American History X - Kritik

US 1998 Laufzeit 118 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 25.02.1999

Kommentare zu American History X

  • 8 .5
    Filmegucker19 30.10.2014, 09:51

    American History X ist ein hartes Filmstück. Mich hat der Storyablauf überzeugt und vor allem gefesselt. Allerdings kann man die Story auch auf x-beliebige andere "Kulturen" usw. verlegen, das Endergebnis wird sowieso das gleiche sein. Egal ob Nazi, Gangster, Mafiosi, Farbiger usw.

    Der Film beinhaltet eine - in meinen Augen gesehen - verdammt gute und wichtige Message.

    • 10
      hung_a 28.10.2014, 00:26

      American History X ist keineswegs ein euphorisierender Film, bei dem man nach dem Anschauen mit seinen Freunden in Rage voller Glücksgefühle kommt und die Welt für immer mit anderen Augen sieht. Nein, es ist ein Film der einem die bittere und nackte Wahrheit über uns Menschen aufzeigt, wenn es um Konkurrenzkampf und Anerkennung in der Gesellschaft geht. Das Sinnbild dafür, oder der Komplex, der daraus entsteht heißt Abgrenzung und gegenseitige Diskriminierung angetrieben durch Missgunst und Hass.

      Derek Vinyard ist ein in der Neonazi Szene stark engagierter Mann, der wegen dreifachen Mordes an Afroamerikaner im Gefängnis seine Strafe absitzen muss. Nach seiner Entlassung kehrt er urplötzlich der Neonaziszene den Rücken und versucht mit seiner Familie ein neues Leben anzufangen. Doch dies stellt sich als problematischer heraus als von Derek angenommen, denn sein Bruder Danny Vinyard hat sich während Dereks Gefängnisaufenthaltes selbst in der Neonaziszene eingegliedert und kann und möchte diese nicht wie Derek verlassen. Hinzukommt, dass die Szene an Mitglieder und Stärke gewonnen hat und Derek wegen der Morde als Vorbild und Sinnbild für die Gruppe geworden ist.

      Die erste Szene des Filmes ist brutal, bitter und furchtlos schwarz und weiß. Sie wirkt wie die Abdankung des eigenen humanen Grundsatzes. Wohingegen die letzte Szene zunächst wie ein positiver Hoffnungsschimmer auf die ganze Gesellschaft zu übersetzen ist und doch mit dem letzten ruchlosen Akt des Charakters die Stimmung der allerersten Szene wieder einfängt.
      So ist dieser Film erst einmal ein Kommentar zur rechtsextremen Szene in den Vereinten Staaten, der die Grausamkeit und bedingungslose Gewaltbereitschaft dieser Gruppe durch Akte der Gewaltverherrlichung und skrupelloser menschenunwürdiger Taten gegen die Minderheiten in den Vereinten Staaten zeigt, gegenübergestellt von dem plötzlichen Sinneswandel Dereks, der im Gefängnis einsieht, dass sein früheres Verhalten falsch war. Zum zweitem ergründet dieser Film die Motivation solcher Menschen, die sich Gruppen anschließen, um dann andere Personen auszumerzen und aus der Gesellschaft bewusst aggressiv entgegenzuwirken, damit das eigene Empfinden stets steril bleibt. So kann man aus dem Film entnehmen, dass vor allem Hass, hervorgerufen durch viele Aspekte, die treibende Kraft zu solch menschenunwürdigem Einstellungen und Taten ist und dieser einfach nur Ballast ist, der das Leben ungenießbar macht. Der Mord an Dereks Vater durch einen Afroamerikaner veranlasste ihn, sich der rechtsextremen Gruppe anzuschließen. Doch um diese Frage zu beantworten geht der Regisseur Tony Kaye sogar auf eine viel fundamentalere Ebene. Der Einfluss der Familie und die darin vermittelten Lebenseinstellungen - und Verhältnisse haben einen größeren und bedeutenden Einfluss.
      Obwohl am Ende alle Probleme wie aufgelöst erscheinen und ein kleiner Hoffnungsschimmer, auch an den harmonisch wirkenden Farben erkennend, abzusehen ist, löst der Regisseur diese Illusion mit einem elektrisierenden Schuss auf. Alles bröckelt und brodelt und bricht ein und dem Zuschauer (ich eingeschlossen) stockt zunächst der Atem, gefolgt von Herz pochen und einem tiefsitzenden Schreck. Womit der Film zum Ende hin seinem Titel gerecht wird ,,American History X'':
      X eine unbestimmte Variable, die zeigt, dass die fortwährenden Probleme innerhalb der amerikanischen Geschichte wie die des Rassenkonfliktes, ein permanentes wiederkehrendes Problem für unbestimmte Zeit bleiben werden. Und jede Gruppe, ob rechtsextrem oder Gangster Gruppe, hat doch eigentlich dasselbe im Sinne: sie kämpft um ihre Anerkennung und ihre Existenz.
      Am Ende bleibt dann nur noch der Satz im Raum stehen: “Hass ist Ballast. Das Leben ist zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert”.

      Ich muss schon sagen, dass dieser Film vor allem wegen seiner Thematik, aber auch wegen seiner wirklich ausgefeilten und interessanten Charakterzeichnung sowie Struktur, mich inspiriert und gefesselt hat.

      • 8
        Sandmans.Dark 22.10.2014, 03:10

        Kultfilm, echt gute Geschichte, gute Umsetzung und echt mit festen Kreterien gespielt.

        Er spiegelt alles super wieder, und daher macht der Film Spaß und nachdenklich!

