Anonymus
Anonymous (2011), DE Laufzeit 130 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Thriller, Drama, Kinostart 10.11.2011
31 Bewertungen
Skala 0 bis 10
1226 Bewertungen
90 Kommentare
Keine
von Roland Emmerich, mit Rhys Ifans und Vanessa Redgrave
War William Shakespeare vielleicht gar kein so talentierter Schriftsteller, sondern vielmehr ein cleverer Betrüger?
Anonymus stellt die Frage, ob William Shakespeare tatsächlich der Verfasser von Werken wie William Shakespeares Romeo + Julia, Hamlet oder Ein Sommernachtstraum ist. Was wäre, wenn in Wirklichkeit Edward de Vere, der Earl von Oxford (Rhys Ifans), der Autor dieser unsterblichen Klassiker ist? Diesen Fragen wird zwischen den Fronten des Machtkampfes um die britische Krone nachgegangen.
Hintergrund & Infos zu Anonymus
Das Drehbuch von John Orloff entstand schon in den späten 90er Jahren, wurde aber nach dem großen Erfolg von Shakespeare in Love 1998 auf Eis gelegt. Anonymus entwickelte sich über die Jahre zum Wunschfilm von Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich. Dieser inszeniert mit Anonymus zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein kleineres Projekt. So verzichtet er mit Charakterdarstellern wie Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Jamie Campbell Bower und David Thewlis auch auf die absoluten Superstars aus Hollywood. Die Dreharbeiten zu Anonymus fanden ab Mitte 2010 im Studio Babelsberg statt. Dort wurde extra für die Produktion das damalige London realitätsgetreu nachgebaut. Nach eigener Aussage hat Emmerich den Film als historischen Thriller angelegt, der neben der zentralen Shakespeare-Frage auch die Rolle der Königin Elizabeth I. genauer beleuchtet.
Aus Reihen der sogenannten Oxford-Theorie bekommt der Film enorme Unterstützung. Allerdings werden die Shakespeare-Zweifler von Seiten der meisten Literatur-Wissenschaftler in der Regel nur belächelt. So gilt es gemeinhin als relativ wahrscheinlich, dass William Shakespeare auch selbst der Verfasser der ihm zugeschriebenen Stücke ist. Trotzdem nutzt Roland Emmerich in Anonymus diesen Ausgangspunkt und stellt die Frage ‘Was wäre, wenn…?’
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Cast & Crew
- Genre
- Historienfilm, Politthriller, Verschwörungsthriller, Drama, Thriller
- Zeit
- 16. Jahrhundert
- Ort
- Großbritannien, London
- Handlung
- Adel, Backstage, Britische Königsfamilie, Bühne, Dynastie, Herrschaft, Höfisches Leben, Königin Elisabeth I, Königreich, Königsfamilie, Künstlerszene, Lordschaft, Macht, Schriftsteller, Theater, Theaterstück, Verschwörungstheorie, William Shakespeare
- Stimmung
- Geistreich, Spannend
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Kritiken (25) — Film: Anonymus
ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/
Kommentar löschen[...]Von einer Vorliebe und einem gewissen Vorwissensstand bezüglich des Historienfilms ist im Sinne eines gesteigerten Genusses von Emmerichs „Anonymous“ nicht eben abzuraten; „Fire Over England“, die beiden „Elizabeth“-Filme mit Cate Blanchett oder das TV-Ereignis „The Tudors“ etwa empfehlen sich als ungefähres zeitliches Vorspiel und stimmungsmäßiger Rahmen der Ereignisse in „Anonymous“, auch unter den über 420 Shakespeare-Verfilmungen findet sich sicher der ein oder andere Beitrag, den man zur Ergänzung heranziehen könnte. Emmerich jedenfalls, und das ist angesichts jedes einzelnen seiner vorangegangenen Werke mit die größte Überraschung, simpelt seinen Film nicht herunter, die Ränkespiele und Intrigern, die verschiedenen Zeitebenen und die Fülle an Figuren und ihre Beziehungen zu- und untereinander, all das fordert eine gesteigerte Aufmerksamkeit, „Anonymous“ lässt sich nicht mal so nebenbei konsumieren, die Ohren sollten für Namen und Dialoge geöffnet sein und gemeinsam mit den…
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Andreas Stadler: http://darkagent.blogsit.net
Kommentar löschenBei diesem Film merkt man halt, dass Emmerich mit Herz und Seele dabei war. Ab machen Stellen kommt leider durch das diese Art von Film sonst nicht macht (Thema Zeitsprünge). Immerhin hat er es geschafft mit einem relativ geringen Budget von 30 Millionen Dollar eine großartige Geschichte zu erzählen.
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Wolfgang M. Schmitt jun.: www.die-filmanalyse.de
Kommentar löschenRoland Emmerich versteht vielleicht etwas von Weltuntergängen, doch leider überhaupt nichts von Shakespeare. Hierzu meine Filmkritik in meinem Videoblog:
http://www.youtube.com/watch?v=YcQvsyTqLj0
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donoctavio Thu, 15 Dec 2011 09:18:19 -0000
Antwort löschenDer Film macht sich nicht halb so bedeutungsschwanger wie diese Kritik und warum Verschwörungstheorien für den gemeinen Pöbel, welchem auch ich angehöre, das Marx´sche Opium sein soll, muss mir wohl nochmal erklärt werden. Die Geschichte des Films ist in sich schlüssig und sollte, meiner Meinung nach, nicht an ihrer historischen Adäquanz gekreuzigt werden. Sie wird von vornherein als Mumpitz abgetan und ihre erstaunliche Komplexität und Emmerichs hervorragendes Timing werden nicht angemessen erwähnt. Ich bin sicher kein Emmerich Fan, aber dieser Verriß wird einem, für seine Verhältnisse weit überdurchschnittlichen Film, nicht gerecht.
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atilla Mon, 26 Dec 2011 02:58:02 -0000
Antwort löschenWar jetzt kein klassischer Verriss, weil kritisiert wurde fast ausschließlich die Grundidee des Films und weniger der Film selber aber sehr philosophisch hat mich jedenfalls besser unterhalten als der Film ;)
werner-holt Thu, 11 Oct 2012 08:38:45 -0000
Antwort löschenhttp://www.youtube.com/watch?v=YcQvsyTqLj0
Der Nutzer hat das Video entfernt...
Filmering: Filmering.at
Kommentar löschenAnonymus ist der mäßige Versuch Roland Emmerichs aus seinem Storymuster auszubrechen. Doch leider zeigt sich dadurch, dass Emmerich auch abseits des Effektzwangs eigentlich gar kein so guter Geschichtenerzähler ist. Er hat weder den Spannungsaufbau, noch seine Zeitebenen wirklich unter Kontrolle und schlussendlich ist Anonymus weder unterhaltsam genung für das Massenpublikum, noch tiefgreifend genug für die Nische. Anonymus ist somit ein Zwitterfilm, der auf keiner Ebene durchgehend überzeugt und obwohl der Film recht kurzweilig geworden ist, muss man ihn nicht unbedingt gesehen haben.
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Ingrid Beerbaum: fluter Ingrid Beerbaum: fluter
Kommentar löschenMit überraschenden Wendungen und tiefen Abgründen spiegelt die Handlung das Shakespeareuniversum wider, übertreibt es aber stellenweise auch damit. Besonders in der zweiten Hälfte kann man sich dem Sog der facettenreichen Geschichte nicht entziehen, die darüber hinaus mit einer wunderbaren Besetzung aufwarten kann.
