Angst
Angst (1983), US/DE/AT Laufzeit 80 Minuten, FSK 18, Thriller, Kriminalfilm, Horrorfilm, Drama
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von Gerald Kargl, mit Erwin Leder und Rudolf Götz
Nach dem Mord an seiner Mutter wird ein junger Mann aus dem Gefängnis entlassen. Sofort fühlt er den alten Zwang, seine tödlichen Träume auszuleben. Er sucht ein abgelegenes Haus auf: Wenig später kehren eine junge Frau, ihr behinderter Bruder und ihre alte Mutter zurück – ein sadistisches Spiel beginnt. Das fast vergessene Meisterwerk “Angst” besticht durch seine verstörende Realität: Ausgehend vom Fall des Salzburger Mörders Werner Kniesek zeigt “Angst” den Mörder als schlimmste Form des Versagers: ein Irrer, der tötet, um sein Wahn-Ideal des perfekten Mordes zu verwirklichen.
Cast & Crew
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Gerald Kargl
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Erwin Leder
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Rudolf Götz
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Silvia Rabenreither
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Edith Rosset
Regie
Schauspieler
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Gerald Kargl
-
Zbigniew Rybczynski
- Genre
- Thriller, Kriminalfilm, Horrorfilm, Drama
Drehbuch
Filmdetails Angst
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Kommentare (4) — Film: Angst
Kommentar schreibenbaser 2011/12/10 20:43:07
Kommentar löschenRegisseur Kargl versucht, den Schrecken nicht subtil durch Andeutungen und somit im Kopf des Zuschauers zu erzeugen sondern durch explizite, z.T. splatterartige Darstellung von Gewalt. Mich ließ der Film dadurch hochgradig kalt.
Der Film weist einige formelle Schwächen auf: Die ganze Zeit über, auch während der Tötung der Opfer, hört man eine monotone Off- Stimme, die teilweise die Gedanken des Täters, teilweise Erinnerungen an die Vergangenheit wiedergibt. Da der Zuschauer sich nicht auf Bild und Ton gleichzeitig konzentrieren kann und die Bild- und Tonebene (im Gegensatz zum Beispiel zu "Clockwork orange") nicht wirklich gut aufeinander abgestimmt sind, entgeht ein Großteil des Off-Textes dem Bewusstsein des Zuschauers. Was aber auch nicht unbedingt schade ist angesichts der teilweisen Plattheit des Textes ("Mit den Opfern konnte ich kein Mitleid haben. Ich wollte weitermorden"). Der von Klaus Schulze produzierte Soundtrack passt zwar zur Atmosphäre des Films, wird aber zu aufdringlich und theatralisch eingesetzt.
Ich habe mir den Film innerhalb von kurzer Zeit zwei Male angeschaut. Beim zweiten Sehen erschien mir der Film noch oberflächlicher und effektheischender als beim ersten Mal.
Für durchschnittliche Zuschaueraugen dürfte der Film angesichts der stellenweise wirklich widerlichen Darstellung ohnehin nichts sein. Meiner Ansicht nach trägt der Film aber zur Aufklärung des Thema nicht wirklich bei sondern ist vielmehr in seiner Machart voyeuristisch und pervers.
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fabel 2010/10/02 20:37:48
Kommentar löschenANGST ist mehr als nur Wort. ANGST ist mehr als nur eine Aneinandereihung von 5 Buchstaben.
ANGST ist ein Zustand. ANGST ist eine Krankheit. ANGST ist der Sieg der Macht, ist der Sieg des Übermächtigen. ANGST ist deine Niederlage, dein Ende. ANGST ist deine Führerin. Sie ist dein Navi. Sie führt dich an der Leine, du bist ihre Marionette. Sie treibt dich, sie lebt für dich. Sie macht dich, sie ist du.
ANGST ist das Ventil zum Morden. Das Morden ist der Quell deiner Erleichterung. Das gibt dir Kraft und lässt dich relaxen. Doch nicht auf Dauer.
