Arrival - Kritik

Arrival / AT: Story of Your Life

US · 2016 · Laufzeit 117 Minuten · FSK 12 · Science Fiction-Film · Kinostart
Du
  • 8

    Stark. So der erste Gedanke nach dem Film. Was passiert, wenn Aliens auf der Erde landen, zur Abwechslung mal keine Zerstörungsorgie von diesen in Gang gesetzt wird, sondern die Absichten zunächst unklar bleiben. Es müssen Wege der Kommunikation gefunden werden. Und wie so häufig bei fremden Sprachen, interpretieren die Menschen unterschiedlich. Wie also reagiert der Mensch, die verschiedenen Nationen, die verschiedenen Staatsoberhäupter wenn Volk und Medien aus Unkenntnis vor dem Unbekannten anfangen, sich Hirngespinsten, Misstrauen, Gerüchten und Ängsten hinzugeben. So etwas breitet sich aus wie ein Virus. So läuft allmählich die Zeit weg, denn wie so oft in der Geschichte der Menschheit erscheinen Eventualitäten und ein „es könnte sein“ plötzlich als bedrohliche Realität und das wahrscheinlichste aller Szenarien. Egal wie wenig Anzeichen die Realität dafür geliefert hat.

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    • 8

      Außergewöhnlich ruhiger und zum Nachdenken anregender Alien/SciFi FIlm & gleichzeitig eine unglaubliche One (Wo)Man Show von Amy Adams. Villeneuve festigt mehr und mehr seinen Ruf als einer der besten Regisseure unserer Zeit.. hoffentlich auch mit Blade Runner!

      • 8 .5

        Der erste Alien-Invasion-Film der ohne große Effekte oder Action auskommt, aber trotzdem ein wahres (erzählerisches) Spektakel ist.
        Die Story über zwei Wissenschaftler, die Kontakt mit Aliens per direkter Sprache aufnehmen sollen, ist an und für sich sehr ruhig und unaufgeregt . Und trotzdem zieht einen der Film dank genialer Regie und packender Atmosphäre direkt in seinen Bann. Dazu sind Amy Adams und Jeremy Renner ein harmonisches und überzeugendes Hauptdarsteller-Duo.
        Mystisch, stimmig und mit beeindruckender Soundarbeit. Denis Villeneuve enttäuscht nicht.

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        • 9

          "If you could see your whole life from start to finish, would you change things?" -"Maybe I'd say what I felt more often. I-I don't know." Innovativ, komplex, tiefgründig, fantastisch! Villeneuve serviert uns einen ruhigen und emotionalen Sci-Fi Film ohne viel Action, dafür übersäht mit überaus interessanten wissenschaftlichen Ansätzen, wie ein Erstkontakt ablaufen könnte. Starker Genre-Beitrag und klare Empfehlung meinerseits.