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A. Sterneborg: epd film A. Sterneborg: epd film
Kommentar löschenMit furiosem Schwung verlässt der Film alsbald die Bühnensituation, um in die historische Filmrealität zu rutschen und eröffnet mit diesem raffinierten Trick ein Vexierspiel zwischen Fakt und Fälschung, Leben und Literatur, Theater und Kino. Die Verwirrung, die hier noch ein geradezu genialer Kunstgriff ist, greift dann allerdings bald umfassend um sich, wenn der Film rastlos und ohne jede Bodenhaftung zwischen Zeiten und Erzählebenen hin- und herspringt. [...] Zu den Stärken des Films gehört die opulente Ausstattung, der greifbare Kontrast zwischen den kühlen Ränkespielen bei Hofe und den hitzigen Volksversammlungen auf den Straßen und im legendären Globe-Theater.
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Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de
Kommentar löschenDer Film verfügt - und dies nicht nur für einen Emmerich-Streifen - über ordentliche dramaturgische Qualitäten und ist in sich ein handwerklich solider Historienschinken geworden, der sich vor vielen anderen ähnlichen Produktionen nicht verstecken muss. Er punktet zudem mit einer authentischen Atmosphäre, welche diese vergangene Epoche wiederauferstehen lässt, ohne bemüht oder gekünstelt zu wirken.
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenDem Haupteinwand gegen die Autorschaft Edward de Veres, der bereits 1604 starb, während die Shakespeare-Forschung für elf Shakespeare-Werke ein jüngeres Entstehungsdatum annimmt, begegnet „Anonymus“ auf filmische Weise, nicht durch lange Erklärungen, sondern durch Bilder: In einer Szene sieht der Zuschauer Edward de Vere aus einer unübersichtlichen Anzahl von Mappen eine mit einem bestimmten Theaterstück herausziehen. Beim nahenden Tod des Grafen von Oxford stellt der Schauspieler aus Stratford-upon-Avon die bereits fertiggestellten, aber noch nicht aufgeführten Werke sicher. Roland Emmerich entwirft in „Anonymus“ ein buntes Bild des Elisabethanischen Zeitalters, in das außerdem höfische Intrigen insbesondere durch Elisabeths engen Berater William Cecil (David Thewlis) und dessen Sohn Robert (Edward Hogg), der Konflikt mit der auf den englischen Thron Anspruch erhebenden schottischen, katholischen Königin Maria Stuart und ein Volksaufstand („die Essex-Verschwörung“) Eingang finden. Zu Emmerichs Charakterisierung des Elisabethanischen Zeitalters gehört wesentlich die Förderung der Künste und insbesondere des Theaters durch die Königin, während sich ihr engster Berater Cecil vehement dagegen verwahrt.
Obwohl einige im Computer erstellte Totalen Londons enttäuschen, beeindrucken die detailverliebte Ausstattung der kunstvollen Kulissen etwa des Globe-Theaters und der haptischen Stoffe sowie die schauspielerische Leistung insbesondere von Rhys Ifans in der Darstellung des vielseitigen und innerlich zerrissenen Graf von Oxford.
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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln
Kommentar löschenBemerkenswert an "Anonymus" ist nicht, dass Roland Emmerich einen Historienfilm in die Kinos bringt. [...] Dass der Thriller - Emmerichs erster - auch noch erstaunlich gut funktioniert, das ist schon fast eine kleine Sensation.
[...] Auch wenn sich der Regisseur manchmal dazu hinreißen ließ, es mit dem Prunk etwas zu übertreiben, ändert das nichts an dem seltenen Eindruck, dass die Geschichte, die Emmerich erzählen will, ihm mehr am Herzen liegt als die Bilder, die er dafür komponiert. Und so viel Abscheu Emmerich seinem Shakespeare auch entgegenbringt, so groß scheint sein Respekt vor den Worten, die Shakespeare zugerechnet werden - wer auch immer sie nun verfasste.
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Jörg Schiffauer: ray Jörg Schiffauer: ray
Kommentar löschenDie Inszenierung verwebt zwar durchaus routiniert unterschiedliche Handlungsfäden und Zeitebenen, doch bleibt Anonymous ein einigermaßen abenteuerliches dramaturgisches Konstrukt mit einem sichtbaren Hang zum Spektakelkino. Dass Emmerich bezüglich Kostümen und CGI-Effekten aus dem Vollen schöpft, um diese historische Epoche ins Bild zu rücken, wird eingedenk seines bisherigen Oeuvres wenig überraschen.
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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de
Kommentar löschenRoland Emmerich hat mehr digitale Erfahrung als viele andere. Deshalb wirken auch die locations, die Massenszenen, die Straßen und Gassen, die Bauten, das Leben im Palast, die damaligen emporebestückten runden Holztheater, das „Old England“ ganz schön echt – wie immer bei Emmerich eine routinierte Regieleistung. Die Schauspieler geben ihr Bestes, insbesondere Rhys Ifans als Edward de Vere sowie David Thewlis in der Rolle des William Cecil. Um zum Filmthema Shakespeare To be or not to be zurückzukehren: die Spekulationen, die Hypothesen, die Zweifel bleiben – doch es bleibt hier auch die gute Unterhaltung.
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Gebhard Hölzl : br-online Gebhard Hölzl : br-online
Kommentar löschenEmmerichs größter Trumpf sind seine vorzüglichen Schauspieler, allen voran Rhys Ifans, der deutschen Kinozuschauern vor allem als guter Nebendarsteller aus Filmen wie "Notting Hill", "Hannibal Rising" oder "Radio Rock Revolution" bekannt ist. [...] Die solide, opulente Inszenierung lässt den Zuschauer bald die tatsächlich längst widerlegte "Edward-de-Vere-Shakespeare-Verschwörung" vergessen. Man taucht vielmehr ein in den politisch-literarischen Machtkampf, und der fasziniert. "Anonymus" ist in Babelsberg für 30-Millionen-Euro entstanden, und es ist Regisseur Emmerichs bislang bester Film.
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Rex Reed: The New York Observer
Kommentar löschenRhys Ifans bekommt mit seinem mehr als markanten Gesicht normalerweise die Rolle des Freaks oder Unholds, doch auch diejenigen, die sich nicht zu seinen Fans zählen, müssen eingestehen, dass seine Darstellung des Earl of Oxford zutiefst ergreifend ist. Und er ist auch umgeben von großartigen Schauspielern - vom glänzenden Mutter-Tochter-Gespann, Richardson und Redgrave als Königin bis hin zum komödiantischen Rafe Spall als Shakespeare [...]
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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times
Kommentar löschenAnonymus steigt in keinem Moment zu hoher Kunst auf. Aber wie gesagt, handelt es sich in vielerlei Hinsicht nicht um einen schlechten Film. Mr. Orloffs aufgebauschte Dialoge werden durch einige originale Shakespeare-Zeilen aufgewertet, wobei mit Mark Rylance einer der bedeutensten heute lebenden Interpreten des Dichters vor der Kamera steht.
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Liam Lacey: Globe and Mail Liam Lacey: Globe and Mail
Kommentar löschenAbgesehen von einigen besseren Momenten, ist Anonymus ein Fall von Scharfsinn, der bei einer einfältigen Untrnehmung verschwendet wird. All die eleganten Kostüme und an Erklärungen reichen Dialoge im Kerzenschein sind nur dazu da, die eingebildete These von Anonymus zu untermauern, der Sohn eines einfachen Handschuhmachers könne nicht besser schreiben als sein blaublütiges Publikum.