ANGST ist der Ursprung deines Drangs nach dem Nervenkitzel. Deines Zwangs das zu tun, was du tust. Deiner Rache, deines inneren Friedens. Du musst es tun. Du MUSST.
Sonst gehst du ein und verzweifelst. Sonst zertrümmerst du eine Wand, aber es folgen noch zig weitere.
Scheinbar bist du in Freiheit, aber in Wirklichkeit hat sie dich fest umschlossen. Du bist drin im Kerker, im Kerker deiner Verdammnis. Du kommst nicht mehr raus.
Du bist verloren. Für immer und ewig.
ANGST ist aber auch ein Meisterwerk. Ein deutsches, filmisches Highlight der höchsten Güteklasse.
Was Kargl hier macht ist absolut eindrucksvoll, beeindruckend aber auch verstörend, beklemmend und einfach zugleich.
ANGST ist nämlich eine vollends überzeugende, faszinierende, ganz und gar fabelhafte Studie eines Getriebenen. Eines Schatten seiner Selbst. Eines Täters, der das Opfer seiner Vergangenheit ist.
Es tat mir weh, wie er litt. Es kam mir Nahe, wie er von seiner qualvollen Kindheit erzählte. Aber gleichzeitig im vollen Kontrast dazu wurde ich erschüttert von der Brutalität seiner Krankheit. Erschüttert von dem Spaß den er verspürte beim Morden. Doch gleichzeitig wieder mitgenommen von dieser nötigen Flucht. Das Morden ist sein Medikament, ist sein einziger Ausweg aus seinem furchtbaren seelischen, gestörten Dilemma. Er braucht es. Das Morden ist seine Droge. Auf Entzug geht er ein, mit ihr wird er zum Tier.
Kargl bediente sich dabei sicherlich nicht beim Soundtrack des Jahrtausends, aber dieser wirkte mit seiner einfachen Machart einfach passend und noch mehr diesen Nervenkitzel unterstützend.
Über die Schauspieler dieses Werkes braucht man nicht zu reden. Jeder Wimpernschlag saß, jede Bewegung zog. Das ist aber auch, besser gesagt vor allem der grandios, fulminanten Kameraführung zu verdanken. Diese Kamerafahrten an die Augen der Beteiligten waren sowas von grandios. In ihren Augen sah man die Angst, ihrer Verwirrung über das Geschehene. Alles, wirklich jede kleinste Bewegung die per Zoom erzeugt wurde war dermaßen aufregend, das mir im wahrsten Sinne des Wortes das Herz fast in der Herzkammer stecken blieb.
Nebenbei bediente sich dann Kargl auch noch an relativ einfachen Mitteln, aufs Setting bezogen. Ein einsames Landhaus zu einer kühlen, dunklen Jahreszeit. Die Bäume sind blätterleer und der Wind pfiff. Eine gelungene Atmosphäre war geschaffen.
Auch kam der Film richtig echt rüber. Da die Fensterscheibe die sich nicht sofort öffnen ließ, dort der Hund mit seinem Bellen. Jede noch so kleine Bewegung der Protagonisten, zum Beispiel wie die Tochter das Auto wegbringt, wird eingefangen. Alles wirkte echt, alles wirkte wie aus dem Leben gegriffen.
Einfach ein fabelhaftes Psychogramm, mit einfachen Mitteln erschaffen und einfach nur meisterhaft umgesetzt.
Erschütternd meisterlich!
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BigDi 2010/10/02 20:56:12
Antwort löschenStimmt, die realstischen Details waren wirklich klasse und steigerten die Authenzität noch einmal.
JimiHendrix 2010/10/02 22:03:17
Antwort löschenis mal direkt vorgemerkt, ich liebe die angst!^^
fabel 2010/10/02 22:16:14
Antwort löschen:)
Das freut mich jetzt aber sehr. ;)
Wenn du Angst liebst, dann wirst du den Film auch mögen. ;)
Zitrone 2010/10/02 23:33:26
Antwort löschenDen Film kenne ich garnicht, aber du hast mich neugierig gemacht mit deinem Kommentar. :-)
fabel 2010/10/02 23:34:26
Antwort löschenwundervoll! :)
Ziel erreicht. ;)
philopee 2010/10/03 11:39:50
Antwort löschen:D duu verräter!!!!
