American History X - Kritik

American History X

US · 1998 · Laufzeit 118 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
  • 8

    Sollte in Schulen in jeder 10. Klasse gezeigt werden

    1
    • 7 .5

      Als ich ein Kind war, dachte ich vom titel her, dass American History X ein Sci-Fi-Streifen wäre. Irgendwann klärte man mich dann drüber auf, dass es tatsächlich um amerikanische Nazis ginge. Geschaut hab ich den Film gestern Abend dann tatsächlich endlich mal und muss sagen, dass ich mir immer noch was anderes drunter vorgestellt hatte. Schlecht war das, was ich am Ende bekommen habe, trotzdem keinesfalls. Ich hätte zwar etwas mehr plakativieren Rassismus erwartet (was mir um die Uhrzeit meist zu schwer war - deshalb hat es auch so lange gedauert), damit die Botschaft deutlicher wird, aber Edward Norton hat dennoch wirklich eine beeindruckende Leistung abgeliefert. Man leidet richtig mit - besonders in den letzen Minuten, wenn die Geschichte im Grunde erzählt ist, man sich den beiden Hauptfiguren verbunden fühlt und dann noch so ein Brett vor den Kopf geknallt bekommt. Und dann darfst du dir sebst noch deine Lehre draus ziehen, was dieses ende sollte.
      Absolut sehenswert!

      • 8 .5
        Fenrisúlfr 03.04.2016, 00:56 Geändert 03.04.2016, 01:52

        >Diese "Macht doch mal die Augen auf!"-Kritik enthält zur Offenlegung des waren perfiden Bösen, das uns verfolgt, extreme Spoiler<

        Ein interessanter Film mit ganz guten Ansätzen. Leider wird sehr schnell ersichtlich, dass Kaye hier das Nazizeugs als völlig irrelevant erachtet; aus diesem Grund wird auch nur der Aspekt Rassismus gezeigt und fast gar nicht über die nationalistischen Punkte gesprochen.

        Wenn man sich auskennt und Anonymous auf Facebook geliked hat (oder ggf. reddit-User ist), dann erkennt man sehr früh, dass die wahre Intention des Films das subtile Suggerieren darstellt und letzten Endes Leute von Tattoos abbringen soll. Dies erkennt man sehr gut an der sehr intensiven Szene in der Dusche des Gefängnisses, welche offensichtlich repräsentativ für die vom Protagonist wohl sehr traumatischen Erinnerungen im Tätowier-Studio steht.

        Trotz guten Schauspiels und interessanten Stilmitteln oder gerade deshalb ist dieser Film leider ein von der bösen Regierung initiiertes und damit absolut inakzeptables Werk. So werden die vergangenen Szenen, so übrigens auch die Badszene, in schwarzweiß gezeigt, um eine Verbindung zu den Tattoos des Protagonisten aufzubauen, welche allesamt schwarz sind. Dies ist zweifelsfrei auch der einzige Grund, weshalb Kaye das Skinhead-Setting verwendet hat; so konnte er problemlos den Konflikt zwischen diesen und Einwanderern aufbauen. Natürlich werden fast nur Schwarze als Konfliktträger verwendet, da diese repräsentativ für die Tätowierungen, welche im Falle des Protagonisten allesamt natürlich allesamt schwarz sind, stehen. Mit diesen kommt der Protagonist durch Einfluss seines Vaters (Vgl: Eltern wollen nicht, dass Kinder sich tätowieren lassen) in gefährliche Konfliktsituationen.

        Im Gefängnis jedoch merkt er, dass sein Hass falsch ist. Auch dies ist eine offenkundige Parallele zu Tattoos; man bedenke, dass Kaye, der da eine große Abneigung gegen Tattoos hat, selbstverständlich davon ausgeht, dass jeder Mensch im Gefängnis unbedingt tätowiert sein muss, und nach drei Jahren, in welchen der Protagonist mit Hassgleichgesinnten und eben den Schwarzen/Tattoos gefangen ist, durch die ganzen ungesunden Stoffe geistig manipuliert wurde, sodass er am Ende überhaupt kein Problem mehr damit hat.