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Joe Morgenstern: Wall Street Journal Joe Morgenstern: Wall Street Journal
Kommentar löschenLange Zeit beschäftigt sich Anonymus mit der Essex Rebellion gegen die Königin, wobei die Handlung ständig dermaßen vor und zurück springt und die selben Charaktere von verschiedenen Schauspielern dargestellt werden, dass ich bezweifle, dass irgendjemand, der kein Fachmann dieser Epoche ist, der Handlung wirklich folgen kann.
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Christoph Schelb : Outnow.ch Christoph Schelb : Outnow.ch
Kommentar löschenAnonymous zeigt einen Blockbuster-Regisseur auf Abwegen und beweist eindrücklich, dass Emmerich weit mehr drauf hat als Städte explodieren zu lassen. [...] Im Film ist das vermeintliche Genie nur eine Schachfigur in einem mehr als gefährlichen Spiel, bei dem viele Parteien mitmischen und bei dem der Überblick leicht verloren gehen könnte. Dank den tollen Schauspielern bleibt das aber bis zum Schluss unterhaltsam, wenn auch nicht so packend wie erhofft.
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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de
Kommentar löschenDie Geschichte ist stark, die Schauspieler sind erstklassig und die Umsetzung sehr ambitioniert. Das bemerkenswerte Ergebnis: Ein Roland Emmerich-Film, der sein Publikum zwar ausgezeichnet unterhält, aber es auch fordert.
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Todd Gilchrist: The Playlist Todd Gilchrist: The Playlist
Kommentar löschenJohn Orloffs Drehbuch ist eine desaströs überkomplizierte Angelegenheit: Teilweise, weil es ein einziges Rückblenden-Labyrinth ist und teilweise weil die eigentliche Frage nach der Identität des Dichters immer wieder von ablenkenden, melodramatischen Abschweifungen überschattet wird.
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Keith Uhlich: Time Out New York Keith Uhlich: Time Out New York
Kommentar löschenAnonymus ist monumentaler Unsinn und wirkt wie ein ganz besonderes Serienspecial der historisch-fiktiven Seifenoper Die Tudors, doch der ganze Schall und Rauch wird immer dann besonders unterhaltsam, wenn geübte Shakespearedarsteller wie Mark Rylance und Derek Jacobi die Bühne betreten.
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Alle Kritiken (25)
Kommentare (65) — Film: Anonymus
Thomas Hetzel Sat, 18 May 2013 20:40:38 -0000
Kommentar löschenAnfangs ist der Film ziemlich verwirrend mit den vielen Rückblenden und die meisten tragen denselben Bart. Aber wenn man erst mal reingekommen ist, ist der Film ganz unterhaltsam. Genial werden hier Geschichte und Fiktionen vermischt. Shakespeare wird zudem als ziemlicher Trottel dargestellt, was echt stark ist.
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Hagen Hagen Sat, 30 Mar 2013 09:36:22 -0000
Kommentar löschenIch hätte gern die ganze Zeit die Szenen mit dem historischen London in Großaufnahme gesehen und auf den ganzen verschwurbelten Rest verzichtet. Als in der letzten Stunde endlich das Tempo anzog, hat es mir aber ganz gut gefallen.
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zmpfl Mon, 04 Feb 2013 03:35:03 -0000
Kommentar löschenIch habe so gut wie jeden Emmerich-Film im Kino gesehen. ARCHE NOAH PRINZIP noch aus Interresse, INDEPENDANCE DAY wg Päng-Puff und ab da wars nur noch: Wie dreist und platt wird's diesmal ??!
2012 war der Tiefpunkt der Dämlichkeit und ab da sollte Hr Emmerich kein Geld mehr von mir bekommen !
Klar, in ANONYMUS will E. zeigen, daß er auch anders kann (was ja auch irgendwie eklig ist), ABER > Hey, schau an !
Zumindest sehr unterhaltsam !!
Schauspieler und Kulisse tatsächlich toll.
Trotz langer Dauer nicht langweilig.
Was jetzt die bekrittelte Pseudokomplexität und Konfusität betrifft: Muss ich später beurteilen, im Moment bin ich beeindruckt. :-)
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H4rl3k1n Sat, 22 Dec 2012 13:15:30 -0000
Kommentar löschenLeider verläuft sich der Film etwas in dem Ränkespiel der Erbfolge und trägt zum Ende zu dick auf. In ihren Rollen gut gefallen haben mir dagegen Rhys Ifans und Joely Richardson, die beide zu überzeugen vermochten. Alles in allem wirkte der Film etwas zu überladen, sodass mich der ein oder andere Erzählstrang völlig gleichgültig wirkte.
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NiboraC Mon, 03 Dec 2012 12:39:41 -0000
Kommentar löschenTut mir leid aber ich weiß nicht was an diesem Film so toll sein soll. Ich habe mich gelangweilt und es viel mir schwer ihm überhaupt zu folgen.
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craax Wed, 14 Nov 2012 21:49:16 -0000
Kommentar löschenAnonymus v. R. Emmerich
Shakespeares Leben (geschickt) inszeniert wie ein Shakespeare- Stück? Kann man es noch besser machen, um uns heute einen artistischen Retrospektiv-Salto auf einen der gewaltigsten, berührendsten, bewegendsten Kanons‘-, ja Kosmos‘ der Literatur- und Menschheitsgeschichte hin tun zu lassen – und zurückzuwerfen,- einen Blick nicht nur in die Zeit zurück,- sondern auch in den Menschen und seine “innen gehegte Busengewalt“ hinein? – Kunst und Geschichte zu amalgamieren? Kunst der Gegenwart und Kunst der Vergangenheit? Und da Kunst nur ein Reflex, auf Gegenwart – nein besser auf Zeit überhaupt ist - ,- auf ‚angenommene‘ Gegenwart und geglaubte ‚Vergangenheit‘? - „Shakespeare“: ist ein Gipfel des Möglichen. 3 Dutzend (relativ kurzschnittige) Stücke (bis auf Hamlet), füllen ein einziges mäßig beleibtes Buch, ein paar Sonette – und sie beherbergen eine Ganze Welt, einen ganzen Abschnitt der Historienlegendenbildung – „heute“ „Elisabethanisches Zeitalter“ genannt. Ist ein Zweifel, das >Shakespeare< das ist (wie es ein >Zeitalter Goethes< gibt)? Wäre der Glanz von der Erinnerung jener Zeit nicht ab,- wäre sie nicht blaß wie jene zum Beispiel an die verschwundene Epoche der Rosenkriege, „Schwarzer Prinz“ hin oder her,- fern und abgelegt, wenn uns Shakespeare nicht in ihr aktuelles abgründiges Herz blicken ließe, ihr gegenwärtig tiefes, zerrissenes, leidendes und jubelndes, schmachtendes Herz? Und können wir in dieser Bewegung nicht unsere eigene wiederfinden-, erkennen?,- natürlich etwas zahmer, gebändigter, vermasster, zivilisierter, angepaßter, eingeebneter, moderner? Shakespeare ist uns nah – über einen Abgrund an Zeit hinweg - : unserer doch verwandten Seele oder doch wenigstens -Wunsche. Wir sind uns nah: weil wir Menschen sind. Sein Menschsein ist dem unseren verborgenen genügend verwandt, um uns instinktiv reagieren zu lassen. Auch wenn wir es gern leugnen: seine kunstfertige Hand bohrt und tastet in den Senkungsfalten unserer ‚Brust‘ und reißt unsere Seele- wenn wir denn eine haben – in kurzen, schaudernden Sätzen ans Licht, zuckend und roh und blutig, schemenhaft, doch -: unsere Seele. Wir mögen sie so, oder auch nicht. Wir sind ihr so eher unbekannt. Wir scheuen sie angezogen so. Und wir müssen sie doch anerkennen: ja, das ist unseres Fleisches,- und Geistes,- Wesenskind. Das : sind Wir, im Grunde, immer noch: allezeit.