        • 10
          timmoe 11.10.2014, 00:35

          Da zitiere ich mal aus meinem ehemaligen Blog:
          [...] Es geht hauptsächlich um den Begriff 'Hass'. Denn Hass ist überall vertreten und wird nicht nur durch Rassismus oder Antisemitismus deutlich. Hass geht von jeder Gruppierung aus, von jeder Ideologie. 10/10 für ein durch und durch spannendes Drama mit starker Aussagekraft!

          Und auch beinahe 9 Jahre nach der Erstsichtung hat der Film nichts von seiner Wirkung verloren.

          3
          • 10
            ProjektOi 03.10.2014, 11:45

            Einer der wenigen oder sogar der einzige Film/e, die ich nach dem 20gsten, mal immer noch gerne sehe!

            • 0 .5
              Mr.Magoo 01.10.2014, 11:51

              Was will mir dieser Film zeigen? Dass Nazis böse, brutal und gewalttätige Rassisten sind? Wußt ich nicht. Auch ist mir neu, dass es in US-Gefängnissen zwar böse, brutal und gewalttägig zugeht, aber auch immer eine Chance zur Besinnung geboten wird und man nach abgessener Haft durchaus als besserer Mensch dastehen kann. Na das ist doch wunderbar! Ach ja, zum Schluß habe ich auch noch erfahren, dass trotz Läuterung alte Rechnungen beglichen werden müssen. Das alles reicht für satte 4 Punkte. Aber wirklich zum Kotzen finde ich, dass sich ein paar hirnverbrannte Fans von der widerlichen Bordsteinkickszene animiert fühlten, es gleich zu tun. Und jetzt zu behaupten, der Film könne ja nichts dafür, ist fadenscheinig. Natürlich kann der Film was dafür, denn braucht eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema solche expliziten Gewaltdarstellungen?

              • 9
                Berlin42 01.10.2014, 09:27

                Ich habe den Film nach der gestrigen Zweitsichtung noch einmal um einen Punkt hochgesetzt. Was mir gute 10 Jahre nach der Erstsichtung besonders positiv auffiel ist, dass der Film einen hervorragenden Nutzen aus seinen Flashbacks zieht, die Regisseur Tony Kaye gezielt über die gesamte Laufzeit einstreut. Mit ihrer Hilfe stellt er Personen vor und begründet ihre Handlungen, die Rückblenden machen sogar den Großteil der Spannung aus. In vielen Filmen leidet die Story doch erheblich unter diesem Stilmittel, wodurch ich bereits so etwas wie eine grundlegende Abneigung dagegen entwickelt habe. Nicht so in American History X. Edward Norton spielt zudem wirklich großartig, seine Wandlung ist einfach nur perfekt umgesetzt worden. Zu Recht gelang ihm mit diesem Film sein Durchbruch. Die Geschichte mündet in einem brachialen Ende, das man die gesamten 120 Min eigentlich bereits erahnen konnte, aber doch nicht wahrhaben wollte. Ein großartiger Film...

                1
                • 10
                  Mrain 29.09.2014, 18:36

                  *Kann Spoilern!*

                  Über Filme kann man streiten. Es gibt unsagbar schlechte, sinnlose, aber auch gute und manchmal überragende Werke. Kaum ein Thema wurde noch nicht abgedeckt und der Markt ist riesig. Dann kommt es noch ganz selten vor das ein Film erscheint, der den Titel "Weltklasse" erlangt und über viele Generationen die Menschen bewegt. American History X ist solch ein Meisterwerk und ich möchte im Folgenden erläutern, warum.
                  Ich denke das jeder von sich behaupten kann, aktiv oder zumindest passiv mal mit dem Thema Rassismus in Kontakt geraten zu sein. Doch wo fängt Rassismus eigentlich an, wie entsteht er und was kann er aus einem Menschen machen? Diese Fragen versucht der Film mit einer Figur zu erklären, die facettenreicher nicht hätte dargestellt werden können: Derek Winyard, eine Leitfigur die ihresgleichen sucht, hochintelligent, entschlossen und gewaltbereit weiß seit einem Schicksalsschlag nicht mehr wohin mit seiner Wut und sucht die Schuld dafür bei den Randgruppen. Cameron Alexander, eine bekannte Größe im rechten Block, missbraucht Winyard für seine Propaganda und um frustrierte Jugendliche in die Neonaziszene einzuschleusen. Der Tanz kann beginnen.
                  Derek steigt innerhalb seines Viertels zum Obernazi auf und schreckt vor keiner (Straf)tat zurück um seine von Hass geplagten braunen Ansichten nach vorne zu treiben. Dabei reißt er sein Leben und das seiner Angehörigen mit in den Abgrund, und zeigt sich erst dann geläutert, als es schon zu spät scheint, denn da ziehen Dereks ehemalige Nazifreunde seine kleinen Bruder schon mit in ihr Boot... Dabei versucht American History X weder zu vertuschen noch zu verharmlosen. Schonungslos wird gezeigt wie brutal es bei den Neonazis zugeht, wenn du einmal drin bist kommst du nicht so leicht wieder weg. Deutlich wird dies auch durch Dereks Freundin Stacey und seinen Kumpel Seth, die ihre Überzeugungen letztendlich über alles andere stellen (so überzeugend, das ich mich manchmal zurückbesinnen musste, das sie nur schauspielern).
                  Am Rande möchte ich hier nocheinmal das Ende hervorheben, das mich doch überrascht und erschüttert hat, obwohl ich dachte ich wäre schon gegen so ziemlich alles abgehärtet. So kann man sich irren.
                  Dabei ist die Grundaussage eine ganz simple: Dein ganzer Hass nützt dir am Ende nichts, du musst lernen die richtigen Fragen zu stellen. Wenn es doch nur so einfach wäre. Aber die Realität sieht leider anders aus.
                  Back to topic. Natürlich kann es für diesen Film nur eine Empfehlung geben, wer ihn noch nicht gesehen hat sollte dies schleunigst nachholen, denn hier wurde ein sehr bedeutendes Stück Filmgeschichte geschrieben, das ich jedem unbedingt ans Herz legen möchte. Vielleicht kann er auch ein paar vereinzelte Mitmenschen mit verqueren Ansichten noch zur Besinnung rufen, auch wenn ich hoffe das sich an dieser Stelle keiner angesprochen fühlt.
                  Grausam und wachrüttelnd. Es ist schrecklich das Rassismus noch immer ein Thema ist das nicht an Aktualität verloren hat, sodass Filme wie dieser zur Aufklärung gedreht werden müssen, aber gleichzeitig ist es eine Bereicherung das es diesen Film gibt.
                  Danke, American History X.

