American History X - Kritik

US 1998 Laufzeit 118 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 25.02.1999

  • 9

    Ein unglaublich starker und heftiger Film der gewiss nicht was für Jeden ist. Auch ich musste ihn mir einige Male ansehen um ihn wirklich richtig zu begreifen und mit ihm umgehen zu können weil der Film einfach so schwer ist. Schwer im Sinne von schwer verdaulich.
    Aber er ist so schwer wie großartig und das ist natürlich ein großer Verdienst von Edward Norton, der Kerl ist einfach der Wahnsinn! Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass er in einem Film immer mehrere Rollen, bzw. eine Rolle spielt die wie mehrere Rollen rüberkommt. Also was ich meine ist, dass Derek Vynyard ja eigentlich eine Person ist die aus 3 Charackteren besteht: Der jugendliche, sagen wir mal unschuldige Derek, der hasserfüllte Skinhead Derek und der Derek nach dem Knast. Wie er es schafft, diese 3 so unterschiedlichen Eigenschaften in einer Figur zu verbinden ist echt bemerkenswert. Ich kann mich vor dem Kerl nur verbeugen!!

    Ich hab mal irgendwo gelesen, dass viele den Film kritisiert haben, er würde einiges wie zum Beispiel die Wandlung von Derek verhamlosen, was ich überhaupt nicht finde. Der Film schildert sehr authentisch Wandlung die Derek im Knast durchmacht. Ich gehe sogar soweit zu sagen, wer findet dass seine Wandlung verhamlost wird, der hat den Film nicht verstanden. Ich finde es ist doch sehr klar, was seine Bewegründe sind und es ist echt unheimlich gut gemacht.
    Das Ende ist dann so noch das i Tüpfelchen. Ich mein ich denke mir immer so "Nein! Das muss doch nicht sein!" Obwohl ich doch weiß, dass das Ende nun mal nicht anders sein kann!
    Also ein wirklich grandioser Film aufgrund von toller Story und einem herausragendem Edward Norton!

    6
    • 10

      Ich würde mir wünschen, dass jeder Mensch diesen Film mindestens einmal sieht. Vor allem wenn ich an Pegida und ähnliche Dinge denke besitzt der Film eine gewaltige Relevanz!

      1
      • 8

        Top Film, aber ich würde zu gern den Original Schnitt von Tony Kaye gesehen. Er war ja total ausser sich als man den Film völlig "Verschnitten" hatte.

        • 9
          LilQ 21.02.2015, 19:13 Geändert 21.02.2015, 22:46

          Vorwort
          Diese Szene, die ich jetzt wiedergeben werde, ist eine der letzten in Amerikan History X und storytechnisch, wenn man American History X linear erzählen würde, die erste (Neben den Strandausflug, das mehr ein Stimmungsbild ist als ein erzählerisches Element).
          Sie ist der Anfang und sie steht für die vielen Anfänge davor und für die vielen Anfänge nach ihr. Das Ende, besser gesagt die Konsequenz in diesem Film, das auf dieser Szene fußt, ist allen, die den Film gesehen haben, bestens bekannt.

