Werner Herzogs "Bad Lieutenant" ist ein sehr gewöhnungsbedürftiger Film, Obwohl man ihn am ehesten als Thriller bezeichnen kann, gibt Herzog nicht viel auf den gewohnten Aufbau eines Cop-Films. Er nutzt diesen zwar, lässt aber nur wenig Spannung aufkommen. Die Story ist nicht richtig schlüssig, aber dies scheint beabsichtigt. Der Zuschauer folgt einen drogenabhängigen Polizisten - somit passt die Erzählweise. Zudem gibt es eine Menge schwarzen Humor, der nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film verstört, die Handlung bleibt nicht hängen – im Gegensatz zu einigen obskuren Ideen und einem groß aufspielenden Nicolas Cage, der wohl eine seiner besten schauspielerischen Leistungen abliefert.
Dieser Herzog ist der vielleicht unfassbarste Film des Jahres? Nicolas Cage ist göttlich, Val Kilmer ist nicht mehr Val Kilmer, die Musik und die statischen Bilder erinnerten mich an NAKED LUNCH. Auch ein schlechter Trip. Aber ein anderer. Weiß zwar nicht was das alles soll und wohin das führen mag, aber ich fand BAD LIEUTENANT irgendwie toll. Fühlt sich wie ein dreckiger 80er Krimi an. Nur eben falsch herum aufgezogen.
Herzog schafft es meines Erachtens nicht, eine würdige Adaption des Klassikers mit Harvey Keitel zu realisieren. Außerdem passt seine scheinbare Zuneigung zu allen möglichen Arten von Reptilien nicht so richtig in die Geschichte, aber Herzog ist ja für seine eigenwilligen Darstellungen bekannt.
Cage verkörpert die Rolle des drogenabhängigen Cops dagegen sehr gut und reißt den Film durch seine starke Präsenz so ziemlich raus.
[...]Aber zurück zu Nicolas Cage. Diesem gelingt in „Bad Lieutnant“ sein darstellerisches Comeback. Man hat ihn seit Jahren nicht mehr so gut gesehen, wie hier unter Herzog. Auch wenn er seine Rolle über die gesamte Spielzeit mit einem leicht überdrehten und irren Touch anlegt, so richtig entfesselt agiert Cage erst dann, wenn auch das Drehbuch ins absurde abgleitet. Dann aber gibt es für Cage kein Halten mehr, und schreit und gestikuliert sich durch den Film, dass es eine wahre Freude ist. Letztlich ist „Bad Lieutnant“ die reinste Nicolas Cage One Man Show, der Rest der Besetzung kann nur noch freundlich unterstützend zuarbeiten. Cage spielt ebenso exzentrisch, wie Werner Herzog Regie führt. Da legen umgelegte Gangster auch noch mal eben einmal einen flotten Breakdance hin, oder die Geschichte wird gleich aus der Sicht von Leguanen erzählt. Was das alles so wirklich soll, ist nicht ersichtlich, ist aber auch, mal abgesehen davon, dass die ganze Angelegenheit einen geradezu unverschämten Spaß macht, nicht weiter von Interesse. Herzog gelingt mit „Bad Lieutnant“ wahrscheinlich der trashigste Kunstfilm des Jahres, der stetig zwischen den Genres pendelt. Für Nicolas Cage hingegen gilt, dass er Herzog für diese Rolle danken und zusehen sollte, dass er an die in diesem Film gezeigte Leistung in Zukunft wieder ein wenig öfter anknüpfen kann.
Eine Frage: Von welchem Buch spricht du zu Beginn? Ich kenne nur die Herzogs Doku "Mein liebster Feind", die sich ja eingehend mit Kinski beschäftigt.
Schön, dass der Film dir gefällt, ich werd ihn wohl erst auf BR zu sehen bekommen.
Der Film hat mit Ferraras BAD LIEUTENANT ungefähr genauso viel gemein wie mit Kitanos VIOLENT COP, aber das dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Herzogs Version des "Zugedrogter Cop"-Motivs ist mit Sicherheit die lustigste Variante, nicht zuletzt dank eines endlich wieder entfesselten Nicolas Cage, der in einer seiner besten Rollen ein unvergeßliches Feuerwerk abbrennt. Werner Herzog selbst wechselt mit bemerkenswerter Sicherheit von intensiven Spannungsmomenten zu absurdester Komik; ihm ist ein rundum stimmungsvoller, temporeicher, außergewöhnlicher Irrsinn gelungen. Bei Herzog dürfen auch Leute wie Val Kilmer, Brad Dourif, Xzibit und Eva Mendes endlich (wieder) glänzen. BAD LIEUTENANT ist ebenso eine glänzende Visitenkarte für einen Ausnahmeregisseur wie auch die komplette Rehabilitation eines wunderbar durchgeknallten Hollywoodstars. Absolut und rundherum sehenswert und beglückend. Tolle Musik von Mark Isham oben drauf!
[...]Hier liegt eine große Stärke des Films, der Freiheiten lässt für eigene Gedanken und Wertungen – als wäre BAD LIEUTENANT ein letztes Relikt aus großartigen Zeiten des Neuen Deutschen Films. Dass das letztlich funktioniert, liegt an der grandiosen Performance von Nicolas Cage, der seine beste Leistung seit LEAVING LAS VEGAS abliefert. Cage formt den Charakter mit explosivem, für Herzogs Filme typischen overacting, ohne jemals lächerlich oder aufgesetzt zu wirken. Sein McDonagh bleibt stets, trotz aller Ausbrüche, verschlossen. Und aus dieser Verschlossenheit, diesem an den richtigen Stellen nuancierten Einsatz expressiver Mimik, resultiert die Bedrohung, die der Zuschauer empfindet, eine Bedrohung McDonaghs gegenüber seiner Umwelt, vor allem aber gegenüber sich selbst.[...]
Was hier zunächst wie eine der vielen film-noir-Geschichten aussieht, ist auch eine, wenn auch eine besondere. Die Handlung selbst scheint in ihren Grundzügen simpel: Cop schlängelt sich legal oder illegal (scheißegal!) durch das von Katrina verwüstete New Orleans, seinen eigenen Vorteil immer im Blick. Terence McDonagh kennt nur sich selbst. Es macht ihm nichts aus, dass seine Freundin Frankie, die in einem noblen Appartement wohnt, Prostituierte ist. Es scheint ihn auch wenig zu bewegen, dass sein Vater, ebenfalls früher Cop, sich dem Alkohol ergeben hat und in Genevieve eine Gleichgesinnte gefunden hat. Auch der Mord an der sengalesischen Familie interessiert ihn nur bedingt. Terence hat Rückenschmerzen. Warum hat er den verdammten Kerl aus der Zelle gerettet? Das hat er nun davon. Aber eigentlich ist er nicht einmal deswegen sauer. Er betäubt seine Schmerzen mit Tabletten und allerlei Drogen, die er sich entweder aus der Asservatenkammer der Polizei besorgt – und als das…
Was hier zunächst wie eine der vielen film-noir-Geschichten aussieht, ist auch eine, wenn auch eine besondere. Die Handlung selbst scheint in ihren Grundzügen simpel: Cop schlängelt sich legal oder illegal (scheißegal!) durch das von Katrina verwüstete New Orleans, seinen eigenen Vorteil immer im Blick. Terence McDonagh kennt nur sich selbst. Es macht ihm nichts aus, dass seine Freundin Frankie, die in einem noblen Appartement wohnt, Prostituierte ist. Es scheint ihn auch wenig zu bewegen, dass sein Vater, ebenfalls früher Cop, sich dem Alkohol ergeben hat und in Genevieve eine Gleichgesinnte gefunden hat. Auch der Mord an der sengalesischen Familie interessiert ihn nur bedingt. Terence hat Rückenschmerzen. Warum hat er den verdammten Kerl aus der Zelle gerettet? Das hat er nun davon. Aber eigentlich ist er nicht einmal deswegen sauer. Er betäubt seine Schmerzen mit Tabletten und allerlei Drogen, die er sich entweder aus der Asservatenkammer der Polizei besorgt – und als das nicht mehr funktioniert, stellt er im Dunkeln der Straße einige Pärchen, denen er Drogen abnimmt, um sie selbst zu konsumieren.
Terence Geldschulden, vor allem bei Ned, interessieren ihn ebenfalls kaum. Irgendwann wird er das Geld schon auftreiben – und wenn er sich mit Big Fate, dem Drahtzieher der Morde, zusammentun muss.
Terence McDonagh instrumentalisiert alle um ihn herum. Er ist Gesetzeshüter, aber eigentlich ist er das Gesetz. Das Gesetz handelt nur für ihn, die Illegalität ebenfalls. Er ist der selbst ernannte Schmied, nicht der Amboss.
Immer enger scheint sich die Schlinge um seinen Hals zu ziehen, als er dem Söhnchen eines reichen Papas Geld wegnimmt. Auch dieses Problem löst sich aber letztlich zu seiner Zufriedenheit.
Dies ist die eine, sozusagen "klassische" Perspektive, die der Film eröffnet. Und Nicolas Cage spielt diesen drogensüchtigen, spielsüchtigen, lebenssüchtigen, korrupten Cop, für den scheinbar nur einer zählt, er selbst, mit beeindruckender Prägnanz. Cage humpelt durch die Szenerie eines auch nach Monaten noch durch die Folgen von Katrina geschundenen New Orleans wie ein Gejagter, der Jäger sein will, und das auch schafft. Am Ende steht gar seine Beförderung zum Captain auf der Tagesordnung.
Doch Herzog lässt auch eine weitere Perspektive zu – den Blick auf eine Welt, die einem im Grunde nur Angst machen kann. Denn Terence steht nicht für sich allein. Herzog beschaut diese Welt aus den Augen des Krokodils am Unfallort oder die der Leguane (eine Szene, die er selbst gedreht hat). Gerade in dieser letzten Szene wird die "Beschau" dieser Welt mehr als deutlich. Cages Terence fühlt sich durch die Leguane, die ihn zu beobachten scheinen, gestört, während gleichzeitig die Cops durch Kameras aus dem Fenster irgendwelche Verdächtigen beobachten. Terence ganzes Misstrauen diesen Leguanen gegenüber, die ihre Augen in alle Richtungen drehen, die alles mitbekommen, scheint das Misstrauen gegenüber etwas oder jemandem, das oder der aus einer Außenperspektive auf die Handlung stammt.
Das Spiel der Hauptfigur scheint nicht nur, es ist riskant. Terence bewegt sich stets am Rande der eigenen Niederlage. Aber er kennt das System nur zu genau. Er weiß, das er verlieren kann, aber er glaubt an den eigenen Sieg. Dabei charakterisiert Herzog Terence nicht als ausschließlich egozentrischen Kerl. Im Laufe der Handlung wird deutlich, dass ihm nichts alles gleichgültig ist. Er rettet Chavez aus der überfluteten Zelle, sicherlich nicht ohne Spekulation auf den eigenen Vorteil – aber nur deswegen? Er rettet Frankie vor dem Zugriff derjenigen, denen er Geld weggenommen hat – nur im eigenen Interesse?
"Haben Fische Träume?" Als Terence diese Frage stellt, wird deutlich, dass irgendwo in diesem Cop noch etwas Humanes zu finden ist. Die Frage ist schon fast eine, die aus einer Außenperspektive stammen könnte. Fast. Am Schluss haben all diejenigen ihr Fett abbekommen, die es verdient haben. Oder etwa nicht? Sagen wir es so: Das System funktioniert – nicht trotz Korruption, unzulässigen Polizeiübergriffen (etwa wenn Frankie die Großmutter seines Hauptzeugen und die alte Dame, die von ihr betreut wird, massiv unter Druck setzt), Cop-Kriminalität usw. sondern gerade deswegen. Noch deutlicher: Ohne dies würde das System nicht funktionieren. Das ist das eigentlich Erschreckende der Story.
Es ist kaum vorstellbar, dass hier "nur" eine Cop-Geschichte erzählt wird. Dieser Terence ist einem noch nicht einmal unsympathisch. Irgendwie kann man ihn verstehen, auch wenn man selbst über viele Dinge anders denkt und wenn man anders handeln würde. Wirklich? Wenn die Leguane "Please Release Me" zu singen scheinen – was heißt scheinen: Herzog singt hier, wenn man so will, "selbst" –, so wird der Blick auf eine katastrophale Welt – unsere Welt – sichtbar. New Orleans und Terence stehen dafür. Das "System" aber ist insgesamt so.