                  1
                  • 9 .5
                    Dr.Hasenbein 29.09.2014, 01:33

                    Edward Norton war gerade am Anfang seiner Karriere eine Naturgewalt von Schauspieler, was "American History X" eindrucksvoll unter Beweis stellt.
                    Wahnsinn wie der doch eigendlich schmächtig und bübisch aussehende Norton hier als muskolöser Nazi mit Glatze und Hakenkreuztatoo auftritt und absolut überzeugt.
                    Das immer wieder aufgegriffene und für starke Dramen genutzte Rassismus Thema wird hier fast zur absoluten One Man Show.
                    Fast deswegen weil dem hier sehr großartigen Norton eine ganze Hand voll guter Darsteller zur Seite steht die alle auch neben ihm eine gute Figur machen.
                    Gerade Ex- John Connor Darsteller "Edward Furlong" brilliert hier in seiner wohl besten Rolle.
                    Besonders wiederlich und realistisch kommt auch "Fairuza Balk" als ekelhafte Nazifreundin rüber.
                    Regisseur "Tony Kaye" taucht seine Rückblenden in düstere schwarz weiße Farben und verstärkt damit die drastischen Bilder und die intensive Geschichte damit bewußt.
                    Die Gegenwart wird als Kontrast in Farbe gezeigt, ist aber an tristigkeit nicht weit von der Vergangenheit entfernt.
                    Es ist ja bekannt das Norton und Kaye am Set und gerade beim Schnitt mehrmals aneinander geraten sind, Kaye dabei den kürzeren gezogen hat und Norton seine Schnittfassung durch bekam.
                    Inwieweit der Film bei einem anderen Ergebnis besser oder schlechter ausgefallen wäre würde mich zwar interessieren, mit dieser jetzigen Fassung bin ich aber definitiv mehr als zufrieden.
                    Vielleicht trägt Kayn wie es bei einem solchen Thema üblich ist etwas dick auf,
                    realistisch kommt das ganze aber allemal rüber.
                    Ein toller Film über ein ewig aktuelles Thema mit mehr als guten Darstellern, einer interessanten Story und einer passenden Optik!
                    Absolut empfehlenswert!

                    6
                    • 10
                      harrid.6 29.09.2014, 00:44

                      Mal wieder seit Ewigkeiten gesehen. Grandioser Film mit grandiosen Schauspielern(vor allen natürlich Norton) und ner großen Botschaft. Die Botschaft ist klar: es spielt im Endeffekt keine Rolle ob jemand weiß,schwarz,gelb,braun,rot oder lila ist. Es ist auch vollkommen latten ob jemand Christ,Moslem oder Jude ist. Wenn jemand zu dir korrekt ist und dich mit Respekt behandelt, bist du im Endeffekt auch korrekt zu ihm. Man sollte nie eine Gruppe oder Rasse pauschalisieren nur weil ein paar Leute davon ätzend sind! Wenn man das verstanden hat, hat man auch den Hass besiegt. Nur weil dir jemand ans Bein pisst sind nicht alle mit der Hautfarbe, Religion oder politischen Einstellung auch so!!! Allein deswegen EINER DER BESTEN FILME aller Zeiten! Klare 10.0

                      • 10
                        A-vienna 02.09.2014, 16:03

                        American History X ist ein Film der auf eine Thematik zurückgreift die überall auf dem Planeten vorhanden ist - Rassismus, Hass. Wie arm ist der Mensch, dass er andere Menschen erniedrigt oder gar ermordet nur weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion oder einfach nicht derselben Meinung sind ? Es ist traurig, dass es immer Rassisten geben wird. Menschen die ohne zu denken handeln. Alles in allem hat der Film eine gute Story, gute Schauspieler vor allem Edward Norten spielt hier unbeschreiblich gut. Ein gelungener Film.

                        • 8
                          Maniac 30.08.2014, 11:24

                          American History X ist ein äusserst sehenswerter Beitrag über den Rassenhass in Amerika, der aber auch deutlich macht das nicht nur der Weisse an diesen erschütterndem Problem schuld ist. Es ist schon eine beeindruckende Aussage, die dieser Film dem Publikum übermittelt. Edward Norton ist hier einfach sensationell. Spielt er doch eigentlich gleich mehrere Rollen gleichzeitig.
                          ^^^^^^^^^^Ab hier eventuell leichte Spoiler^^^^^^^^^^^^
                          ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
                          Da wäre zum einen der Anführer Derek, der eine Gruppe verzweifelter Aussenseiter dazu aufhetzt, den Kampf gegen die "Überfremdung" endlich aufzunehmen. Zum anderen gibt er sich im Knast dann als verblendeten Einzelgänger und zuguter letzt sieht man ihn dann auch noch als geläuterten, gebrochenen und zu tiefst am Boden liegenden Mann, der nun erkennt das sein Bruder genau den gleichen Weg eingeschlagen hat. Das alles bringt Norton so überaus brilliant an den Zuschauer, das ich vor dieser hervorragenden Schauspielleistung nur meinen Hut ziehen kann.
                          Der Film greift immer wieder auf S/W-Rückblenden zurück. Umso mehr ist beim Zuschauer dringende Aufmerksamkeit gefragt. Wer dazu bereit ist, wird mit einem sehr intelligenten Drama belohnt, das sehr packend inszeniert ist und eine aufrüttelnde Wirkung hinterlässt.