Ich dachte wir wollten den synchron sehen? :D
Konnteste es nichtmehr abwarten? :)
fabel 2010/10/03 13:13:19
Antwort löschenJa, es tut mir Leid.....:(
BigDi 2010/10/03 21:10:05
Antwort löschenJaaa, die Werbung hat funktioniert! :D
fabel 2010/10/03 22:31:40
Antwort löschenwas sehr schön ist...diesen Film könnten ruhig noch viele mehr erkunden :)
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BeHelmet 2010/10/23 02:03:52
Antwort löschenSehr schöne Kritik. Du nimmst mir Worte aus dem Kopf (wenn da welche wären) :)
fabel 2010/10/23 11:40:57
Antwort löschenDankeschön: Das freut mich. :)
BigDi 2010/09/27 22:01:19
Kommentar löschenEs ist jene eiskalte Selbstverständlichkeit, jene abstoßende Rationalität in den Monologen des gestörten Protagonisten, welche mehr schockiert als jegliche Gewaltdarstellung. "Angst" ist stilistisch makellos (die Kamera passt sich ungemein gut dem Gemütszustand der Figur an) und verdammt hässlich, faszinierend und ekelerregend, sowie extrem ungemütlich. Die zeitliche wie physische Präzision ist dabei Fluch und Segen zugleich: Zum einen macht sie die Geschehnisse direkt und greifbar, zum anderen nimmt sie dem Film besonders zum Ende hin das Tempo weg und lässt das anfängliche Grauen irgendwann ins Warten auf das nächste Ereignis münden. Dennoch kann der Schluss mit einem perfiden Gänsehautmoment auftrumpfen und auch die erste objektive Reflexion am Ende kann dem hochsubjektiven Wahnsinn, welchem man eben distanzlos ausgesetzt wurde, nicht die verstörende Wirkung nehmen. Der Film mag einem beim Schauen hin und wieder merkwürdig erscheinen, im Nachhinein ist er ein Kunstwerk zu einem Thema, welches man nur schwer würdig in der Kunst darstellen kann - und zwar ein überraschend gelungenes.
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
fabel 2010/09/28 19:02:44
Antwort löschenklingt ja, wie für mich geschaffen :)
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BigDi 2010/09/28 19:25:41
Antwort löschenDann auf!
fabel 2010/09/28 19:30:29
Antwort löschendann würde mich nur mal interessieren wo du ihn gesehen hast ??
Oder wo man ihn sich betrachten kann ??
Nim 2007/12/04 13:42:26
Kommentar löschenKargl konfrontiert den Zuschauer mit einem Anti-Helden, zu dem sich schwer irgendeine Art von Sympathie empfinden lässt, dieser ist weder intelligent, noch charismatisch oder kreativ.
Diese Charakterisierung ist dann auch, neben der herausragenden Kameraarbeit die den Film auszeichnet, ausschlaggebend dafür mit der konventionellen Erzählweise des Serienkiller-Genres zu brechen und ein weiteres popularisieren, romantisieren oder glorifizieren des Täters zu vermeiden. Die fast durchgehende Erzählung des Films in Echtzeit, die vielen langen Kamerafahrten und ungewohnten Blickwinkel sollten konventionelle zynische Unterhaltungsmuster der Gewaltdarstellung umgehen und zum Gezeigten eine intellektuelle Distanz aufbauen, in wie fern dies gelungen ist lässt sich bezweifeln.
„Angst“ ist in seiner schonungslosen Darstellung wahrscheinlich eines der realistischsten Portraits eines Mörders.
Definitiv kein Film für empfindliche Gemüter, aber für Fans des Genres ein Muß.
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