Alles über meine Mutter
Todo sobre mi madre, FR, ES 1999
- Genre
- Melodram, Familiendrama, Erwachsenwerden, Drama, Coming Out
- Zielgruppen
- Queer-Film, Frauenfilm, Pärchenfilm
- Inhalt
Ein tragischer Anlaß führt Manuela nach Barcelona, in jene Stadt, die sie vor 18 Jahren wegen einer unglücklichen Liebesgeschichte fluchtartig verlassen hatte. Jetzt will sie dem ehemaligen Geliebten offenbaren, daß sie damals von ihm schwanger war - und ihm zugleich vom Unfalltod seines Sohnes berichten.
- Cast
- Antonia San Juan, Carlos Lozano, Eloy Azorín, Cecilia Roth, Toni Cantó, Rosa Maria Sardà, Marisa Paredes — Mehr
- Regisseure
- Pedro Almodóvar
- Autor
- Pedro Almodóvar
- Laufzeit
- 105 Minuten
- Zeit
- Gegenwart
- Ort
- Barcelona, Madrid
- Handlung
- AIDS, Alleinerziehende Mutter, Autounfall, Diva, Drag Queen, Drogenmissbrauch, Frauen, Freundschaft, HIV-positiv, Homosexualität, Homosexueller, Homosexueller Kuss, Krankenschwester, Lesbe, Mord an Mutter, Mutter, Mutter-Sohn-Beziehung, Mutterliebe, Mutterrolle, Muttersöhnchen, Nonne, Nächstenliebe, Ordensschwester, Polygamie, Promiskuität, Prostituierte, Schauspieler, Schwangerschaft, Schwulenszene, Schwuler, Souffleuse, Tablettensüchtig, Theater, Transplantation, Transsexualität, Transvestitismus, Travestie, Verlust des Sohnes, Weibliche sexuelle Identität
- Stimmung
- Berührend, Eigenwillig, Geistreich
Über diesen Film
Nach der für ihn typischen gefühlvoll-exzentrischen Art inszenierte der spanische Regisseur einen Film über Einsamkeit und Trauer, aber auch über Vertrauen und Freundschaft und wurde dafür im Jahr 2000 mit einem Oskar für den Besten Fremdspr… — Mehr
Nach der für ihn typischen gefühlvoll-exzentrischen Art inszenierte der spanische Regisseur einen Film über Einsamkeit und Trauer, aber auch über Vertrauen und Freundschaft und wurde dafür im Jahr 2000 mit einem Oskar für den Besten Fremdsprachigen Film ausgezeichnet.
Handlung
Nachdem ihr 17-jähriger Sohn Esteban (Eloy Azorín) bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, macht sich die Krankenschwester Manuela (Cecilia Roth) auf die Suche nach seinem Vater.
Der film- und theaterbegeisterte Esteban hatte Schriftsteller werden wollen und noch kurz vor seinem Tod Notizen zu einem Drehbuch Todo Sobre Mi Madre geschrieben, in dem er bedauerte, dass er seinen Vater (Toni Cantò) nie kennengelernt hatte.
Estebans Vater hatte sich bereits vor der Trennung von Manuela in eine Frau verwandelt, nennt sich inzwischen “Lola”, und weiss nichts von der Existenz seines Sohnes. Auf der Suche nach dem Vater ihres Sohnes macht sich Manuela auf den Weg von Madrid nach Barcelona, wo sie zunächst auf ihren alten Freund Agrado (Antonia San Juan) trifft. Auch dieser fühlt sich als Frau im falschen Körper und verdient seinen Lebensunterhalt auf dem Transvestitenstrich Barcelonas.
Gemeinsam machen sich die beiden auf, um Lola zu suchen. Dabei begegnen sie nicht nur der exzentrischen Schauspielerin Huma (Marisa Paredes) mit ihrer jüngeren, drogensüchtigen Geliebten Nina (Candela Peña), sondern auch der katholischen Schwester Rosa (Penélope Cruz), die sich aufopfernd um die Prostituierten kümmert. Rosa ist schwanger und HIV-positiv, was jedoch niemand wissen darf. Manuela nimmt sich ihrer an und bald wird klar, dass Lola auch der Vater von Rosas ungeborenem Kind ist und sie mit dem Virus infiziert hat.