                          12
                          • 10
                            ElmStreet84 18.08.2014, 23:29

                            "Wie eine einzige, kleine Entscheidung alles verändern kann"

                            Dieser Kommentar ist besonders Iris gewidmet! Du wolltest ihn ja haben, jetzt hab ich mir einfach mal was einfallen lassen! Hoffe, er gefällt dir! :)

                            *******************************************************

                            » My eyes have seen the glory of the tramplin at the zoo,
                            we washed ourselves in niggers blood and all the mongrals too,
                            we're taking down the zog machine jew by jew by jew,
                            The white man marches on. «

                            *******************************************************

                            Mit "American History X" schuf Regisseur Tony Kaye 1998 einen Meilenstein der Kinogeschichte und einen Film der bis heute nicht mehr aus der Filmwelt wegzudenken ist. Dabei kann es sein, dass er dies auf sehr sehr viele Arten ist. Zum einen vielleicht, weil er so unglaublich gute Schauspieler hervorzaubert, die in einer Geschichte spielen dürfen, die besser und mitreißender nicht hätte sein können, oder aber auch weil man hier eine der wichtigsten und bedeutensten Beziehungen klar und deutlich in bewegten Bildern wiedergibt, nämlich die der Brüder, die sowohl bester Freund als auch Vorbild sind oder zumindest sein können. Vielleicht aber auch weil er solch ein kompliziertes, aber auch gleichzeitig simples und auch, wenn man sich etwas mehr damit beschäftigt, ein dummes Thema für seine knapp 2 Stunden aufgreift. Die der Rassenfeindlichkeiten. Nicht hier in Deutschland, sondern in Amerika, in Los Angeles, der "Stadt der Engel". Hier wird nicht großartig erklärt, woher dieser Hass kommt, oder was man genaueres dagegen tun kann, hier wird einfach frei heraus dem Zuschauer ins Gesicht geworfen, was das eigentlich ist, und zwar in der heutigen Zeit, bzw. der Zeit der 90er Jahre. Hier werden dem Zuschauer noch einmal die großen Propagandareden des Führers vorgehalten und der Nazionalsozialismus aufs Auge gedrückt, und es wird ihm klar gemacht, dass es diesen nicht nur in Deutschand teilweise immenoch, aber hauptsächlich zur Zeit von Hitlers Regieren, sondern auch in anderen Ländern , von denen man vielleicht nie gedacht hätte, dass sie mit dem "r"-rollenden Scheitelträger jemals sympathisieren könnten und es einem nie in den Sinn gekommen wäre, dass dort so etwas wie Nationalsozialismus herrschen könnte. Doch es ist so. Aber es ist kein deutscher Nationalsozialismus, sondern amerikanischer, in dem die weißen gegen die schwarzen aufgehetzt werden und ein schwarzer nur einzig und allein etwas wert ist, wenn er tot im Straßengraben liegt und solange um sein Leben kämpft, bis er aufhört zu atmen. Doch dieser "Hass" ist nicht aufgetreten aufgrund des Hasses der Rasse gegenüber selbst, sondern aufgrund der sozialen Gegebenheiten.
                            Dass sich schwarze Gangs in New York, Kalifornien, Washington oder Detroit, oder wo auch immer Nacht für Nacht bekriegen und dabei immer mehr weiße "Amerikaner" ins Kreuzfeuer geraten. So ist es auch Derek ergangen, der uns hier durch "American History X" zusammen mit seinem jüngeren Bruder Danny begleitet und uns seine eigene Geschichte haargenau und bis zum platzen detailliert erzählt. In einem Nachrichtenbericht von NBC konnte man ihn vollkommen aufgelöst im Fernsehn sehen, wie er ein Interview geben musste, nachdem sein Vater, ein Polizist, auf der Straße von einem schwarzen Kriminellen erschossen wurde.
                            Und damit beginnt alles, der Hass, die Wut, die Trauer... die Rache! Von da an tolleriert er diese Untergruppen nicht mehr, die es wagen, in sein Vaterland einzutreten und dabei nichts als Ärger machen und dem Staat zur Last fallen. Von da an ist er nur noch für die weißen, begleitet dabei von seinen Freunden, die ihn beschützen und dabei unterstützen was er denkt und tut... dabei tragen sie genau so ein hübsches Harkenkreuz auf der Brust, auf dem Arm oder sonstwo auf ihrem Körper, wie unser Derek. Und wie sich später herausstellen sollte hat er auch noch einen weiteren Nachamer und Anbeter, nicht einer seiner Kumpels, mit denen er tagtäglich rumhängt... sondern seinen besten Freund... seinen Bruder.
                            Von da an beginnt für den jungen, 16 jährgen Danny, der mit angesehen hat, wie zwei Schwarze den Wagen seines Bruders klauen wollten, und der sie daraufhin auf brutalste Weise tötete, hat nun eine sehr schwierige Zeit durchustehen. Eine Zeit der Ungewissheit, der Verwirrung, der Wut und vorallem des Hasses. Er sieht zu seinem großen Bruder auf, versteht nun die Beweggründe, warum sein er so geworden ist, wie er ist. Und will es ihm gleich tun. Und schließst sich den Banden an, die seinen Bruder vor einiger Zeit immerzu anhimmelten. Nun ist es jedoch der junge Danny, der die "Familientradition" am Leben erhält, denn Derek muss seinen Arsch in der kalten Zelle unter einer Decke im Knast warm halten.