        Am Ende jedoch, wo er sein Skinhead-Dasein aufgibt und damit seinem Oberfreund (der nicht tätowiert ist - Zufall?) den Rücken kehrt, so kommt dem Unachtsamen vielleicht der Gedanke, dass dies eben zeigen soll, dass er eingesehen hat, dass jeder Mensch gleich ist. Völlig falsch! Die wahre Intention wird durch das Ende klar, dem Tod seines kleinen Bruders durch einen Tattoo-Repräsentativen. Dies ist ein wenig mit dem goldenen Schuss gleichzusetzen, allerdings nicht mit Heroin, sondern mit Tattoofarbe. So muss er letztlich erkennen, dass es den Tod bringt, sich zu tätowieren.

        Leider ein trauriges Bildnis. Der völlig zu Unrecht so hochgelobte Film "American History X" (das X soll wahrscheinlich den Punkt, an dem die Nadel einsticht, repräsentieren) ist also letztlich vielleicht das Produkt eines in Rage geratenen Familienvaters, der dann wohl auch noch Hypochonder ist und sich die möglichen Nebenwirkungen von Tattoos durchgelesen hat. Dies jedoch bezweifle ich, da der Regisseur offenkundig nur ein Problem mit schwarzer Tinte hat (was an den schwarzweißen Szenen erkennbar ist), welche weitaus weniger schädlich ist als etwa Pink (daher warne ich Eltern übrigens ausdrücklich davor, die Kinder LazyTown gucken zu lassen, da diese Serie einen ähnlichen Hintergedanken verfolgt). Aus diesem Grund vermute ich hinter diesem Film die Illuminaten.

        Diese Kritik entspricht nicht notwendigerweise der Meinung des Autors und / oder seiner diabolischen Vorgesetzten.

        8
        • 8 .5

          Sehr Verstörender Film, der einen mit tiefsitzenden sehr unbehaglichen Gefühl zurück läßt.

          Edward Nortons Darstellung ist erschreckend Authentisch und überzeugend.

          Wenn der Begriff "SCHWERE KOST" je eine Bedeutung hatte, dann hier für diesen knallharten Streifen aus einer Welt die nur verderben bringt.

          X-trem hart!

          15
          • 8 .5

            Einer der besten Filme von Edward Norton. Ich bin mir sogar sicher, dass er durch diesen Film bei den 15+ ewig in Erinnerung bleiben wird.

            Selten hat ein Darsteller seine Rolle so gut gespielt und sich mit ihr identifiziert.

            1
            • 8

              Sehr sehenswert.
              Auch wenn mir die Handlung teilweise sehr gestrafft vorkam.
              Macht den Film nicht schlechter, aber er war so schnell vorbei.
              Thema ist (leider) zeitlos, und wieder einmal sehr aktuell.

              Vier-Stufen-Wertung: Spitze!

              1
              • 8

                Klasse wie Derek im Knast geläutert wird und seinen kleinen Bruder davor bewahren will, die gleichen Fehler zu begehen. Beim Ende sind mir fast die Tränen gekommen

                "Ich will dir nicht vorschreiben, was du tun sollst,das will ich nicht. Ich will nur das du es verstehst. Weil ich dich liebe und du mein bester Freund bist."

                Ein sehr guter Film, der zum Nachdenken anregt. Edward Norton hat echt super gespielt.

                1
                • 8

                  Eine der zweifellos besten Leistungen von Edward Norton. Seine Wandlung vom Neo-Nazi zum geläuterten Aussteiger ist packend, emotional und absolut glaubhaft.
                  Dafür sorgt auch das Drehbuch des Films, dass dank zwei verschiedener Zeitebenen die Charakter noch besser mit all ihren Facetten darstellt.

                  4
                  • 10
                    123Filmfreak 09.02.2016, 00:10 Geändert 09.02.2016, 00:27