          Familie Vinyard sitzt am Frühstückstisch. Es ist ein schönes Haus einer mittelständischen Familie.
          Jemand muss was witziges gesagt haben, alle lachen.
          Dennis Vinyard sitzt in seiner Feuerwehruniform am Tisch(Vater):
          “Also dann, treffen wir uns heute Abend alle zum Spiel?“
          Zustimmendes Nicken, alle lächeln, Doris (Mutter) sieht gesund und glücklich aus.
          „Bei Ben´s Bürgers um sieben Uhr und dann gehen wir den Großen anfeuern.“ Dennis zeigt dabei auf Derek, noch mit Haaren, der frühstückt und nebenbei ließt.
          Zustimmung wird geäußert.
          Derek, der nicht reagiert und in sein Buch vertieft ist, wird von seinem Vater gefragt: „Phsychotraining fürs Spiel?“
          „Ach was, spielen kann ich immer. In der dritten Stunde schreiben wir Englisch und ich glaube, ich schaffe es nicht.“ antwortet Derek.
          Sein Vater lacht und schaut zu Doris: „Hast du etwa Angst es wird eine Zwei? Würde dir gut tun, Zwei minus.“ Danny, auch noch mit vollen Haar, lacht über den Witz.
          „Nein, lach nicht, im ernst, der Lehrer ist was besonderes. Dr. Sweeney, der Kerl ist absolut unglaublich, absolut spitze, ich hatte noch nie so einen Lehrer, der hat irgendwie zwei Doktortitel. Ich weiß nicht, was der an unserer Schule verloren hat. Der ist nicht wie andere Lehrer.“
          Sein Vater wirkt distanziert, vielleicht möchte er nicht als Vorbild für seinen Sohn von diesem Lehrer ersetzt werden. Er fragt „Was lest ihr so bei ihm?“ und beugt sich rüber.
          „Wir schreiben heute eine Klausur über dieses Buch, Native Son, nur über das eine Buch,“
          „Native Son, das kenne ich nicht.“ Antwortet Dennis.
          „Wer hätte das gedacht.“ Doris lacht schelmisch in ihre Serviette als sie da sagt.
          „Wieso? Ich lese auch!“ Doris muss nach dieser Aussage nochmals lachen. „Auf der Highschool lesen sie Tom Clancy nicht, Schatz, so leid es mit tut.“
          Alle Kichern und Dennis schmunzelt über die Aussage, dann sieht er stolz zu seinem Sohn.
          „Und was ist das, was ist Native Son, worum gehts?“
          „Nichts weiter“ Derek schaut zum Buch „Das ist so ein Buch über einen Schwarzen, weißt du, wir machen eine Reihe über schwarze Literatur.“
          Stille. Dennis fragt dann: „Habt ihr die Woche der schwarzen Geschichte?“
          „Nein, es ist nur wegen Sweeney, irgendwie, wir nehmen das jetzt durch.“ Derek stochert in seinem Essen rum.
          Dennis trinkt aus seiner Tasse, verdreht seine Augen. „Hmm, ja.“
          „Was ist?“ fragt Derek.
          „Nichts weiter, es ist nur so, überall wohin du heute guckst.“
          „Was?“
          „Hm, diese Bevorzugung von Schwarzen (das Wort sagt er mit einer befremdlichen Mimik).“
          Doris schaltet sich ein. „Liebling, ein paar neue Bücher in der Schule kann man ja nicht Bevorzugung von Schwarzen nennen.“
          Dennis geht nicht darauf ein, er zeigt auf Derek und ermahnt ihn: „Hey, lies das Buch, hol dir eine gute Note, solange du nicht alles glaubst, was man euch auftischt. Auch wenn du es andauernd im Fernsehen siehst.“
          „Was meinst du?“
          „Den ganzen Krempel, wir müssen alles gleich machen. So einfach ist das nicht. Schön, ihr habt dieses Buch, Native Son, aber was ist mit den anderen Büchern, die ihr früher hattet? Taugen die jetzt auf einmal nichts mehr, weil euer Doppeldoktor euch das erzählt hat?“
          Derek hat ihm aufmerksam zugehört und musste am Ende über den Doppeldoktor lachen.
          „Hah? Tauschen wir jetzt alle GUTEN Bücher gegen SCHWARZE Bücher, ist das vernünftig? Hah? So was musst du in Frage stellen, Derek, du musst den Überblick behalten. Bei euch geht es ja nur um Bücher, aber bei mir geht es auch um meinen Job. Gerade sind zwei s schwarze Leute in meine Truppe versetzt worden, die anstelle von zwei Weißen genommen worden. Hm, auch wenn sie in den Tests weniger gut waren, ist das vernünftig?“
          Derek schweigt.
          „Sicher, heute muss alles gleich sein, aber das heißt, dass ich mich auf zwei Leute verlassen, ihnen vielleicht mein Leben anvertrauen muss, die nicht so gut sind wie zwei andere und die Stelle nur haben, weil sie schwarz sind. Nicht, weil sie die Besten waren.“
          Derek stochert in seinem Essen und antwortet:
          „Das ist doch fürn Eimer.“
          „Ja, ist das ein amerikanisches Prinzip? Nein, Amerika bedeutet: Der beste Mann für den Job. Du tust dein Bestes, du kriegst den Job. Dieser Quatsch, diese Bevorzugung von Randgruppen. Ich kriege da so ein komisches Gefühl, so als ob irgend so was wie eine VERSCHWÖRUNG Oben im Gange ist.“
          Dennis schaut Derek eindringlich an, dieser denkt über das Gesagte nach.
          „Weißt du, was ich meine?“
          „Ja, denke schon. Ich weiß nicht, so hatte ich es bisher nicht gesehen.“
          „Siehst du.“ Derek nickt, wirkt aber etwas verwirrt und unentschlossen.
          „Trotzdem, ich weiß nicht, Dr. Sweeney, der macht einen so starken Eindruck, dass es schwer ist nicht zuzuhören. Naja, manches was er sagt, ist vielleicht doch...“
          Sein Vater unterbricht ihn: „Es ist Blödsinn.“
          „Ja, vielleicht manchmal.“
          Dennis hebt seinen Finger und kommt näher, sein Blick wird intensiver.
          „Nein, es ist Niggerblödsinn. Das verstehst du, oder?“
          Derek nickt. „Ja.“
          „Auf so was musst du aufpassen.“
          „Ja, verstehe, ich weiß, was du meinst, das mache ich."

