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Apocalypse Now - Kritik
US 1979 Laufzeit 153 Minuten, FSK 16, Historienfilm, Actionfilm, Drama, Kinostart 18.10.2001
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Kommentare (193) — Film: Apocalypse Now
PeaceMaker93 Tue, 17 Jul 2012 00:27:19 -0000
Kommentar löschenDie Zeit schreibt "Nach ihm dürfte es eigentlich keine anderen Kriegsfilme mehr geben".
Ich muss diesem Satz zutstimmen, da ich selten von einem Film so überrascht wurde, wie von "Apocalypse Now". Die Atmosphäre ist unbeschreiblich, die Orte wundervoll (sofern man im Krieg von sowas reden kann) und die Charaktere sind alle so unterschiedlich und doch irgendwie einzigartig. Das Zusammenspiel aus Krieg und dem Wahnsinn des Djungles erzeugen auch beim Gucken des Films eine düstere und beklemmende Atmosphäre, die einen ein wenig den Horror Vietnams nachvollziehen lassen können. Während des Films baute man zu den verschieden Charakteren auch eine gewisse "Bindung" auf, so dass es immer sehr traurig war, wenn es einer weniger wurde. Aber neben der bedrückenden Stimmung hat der Film auch seine positiven bzw witzigen Seiten, wie z.B. der Versuch am Strand zu surfen (Robert Duvall spielt dabei den wohl witzigsten Lieutenant, den mir je in einem Kriegsfilm begegnet ist) oder die "Playboy-Show".
Nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich sagen, dass jeder andere Kriegsfilm, (wobei ich diesen nichtmal als reinen Kriegsfilm deuten würde) den ich kenne, nur noch ein kleiner Schatten im Vergleich zu diesem Meisterwerk ist, welches ich leider erst jetzt geschafft habe zu gucken.
Da ich leider nur die "Redux" Fassung kenne, kann ich nicht sagen, ob sich das "Original" nicht sogar besser gucken lässt, da die einzig negativen Aspekte des Film die waren, dass der Franzosen-Part mir etwas unnötig und langweilig vorkam und das 195 Minuten eine sehr sehr lange Zeit sein kann, wenn in einem Film viel geredet wird.
Hut ab für unglaubliche Bilder und Sets, eine bedrückend schöne Atmosphäre, einen gelungenen Soundtrack und ebenfalls für die wahnsinnig guten Schauspieler.
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boulah Thu, 19 Jul 2012 00:12:35 -0000
Antwort löschenich liebe den geruch von napalm am morgen.........
PeaceMaker93 Thu, 19 Jul 2012 10:19:03 -0000
Antwort löschenBekanntester Spruch vom besten Lieutenant im Film :D
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Arventus Thu, 26 Jul 2012 22:13:42 -0000
Antwort löschenjawohl, die Franzosen Szene hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Ansonsten würde ich aber sagen, dass die Redux Version noch besser ist, da hier deutlicher herausgeht wie der Wahnsinn die Gruppe langsam überkommt.
PeaceMaker93 Sun, 29 Jul 2012 13:53:26 -0000
Antwort löschenja das kann sein, ich weiß nicht genau, welche Szenen neu sind und welche nicht (außer die der Franzosen) aber der Wahnsinn wurde echt gut rübergebracht..
hsv1986 Sat, 14 Jul 2012 22:10:57 -0000
Kommentar löschen"I love the smell of napalm in the morning."