                    American History X ist meiner Meinung nach der kulturell relevanteste Film, den ich je gesehen habe! Er hat mir in so vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet! Das Thema ging mir bereits vorher ziemlich Nah und gerade in der heutigen Zeit, wo es wohl in Deutschland momentan ein Wachstum des braunen Gedankenguts gibt, bezeichne ich es als eine Pflicht sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
                    Dieser Film gibt den Nazis ein Gesicht, einen Hintergrund, eine Geschichte, ein Leben, ein HERZ und dämonisiert sie nicht. Er versteht alle Seiten, ohne zu vergessen was seine Intention ist.
                    Auch wenn ich mir immer zurede, dass ich auf jeden Menschen mit Respekt und Mitgefühl entgegenkommen soll, so muss ich doch eingestehen, dass Nazis bei mir da immer eine Ausnahme waren und ich nie ihre wahren Gesichter betrachten konnte! Dieser Film zeigt mir wie dieses Gedankengut entsteht und es zeigt mir, dass es überwunden werden kann. Das alles auf absolut humanistische und nachvollziehbare Weise! Ich weiß noch nicht wie groß die Dimensionen meines Sinneswandels sind, aber cih bin froh, dass jemand diesen Film gedreht hat und sich so viele Gedanken, um dieses so kritische und leider so aktuelle Thema gemacht hat!
                    Danke

                    1
                    • 7 .5

                      American History X muss man mal gesehen haben. Eig ist der Film schon fast Kult. Edwart Norton ist wie viele schreiben echt einer der unterschätzten Schauspieler was ich sehr schade finde denn der Mann hast echt drauf was er hier in dem Film bereits beweist.

                      1
                      • 7 .5

                        Tony Kayes American History X schildert die ideologische Wandlung des Neonazi-Skinheads Derek Vinyard (Edward Norton) und den verzweifelten Versuch, seinen kleinen Bruder Daniel (Edward Furlong) davor zu bewahren, die selben Fehler wie er zu begehen. Dieser Kommentar kann durchaus Spoiler enthalten.

                        American History X ist ein Paradebeispiel, wenn es um das Zusammenspiel von mangelnder Intelligenz, Gewalt und Rassimus geht. Mir persönlich war vor dem Ansehen des Films nur die Szene bekannt, in der Derek einen der Einbrecher mittels eines ,,Bordsteinkicks" tötet. Das war aber auch schon alles, was ich wusste.
                        Dereks Geschichte lässt keinen Zweifel daran, wieso er Neonazi-Skinhead geworden ist. Die neonazistische Ideologie hilft ihm, seinen Hass auf den Mörder seines Vaters zu entladen. Dass der Mörder dessen ein Afroamerikaner war, scheint ihn nur noch zu bestätigen. Die Skinhead-Attitude erlaubt es Derek und seinen Freunden, neben der gewaltverherrlichenden Ideologie eben diese Gewalt auch auszuüben.
                        Dereks Freunde, in keinster Weise ideolgisch gefestigt, minderintelligent und aus sozial schwachen Verhältnissen sind, so zeigt es Kaye auch wunderbar, die Fußsoldaten von Menschen wie Cameron Alexander (Stacy Keach), welcher als ideolgischer Kopf der Gruppierung rassistische Übergriffe auf Menschen anderer ethnischer Zugehörigkeit koordiniert und in Auftrag gibt. All dies ist durchaus realistisch und häufiger verbreitet, als man zu glauben mag.
                        Das Zusammenspiel aus Ideologie und Gewalt ist hier besonders zu beachten. Cameron, welcher sich nicht als Skinhead gibt, wird auch physisch nicht gewalttätigt. Seine jungen Anhänger in Bomberjacke und Doc Martens jedoch schon. Dies sind zwei interessante Faktoren, über die man stundenlang debattieren könnte.

                        Rein filmisch gefällt mir der Film ebenfalls. Die Zeitsprünge, gekennzeichnet durch schwarz-weiße Szenen, sind für den Zuschauer gut nachvollziehbar. Eben durch die farblichen Umstrukturierung weiß American Horror Story X den Zuschauer durchaus zu berühren, wenn nicht sogar etwas zu verunsichern. Ich muss sagen, dass ich die Szenen im Gefängnis, in schwarz-weiß gehalten, um ein deutliches Maß schlimmer fand als wenn diese Szenen in normaler Farbe gezeigt wären worden. Dieses Farbspiel lässt nicht nur die Zeitsprünge wunderbar kennzeichnen, sondern auch die ideologische Denkweise Dereks. Aus seinem vorigen Schwarz-Weiß-Denken tritt er nach der Haftentlassung aus. Es gibt so viele stilistische Mittel in diesem Film, über die man ebenfalls stundenlang debattieren könnte.

