April und die außergewöhnliche Welt - Kritik

Avril et le monde truqué / AT: April and the Extraordinary World; April and the Twisted World; April und die aussergewöhnliche Welt

BE/FR/CA · 2015 · Laufzeit 105 Minuten · FSK 12 · Animationsfilm, Abenteuerfilm, Thriller, Science Fiction-Film, Komödie · Kinostart
Du
  • 10
    Zense 05.07.2017, 21:39 Geändert 06.07.2017, 05:50

    Gefreut wie ein Glückskeks hatte ich mich als ich heute morgen die DVD von „Avril et le monde truqué“ in den Händen hielt. Der mit viel Liebe im Detail umgesetzte Animationsfilm, der im Universum des bekannten Comic-Autor und Zeichner Jacques Tardi spielt, weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Stimmen bekamen die Figuren unteranderem von Marion Cotillard und Jean Rocheford geliehen, was wiedermal die Stellung der Comic-Literatur in der französischen Gesellschaft untermauert.
    Uns selbst wenn der Film im Gegensatz zu den Comics von Tardi, weniger dialoglastig ist und mehr Slapstick und Action aufweist, so liefert „Avril“ gute 140 Minuten beste Unterhaltung in einer Steampunk-Welt, die 1941 von einem Napoleon Nachfolger beherscht wird und in der der Strom noch keinen Einzug hielt.
    Sehenswert, nicht zuletzt wegen dem ausführlichen Bonusmaterial...

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    • 5 .5
      WithOpenEyez 03.04.2017, 18:08 Geändert 03.04.2017, 18:09

      Zufällig bei Prime entdeckt. War insgesamt auch sehenswert. Starker Stil der einfach Spaß macht, cooles Szenario. Wäre nur die Story nicht so 08/15 gewesen. In der zweiten Hälfte verliert der Film einiges, was im finalen Teil so abgeht, was haben sich die Macher bloß dabei gedacht? Spannend war das nicht mehr, viel mehr albern und absurd. Leider eine Story die auf eine Briefmarke passt und halt dann großteils so umgesetzt wie man es aus den meisten Actionwerken kennt, nichts was man nicht schon gesehen hat. Dabei hatte man sich bei der Ausgangslage durchaus Mühe gegeben, den Film dann aber zu einer "Tochter sucht Familie" Geschichte umgemodelt. Die Guten kommen davon und die Guten kommen davon und die Guten können einfach alles und die Guten kommen davon und Happy End. Dabei gibt's sogar einen sprechenden Kater, der war sehr cool. War trotz aller Kritik ein sehenswerter, cool gemachter Zeichentrickfilm viel mehr fürs junge Publikum.

      • 8

        Was für ein außergewöhnlicher Film... und dann taucht er auch noch einfach so ganz unverhofft bei Amazon Prime auf. Wie schön :)

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        • 7 .5
          colorandi_causa 20.02.2017, 21:34 Geändert 21.02.2017, 02:07

          Animierter Steampunk aus Frankreich? „April und die außergewöhnliche Welt“ wandelt mit beschwingter Leichtigkeit auf den Wegen eines Miyazaki und verzaubert mit retrofuturistischen Elementen, charmanten Einfällen, skurrilen aber liebevollen Charakteren und eine humanistischen Botschaft im Gepäck seine Zuschauer.