          „Braver Junge.“

          Principiis obsta. Sero medicina parata, cum mala per longas convaluere moras.

          11
          • 10

            Meine 5-Cent: Edward Norton spielt alle an die Wand. Er strahlt eine Intensität aus, die alle anderen Schauspieler, ja selbst die Umgebung in den "Hintergrund" treten lassen. Das schreckliche dabei ist, dass in seiner Figur sowohl die Gewaltbereitschaft (und die Fähigkeit dazu ist ja noch immer präsent), als auch die bewusste Entscheidung FÜR die Gesellschaft Hand in Hand gehen. Dualität auf höchstem Niveau, mit dem seine Umgebung nicht wirklich umgehen kann. Ein umfassender Blickwinkel, vereint in einer einzigen Person.

            Ich brauchte 4! Anläufe um den Film anzusehen, ich kam jedesmal nicht über wenige Minuten hinaus. Ich kann mich nicht erinnern wann mir das das letzte Mal passiert ist, und ich bin nicht zartbesaitet. Der Blick ins Innere hat mich ziemlich erschreckt.

            • 6

              Es mag ja noch in Ordnung sein, das der Film (fast) alle Weißen zu Rassisten und Nazis abstempelt und (fast) alle Schwarzen zu Gangmitgliedern, aber die Story des Films verliert sich in Relitätsferne und zu vielen Handlungssträngen, die dann im Schnelldurchlauf durchgespult werden. Nazis spielen Baseball gegen Farbige ... und all die anderen nicht oder größtenteils nicht nachvollziehbaren Handlungen und Wandlungen, die hier schon oft genannt wurden und von X-Befürwortern auch in teils unwürdiger Art und Weise kommentiert wurden. Wem diese eklatante Schwäche des Films vorzuwerfen ist, ist nicht abschließend zu klären. Den ersten Schnitt tätigte Regisseur Kaye selbst und verwarf ihn auch selbst. Den zweiten Schnitt machte er ebenfalls und das Studio verwarf ihn. Daraufhin soll sich wohl Edward Norton um den endgültigen Schnitt gekümmert haben, was dem Film meiner Meinung nach auf jeden Fall nicht gut getan hat.

