times in my life I've had moments of absolute clarity, when for a few brief seconds the silence drowns out the noise and I can feel rather than think, and things seem so sharp. And the world seems so fresh as though it had all just come into existence. I can never make these moments last. I cling to them, but like everything, they fade. I have lived my life on these moments. They pull me back to the present, and I realize that everything is exactly the way it was meant to be. "

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          Schön fotografiert ist A Single Man ja. Trotzdem kann ich mich nicht genug in den Charakter des George hineinversetzen, der an allen Ecken von hübschen Jünglingen angebaggert wird, und trotzdem nur daran denkt, sich ne Kugel in den Kopf zu jagen.

          • 6

            Mag sein das er etwas langweilig ist aber ganz sicher nicht billig und ein Film den man hassen muss. Mir gefällt auch die Machart, wegen dem hab ich's mir angeschaut und das ist schon Sehenswert. Durchschnitt.

            • 0 .5

              Ich habe es nicht geschafft den Film bis zum Ende zu gucken, Langeweile pur! Vielleicht gebe ich dem Film mal irgendwann eine zweite Chance, irgendwann.

              • 6 .5

                Angenehme Machart. Dennoch will der Funke nicht so recht überspringen.

                • 8 .5

                  Elegante, melancholische Charakterstudie, die Tom Ford gekonnt zwischen Exzentrik und Einsamkeit balancieren lässt! Behutsam und tiefgründig! Zauberhaft gespielt! Ein Fest für Auge und Geist!

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                  • 10
                    ju.ku.750 26.04.2015, 20:38 Geändert 27.04.2015, 14:22

                    "Von diesen Momenten habe ich gelebt. Sie holen mich zurück in die Gegenwart. Und ich erkenne, dass alles ganz genauso ist, wie es sein soll."
                    --George Falconer

                    Visuell der wahrscheinlich schönste Film, den ich bisher gesehen habe.
                    Jede einzelne Einstellung des Films enthält eine traurige Schönheit, begleitet von einem wunderschönen Soundtrack.
                    Die gesamte Atmosphäre des Films wirkt traumartig und irreal. Ein Film, der aufgrund der Intensität seiner Bilder auch vollkommen ohne Worte auskommen könnte.

                    Dazu zeigt Colin Firth mMn die beste Leistung seiner Karriere. Wieso er dafür nicht mit dem Oscar bedacht wurde, wird für mich immer ein Rätsel bleiben.

                    Meisterwerk!

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                    • 9

                      Zufällerweise habe ich den Film vor kurzem sehen können und bin immer noch begeistert. Ein schwieriger, ruhiger und sehr trauriger Film über das Leben eines Mannes, der seine große Liebe plötzlich verloren hat und an den Erinnerungen und der Trauer zerbricht. Obwohl er einen guten Job hat, sehr anerkannt ist und eine Freundin, die zu ihm steht scheint dieser Mann völlig verloren und ohne Ausweg zu sein. Der Film spielt über den Zeitraum von einem Tag und endet irgendwie sehr ironisch.
                      Das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte wäre, dass man noch ein wenig mehr vom Leben des Mannes mit seinem Freund gesehen hätte. Die Szenen mit den beiden haben mir nämlich besonders gut gefallen (vor allem die mit dem Buch). So wäre es noch besser gewesen sich in den Mann hinein zu versetzen.
                      Wer traurige und anspruchsvolle Filme mag, sollte sich dieses Film ansehen.

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                      • 6

                        Ich bin mir über diesen Film mit mir relativ uneins. Einerseits genieße ich die Schwermütigkeit schon fast, und so manche bizarre Situation gefällt mir sehr.
                        Doch ich kann nicht umhin, mich zu ärgern. Da schwillt einem zu Ende des Films endlich das Herz in der Brust, weil man mit Firth gemeinsam endlich loslassen kann - und dann DAS. Wofür durchlebe ich denn ein Wechselbad der Gefühle, wenn das Ende plötzlich einfach das Ende ist?

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                          Pure Essenz der Schönheit, Ode an die Vergänglichtkeit der Dinge und Hohe Lied auf Liebe an sich.

                          <3 Tom Ford fährt zudem ein Feuerwerk an Style ab.

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                            “I always used to tell him that only fools could possibly escape the simple truth that now isn't simply now: it's a cold reminder. One day later than yesterday, one year later than last year, and that sooner or later it will come.”

