Vielleicht bin ich nicht Charlie Kaufmans größter Fan. Werde ich in diesem Leben auch nicht mehr. Macht aber nichts, denn Fakt ist: Der Mann nimmt uns durch seine Filmskripte mit in seine ganz eigene Welt, die oft skurril ist, mir manchmal ein Schmunzeln abringt, jedoch immer um einen ernsten, geerdeten Kern kreist und vor allem erfrischend anders ist.
"Adaption" offenbart auf Metaebene, zugegeben, nicht immer subtil und tiefschürfend, dafür aber unheimlich pointiert, ehrlich und daher sympathisch die kleinen und großen, angenehmen und vor allem weniger angenehmen Wahrheiten rund um Inspiration und Künstlerdasein. Zeit für die bittere und doch ebenso mutmachende Erkenntnis, dass der aufrichtige Künstler am Ende das Tages nur sich selbst Muse sein kann, dass er durch Malen nach Zahlen vielleicht erfolgreicher, aber nicht zwangsläufig zufriedener mit sich selbst sein kann, dass andere auch nicht immer das sind, was sie scheinen, und dass erst viel zu viele mühsame Pfade (auf dem Weg zu sich selbst) beschritten werden müssen um letztendlich zu erfahren, wofür es zum Glück doch nie zu spät ist.
"Adaption" überzeugt dabei durch einen nie abhanden kommenden ironischen Subtext, nimmt aber das zum verzweifelnde künstlerische Dilemma der Inspiration in der eigenen Misere dennoch ernst und ist daher ebenso Drama wie Komödie. Und vielleicht sogar ein augenzwinkerndes Tribut an das Schreiben, die Idee, die Inspiration selbst. Eben so, wie nur Kaufman ist.
Jenny von T Wed, 04 Apr 2012 14:35:23 -0000
Kommentar löschenVielleicht bin ich nicht Charlie Kaufmans größter Fan. Werde ich in diesem Leben auch nicht mehr. Macht aber nichts, denn Fakt ist: Der Mann nimmt uns durch seine Filmskripte mit in seine ganz eigene Welt, die oft skurril ist, mir manchmal ein Schmunzeln abringt, jedoch immer um einen ernsten, geerdeten Kern kreist und vor allem erfrischend anders ist.
"Adaption" offenbart auf Metaebene, zugegeben, nicht immer subtil und tiefschürfend, dafür aber unheimlich pointiert, ehrlich und daher sympathisch die kleinen und großen, angenehmen und vor allem weniger angenehmen Wahrheiten rund um Inspiration und Künstlerdasein. Zeit für die bittere und doch ebenso mutmachende Erkenntnis, dass der aufrichtige Künstler am Ende das Tages nur sich selbst Muse sein kann, dass er durch Malen nach Zahlen vielleicht erfolgreicher, aber nicht zwangsläufig zufriedener mit sich selbst sein kann, dass andere auch nicht immer das sind, was sie scheinen, und dass erst viel zu viele mühsame Pfade (auf dem Weg zu sich selbst) beschritten werden müssen um letztendlich zu erfahren, wofür es zum Glück doch nie zu spät ist.
"Adaption" überzeugt dabei durch einen nie abhanden kommenden ironischen Subtext, nimmt aber das zum verzweifelnde künstlerische Dilemma der Inspiration in der eigenen Misere dennoch ernst und ist daher ebenso Drama wie Komödie. Und vielleicht sogar ein augenzwinkerndes Tribut an das Schreiben, die Idee, die Inspiration selbst. Eben so, wie nur Kaufman ist.
bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten