Away We Go - Auf nach Irgendwo - Kritik

Away We Go

US/GB · 2009 · Laufzeit 98 Minuten · FSK 12 · Drama, Road Movie, Komödie · Kinostart
Du
  • 3 .5
    WithOpenEyez 17.07.2017, 19:09 Geändert 17.07.2017, 19:15

    Auf dem Papier versprach dies hier ein recht ordentlicher Film sein zu können. Selbst nachdem ich fertig geschaut habe, gefiel mir die generelle Tonart schon, die ruhigen Bilder. Doch was nützt das, wenn der Inhalt am Zuseher vorbeigeht? Ein durchschnittliches, relativ solide sympathisches, aber auch recht langweiliges Paar kriegt ein Baby und reist den Film über durch Amerika um verschiedene Verwandte und alte Bekannte aufzusuchen. Wobei ich doch froh war, dass die beiden, Verona und Bird, so waren wie sie waren, wenigstens nicht so strange bis überdreht wie gewisse Nebencharaktere. Da ging's mir wirklich des Öfteren so, dass ich wie das Paar nur so verwirrt geradeaus starrte, was zum Henker mir gerade aufgetischt wurde. Um was ging es eigentlich? Wie kann man so viel reden um doch nichts auszusagen? Mein Humor war es nicht Zur Rettung kommen Alexi Murdoch, der seine tollen Lieder immer wieder reinspielte, die angenehm ruhige Look und die Kurzweiligkeit. "Away We Go" ist überhaupt nicht schlecht, gar nicht unsympathisch, mir waren leider die meisten Szene gleichgültig und trotz allem geht dieser Indie-Film beim einen Auge rein und beim anderen wieder raus...

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    • 4 .5

      Ich fand es nicht lustig. Ich glaube ich habe es nicht verstanden. Warum sollte mich das ankäsen, wenn meine Eltern wegziehen?

      • 4 .5
        RoboMaus 22.02.2017, 15:24 Geändert 23.02.2017, 16:22

        Sam Mendes hat seit seinem Erstling 'American Beauty' (1999) nur sieben Filme gemacht, darunter die letzten beiden Bonds und diesen hier: 'Away We Go'. Inszenierung und Thematik wirken wie ein Indie-Film - da wundert man sich etwas über das Budget von 17 Mio. US$, aber darum musste Mendes gewiss nicht lange bitten.

        Ein Pärchen mit Schwangerschaft macht sich auf einen Trip durch die USA, um Freunde zu besuchen und einen Ort zum Leben zu finden. Die Begegnungen münden überwiegend in leicht skurrile, zum Teil auch nervende Unterhaltungen (v.a. mit der rothaarigen Freundin in Phoenix). Dazu kommen die Selbstbetrachtungen des Pärchens, die auch nicht gerade vor Einfallsreichtum strotzen - "Ich fühl' mich so hässlich". Die leicht skurrilen Elemente sollen wohl witzig wirken, wie das Paar der "Kontinuum-Bewegung", konnten aber bestenfalls ein Schmunzeln erzeugen.

        Für ein Road Movie ist das zu dialoglastig - beinahe schon ein innerer Widerspruch. Wenn gerade einmal nicht geredet wird, ist immerhin der Score angenehm und suggeriert die Lockerheit, die der Plot ansonsten nur an wenigen Stellen bringt.

        Weit entfernt von Melancholie und Fernweh erzeugenden Genrebeiträgen, wie z.B. 'Into the Wild' (2007), die das innere Feuer entfachen.

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          Ein komödiantischer Horrortrip durch verschiedene Versionen des modernen American Way of Life wird für werdende Eltern zu einer Initiationsreise: Nach eher ernüchternden Analysen des Ehe- und Familienlebens zeigt sich Sam Mendes in seinem neuesten Film von einer ungewohnt beschwingten, warmherzigen und komischen Seite. [Anke Sterneborg]

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          • 8

            Getrieben und manchmal wie verwandelt. Der Mensch in der Postmoderne, ein Wesen auf Identitätssuche. In einer Zeit, in der Traditionen eingestampft werden und Beziehungen inkonsistent sind, wird die angebliche Individualität immer weiter in den Vordergrund gerückt. Ganz abgesehen davon, dass es aus vielerlei Perspektiven schwierig ist, überhaupt zu definieren, was ein Selbst ist, geschweige denn, was es ausmacht und was diese Individualität letztlich sein soll. Wir wandeln in den Kontexten, in denen wir uns bewegen. Verwandeln, entwickeln, erstarren – oder all das nicht. Es ist zunehmend wichtiger geworden, sich selbst über sich bewusst zu werden. Wenn es keinen Halt mehr zu geben scheint, wenn jeder sein eigenes Bild von der Welt konstruiert, weil sich niemand mehr einigen kann, weil alles so offen geworden ist – dann ist der Mensch überfordert.

            Well I have been searching all of my days
            All of my days
            Many a road, you know
            I've been walking on
            All of my days
            And I've been trying to find
            What's been in my mind
            As the days keep turning into night

            Verona und Burt wissen nicht, wohin sie sollen. Mit einem Baby auf der Reise zu ihnen, weggezogenen oder verstorbenen Eltern sind sie heimatlos; rastlos begeben sie sich auf die Suche nach einem Zuhause. Und dieser Mix aus Road-Movie und Tragikomödie, der letztlich wieder so ein Indie-Flick ist (zumindest stilistisch und motivisch), mag in Verbindung mit der musikalischen Unterlegung ziemlich cheesy erscheinen. Aber wenn er so bewegt, man sich so wiederfindet in gewissen Sorgen und vor allem in den Ängsten („Are you gonna listen? And I mean really listen, especially if she’s scared.“); dann macht AWAY WE GO so einiges richtig.
            Wir können uns doch eigentlich nicht beschweren. Uns geht’s doch gut. Sagt man doch immer. Ist auch gar nicht falsch, aber irgendwie ist das alles nicht so einfach. Vielleicht, weil wir es so konstruieren. Womöglich ist der Mensch haltlos, stets außer Atem und verharrt nicht, wenn er zufrieden sein könnte. Es ist ein ewiger Kampf, der sich Leben nennt. Ohne, dass man dies negativ färben muss. Nur endet es nie und damit muss man sich einfach abfinden. Dann wird schon irgendwann alles okay sein. Um glücklich zu sein, muss man es einfach sein. Sagt man doch immer. Ist auch gar nicht falsch, aber irgendwie ist das alles nicht so einfach.

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            • 7 .5

              Herrlich schräg, wunderbar mit schöner Musik unterlegt - absolut sehenswert

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                roderic92 14.10.2015, 11:55 Geändert 14.10.2015, 11:55

                Als großer Fan von Sam Mendes hatte ich nun schon lange einen seiner weniger bekannten Filme aus den 2000er-Jahren auf dem Radar: Away We Go. Ohne allzu viel Vorwissen stürzte ich mich ins Vergnügen und muss sagen, dass der Regisseur definitiv auch im Indie-Gewand überzeugen kann.

                Der Film erzählt die Geschichte von Burt und Verona, die ein gemeinsames Kind erwarten und nach dem überraschenden Umzug der Eltern von Burt selbst beschließen eine Reise durch Amerika zu beginnen und nach einer möglichen neuen Heimat zu suchen. Auf deren Weg treffen sie viele alte Freunde und Verwandte und erleben stets neue Episoden rund um das Familienleben.

                Recht viel mehr gibt es zum Inhalt auch nicht zu sagen, was aber keinesfalls abwertend gemeint ist. Viel mehr stehen die kleinen Nuancen im Vordergrund, die den Film zu dem machen, was er ist- einem liebenswerten, leicht melancholischen Einblick in die Schwierigkeiten des Zusammenlebens und dem Gründen einer Familie.

                Schon dadurch wird klar, dass dieses Werk von Sam Mendes keineswegs jedermanns Sache ist und dem einen oder anderen Zuseher zu wenig zu bieten haben wird. All jene, die sich aber gerne mit Indiefilmen auseinandersetzen, die mehr auf zwischenmenschliche Begebenheiten als auf Spannung und Action setzen, werden voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Zudem müssen noch die vorzügliche Regiearbeit und die Leistung der beiden Hauptdarsteller, die ebenso überzeugen können und an Authentizität kaum zu übertreffen sind, hervorgehoben werden.

                Alles in allem ein bodenständiger, technisch-bestechender Roadmovie, der ab und an etwas langatmig wirken kann, aber trotzdem seine Vorzüge hat und auf vielen Ebenen glänzen kann. Zusätzliches Plus: der einmalige Soundtrack von Alexi Murdoch, der in jedem Fall unter die Haut geht.