Es hat schon fast etwas Beruhigendes, Erlösendes, wenn Terence am Schluss mit Chavez vor dem großen Aquarium sitzt. Die Luft ist raus, der ganze Dreck scheint hinter ihm zu liegen. Scheint.
Ein unglaublich trashiger Nicolas Cage darf hier mal wieder zeigen, das er doch noch unterhaltungswert hat. Nicht als ernsthafter Schauspieler, aber als grandios grimmasierende Karikatur. Herzog erzählt ein überhöhte Geschichte vor dem Hintergrund des Post-Katharina New Orelans, voller epischer Figuren, die direkt aus einer Pulp-Novelle entsprungen scheinen. Das macht alles nicht viel Sinn und hat mit einer glaubhaften Story auch nicht viel am Hut, ist aber zweifelsohne auf eine verdrehte Art recht unterhaltsam. Cage als bekokster Hampelmann mit haluzinierten Leguanen sprechen zu sehen, ist alleine den Film wert. Herzog, weird wie immer.
Die Ankündigung war kurios genug: Ein Remake des Abel-Ferrara-Films “Bad Lieutenant” von Werner Herzog mit Nicolas Cage und Eva Mendes in den Hauptrollen. So kurios eigentlich, dass man dahinter nur ein ausgeklügeltes Marketing- und letztlich auch Autorenfilmkonzept vermuten musste. Natürlich ist Herzogs jüngste Regiearbeit eine entsprechend komische Cop-Thriller-Variation, die sich im ausgeprägten Bewusstsein ihrer absurden, trashigen und sanft subversiven Qualitäten durch Genre- und Hollywoodklischees tänzelt, einer eigenen Logik folgt und der Frage nach Ernsthaftigkeit dabei stets elegant ausweicht. In “Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans” (!) inszeniert Herzog edgy und unbekümmert aus reiner Intuition an nahezu allem vorbei, was innerhalb des Genres oder der vagen Vorlage von Relevanz wäre. Es ist ein ausnahmslos köstlicher Film. [...]
Das gilt auch für Werner Herzogs fulminante Fortsetzung von Abel Ferraras Cop-Film-Klassiker Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans. Den Part des moralisch kaum gefestigten Helden McDonagh (vormals Harvey Keitel) hat Nicolas Cage übernommen, der hier - entgegen allen Befürchtungen - eine der stärksten Performances seit langem abliefert. Selbst ein Junkie, der im Furor seiner Arbeit auch nicht davor zurückschreckt, kränkliche Frauen im Altersheim zu malträtieren, schlingert er mit zusammengezogenen Schultern durch einen Thriller, in dem sogar noch Seelen einen Tanz aufführen. Am Ende wird McDonagh, wie durch ein Wunder, von fast allen Sünden erlöst.
Vielleicht hätte man das Werk einfach anders betiteln müssen. Dann würde es als achtbarer, wenn auch routiniert gedrehter Cop-Film durchgehen. So aber muss man es an Ferrara messen, mit dem es wenig mehr gemein hat als den Titel und den Produzenten (Edward G. Pressman). Verglichen mit den Abgründen, die sich bei Ferrara auftaten, operiert Herzog nur im Souterrain. Und während Keitel sich seiner Figur damals schamlos auslieferte, unterwirft Cage sie nur seinen darstellerischen Manierismen. Kaum zu erahnen, was Herzog daran gereizt haben mag. Seit über zehn Jahren hat der Filmemacher nicht mehr in Deutschland gedreht, seine letzten US-Filme wie „Rescue Dawn“ kamen nie in unsere Kinos. In „Bad Lieutenant“ aber, der endlich mal wieder einen deutschen Verleih hat, zeigt der Mann, der einst auszog, die Welt zu entdecken und filmisch zu erobern, keine eigene Signatur mehr. Der Film ist vielmehr der Beweis einer vollständigen Assimilation: Herzog hat hier einen klassischen Genrefilm nach den gängigen Konventionen abgedreht.
Zwischendurch entfaltet "The Bad Lieutenant" einige Intensität. Ein post-Katrina-Film, angesiedelt in New Orleans. Es gibt sehr schöne Bilder und Momente: Eine Schlange, die durchs Wasser schlängelt, Leguane in den Wohnungen, ein Zusammenstoß zwischen einem Autor und einem Alligator - das sind Bilder, die im Kopf bleiben. Oder Cage, nach einer Verhaftung: "I love it. I just love it."Überhaupt spielt Cage im Vergleich zu manch anderem Auftritt für seine Verhältnisse zurückhaltend. Aber anfangs dauert es lange, zu lange, bis alles in Fahrt kommt, und gegen Ende zerbricht der Film dann ziemlich in seine Einzelteile.
Spannend und teilweise überraschend. Musik ist toll gewählt. Die Kameraeinstellungen sind auch gut. Cage wirkt teilweise überacted, ich kann jedoch auch nicht beurteilen wie man auf Koks so agiert.
„Was haben diese scheiß Leguane auf meinem Couchtisch verloren?“
Inzwischen haben wir so einige Reisen durch die Filmlandschaft mit Werner Herzog gemacht. In seinen Besten sind wir dem Fieberwahn verfallen, haben versucht einen Dampfer durch die Gegend zu schleifen, die Unsterblichkeit ausgekostet und sind in vietnamesische Gefangenschaft geraten. Nicht nur einmal hat Herzog die Filmwelt zum Beben gebracht, aber ab und an hat er seine Filme auch zum Stillstand geführt. Jetzt begeben wir uns ins Jahr 2009 und gehen mit Herzog in ein ihm völlig fremdes Genre: dem Drogen-Drama-Cop-Thriller-Irgendwas. Leider ist Herzog auch hier wieder weit vom Meisterwerk entfernt, inszeniert aber einen überdurchschnittlichen Drogen-Trip in eine verlorene Seele.
Als einer der besten im Dezernat wird Terence McDonagh mit der Aufklärung eines Massakers an einer afrikanischen Einwandererfamilie beauftragt. Der Botenjunge Daryl ist der einzige Augenzeuge des brutalen Mordes. Er ist bereit, gegen den Drogendealer Big Fate auszusagen, auf dessen Konto der Mord an der Familie geht. Terence, der ab sofort für die Sicherheit von Daryl verantwortlich ist, gerät immer mehr in einen Sog aus Drogen und Korruption. Die komplizierten Ermittlungen, Drogenbeschaffung und die Begleichung alter Wettschulden werden für Terence zunehmend zu einer Gratwanderung. Als seine Freundin Frankie auch noch in die Dinge hineingezogen wird und ernsthaft in Gefahr gerät, droht die Situation völlig außer Kontrolle zu geraten.
Ich wiederhole mich zwar, aber in diesem Fall tu ich das gerne. Optisch sind Herzog's Filme eigentlich immer ohne jegliche Mängel. So auch 'Bad Lieutenant'. Landschaftsaufnahmen die den Bildschirm sprengen gibt es hier nicht, denn es wird eine kühle Düsternis aufgebaut die New Orleans in purer Dunkelheit strahlen lässt und das heißt schon was. Peter Zeitlinger beweist wieder sein Gespür für Einstellungen und Bilder und überzeugt als Kameramann auf ganzer Linie. Dazu arbeitet 'Bad Lieutenant' mit Herzog-Untypischen Dingen, zum Beispiel eine Slow-Motion-Szene bei einer wilden Schießerei. Die Musik von Mark Isham passt soweit schon und auch stimmig ist sie meistens aber naja, als besonders gut würde ich sie nicht bezeichnen. Irgendwie unschlüssig und unausgegoren. Was die eigentlich tolle Atmosphäre im Gesamten leicht ankratzt, aber nicht zerstört, denn dicht bleibt sie in jedem Fall.
'Bad Lieutenant' kann man wohl als Prominent Besetzten Film betrachten. Mit Nicolas Cage, Eva Mendes und Val Kilmer ist er durchgängig mit bekannten Namen besetzt. Dazu noch Michael Shannon, Xzibit und Brad Dourif die auch nicht unbekannt sind. Nicolas Cage darf die Hauptrolle übernehmen. In letzter Zeit hat man irgendwie das Gefühl, wobei das Gefühl sich inzwischen auch bestätigt hat, das Cage sich für jeden Scheiß hergibt und auch eine dementsprechende Leistung abliefert. Doch Cage als Bad Lieutenant Terence McDonagh ist bei weitem keine Fehlbesetzung. Im Gegenteil, Cage der durch sein bekanntes Overacting immer wieder zu unfreiwilligen Lachern gebeten hat, setzt hier sogar noch einen drauf und spielt sich um Kopf und Kragen. Das zerstört aber nicht die "Seriosität" des Films, sondern passt genau ins Bild des Korrupten und Süchtigen Cops der immer tiefer fällt. Eva Mendes als Freundin Frankie kann vor allem eins perfekt: gut aussehen. Das war es dann aber auch irgendwie für mich. Richtig überzeugen konnte sie mich noch nie und geht total neben Cage unter, der wie ein Wirbelsturm durch den Cast wütet. Val Kilmer als Kollege Stevie setzt nur wenige Akzente, kriegt aber auch kurze Szenen zugesprochen. Shannon als Mundt, Xzibit als Big Fate und Dourif als Ned überzeugen in ihren Rollen, aber die Bühne ist ganz klar für Cage aufpoliert worden.
Was ich hier an erster Stelle erwähnen möchte und auch schon in meiner Kritik zu Abel Ferrara's 'Bad Lieutenant' gesagt habe: Herzog inszeniert hier in keinem Fall ein Remake! Die Filme sind nur im Ansatz der Figur des Lieutenants verbunden. Das korrupte Verhalten und der extreme Absturz sind die Gemeinsamkeiten.
Mit 'Bad Lieutenant' erweitert Herzog in jedem Fall wieder einmal seinen Horizont. Herzog, der schon durch viele Genres geturnt ist, nimmt sich nun dem abgründigen Verhalten eines Vertreters des Gesetzes an. Wenn man sich die Handlung durchliest könnte man wieder eine Standard Krimi-Story erwarten mit einem verdorbenen Polizisten. Aber Herzog pfeift auf den Krimi-Plot und schiebt diesen ganz an den Rand des Filmes. In erster Linie geht es nur um die Zeichnung des Charakters McDonagh, der Vicodin, Kokain und Sexsüchtig ist. Bestimmt wird sein Leben nur noch durch Korruption und die Suche nach dem nächsten Trip. Moral und Ehre sind schon lange über Bord gegangen und er kennt kein Richtig oder Falsch mehr. McDonagh lebt in seiner eigenen Welt, deutlich abgehoben und irgendwie träumerisch erscheint er die ganze Zeit. Völlig neben sich stehend und tief im Moloch gefangen. Helfen kann ihm keiner mehr, der Zug ist abgefahren. In der Szene, in der McDonagh ein Paar nach einem Discobesuch abfängt und nach Drogen fragt um dann völlig im Rauschzustand mit der jungen Frau Sex zu haben, wird klar wie tief dieser Mensch bereits gesunken ist. Die Nebenfiguren rücken hier deutlich in den Hintergrund und ihre Geschichten werden nebensächlich. Alles dreht sich um den Lieutenant und Cage zieht den Zuschauer mit seiner absolut übertriebenen Darstellung schnell in den Bann und sorgt nicht nur einmal für Lacher. Denn mit Ironie und Witz geizt Herzog im Film keinesfalls. Da zu erwähnen ist wohl die Szene mit der tanzenden Seele. Das alles klingt ja gut und schön, wären da nicht diese altbekannten Längen. Irgendwie geht dem Film Streckenweise die Luft aus, vor allem bemerkbar macht sich das nach der starken ersten halben Stunde. So zieht sich die gut zweistündige Laufzeit immer wieder und büßt einiges an Interesse und Aufmerksamkeit ein. Irgendwie fehlte mir auch das typische Herzog-Feeling. Wenn ich mir einen Herzog-Film angucke, dann will ich ihn auch in jeder Szene erkennen, so wie es bis jetzt immer der Fall war, aber naja, das sind dann wieder persönliche Dinge die mich stören und den Film schlechter abschneiden lassen. Dazu muss man auch sagen, dass Herzog das Drehbuch hier Ausnahmsweise nicht selbst verfasst hat, das trägt natürlich auch noch seinen großen Teil zur Stimmung selbst bei. 'Bad Lieutenant' als Mainstream zu bezeichnen wäre wahrscheinlich zu viel, aber es ist wohl Herzogs zugänglichster Film. Obwohl, das ist dann auch Zuschauerabhängig ist und tut auch irgendwie nichts zur Sache. Die wirklich großen Zeiten von Herzog sind wohl gelaufen, die Filme für den ich den Mann verehre bleiben aber zum Glück für mich unantastbar, egal wie schlecht seine nächsten Filme auch werden mögen, und ich gebe die Hoffnung vorerst nicht auf, denn 'My Son, My Son What Have Ye Done' muss ich noch sehen.