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          • 9

            Neulich saß ich mit einem Döner im Einklang auf einer Bank und betrachtete ihn im Kuss des Sonnenlichts: Das Fleisch hatte eine gesunde Bräune, der Salat war frisch und sehr extraknackig, das tiefe Rot der Tomatenscheiben erinnerte an den Purpur eines Königinnengewands. Ja, dieser Döner war perfekt geraten. Dann, irgendwann, kam ein entfernter Kommilitone vorbei und sah sich zu einem Gruße bewegt: "Fette Gönnerei!", warf er mir mit einem neidischen Blick entgegen. In diesem Moment habe ich mich verschluckt. Ich ließ mir diesen Zuruf noch Stunden später auf der Zunge zergehen. Fette Gönnerei. Woher das nun wieder kommt? Es gibt sie freilich noch, die jungen Kerle, die ein "Alter!" an ihre Sätze hängen, um diese zu kodieren oder zu dekorieren - wer weiß das schon? Und neulich staunte ich an der Fußgängerampel über einen Knilch, der seinem Umfeld ein "crazy as shit" ans Ohr salbte. Ich glaube, es war sogar "voll crazy as shit". Aber "fette Gönnerei"?
            Sprache fasziniert mich unaufhörlich. Innerhalb des Deutschen, und sicherlich auch in jeder anderen Sprache, gibt es so viele Sphären, geprägt von harten wie feinen Nuancen gleichermaßen, die sich, wenn zwei Individuen aufeinandertreffen, wie zwei Seifenblasen verhalten. Bei einer Berührung gehen sie ineinander über oder sie zerplatzen aneinander. Sprache ist zweifelsohne ein inhaltsreicher Teil unseres Charakters, ist Identität, ist Zeugnis unserer Reisen und doch jenes Kulturgut, das wie kein zweites zur Entzweiung taugt. Denn Sprache kann so vieles sein: neckisches Spiel, Musik, List, Werkzeug, Waffe, Wahrheit.
            "Arrival" als überfällige Hommage an die Sprache macht sie zum Maß der Dinge, wenn es um Verständigung geht, und Verständigung ist Frieden. Die Welt wäre eine andere, wenn wir alle wenigstens eine universelle Sprache sprächen. Eine Parallelsprache, die uns jeden Kiesel der weltweiten Kultur zugänglich machte. Unübersetzt, unverfälscht, ungekürzt, unmissverständlich. Eine Parallelsprache, die uns alle Welten eröffnet, ohne dabei die jeweilige Muttersprache als Kulturmerkmal zu verdrängen. Ich müsste noch Spanisch lernen, um mich mit den Einheimischen auf den fernen Osterinseln zu unterhalten. Und ein bisschen Nepali, wenn ich auf den Bergdörfern Nepals am Kelch der Ältesten nippen möchte. Ich könnte ihr Grinsen erwidern, ihren Zorn deuten und ihre Zweifel auch, wir könnten ihre Kräuter rauchen und den Rauch tief inhalieren und in anderen Dimensionen wirklich werden, wir könnten Handel betreiben und ums Feuer tanzen. Aber Gedanken verstummen ohne Sprache. Oasen der Weisheit verkommen zu gedörrten Steppen.
            Eine Gemeinsprache für jeden Menschen wäre eine Bereicherung. Namentlich für jene, die nimmer gelernt haben, Sprache anzuwenden und keinen oder nur einen eingeschränkten Kulturzugang haben, und Kultur ist Bildung. Wie viele kreative Köpfe unter den weltweit über 700 Millionen Analphabeten wohl verborgen leben? Wie viel bunter die Gegenwart aussähe, wenn mehr Menschen an Sprache teilhätten, wenn sie ihre Visionen zu Papier brächten, bewegende Bücher und launige Lieder schrieben, ja, wenn die Stummen eine Stimme hätten!
            Villeneuves Version meiner Vision lässt aufhorchen. Für einen Vertreter seines Genres verzichtet der Film beachtlich auf Spektakel, entsagt sich der Betörung und erzeugt Wirkung durch milde Momente, um dem sprachlichen Seifenblasenverhältnis zweier Individuen nachhaltigen Ausdruck zu verleihen. Anders gesagt: "Arrival" ist eine fette Gönnerei.

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            • 9

              Ein eher ungewöhnlicher Sifi Film der mir aber sehr viel Spaß gemacht hat.

              • 5 .5
                Chucky89 06.08.2017, 13:56 Geändert 06.08.2017, 20:43

                Jo das war mal ein Film. Die Grundidee über die Komunikation und die Loops fand ich interessant, war mal etwas anderes. Der Anfang, wo die Raumschiffe ankamen und man noch nicht wusste, was diese von der Menschheit wollen war noch ganz interessant. Danach kam ein Gefühl wie von "täglich grüßt das Murmeltier" ständig werden die Muscheln betreten und versucht zu kommunizieren mit den Aliens. Das fand ich stellenweise schon recht ermüdend. Ja und das Ende war ein Sammelsurium an pseudo esoterischen Binsenweisheiten.

                • 7

                  Ich fand die Idee interessant, die Schauspielerleistungen hervorragend, tolle Bilder und auch den Soundtrack dazu gelungen. Ich fand ihn allerdings nicht so großartig, um 9 oder 10 Punkte dafür zu geben. Alledings wundere ich mich über manche Leute hier, die dem Streifen 2 oder sogar 0,5 Punkte geben. Wenn ich zwei Stunden in einen Film investiere, dann mache ich mich zuvor schlau und sehe nach, um was es geht. Und wenn ich auf Action stehe, dann schaue ich mir nicht Arrival an um nachher zu kritisieren, dass diese fehlt. Jeder hat einen anderen Geschmack, aber bewerten muss auch gelernt sein, machen fehlt hier wohl der Grundkurs dafür.

