Alles über meine Mutter

Todo sobre mi madre, FR, ES 1999

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5.5

Geht so

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Kritiker: 7.3

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Genre
Melodram, Familiendrama, Erwachsenwerden, Drama, Coming Out
Zielgruppen
Queer-Film, Frauenfilm, Pärchenfilm
Inhalt

Ein tragischer Anlaß führt Manuela nach Barcelona, in jene Stadt, die sie vor 18 Jahren wegen einer unglücklichen Liebesgeschichte fluchtartig verlassen hatte. Jetzt will sie dem ehemaligen Geliebten offenbaren, daß sie damals von ihm schwanger war - und ihm zugleich vom Unfalltod seines Sohnes berichten.

Cast
Antonia San Juan, Carlos Lozano, Eloy Azorín, Cecilia Roth, Toni Cantó, Rosa Maria Sardà, Marisa Paredes Mehr
Regisseure
Pedro Almodóvar
Autor
Pedro Almodóvar
Laufzeit
105 Minuten

Über diesen Film

Nach der für ihn typischen gefühlvoll-exzentrischen Art inszenierte der spanische Regisseur einen Film über Einsamkeit und Trauer, aber auch über Vertrauen und Freundschaft und wurde dafür im Jahr 2000 mit einem Oskar für den Besten Fremdspr… Mehr

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Kommentare — Geht so 5.5

Der Film Alles über meine Mutter wurde von 4591 Mitgliedern bewertet.

jlorenz1

Bewertung8.5Herausragend

Ich muss gestehen, dass ich bei "Alles über meine Mutter" Rotz und Wasser geheult habe und trotzdem an zwei Stellen lachen musste. In 0:13:44 müssen dieselben Ärzte aus dem Rollenspiel vor Wochen zuvor nun im Ernst das Einverständnis von Manuela wegen der Organspende ihres Sohnes einholen und zaudern. In 0:51:15 spielt Manuela zu hinreißend tränenreich die Rolle der ausgefallenden Nina und spielt dabei doch ihr eigenes Leben nach.

Etwas nüchterner am Ende des Films angelangt, muss man Pedro Almodóvar über jeden Zweifel erhaben eine einfühlsame Kunst des Geschichtenerzählens zugestehen. Was bei anderen in Skurrilität und Frivolität ausgeartet wäre, gerät bei Pedro Almodóvar zu einem sanften Einstieg in die Welt der Nonnen, Transen, (Schwulen) und Nutten, die mir persönlich eher fremd ist.

Schon allein die Kameraführung in den ersten zwanzig Minuten ist äußerst kunstreich und sehenswert. Die schräge Bodenaufnahme beim Unfalltod oder die Tunnelaufnahme auf der Fahrt von Madrid nach Barcelona.

Bei allem Respekt gegenüber dem Film, so hatte ich eine Eintrübung bei der Szene als bei der Beerdigung Schwester María Rosa Sanzs Manuela unerwartet Lola auf den Treppen trifft und achtzehn Jahre wie fünf Minuten wirken und keinerlei Vorwürfe, Hassgefühle gegenüber Lola zu ergründen sind. Echauffiert sich nicht Manuela über Lola in (0:41:43) "Lola? .... Lola!!! ....Dieses miese Dreckstück Lola!!!¶ζЖЮڲ۞۩♀╓♣", als die Nonne ihr offenbart, wer der Vater ihres Kindes ist. Sagt Manuela nicht später (0:44:27) "Lola hat die übelsten Seiten des Mannes und die übelsten Seiten der Frau"????? ...In Anbetracht des Ganzen: Ist die Treppenszene wirklich die wahre Liebe? Sehe ich, dass zu sehr als Mann? Ich weiß es einfach nicht ...

Die Männer kommen in diesem Film nicht gut weg. Entweder sie sind wie die beiden Ärzte uninteressante Tolpatsche oder Mario, der selbst im Moment der größten Katastrophe seine Befriedigung im Kopf hat oder der Apotheker, der im Irrglauben lebt, dass Transe- und Schwulsein ansteckend wirkt oder der senile Alte, der den Frauen nur Arbeit macht. Es ist nur geliebte Sohn und nur ganz am Anfang im Bühnenstück der ältere Mann und Doktor, die gut wegkommen. Letzterer steht - ganz Gentleman - der alternden Diva zur Seite, in dem er ihr eine Zwangsbehandlung mit den Worten erspart (0:09:32): "Lassen Sie sie ... Kommen Sie. Stehen Sie auf ...Sie können sich auf meinem Arm stützen...Mein Fräulein Dubois" . "Ich danke Ihnen. Wer Sie auch sind, immer schon habe ich mich auf die Güte Fremder verlassen." Auf der Parkauffahrt (0:37:39 wiederholt Huma Rojo gegenüber Manuela diesen Satz, als sie sich bei der Suche der heroinabhängigen Nina anbietet.

Aber nicht alle Frauen kommen im Film gut hinweg - da ist z.B. die heroinsüchtige Nina. aber sie ist ja auch eine falsche Lesbe, die zum Schluss ihr wahres Gesicht zeigt ...

Fast hätte ich es vergessen, die Dialoge sind bemerkenswert. Einige Stellen besitzen direkt Druckreife. Die Dramaturgie ist ausgezeichnet, auch wenn gegen Ende die Spannung etwas gehetzt und schlapp zum Happy End daniederliegt.

Die schauspielerische Leistung aller ist sehenswert (na ja vielleicht bis auf Lola - mit der Figur habe ich meine Probleme anscheinend) Im großen Ganzen ist der Film sehenswert, auch wenn er anders als in ´Volver´ das Leben mehr von der Schattenseite betrachtet.

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willy50

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wie sagte schon Hamlet: Alles über MEINE Mutter.

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Burning Brain

Bewertung5.0Geht so

Ich war nie ein großer Almodovar Fan. Ich habe ende der achtziger `Matador´ und `La ley del deseo´ schwer ertragen und `Mujeres al borde de un ataque de nervios´ fand ich nur mittelmäßig. Also habe ich das Werk des guten Pedro für die nächsten 15 Jahre ignoriert.
Auf drängen meiner habe ich mir ´Volver´ angesehen und war hellauf begeistert. Auch seine letzter Streifen, `Los abrazos rotos´ fand ich interessant und sehenswert.
Darauf hin entschloss ich mich für eine persönliche Almodovar Retrospektive. Ich hätte ja was versäumen können. Angefangen habe ich mit seinem angeblichen Meisterwerk, der mir Ruhm und Preise beschüttete `Todo sobre mi madre´.
Der Film weckte wieder meine alte Almodovar Aversion. Es handelt sich um eine an den haaren herbeigezogenen Story würdig einer Soap Opera indem ihre Hauptdarstellerin Cecilia Roth reihenweise von ihren Schauspielerkolleginnen, inklusive einer jungen und unerfahrenen Penelope Cruz, an die Wand gespielt wird.
Die plumpe Botschaft, dass in jeder Frau zugleich eine Mutter / Nonne / Schauspielerin / Heilige / Sünderin bzw. in jedem Mann eine Frau steckt ist mehr als offensichtlich.
Antonia San Juan ist der einzige Lichtblick in ihrer Rolle als `La Agrado´ und bei ihrem kurzen Monolog umwerfend.

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