Babel
US 2006
- Genre
- Drama
- Inhalt
Ein Schuss in der Wüste von Marokko ist das auslösende Moment einer ganzen Kette von Ereignissen, die vier Schicksale von unterschiedlichen Menschen auf drei Kontinenten miteinander verbindet: Da ist ein amerikanischer Tourist, der in Marokko um das… — Mehr
Ein Schuss in der Wüste von Marokko ist das auslösende Moment einer ganzen Kette von Ereignissen, die vier Schicksale von unterschiedlichen Menschen auf drei Kontinenten miteinander verbindet: Da ist ein amerikanischer Tourist, der in Marokko um das Leben seiner schwer verletzten Frau kämpft. Ein mexikanisches Kindermädchen, das verzweifelt versucht, die Grenze mit ihren beiden amerikanischen Schützlingen zu überqueren. Ein taubstummer japanischer Teenager, der gegen den eigenen Vater und dessen mysteriöse Vergangenheit rebelliert. Und zwei kleine Jungs auf der Flucht vor der eigenen Verantwortung. Geschichten und Schicksale, die nur scheinbar keine Verbindung haben.
- Cast
- Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Jamie McBride, Kôji Yakusho, Lynsey Beauchamp, Nathan Gamble — Mehr
- Regisseure
- Alejandro González Iñárritu
- Autor
- Guillermo Arriaga
- Laufzeit
- 144 Minuten
- Zeit
- 2000er Jahre, Gegenwart
- Ort
- Bus, Japan, Marokko, Mexiko, San Diego, Tijuana, Tokio, Vereinigte Staaten von Amerika, Wüste
- Handlung
- Alleinerziehender Vater, Braut, Bräutigam, Ecstasy, Ehe, Ehefrau, Ehefrau-Ehemann-Beziehung, Ehekrise, Ehepaar, Erstes Mal, Gehör, Gehörlosigkeit, Gewehr, Grenze USA-Mexiko, Hochzeit, Illegale Immigration, Jagdgewehr, Kindermädchen, Krankenhaus, Mexikaner, Mädchen, Plötzlicher Säuglingstod, Schusswunde, Suizid, Taubstumm, Terrorismus, Terrorist, US-Amerikaner, Vater, Vater-Tochter-Beziehung, Vaterfigur, Verlust, Verlust der Ehefrau, Verlust der Mutter
- Stimmung
- Berührend, Eigenwillig, Geistreich, Traurig
Über diesen Film
Handlung
Richard und Susan
Das Ehepaar Richard (Brad Pitt) und Susan (Cate Blanchett) befindet mit einer US-amerikanischen Reisegruppe auf einer Busreise durch Marokko. Dort wollen die beiden wieder zusammenfinden, nachdem ihr dri… — Mehr
Handlung
Richard und Susan
Das Ehepaar Richard (Brad Pitt) und Susan (Cate Blanchett) befindet mit einer US-amerikanischen Reisegruppe auf einer Busreise durch Marokko. Dort wollen die beiden wieder zusammenfinden, nachdem ihr drittes Kind am plötzlichen Säuglingstod verstorben ist. Die beiden anderen Kinder Mike ( Nathan Gamble) und Debbie (Elle Fanning) sind derweil im Heimatort San Diego mit ihrem Kindermädchen Amelia (Adriana Barraza) zurückgelassen worden. Als Susan eine plötzliche Schusswunde im Bus erhält, bricht Chaos aus. Die Reisegruppe stoppt im nächsten Dorf, wo Susan auf einen Arzt sowie einen Krankenwagen warten soll. Doch der Arzt lässt sich Zeit und auch der Krankenwagen erreicht das Dorf nicht, da die Kunde vom Schuss sich mittlerweile zu einer Staatsaffäre augeweitet hat. Die USA halten den anonymen Übergriff für eine terroristische Tat, während die marokkanische Regierung dies abstreitet. So dauert es Stunden, bis endlich ein Helikopter das Dorf ansteuert und Susan in ein Krankenhaus transportiert, wo sie operiert wird.
Amelia und die Kinder
Währenddessen hütet die mexikanische illegale Einwanderin Amelia in San Diego die beiden Kinder. Sie erhält einen Anruf von Richard, dass Susan verletzt ist. Doch am nächsten Tag soll sie angeblich zur Hochzeit ihres Sohnes fahren dürfen. Allerdings sagt Richards Schwägerin ab, sodass Amelia sich gezwungen sieht, die Kinder mit ihr nach Mexiko zu nehmen. Ihr Neffe Santiago (Gael García Bernal) holt die drei ab und sie überqueren problemlos die Grenze. In Mexiko wird die traditionelle Hochzeit zu einem Spektakel für die Kinder, das immer ausgelassener wird. Auch viel Alkohol ist im Spiel, doch Santiago meint, noch in derselben Nacht heimfahren zu können.