Fazit: 'Bad Lieutenant' ist auf der einen Seite wirklich Unterhaltsam und liefert einige starke Szenen. Auf der anderen Seite ist er einfach nur schleppend und hängt viel zu sehr an uninteressanten Szenen fest. Cage holt durch sein abgedrehtes Schauspiel noch einiges raus, dazu die tolle Optik und am Ende bleibt ein Film den man sich mal ansehen kann aber in keinem Fall muss. Schade Werner, du kannst es besser, Freunde bleiben wir aber trotzdem.
Ich kenne das Original nicht, kann also nur über Werner Herzogs Interpration des Stoffes urteilen...oder auch nicht. Denn insgesamt erschien mir "Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans" doch sehr ambivalent und ich bin mir nicht sicher, ob die Auswirkung dessen mehr negativ oder positiv zu bewerten ist.
Alles in allem ist der Film jedoch ein unterhaltender Trip, auf den man ich zusammen mit dem völlig kaputten Lieutenant McDonagh begibt. Dieser ist, auch für den Zuschauer, sehr unberechenbar und so schwankt man zwischen Sympathie, Ablehnung und sogar manchmal Sorge um den Kerl. Denn ein Böser ist er eigentlich nicht, aber einfach sehr labil und ja, oft handelnd ohne darüber großartig nachzudenken. Mit zunehmender Drogenabhängigkeit ekelt sein amoralisches Verhalten aber doch immer mehr an, Entschuldigungen wollen einen nicht mehr so leicht einfallen und doch fasziniert dieser kranke Cop einen, da gleichzeitig immer meht die Kontrolle immer mehr über sich verliert und uns dadurch einige schön kaputte Szenen bietet. Ich persönlich hätte ja gern noch mehr von seinen eingebildeten Tieren gesehen.
Die Aufklärung des Mordes, welche Anfangs durchaus spannend dargeboten wurde, verliert immer mehr an Bedeutung. Auch wenn es danach zu Beginn sehr danach aussieht: "Bad Lieutenant" ist kein Kriminalfilm, sondern eine Studie über den Niedergang eines charakterlich schwachen Polizisten. Und in diesem Punkt wird dann doch zu oft auf die Aussenwirkung gesetzt und wenig realistische Anhaltspunkte eingebunden, die ein solcher Werdegang meist mit sich bringt. Mir war in es in dieser Phase des Films oft etwas zuviel des Guten: Alle kaputt, alle verdorben und alles schien mir viel zu leicht von der Hand zu gehen. Dieses Umfeld war mir dann doch zu tief im Morast angelegt und mir fehlten einfach ein paar Warnsignale, die es im Normfall eigentlich gibt. Andererseits gewinnt der Film aber enorm an Unterhaltungswert durch diese völlig übertriebene Darstellung von Milieu und Charakteren. Da "Bad Lieutenant" jedoch auch durchgehend einen ernsten Anspruch durchschimmern lässt, bin ich eben doch recht unentschlossen was ich davon halten soll. Aber wie gesagt: Unterhalten kann der Film und dass zu jedem Zeitpunkt...nur die Mittel und Ansätze hierbei sind oft sehr verschieden.
Der kaputte Cop McDonagh ist natürlich eine Paraderolle für Nicolas Cage. Ich muss aber Anmerken, dass es für ihn nun auch mal gut sein sollte damit. Denn genau diese Rolle hat man von ihm jetzt einfach schon zu oft gesehen. Ob es nun Drogen oder Alkohol oder sonstwas ist: Nicolas Cage als kranker Typ, hin und hergerissen zwischen Selbstmitleid und über alle Maßen auf die Kacke hauen...Ja er kann das, ja es ist nett anzusehen, aber man hat das Gefühl genau dasselbe schon einmal gesehen zu haben. Aber wahrscheinlich ist es das viele Lob für Rollen dieser Art, welche ihn immer wieder in solche Filme hineintreiben. Denn sonst wird er ja, für mich zurecht, nicht gerade mit Lob überschüttet.
Kein grosser Wurf, aber ein unterhaltender, dreckiger Film, der es aber leider versäumt konsequent einen Weg zu gehen und diesen bis zum Ende ausreizen. Denn der Schluss des Films nimmt dann doch vielem des vorher Gesehenen die Kraft und Nachhaltigkeit.
Kino lebt von Charakteren. Das wurde mir in letzter Zeit durch Filme wie "Cheyenne" erneut vor Augen geführt und auch "Bad Lieutenant" hebt sich vorallem wegen seiner facettenreichen Hauptfigur wohlwollend von der Masse der Cop-Thriller ab.
Die Figur des Terence McDonagh ist abgefuckt, durch seine wechselnden Launen unberechenbar und aufgrund seiner Drogensucht brandgefährlich. Doch gerade durch diese Vielzahl an Charakterzügen sehr mysteriös und für den Zuschauer hochinteressant zu beobachten.
Und doch würde das alles nichts taugen ohne einen fähigen Darsteller dieser Figur. Und da beweist ausgerechnet Nic Cage, was noch in ihm steckt. Durch sein gewagtes Spiel verleiht erst er dem Charakter die Tiefe und Bandbreite, die er verdient. Sehr extrovertiert und mutig tanzt er gegen Ende immer schwankender auf dem dünnen Seil zwischen Overacting und Meisterleistung - doch bleibt, zumindest meiner Meinung nach, immer auf der richtigen Seite. Eine Wahnsinnsleistung, die ich ihm ehrlich gesagt in dieser Form nicht mehr zugetraut hatte.
Erfreulicherweise wird die Figur weder vom Regisseur noch vom Drehbuch im Stich gelassen. Alles ist stimmig, denn so sehr Nic Cages beherztes Spiel Geschmackssache ist, so unangepasst ist auch der Stil des Films. Mag die Kameraführung (hoffentlich) noch jeder als meisterlich zu würdigen wissen, so ist das gelegentliche Abdriften ebenso diskussionswürdig, wie die makaber-abgedrehte Schießerei in Richtung Finale. Mir persönlich hat es sehr zugesagt, da ich zu dem Zeitpunkt schon viel zu sehr gepackt war. Doch die leicht surreal-angehauchte Szenerie könnte unbeschwerte Kinogänger in einem (auf den ersten Blick) gewöhnlichen Cop-Thriller wohl verschrecken. Mir erschien der Film nicht sonderlich schwer zugänglich, was aber auch nicht den faszinierenden Inhalt schmälern soll.
Zu alledem gesellt sich eine bestechend dreckige Optik und als Eye-Candy Eva Mendes. Ein bischen Meckern auf hohem Niveau muss aber auch sein: Etwas Leerlauf an einigen Stellen ließ sich nicht vermeiden & Val Kilmer ist echt alt geworden. Doch das schadet dem Gesamteindruck nur geringfügig, da alle entscheidenen Komponenten stimmig sind. Auch das Ende ist, nach kurzer Ungewissheit, konsequent und in jeder Hinsicht verdient.
Interessant - wohl das Wort, das dem Film am gerechtesten wird.
Eine beeindruckende Vorstellung von Cage und auch im Gesamten ein beeindruckendes Werk. Ein kleiner Geheimtipp!
Empfehlenswerter bzw. dann doch noch viel besser ist dann das Original von Abel Ferrara, mit Harvey Keitel in der Hauptrolle, Keitel einmalig, kann ich dir nur ans Herz legen, auch wenn die beiden Versionen an sich unvergleichbar sind. :)
Dieser theatralisch übertriebene Nicolas Cage schafft es, den gesamten Film gegen die Wand zu fahren. Es ist schlicht affig, wie der sich durch diesen Streifen grimassiert (viel schlimmer als Jim Carrey zu seinen schlimmsten Zeiten). Schade um einen Film, der mit dem richtigen Hauptdarsteller (der dann nun auch noch in jeder Szene zu sehen ist) hervorragend hätte werden können.
Nicolas Cage unterschreibt ja gerne mal einen Vertrag zu viel als zu wenig und ist deshalb oft öffentlichem Gefrotzel ausgesetzt. In Werner Herzogs "Bad Lieutenant" zeigt er allerdings, zu welchen Höchstleistungen er im Stande ist, wenn er nur mal den richtigen Regisseur erwischt. Nicolas Cage spielt die Rolle des eigentlich fähigen, allerdings von Drogen ruinierten Cop McDonagh mit großer Glaubwürdigkeit und dominiert mit seiner wahnwitzigen Performance klar diesen Film. Trotzdem sind auch die Nebenrollen großartig besetzt, vor allem X-Zibit fällt hier überraschend positiv auf.
Zudem schafft Herzog es herausragend spannendes Mainstream Kino mit großer Symbolik und beachtlicher Tiefe zu versehen. Auch das Ende weiß zu überraschen und ist aus heutiger Sicht höchst unüblich und fast schon ein mutiger Schritt.
Somit ist "Bad Lieutenant" ein großartig gelungener Thriller, der bei mir sowohl die Lust auf den früheren Ferrara-Film, als auch auf die restlichen Werke Werner Herzogs und vielleicht auch wieder auf einen guten Cage-Film geweckt hat.
Herausragender Krimi mit einem Nicolas Cage der garndiose Schauspielkunst abliefert. Korrupt, Humorvoll, einfach crank :D . Alle weiteren Schauspieler überzeugten mich ebenfalls. Die Atmosphäre des Films ist gelungen nicht sehr düster wie mans in vielen Cop-Dramen kennt aber dafür gibts auch sehr viel "schwarzen Humor".
Die Musik des Films ist in vielen Szenen gut eingesetzt sowie die Kameraführung ebenfalls positiv zu erwähnen ist. So ein Cop-Leben im Drogenrausch muss schon heftig sein - ist man damit Glücklich ich kann mir nicht vorstellen das es da oft ein Happy-End gibt.
Für Genrefans ist Werner Herzog´s - Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen volkommen zu empfehlen.
Was für ein seltsamer Streifen. Ich habe einen geradlinigen Film noir erwartet - geliefert bekommt man irgendwie einen durchgeknallten Thriller/Drama/Drogenfilm der in keine Schublade passt (und dann noch dazwischen die Experimente wie die Szene mit dem "Leguan"). Der Anfang war noch sehr spannend und interessant, aber gegen Ende wirds dann doch zuviel, auch wenn man das alles ab irgendwann als Traumwelt abtun darf. Ist alles gut gemeint aber packt trotzdem nicht so wirklich...
p.s.: achja, immer mal wieder mussst ich zwischendurch an den Kollegen "Sergeant Bruce Robertson" denken, auch wenn dieser natürlich mit noch mehr bösen Qualitäten aufwarten würde ;)
Der angesehene Polizist Terence McDonagh (wunderbar von Nicholas Cage verkörpert) verfällt den Drogen und der Spielsucht mehr und mehr, als Lieutenant nimmt er sich eine Dreistigkeit nach der nächsten heraus, um an ein frisches Päckchen Stoff oder neues Geld zu kommen. Nebenbei gerät auch seine Prostituierten-Freundin in Schwierigkeiten. Kurzum: Terence reitet sich immer tiefer in die Scheiße! Obwohl es verwunderlich ist, dass niemandem innerhalb der Polizei sein merkwürdiges Verhalten auffällt, packte mich der Film ziemlich schnell und es war eine Freude mit anzusehen, wie er sich von Rückenschmerzen geplagt von Szene zu Szene schleppt und auf alle Tugend und Moral gründlich pfeift. Nebenbei gibt's auch noch einen fünffachen Mord zu lösen, der Fall tritt jedoch stark in den Hintergrund.
Nicolas Cage kommt nicht an Harvey Keitel aus dem Original heran, dennoch ist das Remake sehr gut gelungen. Nicht zuletzt deswegen, weil Cage hier die einzige Rolle spielen kann, die er wirklich drauf hat, wie er ja in Leaving Las Vegas schon gezeigt hat. Er vermittelt sehr gut die Trostlosigkeit der Teufelsspirale in der er sich immer mehr abwärts bewegt und seine Situation immer schlimmer wird. Sehenswert, aber wie gesagt - das Original ist besser.