                            » Nach zwei Stunden hab ich gedacht, ich schaff nichtmal ne Woche hierdrin. «

                            Noch mag ihn der Knastalltag stressen, verunsichern, beunruhigen, doch er wird sehr bald merken, wie eine einzige, klitzekleine Entscheidung manchal sehr sehr große Veränderungen mit sich bringen können. So lernt er während seines Aufenthaltes im Gefängnis den Schwarzen Lamont kennen, der dort für die Bettwäsche zuständig ist. Er freundet sich schließlich mit ihm an, besonders nachdem er von den eigenen Leuten misshandelt und vergewaltigt wurde, zu denen er sich anfangs noch so hingezogen fühlte. Und zum ersten mal merkt Derek, was er für einen großen Fehler gemacht hat, und gesteht sich ein, was das alles für ein großer Fehler war, den er da begangen hat und hat gelernt, dass Menschen im Grunde gleich sind, nur ihr Äußeres und ihr Verhalten sie zu etwas anderem, etwas nicht dazugehörigem macht. Es mag sehr viel Gewalt und Verbrechen in Los Angeles und den USA geben, doch gibt es auch Leute, die es besser machen wollen, die aus ihrem Fehlern gelernt haben, so einer war Lamont. Und er war derjenige, der Derek die Augen geöffnet hat und ihm gezeigt hat, dass man mit Hass nicht besonders weit kommt. Doch trotzallem, was ihm passiert ist, will Derek mit allen Mitteln verhindern, dass das gleiche Schicksal seinem kleinen Bruder widerfährt und zeigt ihm, dass Hitler im Grunde genommen nur ein gequälter, verwirrter, psychisch gestörter war, der die Welt nicht so sah, wie man sie vielelicht lieber hätte sehen sollen, und der Nationalsozialismus und der Hass gegen "andere" Rassen im Grunde garnichts bringt und ihn nur in den nächsten Knast oder den nächsten Leichenwagen verfrachtet.

                            "American History X" ist einer der besten Filme des Jahrzehnts, dass eigentlich für mich das beste Jahrzeht für Filme aller Zeiten ist, nicht weil es dem Mainstream dieser Zeit besonders gefolgt ist, sondern weil es eine Geschichte erzählt, die packender, berührender und aber leider letztendlich auch realer nicht sein kann. Es ist einfach ein geniales Stück Film- aber auch echte Geschichte, die bis heute immernoch packt, fesselt und mitreißt und von dem ich stolz und ohne jeglichen Zweifel behaupten kann, dass er zu meinen absoluten Lieblingen und Meisterwerken gehört.

                            "Hätte Danny seinem Bruder nie gesagt, dass zwei Schwarze versuchen, seinen Wagen zu klauen..."

                            "Hätte Derek die beiden nie erschossen sondern die Polizei gerufen..."

                            "Hätte Danny dem schwarzen Bösen in der Schultoilette den Qualm der Zigarette nicht ins Gesicht gepustet, weil er einen weißen zusammenschlug...."

                            .
                            .
                            .

                            "... wäre jetzt alles anders!"

                            18
                            • 10
                              ButterSalami 06.08.2014, 22:07

                              Sehr guter Film

                              • 10
                                brucelee76 05.08.2014, 05:17

                                Hallo zusammen,

                                zu meiner Schulzeit war es cool und Ehrensache von einigen Teens sich Rechts zu bekennen. Und Dumpfbacken-Parolen gegen System und Gesellschaft von sich zu geben. Eigentlich sind die Jungs in Ordnung gewesen, nur halt etwas irritiert mit der Gesamtlage (Wiedervereinigung, 2.Weltkrieg, Asyl, Türken, Neger, Juden, Moslems, Punks, Scheiß-Politiker ...).
                                Wie auch immer ist es ein schwieriges Thema das die Gemüter heizt, wenn es um Rassen und Menschenhass geht. Denn wenn die Kacke mal richtig am Dampfen ist, gibt es nur noch den UR-Mensch, der überall im Menschen seit der UR-Zeit fest geankert ist.
                                Doch dieses Phänomen ist überall auf der Welt zu beobachten. Der Nachbars-Clan und anders aussehende, sind ist immer Schuld am eigenen Unvermögen.

                                Mein Fazit: American History X ist ein sehr bedeutender und wichtiger Film über den UR-Hass im Menschen gegenüber ANDERE. Gezielt manipulierte Hetzparolen scharen täglich tausende von Neu-Mitglieder. Nicht nur in der Nazi-Szene. Auch andere fanatische Institute finden zur jederzeit hirnlose Neuankömmlinge.

                                P.S.: Nur unglückliche Menschen hassen. Mein Opa sagte mal: Junge es gibt nur Arschlöcher und welche die keine Arschlöcher sind. Unabhängig Nationalität, Rasse und Bildung.

                                8
                                • 8 .5
                                  Samweis_Gamdschie 04.08.2014, 22:23

                                  Verdammt starker Film über das Thema Rassismus. Völlig zurecht ein Film, der sehr beliebt ist.
                                  Einer der besten Filme im 99er Filmjahr.
                                  Sollte jeder mal gesehen haben !!!

                                  5
                                  • 10
                                    Kuchenverkaufer 01.08.2014, 15:11

                                    Ein wichtiger und intelligenter Film kreativer Ideen und emotionaler Momente.

                                    Die Thematik ist immer noch aktuell und wird es auch noch lange Zeit bleiben, diesen Film sollte sich jeder anschauen.

                                    1
                                    • 9 .5
                                      doktormovie 26.07.2014, 01:47

                                      Hass ist schlecht! Denn am Schluss sind wir alle die selben Arschlöcher.

