American History X - Kritik

American History X

US · 1998 · Laufzeit 118 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
  • 7 .5

    American History X muss man mal gesehen haben. Eig ist der Film schon fast Kult. Edwart Norton ist wie viele schreiben echt einer der unterschätzten Schauspieler was ich sehr schade finde denn der Mann hast echt drauf was er hier in dem Film bereits beweist.

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    • 7 .5

      Tony Kayes American History X schildert die ideologische Wandlung des Neonazi-Skinheads Derek Vinyard (Edward Norton) und den verzweifelten Versuch, seinen kleinen Bruder Daniel (Edward Furlong) davor zu bewahren, die selben Fehler wie er zu begehen. Dieser Kommentar kann durchaus Spoiler enthalten.

      American History X ist ein Paradebeispiel, wenn es um das Zusammenspiel von mangelnder Intelligenz, Gewalt und Rassimus geht. Mir persönlich war vor dem Ansehen des Films nur die Szene bekannt, in der Derek einen der Einbrecher mittels eines ,,Bordsteinkicks" tötet. Das war aber auch schon alles, was ich wusste.
      Dereks Geschichte lässt keinen Zweifel daran, wieso er Neonazi-Skinhead geworden ist. Die neonazistische Ideologie hilft ihm, seinen Hass auf den Mörder seines Vaters zu entladen. Dass der Mörder dessen ein Afroamerikaner war, scheint ihn nur noch zu bestätigen. Die Skinhead-Attitude erlaubt es Derek und seinen Freunden, neben der gewaltverherrlichenden Ideologie eben diese Gewalt auch auszuüben.
      Dereks Freunde, in keinster Weise ideolgisch gefestigt, minderintelligent und aus sozial schwachen Verhältnissen sind, so zeigt es Kaye auch wunderbar, die Fußsoldaten von Menschen wie Cameron Alexander (Stacy Keach), welcher als ideolgischer Kopf der Gruppierung rassistische Übergriffe auf Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit koordiniert und in Auftrag gibt. All dies ist durchaus realistisch und häufiger verbreitet, als man zu glauben mag.
      Das Zusammenspiel aus Ideologie und Gewalt ist hier besonders zu beachten. Cameron, welcher sich nicht als Skinhead gibt, wird auch physisch nicht gewalttätigt. Seine jungen Anhänger in Bomberjacke und Doc Martens jedoch schon. Dies sind zwei interessante Faktoren, über die man stundenlang debattieren könnte.

      Rein filmisch gefällt mir der Film ebenfalls. Die Zeitsprünge, gekennzeichnet durch schwarz-weiße Szenen, sind für den Zuschauer gut nachvollziehbar. Eben durch die farblichen Umstrukturierung weiß American Horror Story X den Zuschauer durchaus zu berühren, wenn nicht sogar etwas zu verunsichern. Ich muss sagen, dass ich die Szenen im Gefängnis, in schwarz-weiß gehalten, um ein deutliches Maß schlimmer fand als wenn diese Szenen in normaler Farbe gezeigt wären worden. Dieses Farbspiel lässt nicht nur die Zeitsprünge wunderbar kennzeichnen, sondern auch die ideologische Denkweise Dereks. Aus seinem vorigen Schwarz-Weiß-Denken tritt er nach der Haftentlassung aus. Es gibt so viele stilistische Mittel in diesem Film, über die man ebenfalls stundenlang debattieren könnte.

      • 9 .5

        +++ Dieser Beitrag ist ein Kommentar zur User-Wichtelaktion 2015+++

        Hey Leute, heute bin ich vielleicht ein wenig früh dran, aber ich möchte mich für dieses Jahr erstmal in den wohlverdienten Urlaub verabschieden. Ich wünsche euch allen einen schönen 4. Advent, ein frohes Weihnachtsfest und womöglich noch ein guten Rutsch ins neue Jahr :) (Wobei ich glaube, dass ich bis dahin nochmal was von mir hören lassen werde ;-) ). Ansonsten könnt ihr mich jederzeit anschreiben, ich schaue regelmäßig in mein Postfach und werde antworten. ;-). Nur werde ich erstmal von weiteren öffentliche Beiträgen absehen.

        Deshalb möchte ich gleich jetzt den Wunschkommentar für unseren Freund DaBushman schreiben. Er wünschte sich einen Kommentar zu American History X. Mir fällt eigentlich auch kein Film ein, der meinem politischen Anspruch eher künstlerischen Ausdruck verleiht, als eben dieser. Das Thema spreche ich in vielen Bereichen immer wieder an, dass es mich selbst schon nervt. Ja wirklich. Ich leiere die selben Themen immer wieder herunter, dass es mir selbst schon peinlich ist. Hoffentlich kann ich heute damit abschließen, dass ich mich den schönen Dingen des Lebens zuwenden kann :)

        American History X ist gerade in dieser Hinsicht der beste Film seines Genres. Kein Sozialdrama skizziert treffender die Problematik aus Rassismus und Gewalt. Handwerklich und schauspielerisch hätte der Film nicht besser inszeniert werden können. Edward Norton als Neonaziglatze Derek Vinyard ist eine der gespenstischsten und authentistischen Verkörperungen eines Psychopathen, die ich je erlebt habe. Der Film bewegt sich auch hier auf dem Niveau der Superlative.