Shakespeare ist ein etwas roher Gesell. Ziemlich archaisch, dies „Elisabethanische“, fast „homerisch“. Ein Leben nicht viel wert. Liebe und Haß süß und rauh – und keine Halbheiten. Eine ausgemachte Sache: am Leben zu sein,- keine Gewohnheit. Entweder ganz oder gar nicht. Die Lauwarmen kamen nicht durch. Es hieß: wachse oder weiche,- entscheide dich. Entweder will leben, und lebe – oder eben nicht, und sterbe und verschwinde. Ein starkes, ein exzessives, ein beinhartes, ein kristallklares Zeitalter. Dichter sterben bei Wirtshausschlägereien, Politiker verlieren den Kopf – buchstäblich (wo kommen diese Ausdrücke wohl her?) und „springen über die Klinge“. Sir Francis Drake; Degen und Mantel und Silberschiffe, Bartholomäusnächte, Musketiere und der Dichter des Don Quichote in Berbersklaverei, dunkle unbeleuchtete Gassenwege aus zerstampftem und festgetretenem riechenden Erdkot nachts zwischen stillhockenden Gebäudeschatten mit schleichenden Räubern, Meuchelmördern und Verschwörern (und von beharnischten, nicht lange „fackelnden“ Patrouillen?). Die Leute sterben wie die Fliegen, an Pest, an Cholera, und London erhöht seine schrumpfende Einwohnerzahl nur auf Kosten von Frischblut-Zufuhr aus allem Land umher. Das alles kann man sich anlesen und muß hier nicht referiert sein. Man sollte diese Exkursion in die Entourage des „Elisabethanischen“ unternehmen, bevor man diesen Film sieht – genauso, wie man – eigentlich – sich wenigstens ein klein bescheiden Weniges mit der hundertjährigen These, das nicht Shakespeare Shakespeare gewesen sei,- beschäftigt haben darf. Ich empfehle ein lesbares aktuelles Kompedium zum Thema: ein (wie stets) angenehmes Portiönchen Vor-Denken von Bill Bryson, auch mit Stellungnahme zu einschlägigen OxfordEtc.-Thesen, Sie werden es nicht bereuen.
Tut man das, und hätten das viel mehr Leute getan, müßte man nicht den Tort in den Ausmaßen erfahren, der einen erwartet, wenn man sich zwischen den sichtenden Reaktionen auf die neue Regung von Emmerichs dankenswerten Produktionssäften, zum Beispiel im Internet, umtut.. Da ist eine Menge Rede davon, das Emmerich lächerlicher Blockbusterregisseur sei, und nun Shakespeare zu einem Hollywood-Billigprodukt (made in Babelsberg für nur 26 Mio.s) verwurstet, indem er abstrus skandalöse Thesen flicht. – Entschuldigung, die These stammt nicht von ihm (denn, da allerdings liegt der Hund begraben: ‚Hollywood‘ reflektiert, wie immer, nur,- und sitzt als Fremdgänger auf). Und, liebe Freunde und Gemeinde, wie leid bin ich es, die Intellektuellen unter euch, die ihr Bildungskompendium im Kino absolvieren und von dort erwarten, über mangelnden Tiefgang und Ernsthaftigkeit von „Mainstream“-Erzeugnissen Emmerisch’schen „Qualitätsstandards“ (zur beleidigenden Herabsetzung) räsonnieren zu hören. 2012, Independence Day, The Day After Tommorrow, - Wie öde das ist! Ich kann’s nicht mehr hören. Ich fühle mich in die Sechziger Jahre zurückversetzt, als, ich ein Schulknäblein mit eigenem Taschengeld, die Invasion verfolgte, welche Disney, Marvel, Eisenherz, belgische und französische Schule in das festverfugte Mauern des überkommenen Deutschen Bildungsguts als Breschen schlugen,- des einzigen scheinbar Unversehrten, was nach dem nazi-stischen Autodafé-Fiasko noch festumklammerbar stand und <Halt versprach! – Ich erinnere mich: als –ausgerechnet – ASTERIX (vice versa Perry Rhodan) als Stichwortgeber für „Trivialliteratur“ im gymnasialen Deutschunterricht damnisiert wurden. Leute! Seid doch nicht so verhörnlicht wie Hühneraugen! Emmerich: kann man seine perfektgemachten und nicht kunstdefinitiven Produkte nicht einfach als das nehmen, was sie sind, und genießen, überaus gelungene und unterhaltsame Spielereien überbordender und funktionierender Einbildungskraft? –bedeutet es ein Sakrileg, wenn „so einer“ sich jetzt an einem Götzen der Hochkultur, an Shakespeare, „vergreift“?
Bitte: mehr solcher Über-Griffe. Emmerich ist kein Dummkopf, sonst würde kein Mensch auf der Welt den Namen kennen,- den jeder kennt, und an dem jeder Tüffel sein Bein hebt. Eure vorübergehende Duftmarke am mächtigjährigen Eichenstamm sagt nur: hier stinkt’s,- und nicht : die Eiche stinkt.
Niemand käme auf die Idee, das Eichen solche Säfte produzieren,- sondern nur, das es wohl streunende Wesen gibt, die solche bei sich tragen. Obacht doch! – immer vorsichtig mit abfälligen Minorennitäten! Man weiß nie, wo sie landen und einmal hinwachsen.
Shakespeare- ausgerechnet – und Emmerich also. Nur auf den ersten Blick ein seltsames Paar,- in Wirklichkeit: von tiefstinnerer vergleichbarer Sublimität. Shakespeare war, seinerzeit, auch eine Art Schaumschläger, Effektemacher,- Blitz- und Theaterdonner-Erzeuger. Auch er packte sein Publikum dort, wo es angreifbar war; und auch Shakespeare ist nicht nur erhaben, sondern stand mit beiden Beinen fest im getretenen Morast dieser Erde. Aber sein Haupt, manchmal – nicht immer – durchstach die Wolken,- vor allem, wegen der majestätischen, ehrfurchtgebietenden : effektvoll berechneten (Theater-)Sprache. Dreimal jetzt: Effekt-,- das heißt auf den Wirkungspunkt genau berechneten Einsatz. Ist es nicht genau das, was Emmerich auch kann,- (wenn man ehrlich ist), sein Publikum im Griff halten? Sie winden sich? Aber: was sagen denn die Verkaufszahlen?