                                      1
                                      • 9
                                        adrian.valentin.378 11.07.2014, 23:29

                                        Mitreißend , Hart, Emotional und Hoffnung spendend
                                        Ein Film über die menschlichsten aller Eigenschaften: Liebe, Hass, Terror, Manipulation und Gewalt
                                        Wer sich für Themen wie Rassismus und seine Hintergründe interessiert, der sollte auf jeden Fall mal in Erwägung ziehen sich diesen (meiner Ansicht nach) in fast allen Punkten überragend umgesetzten Film anzusehen.

                                        3
                                        • 8 .5
                                          Bubo 13.06.2014, 18:20

                                          Aus der vollen Kiste der Bubo-Metaphern. Heute: Wenn ich ein Blümchen wär...
                                          Man nehme einen Samen, pflanze ihn ein und lasse ihn in seinem Sinne wachsen. Die Erde ist hierfür nicht so wichtig. Auch nicht die Stärke der Wurzeln. Ebenso wenig die Anzahl Sonnen- oder Regenstunden. Nicht einmal das Alter der Pflanze. Das, was hierfür entscheidend ist, ist der richtige Dünger, damit alles schön nach den Vorstellungen des Gärtners gedeihen kann. So ein Blümchen ist hungrig und will gefüttert werden.

                                          „People look at me and see my brother.“

                                          Bruder, wir entspriessen doch demselben Samen. Wir wachsen vielleicht unterschiedlich schnell, drehen unsere Blätter in unterschiedliche Richtungen. Unsere Blüten verströmen vielleicht nicht denselben Duft, leuchten vielleicht nicht in derselben Farbe. Dennoch sind wir da, zusammengepfercht im selben Gartenbeet und müssen nebeneinander leben, oder nicht?

                                          Bruder, wir sind uns doch so ähnlich, und wir haben doch rein gar nichts gemein. Ich habe so viele Fragen und ich weiss, DU stellst sie Dir auch, egal, ob ich zu Dir aufsehe oder auf dich herabblicke.Warum muss ich leiden? Was ist mein Ziel? Wer bin ich? Wie finde ich mein Zuhause? Wann wird es soweit sein? Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Ich will doch nur....Antworten. Irgendwo, bei irgendwem, irgendwann muss ich sie doch irgendwie finden können. Ein anderer Gärtner kann mich vielleicht zu etwas höher entwickeltem hin züchten, indem er mir die Antworten eindüngt, oder nicht?

                                          Bruder, was sagst Du? Ich stelle mir die falschen Fragen? Es gibt nur eine Frage, die ich mir beantworten muss? Die kein Gärtner der Welt je für mich beantworten kann?...Ich verstehe nicht...

                                          „Has anything you've ever done made your life better?“

                                          15
                                          • 9
                                            snyky 10.06.2014, 16:20

                                            Sehr guter Film zum Thema Rassismus

                                            • 9
                                              BenAffenleck 06.06.2014, 17:01

                                              “Hass ist Ballast. Das Leben ist zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert”.

                                              Selten hat mich damals ein Film so im Sessel zurück gelassen, wie AMERICAN HISTORY X. Die Namen der Mitwirkenden rasselten runter, aber man war immer noch baff. Geschockt. Traurig. Aber es war ein Ende ohne Samthandschuhe. Für diesen Film war es vor allem das richtige Ende, untermauerte es doch die Aussage “Hass erzeugt nur noch mehr Hass” perfekt.

                                              Norton und Furlong harmonisieren perfekt zusammen. Gerade Norton liefert hier seine beste Performance ab (Natürlich ist er in ZWIELICHT und FIGHT CLUB auch grandios).
                                              Die Geschichte zieht einen mit, ist schockierend und perfekt erzählt. Alles Vergangene ist nur in schwarz/weiß gehalten. Einzig die ständigen Zeitlupen sind mir für so einen Film zu stylisch. Natürlich sehen sie fantastisch aus, aber das dürften sie eigentlich gar nicht. Letzten Endes fühlen sich vielleicht noch einige Unentschlossene Idioten bestätigt.

                                              Fazit: Ein sensationelles Drama, das mir wieder Eindrucksvoll zeigt das Hass nicht vererbt, sondern anerzogen wird. Und das darf niemals toleriert werden.

                                              10
                                              • 9 .5
                                                Toaster0107 05.06.2014, 01:24

                                                Wahnsinnig gut. Der Film schafft es keine Sekunde langweilig zu sein, was den wenigsten Filmen dieser Sorte gelingt, da das Thema Rassismus doch schon sehr oft behandelt wurde, was dafür sorgt, dass diese viele Längen aufweisen.

                                                Edward Norton spielt hier seine beste Rolle und auch die Leistungen der anderen Schauspieler sind gut.

                                                • 10
                                                  Codebreaker 04.06.2014, 19:17

                                                  Tut mir leid, ich kann nicht anders. Im Text wird gespoilert.

                                                  Rassismus. Menschen hassen einander, nur wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Staatsangehörigkeit.
                                                  Rassismus führt zu Hass.
                                                  Hass. Er hat sich in Derek Vinyard angestaut.
                                                  Bedingt durch den Tod seines Vaters, vermeintlich.
                                                  Derek selbst war gar nicht so versessen auf die Rassismus-Schiene, er selbst wurde von anderen Menschen zu dem gemacht, was er schließlich war. Er wurde zu einem Monster gemacht.
                                                  Er wurde beeinflusst. So sehr, dass er im Endeffekt gar nicht anders konnte und zu diesem gewalttätigen, rassistischen Nazi wurde.
                                                  Doch von wem? Von Cameron Alexander? Ja, größtenteils sicherlich.
                                                  Von der Gesellschaft? Von den Einwanderern? Von den Schwarzen die seinen Vater umgebracht haben? Auf jeden Fall, der offensichtlichste Grund.
                                                  Doch auch sein Vater selbst hat dazu beigetragen, auch er hat Derek zu diesem Monster gemacht.