        Es folgt ein einziger Spoiler. (Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass es Menschen gibt, die den Film noch nicht gesehen haben, bzw. sich nicht vorstellen können, worauf der Film hinausläuft.).

        Worum geht es? Es geht um Danny Vinyard, welcher einen verherrlichenden Aufsatz über Hitlers "Mein Kampf" geschrieben hat. Sein Schulleiter Dr. Sweeney nötigt ihm eine Hausaufgabe ab, in der er einen Aufsatz über seinen großen Bruder Derek schreibt, der gerade seine Haftstrafe beendet, die er wegen eines extrem butralen und grausamen Doppelmordes aus rassistischen Motiven antreten musste. Derek Vinyard ist durch seine schreckliche Tat zu einer lokalen Ikone innerhalb der Neonaziszene avanciert und sein jüngerer Bruder ist drauf und dran, ihm nachzueifern. (Es gibt nicht viele Filme, die die kranke Methode des Bordsteinbeißens thematisieren. Nichts für schwache Nerven!)

        Nun verläuft der Film in 2 parallel erzählten Handlungssträngen weiter. Einmal wird über die Gegenwart nach der Entlassung Dereks erzählt und aus der Zeit vor der Entlassung Dereks (in schwarzweiß).

        Der Film gewährt uns Ottonormalbürgern einen tiefen Einblick in die Subkultur und die Szene der Neonazis, aber auch in die kranke und menschenverachtende Ideologie, die hinter diesem Wahnsinn steht. Wir erleben mehrere Szenen, in der Derek wie ein Besessener seine Hasstiraden hält und alle Schuld für die Missstände in den USA der schwarzen Bevölkerung in die Schuhe schiebt. Als gäbe es eine genetische Veranlagung für besonders kriminelles Verhalten. Soziale Umstände, wie etwa die Prägung durch das Milieu zieht er gar nicht in Betracht. Und Kriminalität bei seiner eigenen Ethnie scheint er gar nicht zu kennen. Dass sein unförmiger Freund Seth ein Versager und Psychopath ist, ignoriert er zum Beispiel völlig.

        Seiner eigenen Ideologie folgend, sieht er sich genötigt gegen Schwarze und Einwanderer innerhalb seines Viertels rigoros vorzugehen. Angefangen dabei, sie vom örtlichen Sportplatz zu vertreiben, bis zu einem organisiertern Überfall auf eine Einkaufsmall und ihre Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Aber auch einen Exkurs in seine antisemitische/antibolschewistische Ideologie, als sich seine verwitwete Mutter mit einem linksintellektuellen Juden trifft, bleibt dem Zuschauer leider nicht erspart. Für Übergriffe auf seine eigene Familie ist er sich nicht mal mehr zu schade. American History X ist da absolut schonungslos. Absolut schonungslos. Er arbeitet sozusagen alle verschwurbelten Themengebiete aus dem Repertoir der Nationalsozialisten ab.

        Dereks gesamter Hass führt ihn in eine unausweichliche Falle, die er sich selbst stellt. Er muss sich für seine Verbrechen verantworten.

        Im Gefängnis gehört er zu der abgefuckten Minderheit. Also schließt er sich den weißen Rassisten an. Und statt zu hinterfragen, was die Dumpfbacken alle ins Kitchen geführt hat, hält er wieder seine pseudo-idealistischen Moralpredigten und legt sich damit auch mit den Nazis an. Denn diese lassen sich ihre Unzulänglichkeiten, wie etwa Drogenabhängigkeit ungern vorhalten. Würden Sie sich das eingestehen, wären sie eben auch nur Menschen. Nicht die Nazis! Naja. Eine Vergewaltigung durch seine Kameraden später, findet er seine Gefolgschaft nicht mehr so toll. Die Weißen können damit schonmal nicht mehr genetisch oder moralisch überlegen sein, wie er immer glaubte.

        Im Umkehrschluss freundet er sich mit einem Schwarzen an, dem die Hautfarbe völlig gleich ist. Derek muss erkennen, dass es natürlich auch Kriminelle bei den Schwarzen gibt. Aber alles in allem sind es eben auch nur Menschen, mit den selben Eigenschaften. Mit dem Unterschied, dass die Schwarzen in den USA gegenüber den Weißen benachteiligt werden. Sein Kollege in der Wäscherei hat ein völlig überzogenes Strafmaß dafür erfahren, dass er nach einem Einbruch einem Polizisten einen gestohlenen Fernseher ausversehen auf den Fuß hat fallen lassen. Ihm wurde Vorsatz unterstellt. Warum wohl? Wer unterdrückt also wen? Und bringt Rassismus einen weiter? Statt Unterschiede zu suchen, ist es nicht viel beruhigender Gemeinsamkeiten zu finden? "Das Leben ist zu kurz, um immer nur wütend zu sein." ... Einer der schönsten und wichtigstens Aphorismen der Filmgeschichte, wie ich finde.