          Dabei sollten die Anleihen aus dem Ghibli-Universum nicht erst beim wandelnden - und sogar schwimmenden - Haus ins Auge fallen. Im Rennen um die Zukunft der Menschheit (und Menschlichkeit) schicken Desmares & Ekinci deshalb auch eine junge aber starke Protagonistin (wunderbar burschikos: Marion Cotillard) ins Rennen und erforschen mit ihr die Welt eines Frankreichs (vor allem Paris) aus einer alternativen Vergangenheit, in der Napoleon IV mit den Preußen Frieden schloss. Aber nicht alles in der Gegenwart der 40er Jahre ist eitel Sonnenschein; Die Gefahr durch Krieg und Umweltzerstörungen hervorgerufen durch Rohstoffmangel sind ubiquitär (an dieser Stelle wird freilich ein mahnender Bogen auf unsere Zeit geschlagen). Denn in der Zwischenzeit sind allerhand kluge und führende Köpfe der Wissenschaft, von Einstein bis Fermi, von der Bildfläche verschwunden und mit ihr wichtige technische und kulturelle Errungenschaften. Für die Charaktere der Geschichte natürlich ein hartes Los, aber für das Regie-Duo die Chance sich in Sachen Erfindergeist als tüchtig zu erweisen und so erkennt man mit welcher Liebe zum Detail auch hier an technischen Geräten gewerkelt wurde und diese zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt worden sind. Sie könnten teilweise ebenso gut von Da Vincis Reißbrett stammen. Aber auch das Fantastische findet hier seinen Platz. Und so entspinnt sich eine Heistgeschichte um ein Serum, welches auch aus dem heiligen Gral stammen könnte und dementsprechend von diversen Parteien aus verschiedenen Gründen nach Verlangen dürstet. Ob die Idee dahinter wirklich so ausgereift ist, mag ich etwas bezweifeln, werde ich an dieser Stelle aber nicht weiter ausführen, da ich hier nicht spoilern möchte. Aber im Wesentlichen ist es nur Mittel zum Zweck, um dient hier mehr oder weniger "nur" als Gefäß für den humanistischen Grundton. Dass in diesem Potpourri an Ideen, Reminiszenzen und Anleihen leider etwas die Charakterentwicklung auf der Strecke bleibt und an manch einem Storyzweig etwas zu sehr als Stellschraube fungiert ist schade, aber durchaus verzeihlich. In die Sphären eines Miyazaki geraten sie damit aber (noch) nicht. Dafür fehlt einfach noch zu sehr die Ruhe und das richtige Maß für die geschichtliche Entfaltung seiner Charaktere.

          Ansonsten ein sehr runde Sache, die bildtechnisch auf eigenen Füßen steht, tonal die richtigen Entscheidungen trifft, vielleicht ein wenig zu sehr mit einem Auge auf andere Werke schielt (aber hey: besser gut kopiert als schlecht erfunden), sicherlich nicht frei von Mängeln ist, dafür aber nicht als anspruchsloses Unterhaltungskino im Einheitsbrei versinkt. (So wird z.B. das Dilemma aus Dürrematts „Die Physiker“ angeschnitten)

          Animierter Steampunk aus Frankreich!

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          • 9
            NewYorkTimes 01.04.2016, 16:32 Geändert 01.04.2016, 16:32

            April und die außergewöhnliche Welt gehört zum Genre des Steampunk, aber das Design ruft auch Erinnerungen an Jules Verne, den tschechischen Animator Karel Zeman und Fritz Langs Metropolis wach. Abgesehen von den Einflüssen zeichnet sich der Film durch wunderbare Details und eine überschäumende Verspieltheit aus, sodass er sich komplett frisch anfühlt. [Glenn Kenny]

            • 8

              April und die außergewöhnliche Welt ist ein seltenes Beispiel dafür, wie man Steampunk richtig macht — und dabei berücksichtigt, dass es, trotz der Schönheit der Bilder von weitem, ziemlich furchtbar wäre, tatsächlich in einer solche Welt zu leben. [Sherilyn Connelly]

              • 9

                Die Handlung von April und die außergewöhnliche Welt umfasst ungewöhnliche Tiere, Geheimlabore und ein wandelndes Haus wie aus einem Miyazaki-Film. Das alles ist ein großes Abenteuer, wie es, animiert oder nicht, immer willkommen ist. [Kenneth Turan]

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                • 8

                  April und die außergewöhnliche Welt ist ein weiteres Beispiel für eine geistreiche 2D Animation als Alternative zu den Mainstream-Spielfilmen des Genres. Der Film ist eine Hommage an den Film Noir und Jules Verne und gleichzeitig eine Satire auf Frankreichs industrielle Vergangenheit. [Jordan Mintzer]

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                  • 8 .5

                    April und die außergewöhnliche Welt ist eine wahre Freunde: Ein sehr gekonnter Film, der bemerkenswert flüssig ist und sich vollkommen ungezwungen anfühlt. [Brian Tallerico]

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