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Rukus Fri, 29 Jun 2012 02:38:45 -0000
Kommentar löschenApocalypse Now - zynische Ode an den Wahnsinn des Krieges. Der Wahnsinn hat viele Gesichter, ist Legion, und genau das zeigt dieser Film eindrucksvoll. Jede einzelne Figur stellt eine Facette dieses Wahnsinns dar, jede Szene ist eine Bühne für die Abgründe, die sich auftun, wenn der Mensch seine Menschlichkeit ablegt. Man kann Apocalypse Now nicht nach seiner Geschichte bewerten, der Plot ist ein reines Vehikel, um die einzelnen Aspekte des Wahnsinns zu verknüpfen, die auf den Bühnen dargeboten werden. Es geht nicht um die Geschichte selbst. In gewisser Weise kann man diesen Film mit den allegorischen Moralitäten, mittelalterlichen Schauspielen, vergleichen. Neben klar erkennbaren Aussagen, wie der unverblümten Kritik, dass quasi nur halbstarke Spaßjunkies für ein Jahr in Vietnam Krieg spielen, sollte auch die allegorische Seite nicht außer Acht gelassen werden. Noch deutlicher wird der Film in der Redux-Fassung. Neben dem Wahnsinn erkennt man dort, wie Moral und Kultur bzw. Kultiviertheit leicht zum Opfer des Krieges werden. Von der Wahrheit ganz zu schweigen. Wo der Wahnsinn regiert, der Geist verliert!
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emotionfreak Mon, 18 Jun 2012 22:22:52 -0000
Kommentar löschenDer Film ist also ein Meisterwerk. Also ich habé die ganze Zeit nur Soldaten gesehen, die sich irgendwie verrückt benehmen und ich finde es nicht meisterlich sich Menschen irgendwie verrückt benehmen zu lassen. Klar der Film zeigt, dass so ein Grauen, wie der vietnamkrieg einen durchdrehen lässt und dass da kein Glanz und Gloria ist, dass die Soldaten keine Helden, sondern arme Schweine sind, aber einfach nur zu zeigen, dass sich Soldaten verrückt benehmen und das 188 Minuten lang ist für mich keine Kunst. Wenn da ein Bezug gewesen wäre, eine Erklärung, warum sich ein soldat gerade auf diese art und Weise verrückt benimmt, ´und so wirklich die Abgründe von Menschen aufgezeigt worden wären, was hier in so vielen Kommentaren gesagt wird, dann wäre es vielleicht meisterlich. So wie bei den Playgirls. Die mit den Vögeln redet und redet über ihr Leben, will klar machen, dass sie mehr, als nur ein Sexobjekt ist, der Soldat aber sagt nur ja,ja, richter sie her, wie er es will(z.B die Perücke) und will einfach nur Sex. Das fand ich wiklich interessant. Auch was der Käptn gesagt hat, über das Nach hause kommen, war interessant. "Ich war dort, aber zu hause gibt es nicht mehr. Klar mit dem normalen Leben kommt man nicht mehr zurecht. Aber viel mehr konnt ich dem Film nicht abgewinnen. Wobei ich ihn auch nicht zu Ende gesehen habe. Einfach zu langatmig. O.k, vielleicht hät ich zuerst die Kommentare hier lesen sollen, denn hier wurde ja oft genug davor gewarnt, nicht als erstes die Reduxfassung zu gucken. Aber gut vielleicht ist wirklich ein Meisterwerk und ich springe einfach nur nicht darauf an.
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Ripley1 Tue, 19 Jun 2012 11:38:09 -0000
Antwort löschenDie erste Schnittfassung ist wirklich die bessere, die Redux-Version klappt dramaturgisch einfach nicht mehr. Dennoch bietet der Film mehr als nur Soldaten, die sich verrückt benehmen. Haupt- und Nebenfiguren werden eingehend charakterisiert. Nur sollte man nicht erwarten, dass ein Kunstwerk immer auch gleich eine Interpretation mitliefert. Filme, die dem Zuschauer vorschreiben, wie sie denken und fühlen sollen, gibt es ja wirklich genug.
KilianPai Fri, 08 Jun 2012 10:32:36 -0000
Kommentar löschenEs ist 4 Uhr morgens, 3 Leute schlafen, der Rest sieht den Abspann von Apocalypse Now Redux über den Bildschirm gleiten. "Geschafft." sind die ersten Worte die uns nach diesem DvD-Abend über die Lippen kommen. Und obwohl ich noch nicht genau verarbeitet habe was ich heute Nacht gesehen habe, und mir vorkomme wie nach einem bösen Trip weiß ich, dass dieser Film herausragend war.
