John Waynes Regiedebüt über das 1836er 'Battle of the Alamo' zwischen ganz wenigen Texanern und sehr vielen Mexikanern sollte das große sowie nachhaltige Epos werden, mit eindrücklichen Schlachtszenen, unzähligen Statisten und einer pathetischen Überhöhung tapferen Heldentums. Dennoch ist er schlussendlich nicht nur finanziell daran gescheitert (Wayne war nebenbei auch noch Produzent), sondern auch künstlerisch. Was zuvor mit Texttafeln groß angekündigt wird, bleibt schlussendlich eine austauschbare Gut-gegen-Böse-Darstellung. Kein Film von großer politscher oder historischer Tragkraft, sondern unkritischer Patriotismus mit berechenbarer Dramaturgie. Die tonangebenen Figuren um William Travis, Jim Bowie und Davy Crockett sind letztendlich eindimensional: Travis ist der typische Anführer, Bowie der typische Rebell und Crockett gibt den typischen Veteran mit Herz und imaginären Heiligenschein. Dreimal darf man raten, welchen Charakter davon Wayne selbst spielt. Der Rest wie die mexikanische Gegnerschaft bleibt Staffage.
Das Hauptproblem ist allerdings seine enorme Überlänge. Zwar präsentiert sich der Beginn von "Alamo" noch als ganz gefällig, die Narration ähnelt zunehmend jedoch einem ausgetretenen Kaugummi: Es ist die pure Langeweile. Auch will der fortschreitende Genreübergang von der Westernpoesie zum hauptsächlichen Kriegsfilm nicht wirklich überzeugen. Die Inszenierung wirkt sowieso sehr statisch und aneinandergereit, was nicht gerade hilfreich ist, wenn schon der Plot einen im Regen stehen lässt. Positiv sticht hingegen die gute Filmmusik von Dimitri Tiomkin heraus. Bezeichnenderweise bleibt die Titelmelodie mehr im Gedächtnis als der eigentliche Film. Nicht nur deswegen war "Alamo" schlussendlich Waynes einziges selbst gedrehtes Werk. Regie und Schauspielerei sind eben doch zwei unterschiedliche Paar Schuhe.
Patriotische Propaganda von John Wayne. Oftmals ist gut gewollt nicht unbedingt gut gekonnt. Es war nicht umsonst der einzige Film, den der Duke selbst inszenierte.
Alamo - Kritik
US 1960 Laufzeit 192 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Western, Kinostart 26.01.1961
Kommentare (9) — Film: Alamo
Kommentar schreibenfilmschauer 2011/01/18 15:39:34
Kommentar löschenJohn Waynes Regiedebüt über das 1836er 'Battle of the Alamo' zwischen ganz wenigen Texanern und sehr vielen Mexikanern sollte das große sowie nachhaltige Epos werden, mit eindrücklichen Schlachtszenen, unzähligen Statisten und einer pathetischen Überhöhung tapferen Heldentums. Dennoch ist er schlussendlich nicht nur finanziell daran gescheitert (Wayne war nebenbei auch noch Produzent), sondern auch künstlerisch. Was zuvor mit Texttafeln groß angekündigt wird, bleibt schlussendlich eine austauschbare Gut-gegen-Böse-Darstellung. Kein Film von großer politscher oder historischer Tragkraft, sondern unkritischer Patriotismus mit berechenbarer Dramaturgie. Die tonangebenen Figuren um William Travis, Jim Bowie und Davy Crockett sind letztendlich eindimensional: Travis ist der typische Anführer, Bowie der typische Rebell und Crockett gibt den typischen Veteran mit Herz und imaginären Heiligenschein. Dreimal darf man raten, welchen Charakter davon Wayne selbst spielt. Der Rest wie die mexikanische Gegnerschaft bleibt Staffage.
Das Hauptproblem ist allerdings seine enorme Überlänge. Zwar präsentiert sich der Beginn von "Alamo" noch als ganz gefällig, die Narration ähnelt zunehmend jedoch einem ausgetretenen Kaugummi: Es ist die pure Langeweile. Auch will der fortschreitende Genreübergang von der Westernpoesie zum hauptsächlichen Kriegsfilm nicht wirklich überzeugen. Die Inszenierung wirkt sowieso sehr statisch und aneinandergereit, was nicht gerade hilfreich ist, wenn schon der Plot einen im Regen stehen lässt. Positiv sticht hingegen die gute Filmmusik von Dimitri Tiomkin heraus. Bezeichnenderweise bleibt die Titelmelodie mehr im Gedächtnis als der eigentliche Film. Nicht nur deswegen war "Alamo" schlussendlich Waynes einziges selbst gedrehtes Werk. Regie und Schauspielerei sind eben doch zwei unterschiedliche Paar Schuhe.
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Filmkenner77 2010/08/09 16:18:47
Kommentar löschenPatriotische Propaganda von John Wayne. Oftmals ist gut gewollt nicht unbedingt gut gekonnt. Es war nicht umsonst der einzige Film, den der Duke selbst inszenierte.
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willy50 2009/11/03 18:37:45
Kommentar löschenes gibt bessere Filme vom Duke.
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Werderdonna 2009/10/08 16:04:19
Kommentar löschenNach Rio Bravo die Meisterrolle von John Wayne. Ein toller Western, der leider etwas zu langgezogen ist. Als Westernfan ein Muss!
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neumann2000 2008/09/22 18:06:44
Kommentar löschenWird lang und länger. Fällt schwer, hier bis zum Ende dranzubleiben.
Hat mich wirklich nicht beeindruckt.
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mj1978 2008/04/09 20:17:24
Kommentar löschenist ein klassiker... guter cast... dem ein oder anderen gefällt er nicht ist aber 1000x mal besser als die miese neuverfilmung
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dAShEIKO 2008/03/19 17:12:32
Kommentar löschenSelbstverliebtes Heldenepos amerikanischer Machart. Als Unterhaltungsfilm geht das schon noch durch...
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Zuri 2008/01/19 22:40:30
Kommentar löschenDa hat Wayne aber eine hübsche Pleite erschaffen!
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Avalon 2007/08/11 15:47:47
Kommentar löschenHeldenquark! Allein wie Davy Crockett (=John Wayne) am Ende sterben muss, zum Lachen.
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