              Weder die familiären Zusammenhänge noch die in der Außenwelt bekommen genügend Screentime. Da wird Dereks Charakterwandel in zwei kurzen Szenen abgehakt, mit dem Vater am Tisch und in einer Videoaufnahme nach dessen Tod. Da hätte einfach mehr kommen müssen. Der Fokus hätte meiner Meinung nach mehr auf dem Familiendrama liegen müssen und den Weg zu Hass und Gewalt deutlicher zeichnen müssen. Ich halte nicht viel von der Theorie, das wir diese Dinge nur von anderen mit auf den Weg bekommen, das sie anerzogen werden. Denn in der Pubertät lehnt sich jeder Jugendliche gegen das Althergebrachte auf und versucht, nicht das zu tun, was ihm seine Eltern vorleben. Wäre das nicht so, hätten die "echten" Nazis nicht solchen Erfolg mit der deutschen Jugend gehabt. Da gefällt mir die Theorie des "stummen Schrei nach Liebe" wesentlich besser.

              Hervorheben muss ich Edward Nortons Leistung, die durchaus preisverdächtig daherkommt und dem Film auch über weite Teile zumindest Schauwerte verleiht. AMERICAN HISTORY X ist ein Film, der das Potential zum Meisterwerk in sich trug, es für mich aber leider nicht ausschöpfte. Es gibt bessere Filme zur Entstehung von Hass und Gewalt, die es sich nicht so einfach machen, immer wieder die bösen Nazis aus dem Hut zu zaubern.

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              • 9 .5

                Kurzgefasst:
                Klasse Drehbuch
                Klasse Cast
                Und ein WAHNSINNIG GUTER Edward Norton der einfach hier brilliert.Schande das er nicht den Oscar für diese Rolle nicht bekommen hat.
                Provokant, Lehrend, Sehenswert

                • 9

                  Tja was soll man da noch sagen was nicht schon zigmal gesagt worden ist.
                  Einer der besten und monumentalsten Filme die existieren. Völlig zu Recht ganz weit oben in der Imdb.
                  Edward Norton ist eine Klasse für sich das hat er ja davor schon in "Zwielicht" gezeigt.

                  1
                  • 10

                    Eine riesige Message ist es, was den Film so wertvoll und besonders macht. Man hätte diese Thematik wahrlich nicht besser verfilmen können. Edward Norton's beste darstellerische Leistung überhaupt. Jeder müsste diesen Film gesehen haben. Großes, großes Kino.

                    • 9

                      Edward Norton in seiner besten Rolle!!!
                      American History X, ist hier mit einem Edward Norton und einem grandiosen Edward Furlong ein sehr gelungenes Drama.
                      Die Thematik schön in den Vordergrund gestellt.
                      Zu sehen wie wandelbar man heutzutage gezwungen wird zu sein.
                      Ein super Film...

                      1
                      • 9

                        Ein sehr, sehr wichtiger film zu einem stets brandaktuellem Thema, dass wohl nie ruhen wird, sieht man ja an den aktuellen Ereignissen auf der Welt.

                        Diesen Film sollte man eigentlich zum Pflichtprogramm in Schulen einführen, ich finde besser konnte man das heikle Thema nicht umsetzen!

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                        • 10

                          Genialer Film, geniale Schauspieler! Mehr kann man dazu nicht sagen. Diesen Film muss man einfach gesehen haben.
                          So dumm es vllt. klingt- er lässt einem doch an das Gute in Menschen hoffen.

                          • 10

                            Über den Film ist hier in den Kommentaren wohl bereits genug gesagt worden. Thematik, Handlung und Inszenierung sind erstklassig.
                            Für mich macht Nortons grandiose schauspielerische Leistung diesen Film jedoch erst zu einem Meisterwerk. Neben Anthony Hopkins in "Schweigen der Lämmer" die Beste, die ich jemals gesehen habe.

                            *Spoiler*

                            In der Szene, in der Norton nach dem Mord von der Polizei festgenommen wird, bekomme ich immer wieder Gänsehaut. Unfassbar...
                            Der zweite Höhepunkt ist die Szene, in der Norton sich mit dem jüdischen Freund seiner Mutter "duelliert". Wie sich dieser Streit aufschaukelt, ist wahrlich meisterlich.

                            *Spoiler*

                            Schade, dass er den Oscar damals an Roberto Benigni abgeben musste. Norton hatte ihn meiner Meinung nach definitiv mehr verdient !!!