Während die Kinder schlafen, nähern sie sich der Grenze zu den USA. Doch der Grenzbeamte lässt die kleine Gruppe diesmal nicht so einfach passieren, sondern schikaniert die beiden Mexikaner aufs äußerste, sodass Santiago sich provoziert fühlt und aufs Gaspedal drückt. Plötzlich vor den Grenzbeamten fliehend brausen sie nun in die Wüste, wo Santiago seine Tante mit den Kindern zurücklässt und mit dem Versprechen verschwindet, sie bald dort einzusammeln.
Als er allerdings am nächsten Morgen noch nicht zurückgekehrt ist, macht sich Amelia verzweifelt mit den Kindern auf den Weg – immer den Reifenspuren folgend. Bald schon macht ihnen die Hitze schwer zu schaffen. Amelia sieht sich gezwungen, die Kinder im Schatten eines Busches zurückzulassen und weiter nach einer Polizeistreife zu suchen. Schließlich findet sie tatsächlich einen Polizisten. Dieser verhaftet Amelia zunächst und hilft ihr dann bei der Suche nach den Kindern. Doch Amelia findet den Ort nicht mehr… Erst nach Stunden können die Kinder gerettet werden. Amelia wird jedoch nun aus den USA ausgewiesen und darf die Kinder, für die sie seit ihrere Geburt sorgte, nie mehr wiedersehen.
Cheiko
Cheiko (Rinko Kikuchi) ist taubstumm. Seit ihre Mutter sich das Leben genommen hat, lebt sie alleine mit ihrem beruflich erfolgreichen Vater in Tokio. Das Leben als Taubstumme ist nicht leicht. Sie hat zwar ihre beste Freundin (), aber gerade die Kontakte zu gleichaltrigen Jungs gestalten sich als schwierig. Als ihre Freundin dann auch noch in einem Club ausgerechnet den Jungen küsst, der Cheiko gefällt, fällt das Mädchen in eine depressive Stimmung. Zuhause angekommen, lässt sie den Polizisten zu sich nach Hause kommen, der schon seit geraumer Zeit versucht, ihren Vater zu sprechen. Doch der Grund hierfür liegt nicht, wie Cheiko meint, in dem Selbstmord ihrer Mutter. Der Polizist interessiert sich für ihren Vater, da dieser einst einem Jäger in Marokko ein Gewehr schenkte, das nun für den Anschlag auf Susan verwendet wurde.
Nachdem Cheikos Versuch, den Polizisten zu verführen, misslungen ist, scheint sie am Boden zerstört zu sein. Alle Trauer und Wut brechen aus dem Mädchen heraus und sie offenbart ihr ganzes Leid dem Polizisten. Dieser kann das Mädchen trösten und verlässt die Wohnung. Als Cheikos Vater nach Hause zurückkehrt, findet er seine Tochter nackt auf dem Balkon stehend. Wortlos schließt er sie in die Arme.
Weiterführende Informationen
- Babel ist der dritte Teil einer vagen Trilogie von Regisseur Alejandro González Iñárritu. Die beiden anderen Teile sind Amores perros und 21 Gramm.
Weitere Informationen im Internet
- Babel – Pressespiegel auf film-zeit.de
- Wer nicht reden kann, muss fühlen, Filmkritik von Andreas Borcholte auf spiegel.de
- Weitere Filmkritik von Martin Rosefeldt auf arte.tv mit Interviews und Hintergrundinformationen im mp3-Format
- Wenn die Geschlechterordnung zusammenbricht, Interview mit dem Regisseur von Bert Rebhandl in der Berliner Zeitung
- Als Gott zürnte, Filmkritik von Karl Hafner im Tagesspiegel
- Informationen zum Film auf deutschlandfunk
- Teuflische Zufälle, Filmkritik von Ulrich Greiner in der Zeit
- Links auf US-amerikanische Kritiken bei rottentomatoes.com
- Babel – Trailer auf film-zeit.de
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Sehenswert 7.5
Der Film Babel wurde von 43 Kritikern bewertet.
Das Drama des Mexikaners Alejandro González Iñárritu ist einer der besten Filme von 2006. Ein eindringlicher Film.