                7/10

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                • 8
                  fetzifahrradkette 15.09.2015, 19:08 Geändert 15.09.2015, 20:24

                  ich weiß noch, wie ich "away we go" vor ein paar jahren zum ersten mal gesehen habe. "damals", noch mitten in der pubertät mit mehr oder weniger alltäglich-belanglosen familienproblemen, wirkte dieser film einfach sehr beruhigend. großartige schauspieler, der heiter-tragische humor und alexi murdochs songwriting waren in kombination wie eine fette, warme wolldecke. sympathisch, dachte ich.
                  heute ist das nicht weniger der fall. nur kann ich nun mehr berührungspunkte dieser von "away we go" ausgehenden wärme benennen und verstehen. das ist ebenso belustigend wie traurig. wie eben auch dieser sehr authentische film.

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                  • 6 .5

                    Ein Pärchen, ein unerwartetes Kind im Anflug und die totale Überforderung. „Away We Go“ erzählt die Geschichte von Burt und Verona, unverheiratet und nicht mit dem schönsten Eigenheim ausgestattet, die nach dem überraschenden Umzug der zukünftigen Großeltern neue Wurzeln schlagen und familiäre bzw. alte freundschaftliche Bindungen suchen wollen, um ihren Nachwuchs so gut es geht aufzuziehen, und entpuppt sich dabei als Paradebeispiel eines netten Films. Wie wir alle wissen ist „nett“ allerdings die kleine Schwester von „scheiße“. Sympathische, unverbrauchte Hauptdarsteller treffen auf überzeichnete und mit der Zeit nervige Nebenfiguren, der Humor ist individuell, charmant, ja sogar wohltuend, wirkt aber allzu oft gewollt und auch unpassend infantil. Sam Mendes weiß nicht so recht wo er hinwill und erschafft am Ende einen recht unausgewogenen, musikalisch aber toll untermalten Genremix aus Tragikomödie, Rom-Com und Roadtrip, der in seiner episodenhaften Erzählung über Selbstfindung, Zukunftsängste und die steigenden Verantwortungen und Entbehrungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, sinniert, als kleiner Indie-Streifen ganz gut funktioniert und seine Stärken vor allem gegen Ende – als der komödiantische Teil der Melodramatik weichen muss – gekonnt ausspielt.

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                    • 5 .5

                      In diesem Roadmovie mit märchenhaftem Ende reist ein Pärchen durch die USA und sucht einen Sinn in der Tatsache zu finden, dass sie bald Eltern sein werden. Verona (Maya Rudolph) ist im 7. Monat und Vater Burt (John Krasinski) unterstützt sie dabei, wo er kann. Sie besuchen ihre Eltern, Freunde und Verwandten. Diejenigen die sie treffen haben alle eins gemeinsam: sie sind mehr oder weniger durchgeknallt Sei es, dass sie auf dem Esoterik-Trip sind oder von der ganz harten Proll-Sorte, reine Gebärmaschinen oder sie stecken bis zum Hals im selbstverschuldeten Schlamassel. Alle haben jede Menge Kinder. Eigentlich müsste Burt und Verona nach den Erfahrungen die Lust am Kinderkriegen vergehen. Sie beschäftigen sich immerhin mit nichts anderem als dem Embryo in Veronas Bauch. Das ist aber auch das einzige, was sie überhaupt zustande gebracht haben. Sonst kriegen sie eigentlich so gut wie nichts gebacken. Beide wirken etwas einfältig, Burt mehr noch als Verona. Das macht in gewisser Hinsicht aber auch einen Teil ihres Charmes aus.
                      Es war wohl ein Fingerzeig für Sam Mendes damalige Ehefrau Kate Winslet, eine Anleitung wie man es nicht machen sollte. Kinder sind an sich schon eine gute Sache, aber bei der Erziehung, wie wir sie hier sehen, kommen sie unter die Räder des Lebens.
                      Manche Figuren sind etwas überzeichnet und wirken unnatürlich. Der Schluss ist mehr als zuckersüß: Sonnenuntergang mit Terrasse am See. Etwas unrealistisch und theatralisch. Alles nur kein Probleme, denn die haben wir ja schon alle gesehen. Da dängt sich einem dann doch der berühmte Schlusssatz auf ‘Und wenn sie nicht gestorben sind…‘ Kommt da etwa Komödie von komisch? Dann ist es eine. Na ja!?