                        • 9 .5

                          +++ Dieser Beitrag ist ein Kommentar zur User-Wichtelaktion 2015+++

                          Hey Leute, heute bin ich vielleicht ein wenig früh dran, aber ich möchte mich für dieses Jahr erstmal in den wohlverdienten Urlaub verabschieden. Ich wünsche euch allen einen schönen 4. Advent, ein frohes Weihnachtsfest und womöglich noch ein guten Rutsch ins neue Jahr :) (Wobei ich glaube, dass ich bis dahin nochmal was von mir hören lassen werde ;-) ). Ansonsten könnt ihr mich jederzeit anschreiben, ich schaue regelmäßig in mein Postfach und werde antworten. ;-). Nur werde ich erstmal von weiteren öffentliche Beiträgen absehen.

                          Deshalb möchte ich gleich jetzt den Wunschkommentar für unseren Freund DaBushman schreiben. Er wünschte sich einen Kommentar zu American History X. Mir fällt eigentlich auch kein Film ein, der meinem politischen Anspruch eher künstlerischen Ausdruck verleiht, als eben dieser. Das Thema spreche ich in vielen Bereichen immer wieder an, dass es mich selbst schon nervt. Ja wirklich. Ich leiere die selben Themen immer wieder herunter, dass es mir selbst schon peinlich ist. Hoffentlich kann ich heute damit abschließen, dass ich mich den schönen Dingen des Lebens zuwenden kann :)

                          American History X ist gerade in dieser Hinsicht der beste Film seines Genres. Kein Sozialdrama skizziert treffender die Problematik aus Rassismus und Gewalt. Handwerklich und schauspielerisch hätte der Film nicht besser inszeniert werden können. Edward Norton als Neonaziglatze Derek Vinyard ist eine der gespenstischsten und authentistischen Verkörperungen eines Psychopathen, die ich je erlebt habe. Der Film bewegt sich auch hier auf dem Niveau der Superlative.

                          Es folgt ein einziger Spoiler. (Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass es Menschen gibt, die den Film noch nicht gesehen haben, bzw. sich nicht vorstellen können, worauf der Film hinausläuft.).

                          Worum geht es? Es geht um Danny Vinyard, welcher einen verherrlichenden Aufsatz über Hitlers "Mein Kampf" geschrieben hat. Sein Schulleiter Dr. Sweeney nötigt ihm eine Hausaufgabe ab, in der er einen Aufsatz über seinen großen Bruder Derek schreibt, der gerade seine Haftstrafe beendet, die er wegen eines extrem butralen und grausamen Doppelmordes aus rassistischen Motiven antreten musste. Derek Vinyard ist durch seine schreckliche Tat zu einer lokalen Ikone innerhalb der Neonaziszene avanciert und sein jüngerer Bruder ist drauf und dran, ihm nachzueifern. (Es gibt nicht viele Filme, die die kranke Methode des Bordsteinbeißens thematisieren. Nichts für schwache Nerven!)

                          Nun verläuft der Film in 2 parallel erzählten Handlungssträngen weiter. Einmal wird über die Gegenwart nach der Entlassung Dereks erzählt und aus der Zeit vor der Entlassung Dereks (in schwarzweiß).

                          Der Film gewährt uns Ottonormalbürgern einen tiefen Einblick in die Subkultur und die Szene der Neonazis, aber auch in die kranke und menschenverachtende Ideologie, die hinter diesem Wahnsinn steht. Wir erleben mehrere Szenen, in der Derek wie ein Besessener seine Hasstiraden hält und alle Schuld für die Missstände in den USA der schwarzen Bevölkerung in die Schuhe schiebt. Als gäbe es eine genetische Veranlagung für besonders kriminelles Verhalten. Soziale Umstände, wie etwa die Prägung durch das Milieu zieht er gar nicht in Betracht. Und Kriminalität bei seiner eigenen Ethnie scheint er gar nicht zu kennen. Dass sein unförmiger Freund Seth ein Versager und Psychopath ist, ignoriert er zum Beispiel völlig.