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Carnifex Fri, 08 Jun 2012 09:42:56 -0000
Kommentar löschenÜberlänge ist natürlich auch ein Mittel, um einem das Grauen des Krieges rüberzubringen...
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RalfAlfa Fri, 08 Jun 2012 16:34:47 -0000
Antwort löschenDas sehe ich auch so!
Carnifex Sun, 10 Jun 2012 19:44:09 -0000
Antwort löschenWär auch schlimm, wenn's nicht so wär!! ;)
MrDepad Sun, 03 Jun 2012 22:12:32 -0000
Kommentar löschen"Apocalypse Now Redux" von Francis Ford Coppola ist für mich das, was man als Opus Magnum bezeichnet. Ein absolut formvollendet, perfektes Werk auf der kreativen Spitze eines herausragenden Regisseurs. Die Dreharbeiten selbst ergaben einige Hürden, ein Herzinfarkt von Martin Sheen, die unmenschlichen Bedingungen im Dschungel, ein Tornado und andere Schwierigkeiten streckten die Dauer des Drehs von geplanten 5 Monaten auf 16 Monate. Diese Strapazen erkennt man durchaus im fertigen Film wieder, jedem Darsteller steht nach einer gewissen Zeit der blanke Wahnsinn ins Gesicht geschrieben und man glaubt, dass die Grenze zwischen Film und Wirklichkeit stark verschwommen ist. Der Film ist nur vordergründig ein (Anti-)Kriegsfilm, aus der anfangs aufgetragenen Mission, einen scheinbar wahnsinnig gewordenen Army-Colonel mitten im vom Krieg besetzten Vietnam zu liquidieren, entwickelt sich der Streifen zu einer Reise in die tiefsten Abgründe des Menschen. Er zeigt, zu welchem Wahnsinn die Menschen fähig sind, wenn sie sich mitten im Krieg befinden. Zu Beginn sind noch einige ironische Untertöne zu erkennen, doch nach und nach wird der Streifen immer intensiver, man wird auf eine unerklärliche Weise sehr stark an die Protagonisten gebunden und fühlt mit ihnen mit in ihrer hoffnungslosen Situation. Die Inszenierung verstärkt durch geniale Bild- und Tonarbeit die intensive, schonungslose Wirkung des Films und keine der 200 Minuten fühlt sich überflüssig an. Ein absoluter Klassiker, fast schon mehr als nur ein Film, sondern ein zeitloses Dokument über die Abgründe, die in jedem von uns Menschen stecken und die Beweggründe, die uns an die Grenzen des Bewusstseins treiben. Ich finde ihn besser als die "Der Pate"-Trilogie und jeder, der auch nur im Geringsten Filme mag, muss diesen Film mindestens einmal gesehen haben, selbst wenn er vielleicht nicht so viel mit Kriegsfilmen anfangen kann.
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FilmFuzzi Sat, 02 Jun 2012 11:44:47 -0000
Kommentar löschenYou can't see California without Marlon Brando's eyes!
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AlexanderDeLarge Tue, 22 May 2012 05:08:03 -0000
Kommentar löschenKennt ihr das, wenn ihr einen wirklichen Kultfilm seht, einen der bedeutendsten seines Jahrzehnts, von einem überlebensgroßen Meister und ihn trotzdem nicht mithypen könnt? Da fühlt man sich wie ein abgestumpftes Opfer der Popkultur. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu astronomisch, aber ich kapier es nicht.
Kunstfilm trifft es für mich viel eher als Anti-Kriegsfilm, Gewalt wird ästhetisiert, die Machart erinnert mich an A Clockwork Orange, wenn Wagner die Begleitmusik zum Napalmangriff liefert. Die Frage ist, was will der Film denn sagen? Ist es eine Parodie auf die Darstellung der Gewalt in den Medien, die Vorstellung von Gewalt und Krieg in den Köpfen? Dann fehlt mir der Kontrast, die plastische Gewalt, der brutale, wirklichkeitsnahe Krieg. Wie wäre es mit einer Vergewaltigungsszene über 20Minuten? Mit von Bajonetten aufgespießten Säuglingen? Sorry, dass was dort an Gewalt gezeigt wird, kann nicht erschrecken, nicht schockieren, nicht wenn man die echten Fotos von verbrannten Napalmopfern gesehen hat.