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                  • 8

                    Wieder ein eigenwilliger Villeneuve-Film, wieder muss ich nach Worten suchen, um das Gesehene möglichst treffend einzuordnen. "Arrival" mag auf seiner Oberfläche die blockbuster-kompatiblen Sinne ansprechen, darunter verbirgt sich aber mehr als die oft einhergehenden Konventionen, die man bei der vermeintlich ausgelutschten Alien-Thematik erwarten könnte. Bei Denis Villeneuve ist man mittlerweile gewohnt, dass seine Herangehensweise eine andere ist. Und so wirkt diese Form eines Erstkontakts mit außerirdischen Erdgästen dermaßen originell und faszinierend, als hätte man so etwas niemals zuvor im Kino erlebt. Beinahe abwegig erscheint die Maßnahme, eine Linguistik-Expertin zum Zentrum aller Kontaktversuche und -deutungen zu machen - abwegig zumindest aus bisheriger Hollywood-Sicht. Die ungehaltenen Ordensträger in diesem Film wirken hingegen wie Marionetten in diesem Geflecht - verfangen im eigenen Deutungskorsett - ein metaphorisch deutlicher Verweis, das wir hier mal eine Antithese zu den gängigen Genrefilmen bekommen sollen. Das mag in ihrer Vehemenz und dem Mittel, um im dritten Akt für die nötige Spannungskurve zu sorgen, als Kritikpunkt am Film herhalten. Ansonsten hat mich "Arrival" in seiner langsameren und vorsichtigen Gangart überzeugen können, was natürlich zu einem gehörigen Teil an der clever verflochtenen Hintergrundgeschichte der Protagonistin liegt. Ich habe Amy Adams nie besser gesehen, die allein dafür sorgt, dass diese Geschichte ihre Emotionalität aufrichtig und authentisch vermitteln kann. Besonders die finalen Szenen sind toll inszeniert und spannen mit einer schönen Message einen faszinierenden Bogen zum ganzen vorigen Geschehen. Warum und wieso, das sollte jeder möglichst selbst erleben. Sehenswertes Kino mit Hirn und Herz.

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                    • 5

                      Zum Nachdenken geeignet, aber nichts für Armageddon oder Independence Day Fans.

                      • 7 .5

                        Nachdem Denis Villeneuve mich mit „Sicario“ bitter enttäuscht hat, hatte ich wenig Hoffnung in „Arrival“. Erstaunlicherweise gefiel mir der Film jedoch. Gut, ich musste noch mal eine Nacht drüber schlafen und viele Kommentare hier lesen um das Ende überhaupt zu verstehen. Und ich muss auch zugeben, der Film hat seine Längen und es ist bestimmt keiner dieser Filme die ich mir öfter ansehen werde, aber er hat mich mitgerissen und berührt.
                        Die Story am Anfang mit Amy Adams und ihrer Tochter fand ich wirklich tragisch und später wenn Adams versucht hat mit den Aliens zu kommunizieren war es auch ganz interessant. Irgendwann wurde es schon arg langatmig, aber der Film hatte mich gepackt.
                        Amy Adams hat überragend gespielt. Es ist eine Schande, dass sie dafür nicht für den Oscar nominiert wurde. Ihre Darstellung war so herzergreifend.
                        „Arrival“ war kein Meisterwerk, aber schon besser als erhofft. Es gab schon Momente in denen ich mich gelangweilt habe, aber der Film konnte Gefühle in mir auslösen und hat mich nicht kalt gelassen.

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                        • 0 .5
                          kurt.lohstrater 31.07.2017, 18:10 Geändert 31.07.2017, 18:24

                          So drauf gefreut und dann Kino zum Einschlafen. Nicht einmal schafft es der Film, mich in Spannung zu versetzen. Nur schlecht. Wenn ich die teilweise astronomisch hohen Bewertungen sehe, glaube ich, die Bewerter würden auch Pappschnipsel als tolles Popcorn bewerten. Im ganzen Film passiert: NIX

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                          • 9 .5

                            Arrival ist so ein Film, den sollte man vielleicht wirklich erst ein zweites Mal sehen, eh man überhaupt diesen bewertet. Keine Alien-Invasion, keine Schlachten oder ähnliches und dennoch sieht der Film beeindruckend aus und ist auf seiner Weise unglaublich spannend. Das Thema Sprache und Kommunikation sind hier ein wichtiges Element und wirkt dadurch frisch. Fans von ruhigeren Sci-Fi-Filmen haben gar keine andere Wahl. Die müssen diesen Film sehen.