"Ich nehme nur was mir verschrieben wird. Bis auf das Heroin."
Dieser Text besitzt Anteile von Spoilern.
Was will uns der Film weiß machen?
Nimm Drogen. Macht nichts. Doch macht Spaß. Und coole Halluzinationen.
Nimm eine Prostiuierte als Frau. Die auch Drogensüchtig ist. Macht alles schwerer aber scheiß drauf.
Klau Drogen aus der Asservatenkammer. Merkt keiner.
Strafzettel ungültig machen. Merkt keiner.
Gangster decken. Merkt keiner. Außerdem gibts Drogen und Geld für deine Spielsucht.
Also sei einfach der beschissenste Cop den es auf dieser Welt gibt. Und was kriegst du?
Ruhm und Anerkennung.
Also die Aussage ist schonmal der größte Schwachsinn. Doch "Bad Lieutenant" weiß auch zu unterhalten. Auch wenn nur mäßig. 2 Stunden sind auf jeden Fall viel zu viel. Etwas kann der Streifen aber anbieten: Gute Schauspieler. Nicolas Cage? Nicht schlecht. Wirklich nicht schlecht. Selten habe ich ihn in seinen neueren Filmen so überzeugend gesehen.
Action gibts hier nicht wirklich, aber dafür ab und zu unterhaltende und witzige Dialoge, die ganz klar das Highlight sind.
Naja, was will ich euch weiß machen?
Schaut was anderes wenn möglich.
Nun, ich begab mich gar nicht auf die Suche nach einer solchen Botschaft, weil es wohl auch an Herzogs eigentlicher Intention vorbei geht. Mich faszinierte, wie Herzog das inszeniert, und wie er einige Thriller-Motive durch den Kakao zieht. Ich betrachtete den Film also eher als reine Spaßveranstaltung, obwohl sie mir ebenfalls arg in die Länge gezogen vorkam. Wenn mir einer gesagt hätte, Herzog würde irgendwann so einen Film machen, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Ein irgendwie schwer zu fassendes Werk, was man folgerichtig deinem Kommentar anmerkt.
Tut mir Leid, aber von Herzog habe ich noch nicht viel gesehen(habe ich überhaupt was von ihm gesehen? Keine Ahnung jedenfalls nicht bewusst) aber das ist mir alles so ins Auge gesprungen, ich bin auch niemand der sich in Filmen nach Aussagen umschaut(zB: Funny Games). Naja was solls, unterm Strich hat er mich auch nur ganz annehmbar unterhalten :)
Ich sehe den Film auch als "Spassveranstaltung", sehr gut! Die Dialoge fand ich auch am ansprechendsten. Zudem mag ich den melancholischen Cage fast immer, Kilmer hat mir hier auch gefallen und die hübsche Mendes tut ihren Teil für´s Auge. Hab deswegen "sehenswert" geklickt, auch wenn ich dem Film gewisse Längen nicht absprechen kann.
Dann gleich die ganzen Herzog-Kinski-Filme nachholen! Die ursprüngliche BAD-LIEUTENANT-Version mit Harvey Keitel ist übrigens auch empfehlenswert, sehr dunkel, dreckig und abgrundtief pessismistisch, hat also gar nichts mit der durchgeknallten Herzog-Variante gemein. Das dürfte dir vielleicht mehr zusagen. :)
@Timo: Na gut, hast mich überzeugt, such mir mal ein paar Filme raus :) Und das Original wird dann auch irgendwann geschaut.
@_Garfield: Eine 5 ist ja nicht schlecht, wusste auch nicht wirklich was ich davon halten soll, aber ich denke schon das du einen Blick riskieren kannst :)
Belanglos dahinplätschernder Film. Nach einer Stunde hatte ich schon innerlich halb abgeschaltet gehabt. Keine echten Höhepunkte oder dergleichen, sondern lediglich Cage, der sich alle Nase lang irgend etwas reinpfeift. Anfangs noch lustig, wird aber auf Dauer eintönig. Ich will meine 2 Stunden Lebenszeit zurück!
Nur auf dem ersten Blick ein waschechter Cop-Thriller. Auf den zweiten Blick ein Drama über den Untergang einer Seele im Moloch von New Orleans. Nicolas Cage spielt überzeugend, Herzogs Inszenierung ist gewohnt symbolträchtig, gemächlich aber stimmig und weitesgehend auch interessant. Was „Port of Call: New Orleans“ letztlich irgendwie falsch macht ist, dass er nach dem Abspann wieder klanglos entschwindet. Keine Nachhaltigkeiten, keine wirklich erinnerungswürdigen Momente. Ein anspruchsvoller Film mit der Haltbarkeitszeit eines Atemzuges.
Gut, aber vergleichsweise viel intellektueller als das Original von Abel Ferrara, aus dem Jahre 1992. Herzogs Version ist milder und erklärender. Der Spirit des abgefuckten Cops ist da, aber nicht mehr so brachial und kompromisslos wie ihn Harvey Keitel, in seiner besten Rolle, dargestellt hat.
"Alles einsteigen bitte, der Wahnsinns-Express schließt die Türen!" - Wow, für diese Bewertung muss ich zwei Dinge klarstellen: Erstens, "Bad Lieutenant: Port Of Call New Orleans" ist kein Film, jedenfalls keiner, der sich an normalen Maßstäben definieren lässt. Und zweitens, Werner Herzog ist noch lange nicht einer meiner Lieblings-Regisseure UND TROTZDEM möchte ich ihm mal meine Anerkennung für dieses Erlebnis bekunden. Herzogs "Bad Lieutenant" startet eigentlich mit allem, was einen "normalen" Streifen auch ausmacht. Terrence McDonagh ist ein Cop in New Orleans, den wir schon in den ersten zehn Minuten nicht wirklich knuddeln wollen. Kurz nach Hurrikan Katrina findet er mit seinem Kollegen einen zurückgelassenen Sträfling in einer überfluteten Zelle. Nach einem Moment der totalen Verachtung für diesen Kerl stürzt sich McDonagh dann doch ins Wasser. Er rettet den Typen, was ihm Medaille und Beförderung einbringt, aber auch seinem Rücken einen scheinbar irreparablen Schaden zufügt. McDonagh wird zum Schmerzmittel-Junkie, der sich auch noch Unmengen an Koks reinzieht. Wobei ich glaube, diese "kleinen" Schwäche könnte er auch schon davor gefrönt haben. Na ja, dieser McDonagh ist jedenfalls irgendwie ein echter Arsch, im Job hat er es schon zu was gebracht. Aber seinen Privat-Vorrat stockt er mit Diebstählen aus der Asservatenkammer oder unlauteren Kontrollen vor den Klubs der Stadt auf. Da passt es nur, dass seine Geliebte ausgerechnet die Prostituierte Frankie ist. Tatsächlich überzeugend von Eva Mendes verkörpert. Oh ja, Herrn Herzog ist es gelungen, Nicholas Cage aus seinem schauspielerischen Big Budget-Schlummer zu wecken. Denn neben dem Spass, mal einen heruntergekommenen Voll-Arsch mit Marke zu spielen, leistet Cage ganze Arbeit beim zunehmenden geistige Zerfall seiner Figur. Schließlich ist "Bad Lieutenant" auch irgendwo ein Krimi, bei dem es gilt, die Mörder einer ermordeten Immigranten-Familie, die im Drogen-Geschäft tätig war, aufzuklären. Und hier beginnt das ganze erst wirklich interessant zu werden. Das Schicksal meint es nämlich nicht gut mit unserem Protagonisten. Wenn endlich ein Zeuge gefunden wird, kann McDonagh nicht verhindern, dass der das Weite in England sucht. Und den Tätern um den Gangsterboss Big Fate kann er auch nicht lange habhaft werden. Ganz nebenbei sieht der arme Cop dann auch schon Leguane, schläft zugedröhnt vor einer viel versprechenden Nummer ein oder verliert mehr und mehr Geld beim Wettspiel. Genau beginnt sich das Geschehen vom Strickmuster eines durchgeknallten Thrillers zu lösen und wird zu einer Charakter-Studie. Schließlich pumpt da noch ein drogenbelastetes Herz in diesem Körper. Vor allem eines, das der Hure Frankie helfen will. Wenn zum Beispiel ein hochnäsiges Unternehmer-Bürschen kräftig zulangt oder als ihr brutaler Zuhälter zur Wahl zwischen Verdienst-Ausfall oder Blei-Kur bittet. Den Kopf zieht sich McDonagh schließlich so aus der Schlinge: Er geht einen Pakt mit dem Teufel ein und wird Bullen-Freund von Big Fate. Ab hier beende ich mal die Inhalts-Angabe Schrägstrich Analyse. Keine Panik, ich habe noch gar nicht so viel verraten. Es gibt noch eine Menge Details und Szenen zu entdecken. Werner Herzog hat bei "Bad Lieutenant" alles gesetzt und gewonnen. Auch ich kenne und schätze das kranke Original von Abel Ferrera. Dennoch bin ich wirklich beeindruckt, von einem simplen oder verwursteten Remake lässt sich in diesem Fall nicht sprechen. Cage und Keitel unterscheiden sich in ihren Darstellungen sehr voneinander und, so wie auch ihre jeweiligen Beweggründe, doch noch die Kurve zu kriegen. Wie bereits erwähnt, Cage spielt einerseits einen echten Wichser und dennoch fesselt es mich, ihm dabei zuzuschauen, wie er ein schlimmes Verbrechen aufklären will oder auch nur, einen Straf-Zettel verschwinden zu lassen. Es ist ja nicht so, als wüsste dieser McDonagh nicht, dass sein Zug auf den Abgrund zusteuert. Am Ende eifert er selbst zusammen mit seiner Frankie dem Vorbild des Vaters nach, der neuerdings zu den Anonymen Alkoholikern geht. Was sag ich zu dem Film als ganzes? Vielleicht, dass der Streifen der linearste, nicht-lineare Film ist, der mir seit langem untergekommen ist. Die Verbrechens-Aufklärung steht da immer mehr oder weniger im Vordergrund, wechselt mit diesen intimeren Momenten, wo Cage sich im Dreck wälzen darf und dann doch einen weiteren Schritt auf der Reue-Treppe nimmt. Dabei verlässt sich Herzog einerseits auf eine "traditionelle" Optik, streut dann aber immer wieder diese Momente rein: Die schöne Handkamera bei den Leguanen oder dem toten Alligator oder der Augenblick, wo der umnebelte Cage die Seele des Zuhälters beim Breakdance beobachtet - echt irre. Übrigens auch von einer teilweise überraschenden Kamera begleitet, toll. Und ganz nebenbei fällt mir auf, dass "Bad Lieutenant" außerdem die Merkmale dieser schönen Indie-Welle aufweist, die ab und zu selbst die Oscars rocken. Etablierte Namen wie Cage, Mendes, Brad Dourif oder auch Val Kilmer (!!!), die allesamt bestens aufgelegt sind. So einfach die Zutaten auch sein Mögen, bei diesem Streifen bekommt man das, was man von einem Krimi nicht erwarten würde. Irgendwie heldenhafte Anti-Helden, eine angeschlagene als denn düster-bedrohliche Stadt und so viele Verrücktheiten, die selbst die branchenführenden Crime-Serien wie CSI, Law and Order und Co. langweilig aussehen lassen. Nur noch eine Warnung noch: Das her ist definitiv ein ruhigerer und wahrlich kein knallender Film. Sollte man sich schon drauf einstellen, ansonsten viel Spass bei der Fahrt durch ein kränkelndes Hirn.
Hm... habe jetzt aus Paranoia vor zu vielen Spoilern mittendrin aufgehört zu lesen. Ich muß mir den Film jetzt unbedingt ansehen, denn was ich von deinem Kommentar bis jetzt gelesen habe, hat mein Interesse geweckt. ;)
Hmmm… ich hab den Film im Kino gesehen und war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Der Look war irgendwie altbacken und die Story ziemlich schleppend. Nicholas Cage sehe ich gerne, aber das reicht noch nicht für einen guten Film. Hab ich jedenfalls alles schonmal besser gesehen. Zum Beispiel in Ferraras "Bad Lieutenant".
Ein gnadenloses Chaos - aber was ein Chaos! Man mag sich angesichts der intuitiven Stolpereleganz des Ganzen gar keine unsinnigen Fragen zu Inhalt oder Sinn stellen, doch eine bleibt bestehen: Ist es nun ein Herzog- oder doch ein Cage-Manifest?
Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen - Kritik
US 2009 Laufzeit 122 Minuten, FSK 16, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 25.02.2010
Kritiken (12) — Film: Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
evants.com: eventsandtrends.com
Kommentar löschenWerner Herzogs "Bad Lieutenant" ist ein sehr gewöhnungsbedürftiger Film, Obwohl man ihn am ehesten als Thriller bezeichnen kann, gibt Herzog nicht viel auf den gewohnten Aufbau eines Cop-Films. Er nutzt diesen zwar, lässt aber nur wenig Spannung aufkommen. Die Story ist nicht richtig schlüssig, aber dies scheint beabsichtigt. Der Zuschauer folgt einen drogenabhängigen Polizisten - somit passt die Erzählweise. Zudem gibt es eine Menge schwarzen Humor, der nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film verstört, die Handlung bleibt nicht hängen – im Gegensatz zu einigen obskuren Ideen und einem groß aufspielenden Nicolas Cage, der wohl eine seiner besten schauspielerischen Leistungen abliefert.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenDieser Herzog ist der vielleicht unfassbarste Film des Jahres? Nicolas Cage ist göttlich, Val Kilmer ist nicht mehr Val Kilmer, die Musik und die statischen Bilder erinnerten mich an NAKED LUNCH. Auch ein schlechter Trip. Aber ein anderer. Weiß zwar nicht was das alles soll und wohin das führen mag, aber ich fand BAD LIEUTENANT irgendwie toll. Fühlt sich wie ein dreckiger 80er Krimi an. Nur eben falsch herum aufgezogen.
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C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)
Kommentar löschenHerzog schafft es meines Erachtens nicht, eine würdige Adaption des Klassikers mit Harvey Keitel zu realisieren. Außerdem passt seine scheinbare Zuneigung zu allen möglichen Arten von Reptilien nicht so richtig in die Geschichte, aber Herzog ist ja für seine eigenwilligen Darstellungen bekannt.
Cage verkörpert die Rolle des drogenabhängigen Cops dagegen sehr gut und reißt den Film durch seine starke Präsenz so ziemlich raus.
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Aber zurück zu Nicolas Cage. Diesem gelingt in „Bad Lieutnant“ sein darstellerisches Comeback. Man hat ihn seit Jahren nicht mehr so gut gesehen, wie hier unter Herzog. Auch wenn er seine Rolle über die gesamte Spielzeit mit einem leicht überdrehten und irren Touch anlegt, so richtig entfesselt agiert Cage erst dann, wenn auch das Drehbuch ins absurde abgleitet. Dann aber gibt es für Cage kein Halten mehr, und schreit und gestikuliert sich durch den Film, dass es eine wahre Freude ist. Letztlich ist „Bad Lieutnant“ die reinste Nicolas Cage One Man Show, der Rest der Besetzung kann nur noch freundlich unterstützend zuarbeiten. Cage spielt ebenso exzentrisch, wie Werner Herzog Regie führt. Da legen umgelegte Gangster auch noch mal eben einmal einen flotten Breakdance hin, oder die Geschichte wird gleich aus der Sicht von Leguanen erzählt. Was das alles so wirklich soll, ist nicht ersichtlich, ist aber auch, mal abgesehen davon, dass die ganze Angelegenheit einen geradezu unverschämten Spaß macht, nicht weiter von Interesse. Herzog gelingt mit „Bad Lieutnant“ wahrscheinlich der trashigste Kunstfilm des Jahres, der stetig zwischen den Genres pendelt. Für Nicolas Cage hingegen gilt, dass er Herzog für diese Rolle danken und zusehen sollte, dass er an die in diesem Film gezeigte Leistung in Zukunft wieder ein wenig öfter anknüpfen kann.
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filmschauer 2010/03/19 17:07:46
Antwort löschenEine Frage: Von welchem Buch spricht du zu Beginn? Ich kenne nur die Herzogs Doku "Mein liebster Feind", die sich ja eingehend mit Kinski beschäftigt.
Schön, dass der Film dir gefällt, ich werd ihn wohl erst auf BR zu sehen bekommen.
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Christian H. 2010/03/19 17:18:10
Antwort löschenUps. :) Den meinte ich auch. Weiß auch nicht, wie ich da auf Buch gekommen bin. Mein Fehler.
filmschauer 2010/03/19 17:22:33
Antwort löschenEigentlich ja schade. Ich würd es lesen! ;-)
Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenDer Film hat mit Ferraras BAD LIEUTENANT ungefähr genauso viel gemein wie mit Kitanos VIOLENT COP, aber das dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Herzogs Version des "Zugedrogter Cop"-Motivs ist mit Sicherheit die lustigste Variante, nicht zuletzt dank eines endlich wieder entfesselten Nicolas Cage, der in einer seiner besten Rollen ein unvergeßliches Feuerwerk abbrennt. Werner Herzog selbst wechselt mit bemerkenswerter Sicherheit von intensiven Spannungsmomenten zu absurdester Komik; ihm ist ein rundum stimmungsvoller, temporeicher, außergewöhnlicher Irrsinn gelungen. Bei Herzog dürfen auch Leute wie Val Kilmer, Brad Dourif, Xzibit und Eva Mendes endlich (wieder) glänzen. BAD LIEUTENANT ist ebenso eine glänzende Visitenkarte für einen Ausnahmeregisseur wie auch die komplette Rehabilitation eines wunderbar durchgeknallten Hollywoodstars. Absolut und rundherum sehenswert und beglückend. Tolle Musik von Mark Isham oben drauf!
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alanger 2010/03/12 00:46:45
Antwort löschenbesser hätt ichs nicht sagen können:)
Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen[...]Hier liegt eine große Stärke des Films, der Freiheiten lässt für eigene Gedanken und Wertungen – als wäre BAD LIEUTENANT ein letztes Relikt aus großartigen Zeiten des Neuen Deutschen Films. Dass das letztlich funktioniert, liegt an der grandiosen Performance von Nicolas Cage, der seine beste Leistung seit LEAVING LAS VEGAS abliefert. Cage formt den Charakter mit explosivem, für Herzogs Filme typischen overacting, ohne jemals lächerlich oder aufgesetzt zu wirken. Sein McDonagh bleibt stets, trotz aller Ausbrüche, verschlossen. Und aus dieser Verschlossenheit, diesem an den richtigen Stellen nuancierten Einsatz expressiver Mimik, resultiert die Bedrohung, die der Zuschauer empfindet, eine Bedrohung McDonaghs gegenüber seiner Umwelt, vor allem aber gegenüber sich selbst.[...]
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Ulrich Behrens
Kommentar löschenWas hier zunächst wie eine der vielen film-noir-Geschichten aussieht, ist auch eine, wenn auch eine besondere. Die Handlung selbst scheint in ihren Grundzügen simpel: Cop schlängelt sich legal oder illegal (scheißegal!) durch das von Katrina verwüstete New Orleans, seinen eigenen Vorteil immer im Blick. Terence McDonagh kennt nur sich selbst. Es macht ihm nichts aus, dass seine Freundin Frankie, die in einem noblen Appartement wohnt, Prostituierte ist. Es scheint ihn auch wenig zu bewegen, dass sein Vater, ebenfalls früher Cop, sich dem Alkohol ergeben hat und in Genevieve eine Gleichgesinnte gefunden hat. Auch der Mord an der sengalesischen Familie interessiert ihn nur bedingt. Terence hat Rückenschmerzen. Warum hat er den verdammten Kerl aus der Zelle gerettet? Das hat er nun davon. Aber eigentlich ist er nicht einmal deswegen sauer. Er betäubt seine Schmerzen mit Tabletten und allerlei Drogen, die er sich entweder aus der Asservatenkammer der Polizei besorgt – und als das…
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEin unglaublich trashiger Nicolas Cage darf hier mal wieder zeigen, das er doch noch unterhaltungswert hat. Nicht als ernsthafter Schauspieler, aber als grandios grimmasierende Karikatur. Herzog erzählt ein überhöhte Geschichte vor dem Hintergrund des Post-Katharina New Orelans, voller epischer Figuren, die direkt aus einer Pulp-Novelle entsprungen scheinen. Das macht alles nicht viel Sinn und hat mit einer glaubhaften Story auch nicht viel am Hut, ist aber zweifelsohne auf eine verdrehte Art recht unterhaltsam. Cage als bekokster Hampelmann mit haluzinierten Leguanen sprechen zu sehen, ist alleine den Film wert. Herzog, weird wie immer.
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BlueSquirrel 2010/02/28 02:53:49
Antwort löschenPerfekt!
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenDie Ankündigung war kurios genug: Ein Remake des Abel-Ferrara-Films “Bad Lieutenant” von Werner Herzog mit Nicolas Cage und Eva Mendes in den Hauptrollen. So kurios eigentlich, dass man dahinter nur ein ausgeklügeltes Marketing- und letztlich auch Autorenfilmkonzept vermuten musste. Natürlich ist Herzogs jüngste Regiearbeit eine entsprechend komische Cop-Thriller-Variation, die sich im ausgeprägten Bewusstsein ihrer absurden, trashigen und sanft subversiven Qualitäten durch Genre- und Hollywoodklischees tänzelt, einer eigenen Logik folgt und der Frage nach Ernsthaftigkeit dabei stets elegant ausweicht. In “Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans” (!) inszeniert Herzog edgy und unbekümmert aus reiner Intuition an nahezu allem vorbei, was innerhalb des Genres oder der vagen Vorlage von Relevanz wäre. Es ist ein ausnahmslos köstlicher Film. [...]
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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenDas gilt auch für Werner Herzogs fulminante Fortsetzung von Abel Ferraras Cop-Film-Klassiker Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans. Den Part des moralisch kaum gefestigten Helden McDonagh (vormals Harvey Keitel) hat Nicolas Cage übernommen, der hier - entgegen allen Befürchtungen - eine der stärksten Performances seit langem abliefert. Selbst ein Junkie, der im Furor seiner Arbeit auch nicht davor zurückschreckt, kränkliche Frauen im Altersheim zu malträtieren, schlingert er mit zusammengezogenen Schultern durch einen Thriller, in dem sogar noch Seelen einen Tanz aufführen. Am Ende wird McDonagh, wie durch ein Wunder, von fast allen Sünden erlöst.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenVielleicht hätte man das Werk einfach anders betiteln müssen. Dann würde es als achtbarer, wenn auch routiniert gedrehter Cop-Film durchgehen. So aber muss man es an Ferrara messen, mit dem es wenig mehr gemein hat als den Titel und den Produzenten (Edward G. Pressman). Verglichen mit den Abgründen, die sich bei Ferrara auftaten, operiert Herzog nur im Souterrain. Und während Keitel sich seiner Figur damals schamlos auslieferte, unterwirft Cage sie nur seinen darstellerischen Manierismen. Kaum zu erahnen, was Herzog daran gereizt haben mag. Seit über zehn Jahren hat der Filmemacher nicht mehr in Deutschland gedreht, seine letzten US-Filme wie „Rescue Dawn“ kamen nie in unsere Kinos. In „Bad Lieutenant“ aber, der endlich mal wieder einen deutschen Verleih hat, zeigt der Mann, der einst auszog, die Welt zu entdecken und filmisch zu erobern, keine eigene Signatur mehr. Der Film ist vielmehr der Beweis einer vollständigen Assimilation: Herzog hat hier einen klassischen Genrefilm nach den gängigen Konventionen abgedreht.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenZwischendurch entfaltet "The Bad Lieutenant" einige Intensität. Ein post-Katrina-Film, angesiedelt in New Orleans. Es gibt sehr schöne Bilder und Momente: Eine Schlange, die durchs Wasser schlängelt, Leguane in den Wohnungen, ein Zusammenstoß zwischen einem Autor und einem Alligator - das sind Bilder, die im Kopf bleiben. Oder Cage, nach einer Verhaftung: "I love it. I just love it."Überhaupt spielt Cage im Vergleich zu manch anderem Auftritt für seine Verhältnisse zurückhaltend. Aber anfangs dauert es lange, zu lange, bis alles in Fahrt kommt, und gegen Ende zerbricht der Film dann ziemlich in seine Einzelteile.
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alanger 2009/09/07 17:23:17
Antwort löschennaja, wo werner herzog draufsteht ist auch werner herzog drinn. der kanns nicht anders.