Oder ist der Film vielleicht eine Psychose eines Kriegsveteranen? Da muss ich sagen, dann aber kein schlechter Trip, ich glaub kaum, dass sich Kriegsheimkehrer vorkommen, wie auf einem endlosen HippieFestival mit Waffen. Ich kürz das mal ab, eine wirklich schöne Inszenierung, aber ein aufklärerisches Antikriegsfilm? Ich will hier nicht auf euer Heiligtum urinieren, aber i just dont get it.
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Baumkopf Holzfaust Tue, 22 May 2012 07:00:57 -0000
Antwort löschennein. Es ist "nur" eine auf den Vietnamkrieg übertragene Adaption des Buches "Das Herz der Finsternis" von Joseph Conrad von 1899
SpiceWeasel Tue, 22 May 2012 14:46:13 -0000
Antwort löschenund dann nochma ganz schnell ins "copy& paste"-Trainingslager! ;-P
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AlexanderDeLarge Tue, 22 May 2012 15:46:46 -0000
Antwort löschenMein Informatiker hat heute leider frei:))
Haenseln Thu, 09 Aug 2012 19:00:56 -0000
Antwort löschennice, spiceweasel.
Jeff Lebowski Wed, 16 May 2012 16:02:42 -0000
Kommentar löschenDie reduxfassung fand ich zu langatmig, vielleicht sollte man erst die normale version gucken und sich dann beim zweiten mal freuen das was dazugekommen ist...naja, da die blu ray beides beinhaltet werde ich mir zu späterem zeitpunkt die normale fassung ansehen- wahrscheinlich gefällt mir diese besser.
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regiseurin Wed, 16 May 2012 16:24:47 -0000
Antwort löschenEinmal einer der den Film nicht gleich als Lieblingsfilm abstempelt :)
derFilmfreak Sat, 05 May 2012 09:50:26 -0000
Kommentar löschenApocalypse Now ist weniger ein Kriegsfilm, als eine Reise in das Herz der Finsternis. Der Krieg ist nur eine Bühne für das Böse das im Menschen wohnt.
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David "Noodles" Aaronson Mon, 30 Apr 2012 22:26:41 -0000
Kommentar löschenFrancis Ford Coppolas Reise ins Phallusland.
Jeder weiß "Apocalypse Now" steht für die Psyche eines Mannes. Er kehrt das innere nach außen, die Innereien werden sprichwörtlich herausgerissen, Häutung und Skalpierung inklusive.
"Apocalypse Now" ist ohne jeden Zweifel großartig, er ist fancy, hipp und cool - seit diesem Film ist Gott geil auf die Marines! Es soll niemand behaupten er sähe den Film nur aufgrund seiner behaupteten 'tieferen Inhalte'. Nein, ohne endlose Explosion, phantastischen Bildern, der lauten Musik und den extra an Gewalt, wäre das Werk nur eines von vielen. Wenn die USA in ein Land einmarschieren, dann machen sie immer auch ein (Party)Fass auf, es muss - wie die Popkultur selbst - dröhnen! (O-Ton Coppola, wohlgemerkt)
Die johlenden Soldaten aus dem Film "Jarhead", welche Kilgores (was für ein Name) Luftkavallerie anfeuern, sind ein gutes Beispiel dafür. Ein anderes wäre der Napalmmonolog, der gerne von anderen Leuten an eigentlich völlig unpassenden Stellen zitiert wird. Auch die Bundeswehr kennt und mag Coppolas Budenzauber. "Apocalypse Now" reicht dir die Hand, er lullt dich ein wie kaum ein zweiter Film! Die berauschende Oberfläche lässt Krieg in neuen Glanz erstrahlen und hält nicht einmal hinterm Berg dass die USA, mit genug (Über)Willen, den Krieg sogar gewonnen hätten. Und dabei soll doch jeder große ''Anti''kriegsfilm sich bemühen sein Publikum möglichst wenig zu unterhalten!!
