Ayla

Ayla (2010), DE
Laufzeit 88 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 06.05.2010

7.0 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.0 Community
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von Su Turhan und Su Turhan, mit Pegah Ferydoni und Mehdi Moinzadeh

In dem berührenden Liebesfilm begegnen wir in München der attraktiven 25jährigen Ayla, die abseits und tief von ihrer türkischen Familie verletzt, ein selbstauferlegtes Doppelleben führt. Nur zu ihrer Schwester Hülya hat Ayla noch Kontakt. Tagsüber arbeitet sie als Erzieherin in einem Kindergarten, nachts jobbt sie als aufreizende Garderobiere in einem Club. Der liebevolle, warmherzige Umgang mit den Kindern steht im krassen Gegensatz zu ihrem mutigen, selbstlosen Auftreten, wenn Ayla Ungerechtigkeit wittert. Sich selbst aufreibend zwischen Single-Dasein und der Sehnsucht nach der Geborgenheit eines Zuhauses, verliebt sich Ayla leidenschaftlich ausgerechnet in den feinsinnigen Fotografen Ayhan. Da weiß sie aber noch nicht, dass Ayhan genau den Teil ihrer gemeinsamen Kultur verkörpert, den sie ablehnt. Zeitgleich nimmt Ayla die Mutter eines ihrer Kindergartenkinder spontan bei sich auf, als diese sie in panischer Angst um Hilfe bittet. Hatice muss mit ihrer Tochter Elif vor ihrer streng muslimischen Familie fliehen, da sie sich von ihrem Ehemann scheiden lassen möchte. Durch einen Zufall muss Ayla schmerzhaft erfahren, dass der Mann, den sie liebt, der gefürchtete Bruder von Hatice ist. Ihre Zerrissenheit zwischen zwei Welten zu stehen, sich zwischen ihrer Liebe und ihrer Überzeugung entscheiden zu müssen, stürzen Ayla in ein aufreibendes Dilemma.

HandlungDie junge Alya (Pegah Ferydoni) führt ihr Leben selbstbewusst und unabhängig. Als moderne Türkin vertritt sie das Recht auf Selbstbestimmung und genießt es, auf keinen Mann angewiesen zu sein. Ihre Einstellung stößt jedoch bei der eigenen Familie auf Ablehnung. Der Lebensweg seiner Tochter lässt sich nicht mit den traditionell geprägten Auffassungen von Aylas Vater vereinbaren. Er will von ihr nichts mehr wissen. Ayla jedoch ist fest entschlossen, sich von niemandem vorschreiben zu lassen, wie sie sich als Frau zu verhalten hat.

Als der einfühlsame Fotograf Ayhan (Mehid Moinzadeh) in ihr Leben tritt, scheint Ayla endlich ihr privates Glück gefunden zu haben. Denn Ayhan respektiert ihre Selbstständigkeit und ihre Freiheit. Nur zu gut ist ihm der Konflikt zwischen Tradition und Moderne bewusst. Ayhan selbst ist der älteste Sohn einer traditionell geprägten Familie und sieht sich enormen Erwartungsdruck ausgesetzt. Er wird gezwungen, die angestrebte Scheidung seiner Schwester Hatice (Sesede Terziyan) unter allen Umständen zu verhindern. Diese ist mitsamt ihrer kleinen Tochter vor dem Ehemann geflohen und sucht Unterschlupf bei einer Bekannten. Was Ayhan nicht ahnt, es handelt sich dabei um Ayla.

Schon bald muss Ayla schmerzhaft erkennen, wer sich hinter Hatices gefürchteten Bruder verbirgt. Sie stellt Ayhan zur Rede, aber traut seiner Versicherung nicht, seiner Schwester nichts antun zu wollen. Denn Ayla kennt die Werte nur zu gut, mit denen Ayhan erzogen wurde. Und sie weiß, dass eine Familie im Namen der Ehre bis zum Äußersten gehen kann. Ayla beschließt, für Hatice und ihre Tochter zu kämpfen. Auch wenn sie dabei gegen den Mann antreten muss, an den sie ihr eigenes Herz verloren hat.

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Kritiken (3) — Film: Ayla

Stefanie Zobl: Fluter Stefanie Zobl: Fluter

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6.0Ganz gut

Eine Liebesgeschichte unter schwierigen Vorzeichen erzählt der türkisch-stämmige Regisseur Su Turhan. Mit seinem Film gibt er einen Überblick über die Bandbreite von Problemen, mit denen sich seine Landsleute in Deutschland – Frauen wie Männer – konfrontiert sehen können. Jede der Figuren repräsentiert einen anderen Standpunkt zwischen den Gegensätzen von konservativen Traditionalisten und selbstbestimmten Frauen, die sich möglicherweise auch nicht völlig dem Moralkodex ihrer Familien beugen, obwohl sie Kopftuch tragen (...). Die Lösung der Probleme liegt für Regisseur Su Turhan darin, den Spagat zu schaffen, die kulturelle, familiäre Herkunft mit den Gepflogenheiten der neuen Heimat zu vereinen. Leider wirkt der Film in Anbetracht der Mühe, keinen Aspekt außer Acht zu lassen, etwas konstruiert.