        Entlassen aus dem Gefängnis, versucht Derek sein Leben neu zu organisieren und sich in die gesellschaft zu reintegrieren. Zu aller erst versucht er seinen jüngeren Bruder Danny aus der Szene herauszuholen. Er bricht mit seiner hasserfüllten Ex-Freundin, die sich nicht im geringsten gebessert hat und mit seinem ehemaligen Mentor Cameron. Ein furchtbarer Hetzer, dem die Schicksale seiner Anhänger und viel mehr noch die Schicksale seiner Opfer völlig gleich sind. Hauptsache er ist der Anführer einer Bewegung, die ihm huldigt. Durch diesen Bruch zieht sich Derek den Hass seiner ehemaligen Kameraden auf sich. Nun teilt er sich seinem jüngeren Bruder mit und was ihn dazu veranlasst hat, mit der Neonazi-Szene zu brechen.

        Eine der schönsten Szenen des Filmes, ist die Stelle, als Derek und sein kleiner Bruder ihre Wohnung von der widerwärtigen Nazi-Deko befreien und Danny seinen Aufsatz zu Ende schreibt. Sein Aufsatz schließt mit den wunderbaren Worten:

        "Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreißen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn – und das ist sicher – die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren.". Diese Worte waren Teil der Amtsantrittsrede von Abraham Lincoln.

        Der Film mündet leider in eine Tragödie, denn alles in allem hat Derek Geister beschworen, die er einfach nicht mehr los wird. Wir ernten, was wir säen. Es gibt tatsächlich so etwas, wie Karma.

        Wehret den Anfängen. Gewalt ist das Symptom, Rassismus lautet die Ursache. Es beginnt bei "harmlosen" und scheinbar "kritischen" Diskussionen über Politik und mündet in eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt. Bei American History X begann das Elend bei einem morgentlichen Gespräch der Familie über "Native Son" von Richard Wright. Es endete in mehreren grausamen und sinnlosen Morden. Vor allem erkennt man an American History X den Unterschied, zwischen verhältnismäßiger Selbstverteidigung und rassistisch motivierter Gewalteskalation. Die Anwendung von Gewalt im Sinne der Selbstverteidigung kann ich tolerieren, soweit situationsabhängig zweckmäßig und angemessen. Eskalation dagegen wird niemals zum Frieden führen, sondern den Boden für nur noch mehr Hass bieten.

        Toleranz und Menschlichkeit sind lohnenswerte Ziele, die uns alle angehen. Darum müssen wir alle immer wieder daran arbeiten, diesen Dickicht aus Vorurteilen zu durchdringen. Und da möchte ich mich auch nicht ausschließen. Ich habe auch schon Fehler gemacht. Mich holen meine Dämonen auch regelmäßig wieder ein. Und auch diese hatten ihre Ursachen. Darum, kritisiert mich ruhig. Ich weiß, dass ich kein Held bin. Lobt mich bitte auch nicht. Nur an Feedback kann man wachsen. Ich bin noch lange nicht angekommen.

        Diskriminierung kennt viele Formen, denen wir uns oft gar nicht sofort bewusst sind. Die Folgen holen uns ein, wenn es zu spät ist. Lasst uns den Menschen vergeben, die Fehler machen. Die Feiertage stehen bevor und sollen uns genau daran erinnern. Lasst uns irgendwann diesen Wahnsinn beenden und uns alle daran arbeiten, bessere Menschen zu werden! "Das Leben ist zu kurz, um immer nur wütend zu sein.". Nennt mich dafür ruhig naiv ^^.

        Ich wünsche euch allen, einschließlich den Menschen, mit denen ich regelmäßig anecke, ein frohes Fest und einen guten Rutsch :)

        Verbringt eine schöne Zeit mit euren Lieben und kommt gesund ins neue Jahr!

        Ich bedanke mich bei dir, lieber Leser, wenn du es tatsächlich bis hier her geschafft hast. Respekt! :D

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        • 8 .5

          Zu aller erst: Edward Norton ist vielleicht der am meisten unterschätzte Schauspieler seiner Generation. Was er hier abliefert ist wirklich besonders und atemberaubend. Hut ab.
          Der Film an sich kann, lebt natürlich viel von Norton, besticht allerdings auch durch eigene Größe. Soundtrack, sowie die allgemeine Inszenierung brillieren.