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                            • 2

                              Selten so ein langweiligen Film gesehen !
                              Habe hart mit mir gekämpft nicht einzuschlafen.
                              Die teilweise extrem hohen Bewertungen hier kann
                              ich nicht verstehen.

                              Gerade noch ne 2, wegen der guten Schauspieler.

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                              • 6

                                ----Spoileralarm---
                                Bis zu einem bestimmten Punkt ein herrlicher Film . Optisch schöne Alien-Annäherung , spannender Aufbau um Kommunikation und beachtliches Schauspiel . Doch dann kommt ein Bruch in dem Film . Ein Ausserirdisches Wesen "KÖNNTE" Waffe gesagt haben und alle drehen durch . Alle Länder kommunizieren nicht mehr miteinander und fahren Ihre Geschütze hoch . Das wahr so einfallslos , hektisch und unnötig dumm ,das es den Streifen fast ruiniert . Die Idee mit der Nichtlinearen Zeit ist auch nicht gerade der Hit , wirkt viel zu sehr auf die Kinotränendrüse gedrückt . Schade er war anfänglich sehr gut !

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                                • Hat bei mir überhaupt nicht gezündet. Plätscherte ewig dahin ohne dass ich es einmal wirklich spannend oder interessant fand. Den Ansatz mit dem Kommunikationsproblem fand ich ja interessant, aber das wars auch schon. Der philosophische Aspekt hat mich auch nicht gepackt und überzeugt. Mag sein dass man bei zweiter Sichtung, manches noch entdeckt. Nur die wirds bei mir nicht geben. Zu sehr musste ich mich durch den Film kämpfen und zu sehr musste ich dagegen ankämpfen nicht einzuschlafen. Selten hat mich ein hoch angepriesener Film so wenig überzeugt. Magere 4 Punkte

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                                  • 6

                                    Denis Villeneuve stellt ein weiteres Mal Genre-Konventionen auf den Kopf, und erschafft ein außergewöhnliches Sci-Fi-Werk über den Zustand der Menschheit und den Wert der Kommunikation.

                                    Fernab des gängigen Blockbuster-Mainstreams bekommt man mit ARRIVAL einen sehr ruhig angelegten Film, mit philosophischem Unterbau und trotzdem genug Platz für eigene Gedankenspiele einräumend. Die unterschwellige Spannung, eine tolle Amy Adams und die grandiose Kameraarbeit konnten mich aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der wirkliche Knall auf erzählerischer und emotionaler Ebene ausblieb. Der letzte Funken fehlte, der das ganze Ding in Flammen aufgehen lässt.

                                    ARRIVAL war jedenfalls weit weniger verkopft wie ich befürchtete, recht spannend und wirklich . . . mal anders. Möglicherweise haut er mich beim nächsten Mal aus dem Sessel . . .

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                                    • 7 .5

                                      Kommunikation als goldene Waffe, Konfrontation als primitives Blech. Die Fremden sind da und keiner weiß warum. Weil die Mühe des Verstehen-Prozesses gefährlich-zögerlich sein könnte, fremdartiges immer bedrohlich ist und was wir nicht verstehen automatisch einen Abwehrreflex erzeugt. ARRIVAL ist intelligentes Science-Fiction-Kino das sich losgelöst vom Genre-Kontext wie selbstverständlich auf viele vermeidliche Konflikte und angebliche Krisenherde in unserer Welt übertragen lässt. Die nur deshalb solche werden, weil die Furcht vor dem Unbekannten und schwer Verständlichen inzwischen mit feindselig und überfordernd-kompliziert gleichgesetzt wird. Die Chance auf Horizonterweiterung und Fortschritt nicht mal ernsthaft zur Debatte steht, wenn Paranoia und Sicherheitswahn an erster Stelle stehen. Denis Villeneuve spielt mit verständlichen, nachvollziehbaren Emotionen, wenn sie im entrückten Realitätskorsett vorgetragen werden. Die Logik dahinter bleibt aber die gleiche, wenn wir die Grenzen anders auslegen. Zuhören, verstehen, aufeinander zugehen. Immer mit einem Risiko behaftet, aber ist im Zweifelsfall nicht mal der Versuch wert? Der bessere INTERSTELLAR. Am Ende mit einem grob vergleichbaren Hang zum Esoterik-Kitsch, aber wesentlich klüger, greifbarer und mit seinem Verständnis von Zeit, Wahrnehmung und Sinnhaftigkeit dem angeblichen Meisterwerk von Nolan Lichtjahre voraus.

