Ajami

Ajami (2009), DE/IL
Laufzeit 124 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 11.03.2010

7.3 Kritiker
7 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.0 Community
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noch nicht bewertet

von Scandar Copti und Yaron Shani, mit Fouad Habash und Nisrine Rihan

Tel Aviv, Jaffa, Ajami. Hier ist das Babel der Gegenwart, das Leben ein permanenter Ausnahmezustand. Seit langem Verfeindete leben hier als Nachbarn auf engstem Raum. Omar, der sich in die junge Hadir verliebt hat, wird in einen blutigen Streit mit einer mächtigen arabischen Familien verwickelt und von ihrer grausamen Rache verfolgt. Ihm bleibt nur die Flucht und dennoch kann er die Stadt und Hadir nicht verlassen. Seine letzte Chance ist, das von einem islamischen Richter festgesetzte – und dennoch unbezahlbare – Schuldgeld aufzutreiben. Auch Omars Freund Malek braucht dringend Geld, denn seine Mutter ist schwer krank. Um die Behandlung bezahlen zu können, arbeitet er illegal in Israel. Das Leben Dandos, ein jüdischer Polizist, nimmt eine tragische Wendung, als sein Bruder spurlos verschwindet. Zutiefst überzeugt, dass er Arabern in die Hände gefallen sein muss, schwört Dando Rache. Während er das Schicksal seines Bruders aufzuklären versucht, bietet sich Malek und Omar ein viel versprechendes Geschäft mit zwielichtigen Drogenhändlern. Doch die Ereignisse geraten außer Kontrolle. Mit erbarmungsloser Konsequenz werden Omar, Malek und Dando in einen hochspannenden Krimi verwickelt, der alles verändern wird.

Der Film präsentiert eine Seite Isreals die nicht oft thematisiert wird, nämlich das Leben von Arabern in Israel. Dies ist jedoch nicht nur ein Film über Araber und Isrealis, es ist eine universelle Geschichte über Konflikt und Erwachsenwerden.

Regisseur Scandar Copti hat mit lokalen Laiendarstellern ein Drama erschaffen, in dem verschiedene Leben sich gegenseitig kreuzen und beeinflussen. Der Film erzählt von einem blutigen Zwischenfall und beleuchtet diesen aus den Perspektiven mehrer Teilnehmer.

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Kritiken (8) — Film: Ajami

B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung

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8.0Ausgezeichnet

«Ajami» schenkt dem Betrachter ebenso wenig wie seinen Protagonisten. Die Gewalt schlägt in schockierender Plötzlichkeit zu, und wer sich aus der Not herauszustrampeln versucht, verheddert sich nur noch mehr. So entwirrt auch das Endkapitel des Films die ausgelegten Fäden – und wirft zugleich neue Fragen auf. «Ajami» ist ein Film, der zu keinem Abschluss kommen will und einen beunruhigt zurücklässt, weil er sich so nahe an der brutalen Realität bewegt.

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TheCorey: MovieMaze

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6.5Ganz gut

Fremder im eigenen Land zu sein, ist eine Erfahrung, die man wohl niemandem wünscht. So wie es den Palästinensern in Israel ergeht, nachdem man ihnen vor 62 Jahren die Juden vor die Nase setzte. Der Nahost-Konflikt ist ein Reizthema der Weltpolitik, unabdingbar verbunden mit dem Holocaust und somit mit der Kneifzange anzufassen. Da stellen Filme wie AJAMI einen Schritt in die richtige Richtung dar, behandelt Scandar Coptis und Yaron Shanis Film doch die problematische Beziehung beider Populationen, auch wenn er keine Lösungsansätze präsentiert.

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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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8.0Ausgezeichnet

Ajami [...] ist eine rauhe Gegend in Jaffa, eine hauptsächlich von Arabern bewohnte Stadt in Israel, etwas südlich von Tel Aviv. Das Konfliktpotential hier [...] mag den meisten amerikanischen Zuschauern fremd vorkommen. Doch trägt es eine gewisse Verwandtschaft zu den Straßenzügen, die uns allen gut bekannt sind, letztlich aus Filmen und aus dem Fernsehen: [...] gefährdete Kinder, liebesblinde Halbstarke und unerreichbare Frauen, ruhmreiche Diebesbanden und skrupellose Polizisten, und über allem mächtige Leute, die auf beiden Seiten des Gesetzes stehen. [..]

Scandar Copti, ein israelischer Araber, und Yaron Shani, ein Jude, schrieben das Drehbuch und führten Regie. Der Film ist gibt eine überaus tiefe Einsicht in die tiefen sozialen Schluchten innerhalb Israles, behandelt sie aber ohne Schelte, Kritik und Sentimentalität. [...]