                            • 10

                              Ein wirklich guter Film! Regt zum Nachdenken an und macht einen (zmd mich) auch leicht traurig, da das Verhalten der beiden Protagonisten leider nicht 100% fiktiv ist und sehr viel reales im Film enthalten ist.
                              Zugegeben, die "Verwandlungen" der beiden Hauptdarsteller waren für die kurze Zeit doch sehr extrem, aber dennoch hat der Autor/Regiseur sein Ziel errreicht.

                              • 9 .5

                                Super realitätsnah, mitreissend von Anfang bis Ende und regt im Nachhinein zum Nachdenken an, auch dass es kein Happy End im klassischen Sinne gibt macht den Film besonders!

                                • 9 .5
                                  Roschel 12.12.2014, 00:16 Geändert 12.12.2014, 21:01

                                  Ein sehr realitätsnaher Film hinterm dem sich eine sehr starke Message verbirgt. Nachdem ich den Film gesehen hatte, musste ich erstmal verdauen wie erschreckend echt das ganze teilweise ist. Ich glaube so sieht der Rassismus von heute auch aus.. Dieser Film regt wirklich zum Nachdenken an, und zeigt die Auswirkungen vom Rassismus.

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                                  • 9

                                    Ein ganz großer Film - was in erster Linie seinem grandiosen Cast geschuldet ist.
                                    Durchweg tolle schauspielerische Leistungen.

                                    Edward Norton zeigt hier, weshalb er zu den größten Schauspielern unserer Zeit gehört.
                                    Sehr schade, dass man von ihm so gut wie nichtsmehr hört oder zu sehen bekommt.
                                    Bei all denjenigen, die den Film gesehen haben, wird er sich verwirklicht haben.

                                    Tolle Story und tolle Message - wenn auch auf seine Art.. extrem brutal.

                                    • 7 .5

                                      Schonungsloses Soziodrama.
                                      Mit einem grandiosen Edward Norton und einer wirklich fesselnden Geschichte.
                                      Der Film schockiert aber gibt doch auch Hoffnung zugleich. Menschen können auf Abwege geraten, aber sie können auch den Weg zurück finden.
                                      Grandios!

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                                      • Dieser Post könnte extrem viele SPOILER enthalten

                                        Ein fantastischer, berührender Film, der einen interessanten und vor allem realitätstreuen Einblick in die Neo-Nazi-Szene gewährt ohne etwas zu beschönigen.
                                        Der Film ist aber noch viel mehr als ein Film über Konflikte zwischen Neo-Nazis und Farbigen, sondern er ist auch ein Familiendrama. Die kontinuierliche Entwicklung der Vinyard-Brüder zu Nazis, ausgelöst vom Vater, und nicht nur dessen Tod selber, und die letztlich die Besinnung zurück zur Vernunft.
                                        Die Darstellung der Protagonisten ist erfreulich differenziert. Derek z.B. setzt sich trotz seiner Ideologie und seiner Brutalität stets für seine Familie ein, vor allem für seinen Bruder.
                                        Dereks Aufenthalt im Gefängnis wird etwas klischeehaft dargestellt (Analsex in der Dusche) allerdings ist darin wohl auch viel Wahrheit enthalten. Derek erkennt, dass die Schwarzen nicht pauschal "böse" sind, es entwickelt sich eine gute Freundschaft zwischen ihm und dem schwarzen Kollegen mit dem er die Wäsche sortiert.
                                        Er lernt, dass man Charakter nicht an Hautfarbe festmachen kann, er sieht ein, dass allein sein Hass ihm in diese verzweifelte Situation, in der er sich befindet, geführt hat.
                                        Stilistisch ist der Film stark, die Verwendung von schwarz-weiß zur Darstellung von vergangenen Szenen ist eine simple aber zugleich gute Idee.
                                        Bei der Darstellung von Gewalt wurde auch nichts beschönigt, bei dem "Bordstein-Kick" lief mir ein kalter Schauer über den Rücken.
                                        Das Ende war überraschend und schockierend zugleich. Selten hat mich ein Ende fassungsloser zurückgelassen als bei diesem Film.
                                        Ich erwartete eigentlich ein Aufeinandertreffen zwischen Derek und seiner ehemaligen Nazi-Gruppierung, stattdessen wird sein kleiner Bruder plötzlich von David Alaba erschossen
                                        Das setzt dem ganzen Film noch die Krone auf.
                                        Wenn Film intendiert hat verachtung gegen Nazis zu schüren, dann hat es bei mir nicht funktioniert. Ich empfand stets Sympathie für die Vinyards, selbst der Mord von Derek war für mich ein wenig nachvollziehbar, wenn man bedenkt dass die schwarzen sein Auto stehlen wollte. Das Ende des Filmes, welches ich als traurig empfand, steigert eher eine Abneigung gegen Schwarze bei mir.
                                        Aber nur für einen kurzen Moment, bis ich erkannte dass es im Endeffekt nur ein Film ist und rassistisches Gedankengut in unserer Gesellschaft kein Platz hat

