Baader

Baader (2002), DE
Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Katastrophenfilm, Kriminalfilm, Drama, Actionfilm, Kinostart 17.10.2002

4.9 Kritiker
11 Bewertungen
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4.7 Community
151 Bewertungen
6 Kommentare
Baader - Bild 15472
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von Christopher Roth, mit Laura Tonke und Vadim Glowna

Gangster, Autofreak, Frauenheld. Unberechenbar, narzisstisch, charismatisch. Der Terrorist Andreas Baader (Frank Giering) inszeniert sein kurzes Leben wie einen gigantischen Kinofilm. Mit ihm und seiner Geliebten Gudrun Ensslin (Laura Tonke) in den Hauptrollen . Er lebt wild und gefährlich. Die lässige Souveränität, mit der er Autos knackt, Rauschgift konsumiert, Banken ausraubt und Bomben baut, fasziniert intellektuelle Mitstreiter wie die Journalistin Ulrike Meinhof (Birge Schade) und den Juristen Kurt Wagner (Michael Sideris). Als RAF (Rote Armee Fraktion) sagen sie dem Staat den Kampf an. Bald gerät Baader in das Fadenkreuz von BKA-Chef Kurt Krone (Vadim Glowna).

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Kritiken (3) — Film: Baader

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4.0Uninteressant

Baader ist ein Spielfilm und hält sich nach Aussagen des Regisseurs ganz bewusst nur ungefähr an die Wirklichkeit. Grundsätzlich ist zwar gegen eine Fiktionalisierung nichts einzuwenden, allerdings hätte sich der Regisseur entscheiden müssen, welche Geschichte er erzählen will: So dokumentarisch sein Film angesichts vieler montierter Archivaufnahmen vom Vietnam-Krieg, dem Schahbesuch und dem Attentat von Rudi Dutschke daher kommt, so unmotiviert und peinlich wirkt vor allem der erfundene und damit historisch völlig falsche Schluss.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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6.0Ganz gut

Christopher Roths "Baader", der genau 25 Jahre nach seinem Tod in Stammheim ins Kino kommt, ist der bislang gewagteste Film über die RAF. Weil er sich am weitesten von den Fakten entfernt - und seine Hauptfigur zu einer der großen Gangsterfiguren des Films zu stilisieren sucht. RAF wird Pop, das haben der «Baader»-Film und die "Prada Meinhof"-Aufdrucke gemein. Sie ist hip, cool und sexy.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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8.0Ausgezeichnet

Ein Dissensfilm, der darauf verzichtet, auch noch die RAF historisch einzugemeinden, der daran erinnert, dass Streit und das Offenhalten von Wunden manchmal besser ist, als Versöhnung. Ein mutiger, intelligenter und - nicht zuletzt - unterhaltsamer Film.

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Kommentare (3) — Film: Baader

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doctorgonzo

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Bewertung3.0Schwach

"Baader" ist so etwas wie der kleine Bruder des Gerichtsdramas "Stammheim". Nur dreht er sich noch exklusiver um die Hauptfigur der späteren RAF. Nicht nur die Wirkung Baaders in den Stammheimer Prozessen, sondern eher seine Werdung und seine "Karriere" soll hier ausgemalt werden. Dabei driftet der Film aber viel zu oft in fiktive Elemente ab, wo dies überhaupt nicht nötig wäre.
Zudem war Giering zwar ein guter Schauspieler, scheitert aber heftig an der zu großen Diskrepanz zwischen seinem eigenen Charakter und der Persönlichkeit des extrovertierten und in seinem "Wahn" auch sehr charismatischen Bader. Kurzum, er wirkt nicht. So wie Woody Allen ein toller Schauspieler ist, es ihm aber niemand abnehmen würde, wenn er plötzlich Peter Fonda verkörpern müßte.
Nur in äußerst spärlichen Momenten zeigt sich der Film dem Thema gewachsen und ist ansonsten nur ein mitleiderregender Versuch, auf der Schiene deutschen Geschichtskinos mitzufahren.
Da hat es dann mehr Wirkung das indizierte C64 Spiel "RAF" aus dem Keller zu holen und eine eigene Terrorzelle zu gründen: Das Spiel zeichnet sich wenigstens durch Biss, Dystopie und Ironie aus. (Habe ich gehört, denn nie würde ich indizierte Spiele spielen)

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Joe Gillis

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Baader war ein Arschloch, ein charismatischer Bandenführer, ein Alpha-Männchen, ein viriler Mix aus Pop, Sex und Politik. In »Baader« wird er gespielt von einem kleinen Dicken, der aussieht, als sei er früher im Sportunterricht die Stange nicht hochgekommen. Damit nicht genug: Die Macher betreiben wüste Geschichtsklitterung – wohl in der Absicht »Wow!«-Effekte zu erzielen. Das wäre O.K., wenn sie es mit Sinn und Inspiration getan hätten. Aber keine der dazuerfundenen oder umarrangierten Episoden kann es an szenischer Qualität mit dem wirklichen Geschehen, den realen Abläufen, den tatsächlichen psychologischen Verstrickungen aufnehmen, wie sie etwa in Stefan Austs Klassiker »Der Baader-Meinhof-Komplex« oder in Dorothea Hausers lesenswerter Doppelbiographie »Baader und Herold« geschildert werden. Die »Figuren« haben weder Tiefe noch Glamour, in keinem Augenblick werden der Zeitgeist der späten 60er und frühen 70er, geschweige denn das brutale Flair des Terrors spürbar – wie es zum Beispiel Astrid Prolls Fotoband »Hans und Grete« vermittelt. Regisseur Roth und Autor Uslar haben ein paar Bücher durchgeschmökert und das, was ihnen – nach welchen Kriterien auch immmer – interessant schien, herausgeklaubt. Sie haben ihren Stoff nicht reflektiert, nicht komponiert, sondern einfach nur irgendwie zusammengetackert. »Baader« will alles sein: Heldenbild, Denkmalsturz, Psychostudie, Thriller, Action-Film, Melodram, Geschichtsstunde – und ist nichts davon. Nicht einmal für eine jener hohlen Posen, die Deutschlands most wanted man so fragwürdig, so sexy machten, hat es gereicht.

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patcharisma

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Hart, aber fair!


hrubesch

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Bewertung0.0Hassfilm

Spätestens nach Sichtung dieses Films hätte Andreas Baader sich erschossen, wenn er Stammheim überlebt hätte und nun begnadigt worden wäre. Da hätte auch kein Praktikumsangebot am BE geholfen. Dem Regisseur dieses Clips übrigens auch nicht. Wie bitter, dass unzählige Redakteure, Dramaturgen, Produzenten und Filmförderer nicht verhindern konnten, dass eine der spannendsten Biografien der deutschen Geschichte so durch den Werbe-Kakao gezogen wurde.

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