          • 8

            "American History X" ist zweifellos ein Film, der von jedem gesehen werden sollte. Edward Norton liefert hier neben der in "Birdman" seine bisher beste Leistung in meinen Augen ab. Die Story ist zwar nicht wirklich neu, könnte aber aktueller nicht sein, ist durch die parallele Erzählweise zweier Zeitebenen in keiner Minute langweilig und zum Glück nicht zu sehr in die Länge gezogen. Vor allem ist "American History X" in einigen Momenten erschreckend hart, ohne dass der Film die Gewalt zu explizit visualisiert. Hier reichen schon Andeutungen, um den Zuschauer zu schocken, was bei dieser Thematik auch mit angemessener Härte umgesetzt werden muss. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass der Film größtenteils auf Hochglanzoptik verzichtet, sondern auch durch den Einsatz von Wackelkamera sehr "einfach" und realistisch wirkt. Auch das Ende ist noch einmal ein Schlag in die Magengrube, auch wenn es vielleicht etwas vorhersehbar ist. Ganz ohne Pathos und den "moralischen Zeigefinger" kommt auch "American History X" leider nicht aus und die Story wurde an der ein oder anderen Stelle schon etwas zurechtgebogen, sodass das ein oder andere Klischee sich auch in diesen Film eingeschlichen hat. Nichtsdestotrotz verfehlt "American History X" damit nicht seine Wirkung, vor allem weil Edward Norton seine Rolle eben so glaubhaft verkörpert.
            Fazit: Absolut starker Film, den man durchaus gesehen haben sollte, auch wenn er für mich persönlich jetzt nicht zu den besten Filmen aller Zeiten gehört.

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            • 9

              Ein wichtiges Plädoyer gegen Fremdenhass. Dieser Film sollte zum Pflichtprogramm in Schulen gehören, denn die verquere Ideologie von Rassisten wird kritisch durchleuchtet und auseinandergenommen. Die katastrophalen Wirkungen einer rassistischen Grundeinstellung werden schonungslos aufgezeigt und auch Ursachenforschung wird betrieben. Wir konnte der Protagonist nur trotz seiner Intelligenz zu einem solchen Monster mutieren? Natürlich liegt die Antwort in dessen Jugend, wodurch deutlich wird, wie wichtig die elterliche Erziehung für deren Schützlinge ist.

              Abgesehen von der spannenden und (leider) immer wieder aktuellen Thematik wissen auch die Schauspieler zu überzeugen. Edward Norton hätte für diese Rolle seines Lebens den Oscar zweifelsfrei verdient gehabt. Leider hat dies nicht ganz gereicht. Edward Furlong steht Nortons Leistung in fast nichts nach. Was für ein tolles Duo!

              Fazit: Einer der besten Filme überhaupt. Trotz einer langen Laufzeit kommt nie Langweile auf. Ein Film, welcher zum Nachdenken anregt und rassistisches Gedankengut dahingehend entlarvt, dass es nur zu Hass und Tod führen kann. Ein herausragendes Werk!

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              • 10

                Genialer Film! (Spoiler)

                Die wohl wichtigste Szene im Film (Ein Gespräch zwischen Derek Vinyard und Bob Sweeney):
                "Du mußt die richtigen Fragen stellen." - "Und die wären?" - "Hat sich durch das was du tust dein Leben gebessert?"

                Und natürlich das wunderbare Zitat am Ende:
                "Hass ist Ballast. Das Leben ist viel zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert.
                Wir sind keine Feinde, sondern Freunde - wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreissen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn - und das ist sicher - die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren."

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                • 8

                  Sehr gelungener Film. Nicht zu lang und nicht zu kurz. War immer auf die nächste Szene gespannt!

                  • 9 .5

                    bei dem Film passt alles, ein MUSS!

                    • 8 .5

                      8,5 für dieses genial Drama.
                      Die Thematik des 16 Jahre alten Films im Moment bei uns sehr aktuell.

                      • 10

                        Großartiger Film mit tollen Schauspielern, dessen Thematik leider heute noch aktuell und sehr greifbar ist...

                        • Sollte sich jeder einmal anschauen!

                          • 7 .5

                            Toller Film :)

                            • 9 .5

                              Hat mir sehr gut gefallen.

                              • 8

                                Edward Norton *top* und der Junge von T2 bevor er den Bach runter ging ;) ...
                                Für mich ein Klassiker ... Das Ende aber wieder ein wenig "WTF"

                                • 8 .5

                                  TEXT ENTHÄT SPOILER Sehr guter Beitrag zum Thema Rassismus. Der Film macht klar wie unsinnig Rassismus ist und dass er zu nichts positivem führt. Der Protagonist lernt im knast andere Nazis kennen, und stellt fest, dass diese eigentlich gar nicht wirklich an die Naziideologie glauben. Eigentlich dient diese Ideologie nur dazu, seine Wut abzulassen und irgendwo dazu zu gehören. Gleichzeitig lernt er einen Afroamerikaner kennen, mit dem er sich langsam anfreundet. Gut, das ist jetzt eine Sache, die es in fast jedem Film zum Thema Rassismus gibt, allerdings kommt es hier glaubwürdig rüber. Auch wird gezeigt, wie einfach sich der Rassismus ausbreitet. Es fing ja schon an, als der Vater ganz harmlos etwas zu erzählen begann, was man als typische Kneipenparole, die die Leute nachplapppern, bezeichnen kann. Das konsequente Ende des Films zeigt noch einmal, dass Rassismus zu nichts positivem führt.
                                  Das Thema Rassismus wird hervorragend erzählt, zudem ist der Film klasse in Szene gesetzt. Zum Beispiel die Szene, in der Protagonist festgenommen wird ist einfach hervorragend inszeniert.