                      • 6

                        Sam Mendes macht auf Independent, und haut mit AWAY WE GO ganz beiläufig eine warmherzige, in Episoden unterteilte Road-Movie-Komödie raus, die ein Pärchen auf der Suche nach der bestmöglichen Heimat für ihr erwartetes Kind begleitet.

                        Natürlich bedient der Film all das, was der Zuschauer von so einer Produktion erwartet: Schräge aber sympathische Darsteller (mit Independent Look), schöne Bilder, sanfte Folk-Musik (Indie), die direkte Sprache und einiges an Witz und skurrilen Situationen (Independent Like).

                        Ich habe wirklich einige Male richtig gelacht, weil der Humor genau meine Nummer ist, fernab von dem ganzen gängigen Fäkalhumor und Arschwitzgekichere. Die Dialoge sind oft köstlich, und wenn man mal nicht lachen kann, dann erwischt man sich zumindest beim Schmunzeln. Es ist natürlich auch schön, diese tollen und völlig unverbrauchten Hauptdarsteller mit namhaften Stars (Jeff Daniels, Maggie Gyllenhaal) in den Nebenrollen zusammen zu bringen, welche teilweise herrlich überzeichnet sind.

                        Fazit: Sehr schönes Teilchen, mit frischem Witz und einer ausgewogenen Balance aus Leichtigkeit und nötiger Tiefe. Feel-Good und eine klare Empfehlung, auch wenn ich (erst mal?) nur die 6,0 zücke.

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                        • 8

                          "Oh, but anyway, Toto, we're home."

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                          • 8

                            Ein Glück ist mir erst nach dem Filmgenuss aufgefallen, dass der Typ aussieht wie Jürgen Klopp :D

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                            • 5

                              Eigentlich ein ganz schöner Film, ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Liegt wahrscheinlich an der Figur des Burt, den ich mit seiner nerdigen Matte und Bart überhaupt nicht sympathisch fand. Ganz zu schweigen von seiner riiiiesigen Nase, die einen Großteil meiner Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Dabei hatte der Film Witz und Charme. Schade.

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                              • 9

                                Für mich einer der besten Road-Movies - wenn man ihm überhaupt diesen Überzug geben will.
                                Das Gefühl, die Charaktere schon ewig zu kennen und sich auch in ihnen wiederzufinden, ist perfekt inszeniert, durchgezogen und durchlebt die volle Bandbreite:
                                Lautes Lachen und nahendes Tränenmeer!

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                                • 7 .5

                                  Was für ein süßer Film. Anders kann ich es nicht sagen :) die zwei Hauptdarsteller harmonisieren perfekt und wirken einfach nur sympathisch. Es gibt was zum lachen, weinen, mit freuen.... man kann sich einfach in die Situation hineinversetzten.
                                  Mein Fazit: ein Happy-Laune-Film, der zeigen kann wie schön das leben ist wenn man die Kleinigkeiten zu etwas Großem macht!

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                                  • 5