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                                        Marius Kausch 09.07.2017, 22:18 Geändert 09.07.2017, 22:19

                                        Der Film startet startet direkt spannend und lässt mich direkt in eine spannende Stimmung eintauchen. Die tiefe Bedeutung der Kommunikation in unserer Denkweise wird interessant erklärt und auch die Ankunft und der "Auftritt" der Aliens ist toll und gefühlt realistischer erzählt als in anderen artverwandten Filmen

                                        ABER (Spoiler!)

                                        das Ende verirrt sich in pseudo philosophischen Thesen und nimmt zum Schluss arg die Spannung raus. Kann eine fremde Sprache mir tatsächlich ermöglichen, die physikalischen Gegebenheiten meiner Umwelt wie hier die Zeit zu verändern? Ich glaube nicht. Auch hier schrammt sich die Glaubwürdigkeit des Plottes – wie bei vielen anderen Zeitreisefilmen – wieder an simpler Logik kaputt.
                                        Und auch die Daseinsberechtigung der Aliens wirkt sehr konstruiert. Sie sind am Ende doch nur das Mittel zum Zweck um einen erzählerischen Twist zu ermöglichen.

                                        Fazit: Starke Bilder, tolle Schauspieler und ein kinowürdiger Sound täuschen nur schwer über eine Dünne Story hinweg. Arrival ist nicht gekommen um zu bleiben.

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                                        • 5 .5

                                          Die Ankunft der Tintenfische.

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                                          • 9 .5
                                            Cr1XoNo1D 08.07.2017, 15:30 Geändert 10.07.2017, 12:25

                                            Streckenweise so wunderschön. Auf seine eigene Art und Weise unheimlich und faszinierend zugleich. Aber auch traurig.
                                            Diesen Film habe ich sehr genossen. Ein Erstkontakt ist für sich allein schon ungemein spannend und aufregend. In Arrival wird dieses Thema äußerst Stilsicher und sehr atmosphärisch in Szene gesetzt. Dazu ein Score der mich umgehauen hat! "First Encounter" ging mir dabei bis in's Mark. Alles im Allem hat mich Arrival voll und ganz in seine Welt gesogen. Besonders als man sich dann endlich den Rauschiff näherte, war die Spannung kaum noch auszuhalten. Zum Glück habe ich mich seit dem Release nirgends Spoilern lassen. Ich hatte ich also keine Ahnung was mich erwarten wird. ...zum Glück.

                                            SPOILER WARNUNG

                                            Inhaltlich gibt es, trotz meines ganzen Lobes, Abstriche zu verzeichnen. So greift man beispielsweise auf einen alten dramaturgischen Trick zurück, der einen Antagonisten bzw einen Schurken erzeugen soll. Dessen Tat aber (die Platzierung eine Bombe im Raumschiff der Wesen) für den gesamten Handlungstrang relativ unbedeutend bleibt und daher unnötig wirkte. (So mein erster Eindruck. Nun nach zweiter Sichtung: Diese Sache war doch gar nicht soooo unwichtig für den Plot! Man beachte die beiden Heptapoden vor der Detonation.)
                                            Generell ist Arrival überwiegend ruhig umgesetzt. Was ich positiv aufnahm. Aber es ist immer auch ein Drahtseilakt und so verliert er tatsächlich leider kurz die Balance, fängt sich aber zum Glück rasch wieder.

                                            Was ist mit der Science Ficton? Ein Wort: Bizarr.
                                            Das man mit einer außerirdischen Sprache in der Lage sein könnte die Zeit zu öffnen, sozusagen mentale Zeitreisen durchzuführen. Zeit ohne Anfang und ohne Ende wahrzunehmen und darauf seine Entscheidungen beruhen lassen zu können ist eben Bizarr! Aber ungemein Spannend. So war den Aliens natürlich bereits völlig klar was passieren wird, was ein neues Licht auf einige Ereignisse fallen lässt.
                                            Das Ende wirkte ein bisschen so wie der Turmbau von Babel, nur umgekehrt.... oder doch die Vollendung ???... ich schweife ab...

                                            SPOILER ENDE

                                            Fazit: Arrival ist ein guter Mix aus Mutter-Kind-Drama und Erstkontakt-SciFi das extrem atmosphärisch umgestzt wurde und mich begeistern und inspirieren konnte. Eine exzellente Abwechslung zum ewigen Schlachtengetöse der sich wiederholenden Endzeit- und Vernichtungskriegszenarien der übrigen Welt des ScienceFiction!