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In Babel, dem biblischen Namen für das alte Babylon verwirrte Gott die Sprachen der Menschen, weil sie sich anmassten, einen Turm bis in den Himmel zu bauen und damit Gott gleichkommen wollten. Nach der Verwirrung konnten sich die Menschen nicht mehr verstehen, weil plötzlich jeder in einer anderen Sprache redete. Genau dieses Thema der gestörten Kommunikation greift der mexikanische Regisseur Inárritu in seinem neuen und von der Kritik hoch gelobten Drama „Babel“ auf.
Der Amerikaner Richard (Brad Pitt) und seine Frau Susan (Cate Blanchet) sind auf einer Reise in der marokkanischen Wüste, um ihre kriselnde Ehe zu kitten, die nach dem Tod ihres jüngsten Kindes zu scheitern droht. Dort in den Bergen der marokkanischen Wüste hüten die Hirtenjungen Yusuf und Ahmad die Ziegenherde ihres Vaters. Um die Schakale zu vertreiben, hat er seinen Jungen das neu Erstandene Jagdgewehr mitgegeben. In kindlicher Naivität schiessen die Jungen auf den weit entfernten Reisebus und … — Mehr
In Babel, dem biblischen Namen für das alte Babylon verwirrte Gott die Sprachen der Menschen, weil sie sich anmassten, einen Turm bis in den Himmel zu bauen und damit Gott gleichkommen wollten. Nach der Verwirrung konnten sich die Menschen nicht mehr verstehen, weil plötzlich jeder in einer anderen Sprache redete. Genau dieses Thema der gestörten Kommunikation greift der mexikanische Regisseur Inárritu in seinem neuen und von der Kritik hoch gelobten Drama „Babel“ auf.
Der Amerikaner Richard (Brad Pitt) und seine Frau Susan (Cate Blanchet) sind auf einer Reise in der marokkanischen Wüste, um ihre kriselnde Ehe zu kitten, die nach dem Tod ihres jüngsten Kindes zu scheitern droht. Dort in den Bergen der marokkanischen Wüste hüten die Hirtenjungen Yusuf und Ahmad die Ziegenherde ihres Vaters. Um die Schakale zu vertreiben, hat er seinen Jungen das neu Erstandene Jagdgewehr mitgegeben. In kindlicher Naivität schiessen die Jungen auf den weit entfernten Reisebus und verletzen Susan schwer. Richard steht mitten in der Wüste alleine da und versucht, verzweifelt um das Leben seiner Frau kämpfend, Hilfe zu organisieren, was aufgrund der sprachlichen Barrieren gar nicht so einfach ist. Zu Hause in Kalifornien entschließt sich Richards Kindermädchen Amelia (Adriana Barraza) Richards Kinder unerlaubt mit zur Hochzeit ihres Sohnes in Mexiko mitzunehmen. Auf der Rückkehr über die Grenze gerät Amelias Neffe Santiago (Gael García Bernal) mit einem US-Zollbeamten in Streit und lässt seine Tante und die beiden Kinder schließlich in der Wüste zurück. Derweil kämpft in Tokio die junge taubstumme Chieko (Rinko Kikuchi) um Liebe und Anerkennung. Ihr Vater, nach dem Tod seiner Frau selbst verzweifelt, kommt nicht mehr an seine Tochter heran, die sich durch den Selbstmord der Mutter und die eigene Behinderung verunsichert, Drogenkonsum und oberflächlichen sexuellen Kontakten hingibt um in der Gruppe der Gleichaltrigen anerkannt zu sein...
Diese vier Episoden, von den drei locker miteinander verwoben sind (die vierte nur symbolisch) beschäftigen sich jede auf ihre Weise mit dem Thema Kommunikation in tragischen Situationen. In jeder Episode sind 2 Sprachen vertreten, arabisch und englisch in der Wüste, spanisch und englisch in Mexiko und japanisch und die Gebärdensprache in Tokio, was den metaphorischen Vergleich zum Turmbau von Babel wieder aufgreift. Wie beabsichtigt macht dies die Konflikte, in denen die einzelnen Personen stehen, auch sichtlich greifbar. Die einzelnen Episoden werden nicht chronologisch, sondern zeitlich versetzt erzählt, was inzwischen ein Markenzeichen des mexikanischen Regisseurs zu sein scheint. Auch die von ihm immer wieder gewählten dramatischen Themen und die Drehbuchvorlagen des Autors Guillermo Arriaga um die Unfähigkeit der Menschen, in Beziehungen glücklich zu sein fügen sich zu einer losen Trilogie mit den Vorgängerfilmen „Amores Perros“ und „21 Gramm“ zusammen, die jedoch eigene und in sich geschlossene Geschichten erzählen.