Wo will dieses Mammutwerk eigentlich hin? Aussage: Krieg ist scheiße? Sicherlich. Aber jeder weiß doch dass Krieg schlecht ist (besonders dann wenn man selbst auf der richtigen Seite kämpft, was bekanntlich immer der Fall ist)! Nein, "Apocalypse Now" setzt woanders an. Ich schrieb dass er die Netzhaut beglückt und einem die Hand reicht. Er hackt diese Hand allerdings auch ab! Die offene Verführung - und spätere Überwältigung/Anwiderung - des Zuschauers ist Programm. Ein riesiger Widerspruch zwischen eigentlicher Intention und Struktur der, wenn einmal bewusst, sich nicht mehr auflösen lässt. Doch genau so soll es auch sein. Abscheu und Überwältigung ob der gezeigten Bilder; eine Seite die liebt eine die tötet - und nie sind diese beiden Standpunkte rein dual, sondern immer vermischt.
"Apocalypse Now" ist nichts weniger als ein reines Kunstwerk. Eines der wenigen Filmkunstwerke im Bereich des aufwändig produzierten Hollywoodfilms, deswegen ist er auch DER Höhepunkt des New Hollywood-Kinos, in der Summe eine Mischung aus "Star Wars" und "Taxi Driver".
Im Gegensatz zu vielen anderen erfolgreichen Kriegsfilmen, nimmt es der Regisseur mit der Realität nicht so genau, auf Scheinrealismus wird verzichtet. Nicht etwa weil Krieg sich nicht darstellen lässt, sondern weil Coppola die Freiheit und - man darf es wohl so sagen - die Vision hat, eine Begebenheit in der Welt, in genau dem Zustand zu zeigen, den er für richtig hält. Und diese Begebenheit nennen wir Krieg (in der Welt, wie im Herzen eines Mannes). Der Zustand heißt: Apocalypse Now!
Apocalypse Now das bedeutet: Barbarei folgt auf Barbarei. Die Reise geht zurück in die dunkle menschliche Vergangenheit. Aus den Hubschraubern und Raketen am Anfang werden Gewehre und MG's, später kommen nur noch Sperre und Pfeile zum Einsatz - und schließlich, am Ende, zählt nur noch der direkte Kampf: Mann gegen Mann, Skalpierung nicht ausgeschlossen. Der Mensch entwickelt sich zurück, die düsteren Gewaltphantasien finden ihren Höhepunkt, erdacht und ausgeführt ausschließlich von Männern. Denn Frauen haben in dieser, als natürlich postulierten, Ordnung der Dinge nichts verloren (sie sind demnach im Film auch stark unterpräsent - man achte auf die wenigen Szenen in denen sie auftauchen!). Das 'weiblich behütende' wird zuerst getötet, symbolisch versteht sich, aber durchaus auch real, mit der reinen Reduktion auf Sexualität und der daraus resultierenden Vergewaltigung. Die Seele die Liebt wird von der Seele die tötet entstellt, für keinen wird das Leben so sein wie es einmal war. Gewalt gilt als höchstes Gut des menschlichen (männlichen?) strebens, der Sieg über andere (also die Herrschaft) als ihr eigentliches Ziel. Wer sich hoch oben auf der Evolution wähnt, der will die Treppe kaum herunter steigen - niemand würde dies tun, ich wahrscheinlich auch nicht.