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8.0Ausgezeichnet

Zu den entdeckenswerten Talenten zählt auch der türkische Regisseur Su Turhan. Ähnlich wie sein erfolgreicher Kollege Fatih Akin in seinem preisgekrönten Film ,,Gegen die Wand" porträtiert er in ,,Ayla" eine moderne, selbstbewusste Deutschtürkin, die gegen die strengen Traditionen ihrer Familie ankämpft und den geplanten ,,Ehrenmord" an einer Freundin verhindert. Turhans Geschichte kommt dabei nicht halb so vulgär und pornografisch daher wie Akins Filme, und Sexualität spielt hier weniger eine Rolle als der solidarische Zusammenhalt unter den Frauen. Schwer verständlich, dass die Jury ihn bei der Preisvergabe ganz übergangen hat.

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Bernd Buder: film-dienst Bernd Buder: film-dienst

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7.0Sehenswert

In melodramatischen Volten dramatisiert Turhan die Katharsis des türkischen Mannes, wobei er allerdings der Lehrmeisterhaftigkeit gefährlich nahe kommt, dabei aber rührselig genug bleibt, um seine Protagonisten als Identifikationsfiguren aufzustellen. Der Showdown ist pure Emotion, dick aufgetragen, aber nah am Publikum.

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Kommentare (2) — Film: Ayla

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Supereule

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Bewertung3.0Schwach

Durch Thriller-Elemente aufgepepptes Drama, aufgebaut wie ein Kartenhaus, immer kurz vor dem totalen Zusammenbruch. In den Dialogen lässt sich häufig das Thema Vorurteile erkennen, die die Meinung vieler Deutscher beherrschen, wenn es um türkische Mitbürger geht. Darauf mehrmals anzuspielen ist zwar in Ordnung, aber muss das so plakativ sein? Da kann ich ja gleich Kaya Yanar schauen. Besser ist sicherlich die Thematik. Alles dreht sich um die 25-jährige Türkin Ayla, die sich von den Fesseln ihres Zuhauses und somit von ihrem konservativen Vater löst. Genaue Milieuschilderungen verkneift sich der Film leider, doch setzt er durch die Figur von Ayla ein Zeichen. Sie steht mit ihren Taten für nichts weiter als Vernunft. Su Turhan schaffte trotz einiger positiver Aspekte mit "Ayla" leider nur ein auf überdurchschnittlichem Fernsehfilmniveau positionierte Werk. Dennoch ist dieses Sozialdrama ein durch und durch notwendiges filmisches Plädoyer gegen Ehrenmorde.

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afgfromwilly

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Bewertung2.0Ärgerlich

Klar, was soll man als Migrant bloß erzählen ausser, dass die bösen Türken ihren Frauen nur Unrecht tun. Sowas kommt in Deutschland gut an und wenn man auf keinem Festival gezeigt wird..auf dem Max Ophüls Festival ist immer Platz. Aber nun gut, es gibt solche Geschichten wie in "Ayla" auch im wahren Leben obwohl sie auf der Leinwand so ziemlich "ausgelutscht" sind.
Wenn zu so einer Geschichte dann auch noch so Platte Dialoge rauskommen wie: "Du musst die Ehre unserer Familie wieder herstellen" .und dann drückt der kleine Bruder dem großen die Waffe in die Hand und der große Bruder entschließt sich noch dazu seine Schwester aufzusuchen, da bleibt mir nichts anderes übrig als den Kopf zu schütteln.
Sein Charakter passt absolut nicht zu so einer Fähigkeit. Jemand der kein Problem damit hat wenn eine Türkin Nachts wie eine Prostituierte angezogen die Straße entlang geht und ihn anflirtet, der wird seine eigene Schwester nicht umbringen nur weil sie ihren Mann verlassen hat. Die beiden Brüder wirken beide nicht auf mich als wären sie dazu imstande.
Von einer großen Liebesgeschichte habe ich auch nichts mitbekommen. In keiner Minute habe ich nur ein kleines bisschen Emotion gespürt. Keine Liebe, keine Trauer, kein Schmerz.
Ich kann den Schauspielern jedoch keine große Schuld geben. Denn bei so einem schwachen Drehbuch und so einer Inszenierung kann auch ein Superschauspieler nicht machen.
Um das Kaliber des Fatih Akin zu erreichen braucht dieser Film nur eines:
99% mehr Authentizität!

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