Das konnte Goebbels auch? – aber Shakespeare dagegen war (ist) wahr und wertvoll,- ganzanders? Jeder geeignete Quatsch kann Kurzzeit-Erfolg einheimsen? Und hier nun lebt eine Kunst seit vierhundert Jahr (und unabsehbar)? – Sicher, sicher: Shakespeare i s t wertvoll, und eines der kostbarsten Zeugnisse der Humanität. Aber, wie Molière, oder Mozart (der „Frühvollendete“: Unsinn): er wand sich, leicht oder schwer, vom Boden des Allzumenschlichen in die Höhe, Stück für Stück, Stufe um Stufe. Worauf ich hinauswill: es ist dumm, und schneidet zukünftiger Entwicklung den Boden ab, monumentalisiert man und verdenkmälert einen solchen GIGANTEN als etwas, das bereits vor allen Zeiten vorzementiert als Koloß auf die Welt gemeint kam und niemals den Zustand des Embryonalen kannte – falsch! Wie Goethe, dem faszinierend beim Wachstum zuzusehen ist,- entspringt Größe nicht einer Vorbestimmung, sondern einem – bei Talent – fruchtbarmachenden Prozeß, günstiger Umstände und Förderungen,- und - : Verschonung,- bis die junge Pflanze vom üblich herumstromernden Gesocks nicht mehr allzuleicht vorübergehend geknickt und - abgebrochen werden kann. Ein großes Werk braucht viel Vorbehalt,- und Gedeihlichkeit, oder, anderes Wort, eines Kenners: „Minorennitäten kann man nicht überspringen“. – Wozu diese Argumentation? – Shakespeare muß einer von uns bleiben,- will man ihn ganz genießen. Wer auf Sockel stellt und Sockel errichtet, Piedestale, tut in der Erhöhung des Außerordentlichen zugleich ein anderes, Simultanes: er erniedrigt sich.
Bescheidenheit ist eine Zier... fremdes Verdienst anzuerkennen ein Edelmut. Doch man kann Größe, in Shakespeare, erkennen und verehren, ohne sich zu entmenschlichen: indem man sich im Menschlichen trifft und berührt. Shakespeare war nicht nur ein Über-Mensch: er war mit Mängeln, und Insuffizienzen behaftet, genau wie ein Bewunderer über Stärken verfügen mag, die er nicht so anzuerkennen finden möchte, wie die Welt jene der Kolossusse erkennt. Im Menschlichen vereint sich das : Abwertung (des Anerkennungsurteils) der Welt,- und Aufwertung der (eigenfindlichen) Tugend, und milde Verzeihung der - Ungenügsamkeiten. Anerkennung eigener und fremder Tugend: Verzeihung eigener und fremder Fehler: Vergesellschaftung und Gemeinschaftlichkeit. Und „die Welt“ : drauf geschissen! – was zählt, sind nur ganz Du und ganz Er. So wird das Verhältnis zum fruchtbarsten ausschlagen,- von Mensch zu Mensch, ohne übertriebene Ehrfurcht, und ohne übertriebenes Einknicken,- Nachgeben der verehrungswütigen Knie. Ein Lob von Jemanden, den man vor lauter Selbstverleugnung kaum wahrnehmen noch achten kann : was wiegt’s? Willst du, das Shakespeare an deinem Weihrauch liegt: vergöttere ihn nicht,- sondern sehe ihn als einen, der wahr werden ließ (und das nicht nur), was dir aufgegeben ist. Die Tatsache, das du nicht vollkommen bist: spricht dich nicht frei davon, zu versuchen, es zu werden,- wie fast alle sich loskaufen, welche Ersatz-Götter, anstelle ihres eigenen verpflichteten Egos, hegen. Wer unbedarft verehrt, tut genau das Gegenteil von dem, was die Götter, wie Shakespeare, erwarten: zu versuchen, ihr Beispiel zu mehren. Wer das Verehrte von sich abspaltet, in etwas außer sich zu Verehrendes -, und einen Verehrten, oder eine Verehrte: kastriert sich selbst, und raubt der Welt das, möglicherweise – ihr ebenso zur Ehre gebührte. Dies ist das Gegenteil dessen, was ein solches, hinterlassenes, Werk von uns will: es will uns desgleichen groß,- und nicht zur Verehrung klein.
Emmerich und Shakespeare: ich lobe mir solche Nachfolgerschaft, die in Inspiration endet.
S o soll es sein,- und ist es gemeint! Und was ist Inspiration,- und Nachfolgeschaft? Wo wird sie gültig? – wo sie sichtbar, wahrnehmbar wird. Und zweifellos haben Sie den Film gesehen,- sonst wären Sie nicht hier. Emmerich hat ein wahrnehmbares Werk geschaffen; er ist über den Durchschnitt sichtbar geworden. Er hat – vielleicht- keine Shakespear’sche Höhe erklommen: aber er klimmt. Das ist alles, was zu erwarten ist: den Rest, wie bei Shakespeare, übernimmt die Zeit, und formt daraus, was sie will,- nicht wir, Du aus Dir, ich aus mir, ich aus Dir, Du aus Mir: auch Shakespeare stand nicht frei, Shakespeare zu schaffen: er konnte ihr, seiner Zeit, nur ein Angebot eröffnen, und zusehen, das es so unausschlagbar wie ihm nur möglich,- wurde. Sie hat akzeptiert. Es steht nicht bei uns. Und wir werden, seh’s ruhig ein, es nie erfahren. Niemand lebt über den Tod hinaus. Und was dann bleibt, ist nur unsere Zeit, im Keim der späteren enthalten und entwickelt, oder vielleicht auch nicht. Sie wählt, sie gießt, sie gedeiht: und, was Ruhm angeht,- großen Ruhm, dauerhaften Ruhm: wieviel von dem, was „zu Lebzeiten“ berühmt ist, war es dann – und wieviel von dem, was wir heute verehren, war es, bis auf Einiges, zur Zeit, als es ins Dasein trat? – Nein, es lohnt nicht. Da Ruhm dir völlig fremd ist: leiste dir den Luxus, der ein Fehler sein mag: und nimm die Berühmten einfach ganz leger, wie wärst du schon gestorben, im Himmel, als Zeitgenossen: als Mitmenschen, wie Engel, alles Irdischen überhoben, sich einander gestehen möchten: ihre Stärken, und ihre Schwächen. Im Angesicht Gottes wäre das Humbug: so zu tun als ob, und nicht absolut ehrlich zu verfahren. Warum also keine Familiarität? auch zu den Besten: es muß ja nicht Unbescheidenheit sein,- man muß ja nicht auf die Schulter klopfen! und joviale Sprüche! - aber man darf sich, wissend, nähern – und Austausch suchen,- indem man anbietet: vielleicht wird, aus nicht hündischer Position heraus, derart akzeptiert, denn im Ernst : niemand, der selbst schon sich zum Knecht macht und sich das Setzen verbietet,- wird zur Herrentafel gebeten, Platz zu nehmen. Mache dich selbst nicht zum Knecht, indem du dir Herren verschaffst: ist alles, worum wahre Herrschaft dich bittet: denn sie liebt keine Knechte, in Menschgestalt,- sondern nur: wahre Menschen, die wahre Größe erkennt: und sei sie selber Mensch.
Der Mensch ist da groß, wo er von sich weiß, und Herr und Knecht von ihm fällt: und nur das Wahre bleibt, das gemeinsam ist: dort kann man miteinander umgehen.
Und der erste Schritt zum Umgang ist: die Schranken aufzuheben,- ohne zugleich das wahre Maß. Wer sich dem Rechten liebend nähern mag, darf , ohne unbescheiden zu sein, sich – auch des Großen- für fähig halten, ohne sich bereits so zu dünken: denn, wie gesagt, ob du es seist, wirst d u nie erfahren. Du bist es der Zeit nicht wert, das bereits du es wissest: dies Krönungsrecht behält sie sich vor. Also, bescheiden, nehme an, du wärest fähig, zum Rechten: nähere dich ihm wo – und in welchen, auch vorgewordenen, Formen, du es findest: und achte und ehre es. Aber Größe vergrößert, sie verkleinert nicht. Tut sie das, war sie falsch: ein nichtiges Maß. Größe erhebt dich zu ihr, nicht über dich - sich : schrumpft sie dich, ist sie Zierrat von Pygmäen,- kleiner Gestalt. Ist sie‘s aber nicht: das gibt’s, das Große, wie‘s behauptet wird. Ich behaupte es. Widerlege mich? –indem du dich selber unscheinbar machst? – Verzeihung, so mühe ich mich, statt deiner. Verkleinere mich. Nicht schwer? –dann eben die Mythen, Legenden: widerlege sie, Shakespeare, und Beethoven, und Goethe und Gandhi: du wirst eine Menge Menschen überzeugen müssen, indem du anhand deiner Befähigung zur Kleinheit ihre Größe in allen Augen wirksam widerlegst.
