Alles für meinen Vater
Shabat Shalom Maradona (2008), IL/DE Laufzeit 96 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 22.01.2009
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10 Kommentare
Keine
von Dror Zahavi, mit Shadi Fahr-Al-Din und Rosina Kambus
Der junge Palästinenser Tarek sieht keinen anderen Ausweg, als mit einem Selbstmordattentat mitten auf dem Markt von Tel Aviv die Ehre seines Vaters zu retten. Doch die Selbstzündung misslingt. So gewinnt er zwei Tage Lebenszeit, in denen er die jüdische Kultur und die unterschiedlichsten Menschen kennen lernt. Er rettet die suizidgefährdete Frau des störrischen Elektrohändlers Katz und verliebt sich in die wunderschöne wie wütende Jüdin Keren. Obwohl Tarek und Keren mit ihren eigenen Geschichten beschäftigt sind, bahnt sich die Liebe ihren Weg. In Tel Aviv beginnen zwei Tage voller Hoffnung und der Ahnung eines Neubeginns.
Handlung
Tarek (Shredy Jabarin) ist als Selbstmordattentäter ausgewählt worden. Seine Genossen verkabeln die Bombe an seinem Körper und fahren ihn nach Tel Aviv. Dort soll er sich auf einem belebten Markt in die Luft sprengen. Sollte er nicht selbst den Knopf drücken, wird er über ein Handy ferngezündet.
1. Versuch
Tarek spricht ein stummes Gebet und drückt auf den Knopf – nichts passiert. Tarek findet einen Elektriker, den Juden Katz (Shlomo Vishinski), der den Schalter reparieren will, aber das dauert wegen des Shabbat zwei Tage. In den geschenkten Tag vor seinem Tod lernt Tarek die Bewohner des Viertels kennen, der Feind bekommt ein Gesicht.
Bei Katz repariert er als Gegenleistung dessen Dach und erfährt beim Abendessen von der Familientragödie. Katz und seine Frau stammen aus Rumänien, haben den Holocaust überlebt und ihren einzigen Sohn beim israelischen Militär verloren aufgrund einer unmenschlichen Disziplinierungsmaßnahme.
Annäherung
Die junge Kioskbesitzerin Keren (Hili Yalon ) wird von strenggläubigen Juden aus ihrem Heimatviertel bedroht, denen ihr Lebenswandel ein Dorn im Auge ist. Tarek steht ihr bei und Keren fühlt sich zu dem schweigsamen Tarek hingezogen. Aber Tarek wehrt sich dagegen, er trägt immer noch die Bombe am Leib und kann nur mit Mühe seine Kameraden von der Fernzündung abhalten.
Die Zeit läuft ab
Tarek will unbedingt die Ehre seines Vaters wiederherstellen, der zum Kollaborateur wurde, damit sein Sohn nach der Abschottung der West Banks weiter zum Fußballtraining konnte. Als Tarek zufällig seinem alten Fußballtrainer begegnet, erfährt er die Wahrheit über seinen Vater und bekommt das Angebot, professionell Fußball zu spielen. Tarek ist zerrissen: plötzlich hat er eine Zukunft vor Augen, ist verliebt, aber seine Zeit läuft ab. Er verbringt die letzte Nacht mit Keren am Strand, am Morgen muss die Bombe gezündet werden, der Schalter ist repariert.
Tareks Entscheidung
Siehe weiteren Artikel
Quelle: Presseheft
Weitere informationen im Internet:
Filme über den Palestina-Israel-Konflikt
Der Islamwissenschaftler Prof. Adel Theodor Khoury, Münster zur Motivation der Attentäter aus Palästina
englischsprachiger Artikel zur Tanzim
Mehr Bilder (13) und Videos (2) zu Alles für meinen Vater
Cast & Crew
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Dror Zahavi
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Shadi Fahr-Al-Din
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Rosina Kambus
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Shlomo Vishinsky
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Hili Yalon
Regie
Schauspieler
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Ido Dror
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Jonatan Dror
- Genre
- Sozialdrama
- Ort
- Tel Aviv
- Handlung
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Drehbuch
Filmdetails Alles für meinen Vater
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Kritiken (3) — Film: Alles für meinen Vater
Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenWer die Rücksichtslosigkeit der Drahtzieher solcher Anschläge kennt, den dürfte die gefundene Erklärung nicht gänzlich überzeugen. Ebenso konstruiert wirken die vielen verschiedenen gesellschaftlichen Facetten und Personifikationen, die der Film wie an einer Perlenschnur aufgereiht präsentiert und durchdekliniert – von den Ultra-Orthodoxen über die Holocaust-Opfer bis zu den palästinensischen Begriffen von Ehre und Rache findet sich kaum ein Stereotyp, das nicht zumindest kurz angerissen worden wäre, um ein möglichst vollständiges und ausgewogenes Bild zu zeichnen.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenWie sein Landsmann Eran Riklis, der in seiner melancholisch-poetischen Tragikomödie "Lemon Tree" die Sicherheitsmaßnahmen der israelischen Regierung der Absurdität überführt, oder der Dirigent Daniel Barenboim, der mit seinem West-Eastern Divan Orchestra respektvolle Begegnungen Juden und Araber zuwege bringt, zeigt auch Zahavi Verständnis und Mitgefühl für das Volk der Palästinenser. Damit zählt er zweifellos zu einer kleinen Minderheit der israelischen Bevölkerung. Dass diese deutsch-israelische Koproduktion von der israelischen Filmförderung mitfinanziert wurde, grenzt nahezu schon an ein Wunder. Aber auch das ist es, was diese kleine, so wichtige, ambitionierte Polit-Parabel auszeichnet: ein facettenreicher, differenzierter Blick auf eine durchaus ambivalente Gesellschaft.