                                    Ich komme mit Roadmovies scheinbar einfach nicht zurecht, insbesondere solchen, die so strukturiert sind wie "Away we go". Die Idee hinter dem Film klingt ja sehr süß: Ein Pärchen in einer Lebenskrise macht einen Trip durch die Staaten und besucht alte Bekannte. Mir war jedoch nicht bewusst, dass Burt (John Krasinski) und Verona (Maya Rudolph) ein Kind bekommen und dass sie im Verlauf der Handlung Personen treffen, welche alle ihre eigenen Sorgen und Ängste rund um das Elternsein haben. Das macht die Reise eben nicht zu etwas willkürlichem, sondern wir gewinnen zusammen mit dem sympathischen Gespann immer neue Einsichten in die Facetten rund um den "Traum Familie". Das ganze wird auch in eine bittersüße Stimmung getaucht, die sich zwischen Burts sanftem, gewitzten Wesen und Veronas persönlichem Familienschicksal bewegt. Alle Episoden entwickeln ihre eigene kleine Stimmung und warten teilweise mit vielschichtigen, interessanten Charaktermomenten auf.
                                    Was mich dabei stört, ist die Roadmovie-typische Episodenstruktur: Burt und Verona reisen von Ort zu Ort wie zwei Schwämme. Bei jedem Halt und Familien- oder Freundesbesuch unterhalten sie sich ein wenig, saugen die Impressionen auf und reisen weiter. Erst in der kurzen Miami-Episode reden sie tatsächlich einmal in einem liebenswerten Gespräch darüber, wie sie über ihre Gefühle als werdende Eltern denken und machen sich im Anschluss die putzigsten und skurrilsten Versprechen. Erst hier wird ein Reifeprozess bemerkbar, der im Film schon hätte weitaus früher beginnen können. Somit sind es halt mehr oder weniger unabhängige Episoden, die mal witzig, mal gefühlvoll sind. So schaute ich dem Film milde interessiert zu, wie er stets in seine nächste Station schlingert, mich dabei wundernd, was für Personen sie denn diesmal treffen. Bei der Begegnung mit LN (Maggie Gyllenhaal), einer wohlhabenden Hippie-Dame - einschließlich Exegesen über esoterische Pseudo-Erziehungswissenschaft - kam sogar kurzzeitig eine sehr humorvolle Spannung aufgrund des Zusammenstoß zweier sehr unterschiedlicher Lebensstile auf. Der finale Krach zwischen Burt und LN gehört mit zu den tollsten Momenten des Films. Doch dann ging es auch schon wieder weiter nach Montreal, wo wir Weisheiten über die Wertschätzung des Lebens von der Stange erhalten.
                                    Und vielleicht ist das ein weiterer Grund, warum diese "Indie"-gefeierte Einfachheit des Lebens, mit seiner Klarheit und seinen unkomplizierten Antworten, einfach nicht mit mir resonnierte. Während am Ende des Besuchs bei LN all dieser Esoterikwahn von neureichen Eltern explizit als "Bullshit" abgestempelt wird, zelebriert der Film die scheinbare Normalität und Einfachheit eines fast schon unglaubwürdig harmonischen Paares. An einer Stelle bemerkt Verona - fast schon ironisch in bezug auf den Film- dass sie und Burt vielleicht ein bisschen mehr streiten sollten, um den Herzschlag ihres Kindes anzutreiben (glaube ich). Ganz ehrlich, sie hätten das auch so tun sollen, ganz einfach um den Zuschauer ein bisschen mehr in ihr Beziehungsleben zu involvieren und selbiges plastischer, kantiger erscheinen zu lassen. Versteht mich nicht falsch, die beiden sind super sympathisch und insbesondere Maya Rudolph liefert eine der wärmsten und sympathischsten darstellerischen Leistungen, welche ich in letzter Zeit gesehen habe. Nur schmeckt diese ganze Harmonie, gepaart mit der Indie-typischen Folkmusik, irgendwie auch nach einer verblendeten Sicht auf das Leben.
                                    So habe ich "Away we go" vor allem als gepflegte Langeweile erfahren, mit zwei sympathischen Hauptfiguren, die durch die Pampa reisen, einigen skurillen, witzigen und stimmungsvollen Momenten und ein paar eher abgegriffenen, wenig überzeugenden Binsenweisheiten zwischendurch. Das Ende ist superschön fotografiert und eine emotional sehr aufgeladene, reichhaltige Szene, doch verhilft sie dem Rest des Streifens leider nicht, mehr als nur nett zu sein.

                                    • 6

                                      Es war mal wieder ein Roadmovie...
                                      Dennoch muss ich sagen, dass mich das Drehbuch schon überzeugt hat !
                                      Humor ist über weite Strecken genau mein Geschmack,aber leider nicht immer gut platziert und richtig dosiert. Beeindruckender Cast und die Hauptdarsteller harmonieren sehr gut.
                                      Trotzdem war der Film zu lang und man wäre, mit einer Reisestation weniger, besser gefahren.
                                      Auch habe ich immer diesen faden Beigeschmack, dass einfach mal wieder auf der Erfolgswelle der Indiefilme mitgeschwommen wurde anstatt mal wirklich "indie" zu sein und etwas neues zu wagen...z.B. könnte man einmal bei diesen Filmen auf die Hipstersubkultur verzichten.

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                                        Möchte alternativ, schrullig und geistreich sein, ist aber belanglos, langweilig und dämlich. Quasi ein "Indie-Film" für Dumpfbacken.

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                                        • 6

                                          Hat mich nicht abgeholt, wie Nena das immer so schön sagt. Mag auch daran liegen, dass ich Road Movies nicht mag. Ja die beiden sind ganz süß, und auch die anderen Charaktere auch irgendwie lustig. Aber mir ist das alles zu konstruiert. Sinnsuche, nur weil man ja jetzt schwanger ist, langweilig.