Nebenbei kümmert sich Manuela auch um Huma, bei der sie eine Stelle als Assistentin antritt, weil diese sich den nervlichen Belastungen in der Beziehung mit Nina nicht mehr gewachsen fühlt. Huma hatte beim Tod Estebans eine tragische Rolle gespielt: Nach dem Besuch einer Aufführung von Tennessee Williams’ Bühnenstück Endstation Sehnsucht, in dem Huma die Hauptrolle gespielt hatte, war Esteban auf der Jagd nach einem Autogramm Huma in ihrem Auto hinterher gerannt und dabei tödlich von einem anderen Wagen erfasst worden.
Bei ihrer Konfrontation mit der Vergangenheit, aus der sie 18 Jahre zuvor geflohen war, stellt sich Manuela immer wieder dem Schmerz und schöpft daraus eine ungeahnte Kraft. Während die unbefangene Solidarität unter den Frauen kaum Grenzen kennt, rückt die Suche nach Lola, dem Bindeglied der Charaktere untereinander, immer mehr in den Hintergrund.
Weiterführende Informationen
- Almodóvar und die Frauen unter besonderer Berücksichtigung von Todo Sobre Mi Madre
Weitere Informationen im Internet
- Alles über meine Mutter auf moviepilot.de
- Blühende Ersatzfamilien, Filmbesprechung von Cornelia Fleer im Freitag vom 19.09.1999
Quellen
- Filmrezension von Dieter Wunderlich
- Alles Über Meine Mutter in der Wikipedia (dt.)
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kommentare — Geht so 5.5
Der Film Alles über meine Mutter wurde von 4591 Mitgliedern bewertet.
jlorenz1 2010/01/03 19:11:15
willy50 2009/11/03 18:49:54
Wie sagte schon Hamlet: Alles über MEINE Mutter.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Burning Brain 2009/08/22 15:03:57
Ich war nie ein großer Almodovar Fan. Ich habe ende der achtziger `Matador´ und `La ley del deseo´ schwer ertragen und `Mujeres al borde de un ataque de nervios´ fand ich nur mittelmäßig. Also habe ich das Werk des guten Pedro für die nächsten 15 Jahre ignoriert.
Auf drängen meiner habe ich mir ´Volver´ angesehen und war hellauf begeistert. Auch seine letzter Streifen, `Los abrazos rotos´ fand ich interessant und sehenswert.
Darauf hin entschloss ich mich für eine persönliche Almodovar Retrospektive. Ich hätte ja was versäumen können. Angefangen habe ich mit seinem angeblichen Meisterwerk, der mir Ruhm und Preise beschüttete `Todo sobre mi madre´.
Der Film weckte wieder meine alte Almodovar Aversion. Es handelt sich um eine an den haaren herbeigezogenen Story würdig einer Soap Opera indem ihre Hauptdarstellerin Cecilia Roth reihenweise von ihren Schauspielerkolleginnen, inklusive einer jungen und unerfahrenen Penelope Cruz, an die Wand gespielt wird.
Die plumpe Botschaft, dass in jeder Frau zugleich eine Mutter / Nonne / Schauspielerin / Heilige / Sünderin bzw. in jedem Mann eine Frau steckt ist mehr als offensichtlich.
Antonia San Juan ist der einzige Lichtblick in ihrer Rolle als `La Agrado´ und bei ihrem kurzen Monolog umwerfend.
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Ansehen: Alles über meine Mutter
Photos: Alles über meine Mutter
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Hassfilm von:
News zu diesem Film Alles über meine Mutter
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Eine “Chica Almodóvar” zu sein, ist eine Ehre. Carmen Maura, Victoria Abril und Cecilia Roth haben es geschafft. Mindestens seit Volver gehört auch Penelopé Cruz dazu und in Zerrissene Umarmungen sind Regisseur und Schauspielerin wieder ein großes Paar.
Der Film Alles über meine Mutter gehört zum Genre Melodram , Familiendrama. Regie führte Pedro Almodóvar.