Einer der Pluspunkte in Ajami, ein sehr grauher und in manchen Facetten sehr schonungsloser Film, ist sein tiefes Eintauchen in den Rhythmus [...] des Alltagslebens in Jaffa und anderswo darüber hinaus. Die zahlenmäßig große Besetzung besteht zum großen Teil aus Laiendarstellern, deren zu Hause Ajami ist. Deren ehrliches, aber auch zurückhaltendes Spiel, kombiniert mit einer sehr mobilen Kameraführung gibt dem Film seine außergewöhnliche Unmittelbarkeit [...], die in manchen Szenen dem Rhythmus einer Dokumentation gleich kommt.

Die Handlung lößt sich etwas zu klar und abrupt auf, was eine kleine Enttäuschung ist, so viel chaotisches und schwieriges Leben in zwei Stunden gepreßt. Man verläßt Ajami ein bißchen erschöpft, doch zumeist dankbar für die Herzlichkeit und das handwerkliche Geschick, welches die Macher dem Film zu Teil werden ließen.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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6.0Ganz gut

Der Episodenfilm »Ajami« wurde von Kameramann Boaz Yehonatan Yaacov perfekt fotografiert.
»Ajami«, das ist ein großer Eintopf, in dem Erzählungen wie auch Erzählweisen mit viel Energie zusammengemischt werden. Die Regisseure spielen mit hohem Einsatz, wenn sie das Leben aller Protagonisten auf schicksalhafte Weise miteinander verknüpften. Sie haben es aber dennoch geschafft, dass Handlung, Figuren und Konstellation nicht konstruiert wirken. Das Charakteristische des Films ist der Verzicht darauf, Schuldige für Vorgänge zu suchen, die sich mit ein wenig Glück auch anders ereignet haben könnten. Hier treffen Menschen unterschiedlicher und durchaus rabiater Weltreligionen unter komplizierten Bedingungen in einer brisanten Weltregion zusammen. Armut und auch die Beschränktheit aller Beteiligten lassen die scheinbar unausweichlichen Konflikte entstehen. Ein wenig klaustrophobisch kommt das rüber.
»Ajami« ist auch ein Film über die prekäre Zeit des Erwachsenwerdens. Die Jugend ist vorbei, ab jetzt dürfen keine Fehler mehr gemacht werden.
»Die Idee war, verschiedene Geschichten zu erzählen, eine nach der anderen«, sagt Regisseur Yaron Shani. Aber dann wurde es eine, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Eine gute Wahl.

Sein Kollege Scandar Copti sagt, dass er sich an diesem Ort nun einmal auskenne. »Solche konfliktbehafteten Orte bieten sich an, wenn man dramatische Geschichten erzählen will.« Es wurde meist mit Laiendarstellern gearbeitet. Und auch das war eine gute Wahl.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

Ajami [wirkt] wie eine filmische Bestandsaufnahme der Realität. Einer Welt, in der Misstrauen, Gewalt und Rache dominieren, in der lieber schnell zurück geschossen wird, als das Gesicht zu verlieren, in der es kaum eine Hoffnung auf eine Lösung gibt. Ein beeindruckend komplexer Debütfilm, dem man einen Erfolg an den Kinokassen nur Wünschen mag.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

Die ständig über allem liegende Gespanntheit, die lauernde Gefahr, die Gegnerschaft zwischen den Clans und den Rassen, die Unüberwindbarkeit der religiösen Gegensätze, die Versöhnungsversuche und ihr teilweises Scheitern, die einer Liebe gesetzten künstlichen Grenzen, die Armut und Geldnot – das alles ist plausibel berichtet und dramaturgisch durch einen gekonnten Schnitt zusammengeführt, so dass diese Schicksale sich treffen und überschneiden. Man wird als Zuschauer in das Geschehen hineingezogen und spürt wieder einmal, dass es noch lange dauern wird, bis endlich Frieden einkehrt. Zu groß ist die Kluft – und auch die Hoffnungslosigkeit. Der Medienboard Berlin Brandenburg bewies eine gute Hand, als er hier mitförderte. Dass es für „Ajami“ bereits viele Preise gab, ist kein Wunder.

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Hans Messias: http://film-dienst.kim-info... Hans Messias: http://film-dienst.kim-info...