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                                  • 7 .5
                                    MetalFan92 25.05.2015, 19:34 Geändert 25.05.2015, 19:37

                                    Der Film stand ja schon länger auf meiner Liste und endlich bin ich dazu gekommen, ihn mir anzusehen.

                                    "American History X" ist sehr ausdrucksstark und gewiss auch lehrreich.

                                    Sowohl Edward Norton als auch Edward Furlong spielen hier wirklich eine herausragende Rolle.

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                                    • 9
                                      expendable87 21.05.2015, 16:30 Geändert 21.05.2015, 16:40

                                      Ein überwältigendes Meisterwerk mit immenser Aussagekraft!!!
                                      Das überaus ergreifende und aufrüttelnde MUST-SEE-Drama mit seiner ansprechenden Thematik, besticht vor allem durch seinen hochwertigen Cast, welcher ein Gänsehaut verursachendes Schauspiel garantiert...Edward Norton & Edward Furlong selbstredend allen voran!
                                      Bei soviel positiv ausfallender und treffender Kritik, wie hier bei MP zu lesen ist, brauche ich über 'American History X' wohl keine Worte mehr verschwenden...außer vielleicht, dass selbst nach mehrfacher Sichtung, der Film immer noch nichts von seiner eindringlichen Intensität verloren hat!!!
                                      Gebührende 9/10

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                                      • 10

                                        Ein großartiger Film, vor dem ich mich lange 'gedrückt' hatte.
                                        Nun bin ich dazu gekommen ihn anzuschauen und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.
                                        Achtung Spoiler!
                                        Das Thema : Der Rassenhass.
                                        Die Frage, die man sich stellt, wo kommt der Hass her, womit hat er begonnen und womit begründet man ihn?
                                        In dem Film stellt sich Derek, diese Fragen nicht. Derek, übrigens mehr als großartig gespielt von Edward Norton, der in dieses Filmmilieu passt, wie sprichwörtlich die Faust aufs Auge, ist verblendet von Hass. Tief davon überzeugt, die 'Schwarze Rasse' wäre da, um unterlegen zu sein, die Weißen auszubeuten, bis er schließlich zwei Schwarze erschießt und dafür 3 Jahre in den Knast geht.
                                        Im Knast erkennt er jedoch, dass er mit seiner Anschauung und Verleumdung falsch gelegen hat, womit sein nächstes Ziel ist, seinen Bruder Danny vor seinem Schicksal zu schützen.
                                        Zum Einen, ist der Film stark aufgemacht, Rückblenden in Schwarz-Weiß gefilmt, was natürlich auf die Thematik des Films anspielt. Die starke Schauspielerische Leistung lässt der Zuschauer regelrecht mitfiebern, so real und nahe ist einem die Handlung.
                                        Die Geschichte erinnert stark an das typische Antisoziale Gesellschaftsbild, man will ausbrechen, man plündert, hasst und verfeindet sich mit den Gegnern, doch allein die Aufmachung des Films macht aus der Rassenthematik eine Botschaft, die am Ende des Films klar und deutlich rüberkommt.
                                        Der Hass ist ein Teufelskreis, kann man ihm entkommen, bekommt ein Anderer seine Rache, bis man ihm selbst wieder unterlegen ist und ihn fordert.
                                        Allein das Ende des Films, macht dies so klar. Nachdem ich, als Zuschauer eine Bindung zu Danny und Derek aufgebaut habe, ihnen schon verziehen hatte, dass sie jahrelang verblendet Schwarze und Ausländer nieder gemacht haben, dadurch, dass sie sich geändert hatten, passierte genau das, was ich befürchtet hatte.
                                        Wo der Hass sich gelegt hatte, kam er erneut durch den Mord an Danny auf.
                                        Kurz bevor der Film zu Ende war, verspürte ich auch den Hass, wieso musste der schwarze Junge, Denny am Ende umbringen? Er wollte von Neuem beginnen, er hatte das nicht verdient. Ich hatte einen richtigen Hass auf den schwarzen Jungen am Ende, bis ich erkannte, das genau das, das Problem ist. Der Hass muss aufgegeben werden.
                                        Um Denny nochmal zu zitieren: "Hass ist Ballast. Das Leben ist zu kurz um immer wütend zu sein."
                                        Und dieser Film, angewandt auf die heutige Problematik in der gesamten Welt, könnte Konflikte lösen, wenn sich die Menschen nur befreien könnten, von ihrer Verblendung und ihrem Hass.

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                                        • 9 .5

                                          American History X hat eine Botschaft, die eindeutig, eindringlich, wenngleich plakativ, ankommt. Einmal kann man sich den Film jedenfalls ansehen, auch wenn ich mir mehr Fokus auf die sozialen Zusammenhänge wünschen würde. Was ich allerdings hoch anrechne, ist insbesondere Dereks Charakter. Er ist nicht dumm, bloß naiv und wütend. Auch Cameron ist alles andere als dumm - was beide besonders gefährlich macht. Dumm, wenn Hass alles andere ausblendet.