Wer wissen will wie es aussieht wenn das Abendland untergeht, der muss nur genau hinschauen. Alles Gezeigte wurde dabei natürlich streng von der Hand eines wahrhaft westlichen Kulturmenschen selektiert (Coppola). Die implizierte Botschaft, das ganz frühe Kulturen weit brutaler waren als unsere heutige, ist klarer Blödsinn; die Darstellung der Stämme und fremden Kulturen durchaus rassistisch; und wieso soll der warme Dschungel lebensfeindlicher sein als unsere eigene winterkalte Welt! Andere Filme wären an diesen Punkten schon zerbrochen, hätten sich gedemütigt in die Ecke stellen müssen. Nicht "Apocalypse Now", er lebt auch von diesen gerade genannten Widersprüchen! Weil er eben mehr ist als eine reine Beschreibung des Krieges, mehr als all die anderen Filme. Weil er uns den wahren Horror einer bigotten, kulturell wertvollen, westlichen Welt zeigt. Weil er uns in seinen wahnhaft elitären Ansprüchen schockiert und immer noch zu begeistern weiß.
Weil er eben doch laut, hipp und cool ist. Weil er uns verstört. Weil er uns begreifend macht was am Krieg so faszinierend sein kann…
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Markbln Tue, 01 May 2012 09:07:47 -0000
Antwort löschenalso sorry, aber "Apocalypse Now" ist alles nur nicht "hip" und "fancy".
Andy Dufresne Tue, 01 May 2012 12:37:58 -0000
Antwort löschenÜber AN kann man einfach nicht kurz berichten,ging mir auch so,mein Text ist glaub 3 Meter lang :DDD
David "Noodles" Aaronson Tue, 01 May 2012 21:29:55 -0000
Antwort löschen@Markbln: doch ich denke schon, ist kein Zufall dass der Walkürenritt heute bei jeder guten Militärshow gespielt wird, zudem AN heute überall zu tode zitiert wird. Beim russischen "Geh und Sieh" wäre ähnliches unvorstellbar. Der Unterhaltungsaspekt wird auch von den Machern immer wieder betont!
Natürlich ist der Film trotzdem sehr niederschmetternd.
@Andy: habe ich schon gestern gelesen, feiner Text ;)
Andy Dufresne Tue, 01 May 2012 23:27:25 -0000
Antwort löschenDanke :D
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Markbln Wed, 02 May 2012 08:20:13 -0000
Antwort löschen@noodles
ich glaube, es geht hier nur um verschiedene Defintionen der Begriffe hip und fancy. Beides steht im original in Uk, wo ich einige Zeit lebte, schon eher für die Oberfläche und Zeitgeistigkeit. Wenn ein Film aus den 70ern bis heute zitiert wird, ist es meines Erachtens genau das Gegenteil. Ein Unterhaltungsaspekt muss ja nicht per se eindimensional und kurzweilig sein. Ich verstehe aber deine Argumentation.
David "Noodles" Aaronson Thu, 03 May 2012 03:45:22 -0000
Antwort löschenSo gesehen hast du natürlich recht. Zeitlos ist er bestimmt, AN wird auch noch in 50 Jahren für jeweils aktuelle Ereignisse als Allegorie dienen.
jetteleli Wed, 11 Apr 2012 08:13:00 -0000
Kommentar löschenIch glaube man sollte auf keinen Fall zuerst die Redux-Version sehen. Das habe ich leider getan und so hat der Film bei mir nicht besonders "eingeschlagen". 188min sind für Fans sicher ein Vergnügen. Ich musste jedoch erstmal feststellen, ob ich den Film an sich mag. Die Erwartungen waren hochgesteckt. Sicher konnte ich an einigen Szenen den Reiz der Originalversion erahnen. Aber überzeugt hat mich die Redux-Version nicht. Langatmig und durcheinander. Das Original muss ich mir nun wohl doch noch anschauen, um das richtige Bild zu bekommen.
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Kaskodil Tue, 24 Apr 2012 20:33:15 -0000
Antwort löschenHabe auch die Redux-Version gesehen, allerdings fand ich den Film dennoch sehr spannend und gut, das Ende hat sich meiner Meinung nach als einziges wirklich übertrieben hingezogen.