                          Seiner eigenen Ideologie folgend, sieht er sich genötigt gegen Schwarze und Einwanderer innerhalb seines Viertels rigoros vorzugehen. Angefangen dabei, sie vom örtlichen Sportplatz zu vertreiben, bis zu einem organisiertern Überfall auf eine Einkaufsmall und ihre Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Aber auch einen Exkurs in seine antisemitische/antibolschewistische Ideologie, als sich seine verwitwete Mutter mit einem linksintellektuellen Juden trifft, bleibt dem Zuschauer leider nicht erspart. Für Übergriffe auf seine eigene Familie ist er sich nicht mal mehr zu schade. American History X ist da absolut schonungslos. Absolut schonungslos. Er arbeitet sozusagen alle verschwurbelten Themengebiete aus dem Repertoir der Nationalsozialisten ab.

                          Dereks gesamter Hass führt ihn in eine unausweichliche Falle, die er sich selbst stellt. Er muss sich für seine Verbrechen verantworten.

                          Im Gefängnis gehört er zu der abgefuckten Minderheit. Also schließt er sich den weißen Rassisten an. Und statt zu hinterfragen, was die Dumpfbacken alle ins Kitchen geführt hat, hält er wieder seine pseudo-idealistischen Moralpredigten und legt sich damit auch mit den Nazis an. Denn diese lassen sich ihre Unzulänglichkeiten, wie etwa Drogenabhängigkeit ungern vorhalten. Würden Sie sich das eingestehen, wären sie eben auch nur Menschen. Nicht die Nazis! Naja. Eine Vergewaltigung durch seine Kameraden später, findet er seine Gefolgschaft nicht mehr so toll. Die Weißen können damit schonmal nicht mehr genetisch oder moralisch überlegen sein, wie er immer glaubte.

                          Im Umkehrschluss freundet er sich mit einem Schwarzen an, dem die Hautfarbe völlig gleich ist. Derek muss erkennen, dass es natürlich auch Kriminelle bei den Schwarzen gibt. Aber alles in allem sind es eben auch nur Menschen, mit den selben Eigenschaften. Mit dem Unterschied, dass die Schwarzen in den USA gegenüber den Weißen benachteiligt werden. Sein Kollege in der Wäscherei hat ein völlig überzogenes Strafmaß dafür erfahren, dass er nach einem Einbruch einem Polizisten einen gestohlenen Fernseher ausversehen auf den Fuß hat fallen lassen. Ihm wurde Vorsatz unterstellt. Warum wohl? Wer unterdrückt also wen? Und bringt Rassismus einen weiter? Statt Unterschiede zu suchen, ist es nicht viel beruhigender Gemeinsamkeiten zu finden? "Das Leben ist zu kurz, um immer nur wütend zu sein." ... Einer der schönsten und wichtigstens Aphorismen der Filmgeschichte, wie ich finde.

                          Entlassen aus dem Gefängnis, versucht Derek sein Leben neu zu organisieren und sich in die gesellschaft zu reintegrieren. Zu aller erst versucht er seinen jüngeren Bruder Danny aus der Szene herauszuholen. Er bricht mit seiner hasserfüllten Ex-Freundin, die sich nicht im geringsten gebessert hat und mit seinem ehemaligen Mentor Cameron. Ein furchtbarer Hetzer, dem die Schicksale seiner Anhänger und viel mehr noch die Schicksale seiner Opfer völlig gleich sind. Hauptsache er ist der Anführer einer Bewegung, die ihm huldigt. Durch diesen Bruch zieht sich Derek den Hass seiner ehemaligen Kameraden auf sich. Nun teilt er sich seinem jüngeren Bruder mit und was ihn dazu veranlasst hat, mit der Neonazi-Szene zu brechen.

                          Eine der schönsten Szenen des Filmes, ist die Stelle, als Derek und sein kleiner Bruder ihre Wohnung von der widerwärtigen Nazi-Deko befreien und Danny seinen Aufsatz zu Ende schreibt. Sein Aufsatz schließt mit den wunderbaren Worten:

                          "Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreißen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn – und das ist sicher – die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren.". Diese Worte waren Teil der Amtsantrittsrede von Abraham Lincoln.

                          Der Film mündet leider in eine Tragödie, denn alles in allem hat Derek Geister beschworen, die er einfach nicht mehr los wird. Wir ernten, was wir säen. Es gibt tatsächlich so etwas, wie Karma.