                                                  Derek Vinyard ist ein verdammt guter Redner. Wenn er seine Predigten hält, dann schafft er es die Leute in seiner Umgebung ebenso zu beeinflussen wie er selbst beeinflusst wurde, sieht man zum Beispiel an seinem Bruder. Ja, er schafft es sogar, dass für den Zuschauer all das logisch klingt was er sagt. Ich will gar nicht groß irgendwelche Diskussionen aufwerfen, aber bestimmt ist nicht alles total verwerflich, was er da sagt. Sicherlich nicht so extrem, sicherlich muss man vieles von verschiedenen Seiten sehen, aber von Grund auf abstreiten kann man das nicht.

                                                  "American History X" ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Einer, der garantiert in meiner Top 10, vielleicht sogar Top 5 ist. Das ist nun die fünfte oder sechste Sichtung und JEDES Mal werde ich in den Bann des Filmes gezogen. JEDES Mal denke ich wieder darüber nach, jedes Mal schafft der Film mich wieder.

                                                  Die Szenen sind teilweise so intensiv, so angespannt, so einnehmend. Fast alle.
                                                  Sei es die Szene am Essenstisch, als Derek seine Familie konfrontiert, mit seinem neuen Gesicht. Als er durchdreht und seine Mutter ihn letztenendes verstößt.
                                                  Sei es die Szene als herauskommt, dass der Vater den Grundbaustein für Dereks Entwicklung legt, wieder am Essenstisch. Er verwirrt seinen Sohn und beginnt, unwissentlich, die Entwicklung des Bösen in Derek.
                                                  Oder natürlich die Szene, die wahrscheinlich am bekanntesten ist: "Fresse auf den Bordstein!"

                                                  Ich finde auch, dass "American History X" das Thema Rassismus sehr gut beleuchtet. Zum Beispiel wird gezeigt, dass Rassismus eben nicht immer nur von den Weißen ausgeht. Ein schwarzes Jugendlicher erschießt einen weißen Jugendlichen. Nur weil er ihm Rauch ins Gesicht gepustet hat? Nur weil dieser einen anderen Teenie vor der Gruppe Schwarzer beschützt hat? Oh. Eine Gruppe Schwarzer ärgert einen Weißen? Es geht nicht darum welcher Hautfarbe du angehörst. Hass. Rache. All das ist schlecht. Ob du nun schwarz, weiß, gelb oder blau bist.

                                                  Wir bekommen zwei verschiedene Zeitebenen geliefert. Dereks Vergangenheit in dem tisten Schwarz-weiß. Er hat eine falsche Weltansicht. Es gibt nur Schwarz und Weiß. Die beiden Extreme. Nur die guten Menschen, die Weißen und der Abschaum, die schwarzen. Wir sehen was er alles schlimmes getan hat, wie gut er die Menschen beeinflussen konnte, als er selbst total beeinflusst war. Und dann haben wir die gegenwärtige Geschichte, in allen Farben. Nach dem Gefängnis hat er sich geändert. Jetzt sieht er die Welt, so wie er sie sehen sollte.

                                                  Nochmal: ich LIEBE American History X!
                                                  Die Art wie der Film erzählt ist, die Geschichte, der Denkanstoß, die Sozialkritik dahinter...
                                                  UND: Edward Norton. Mit entdeckte ich ihn, hiermit begann ich ihn ebenfalls zu vergöttern. Ein ganz ganz großer Schauspieler. Sieht man zum Beispiel in Zwielicht, zum Beispiel in Fight Club aber ganz sicher in: American History X.
                                                  Die Szene mit dem Bordstein beispielsweise, als er schließlich festgenommen wird. Dieser Hass, dieser Wahnsinn in seinen Augen! Und auch sonst, wie überzeugt er von dem ist was er glaubt, ob nun als Nazi oder als "Geretteter".

                                                  Wie gesagt, ein unglaublich wichtiger, genialer und umfangreicher Film. Hier steckt so viel drin, so viel was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. So viel, was einem dennoch ins Auge springt. Hier bekommen wir schonungslos das Thema Rassismus dargeboten. Die Nazis, die Schwarzen. Es ist ganz einfach. Es gibt IMMER die Guten und die Bösen, von den Schwarzen, von den Weißen, IMMER. Und das zeigt uns American History X, perfekt!

                                                  Es geht um Hass. Hass auf einzelne Menschen oder Hass auf eine gesamte Rasse. Definitiv steht jedoch fest: Hass ist schlecht. Auch das zeigt uns American History X, wieder perfekt!

                                                  "Derek sagte immer: Es ist gut mit einem Zitat abzuschliessen, denn wenn jemand anders es schon am besten formuliert hat, und man selbst es nicht besser kann, dann stielt man eben von ihm... und verschafft sich einen starken Abgang!"

                                                  Ein weiser Mann, dieser Derek. In diesem Sinne also:

                                                  "Hass ist Ballast. Das Leben ist viel zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert."

                                                  6
                                                  • 9
                                                    Friedsas 31.05.2014, 23:46

                                                    "Du mußt die richtigen Fragen stellen." - "Und die wären?" - "Hat sich durch das was du tust dein Leben gebessert?"

                                                    Hier kommen knallharte Spoiler auf euch zu also ned weiterlesen wenn ihr sie verhindern wollt!