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                                        • 10

                                          Es ist lange her, das mich ein Film so sprachlos gemacht hat wie American History X!
                                          Welch‘ ein Film hat es zuletzt geschafft, mich über 2 Stunden Laufzeit komplett zu fesseln und am Ende sogar noch meine gesamten aufgestauten Emotionen zum Ausbruch zu bringen?
                                          Ich kann mich beim besten Willen nicht dran erinnern!

                                          American History X mit einem Wort zu beschreiben, das kann man nicht. Denn er ist so brutal wie gleichzeitig sentimental, so berührend wie schockierend, so herzlich wie eiskalt zugleich.
                                          Einfach ausgedrückt; pure Kinomagie!

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                                          • 9

                                            Endlich dieses Versäumnis nachgeholt und was soll ich dazu sagen? Der Film geht unglaublich nahe und zeigt die Realität und nicht nur eine Geschichte über gut und böse, ich denke das liegt zu einem guten Teil daran, dass es hier keine klischeehaften Charakter gibt und nicht einfach nur in schwarz und weiß (ach, was für eine Ironie)gesehen wird, sondern jeder Charakter nachvollziehbar ist und es in allem etwas Gutes und etwas Schlechtes gibt

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                                            • 8 .5

                                              American History X ist ein hartes Filmstück. Mich hat der Storyablauf überzeugt und vor allem gefesselt. Allerdings kann man die Story auch auf x-beliebige andere "Kulturen" usw. verlegen, das Endergebnis wird sowieso das gleiche sein. Egal ob Nazi, Gangster, Mafiosi, Farbiger usw.

                                              Der Film beinhaltet eine - in meinen Augen gesehen - verdammt gute und wichtige Message.

                                              • 10
                                                hung_a 28.10.2014, 00:26 Geändert 02.12.2014, 23:03

                                                American History X ist keineswegs ein euphorisierender Film, bei dem man nach dem Anschauen mit seinen Freunden in Rage voller Glücksgefühle kommt und die Welt für immer mit anderen Augen sieht. Nein, es ist ein Film der einem die bittere und nackte Wahrheit über uns Menschen aufzeigt, wenn es um Konkurrenzkampf und Anerkennung in der Gesellschaft geht. Das Sinnbild dafür, oder der Komplex, der daraus entsteht heißt Abgrenzung und gegenseitige Diskriminierung angetrieben durch Missgunst und Hass.

                                                Derek Vinyard ist ein in der Neonazi Szene stark engagierter Mann, der wegen dreifachen Mordes an Afroamerikaner im Gefängnis seine Strafe absitzen muss. Nach seiner Entlassung kehrt er urplötzlich der Neonaziszene den Rücken und versucht mit seiner Familie ein neues Leben anzufangen. Doch dies stellt sich als problematischer heraus als von Derek angenommen, denn sein Bruder Danny Vinyard hat sich während Dereks Gefängnisaufenthaltes selbst in der Neonaziszene eingegliedert und kann und möchte diese nicht wie Derek verlassen. Hinzukommt, dass die Szene an Mitglieder und Stärke gewonnen hat und Derek wegen der Morde als Vorbild und Sinnbild für die Gruppe geworden ist.