Kommentare (101) — Film: Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
Kommentar schreibenbased_god 2011/12/27 18:12:18
Kommentar löschenWahrlich abgefuckter Film.
Spannend und teilweise überraschend. Musik ist toll gewählt. Die Kameraeinstellungen sind auch gut. Cage wirkt teilweise überacted, ich kann jedoch auch nicht beurteilen wie man auf Koks so agiert.
Ist empfehlenswert...
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alanger 2011/12/27 18:53:29
Antwort löschencage wirkt so wie ich ihn IMMER sehen will, also mal nicht wie ein badhairdayweichspühler.
SoulReaver 2011/12/12 19:34:14
Kommentar löschen„Was haben diese scheiß Leguane auf meinem Couchtisch verloren?“
Inzwischen haben wir so einige Reisen durch die Filmlandschaft mit Werner Herzog gemacht. In seinen Besten sind wir dem Fieberwahn verfallen, haben versucht einen Dampfer durch die Gegend zu schleifen, die Unsterblichkeit ausgekostet und sind in vietnamesische Gefangenschaft geraten. Nicht nur einmal hat Herzog die Filmwelt zum Beben gebracht, aber ab und an hat er seine Filme auch zum Stillstand geführt. Jetzt begeben wir uns ins Jahr 2009 und gehen mit Herzog in ein ihm völlig fremdes Genre: dem Drogen-Drama-Cop-Thriller-Irgendwas. Leider ist Herzog auch hier wieder weit vom Meisterwerk entfernt, inszeniert aber einen überdurchschnittlichen Drogen-Trip in eine verlorene Seele.
Als einer der besten im Dezernat wird Terence McDonagh mit der Aufklärung eines Massakers an einer afrikanischen Einwandererfamilie beauftragt. Der Botenjunge Daryl ist der einzige Augenzeuge des brutalen Mordes. Er ist bereit, gegen den Drogendealer Big Fate auszusagen, auf dessen Konto der Mord an der Familie geht. Terence, der ab sofort für die Sicherheit von Daryl verantwortlich ist, gerät immer mehr in einen Sog aus Drogen und Korruption. Die komplizierten Ermittlungen, Drogenbeschaffung und die Begleichung alter Wettschulden werden für Terence zunehmend zu einer Gratwanderung. Als seine Freundin Frankie auch noch in die Dinge hineingezogen wird und ernsthaft in Gefahr gerät, droht die Situation völlig außer Kontrolle zu geraten.
Ich wiederhole mich zwar, aber in diesem Fall tu ich das gerne. Optisch sind Herzog's Filme eigentlich immer ohne jegliche Mängel. So auch 'Bad Lieutenant'. Landschaftsaufnahmen die den Bildschirm sprengen gibt es hier nicht, denn es wird eine kühle Düsternis aufgebaut die New Orleans in purer Dunkelheit strahlen lässt und das heißt schon was. Peter Zeitlinger beweist wieder sein Gespür für Einstellungen und Bilder und überzeugt als Kameramann auf ganzer Linie. Dazu arbeitet 'Bad Lieutenant' mit Herzog-Untypischen Dingen, zum Beispiel eine Slow-Motion-Szene bei einer wilden Schießerei. Die Musik von Mark Isham passt soweit schon und auch stimmig ist sie meistens aber naja, als besonders gut würde ich sie nicht bezeichnen. Irgendwie unschlüssig und unausgegoren. Was die eigentlich tolle Atmosphäre im Gesamten leicht ankratzt, aber nicht zerstört, denn dicht bleibt sie in jedem Fall.
'Bad Lieutenant' kann man wohl als Prominent Besetzten Film betrachten. Mit Nicolas Cage, Eva Mendes und Val Kilmer ist er durchgängig mit bekannten Namen besetzt. Dazu noch Michael Shannon, Xzibit und Brad Dourif die auch nicht unbekannt sind. Nicolas Cage darf die Hauptrolle übernehmen. In letzter Zeit hat man irgendwie das Gefühl, wobei das Gefühl sich inzwischen auch bestätigt hat, das Cage sich für jeden Scheiß hergibt und auch eine dementsprechende Leistung abliefert. Doch Cage als Bad Lieutenant Terence McDonagh ist bei weitem keine Fehlbesetzung. Im Gegenteil, Cage der durch sein bekanntes Overacting immer wieder zu unfreiwilligen Lachern gebeten hat, setzt hier sogar noch einen drauf und spielt sich um Kopf und Kragen. Das zerstört aber nicht die "Seriosität" des Films, sondern passt genau ins Bild des Korrupten und Süchtigen Cops der immer tiefer fällt. Eva Mendes als Freundin Frankie kann vor allem eins perfekt: gut aussehen. Das war es dann aber auch irgendwie für mich. Richtig überzeugen konnte sie mich noch nie und geht total neben Cage unter, der wie ein Wirbelsturm durch den Cast wütet. Val Kilmer als Kollege Stevie setzt nur wenige Akzente, kriegt aber auch kurze Szenen zugesprochen. Shannon als Mundt, Xzibit als Big Fate und Dourif als Ned überzeugen in ihren Rollen, aber die Bühne ist ganz klar für Cage aufpoliert worden.
Was ich hier an erster Stelle erwähnen möchte und auch schon in meiner Kritik zu Abel Ferrara's 'Bad Lieutenant' gesagt habe: Herzog inszeniert hier in keinem Fall ein Remake! Die Filme sind nur im Ansatz der Figur des Lieutenants verbunden. Das korrupte Verhalten und der extreme Absturz sind die Gemeinsamkeiten.
Mit 'Bad Lieutenant' erweitert Herzog in jedem Fall wieder einmal seinen Horizont. Herzog, der schon durch viele Genres geturnt ist, nimmt sich nun dem abgründigen Verhalten eines Vertreters des Gesetzes an. Wenn man sich die Handlung durchliest könnte man wieder eine Standard Krimi-Story erwarten mit einem verdorbenen Polizisten. Aber Herzog pfeift auf den Krimi-Plot und schiebt diesen ganz an den Rand des Filmes. In erster Linie geht es nur um die Zeichnung des Charakters McDonagh, der Vicodin, Kokain und Sexsüchtig ist. Bestimmt wird sein Leben nur noch durch Korruption und die Suche nach dem nächsten Trip. Moral und Ehre sind schon lange über Bord gegangen und er kennt kein Richtig oder Falsch mehr. McDonagh lebt in seiner eigenen Welt, deutlich abgehoben und irgendwie träumerisch erscheint er die ganze Zeit. Völlig neben sich stehend und tief im Moloch gefangen. Helfen kann ihm keiner mehr, der Zug ist abgefahren. In der Szene, in der McDonagh ein Paar nach einem Discobesuch abfängt und nach Drogen fragt um dann völlig im Rauschzustand mit der jungen Frau Sex zu haben, wird klar wie tief dieser Mensch bereits gesunken ist. Die Nebenfiguren rücken hier deutlich in den Hintergrund und ihre Geschichten werden nebensächlich. Alles dreht sich um den Lieutenant und Cage zieht den Zuschauer mit seiner absolut übertriebenen Darstellung schnell in den Bann und sorgt nicht nur einmal für Lacher. Denn mit Ironie und Witz geizt Herzog im Film keinesfalls. Da zu erwähnen ist wohl die Szene mit der tanzenden Seele. Das alles klingt ja gut und schön, wären da nicht diese altbekannten Längen. Irgendwie geht dem Film Streckenweise die Luft aus, vor allem bemerkbar macht sich das nach der starken ersten halben Stunde. So zieht sich die gut zweistündige Laufzeit immer wieder und büßt einiges an Interesse und Aufmerksamkeit ein. Irgendwie fehlte mir auch das typische Herzog-Feeling. Wenn ich mir einen Herzog-Film angucke, dann will ich ihn auch in jeder Szene erkennen, so wie es bis jetzt immer der Fall war, aber naja, das sind dann wieder persönliche Dinge die mich stören und den Film schlechter abschneiden lassen. Dazu muss man auch sagen, dass Herzog das Drehbuch hier Ausnahmsweise nicht selbst verfasst hat, das trägt natürlich auch noch seinen großen Teil zur Stimmung selbst bei. 'Bad Lieutenant' als Mainstream zu bezeichnen wäre wahrscheinlich zu viel, aber es ist wohl Herzogs zugänglichster Film. Obwohl, das ist dann auch Zuschauerabhängig ist und tut auch irgendwie nichts zur Sache. Die wirklich großen Zeiten von Herzog sind wohl gelaufen, die Filme für den ich den Mann verehre bleiben aber zum Glück für mich unantastbar, egal wie schlecht seine nächsten Filme auch werden mögen, und ich gebe die Hoffnung vorerst nicht auf, denn 'My Son, My Son What Have Ye Done' muss ich noch sehen.
Fazit: 'Bad Lieutenant' ist auf der einen Seite wirklich Unterhaltsam und liefert einige starke Szenen. Auf der anderen Seite ist er einfach nur schleppend und hängt viel zu sehr an uninteressanten Szenen fest. Cage holt durch sein abgedrehtes Schauspiel noch einiges raus, dazu die tolle Optik und am Ende bleibt ein Film den man sich mal ansehen kann aber in keinem Fall muss. Schade Werner, du kannst es besser, Freunde bleiben wir aber trotzdem.
„Haben Fische Träume?“
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ElMagico 2011/12/09 14:09:14
Kommentar löschenIch kenne das Original nicht, kann also nur über Werner Herzogs Interpration des Stoffes urteilen...oder auch nicht. Denn insgesamt erschien mir "Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans" doch sehr ambivalent und ich bin mir nicht sicher, ob die Auswirkung dessen mehr negativ oder positiv zu bewerten ist.
Alles in allem ist der Film jedoch ein unterhaltender Trip, auf den man ich zusammen mit dem völlig kaputten Lieutenant McDonagh begibt. Dieser ist, auch für den Zuschauer, sehr unberechenbar und so schwankt man zwischen Sympathie, Ablehnung und sogar manchmal Sorge um den Kerl. Denn ein Böser ist er eigentlich nicht, aber einfach sehr labil und ja, oft handelnd ohne darüber großartig nachzudenken. Mit zunehmender Drogenabhängigkeit ekelt sein amoralisches Verhalten aber doch immer mehr an, Entschuldigungen wollen einen nicht mehr so leicht einfallen und doch fasziniert dieser kranke Cop einen, da gleichzeitig immer meht die Kontrolle immer mehr über sich verliert und uns dadurch einige schön kaputte Szenen bietet. Ich persönlich hätte ja gern noch mehr von seinen eingebildeten Tieren gesehen.
Die Aufklärung des Mordes, welche Anfangs durchaus spannend dargeboten wurde, verliert immer mehr an Bedeutung. Auch wenn es danach zu Beginn sehr danach aussieht: "Bad Lieutenant" ist kein Kriminalfilm, sondern eine Studie über den Niedergang eines charakterlich schwachen Polizisten. Und in diesem Punkt wird dann doch zu oft auf die Aussenwirkung gesetzt und wenig realistische Anhaltspunkte eingebunden, die ein solcher Werdegang meist mit sich bringt. Mir war in es in dieser Phase des Films oft etwas zuviel des Guten: Alle kaputt, alle verdorben und alles schien mir viel zu leicht von der Hand zu gehen. Dieses Umfeld war mir dann doch zu tief im Morast angelegt und mir fehlten einfach ein paar Warnsignale, die es im Normfall eigentlich gibt. Andererseits gewinnt der Film aber enorm an Unterhaltungswert durch diese völlig übertriebene Darstellung von Milieu und Charakteren. Da "Bad Lieutenant" jedoch auch durchgehend einen ernsten Anspruch durchschimmern lässt, bin ich eben doch recht unentschlossen was ich davon halten soll. Aber wie gesagt: Unterhalten kann der Film und dass zu jedem Zeitpunkt...nur die Mittel und Ansätze hierbei sind oft sehr verschieden.
Der kaputte Cop McDonagh ist natürlich eine Paraderolle für Nicolas Cage. Ich muss aber Anmerken, dass es für ihn nun auch mal gut sein sollte damit. Denn genau diese Rolle hat man von ihm jetzt einfach schon zu oft gesehen. Ob es nun Drogen oder Alkohol oder sonstwas ist: Nicolas Cage als kranker Typ, hin und hergerissen zwischen Selbstmitleid und über alle Maßen auf die Kacke hauen...Ja er kann das, ja es ist nett anzusehen, aber man hat das Gefühl genau dasselbe schon einmal gesehen zu haben. Aber wahrscheinlich ist es das viele Lob für Rollen dieser Art, welche ihn immer wieder in solche Filme hineintreiben. Denn sonst wird er ja, für mich zurecht, nicht gerade mit Lob überschüttet.