Gib es zu – vergeblich. Warum auch? – Größe macht viel mehr Spaß, und das ist ihr Zeichen: sie macht Spaß, und erhebt -, und vergnügt -. Ja, bei Recht betrachtet :
ist sie sogar unterhaltend.
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zmpfl Mon, 04 Feb 2013 03:08:48 -0000
Antwort löschen:D WOW !!!!
Ist dieser Text hier so eingetippt worden wie der meinige ??! Respekt !!
Und wie lange hat das gedauert ??
Und wie war der werte Gemütszustand ?!
seniorem Sun, 11 Nov 2012 17:22:44 -0000
Kommentar löschenEmmerich überrascht jenseits seiner Endzeitblockbustergedöns mit einen spannenden, toll ausgestattem Historienthriller
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guggenheim Mon, 08 Oct 2012 11:51:21 -0000
Kommentar löschenEin Verschwörungshistörchen, das "Spielbergle" Roland Emmerich mit allerhand verwirrenden Zeitsprüngen ausgestattet ins Rennen um den Clevernesspreis 2011 geschickt hat. Da die Story mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist - zu erkennen daran, dass jedesmal, wenn während einer Unterhaltung der Name "Shakespeare" fällt, jemand hinter dem Vorhang hervorgesprungen kommt und laut "Verschwörung!" ruft, gefolgt von einer Erklärung, wer denn die Buchstaben tatsächlich aneinandergereiht hat (wahlweise ein Adeliger, Aliens, die Illuminaten oder Bob Dylan) -, hat der schwäbische Wertarbeiter hier und da noch ein paar Anreize eingeflochten, die wohl überraschen oder schockieren sollen. Das klappt leider nur suboptimal, wobei man zumindest gegen Ende doch ein wenig von der Geschichte in seinen Bann gezogen wird.
Ich bin jedoch der Meinung, dass "Anonymus" wesentlich besser wäre, wenn Edward de Vere explodieren würde. Kawumm-Bumm kann Remmidemmi-Emmi nämlich...
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simvlacrvm Wed, 03 Oct 2012 00:46:01 -0000
Kommentar löschenSicherlich zäh und oft genug bricht der Spannungsbogen auch einfach ins bodenlose ab, trotzdem ein unterschätzter Film, der für Genrefans zum Muss gehört.
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Moe Thu, 20 Sep 2012 09:32:23 -0000
Kommentar löschenSehr tolle Inszenierung, die Kulissen und Kostüme aber auch die Dialoge und die Sprache haben mir gefallen.
Auch ich hätte nicht gedacht, dass Emmerich so einen Film gut auf die Beine bringen kann, aber ich wurde eines besseren belehrt.
Ob nun die Geschichte wahr ist oder nicht, sie ist auf jeden Fall interessant.
Klar, die Bindungen der einzelnen Charaktere ist etwas wirr, aber vermutlich war das damals so. Ist in einem Shakespeare-Drama nicht anders.
Rhys Ifans als Hauptdarsteller und tragische Figur hat, meiner Meinung nach, den Film getragen und ihm seine persönliche Note verpasst.
Man muss sich etwas auf den Film einlassen, aber wenn man das macht, dann bekommt gute Unterhaltung.
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BigH Sat, 15 Sep 2012 05:45:26 -0000
Kommentar löschenEin Lichtspiel, geboren aus der Feder dessen,
der ansonsten gerühmt wie geschmäht wird für seine Stücke,
welche uns, das geneigte Publikum, mit großem Pomp
und vielerlei Augenschmaus zu unterhalten suchen.
Nun, dies Werk hier geht einen anderen Weg
und sucht uns wahrlich und wahrhaftig eine Geschichte zu erzählen,
gebaut mehr auf dem Können von veritablen Thespisjüngern
denn dem feurigen Schein künstlichen Blendwerks.
Und nicht weniger als das Leben des Barden von Stratford
nimmt sich der schwäbische Meister zum Anlass sein Garn zu spinnen
und uns zu fesseln mit einer Mär von Mord und Verschwörung, Lug und Trug.
Ein hehres und fürwahr hochgestecktes Ziel.
Was, so die Prämisse des Lichtspiels, wenn der vermeintliche Meister Shakespeare
nur ein Narr gewesen, kaum fähig eine Feder zu halten,
und seine unsterblichen Stücke nicht von ihm darselbst,
sondern von der Hand eines anderen stammten?
Darüber läßt sich trefflich fabulieren,
und in der Hand eines anderen hätte daraus womöglich
ein echtes Meisterwerk entstanden sein.
Doch hat das Drama auch fähige Spieler aufzuweisen,
die sich mühen, es zum Leben zu erwecken,
und kann aufwarten mit großer, prächtiger Kulisse,
so mangelt es ihm eben just an einer packend erzählten Handlung.
Zu oft dümpelt die Geschichte träge dahin,
gefällt sich im scheinbar raffinierten Sprung durch die Zeiten,
und gleicht just dadurch mehr einem trägen Lastkahn,
ohne einen Anker oder einen fähigen Kapitän, der ihn auf Kurs hält,
denn einer schnittigen Karavelle, die uns, das Publikum,
vom Wind des Schauspiels getrieben zu aufregenden Gestaden trägt.
Zwar gemahnt "Anonymus" gewiss nicht an ein furchtbares Trauerspiel,
das unsere Brust nach einem spitz geschliffenen Dolche rufen läßt.
Aber anders als in Rezensionen zu diesem Lichtspiel
wird der Name Emmerich wohl niemals in einem Atemzuge
mit dem des großen Shakespeare genannt werden.
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craax Thu, 07 Feb 2013 03:52:47 -0000
Antwort löschendu schüttelst der Sprache wenigstens die Hand. Das Sakespeare nicht Shakespeare wie Homer nicht Homer/ F.A. Wolf gewesen sein soll, ist ein mittlerwele betagtes Hütchen. Den amüsant letztesten Zwischenbericht zur Gerüchteküche bebruzzelt Bill Bryson in seinem wie immer süffig konsumierbaren Shakespeare-Bändchen. Lesenswert!
moritz_powers96 Thu, 06 Sep 2012 18:54:51 -0000
Kommentar löschenAm Anfang war ich sehr verwirrt und wusste kurz mal nicht wann in welcher Zeit was abspiel. Denn zu erst geht es 5 Jahre zurück, dann 40 Jahre und dann wieder vor und zurück. Aber die zweite Hälfte des Films war dann wesentlich besser und spannender. Irgendwann konnte ich auch alle Szenen den verschiedenen Zeiten zuordnen. Die Schauspieler waren richtig überzeugend. Nach 45 Minuten wurde der Film auch richtig spannend. Zwar keine meisterleistung von Herrn Emmerich, aber ein guter unterhaltsamer Film über den Mythos Shakespear. Die Idee wer Shakespear wircklich war, nähmlich ein Graf der seine Werke nicht publizieren konnte war, war auch ein guter einfall von seiten Emmerichs.