                          Wehret den Anfängen. Gewalt ist das Symptom, Rassismus lautet die Ursache. Es beginnt bei "harmlosen" und scheinbar "kritischen" Diskussionen über Politik und mündet in eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt. Bei American History X begann das Elend bei einem morgentlichen Gespräch der Familie über "Native Son" von Richard Wright. Es endete in mehreren grausamen und sinnlosen Morden. Vor allem erkennt man an American History X den Unterschied, zwischen verhältnismäßiger Selbstverteidigung und rassistisch motivierter Gewalteskalation. Die Anwendung von Gewalt im Sinne der Selbstverteidigung kann ich tolerieren, soweit situationsabhängig zweckmäßig und angemessen. Eskalation dagegen wird niemals zum Frieden führen, sondern den Boden für nur noch mehr Hass bieten.

                          Toleranz und Menschlichkeit sind lohnenswerte Ziele, die uns alle angehen. Darum müssen wir alle immer wieder daran arbeiten, diesen Dickicht aus Vorurteilen zu durchdringen. Und da möchte ich mich auch nicht ausschließen. Ich habe auch schon Fehler gemacht. Mich holen meine Dämonen auch regelmäßig wieder ein. Und auch diese hatten ihre Ursachen. Darum, kritisiert mich ruhig. Ich weiß, dass ich kein Held bin. Lobt mich bitte auch nicht. Nur an Feedback kann man wachsen. Ich bin noch lange nicht angekommen.

                          Diskriminierung kennt viele Formen, denen wir uns oft gar nicht sofort bewusst sind. Die Folgen holen uns ein, wenn es zu spät ist. Lasst uns den Menschen vergeben, die Fehler machen. Die Feiertage stehen bevor und sollen uns genau daran erinnern. Lasst uns irgendwann diesen Wahnsinn beenden und uns alle daran arbeiten, bessere Menschen zu werden! "Das Leben ist zu kurz, um immer nur wütend zu sein.". Nennt mich dafür ruhig naiv ^^.

                          Ich wünsche euch allen, einschließlich den Menschen, mit denen ich regelmäßig anecke, ein frohes Fest und einen guten Rutsch :)

                          Verbringt eine schöne Zeit mit euren Lieben und kommt gesund ins neue Jahr!

                          Ich bedanke mich bei dir, lieber Leser, wenn du es tatsächlich bis hier her geschafft hast. Respekt! :D

                          10
                          • 8 .5

                            Zu aller erst: Edward Norton ist vielleicht der am meisten unterschätzte Schauspieler seiner Generation. Was er hier abliefert ist wirklich besonders und atemberaubend. Hut ab.
                            Der Film an sich kann, lebt natürlich viel von Norton, besticht allerdings auch durch eigene Größe. Soundtrack, sowie die allgemeine Inszenierung brillieren.

                            • 8

                              "American History X" ist zweifellos ein Film, der von jedem gesehen werden sollte. Edward Norton liefert hier neben der in "Birdman" seine bisher beste Leistung in meinen Augen ab. Die Story ist zwar nicht wirklich neu, könnte aber aktueller nicht sein, ist durch die parallele Erzählweise zweier Zeitebenen in keiner Minute langweilig und zum Glück nicht zu sehr in die Länge gezogen. Vor allem ist "American History X" in einigen Momenten erschreckend hart, ohne dass der Film die Gewalt zu explizit visualisiert. Hier reichen schon Andeutungen, um den Zuschauer zu schocken, was bei dieser Thematik auch mit angemessener Härte umgesetzt werden muss. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass der Film größtenteils auf Hochglanzoptik verzichtet, sondern auch durch den Einsatz von Wackelkamera sehr "einfach" und realistisch wirkt. Auch das Ende ist noch einmal ein Schlag in die Magengrube, auch wenn es vielleicht etwas vorhersehbar ist. Ganz ohne Pathos und den "moralischen Zeigefinger" kommt auch "American History X" leider nicht aus und die Story wurde an der ein oder anderen Stelle schon etwas zurechtgebogen, sodass das ein oder andere Klischee sich auch in diesen Film eingeschlichen hat. Nichtsdestotrotz verfehlt "American History X" damit nicht seine Wirkung, vor allem weil Edward Norton seine Rolle eben so glaubhaft verkörpert.
                              Fazit: Absolut starker Film, den man durchaus gesehen haben sollte, auch wenn er für mich persönlich jetzt nicht zu den besten Filmen aller Zeiten gehört.

