Amistad

Amistad (1997), US Laufzeit 145 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 26.02.1998


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von Steven Spielberg, mit Anthony Hopkins und Matthew McConaughey

Eine Sklavenmeuterei auf der Amistad führt zu einem großen Rechtsstreit und einer Debatte um Menschenrechte.

Handlung von Amistad
In einer stürmischen Nacht gelingt es der “Ladung” des spanischen Sklavenschiffes La Amistad, unter der Führung des charismatischen Cinque (Djimon Hounsou) die Besatzung zu überwältigen und zwei Überlebende dazu zu bringen, sie zurück in ihre afrikanische Heimat zu bringen. Der Fluchtplan endet aber nach einer Irrfahrt entlang der amerikanischen Küste, wo sie schließlich von der Marine aufgegriffen werden. Cinque und die anderen Sklaven werden in New London in ein Gefängnis gesteckt. Ohne dass sie es wissen, werden die Schwarzen urplötzlich Mittelpunkt einer Debatte, die schnell riesige Ausmaße annimmt.

Nicht nur versuchen die Schwarzenrechtler Joadson (Morgan Freeman) und Tappan (Stellan Skarsgård), die Situation zu nutzen und mehr Rechte für die schwarze Bevölkerung zu fordern. Es tauchen auch mehrere Parteien auf, die alle behaupten, die Sklaven seien ihr Eigentum. Darunter sind Abgesandte der spanischen Königin (Anna Paquin), die überlebenden Sklavenhändler und die Marinesoldaten, die die Sklaven aufgelesen haben.

Unter der Anklage von William Holabird (Pete Postlethwaite) – die Sklaven werden zu alledem noch des Mordes beschuldigt – beginnt eine lange Gerichtsverhandlung, aus der sich bald eine Feststellung herauskristallisiert: Ist bewiesen, dass die Sklaven nicht in ihr Leben als Diener hineingeboren wurden, sondern als freie Männer in Afrika verschleppt worden sind, kämen sie frei. Der junge Anwalt Roger Baldwin (Matthew McConaughey) nimmt sich der Verteidigung der Sklaven an und setzt alles daran, ihre Herkunft zu beweisen. Dazu setzt er sich auch mit dem ehemaligen Präsidenten John Quincy Adams (Anthony Hopkins) in Verbindung. Die Kommunikation mit den Sklaven stellt sich indes als alles andere als einfach heraus, da sie kein Englisch sprechen und Hände und Füße herhalten müssen. Keiner versteht, worauf der jeweils andere hinaus will. Noch dazu bestehen die Kläger darauf, diese Verhandlung, die sich inzwischen in ein Aufsehen erregendes Politikum um Menschenrechte und Gerechtigkeit verwandelt hat, schnellstmöglich zu beenden.

Hintergrund & Infos zu Amistad
Heute gelten die Amistad-Prozesse als wichtiger Schritt für die Abschaffung der Sklaverei, die unter Abraham Lincoln 20 Jahre später erfolgen sollte. Drei Jahre dauerten die Verhandlungen um die Herkunftsfrage und das Seerechtsabkommen mit der spanischen Krone. In dieser Zeit lebten die Sklaven in einem Gefängnis in Connecticut.

Djimon Hounsou musste für die Rolle des Cinque die sierra-leonische Sprache Mende erlernen. Bis auf wenige Ausnahmen führte er alle seine Dialoge in dieser ihm mehr oder weniger unbekannten Sprache. 2006 sollte er aber auf diese Kenntnisse zurückgreifen können, als er neben Leonardo DiCaprio in Blood Diamond den sierra-leonischen Fischer und Flüchtling Solomon Vandy spielte, der auch Mende spricht.

Der spätere Oscar-Preisträger Matthew McConaughey war von allen Schauspielern am längsten in das Projekt involviert; er arbeitete an 28 der 31 Drehtage. Anthony Hopkins hingegen verblüffte alle mit seiner finalen, sieben Seiten langen Rede vor dem Obersten Gerichtshof, die er in einem Take vortrug. Steven Spielberg soll sich aufgrund dessen geweigert haben, ihn wie alle anderen Tony zu nennen und auf Sir Anthony bestanden haben.

Die Spur der Amistad verliert sich 1844, nachdem sie, inzwischen als US-amerikanisches Schiff eingetragen, in Ion umbenannt und als Handelsschiff genutzt, auf der heutigen französischen Karibikinsel Guadeloupe verkauft wurde. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde ein Nachbau der Amistad vom Stapel gelassen, der für pädagogische Zwecke und zur Aufklärung über Sklaverei und Rassismus entlang der amerikanischen Ostküste zwischen verschiedenen Häfen pendelt. (PZ)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Amistad
Genre
Gerichtsdrama, Politdrama, Drama, Historienfilm
Zeit
1830er Jahre, 19. Jahrhundert
Ort
Havanna, Kuba, Schiff, Vereinigte Staaten von Amerika
Handlung
Anklage, Gerichtsurteil, Gerichtsverhandlung, John Quincy Adams, Meuterei, Rassismus, Segelboot, Sklave, Sklavenhandel, Sklaverei, Urteil, Verteidiger
Stimmung
Berührend
Verleiher
United International Pictures GmbH
Produktionsfirma
DreamWorks SKG, Home Box Office

Kritiken (1) & Kommentare (22) zu Amistad