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ProsperDune Sat, 11 Aug 2012 15:04:54 -0000
Kommentar löschenEin überladener Kostümschinken. Man hätte ein stilles Drama über einen Menschen machen können, der sich damit abfinden muss, dass nie er selbst für seine Werke gerühmt werden wird. Da wäre genügend tragisches Potenzial drin gewesen. Doch Roland Emmerich muss sich natürlich genauso sehr übernehmen wie in seinen Katastrophenfilmen und verzettelt sich mit einer fast unüberschaubaren Fülle von Charakteren und mit nichtssagenden Zeitsprüngen. Etwas unkomplizierter angelegt, wäre ich auch besser unterhalten worden. Man mag sich ja freuen, dass Emmerich sich auch mal neuen, durchaus interessanten Stoffen zuwendet. Aber hey, er macht immerhin "White House Down" oder so. Also, wenn er selbst nicht ernst nimmt, dass er als Regisseur eine neue Richtung einschlagen könnte, dann nehme ich seinen kurzen Regieausflug "Anonymus" auch nicht ernst.
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Ben Kenobi Mon, 16 Jul 2012 23:02:31 -0000
Kommentar löschenVon Verschwörungstheorien - und dieser ganz besonders - mag man ja halten, was man will, "Anonymous" ist so oder so eine positive Überraschung. Als spannendes Epochendrama funktioniert dieser unerwartet wendungsreiche Emmerich nämlich erstaunlich gut. Das liegt nicht nur an seiner pompösen Ausstattung und der aufwändigen CGI-Inszenierung des elisabethanischen Londons, sondern vor allem an der recht vielschichtigen und packend erzählten Geschichte, die die perfiden Ränkespiele am königlichen Hofe zum Dreh- und Angelpunkt der Handlung macht. Getragen von zum Teil großartiger schauspielerischer Leistung (besonders von Vanessa Redgrave und Rhys Ifans), entspinnt sich vor dem Publikum ein Netz aus Lügen und Intrigen, in dem die Autorschaftsdebatte bisweilen völlig in den Hintergrund tritt. Emmerich und Drehbuchautor Orloff gehen dabei weder mit ihrer Darstellung der Mächtigen noch mit den historischen Fakten besonders gutmütig ins Gericht, und biegen gleich mehrere Halbwahrheiten und Theorien so zusammen, dass ein gut konsumierbares Unterhaltungswerk entsteht, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität völlig verschwimmen - und bewegen sich genau damit wieder in bester Shakespeare'scher Tradition. Etwas deplatziert wirkt lediglich der Versuch, durch teils zusammenhangs- und übergangslose Zeit- und Ortsprünge mehr Komplexität vorzutäuschen als der Plot hergibt, denn das ist eigentlich nicht nötig. In die Kategorie "unnötig" fällt auch die lächerliche Darstellung William Shakespeares (Emmerich selbst gab in einem Interview zu, dessen Figur unter dem Aspekt des "comic relief" angelegt zu haben) - man kann eine Theorie auch anders verkaufen, als das Ziel seiner Kritik wie einen dauertrunkenen und geldgierigen Tölpel darzustellen. Wer aber der Kernaussage des Films - glaubt nicht alles, was ihr seht/hört - folgt, wird auch diese Verschwörungstheorie schnell als solche entlarven und den Ärger über sie nicht den Blick auf einen Film verstellen lassen, der vor allem eines will: unterhalten, und zwar auf eine Weise, die man Emmerich bis dato nicht zugetraut hat.
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Nicolas R. Wed, 11 Jul 2012 08:59:21 -0000
Kommentar löschenIch gebe zu, dass ich seit "Das Arche Noah Prinzip" ein eingeschworener Roland Emmerich-Fan bin. Zwar gab es seit diesem erstaunlichen Spielfilmdebüt auch ein paar Geschmacksentgleisungen des "Spielbergles von Sindelfingen". Aber wenn man sich seine Entwicklung anschaut und dabei in Betracht zieht, dass er seine Karriere in Deutschland durch einfallsreiches Eigenengagement fernab der satt gefüllten Filmfördertöpfe gestartet hat und seit "Independence Day" einen Welterfolg nach dem anderen feiert, so kann man ohne weiteres sagen: Chapeau!
Die gewöhnlichen Kinobesucher interessiert dieser Background in der Regel aber nicht. Sie wollen einen Film wegen der Stars sehen, oder wegen einer packenden Geschichte. Die wenigsten werden nach dem Verlassen des Kinosaals den Namen des Regisseurs nennen und den gerade gesehenen Film mit seinen vorigen Werken vergleichen können.
Dieser Umstand könnte ein Grund dafür sein, dass nur vergleichsweise wenige Zuschauer bereit waren, Herrn Emmerich auch dieses Mal die Ehre zu erweisen und sein neustes Werk in ausreichender Anzahl zu goutieren. Dabei versprach der Inhalt wirklich Großes:
Shakespeare ein Hochstapler und in Wirklichkeit gar nicht selbst der Autor seiner Werke!
Wenn die Produzenten Glück haben, so werden sich die meisten potentiellen Zuschauer aber so verhalten, wie ich, nämlich zum ersten Mal einen Emmerich-Film nicht im Kino begutachten – warum auch, wo hier doch keine gigantische Weltzerstörung zu betrachten ist, die nur auf der großen Leinwand so richtig Wirkung zeigt – sondern die vor kurzem stattgefundene Blu-ray Veröffentlichung abwarten. Hiermit ließe sich immerhin ein Teil des beträchtlichen Verlustes wett machen, den die Produktion bis jetzt zu verbuchen hat – eine recht ungewohnte Erfahrung für Roland Emmerich.
Aber der Regisseur hat es sich und den Zuschauern auch nicht leicht gemacht. Man merkt von der ersten Einstellung an, dass er sich selbst und vor allem dem Feuilleton, welches ihn speziell in frühen Jahren immer wieder gnadenlos über die Klinge springen ließ, auf Gedeih und Verderb etwas beweisen wollte. Dieser Anspruch ist jedoch nicht vollständig zum Vorteil des Filmes ausgefallen. Zu verworren werden all die Figuren und verschiedene Zeitebenen eingeführt; man hat in den ersten 35 Minuten fast den Verdacht, dass Emmerich die Geschichte im Drehbuch ursprünglich zeitlich linear angelegt hatte und dann beim Schnitt kalte Füße bekam. Unter Umständen wollte er mit der recht verwirrenden Montage Anspruch um jeden Preis erzeugen.
Nachdem die handelnden Personen aber alle einmal etabliert sind und die Geschichte Fahrt aufgenommen hat, wird es interessant. Die durch verschiedene historische Quellen untermauerte Theorie bezüglich der wahren Urheberschaft der Shakespeareschen Werke ist spannend erzählt und wirft ein insgesamt recht düsteres Licht auf das Elisabethanisches Zeitalter in England.
Unweigerlich zieht man den Vergleich zu den großartigen "Elizabeth" Filmen mit Cate Blanchett und wägt ab, ob nun Emmerich oder Shekhar Kapur die größere Wucht erzeugt. Was die Schauspielführung betrifft, geht aus meiner Sicht der Punkt an Kapur, auch wenn Rhys Ifans eine, für seinen Verhältnisse ungewöhnlich eindringliche Darstellung des Strippenziehenden Earl of Oxford bietet. Die Leistung der wie immer großartigen Vanessa Redgrave steht eh außer Frage. Dagegen fallen viele anderen Figuren teilweise bis zur Karikatur ab, allen voran der Titelgebende William Shakespeare.