                                            EDIT: selbst nach dem zweiten Durchlauf verfehlt der Film nicht seine Wirkung. Nicht nur das! Es haben sich sogar neue Elemente aufgetan.
                                            Dafür +0.5 in der Wertung

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                                            • 8 .5

                                              Starker Film! Die Rezension enthält Spoiler!

                                              Ich muss ja zugeben, dass ich Amy Adams und Jeremy Renner sehr gerne in Filmen sehe, also gibt es dafür schon mal ein paar Pluspunkte :)

                                              Ich fand die Idee des Films dahinter sehr gut, da dies als Sci-Fi Film meiner Meinung nach sehr gut funktioniert und das ohne viel Ballerei und Action. Spannung durch eine interessante Handlung, gute Schauspieler und einem tollen Soundtrack, der Intensität in die Szenen bringt.
                                              Ich möchste auch nicht auf die ganze Story des Films eingehen, sondern auf einzelne Punkte oder Ideen, die mich sehr bewegt haben. Ich bin ein Mensch, der in Filmen Emotionen braucht, egal ob Hass, Spaß, Liebe, Trauer oder sonst was.

                                              Die Idee dahinter, dass eine universelle Sprache demjenigen, der diese Sprache beherrscht sein ganzes Leben sehen kann, fand ich total spannend. Anfänglich irritierten mich die ganzen Versuche von ihr mit den Außerirdischen zu sprechen, da ich von Sprachforschung gar keine Ahnung habe, außer das was ich aus Filmen kenne, wenn es natürlich auf Tatsachen und echtem Wissen beruht, oder doch nur "Spinnerei" ist.
                                              Diese Idee dahinter wurde aber so toll in den Film integriert, dass ich nach anfänglichem "Wieso das und dies jetzt" am Ende echt super viel Spaß mit dem Film hatte und ich ihm vielleicht sogar bei weiteren Sichtungen mehr Punkte gebe. Ich mag es einfach, wenn großartige Dinge erst am Ende vom Film aufgeklärt werden, da ich auch gar nicht versuche solche Dinge schon vorab zu analysieren, weil mir sowas die Filme kaputt machen würde. Das habe ich früher gerne gemacht und dies hat mir so manchen Flim kaputt gemacht-->Oldboy:/

                                              Ich versuche auch gerade echt viel in den Satz "Wir brauchen die Menschheit in 3000 Jahren" reinzuintrepretieren. Ich liebe es, wenn Filme Interpretationsspielräume lassen, denn dann beschäftigen mich diese noch einige Zeit und das ist immer gut! :)

                                              Toller Film für Menschen, die auf gute Sci-Fi Storys stehen und nicht immer nur Action, Situationskomik etc. benötigen. ;)

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                                              • 8