                                                    American History X ist ein Sozialdrama der sehr extremen Sorte. Es ist ein anderer Weg solch ein Drama anzugehen, meistens sind diese Filme nämlich durch karge Landschaften und tolle Bilder gekennzeichnet (z.B. Winter´s Bone oder Auge um Auge) aber in diesem Film bekommt man knallhart den Schlag ins Gesicht. Es scheint als wolle der Regisseur ALLE aufwecken, nicht nur Derek oder seinen Bruder Danny. Die schwarz-weiß Szenen zeigen, zumindest für mich nicht nur Dereks Vergangenheit, sondern auch sein oftmals irrationales Schwarz-weiß Schema Denken. Ich spiele damit nicht auf Hautfarben an sondern darauf das es für ihn ganz klar die bösen (Ausländer) gibt und auch ganz klar die guten. (Weiße) Und die bösen könnten machen was sie wollen sie bleiben die bösen und auch die guten könnten zum Beispiel wie im Film gezeigt komplett einen Laden zerlegen und trotzdem sind sie in seinen Augen noch die guten die komplett im Recht sind. Nur langsam dämmert es Derek das der Weg den er eingeschlagen hat, nicht der richtige war. Das er nur eine Puppe war, eine Marionette und er beginnt die richtigen Fragen zu stellen. Nämlich: "Hat sich durch das was du tust dein Leben gebessert?" und auf diese Frage antwortet er natürlich mit Nein. Er erkennt wie verblendet er war und versucht das Ruder noch rumzureißen. Leider aber muss er erkennen das er als großer Bruder natürlich eine Vorbildfunktion inne hat (bzw. hatte). Und wer im Namen seines Nationalsozialistischen Glaubens zwei Menschen umbringt und bei der Festnahme noch grinst und sowieso sich mit jeden anlegt und auf Biegen und Brechen diesen Glauben verteidigt der muss doch komplett dahinter stehen, oder? Und dieses Gedankengut keimt in seinem kleinen Bruder auf, der kleine Bruder der die Verwandlung seines großen Bruders zum einstigen Leader der Gang miterlebt hat und wie viele kleine Brüder auch will er seinem großen Vorbild nacheifern, ihn stolz machen und so lässt sich auch Danny in diesen Sog hineinziehen. Es braucht auch erst wieder diese Identifikationsfigur, seinen großen Bruder der mittlerweile geläutert ist, der mittlerweile verstanden hat das der einst eingeschlagene Weg zu nichts führt außer zu Hass, Konflikten und Gewalt, der ihm hilft zu verstehen. Derek versucht seinen Bruder davon abzuhalten die gleichen Fehler zu begehen die er einst im Namen einer falschen Bewegung begangen hat. Das traurige daran ist bloß, das er es zwar schafft ihm von den Gedankengut wegzubekommen bzw. ihn dazu bringt sich die selbe Frage zu stellen ("Hat sich durch das was du tust dein Leben gebessert?") und in sich zu gehen, doch Danny am Ende die Vergangenheit einholt. Ein kleiner Fehler, einmal zu oft seinen Rassenhass kundgetan und in einem ungeschützten Moment, zahlt er den Preis. Und so bleibt der Zuschauer wieder wortlos zurück, wie beim Mord am Anfang, da auch das Verbrechen am Ende einfach nur aus Hass geschieht. Nicht mehr, nicht weniger. Hass erzeugt Hass oder wie es die Ärzte einst ausdrückten: "Gewalt erzeugt Gegengewalt!"

                                                    "Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich das hier nur wegen dir überlebt habe?" "Was redest du? Warum sollte ich meinen Arsch für so ne Kalkleiste wie dich hinhalten?"

                                                    Sowohl Edward Norton als auch Edward Furlong spielen hervorragend. Edward Norton nimmt man alle Facetten der Geschichte ab. Der Teenager der vom Vater "manipuliert" wird, den toughen Neonazi Leader und zu guter letzt den geläuterten. Edward Furlong hingegen, sein Charakter ist angelegt auf Nortons Charakter zu reagieren, und diese Ungewissheit dieses nachdenkliche in seinem Blick fängt die Kamera immer wieder ein. Die schwarz-weiß Überblendungen und die Anordnung der Ereignisse also die Erzählweise ist genauso einsame spitze. Vom Nebendarsteller Cast hervorheben möchte ich noch Ethan Suplee, dieser spielt seinen Charakter mehr als überzeugend. Er ist fett, dumm und noch mehr Marionette als es Derek je war. Dies wird auch in der Deleted Scene äußerst deutlich. Mein einziges Manko an dem Film ist, das es einem so vorkommt als mache er es sich manchmal etwas zu leicht. Er zeigt die Beeinflussung durch den Vater, dann durch Alexander und dann durch Derek. Vergisst aber oftmals das wir auch selbst denkende und eigenständig entwickelnde Individuen sind und mehr als unsere Erziehung unser Gedankengut beeinflusst.

                                                    "Du musst dir vorstellen, dass ich zwei Leute getötet hab. Getötet! ... Und ich fühlte mich genau so wie vorher, nur noch viel verwirrter. Und ich bin es leid, dauernd wütend zu sein, Danny, ich bin es einfach leid."

                                                    Mein Fazit zu American History X ist relativ einfach: Ein starkes und sehr extremes Sozialdrama mit zwei herausragenden Akteuren. Der Film zeigt eindrucksvoll welch ein Sog solch eine Gesellschaft sein kann, aber auch das man diesem Sog wieder entkommen kann - mit Hilfe. Denn auch Derek hat es nicht ohne Hilfe hinbekommen.

                                                    Und wie könnte ich meinen Kommentar anders abschließen als er Film:

                                                    "An dieser Stelle muss ich wohl schreiben was ich gelernt habe... meine Schlussfolgerungen, nicht wahr? Hass ist Ballast. Das Leben ist viel zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert. Derek sagte immer: Es ist gut mit einem Zitat abzuschließen, denn wenn jemand anders es schon am besten formuliert hat, und man selbst es nicht besser kann, dann stielt man eben von ihm... und verschafft sich einen starken Abgang!
                                                    Wir sind keine Feinde, sondern Freunde - wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreißen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn - und das ist sicher - die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren."

                                                    11