Ob das von Emmerich wirklich so gewollt ist? Unter dem anfangs angesprochenen Aspekt des Anspruchs kann es nur ein Versehen sein, einfach ein nicht so recht geglücktes Casting. Aber der Verdacht drängt sich auf, dass gerade bei der Besetzung und Schauspielführung Emmerichs alte, längst behoben geglaubte Schwäche wieder durchbricht, nämlich eher den großen Schauwerten, also Ausstattung und Effekten das Augenmerk zu schenken, anstatt das Potential in wirklich guten Darstellern zu erkennen.
Apropos Ausstattung und Effekte: daran gibt es auch hier wie immer fast nichts zu bemängeln. Volker Engel und Marc Weigert haben mit ihrer eigens für dieses Projekt zusammengestellten Effekt-Unit das Optimum aus dem Budget heraus geholt und mit viel Akribie das London des Elisabethanisches Zeitalters im Computer nachbauen lassen. Sogar der Greenscreen im Hintergrund vieler Innenräume wurde durch beeindruckende architektonische Rekonstruktionen aus dem Computer ersetzt. In der Blu-ray Version wirken höchstens die großangelegten Totalen Londons eine Spur zu künstlich, aber aus der Erfahrung heraus kann man sagen, dass sie im Kino, wo das den CGIs künstlich hinzugefügte Filmkorn erst seine volle Wirkung entfaltet, sehr realistisch rüberkommen sollten.
Die Kostüme wurden zu Recht für den Oscar nominiert und fanden deshalb bereits die entsprechende Beachtung in den Medien. Aus diesem Grund möchte ich zu guter letzt das Augenmerk auf die grandiose Arbeit der Kamerafrau Anna J. Foerster lenken, die die Geschichte in überwältigenden Bildern einfing und die Darsteller perfekt ins Licht setzte.
Aber wer weiß: vielleicht ist auch das nur Spekulation und Illusion und im Endeffekt das Ergebnis langer Rechenprozesse moderner Hochleistungscomputer, durch die heutzutage jedes einzelne Filmbild einer Produktion dieser Größenordnung läuft. Den Zuschauer aber schert die akribische Kleinarbeit, die in diesem Herstellungsprozess liegt, oft genauso wenig wie der Name des Regisseurs.
"Anonymus" stand in diesem Fall also auch Pate für das manchmal wirr konstruierte, dafür aber gut bebilderte, filmische Gedankenspiel.
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SpikeRT66 Thu, 05 Jul 2012 15:20:47 -0000
Kommentar löschenIrgendwie ist "Anonymous" das komplette Gegenteil von Rolands bisherigen Filme. Konnte man in Sachen wie "Independence Day" oder "2012" noch in Ruhe sein Hirn abschalten und sich 2 Stunden gemütlich von Effekten berieseln lassen, verlangt das jüngste Werk von Emmerich permanentes Mitdenken. Das ist leider nicht unbedingt positiv zu verstehen, denn durch die konfuse Erzählweise und einer sehr spannungsarmen Inszenierung wirkt der Film unfassbar zäh. Die gut agierenden Darsteller und die tollen Kulissen und Kostüme können da leider auch nix dran ändern.
Schade, da die Prämisse durchaus interessant war
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stuforcedyou Mon, 02 Jul 2012 19:21:12 -0000
Kommentar löschenEmmerichs Urlaub raus aus Blockbusterhausen ist gelungen. Gewiss ist der Film nicht so anspruchsvoll wie er tut und geht manchmal regelrecht verschwenderisch mit seinen Handlungsfäden und Zeitebenen um, aber das Intrigendrama mit Thriller-Elementen bleibt trotz teils unnötig anmutenden und anstrengenden Schwelgereien fesselnd, auch wenn viele Figuren so überspitzt dargestellt sind, dass man durchaus erkennt, das Emmerich sonst eher Kino mit hohem Kawumm-Faktor macht. Emmerichs Big Budget-Erfahrung kommt„Anonymous“ aber durchaus zugute, denn tricktechnisch ist die filmische Auferstehung der damalige Zeit absolut gelungen und unterstützt die Faszination, die von den royalen Machtkämpfen und Affären sowie der Shakespeare-Verschwörung ausgeht ungemein.
„Anonymous“ ist wirklich gute Unterhaltung und wirkt dazu erfrischend anders, denn irgendwie erwartet man schon noch die eine oder andere Explosion von Emmerich. Zum Glück wird man enttäuscht.
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Anoirja Mon, 04 Jun 2012 14:09:35 -0000
Kommentar löschenEmmerich hat sich mit seinem Historienthriller über die Urheberschaft der Werke Shakespeares auf ein neues Terrain begeben. Politische Intrigen und königlicher Inzest - dabei wird es mit den historischen Fakten nicht so genau genommen. Wer sich dessen bewusst ist und mit der manipulativen Intention weniger Probleme hat, bekommt immerhin einen recht ordentlich inszenierten Film zu Gesicht. Auch die Schauspieler können in ihren Rollen überzeugen. Ein für Emmerich-Verhältnisse auf jeden Fall überraschend guter Film.
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Mimuschka Mon, 04 Jun 2012 15:41:42 -0000
Antwort löschenEin für Anoirja-Verhältnisse auf jeden Fall überraschend gute Wertung.
Anoirja Mon, 04 Jun 2012 16:41:52 -0000
Antwort löschenHehe. :) Das Filmjahr ist bis jetzt wirklich eines der schwächsten seit langem für mich. Es ist schon wieder fast zwei Monate her, wo ich den letzten 8er-Film gesehen habe. :(
tucos2004 Fri, 01 Jun 2012 15:48:36 -0000
Kommentar löschenDer Film war vor allem in der 2. Hälfte durchaus interessant, vor allem, da ich die Shakspear-Theorie noch nicht kannte.
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based_god Wed, 30 May 2012 18:06:45 -0000
Kommentar löschenFür mich eher enttäuschend.
Behandelt wird die Geschichte, dass die Werke Shakespeares nicht von ihm selbst sondern von Edward de Vere um den sich die ganze Story zu drehen scheint. Die Intrige geht bis in die höchsten Ränge Englands und macht auch bei Elisabeth der Ersten keinen Halt.
Ich kenne einige Werke Shakespeares (erkannte gar einige Zitate) und bin spätestens seit meiner Wikipedia-Recherche unmittelbar vor dem Film einigermassen über die Zustände in England zu dieser Zeit informiert. Trotzdem habe ich den Film als unangenehm komplex empfunden. Die Story wird auf vier(!) Zeitebenen erzählt und wechselt diese nahezu ohne Ankündigung. Was mache Filme stark macht, wirkt hier nervig, da die Handlung auf diese Art und Weise ziemlich schleppend und ungeniessbar wirkt. Ansonsten hat Emmerich gute Arbeit geleistet, denn "Anonymous" ist ein Augenschmaus. Von den Kostümen über das Szenenbild bis hin zu den Effekten wirkt alles perfekt. Schade, dass der Film für Nicht-Experten nur bedingt zu geniessen ist.
Für Shakespeare-Fans sicherlich ein Muss, für andere nur bedingt zu empfehlen, da sehr komplex.
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AddictedToIan Wed, 30 May 2012 18:57:03 -0000
Antwort löschenVier Zeitebenen?? Mir war ja schon "The Fountain" zu viel ... runter damit von der Merkliste.
based_god Wed, 30 May 2012 19:45:07 -0000
Antwort löschenNaja, die eine ist ja leicht zu durchschauen. Da sinds nur noch drei. Aber meiner Meinung nach komplett unnötig die so zu verschachteln...