                                                >>> Achtung!!! Enthält Spoiler!!! <<<
                                                Wohltuend andersartige Begegnung der intensiven Art. Besonders der alternative Ansatz über den Grund der Kontaktaufnahme wusste zu gefallen, stand doch hinter allem nicht ein lapidarer „Forschungsauftrag“ oder der „klassische“ Hintergrund, die Erde auszubeuten/zu zerstören/kolonialisieren und die Menschheit zu versklaven/verspeisen, sondern ein konkretes, natürliches Bedrohungsszenario, vor dem gewarnt und dies nach Möglichkeit auch abgewendet werden sollte. Und das nicht nur aus Freundlichkeit oder Spaß an der Freud, sondern weil die Menschheit in weiter Zukunft einen Gegengefallen erbringen müsste, alles sozusagen auf eine Win/Win-Situation hinausläuft. Weitere Kontakte waren offenbar weder erforderlich noch erwünscht, jede Spezies kümmert sich um sich selbst und lässt den anderen in Ruhe. Der Kontakt erfolgt aus einer Notsituation heraus – ist diese abgewendet, geht jeder seiner Wege, eine in diesen hektisch-globalisierten Zeiten wohltuend einfache Message.
                                                Spannung erhielt der Streifen vor allem durch die Frage, ob eine Dechiffrierung gelingen und eine sinnerfassende Erkenntnis gewonnen werden konnte. Irrtümer sind in solchen Prozessen geradezu vorprogrammiert und werden von den Außerirdischen einkalkuliert, daher die große Anzahl von Kontakten. Die mögliche Zerstörung des einen oder anderen Raumschiffes war wahrscheinlich, ein Gegenschlag war nicht eingeplant, die Übermittlung der Botschaft hatte Priorität. Allein die Veränderung der Hirnstruktur und die damit einhergehenden „verbesserten“ Fähigkeiten Dr. Banks nach meinem Dafürhalten zu dick aufgetragen – ob so etwas möglich und plausibel erscheint, muss jeder für sich selber beantworten.
                                                Die drei Hauptdarsteller schulterten den Streifen fast alleine und lösten ihre Aufgaben unaufgeregt und auf eine sich der gesamten Inszenierung anpassend ruhige, aber nicht weniger eindringliche Art. Die Gedanken und Handlungsweisen der Protagonisten wurden gut kolportiert, wenngleich die nähere Charakterbeschreibung auch nicht stattfand, hier stand eindeutig die Geschichte bzw. die Message im Vordergrund. Am tiefsten wurde dabei noch auf Dr. Banks (Amy Adams) eingegangen, eine schauspielerisch lösbare Aufgabe. Jeremy Renner und Forest Whitaker solide, wenngleich ihre Charaktere auch keine größeren Herausforderungen darstellten.
                                                Die Inszenierung bot einen ruhigen, aber konsequenten Aufbau. Action und Effekte waren deutlich unterrepräsentiert, sowohl das optische, als auch das Sounddesign der Aliens ließ zu wünschen übrig. Eigentlich war das aber auch nicht der Kern der Sache, es stand hier eher die Philosophie und die Übersetzungs-„Schnitzeljagd“ im Vordergrund, überbordende Computeranimationen wären hier ohnehin fehl am Platze gewesen.
                                                Fazit: Wer den klassischen Außerirdischen-Stoff a´la „Alien“ oder „Men in Black“ mag, wird hier wohl nicht auf seine Kosten kommen. Die Inszenierung ist relativ unspektakulär, genaugenommen punktet der Streifen allein mit dem esoterisch-philosophischen Ansatz und dessen konsequenter Umsetzung. Hochtrabende Effekte wird man hier ebenso vergeblich suchen wie sich jagende Raumschiffe und Weltraum-Schlachten. Man muss sich auf das Thema und dessen ruhige und investigative Umsetzung einlassen können, dann wird man mit einem grundlegend andersartigen Film belohnt, der mit seinen bescheidenen Mitteln aber durchaus zu gefallen weiß.

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                                                  Der Film wurde mir von so vielen Leuten empfohlen und auch der Algorithmus hier prognostizierte eine satte 8,0...doch davon ist Arrival wirklich meilenweit entfernt.

                                                  Einige CGI sind ganz nett, die Form der Kommunikation und ihre Darstellung mal was neues, aber das fasziniert auch nur für kurze Zeit. Man wartet die ganze Zeit darauf das endlich was passiert, und wartet, und wartet...aber es passiert nichts.

                                                  Mich haben weder die weltweiten Vorgänge, noch das amerikanische Team vor Ort überzeugt. Joa mei, da sind dann halt mal Aliens gelandet, gehen wir mal hin und schauen dem Ding mal unter die Haube. Da war selbst Krieg der Welten gefühlt deutlich näher dran.

                                                  Zum Schluss wirds dann arg esotherisch ohne auch nur einen Hauch überzeugender zu werden. Der finale Twist war dann leider auch zum Gähnen und so bleibt das Gefühl das die Macher selbst nicht so richtig wussten wo sie am Ende mit ihrer Geschichte hinwollten.

                                                  Wer SciFi-Kracher mag ist selbst bei ID4-2 besser aufgehoben und in Sachen philosophischer Ansatz war Contact einfach deutlich besser.

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                                                    Canis Majoris 21.06.2017, 13:44 Geändert 21.06.2017, 13:48

                                                    Also die fliegenden Eistüten von Spielberg 1977 gefielen mir deutlich besser (6 Punkte mehr als dieser hier), was auch am Soundtrack von John Williams lag, natürlich. Dieser Film hier schreit in jeder dritten Sequenz "PSEUDO!", meiner Meinung nach. Er wirkt zu künstlich auf mich. Und ja, auch Contact gefiel mir besser.

                                                    Vielleicht schaue ich mir den Streifen nochmals an und bewerte ihn dann neu, wäre nicht das erste Mal.

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