                            „A Single Man“. Ein Mann, ein Tag. Ein perfekter Tag, am Ende eines imperfekten Lebens. Der Literaturprofessor George, gespielt von einem brillanten Colin Firth (mir ist nie aufgefallen, dass dieser Mann so groß ist!) glaubt, er ist am Ende angekommen. Oder besser, an seinem Ende angekommen. Sein Lebensgefährte stirbt nach einer 16 jährigen Beziehung jäh und tragisch. George, so grade im Mittleren Alter angelangt, sieht einfach nicht wie es weiter gehen kann und soll. Selbst die beiden Hunde hat er verloren! Also entschließt er sich, den Ausweg Freitod zu nehmen. Da George ein gewissenhafter Mann ist, wird alles gut vorbereitet. Er bereitet sich also auf sein Ende vor und beginnt, Abschied zu nehmen. Und auf einmal fängt er wieder an, sich und sein Umfeld bewusst zu erleben. Die kleinen Dinge gewinnen wieder an Bedeutung, tun gut. Und dem wunderbaren, aber so entkräfteten George bei dieser Transformation zu zusehen, ist einfach wohltuend.


                            “For the first time in my life I can't see my future. Everyday goes by in a haze, but today I have decided will be different.”

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                            Tom Ford hat mich mit seinem Debüt überrascht. Ein Modeschöpfer als Drehbuchautor und Regisseur? Ich war skeptisch. Aber es funktioniert. Man merkt ihm seinen Hintergrund an. Alle Menschen sind schön. Die Kleidung stilvoll aber nie over-the-top. Seine Bilder sind ästhetisch und mit der Zeit. Aber Ford hat wahnsinnig viel Taktgefühl. Trotz vieler Close-Ups seines nicht nur attraktiven, sondern auch schauspielerisch irre starken Ensembles entstehen keine theatralischen, dick aufgetragenen Emotionen, sondern ganz subtile, echte Gefühle. Überhaupt passiert alles irgendwie ganz selbstverständlich. Nie hat man den Eindruck, der Film wolle dem Zuschauer ein bestimmtes Gefühl aufzwingen. Ganz im Gegenteil. Alles passiert ganz selbstverständlich. Und das fühlt sich unheimlich gut an. Ich ziehe also meinen Hut vor Tom Ford und vertraue dem Mode-Mann, dass Kenny pastellfarbener Plüschpullover in den 60ern tatsächlich mal als totschick galt. Wenn nicht, auch verziehen. Nicholas Hoult hat in diesem Pullover großartig gespielt. Julianne Moore in stilvollem schwarz-weiß Gewand im Übrigen auch.

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                            Und meine persönlich Quintessenz? Ganz einfach:
                            “A few times in my life I've had moments of absolute clarity, when for a few brief seconds the silence drowns out the noise and I can feel rather than think, and things seem so sharp.[..]”

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                              Trauerarbeit mal farbenfroh. In "A single Man" muss Colin Firth unmittelbar nach dem Tod seines Partners irgendwie wieder mit seinem Leben klar kommen, was ihm verständlicherweise nicht wirklich gelingt. Dabei redet er mit einer Menge Leute, die meistens nicht so ganz verstehen, was er meint (ich habe es oft auch nicht) und schwelgt immer wieder in breit ausgeschlachteten Erinnerungen. Und obwohl der Film sogar hier und da Humor entwickelt, etwa wenn er mit einem seiner Studenten über Meskalin plauscht, oder (etwas bitterer) wenn er sich nicht entscheiden kann, wo er sich erschießen will, kommt der Film mit einer seufzenden Schwerfälligkeit daher, die sich in atemberaubenden Bildern und melancholischem Score suhlt. Ein bisschen wirkt das wie Xavier Dolan für Erwachsene, Kostüme und Stil stimmen perfekt und die Handlung gerät gegenüber melancholischer Stimmungsbilder in den Hintergrund. Ein purer Rausch der Sinne und dazwischen ein großartiger Firth, der den Film auch am Leben hält, wenn er einfach nur allein in seinem Haus sitzt und erst recht, wenn er sich großartig subtile Dialoge mit Nicholas Hoult oder weniger subtile mit Julianne Moore teilt. Nicht jede Rückblende ist wirklich dramaturgisch gelungen und nicht jedes Zeitlupengehopse macht Sinn, aber alles fügt sich zu einem stimmigen und vor allem schönen Gesamtbild zusammen, auch wenn die Entwicklung des Ganzen manchmal auf der Stelle tritt oder ins Schwafeln gerät. Immer wieder blitzt auch die vertrackte Situation auf, in der sich Schwule in einer amerikanischen Vorstadt der sechziger Jahre befanden. Das muss aber hinter der Liebesgeschichte zurückstecken, der immer so ein bisschen die Glaubwürdigkeit fehlt, weil man den toten Geliebten nur sporadisch kennen lernt. Aber ein Blick in Firth' traurige Augen und man glaubt ihm wieder alles.