                                                Die erste Szene des Filmes ist brutal, bitter und furchtlos schwarz und weiß. Sie wirkt wie die Abdankung des eigenen humanen Grundsatzes. Wohingegen die letzte Szene zunächst wie ein positiver Hoffnungsschimmer auf die ganze Gesellschaft zu übersetzen ist und doch mit dem letzten ruchlosen Akt des Charakters die Stimmung der allerersten Szene wieder einfängt.
                                                So ist dieser Film erst einmal ein Kommentar zur rechtsextremen Szene in den Vereinten Staaten, der die Grausamkeit und bedingungslose Gewaltbereitschaft dieser Gruppe durch Akte der Gewaltverherrlichung und skrupelloser menschenunwürdiger Taten gegen die Minderheiten in den Vereinten Staaten zeigt, gegenübergestellt von dem plötzlichen Sinneswandel Dereks, der im Gefängnis einsieht, dass sein früheres Verhalten falsch war. Zum zweitem ergründet dieser Film die Motivation solcher Menschen, die sich Gruppen anschließen, um dann andere Personen auszumerzen und aus der Gesellschaft bewusst aggressiv entgegenzuwirken, damit das eigene Empfinden stets steril bleibt. So kann man aus dem Film entnehmen, dass vor allem Hass, hervorgerufen durch viele Aspekte, die treibende Kraft zu solch menschenunwürdigem Einstellungen und Taten ist und dieser einfach nur Ballast ist, der das Leben ungenießbar macht. Der Mord an Dereks Vater durch einen Afroamerikaner veranlasste ihn, sich der rechtsextremen Gruppe anzuschließen. Doch um diese Frage zu beantworten geht der Regisseur Tony Kaye sogar auf eine viel fundamentalere Ebene. Der Einfluss der Familie und die darin vermittelten Lebenseinstellungen - und Verhältnisse haben einen größeren und bedeutenden Einfluss.
                                                Obwohl am Ende alle Probleme wie aufgelöst erscheinen und ein kleiner Hoffnungsschimmer, auch an den harmonisch wirkenden Farben erkennend, abzusehen ist, löst der Regisseur diese Illusion mit einem elektrisierenden Schuss auf. Alles bröckelt und brodelt und bricht ein und dem Zuschauer (ich eingeschlossen) stockt zunächst der Atem, gefolgt von Herz pochen und einem tiefsitzenden Schreck. Womit der Film zum Ende hin seinem Titel gerecht wird ,,American History X'':
                                                X eine unbestimmte Variable, die zeigt, dass die fortwährenden Probleme innerhalb der amerikanischen Geschichte wie die des Rassenkonfliktes, ein permanentes wiederkehrendes Problem für unbestimmte Zeit bleiben werden. Und jede Gruppe, ob rechtsextrem oder Gangster Gruppe, hat doch eigentlich dasselbe im Sinne: sie kämpft um ihre Anerkennung und ihre Existenz.
                                                Am Ende bleibt dann nur noch der Satz im Raum stehen: “Hass ist Ballast. Das Leben ist zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert”.

                                                Ein Regisseur der zwar daran glaubt, dass jeder Mensch sich vom Schlechten zum Guten wandeln kann, diese These dann letztlich doch mit einem Fragezeichen zum Teil entkräftet.

                                                Ich muss schon sagen, dass dieser Film vor allem wegen seiner Thematik, aber auch wegen seiner wirklich ausgefeilten und interessanten Charakterzeichnung sowie Struktur, mich inspiriert und gefesselt hat.

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                                                  Er spiegelt alles super wieder, und daher macht der Film Spaß und nachdenklich!

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                                                    Da zitiere ich mal aus meinem ehemaligen Blog:
                                                    [...] Es geht hauptsächlich um den Begriff 'Hass'. Denn Hass ist überall vertreten und wird nicht nur durch Rassismus oder Antisemitismus deutlich. Hass geht von jeder Gruppierung aus, von jeder Ideologie. 10/10 für ein durch und durch spannendes Drama mit starker Aussagekraft!

                                                    Und auch beinahe 9 Jahre nach der Erstsichtung hat der Film nichts von seiner Wirkung verloren.

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