Kein grosser Wurf, aber ein unterhaltender, dreckiger Film, der es aber leider versäumt konsequent einen Weg zu gehen und diesen bis zum Ende ausreizen. Denn der Schluss des Films nimmt dann doch vielem des vorher Gesehenen die Kraft und Nachhaltigkeit.
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lieber_tee 2011/12/09 19:12:29
Antwort löschenHis Soul Is Still Dancing, beste Filmszene 2010: http://www.youtube.com/watch?v=YXNfHb9b6Y0&feature=related
VisitorQ 2011/11/27 20:42:12
Kommentar löschenHat mir wirklich gut gefallen. Sehr extrem, bizarr und mit einer eigenartigen Atmosphäre.
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Benjamin Barker 2011/11/21 22:44:05
Kommentar löschenKino lebt von Charakteren. Das wurde mir in letzter Zeit durch Filme wie "Cheyenne" erneut vor Augen geführt und auch "Bad Lieutenant" hebt sich vorallem wegen seiner facettenreichen Hauptfigur wohlwollend von der Masse der Cop-Thriller ab.
Die Figur des Terence McDonagh ist abgefuckt, durch seine wechselnden Launen unberechenbar und aufgrund seiner Drogensucht brandgefährlich. Doch gerade durch diese Vielzahl an Charakterzügen sehr mysteriös und für den Zuschauer hochinteressant zu beobachten.
Und doch würde das alles nichts taugen ohne einen fähigen Darsteller dieser Figur. Und da beweist ausgerechnet Nic Cage, was noch in ihm steckt. Durch sein gewagtes Spiel verleiht erst er dem Charakter die Tiefe und Bandbreite, die er verdient. Sehr extrovertiert und mutig tanzt er gegen Ende immer schwankender auf dem dünnen Seil zwischen Overacting und Meisterleistung - doch bleibt, zumindest meiner Meinung nach, immer auf der richtigen Seite. Eine Wahnsinnsleistung, die ich ihm ehrlich gesagt in dieser Form nicht mehr zugetraut hatte.
Erfreulicherweise wird die Figur weder vom Regisseur noch vom Drehbuch im Stich gelassen. Alles ist stimmig, denn so sehr Nic Cages beherztes Spiel Geschmackssache ist, so unangepasst ist auch der Stil des Films. Mag die Kameraführung (hoffentlich) noch jeder als meisterlich zu würdigen wissen, so ist das gelegentliche Abdriften ebenso diskussionswürdig, wie die makaber-abgedrehte Schießerei in Richtung Finale. Mir persönlich hat es sehr zugesagt, da ich zu dem Zeitpunkt schon viel zu sehr gepackt war. Doch die leicht surreal-angehauchte Szenerie könnte unbeschwerte Kinogänger in einem (auf den ersten Blick) gewöhnlichen Cop-Thriller wohl verschrecken. Mir erschien der Film nicht sonderlich schwer zugänglich, was aber auch nicht den faszinierenden Inhalt schmälern soll.
Zu alledem gesellt sich eine bestechend dreckige Optik und als Eye-Candy Eva Mendes. Ein bischen Meckern auf hohem Niveau muss aber auch sein: Etwas Leerlauf an einigen Stellen ließ sich nicht vermeiden & Val Kilmer ist echt alt geworden. Doch das schadet dem Gesamteindruck nur geringfügig, da alle entscheidenen Komponenten stimmig sind. Auch das Ende ist, nach kurzer Ungewissheit, konsequent und in jeder Hinsicht verdient.
Interessant - wohl das Wort, das dem Film am gerechtesten wird.
Eine beeindruckende Vorstellung von Cage und auch im Gesamten ein beeindruckendes Werk. Ein kleiner Geheimtipp!
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hoffman587 2011/11/21 23:27:33
Antwort löschenEmpfehlenswerter bzw. dann doch noch viel besser ist dann das Original von Abel Ferrara, mit Harvey Keitel in der Hauptrolle, Keitel einmalig, kann ich dir nur ans Herz legen, auch wenn die beiden Versionen an sich unvergleichbar sind. :)
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Punsha 2011/11/22 16:50:28
Antwort löschenDu scheinst mir ziemlich gnädig zu sein in letzter Zeit. ;)
Benjamin Barker 2011/11/22 18:36:14
Antwort löschen@hoffman: Danke, dann behalte ich das Original mal auf dem Schirm. ;)
@Punsha: Ja stimmt schon, hab wohl zur Zeit einfach Glück mit der Auswahl. :)
FineCut 2011/11/06 16:30:59
Kommentar löschenDieser theatralisch übertriebene Nicolas Cage schafft es, den gesamten Film gegen die Wand zu fahren. Es ist schlicht affig, wie der sich durch diesen Streifen grimassiert (viel schlimmer als Jim Carrey zu seinen schlimmsten Zeiten). Schade um einen Film, der mit dem richtigen Hauptdarsteller (der dann nun auch noch in jeder Szene zu sehen ist) hervorragend hätte werden können.
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Redapple 2011/10/30 15:00:08
Kommentar löschenNicolas Cage unterschreibt ja gerne mal einen Vertrag zu viel als zu wenig und ist deshalb oft öffentlichem Gefrotzel ausgesetzt. In Werner Herzogs "Bad Lieutenant" zeigt er allerdings, zu welchen Höchstleistungen er im Stande ist, wenn er nur mal den richtigen Regisseur erwischt. Nicolas Cage spielt die Rolle des eigentlich fähigen, allerdings von Drogen ruinierten Cop McDonagh mit großer Glaubwürdigkeit und dominiert mit seiner wahnwitzigen Performance klar diesen Film. Trotzdem sind auch die Nebenrollen großartig besetzt, vor allem X-Zibit fällt hier überraschend positiv auf.
Zudem schafft Herzog es herausragend spannendes Mainstream Kino mit großer Symbolik und beachtlicher Tiefe zu versehen. Auch das Ende weiß zu überraschen und ist aus heutiger Sicht höchst unüblich und fast schon ein mutiger Schritt.
Somit ist "Bad Lieutenant" ein großartig gelungener Thriller, der bei mir sowohl die Lust auf den früheren Ferrara-Film, als auch auf die restlichen Werke Werner Herzogs und vielleicht auch wieder auf einen guten Cage-Film geweckt hat.
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BattlemasterIZ 2011/10/20 20:56:34
Kommentar löschenHerausragender Krimi mit einem Nicolas Cage der garndiose Schauspielkunst abliefert. Korrupt, Humorvoll, einfach crank :D . Alle weiteren Schauspieler überzeugten mich ebenfalls. Die Atmosphäre des Films ist gelungen nicht sehr düster wie mans in vielen Cop-Dramen kennt aber dafür gibts auch sehr viel "schwarzen Humor".
Die Musik des Films ist in vielen Szenen gut eingesetzt sowie die Kameraführung ebenfalls positiv zu erwähnen ist. So ein Cop-Leben im Drogenrausch muss schon heftig sein - ist man damit Glücklich ich kann mir nicht vorstellen das es da oft ein Happy-End gibt.
Für Genrefans ist Werner Herzog´s - Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen volkommen zu empfehlen.
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mj1978 2011/10/10 19:03:26
Kommentar löschenirgenwie interessant... netter cast... aber mir irgendwie zu schräg... geschmackssache
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Begbie 2011/10/10 01:40:35
Kommentar löschenWas für ein seltsamer Streifen. Ich habe einen geradlinigen Film noir erwartet - geliefert bekommt man irgendwie einen durchgeknallten Thriller/Drama/Drogenfilm der in keine Schublade passt (und dann noch dazwischen die Experimente wie die Szene mit dem "Leguan"). Der Anfang war noch sehr spannend und interessant, aber gegen Ende wirds dann doch zuviel, auch wenn man das alles ab irgendwann als Traumwelt abtun darf. Ist alles gut gemeint aber packt trotzdem nicht so wirklich...
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Begbie 2011/10/10 01:43:09
Antwort löschenp.s.: achja, immer mal wieder mussst ich zwischendurch an den Kollegen "Sergeant Bruce Robertson" denken, auch wenn dieser natürlich mit noch mehr bösen Qualitäten aufwarten würde ;)
Rodon 2011/10/05 17:05:29
Kommentar löschenDer angesehene Polizist Terence McDonagh (wunderbar von Nicholas Cage verkörpert) verfällt den Drogen und der Spielsucht mehr und mehr, als Lieutenant nimmt er sich eine Dreistigkeit nach der nächsten heraus, um an ein frisches Päckchen Stoff oder neues Geld zu kommen. Nebenbei gerät auch seine Prostituierten-Freundin in Schwierigkeiten. Kurzum: Terence reitet sich immer tiefer in die Scheiße! Obwohl es verwunderlich ist, dass niemandem innerhalb der Polizei sein merkwürdiges Verhalten auffällt, packte mich der Film ziemlich schnell und es war eine Freude mit anzusehen, wie er sich von Rückenschmerzen geplagt von Szene zu Szene schleppt und auf alle Tugend und Moral gründlich pfeift. Nebenbei gibt's auch noch einen fünffachen Mord zu lösen, der Fall tritt jedoch stark in den Hintergrund.
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Anton Gorodezki 2011/08/16 12:39:31
Kommentar löschenNicolas Cage kommt nicht an Harvey Keitel aus dem Original heran, dennoch ist das Remake sehr gut gelungen. Nicht zuletzt deswegen, weil Cage hier die einzige Rolle spielen kann, die er wirklich drauf hat, wie er ja in Leaving Las Vegas schon gezeigt hat. Er vermittelt sehr gut die Trostlosigkeit der Teufelsspirale in der er sich immer mehr abwärts bewegt und seine Situation immer schlimmer wird. Sehenswert, aber wie gesagt - das Original ist besser.
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Mr.Film 2011/07/15 12:34:35
Kommentar löschen"Ich nehme nur was mir verschrieben wird. Bis auf das Heroin."
Dieser Text besitzt Anteile von Spoilern.
Was will uns der Film weiß machen?
Nimm Drogen. Macht nichts. Doch macht Spaß. Und coole Halluzinationen.
Nimm eine Prostiuierte als Frau. Die auch Drogensüchtig ist. Macht alles schwerer aber scheiß drauf.
Klau Drogen aus der Asservatenkammer. Merkt keiner.
Strafzettel ungültig machen. Merkt keiner.
Gangster decken. Merkt keiner. Außerdem gibts Drogen und Geld für deine Spielsucht.
Also sei einfach der beschissenste Cop den es auf dieser Welt gibt. Und was kriegst du?
Ruhm und Anerkennung.
Also die Aussage ist schonmal der größte Schwachsinn. Doch "Bad Lieutenant" weiß auch zu unterhalten. Auch wenn nur mäßig. 2 Stunden sind auf jeden Fall viel zu viel. Etwas kann der Streifen aber anbieten: Gute Schauspieler. Nicolas Cage? Nicht schlecht. Wirklich nicht schlecht. Selten habe ich ihn in seinen neueren Filmen so überzeugend gesehen.
Action gibts hier nicht wirklich, aber dafür ab und zu unterhaltende und witzige Dialoge, die ganz klar das Highlight sind.
Naja, was will ich euch weiß machen?
Schaut was anderes wenn möglich.
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hoffman587 2011/07/15 12:38:44
Antwort löschenDas Original, solltest du dann lieber lassen, naja oder besser den anderen "Bad Lieutenant" mit Harvey Keitel lassen;)
SoulReaver 2011/07/15 12:59:59
Antwort löschenIch fand beide stark, wobei ich den von Herzog dann doch ein Stückchen besser fand.
Timo K. 2011/07/15 13:58:34
Antwort löschenNun, ich begab mich gar nicht auf die Suche nach einer solchen Botschaft, weil es wohl auch an Herzogs eigentlicher Intention vorbei geht. Mich faszinierte, wie Herzog das inszeniert, und wie er einige Thriller-Motive durch den Kakao zieht. Ich betrachtete den Film also eher als reine Spaßveranstaltung, obwohl sie mir ebenfalls arg in die Länge gezogen vorkam. Wenn mir einer gesagt hätte, Herzog würde irgendwann so einen Film machen, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Ein irgendwie schwer zu fassendes Werk, was man folgerichtig deinem Kommentar anmerkt.