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                                          • 9

                                            Genialer Film über den eigentlich schon alles gesagt wurde. Ich fand besonders das Ende sehr stark da damit auch die andere Seite beleuchtet wird und Edward Norton spielt hier einfach großartig.

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                                            • 8

                                              Der Film ist intensiv, er hat mich von Anfang bis Ende gepackt. Dabei wird er von Edward Norton und Edward Furlon getragen, die beide hervorragend agieren. Auch von der Inszenierung her klasse, Schwarz-Weiß und Slow-Motion wurden hier gut eingesetzt - beides sind Elemente, bei denen ich eher skeptisch bin, hier wurden daraus kleine Kunstwerke.
                                              Das Thema ist mit Sicherheit ein wichtiges und immer aktuelles, die Aussagen des Films in weiten Teilen gut - aber, und das wäre mein einziger kleiner Kritikpunkt, ich fand es stellenweise etwas plakativ, irgendwo war da immer mal ein Holzhammer mit der Hass-ist-schlecht-Message im Hintergrund. Nichts, was wirklich gravierend wäre, der Film ist insgesamt ein starkes Stück, das ich nicht zum letzten Mal gesehen habe.

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                                              • 10

                                                "Hass ist Ballast. Das Leben ist zu kurz um immer wütend zu sein. "

                                                Was ist Hass? Dieser Frage geht Regisseur Tony Kaye in seinem Meistwerk AMERICAN HISTORY X nach.
                                                Der Hass ist überall, allgegenwärtig und immer, schon seit Menschengedenken, ein fester Bestandteil dieser Welt. Hass blendet die Menschen und ist das Resultat einer bestimmten Reaktion, welche in einem meist ein unbändiges Gefühl der Wut heraufbeschwört. Ein gefährliches Gefühl, welches, wenn man es ZU sehr aus sich herausquellen lässt, einen Menschen Dinge vollziehen lässt die man sonst niemals tun würde und das Handeln eines jeden sehr schnell umhüllen und für sich beeinflussen kann, wie ein dunkler Schleier.

                                                Er war verblendet, vom Hass und von seiner ungestümen Wut auf, in seinen Augen, DIE anderen, nicht weißen, die schwarze Rasse. In seiner Welt gab es nur EINE wahre und vollkomme Rasse: die Weißen. Jeder der anders war, gegen SEINE Ansichten "verstieß" und nicht in sein Weltbild passte, wurde verstoßen und ausgemerzt. ER war DER Nazi, geblendet, leicht zu umgarnen und nach den Vorstellungen eines Mannes geformt, welcher ihn zu dem Monster werden ließ was er war, IHN, Derek Vinyard.

                                                Die Schwarzen waren es, die sein Leben seiner Meinung nach zerstörten, für den Tod seines Vaters verantwortlich waren und den Bruch seiner Familie einleiteten. Deswegen hasste Derek sie und alle anderen Ausländer. Doch es war vielmehr eine Art Schutzschild: die Glatze, die Parolen, die Verbrechen, die Tätowierungen und die Gesellschaft anderer Rechtsextremisten. Im Grunde genommen war es eine Schutzschicht, welche ein Vordringen in Dereks Seele, in seine wirklichen Gefühle und Wünsche, unmöglich erscheinen ließ.
                                                Das, neben den vielen verübten Gräueltaten, wirklich fatale, wessen Derek sich wahrscheinlich nie SO enorm bewusst war ist, dass sein kleiner Bruder genau auf die gleiche Bahn gleitete...

                                                Die Jahre vergingen. Derek, nach drei Jahren Knast wegen Mord an Schwarzen, ist wieder draußen. Derek selbst ist nicht wieder zu erkennen, vor allem in seinem Denken und Handeln. Er kehrt geläutert und erleuchtet aus dem Gefängnis zurück, sieht endlich ein, dass das was er vor Jahren tat vollkommener Schwachsinn war. Derek erkennt den Irrweg, welchen er damals eingeschlagen hat. ER versteht, dass ein solches Weltbild keinen Sinn ergibt und frei von jeglicher Logik ist. ER, aber die anderen, vor allem sein Bruder, welcher sich über die Jahre zum nahezu perfekten "Nachfolger" für ihn selbst entwickelt hat, nicht. SIE wenden sich diesem Denken trotzdem nicht ab, erkennen ihren "Helden" von damals, Derek, nicht wieder. Kein Hass auf Schwarze? Keine Glatze? Das kann kein Derek sein, so wie sie ihn kennen bzw. kannten.
                                                Nun liegt es an Derek, seine ehemaligen "Gefolgsleute" und ganz besonders seinen Bruder umzustimmen, von der Unsinnigkeit ihrer Sache zu überzeugen. Aber wie können sie es auch verstehen? Haben Sie im Knast die gleiche wegweisende Erfahrung erlebt wie Derek? Können Sie seine Einsicht und seine Veränderung überhaupt SO nachvollziehen wie er selbst? So deprimierend es klingt, nein. Derek hat SEINE Erleuchtung erlangt, er ist seinen Weg gegangen, hat seine Katharsis erlebt und erkannt, dass er dem Hass und der Wut auf, im Endeffekt nicht's und wieder nicht's, viel zu lange Glauben und Aufmerksamkeit geschenkt hat.