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                                Wahnsinn, was für ein schöner Film mit einem phantastischen Colin Firth, einer hinreissenden, aber kaum wieder zu erkennenden Julianne Moore. Am meisten begeistert hat mich allerdings Nicholas Hoult. Sein Charme ist einfach umwerfend. Sein Lächeln zum dahin schmelzen. Er hat mich ja schon bei Skins begeistert aber so süß wie hier hab ich ihn bisher noch nicht wieder gesehen und er hat locker mitgehalten, bei der Minenparade von Colin Firth. Das war zu schön, zu sehen, was die beiden nur durch ihre Mimik ausdrücken konnten.
                                Insgesamt bin ich vom Regiedebüt von Tom Ford hellauf begeistert. Er holte alles aus seinen Darstellern raus und schuf mit diesen Film ein Meisterwerk, das mich an The Wonder Boys erinnert. Auch hier wird ein älterer Mann von einem Jüngling an den Spass am Leben erinnert. Das Ende überrascht, passt aber.
                                Eine kleine aber sehr feine Dramödie mit ein paar sehr guten Sprüchen von Colin Firth.

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                                  A single day of a single man.

                                  So würde ich Tom Fords Regiedebüt wohl kurz und prägnant beschreiben. Ein wunderschöner, unfassbar melancholischer Trip, der mit einer genialen Inszenierung -dank der atemberaubenden Bilder und dem außergewöhnlichem Farbspiel - und mit starken schauspielerischen Leistungen zu trumpfen weiß.

                                  Wir begleiten den Englisch Professor George Falconer einen Tag lang. Erleben, was er erlebt, sowohl auf physischer, als auch (oder sogar besonders) auf psychischer/mentaler Ebene. So sehen wir nicht nur seinen Alltag, sondern erfahren vieles über seine Gefühle, seine Vergangenheit, seine Ethik. Dabei taucht der Zuschauer sehr tief in die Gedankenwelt des homosexuellen Briten ein, kommt ihm nahe, vielleicht sogar näher, als es einem lieb ist.

                                  Tom Ford ist mit "A Single Man" in meinen Augen ein absoluter Außnahmefilm gelungen. Solch eine Melancholie habe ich selten erlebt, reinste Poesie in bildlicher Sprache. Ein Film, der mir mal wieder gezeigt hat, warum ich diese Kunstform liebe.

                                  PS: Der Soundtrack ist zum Träumen oder wohl eher im Selbstmitleid verfallen schön.

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                                  • 7

                                    Nicht gerade mein Genre, aber Colin Firth ganz stark und Tom Ford darf ruhig mal wieder auf dem Regiestuhl platz nehmen.