TFX Wed, 04 Apr 2012 01:11:46 -0000
Kommentar löschenInteressant. Interessant, dass ich den Film seit Monaten in der "Full Disclosure" Blu-Ray Version bei mir auf dem Regal stehen habe und felsenfest davon überzeugt war, dass dieser Film einer meiner Lieblingsfilme wird, weil ich auf (Anti-)Kriegsfilme stehe.
Dazu kommt, dass ich mich nun diese Monate zurückgehalten habe und wirklich einen Moment erwischen wollte, indem ich richtig bereit auf den Film bin, um ihn bloß nicht in den falschen Hals zu kriegen. Bloß nicht bei "Apocalypse Now"!
Und was passiert? Ich sehe mir den Film an, in der Erwartung "Platoon" in noch besser zu sehen und bekomme etwas geliefert, was in allen Belangen davon abweicht, was ich erhofft hatte. "Apocalypse Now" ist anders, als andere Kriegsfilme. Beziehungsweise andersrum wird ein Schuh draus, andere Filme, die natürlich nach diesem kamen, haben nie dieselbe Richtung eingeschlagen.
Obwohl ich etwas vollkommen anderes erwartet (erhofft?) hatte, hat der Film es geschafft mich trotzdem komplett zu überzeugen und zu fesseln. Ich habe noch nie so kurze 2,5 Stunden erlebt. Jetzt freu ich mich noch auf 9 Stunden Bonusmaterial, die Doku und dann die Redux Fassung. Sollte kein Problem sein, mein Interesse wird erstmal nicht versiegen.
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franticfury Sat, 07 Apr 2012 09:46:37 -0000
Antwort löschenAbsolutes Meisterwerk! Für mich immer noch DER unangefochtene Antikriegsfilm/Vietnamkriegsfilm, alles andere als 10 hat der Film nicht verdient :D
Teezy123 Tue, 03 Apr 2012 19:31:26 -0000
Kommentar löschenMag sein, dass dieses der beste Anti-Kriegs-Film aller Zeiten ist.
Aber ich kann mit dem ganzen Kriegs-Genre nur sehr wenig anfangen.
Und auch dieser Film hat es nicht geschafft, mit auch nur ansatzweise zu begeistern/schockieren.
Apokalypse now fällt vor allem durch eines auf.. durch seine Spieldauer.
Es ist teilweise wirklich arg anstrengend dem Film die ganze Zeit über die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu widmen.
geschockt? mitreissend?? deprimierend???
Für mich beherrschte leider ein ganz anderes Wort diesen Film und dieses Wort heisst Langeweile...
Fazit: wie alle Filme dieses Genres nix für mich
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FumerTue Wed, 04 Apr 2012 00:41:00 -0000
Antwort löschenHast du versehentlich die Redux-Version geguckt?
Teezy123 Wed, 04 Apr 2012 06:29:04 -0000
Antwort löschenöhm... ja .. !?
FumerTue Wed, 04 Apr 2012 10:42:32 -0000
Antwort löschenDie ist ja auch verdammt lang!
Teezy123 Wed, 04 Apr 2012 11:19:15 -0000
Antwort löschenDas kann man wohl sagen...
J4KOB Wed, 04 Apr 2012 16:56:40 -0000
Antwort löschenHahaha :D Die Redux-Version is unglaublich langatmig :D
Is zwar auch klasse, aber für Normalsterbliche einfach zu lang.
Mr.Bungle Fri, 20 Apr 2012 22:56:10 -0000
Antwort löschenAlso wenn überhaupt, dann schon richtig!!! :)
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Shady95 Fri, 17 Aug 2012 19:17:26 -0000
Antwort löschenWenn ich ehrlich bin hätte ich mehr Spannung erwartet. Ab der franz. Plantage wurde es mir zu langatmig irgendwie. Alles davor war große Klasse. Erst das Ende wurde dann wieder besser. Vielleicht liegt, es auch daran, dass ich zuerst die Redux gesehen habe, werde die Kinofassung demnächst nachholen.