Das Drama „Babel“ kommt inhaltlich nicht ganz so hart und kompromisslos wie die erwähnten Vorgänger daher, die zum Teil tief erschütterten. Dies ist nicht unbedingt als Kritik gemeint, denn Momente der Verzweiflung gibt es auch in „Babel“ zur Genüge, allerdings sind deren Enden weitaus versöhnlicher, als man es von Innaritu aus den bisherigen Filmen gewohnt ist. Nichtsdestotrotz ist der Film sehr gut geworden, was vor allen Dingen an den hervorragenden Darstellern sowie den grandiosen Bildern des oscargekrönten Kameramanns Rodrigo Prieto liegt. Der Film ist durchgehend in blassen Grau-, Grün und Brauntönen gehalten, was die verzweifelte Lage der Charaktere hervorragend unterstreicht. Schauspielerisch beeindruckt vor allem Brad Pitt auf sehr hohen Niveau als verzweifelter Ehemann Richard. Möglichweise bringt ihm diese Leistung sogar seinen zweiten Golden Globe (und seinen ersten Oscar?) nach „12 Monkeys“ ein. Ebenfalls unglaublich dicht (und ebenfalls Golden-Globe nominiert) ist die Darstellung von Adriana Barraza als naives Kindermädchen Amelia. Wenn sie gegen Ende des Film mit ihrem roten Kleid weinend durch die Wüste stolpert, ist ihre ganze Verzweiflung nachzufühlen. „Babel“ gilt bei den kommenden „Golden Globe“ Verleihungen Ende nächster Woche mit sieben Nominierungen (u.a. Bestes Drama und Beste Regie) als der Top-Favorit und dürfte damit auch im Rennen um die Oscars gut dabei sein.
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Kommentare — Sehenswert 7.5
Der Film Babel wurde von 3875 Mitgliedern bewertet.
grinface 2010/03/08 15:47:24
Episodenfilm von Alejandro González Iñárritu u.a. mit Brat Pitt und Cate Blanchett. Feingliedrig und detailliert angelegtes Drama mit starker Tendenz zum bleibenden Unwohlsein nach dem Film.
Die vier Episoden sind insgesamt nur leicht miteinander verwoben, haben aber jeweils schwerwiegende Auslöser füreinander. Die Bilder sind gewaltig und die schauspielerische Leistung insgesamt ziemlich tadellos. Die Regieleistung ist wirklich fantastisch und das Szenenbild unglaublich detailliert und gut recherchiert. Was mir letztendlich nicht gefallen hat ist die fehlende Message. Zwar nimmt der Film an sich in jeder Episode Bezug auf seinen Titel, da immer mehr als eine Sprache verwendet wird, aber insgesamt gibt es dann leider doch nichts was bleibt.
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Fenstermädi 2010/03/02 18:12:28
Ich liebe Filme mit mehreren Themensträngen, die irgendwie miteinander verknüpft sind. Ich liebe den Kontrast der Geschichten, ich mag die gewählte Musik und die Schauspielerwahl. Ein wenig lang, aber über sowas hab ich mich noch nie beschwert (weder bei "Frau in den Dünen" noch bei "Dead Man"). Sehr guter Film!
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abalahamma 2010/01/11 20:08:08
Brad Pitt mal ganz anders.
der ganze Film ist mal ganz anders!
muss man der typ für sein. kann verstehen, wenn man ihn nicht mag--ich mag ihn!
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Der Film Babel gehört zum Genre Drama. Regie führte Alejandro González Iñárritu.

Jeder, der die Filme von Alejandro González Iñárritu (21 Gramm, Amores Perros – Hundeliebe) kennt, weiß wie genial und stilreich seine Dramen erzählt werden.
Wo in “21 Gramm”, die Episoden noch sehr verwirrend aufgebaut waren, erkennt man bei “Babel” sofort, oder schon nach kurzer Zeit wie die Episoden zusammen hängen. Aber der größte Unterschied zu “21 Gramm” ist, dass die 4 Episoden für sich allein schon 4 kleine Filme hätten sein können. So Bildgewaltig und stimmungsvoll erzählt Alejandro González Iñárritu seine Filme, das einem fast die Spucke wegbleibt.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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