                                    • 8

                                      Es ist ein verbreitetes Missverständnis das Furcht und Angst etwas miteinander zu tun hätten.
                                      Furcht hat man vor etwas. Man fürchtet sich vor einer Klausur, vor einem Gespräch mit seinem Arbeitgeber, davor die Frau der Träume anzusprechen.
                                      Angst aber ist ein Zustand der keinen Grund brauch und der nicht einmal auf ein Ereignis zurück führt. Sie kann einfach da sein und einem das Leben zur Hölle machen. Einfach weil sie jeder Rationalität widerspricht. Das schrecklichste daran ist, das jeder der unter Angst lebt, automatisch die Fähigkeit verliert, Liebe zu geben. Lieben bedeutet Offenbaren, sich preisgeben. Das kann man unter Angst nicht. Schon Louis Malle beschäftigte sich in LE FEU FOLLET mit diesem Thema.
                                      George Falconer, großartig gespielt von Colin Firth (der ein bisschen an Marcello Mastroianni erinnert) spürt diese Angst. Sie ist zu seinem Zustand geworden. Auslöser war der Verlust seines Lebensgefährten, welcher ihm den Halt gab. Seitdem wandelt er mit dieser Angst, schleppt sie, trägt sie, atmet sie aus und wieder ein. Alles läuft an ihm vorbei, sei es die beste Freundin, der merkwürdige Student und seine hübsche Freundin (die ein bisschen an Brigitte Bardot erinnert), alles gleitet an ihm ab.
                                      Man könnte Tom Fords Inszenierungsstil als Style-over-substance abtun aber irgendwie spiegelte er für mich sehr gut Georges Innenleben wieder. Er sieht nur noch auf eine blank geputzte, glänzende Oberfläche. Auch die ständigen Wiederholungen der Zeitlupe und der Zooms entsprechen dem, da er vom Leben schlicht nichts neues mehr abverlangt. Das Leben ist nur noch eine Abfolge von Eindrücken und Menschen, die ihn nicht mehr erreichen können, nicht so sehr, wie ihn sein Lebensgefährte erreichte.
                                      Obwohl ich nicht schwul bin muss ich sagen, das der Film meinen eigenen Eindrücken sehr nahe kam, ja sie ansprach, denn die Themen von A SINGLE MAN sind universell und an kein Geschlecht gebunden, einfach weil Gefühle auch nicht an Geschlechter gebunden sind. Jeder kennt das Gefühl, durch die Welt zu wandern, jemanden zu vermissen, sich zu etwas zurück zu sehnen, an schlechten Tagen von Angst durchflutet. Orte, Dinge und Menschen zu treffen, die einen an etwas erinnern und man sich fast wie damals fühlt.
                                      All diese Eindrücke erreichte A SINGLE MAN bei mir. Vor allem aber seine Schilderung, einer Angst, die zu einem Zustand wurde. Aber das Ende des Filmes lehrt uns, das auch diese Angst, egal wie stark, irgendwann geht und wir wieder glücklich werden können.
                                      Und sei es erst im letzen Augenblick...

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                                        Der "perfekteste" Film, den ich kenne. Wunderbar melancholisch, nostalgisch, gesellschaftskritisch. Fast schon pervers, wie Ford auf den "Wärme-Umschwung", die Intensität jedes einzelnen Bildes und Symbole achtet. Von der musikalischen Untermalung von Korzeniowski und Umebayashi ganz zu schweigen. Für immer mein Lieblingsfilm.

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                                          ein toller Film mit einem tollen Colin Firth - sehenswert!

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                                          • 9

                                            A Beautiful Experience.!

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                                            • 9

                                              Der Hauptcharakter ist ein Mann, der seine große Liebe verloren hat. Er kann damit nicht mehr umgehen und beschließt, sich das Leben zu nehmen. Mit diesem Gedanken geht er bewusst durch seinen letzten Tag und wir dürfen ihn dabei begleiten. Der Todesgedanke verschafft ihm einen neuen Blick auf die Dinge, einen Blick für Details, Schönheiten und Laster, den Tom Ford in seinem Regiedebut wundervoll einzufangen vermag. Sowohl die Bilder als auch die Geschichte sind so schön, dass es wehtut. Colin Firth brilliert durch Authenzität und subtile Perfektion, und gemeinsam mit Julianne Moore beschreibt er eine ganz besondere und höchst interessante Art der Beziehung. Ich bin durchweg begeistert!

                                              • 8

                                                Dennoch handelt „Der Einzelgänger“ nicht vordergründig von Homosexualität. Es ist vielmehr ein Roman über die Einsamkeit eines Menschen. Doch diese gründet sich nicht allein in dem persönlichen Verlust, sondern auch in der Isolation im homophoben Klima der frühen sechziger Jahre, in dem Außenseiter bewusst vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden. „Der Einzelgänger“ ist in seiner Reichweite absichtlich begrenzt, indem er die Ereignisse im Leben eines einzigen Mannes an einem einzigen Tag vom Erwachen bis zum Schlafengehen umfasst. Trotz der strukturellen Gelassenheit des Romans und der relativen Ereignislosigkeit kreiert Isherwood einen ungewöhnlichen Spannungsbogen. Der fast greifbare Gegner ist durchgehend die Zeit: Denn sie läuft George davon. [...] Dem Film mag es an politischer Konsequenz und spiritueller Tiefe mangeln, dennoch gelingt Tom Ford eine beeindruckende Interpretation universeller Liebe, ohne ihre Besonderheit zu leugnen.