                                                Jetzt ist es Dereks Aufgabe, seine Familie wieder zu stabilisieren, sein Leben KOMPLETT umzukrempeln und seinen Bruder wieder auf den richtigen Weg zu ziehen... Er MUSS es tun, es ist in gewisser Weise schon seine Verpflichtung, das zu Bremsen was er heraufbeschworen hat... Doch wie soll es bei seinem Bruder funktionieren, wenn auch er nicht eine ähnliche Erfahrungen und Wandlung wie Derek selbst durchgemacht hat? Besteht überhaupt noch Hoffnung, im Fall von Daniel?

                                                AMERICAN HISTORY X ist ein zeitloses Stück Filmgeschichte. Klug, ehrlich, spannend, hart, emotional, drückend, herausragend gespielt und thematisch gesehen immer Aktuell! In meinen Augen hat Tony Kaye hier einen der besten Filme aller Zeiten geschaffen, gespickt mit einem erschreckend starken Edward Norton, einem grandiosen Edward Furlong, eindringlichen Bildern, einer bewegenden Geschichte, einem Ende was ganz klar den Zeigefinger hebt und einer ungeheuer dichten Atmosphäre! Beeindruckend, wirklich beeindruckend!
                                                Ungelogen: Ich habe in meinem Leben bisher noch nie einen solch intensiven und drückenden Film gesehen.

                                                Für mich bisher eines, wenn nicht sogar DAS intensivste Filmerlebnis meines Lebens!

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                                                  brucelee76 27.04.2015, 18:28 Geändert 01.09.2015, 05:32

                                                  Hi Leute,

                                                  zu meiner Schulzeit war es cool und Ehrensache von einigen Teens sich Rechts zu bekennen. Und Dumpfbacken-Parolen gegen System und Gesellschaft von sich zu geben. Eigentlich sind die Jungs in Ordnung gewesen, nur halt etwas irritiert mit der Gesamtlage (Wiedervereinigung, 2.Weltkrieg, Asyl, Türken, Russen, Neger, Bildzeitung, Moslems, Linke, Scheiß-Politiker ...).

                                                  Wie auch immer ist es ein schwieriges Thema, das die Gemüter heizt, wenn es um Rassen und Menschenhass geht. Trotz der Vielfalt und Unstimmigkeiten ist es doch so, wenn die Kacke mal richtig am Dampfen ist, gibt es nur noch den UR-Menschen, der überall im Menschen, seit der UR-Zeit fest geankert ist. Sprich wer im selben Boot sitzt der rudert mit!
                                                  Leider ist Fremdenhass überall auf der Welt zu beobachten. Der Nachbar und anders aussehende, sind ist immer Schuld am eigenen Unvermögen.

                                                  Mein Fazit: American History X ist ein sehr bedeutender und wichtiger Film über den UR-Hass im Menschen gegenüber ANDERE. Gezielt manipulierte Hetzparolen scharen täglich tausende von Neu-Mitglieder. Nicht nur in der Nazi-Szene. Auch andere fanatische Institute finden zur jederzeit hirnlose oder Neuankömmlinge.

                                                  P.S.: Nur unglückliche Menschen hassen. Dieser Spruch ist gültig: Ein Arschloch oder kein Arschloch sein. Unabhängig von Herkunft, Glauben, Aussehen, Rasse und Bildung.

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                                                    Inhalt:

                                                    Hauptprotagonist des Films ist Derek Vinyard. Der Mann ist überzeugter Neonazi und lebt mit seiner Mutter, dem Bruder und seinen zwei Schwestern in einer kleinen kalifornischen Stadt.

                                                    Als eines Nachts Dereks Bruder Danny Geräusche vor dem Haus hört, erspäht er drei Afroamerikaner, die Dereks Auto aufbrechen wollen. Danny alarmiert umgehend seinen Bruder, der gerade Sex mit seiner Freundin hat. Nur mit Unterhose bekleidet stürmt dieser sofort vor das Haus und erschießt kaltblütig einen der Autoknacker. Während einer entkommen kann zwingt Derek den dritten, in die Bordsteinkante zu beißen. Mit einem Tritt auf den Kopf tötet er diesen schlussendlich.

                                                    Wegen der Tat erhält Vinyard drei Jahre Haft wegen Totschlags. Die Brutalität und Konsequenz, mit der Derek gegen die schwarzen Einbrecher vorgegangen ist, lassen ihn in der lokalen Szene und in den Augen seines Bruders zu einer heroischen Ikone werden. In der Zeit der Inhaftierung Dereks driftet Danny zunehmend in die rechtsradikale Szene ab. Sein Verhalten wird aufmüpfig. Seinen dunkelhäutigen Lehrer provoziert er, in dem er einen seiner Aufsätze mit „My Mein Kampf“ tituliert. Die darauf verordneten Einzelunterrichtsstunden befolgt Danny nur, um nicht von der Schule zu fliegen. Thema soll die amerikanische Geschichte sein, die American History X. Eine der Aufgaben von Danny ist die Verfassung eines Aufsatzes über seinen Bruder Derek.