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
Kommentar löschenRegisseur Zahavi erzählt eine berührende Geschichte mit atmosphärischen und frischen Bildern, die das alltägliche Leben Tel Avivs in den Mittelpunkt stellen und die Menschen hinter den fast zur Gewohnheit gewordenen grausamen Bildern von...
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Kommentare (7) — Film: Alles für meinen Vater
Kommentar schreibenU-Turn 2012/04/07 19:21:58
Kommentar löschenThema ist interessant, leider fand ich die Umsetzung mäßig. Streckenweise auch langweilig.
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aikifreak 2009/10/27 04:43:17
Kommentar löschenEher zufällig habe ich mir die DVD gekauft und bin recht unbedarft in diesen Film gestolpert. Es stellte sich heraus: Meine beste Anschaffung seit langem!
Um es vorweg zu nehmen, mir sind die "Schwächen" bewußt: die konstruierte Handlung, die clichéhafte Typen verkörpernden Figuren, der mangelnde Fanatismus und Überzeugung des Täters usw. ...
Aber ... und ein großes "Aber": Der Film funktioniert!!!
Die Figuren, allesamt von ihrer eigenen Gesellschaft in die Einsamkeit getriebene Seelen, finden im Gegenüber den Artvewandten und lassen den eigentlichen Menschen hinter der Rolle entdecken. Dabei ist keine Szene zuviel, die Musik nicht zu schnulzig, die Moral nicht aufdringlich und der Rhythmus der Erzählung passt perfekt. Dazu kommen erstklassige Schauspieler die durchschnittlichen und damit natürlich wirkenden Diaologen einen unglaublichen Tiefgang verleihen. Eingebettet ist ein sanfter, leicht schwarzer Humor, der dem Film eine zusätzliche leichtfüßige Note verleiht. Trotzdem bleibt das Ende konsequent. Ausweglose Situationen bleiben ausweglos und man findet sich mit einer Mischung von Rührung und Erschütterung im Fernsehsessel wieder.
Was mir besonders gut gefällt: Der Film hat eine klare Botschaft und eine klare Aussage und verfehlt das Ziel um keinen Millimeter. Selten habe ich solche eine Punktlandung genießen dürfen. So stelle ich mir Kino vor.
Ich habe den Film zweimal hintereinander angesehen. Zuerst mit deutscher Syncro, die sehr gelungen ist, und dann nochmal auf Hebräisch mit deutschen Untertiteln, weil ich unbedingt die Originalstimmen hören wollte. Der Film hat an Wirkung nichts eingebüßt und ich werde ihn mir über die Jahre noch des öfteren ansehen!
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GunSpeed 2009/10/05 16:59:40
Kommentar löschenSchwacher Film mit gelungenem Ende. Die Kulisse, die Atmo und der Soundtrack sind toll. Die Schauspieler sind bis auf den SMA (Selbstmordattentäter)recht überzeugend. Doch insgesamt geht der Regisseur zu leichtfüssig an die doch recht schwere Thematik ran.
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dbeutner 2009/09/27 02:00:56
Kommentar löschenSehr sympathischer Film mit tollen SchauspielerInnen, ohne Frage, und in jedem Fall sehenswert. Leider in seiner Grundkonstellation etwas naiv, und die Story beinhaltet das eine oder andere Verhaltenslogikloch. Das ist wirklich etwas schade, weil sich der Film damit auch angreifbarer macht, als er sein könnte und sollte. Wer aber bereit ist, nicht zu streng zu urteilen, kann hier einen kleinen Schatz entdecken.
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ursusmajor 2009/07/02 14:13:19
Kommentar löschenich wollte mir eigentlich Gran Torino ansehen, aber da lief dieser Film über die Leinwand. Aber es hat sich sehr gelohnt und man hat als Nichtlevantiner Einblick in die verschiedenen Gedankenwelten der Menschen dort bekommen. Der Film berührt und ich kann ihn nur empfehlen.
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alezol 2009/01/28 18:03:49
Kommentar löschenKann dem Kommentar von SmartNana voll zustimmen! Wollte gar nicht in diesen Film gehen und habe mich von einem Freund überreden lassen und war nach dem Film absolut begeistert: Wunderbarer Arthaus-Film, UNBEDINGT ANSCHAUEN. Vorallem wegen der sympathischen Darsteller
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SmartNana 2009/01/24 15:14:42
Kommentar löschenMacht nicht unbedingt Hoffnung, aber das Ende ist konsequent. Und zeigt eben auch, dass auf allen Seiten MENSCHEN sind. Die jungen Schauspieler sind ganz wunderbar. Der Film ist sehr bewegend, natürlich auch ein wenig absurd, bedenkt man, dass der junge Mann zwei Tage lang mit einer Bombenweste rumläuft.. die Gefahr, die ständig von ihm ausgeht, die man aber verdrängt angesichts des guten Wetters, angesichts der Olivenbäume, angesichts seines sympathischen Lächelns...
Unbedingt angucken!
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