                                                (Ausführliche Analyse inklusive intermedialem Vergleich von Buch und Film unter "Kritik im Original")

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                                                  *** Dieser Kommentar ist ein Geschenk an Stefan Ishii, im Rahmen der Userwichtelkommentaraktion 2013. Jeder der für die nächsten Sonntage noch aufspringen möchte, soll sich doch bei Andy Dufresne melden. ***
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                                                  Manchen begegnest du und vergisst ihr Leben, noch bevor du den Atem wieder den Lungen entlässt.
                                                  Andere Menschen klammern sich an dir fest und wollen nicht von dir lassen... zerren dir an Leib und Haar, damit sie einen Blick in dein Innerstes werfen können.
                                                  Aber an manchen gehst du vorbei... einfach so... und plötzlich merkst du, dass deine Seele bei diesem Menschen stehen bleibt. Und alles was dir dazu einfällt ist ein Lächeln, weil du weißt, dass sie in guten Händen ist.

                                                  Diesen einen Menschen hat George gefunden.
                                                  Und obwohl Tom Ford uns nur Ausschnitte von dieser Liebe zeigt, fühlt sie sich groß genug an, dass der Film jedes Mal wieder eine tour de force für mein Herz ist.
                                                  Denn A SINGLE MAN zeigt uns hauptsächlich, wie es ist, ohne diese Liebe zu leben. Zeigt uns einen Menschen, aus dem das Leben herausgelaufen ist, wie Farbe, die im Regen abgewaschen wird.

                                                  Regen und Farben, das ist auch meist das erste was mir einfällt, wenn ich an A SINGLE MAN denke.
                                                  Die erste Begegnung im Platzregen, Jims viel zu frühes Ende im Schnee und Georges Verzweiflung im nächtlichen Sturm.
                                                  Regen und Farben…
                                                  Viele Leute, die diesen Film schlecht bewerten, beschweren sich über seinen unterkühlten Look. Aber gerade diesen Look finde ich wunderbar. Und vor allem auch passend. Er zeigt einfach, was von George noch übrig geblieben ist. Eine perfekte Kulisse, die verbirgt, dass er innerlich leer ist.
                                                  Kühle, erdige Farben und perfekte Ordnung im Jetzt und warmes Rot und Leben, wenn ihn sein Herz an Dinge erinnert, die er nicht mehr hat. Sein Herz, das nicht mehr so richtig will, seit Jim fort ist. Sein Herz, das ihm am Ende die Entscheidung aus der Hand nimmt.

                                                  A SINGLE MAN tut mir jedes Mal wieder weh, weil mir George so Leid tut und weil ich Jim vermisse, ohne ihn überhaupt zu kennen. Aber er hinterlässt mich immer glücklich (wenn auch auf sehr melancholische Art und Weise…), weil ich sein Ende liebe und ich mir auch gar kein anderes vorstellen könnte.

                                                  Ein, in allen Belangen, wunderbarer Film, der mit Colin Firth, Matthew Goode und Julianne Moore zudem großartig besetzt ist.

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                                                  Jim: Do you ever just live in the moment? It's like now, what could be better than being tucked here with you?... I mean, if I died right now it would be OK.

                                                  George: Well, it wouldn't be OK with me, so why don't you just shut up and go and change the record.

                                                  Jim: Good answer.

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                                                  • 7

                                                    Colin Firth als Single Man.
                                                    Ein nicht mehr ganz so junger - aber auch nicht ganz so alter - Mann steht nach dem tot seines Freundes zwischen Depression und Midlifecris.
                                                    Ein bisschen zwischen den Stühlen hängt auch der Film, in der ersten halben Stunde könnte man glatt noch eine Abhandlung über die Suburbia in den USA der frühen 1960er erwarten – das verläuft dann vollkommen im Sand. Was bleibt ist Colin Firth als sympathischer Exilbritte, bei dem ich am liebsten in den Fernseher springen würde um ihn zu trösten. Gediegen & fein nuanciert ist sein Spiel, große Klasse!
                                                    Unschön aber leider die Regie, welche mit unnötigen Spielereien (Farbfilterattacken) die Laune ein wenig verhagelt. Fast dachte ich einen Kar Wai Wong Film zu sehen, nur halt mit anderen Grundthemen & Orten.

                                                    So sind mir dann auch (trotz der Bilder) hauptsächlich Firth & sein zusammenspiel mit Julianne Moore in Erinnerung. Die Erlaubnis für ein Zweitwerk hat Ford dennoch von mir erhalten :)

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