La Mala educación - Schlechte Erziehung

Ich muss gestehen, dass ich bei "Alles über meine Mutter" Rotz und Wasser geheult habe und trotzdem an zwei Stellen lachen musste. In 0:13:44 müssen dieselben Ärzte aus dem Rollenspiel vor Wochen zuvor nun im Ernst das Einverständnis von Manuela wegen der Organspende ihres Sohnes einholen und zaudern. In 0:51:15 spielt Manuela zu hinreißend tränenreich die Rolle der ausgefallenden Nina und spielt dabei doch ihr eigenes Leben nach.
Etwas nüchterner am Ende des Films angelangt, muss man Pedro Almodóvar über jeden Zweifel erhaben eine einfühlsame Kunst des Geschichtenerzählens zugestehen. Was bei anderen in Skurrilität und Frivolität ausgeartet wäre, gerät bei Pedro Almodóvar zu einem sanften Einstieg in die Welt der Nonnen, Transen, (Schwulen) und Nutten, die mir persönlich eher fremd ist.
Schon allein die Kameraführung in den ersten zwanzig Minuten ist äußerst kunstreich und sehenswert. Die schräge Bodenaufnahme beim Unfalltod oder die Tunnelaufnahme auf der Fahrt von Madrid nach Barcelona.
Bei allem Respekt gegenüber dem Film, so hatte ich eine Eintrübung bei der Szene als bei der Beerdigung Schwester María Rosa Sanzs Manuela unerwartet Lola auf den Treppen trifft und achtzehn Jahre wie fünf Minuten wirken und keinerlei Vorwürfe, Hassgefühle gegenüber Lola zu ergründen sind. Echauffiert sich nicht Manuela über Lola in (0:41:43) "Lola? .... Lola!!! ....Dieses miese Dreckstück Lola!!!¶ζЖЮڲ۞۩♀╓♣", als die Nonne ihr offenbart, wer der Vater ihres Kindes ist. Sagt Manuela nicht später (0:44:27) "Lola hat die übelsten Seiten des Mannes und die übelsten Seiten der Frau"????? ...In Anbetracht des Ganzen: Ist die Treppenszene wirklich die wahre Liebe? Sehe ich, dass zu sehr als Mann? Ich weiß es einfach nicht ...
Die Männer kommen in diesem Film nicht gut weg. Entweder sie sind wie die beiden Ärzte uninteressante Tolpatsche oder Mario, der selbst im Moment der größten Katastrophe seine Befriedigung im Kopf hat oder der Apotheker, der im Irrglauben lebt, dass Transe- und Schwulsein ansteckend wirkt oder der senile Alte, der den Frauen nur Arbeit macht. Es ist nur geliebte Sohn und nur ganz am Anfang im Bühnenstück der ältere Mann und Doktor, die gut wegkommen. Letzterer steht - ganz Gentleman - der alternden Diva zur Seite, in dem er ihr eine Zwangsbehandlung mit den Worten erspart (0:09:32): "Lassen Sie sie ... Kommen Sie. Stehen Sie auf ...Sie können sich auf meinem Arm stützen...Mein Fräulein Dubois" . "Ich danke Ihnen. Wer Sie auch sind, immer schon habe ich mich auf die Güte Fremder verlassen." Auf der Parkauffahrt (0:37:39 wiederholt Huma Rojo gegenüber Manuela diesen Satz, als sie sich bei der Suche der heroinabhängigen Nina anbietet.
Aber nicht alle Frauen kommen im Film gut hinweg - da ist z.B. die heroinsüchtige Nina. aber sie ist ja auch eine falsche Lesbe, die zum Schluss ihr wahres Gesicht zeigt ...
Fast hätte ich es vergessen, die Dialoge sind bemerkenswert. Einige Stellen besitzen direkt Druckreife. Die Dramaturgie ist ausgezeichnet, auch wenn gegen Ende die Spannung etwas gehetzt und schlapp zum Happy End daniederliegt.
Die schauspielerische Leistung aller ist sehenswert (na ja vielleicht bis auf Lola - mit der Figur habe ich meine Probleme anscheinend) Im großen Ganzen ist der Film sehenswert, auch wenn er anders als in ´Volver´ das Leben mehr von der Schattenseite betrachtet.
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