                              2
                              • 9

                                Ein wichtiges Plädoyer gegen Fremdenhass. Dieser Film sollte zum Pflichtprogramm in Schulen gehören, denn die verquere Ideologie von Rassisten wird kritisch durchleuchtet und auseinandergenommen. Die katastrophalen Wirkungen einer rassistischen Grundeinstellung werden schonungslos aufgezeigt und auch Ursachenforschung wird betrieben. Wir konnte der Protagonist nur trotz seiner Intelligenz zu einem solchen Monster mutieren? Natürlich liegt die Antwort in dessen Jugend, wodurch deutlich wird, wie wichtig die elterliche Erziehung für deren Schützlinge ist.

                                Abgesehen von der spannenden und (leider) immer wieder aktuellen Thematik wissen auch die Schauspieler zu überzeugen. Edward Norton hätte für diese Rolle seines Lebens den Oscar zweifelsfrei verdient gehabt. Leider hat dies nicht ganz gereicht. Edward Furlong steht Nortons Leistung in fast nichts nach. Was für ein tolles Duo!

                                Fazit: Einer der besten Filme überhaupt. Trotz einer langen Laufzeit kommt nie Langweile auf. Ein Film, welcher zum Nachdenken anregt und rassistisches Gedankengut dahingehend entlarvt, dass es nur zu Hass und Tod führen kann. Ein herausragendes Werk!

                                2
                                • 10

                                  Genialer Film! (Spoiler)

                                  Die wohl wichtigste Szene im Film (Ein Gespräch zwischen Derek Vinyard und Bob Sweeney):
                                  "Du mußt die richtigen Fragen stellen." - "Und die wären?" - "Hat sich durch das was du tust dein Leben gebessert?"

                                  Und natürlich das wunderbare Zitat am Ende:
                                  "Hass ist Ballast. Das Leben ist viel zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert.
                                  Wir sind keine Feinde, sondern Freunde - wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreissen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn - und das ist sicher - die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren."

                                  2
                                  • 8

                                    Sehr gelungener Film. Nicht zu lang und nicht zu kurz. War immer auf die nächste Szene gespannt!

                                    • 9 .5

                                      bei dem Film passt alles, ein MUSS!

                                      • 8 .5

                                        8,5 für dieses genial Drama.
                                        Die Thematik des 16 Jahre alten Films im Moment bei uns sehr aktuell.

                                        • 10

                                          Großartiger Film mit tollen Schauspielern, dessen Thematik leider heute noch aktuell und sehr greifbar ist...

                                          • 10

                                            Sollte sich jeder einmal anschauen!

                                            • 7 .5

                                              Toller Film :)

                                              • 9 .5

                                                Hat mir sehr gut gefallen.

                                                • 8

                                                  Edward Norton *top* und der Junge von T2 bevor er den Bach runter ging ;) ...
                                                  Für mich ein Klassiker ... Das Ende aber wieder ein wenig "WTF"

                                                  • 8 .5

                                                    TEXT ENTHÄT SPOILER Sehr guter Beitrag zum Thema Rassismus. Der Film macht klar wie unsinnig Rassismus ist und dass er zu nichts positivem führt. Der Protagonist lernt im knast andere Nazis kennen, und stellt fest, dass diese eigentlich gar nicht wirklich an die Naziideologie glauben. Eigentlich dient diese Ideologie nur dazu, seine Wut abzulassen und irgendwo dazu zu gehören. Gleichzeitig lernt er einen Afroamerikaner kennen, mit dem er sich langsam anfreundet. Gut, das ist jetzt eine Sache, die es in fast jedem Film zum Thema Rassismus gibt, allerdings kommt es hier glaubwürdig rüber. Auch wird gezeigt, wie einfach sich der Rassismus ausbreitet. Es fing ja schon an, als der Vater ganz harmlos etwas zu erzählen begann, was man als typische Kneipenparole, die die Leute nachplapppern, bezeichnen kann. Das konsequente Ende des Films zeigt noch einmal, dass Rassismus zu nichts positivem führt.
                                                    Das Thema Rassismus wird hervorragend erzählt, zudem ist der Film klasse in Szene gesetzt. Zum Beispiel die Szene, in der Protagonist festgenommen wird ist einfach hervorragend inszeniert.

                                                    2