                                                    Am selben Tag der Entgleisung Dannys wird Derek aus dem Gefängnis entlassen. Dieser ist merkbar verändert. Sowohl äußerlich als auch ideologisch hat der ältere Bruder einen Wandel vollzogen. Mit Bestürzen muss Derek feststellen, dass seine rassistischen Freunde weiterhin an ihrer verblendeten Weltanschauung festhalten. Viel schlimmer noch für ihn ist jedoch die Tatsache, dass sein Bruder den selben Weg einzuschlagen scheint, der Derek ins Gefängnis brachte. Verzweifelt versucht er seinen Bruder auf den rechten Weg zu führen...

                                                    Eindruck:

                                                    American History X aus dem Jahr 1998 ist eine harte Sozialstudie zum Thema Rassenhass und dessen fanatische Auswüchse. Der Film geht dabei nicht chronologisch vor. Wieso es zu dieser Eskalation der Gewalt kommen kann bleibt dem Zuschauer daher auch zu Beginn unklar. Wenn Hauptfigur Derek ohne Skrupel auf die vier Kriminellen losgeht, dann sorgt dass schon für Bestürzung beim Betrachter. Denn aus den vermeintlichen Tätern werden schnell Opfer, die der rasenden Wut der von Edward Norton dargestellten Figur ausgeliefert sind. Nachdem das letzte Opfer von ihm regelrecht hingerichtet wurde, zeigt Nortons Gesicht bei seiner Verhaftung Entschlossenheit, allerdings keinerlei Reue.

                                                    Wie dieser irregeleitete Kämpfer gegen alles Rassen-nonkonforme nach seinem Gefängnisaufenthalt geläutert wurde, auch dies bleibt zunächst ein Geheimnis. Erst nach und nach gibt Regisseur Tony Kaye die Gründe für ein derartiges Verhalten preis. Demnach ist die Gewalt nicht gottgegeben sondern Ergebnis einer Erziehung. Der Hass ist anerzogen. Besonders der Vater spielt eine prägende Rolle im Leben der Familie Vinyard, speziell für den männlichen Nachwuchs. Apropos prägend, die richtungsweisenden Szenen im Werdegang von Derek inszeniert Kaye als Stilmittel im Film in schwarz-weiß.

                                                    Tony Kaye hatte mit seinem 2. Film jede Menge Ärger. So wurde der Film ohne Einwilligung von Kaye teilweise mehrmals umgeschnitten. Als Kaye aus Protest ein Synonym im Abspann verwenden wollte, scheiterte es damit. Aus Ärger darüber verklagte er die Produktionsfirma New Line Cinema und die Directors Guild of America auf 275 Millionen Dollar. American History X ist bis heute sein größter Erfolg.

                                                    Edward Norton erhielt für seine Hauptrolle seine 2. Oscarnominierung. Aufgrund seiner im Film gezeigten Leistung zurecht. Nortons Präsenz trägt den ganzen Film, er ist der Star und das Highlight in fast jeder Szene die er hat. „Grandios“ seine Hasstirade, die Derek am Mittagstisch im Haus seiner Mutter hält. Er strahlt als Skinhead eine permanente Gefahr aus. Umso beachtlicher sein Wandel nach seiner Gefängniszeit, den er ebenfalls glaubhaft darstellt. Auch Edward Furlong weiß zu Gefallen. Wenngleich er nicht die große charismatische Ausstrahlung wie Norton besitzt, zeigt er doch ein realistisches Bild eines jungen, fehlgeleiteten Teenagers, dem die geeigneten Vorbilder fehlen. Avery Brooks als sorgenvoller Lehrer rundet den gelungenen Hauptcast ab. Auch die restliche Besetzung ist gut gewählt und spielt seine jeweiligen Rollen gut.

                                                    Fazit:

                                                    American History X ist kein Wohlfühlkino. Er ist hart, Gewalt prägt gerade die erste Hälfte des Films. Gegen Ende wird der Film gefühlvoller, wenn Derek um seinen Bruder Danny kämpft. Meiner Meinung nach ist American History X Edward Nortons beste Rolle, schon allein deswegen lohnt der Film. Trotz seines eher geringen Alters ist der Film durchaus schon als Klassiker einzustufen. Aufgrund seiner Thematik ein bedeutender Film. Sofern die Möglichkeit besteht, den Film auf Blu-Ray zu schauen, lohnt die englische Audiotonspur mit DTS-HD 7.1. Die deutsche Tonspur muss sich mit einer 5.1 Dolby Digital begnügen. Das Bild der deutschen Blu-Ray weist leider eine Körnung auf, die an eine DVD erinnert. Hier wäre ein besseres Bild wünschenswert gewesen.