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7.0Sehenswert

„Ajami“ hat alles, was einen Thriller auszeichnet: Geheimnisse, Intrigen, Verrat, Hass, Schießereien, Mord und Totschlag. Das Besondere an dem Film ist jedoch, dass er noch viel mehr zu bieten hat und die Genre-Folie für eine komplexe, hochpolitische Geschichte nutzt. [...] Die beiden Regisseure unterlaufen in diesem atemberaubenden Stadtteil-Porträt, das gleichzeitig eine ganze Region spiegelt, alle Genre-Erwartungen. Die Protagonisten sind allenfalls durch ihre Verzweiflung und das gegenseitige Misstrauen geeint, auch wenn der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben allgegenwärtig scheint. In fünf Kapiteln wird aus einem jeweils anderen Blickpunkt erzählt, doch diese Perspektivwechsel erfordern ebenso einen hellwachen Zuschauer wie die verschlungene Erzählstruktur, die Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges zu einer komplexen Einheit verwebt und so die Sinne für die Realität schärft. Dazu dienen auch die zahlreichen Abblenden ins Schwarze, die immer wieder den Erzählfluss brechen und jeden selbstvergessenen Genuss eines rein narrativen Kinos im Keim ersticken.

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Michael Kienzl: critic.de

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Obwohl die Konflikte reichlich dramatisches Potenzial liefern, gehen Shani und Copti mit ihnen ganz anders um, als es etwa Iñárritu zu tun pflegt. Im Gegensatz zu dem mexikanischen Regisseur, der sich teilweise geradezu in den Emotionen seiner Figuren suhlt, bemüht sich Ajami um eine weitaus objektivere und realistischere Inszenierung. Durch den Einsatz von Laiendarstellern, eine stets etwas auf Distanz bleibenden Kamera und den Verzicht auf einen emotionalisierenden Soundtrack wird das Melodramatische durch ein Bemühen um Authentizität in den Hintergrund gedrängt.

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Kommentare (6) — Film: Ajami

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Thomas479

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Bewertung9.0Herausragend

„Ajami“ ist ein Episodenfilm, vergleichbar mit Babel oder 21 Gramm.
Schauplätze sind Tel Aviv, Jaffa, Ajami. Im Mittelpunkt der komplexen und aus vielen Blickwinkeln erzählten Geschichte stehen drei Figuren. Da ist zunächst der 19-jährige Araber Omar. Er gerät unschuldig in eine blutige Auseinandersetzung mit einer anderen Familie und braucht Schutz. Doch Friedensabkommen kosten Geld und das muss irgendwo her kommen. Dann ist da der 16-jährige Araber Malek. Er arbeitet illegal in Tel Aviv, seine Mutter ist schwer krank und er braucht für die Behandlung ebenfalls Geld. Dritte Hautperson ist der Polizist Dando. Dessen Bruder ist spurlos verschwunden. Er glaubt, das die Araber etwas damit zu tun haben. Die Wege dieser Drei kreuzen sich im Laufe des Films. Drumherum sind noch einige weitere wichtige Charaktere, die die Handlung entscheidend beeinflussen.

Der Film beginnt mit einem brutalen Mord auf offener Straße. Danach wird es ruhiger, der Film nimmt sich viel Zeit, um auf die näheren Umstände und die Lebensverhältnisse der Protagonisten einzugehen. Aber etwa der Mitte des Films nimmt die Story richtig Fahrt auf. Das vermeintliche Finale wird sehr früh gezeigt, um dann die verschiedenen Wege dorthin zu erklären. Verschiedene Blickwinkel öffnen einen Kosmos, der die Zuschauer in seinen Bann zieht und gleichzeitig schockiert.
Und der schockierende Schluss, den man schon glaubte zu kennen, stellt die komplexe Handlung noch mal auf den Kopf.

„Ajami“ ist eine Mischung aus Krimi und Drama. Das Beeindruckende daran ist, dass der Film fast ausschließlich mit Laiendarstellern besetzt wurde. Die Darsteller spielen beängstigend gut und sorgen während der gesamten Spielzeit für eine Gänsehautatmosphäre. Trotz mancher Schwäche lässt der Film niemanden kalt und aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und des realen Hintergrundes ist er als ein Highlight des Kinojahres 2010 anzusehen.

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maslobojew

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Erzählweise macht das Verfolgen der Handlung nicht so leicht. Dass das Laiendarsteller sind, konnte ich kaum glauben, aber so soll es wohl sein. Denn gerade die Dialogszenen fand ich unheimlich intensiv und stark gespielt. Insgesamt ist der Streifen für mich nur stilistisch ein bisschen zu monoton.