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                                            Sehr sympathisches, süßes und lustiges Road movie, das sich einfach schön gucken lässt. Einige male musste ich wirklich lauthals auflachen und mir die Szene gleich noch einmal ansehen. Auch schön, dass sie zwischen den beiden Hauptcharakteren kein aufgesetztes und 08/15 mäßiges Drama im Mittelteil des Filmes eingebaut haben, wie es viele andere Vertreter dieser Art machen. Ja, ich schwärme ein wenig. Ansehen.

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                                              Nicht nur der Müdigkeit wegen bin ich vor Ende des Films eingeschlafen... Auch die Gags waren einfach nicht lustig.

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                                                Ein absolut gelungenes kleines Filmchen. Der Regisseur und auch der Drehbuchautor haben in jeder Szene ihr Talent für Figurenkonstellationen bewiesen. Die Reise mit dem schwangeren Pärchen auf der Suche nach einem Zuhause ist kurzweilig und einfach rührend schön. Die Welt braucht mehr dieser Filme...ein lebensbejahendes Hurra!

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                                                  „It's all those good things you have in you. The love, the wisdom, the generosity, the selflessness, the patience.“

                                                  Sam Mendes stand bei mir immer total auf der Kippe in letzter Zeit. Einerseits hatte er mich mit „American Beauty“ total überzeugt und einen wahrlich sensationellen Streifen abgeliefert. Andererseits gab es dann da „Revolutionary Road“, der mich doch sehr enttäuscht und gelangweilt hat. Das mögen manche vielleicht anders sehen, aber so war es nun mal. Nun bin ich endlich dazu gekommen, mir den schon lange vorgemerkten AWAY WE GO anzusehen. Und was soll ich sagen? Erst einmal: danke, Sam Mendes. Für diesen überaus großartigen und tollen Film. Bei nüchterner Betrachtung kann man sich eigentlich niemals erklären, wie manche Filme eine solch hohe Bewertung erreichen können. Denn sie erzählen doch nur eine Geschichte, die nicht besonders ist und schlichtweg auch vorhersehbar. Man weiß dank der episodenhaften Erzählung, dass die beiden Protagonisten erst am Ende der Reise und somit am Ende des Films ihr Zuhause finden. Aber das ist egal angesichts des Feelings, welches der Film vermittelt. Ein typisches Beispiel von einem der von mir so geschätzten Feel-Good-Movies. Das Drehbuch zeichnet fast durch die Bank schräge Charaktere, was dem ganzen eine besondere Art von Humor verleiht. Die Stimmung wird dadurch aber nicht beeinträchtigt, es gibt zwar einzelne lustige Stellen, aber der Humor ist zumeist dezent, wie ich es sonst nur aus den Filmen von Jason Reitman kenne. Ich lache dann trotzdem mal laut mit, auch wenn der Witz noch so trocken ist. Doch die Atmosphäre des Films wird dadurch nicht belastet, eher noch bestärkt. Diese Ruhe, die solche Independent-Produktionen meist auszeichnet, gepaart mit der genialen Kameraführung durch Mendes fantastische Regie, machen das ganze zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Außerdem muss ich zugeben, mich ein bisschen (ein bisschen sehr) in den Soundtrack von Alexi Murdoch verliebt zu haben. Das merke ich, während ich hier zum zwanzigsten Mal hintereinander den Song „All My Days“ höre. Der durchweg überraschend gute Cast wusste selbstredend auch zu überzeugen, eine sehr gute Auswahl. Die Dramaturgie war meiner Ansicht nach perfekt. Am Ende reichten ein paar Blicke, die Bilder des Meeres und der Gänsehaut-verbreitende Sound von Alexi Murdochs Stimme, um eine unglaubliche Stimmung zu erzeugen und ein absolute perfektes Ende zu schaffen. Wie ein Traum, der nicht enden soll. Doch dann bin ich aus diesem Traum erwacht.

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                                                    Ein ganz besonderer Roadmovie mit dem wir es hier zu tun haben. Ein etwas kauziges Pärchen mach sich auf die Suche nach dem idealen Ort um eine Familie zu gründen. Witzig dabei, dass sie sich zu Beginn immer an anderen Personen orientieren weil sie sich selber für "Looser" halten. Mit jeder Filmminute wird jedoch klar, dass sie in Wirklichkeit eigentlich die einzig "normalen" Menschen sind in dieser Geschichte... Ein schauspielerisch wunderbar umgesetzter Film mit zu Herzen gehender Geschichte, die aber nie kitschig wird. Ich habe mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt.

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