Aber davon abgesehen (deswegen keine 10/10) ein Wahnsinns-Film. Alle Schauspieler sind überragend (was wohl auch an den Produktionsumständen gelegen haben muss), viel Drama, Abenteuer und auch Action (Die Hubschrauber waren ein besonderes Highlight). Je länger der Film geht, desto mehr driftet er in einen Psycho-Trip ab, was ihn so besonders macht.
Außerdem sehr gute Dialoge und Musik. Jedes mal wenn ich jetzt das Wagner-Lied höre, muss ich sofort an den Film hier denken ;-)
"I love the smell of napalm in the morning"
Shady95 Fri, 17 Aug 2012 19:19:01 -0000
Antwort löschen* Hups da sollte die Bewertung nicht hin, könnte das vielleicht jemand entfernen?
Markbln Fri, 30 Mar 2012 19:23:16 -0000
Kommentar löschenDer einzige Film, dem ich es nicht verüble, Richard Wagners Walkürenritt zu benutzen. Nicht nur diese Szene ist genial. Brandos "das Grauen....das Grauen" lässt mich jedes mal wieder erschaudern. Ein unheimlicher gewaltiger Filmkoloss, unerreicht.
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ChriS* Wed, 28 Mar 2012 21:51:05 -0000
Kommentar löschenEin Psychedelischer Meistertrip von Coppola den man gesehen haben sollte.
Vielmehr muss man zu diesem Film nicht sagen.
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k2 Thu, 22 Mar 2012 22:23:16 -0000
Kommentar löschenAuf der Rückseite vom DVD-Cover der Redux-Version steht:
"Nach Apocalypse Now dürfte es andere Kriegsfilme eigentlich nicht mehr geben"
Wahre Worte.
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honeypunch Sat, 17 Mar 2012 02:27:29 -0000
Kommentar löschenKann mich mit diesem Film nicht anfreunden, der wechsel vom Krieg zu purer Verrücktheit fast sämtlicher Figuren sorgten dafür das ich mir das Ende der langen Redux Fassung herbeisehnte wie Oliver Twist einen Nachschlag. Schöne Aufnahmen und ein paar klassische Zitate haben für 4 Punkte gesorgt.
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Petr Tue, 06 Mar 2012 14:31:36 -0000
Kommentar löschenDer Film ist ein Meisterwerk.
Mit Meisterwerk meine ich nicht den schon inflationär verwendeten Begriff "Meisterwerk" der zu schnell bei allem verwendet wird, was irgendwie gefällt, sondern eine wirklich künstlerisch ästhetische Definition des Begriffes Meisterwerk.
Der Film fällt nicht nur durch einzelne Dialoge, das Drehbuch oder Schauspieler auf, sondern in seiner Gesamtheit als Kunstwerk. Die Wirkung des Films lässt sich nicht durch einzelne Aspekte erkennen, sondern nur durch die Gesamtheit, die atmospährische Stimmung, die auch Stunden nach dem Film noch vorhanden ist.
Ford Coppolas Werk besticht durch geschickte Farbspiele, durch den Krieg als Inszenierung. Es zeigt die Schönheit des Schreckens.
Anders als bei Platoon wird nicht nur die Grausamkeit des Krieges gezeigt. Hier wird der Zuschauer in eine Achterbahn der Gefühle zwischen Schrecken und Schönheit, aber immer absoluter Verstörung versetzt. Ja, der Film wirkt teilweise schon surreal und kommt vielleicht nicht nah an den tatsächlich historischen Geschehnissen, aber dafür besser an die womöglichen Empfindungen der Soldaten, von denen viele nach dem Krieg psychische Leiden hatten, ran. Ja, er wirkt wie ein unnahbarer surrealer Alptraum, zwischen Realität und Wahn. Ich weiß nicht, welche Empfindungen die Soldaten während des Krieges und nach Heimkehr hatten, aber ich glaube die verstörrend psychodelische Wirkung des Film kommt dem am nächsten.
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