Mr.Film 2011/07/15 14:19:58
Antwort löschenTut mir Leid, aber von Herzog habe ich noch nicht viel gesehen(habe ich überhaupt was von ihm gesehen? Keine Ahnung jedenfalls nicht bewusst) aber das ist mir alles so ins Auge gesprungen, ich bin auch niemand der sich in Filmen nach Aussagen umschaut(zB: Funny Games). Naja was solls, unterm Strich hat er mich auch nur ganz annehmbar unterhalten :)
freakualizer 2011/07/15 16:19:22
Antwort löschenIch sehe den Film auch als "Spassveranstaltung", sehr gut! Die Dialoge fand ich auch am ansprechendsten. Zudem mag ich den melancholischen Cage fast immer, Kilmer hat mir hier auch gefallen und die hübsche Mendes tut ihren Teil für´s Auge. Hab deswegen "sehenswert" geklickt, auch wenn ich dem Film gewisse Längen nicht absprechen kann.
Timo K. 2011/07/15 16:43:46
Antwort löschenDann gleich die ganzen Herzog-Kinski-Filme nachholen! Die ursprüngliche BAD-LIEUTENANT-Version mit Harvey Keitel ist übrigens auch empfehlenswert, sehr dunkel, dreckig und abgrundtief pessismistisch, hat also gar nichts mit der durchgeknallten Herzog-Variante gemein. Das dürfte dir vielleicht mehr zusagen. :)
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_Garfield 2011/07/15 16:47:10
Antwort löschenDen schiebe ich auch schon lange vor mir her, deine Kritik motiviert nicht gerade :D
Mr.Film 2011/07/15 16:52:51
Antwort löschen@Timo: Na gut, hast mich überzeugt, such mir mal ein paar Filme raus :) Und das Original wird dann auch irgendwann geschaut.
@_Garfield: Eine 5 ist ja nicht schlecht, wusste auch nicht wirklich was ich davon halten soll, aber ich denke schon das du einen Blick riskieren kannst :)
nikl 1987 2011/07/06 15:12:11
Kommentar löschenBelanglos dahinplätschernder Film. Nach einer Stunde hatte ich schon innerlich halb abgeschaltet gehabt. Keine echten Höhepunkte oder dergleichen, sondern lediglich Cage, der sich alle Nase lang irgend etwas reinpfeift. Anfangs noch lustig, wird aber auf Dauer eintönig. Ich will meine 2 Stunden Lebenszeit zurück!
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stuforcedyou 2011/07/06 11:40:10
Kommentar löschenNur auf dem ersten Blick ein waschechter Cop-Thriller. Auf den zweiten Blick ein Drama über den Untergang einer Seele im Moloch von New Orleans. Nicolas Cage spielt überzeugend, Herzogs Inszenierung ist gewohnt symbolträchtig, gemächlich aber stimmig und weitesgehend auch interessant. Was „Port of Call: New Orleans“ letztlich irgendwie falsch macht ist, dass er nach dem Abspann wieder klanglos entschwindet. Keine Nachhaltigkeiten, keine wirklich erinnerungswürdigen Momente. Ein anspruchsvoller Film mit der Haltbarkeitszeit eines Atemzuges.
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Andy Dufresne 2011/07/06 19:48:23
Antwort löschenDer ist aber schon eine Wieder/nochmal/neu-verfilmung von Bad Lieutenant mit Harvey Keitel,oder? Den fand ich damals Hammer.
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stuforcedyou 2011/07/06 20:00:51
Antwort löschenJa, aber sehr frei neuinterpretiert
der cineast 2011/07/17 16:35:14
Antwort löschenZiemlich richtig!
Kill_Diether 2011/06/21 03:33:12
Kommentar löschenGut, aber vergleichsweise viel intellektueller als das Original von Abel Ferrara, aus dem Jahre 1992. Herzogs Version ist milder und erklärender. Der Spirit des abgefuckten Cops ist da, aber nicht mehr so brachial und kompromisslos wie ihn Harvey Keitel, in seiner besten Rolle, dargestellt hat.
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mikkean 2011/06/18 15:00:55
Kommentar löschen"Alles einsteigen bitte, der Wahnsinns-Express schließt die Türen!" - Wow, für diese Bewertung muss ich zwei Dinge klarstellen: Erstens, "Bad Lieutenant: Port Of Call New Orleans" ist kein Film, jedenfalls keiner, der sich an normalen Maßstäben definieren lässt. Und zweitens, Werner Herzog ist noch lange nicht einer meiner Lieblings-Regisseure UND TROTZDEM möchte ich ihm mal meine Anerkennung für dieses Erlebnis bekunden. Herzogs "Bad Lieutenant" startet eigentlich mit allem, was einen "normalen" Streifen auch ausmacht. Terrence McDonagh ist ein Cop in New Orleans, den wir schon in den ersten zehn Minuten nicht wirklich knuddeln wollen. Kurz nach Hurrikan Katrina findet er mit seinem Kollegen einen zurückgelassenen Sträfling in einer überfluteten Zelle. Nach einem Moment der totalen Verachtung für diesen Kerl stürzt sich McDonagh dann doch ins Wasser. Er rettet den Typen, was ihm Medaille und Beförderung einbringt, aber auch seinem Rücken einen scheinbar irreparablen Schaden zufügt. McDonagh wird zum Schmerzmittel-Junkie, der sich auch noch Unmengen an Koks reinzieht. Wobei ich glaube, diese "kleinen" Schwäche könnte er auch schon davor gefrönt haben. Na ja, dieser McDonagh ist jedenfalls irgendwie ein echter Arsch, im Job hat er es schon zu was gebracht. Aber seinen Privat-Vorrat stockt er mit Diebstählen aus der Asservatenkammer oder unlauteren Kontrollen vor den Klubs der Stadt auf. Da passt es nur, dass seine Geliebte ausgerechnet die Prostituierte Frankie ist. Tatsächlich überzeugend von Eva Mendes verkörpert. Oh ja, Herrn Herzog ist es gelungen, Nicholas Cage aus seinem schauspielerischen Big Budget-Schlummer zu wecken. Denn neben dem Spass, mal einen heruntergekommenen Voll-Arsch mit Marke zu spielen, leistet Cage ganze Arbeit beim zunehmenden geistige Zerfall seiner Figur. Schließlich ist "Bad Lieutenant" auch irgendwo ein Krimi, bei dem es gilt, die Mörder einer ermordeten Immigranten-Familie, die im Drogen-Geschäft tätig war, aufzuklären. Und hier beginnt das ganze erst wirklich interessant zu werden. Das Schicksal meint es nämlich nicht gut mit unserem Protagonisten. Wenn endlich ein Zeuge gefunden wird, kann McDonagh nicht verhindern, dass der das Weite in England sucht. Und den Tätern um den Gangsterboss Big Fate kann er auch nicht lange habhaft werden. Ganz nebenbei sieht der arme Cop dann auch schon Leguane, schläft zugedröhnt vor einer viel versprechenden Nummer ein oder verliert mehr und mehr Geld beim Wettspiel. Genau beginnt sich das Geschehen vom Strickmuster eines durchgeknallten Thrillers zu lösen und wird zu einer Charakter-Studie. Schließlich pumpt da noch ein drogenbelastetes Herz in diesem Körper. Vor allem eines, das der Hure Frankie helfen will. Wenn zum Beispiel ein hochnäsiges Unternehmer-Bürschen kräftig zulangt oder als ihr brutaler Zuhälter zur Wahl zwischen Verdienst-Ausfall oder Blei-Kur bittet. Den Kopf zieht sich McDonagh schließlich so aus der Schlinge: Er geht einen Pakt mit dem Teufel ein und wird Bullen-Freund von Big Fate. Ab hier beende ich mal die Inhalts-Angabe Schrägstrich Analyse. Keine Panik, ich habe noch gar nicht so viel verraten. Es gibt noch eine Menge Details und Szenen zu entdecken. Werner Herzog hat bei "Bad Lieutenant" alles gesetzt und gewonnen. Auch ich kenne und schätze das kranke Original von Abel Ferrera. Dennoch bin ich wirklich beeindruckt, von einem simplen oder verwursteten Remake lässt sich in diesem Fall nicht sprechen. Cage und Keitel unterscheiden sich in ihren Darstellungen sehr voneinander und, so wie auch ihre jeweiligen Beweggründe, doch noch die Kurve zu kriegen. Wie bereits erwähnt, Cage spielt einerseits einen echten Wichser und dennoch fesselt es mich, ihm dabei zuzuschauen, wie er ein schlimmes Verbrechen aufklären will oder auch nur, einen Straf-Zettel verschwinden zu lassen. Es ist ja nicht so, als wüsste dieser McDonagh nicht, dass sein Zug auf den Abgrund zusteuert. Am Ende eifert er selbst zusammen mit seiner Frankie dem Vorbild des Vaters nach, der neuerdings zu den Anonymen Alkoholikern geht. Was sag ich zu dem Film als ganzes? Vielleicht, dass der Streifen der linearste, nicht-lineare Film ist, der mir seit langem untergekommen ist. Die Verbrechens-Aufklärung steht da immer mehr oder weniger im Vordergrund, wechselt mit diesen intimeren Momenten, wo Cage sich im Dreck wälzen darf und dann doch einen weiteren Schritt auf der Reue-Treppe nimmt. Dabei verlässt sich Herzog einerseits auf eine "traditionelle" Optik, streut dann aber immer wieder diese Momente rein: Die schöne Handkamera bei den Leguanen oder dem toten Alligator oder der Augenblick, wo der umnebelte Cage die Seele des Zuhälters beim Breakdance beobachtet - echt irre. Übrigens auch von einer teilweise überraschenden Kamera begleitet, toll. Und ganz nebenbei fällt mir auf, dass "Bad Lieutenant" außerdem die Merkmale dieser schönen Indie-Welle aufweist, die ab und zu selbst die Oscars rocken. Etablierte Namen wie Cage, Mendes, Brad Dourif oder auch Val Kilmer (!!!), die allesamt bestens aufgelegt sind. So einfach die Zutaten auch sein Mögen, bei diesem Streifen bekommt man das, was man von einem Krimi nicht erwarten würde. Irgendwie heldenhafte Anti-Helden, eine angeschlagene als denn düster-bedrohliche Stadt und so viele Verrücktheiten, die selbst die branchenführenden Crime-Serien wie CSI, Law and Order und Co. langweilig aussehen lassen. Nur noch eine Warnung noch: Das her ist definitiv ein ruhigerer und wahrlich kein knallender Film. Sollte man sich schon drauf einstellen, ansonsten viel Spass bei der Fahrt durch ein kränkelndes Hirn.
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MovieMonster 2011/06/30 23:59:12
Antwort löschenHm... habe jetzt aus Paranoia vor zu vielen Spoilern mittendrin aufgehört zu lesen. Ich muß mir den Film jetzt unbedingt ansehen, denn was ich von deinem Kommentar bis jetzt gelesen habe, hat mein Interesse geweckt. ;)
mikkean 2011/07/02 13:25:04
Antwort löschenFreut mich, ich hoffe, er gefällt dir auch so gut!
The_Comedian 2011/07/04 15:14:31
Antwort löschen... ja ja, Cage kann den Kaputten doch immer noch am Besten!
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mikkean 2011/07/06 09:37:27
Antwort löschenOh ja :)
Mr.Film 2011/07/06 12:40:22
Antwort löschenWow. Vorgemerkt!
Staubiger 2011/06/08 20:57:41
Kommentar löschenHmmm… ich hab den Film im Kino gesehen und war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Der Look war irgendwie altbacken und die Story ziemlich schleppend. Nicholas Cage sehe ich gerne, aber das reicht noch nicht für einen guten Film. Hab ich jedenfalls alles schonmal besser gesehen. Zum Beispiel in Ferraras "Bad Lieutenant".
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BigDi 2011/05/29 13:52:00
Kommentar löschenEin gnadenloses Chaos - aber was ein Chaos! Man mag sich angesichts der intuitiven Stolpereleganz des Ganzen gar keine unsinnigen Fragen zu Inhalt oder Sinn stellen, doch eine bleibt bestehen: Ist es nun ein Herzog- oder doch ein Cage-Manifest?
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seniorem 2011/05/25 07:26:45
Kommentar löschenGestern gesehen, geiler Streifen, spannende Story, tolle Kameraführung, Cage spielt mal wieder sensationell und immer diese Leguane
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