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annaberlin

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Bewertung6.5Ganz gut

Leider hatte ich mir zu viel erwartet von Ajami. Es gibt sicherlich bessere Filme zum Thema Nahostkonflikt als diesen weitläufigen, langatmigen Episodenfilm. Man hat als Zuschauer durchweg das Gefühl, dass hier nicht genügend am Drehbuch gekürzt worden ist - die Storylines sind kompliziert und zu weit erzählt, sodass es schwierig ist, die Episoden im Kopf zusammenzuführen. In manchen Szenen hätte man gut und gerne 2/3 davon im Schnittraum weglassen können. Was Inarritu kann, kann dieses Regie-Duo leider (noch) nicht. Natürlich ist es interessant, Laiendarsteller diese vielen Geschichten performen zu sehen, das Setting ist einzigartig und die Geschichte birgt viel politische Brisanz - trotzdem springen einem Fehler ins Auge, die die Inszenierung schlecht machen. Hier sollte zu viel auf einmal erzählt werden, sodass sich manche Plot Lines einfach gegenseitig kannibalisieren.

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dbeutner

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ganz sicher nicht optimistisch, aber beeindruckend; aber selbst die leicht fatalistische Erzählweise bringt doch immerhin immer wieder Sympathieträger hervor, Menschen, die in diesen Strudel der Geschichte gerissen werden, ohne selbst grundsätzlich "böse" zu sein. Entsprechend gibt es sogar wenige süße und richtig schöne Momente - auch wenn diese nicht von Dauer sind.

Den Vergleich zu "City of God" finde ich völlig abwegig, der Zusammenhang zu "Babel" drängt sich allerdings auf - im positiven Sinne. Dass die DarstellerInnen (fast?) durchgehend Laien sind, ist dem Werk übrigens nicht anzumerken, aber Filme aus diesen Regionen bieten ja doch immer wieder überraschend authentische SchauspielerInnen. Auch von daher: Überzeugend. Ob die nicht-lineare Erzählweise allerdings hier wirkungsvoll eingesetzt ist und als Stilmittel ihr Potential entfaltet, daran habe ich zumindest Zweifel; sei's drum - dass dies "einen hellwachen Zuschauer" erfordert, hört sich abschreckender an, als es ist, der Erzählweise ist durchaus gut zu folgen und erfordert nicht mehr Aufmerksamkeit, als jeder andere nicht völlig plumpe Film, der etwas(!) Mitdenken erwartet.

Also wieder einmal: Starkes israelisches Kino mit Mut und Inhalt, wenn auch (letztlich wäre das wohl auch vermessen) ohne Lösungsideen. (Ich habe gottseidank nur den Trailer synchronisiert gesehen, das war schon schlimm genug, den Film aber in OmU, sicherlich eine richtige und wichtige Empfehlung.)

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holunder

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Bewertung5.5Geht so

Erwartet keinen zweiten "City of God", als dessen Nachfolger dieser Film schon bezeichnet wurde. Dazu hat er viel zu viele Längen; der actionreiche Trailer weckt falsche Erwartungen. Für Jemand, der mit der Situation in den Palästinensergebieten und Israel nicht sehr gut vertraut ist, dürfte der Plot zu verwirrend sein. Wer ist hier Christ, wer Beduine, wer Araber, wer Israeli, wer Jude? - alles vermengt sich zu einem undurchschaubaren Durcheinander. Dazu kommt, daß sprachliche Unterschiede durch (miserable!) deutsche Synchronisation komplett ausgebügelt sind.
Der einzige Verdienst des Filmes ist, daß er einem klar macht, warum es in dieser Region so schwer ist, Frieden zu schaffen. Er zeigt die ganzen Vorurteile, Hass, Machtgier und Borniertheit der einzelnen Clans und Bevölkerungsgruppen und läßt damit keinen Optimismus aufkommen.
Wer sich dafür interessiert, sollte in die OmU-Fassung gehen. Wer aber hauptsächlich unterhalten werden möchte, dem rate ich generell ab.

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Kris

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Beeindruckend. Regisseur Scandar Copti, der selbst aus Jaffa stammt, hat für diesen Film 300 Laien aus seiner Stadt durch ein Casting-Camp geschickt, um die besten Darsteller zu finden. Danach hat er mit seinem Regie-Kollegen Yaron Shani den Film chronologisch gedreht. Die Darsteller wussten nicht, wie die Handlung weitergehen würde und haben hauptsächlich improvisiert. Bei einer Geschichte, in der es um Mord, Drogen, Vergeltung und natürlich immer wieder Religion und Herkunft geht, ist das schon sehr ungewöhnlich. Die Geschichten stammen außerdem alle aus der Nachbarschaft der Regisseure. Das Ergebnis ist ein packendes, überaus authentisches Drama, das auf Hollywood-Kitsch verzichtet und wohl zu Recht der israelische Oscar-Kandidat geworden ist.

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Kris

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Also ich habe ihn beim Filmfest hier gesehen. So weit ich weiß, ist der deutsche Kinostart für März geplant.


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