Auf einmal - Kritik

Auf einmal / AT: All of a Sudden

DE/FR/NL · 2016 · Laufzeit 112 Minuten · Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5

    [...] Wie bei einem spannenden Puzzle fügt Özge ihrer Geschichte immer neue Teile hinzu und verdreht Perspektiven sowie Sympathien. In den zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen stellt Auf einmal brisante Fragen über das moralische Handeln der Hauptfigur, wirft hingegen aber auch einen kritischen Blick auf die Gerechtigkeit oder eben Ungerechtigkeit, die Karsten widerfährt. Dass sich der ruhig gehaltene Film dabei stets eine elektrisierende Ausstrahlung bewahrt, die zwischen verschwommener Spannung und unheilvollen Vorahnungen pendelt, hat die Regisseurin ihrem Hauptdarsteller Sebastian Hülk (Wer ist Hanna?) zu verdanken. Hülk spielt Karsten großartig als kühlen Wohlstandsjüngling, der sich trotz der verzweifelten Situation, in der er sich befindet, nie in die Karten blicken lässt, eine regelrechte Mauer um sein Innenleben errichtet und damit nicht nur seine Freunde und Verwandte ein ums andere Mal vor den Kopf stößt, sondern vor allem auch den Zuschauer. Auch wenn die Regisseurin schließlich immer mehr Licht auf die schattigen Fragezeichen ihrer Geschichte wirft, verblüfft Auf einmal mit einem Schlussakt, in dem Özge den Ton des Films noch einmal entscheidend verändert und in eine Richtung lenkt, die sich zuvor nur ganz leicht abzeichnete und am Ende mit voller, bösartiger Wucht zuschlägt. Der Abspann bringt den atmosphärisch unberechenbaren Zwiespalt letztlich perfide auf den Punkt. Während passionierte Cineasten zustimmend nicken dürften, dass sich die Regisseurin an erster Stelle bei Nuri Bilge Ceylan (Winterschlaf) bedankt, ertönen gleichzeitig die donnernden Klänge der Band Rammstein. [...]

    8
    • 8

      Auf einmal ist ein deutscher film noir im besten Sinne. [Carolin Ströbele]

      • 7 .5

        Zum Glück vergisst der Film nie, dass er ein Psychothriller ist. [Katja Nicodemus]

        • 7 .5

          Auf einmal ist ein ganz schön komplexer Film, und nicht alles ist ausgewogen in diesem Mix aus Krimi, Psychothriller, Gerichtsdrama und Soziogramm. Aber er ist mit seiner ruhigen Erzählweise, der bedrückenden Stimmung und vielen Wendungen konsequent und von spannender Eigenwilligkeit. [Andreas Fischer]

          • 6

            Özgils Beziehungsdrama wandelt sich zum Thriller, Empathie bleibt auf der Strecke. [Lars Tuncay]

            • 7 .5

              Die Melancholie des Films fängt die Kamera mit ausdrucksstarken, stilistisch ausgefeilten Bildern der engen klaustrophobischen Gassen Altenas, aber auch der bedrückend wirkenden Landschaft elegant ein. [Michael Ranze]

              • 8

                Zunächst ein leiser Thriller über Ohnmacht, Misstrauen und die soziale Enge einer Kleinstadt, nimmt Asli Özges Film einige überraschende Wendungen und mündet in ein bravouröses bitterböses Finale. [Patrick Seyboth]

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                • 8 .5

                  Ein teuflisch guter Film, der in perfide kleinen Schritten von Macht, Ohnmacht und Anpassung erzählt. [Gaby Sikorski]

                  • 6 .5
                    BerlinerZeitung 19.02.2016, 10:32 Geändert 19.02.2016, 10:33

                    Auf einmal sind knapp zwei Stunden Beklemmung, Unbehagen, Spannung – aber zwischendurch auch Überdruss. [Christina Bylow]

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