Aus den nüchternen Formatvorgaben gegenwärtigen Filmschaffens bricht "Baikonur" mutig aus, indem sich Veit Helmer auf die ursprünglichen Beweggründe für "bewegte Bilder" bezieht: Das Publikum soll im Kino zum Staunen gebracht, ja womöglich verzaubert werden.
Mutig ist die Art des Filmemachens, wie Veit Helmer sie bevorzugt, in jedem Fall. Seine Filme sind voller eindrucksvoller Bilder, trauen sich aus den bekannten und unendlich oft abgefilmten deutschen Gefilden hinaus und versuchen die Welt mit anderen Augen zu sehen. Auch seine beiden Hauptdarstellerinnen sind überaus sehenswert, was dann aber schnell zu einem der Probleme von Helmers Film führt: Seine Figuren sind wenig mehr als Chiffren, deren Verhalten oft kaum nachvollziehbar ist; statt auf Psychologie setzt er auf malerische Bilder. In den besten Momenten ist „Baikonur“ tatsächlich poetisches Kino mit eindrucksvollen Bildern. Nur zwischen diesen Momenten stottert die Geschichte ein wenig unbefriedigend durch die kasachische Steppe.
"Baikonur" ist Nostalgie pur - nach dem einfachen Leben und dem naiven Gutmenschen, der unerschütterlich an die Liebe glaubt.
Das irrationale Verhalten verpackt Helmer in schöne Bilder, verziert mit Poesie und der Idealisierung einer kleinen Gemeinschaft. Nicht Verstand oder Logik prägt das Verhalten der Figuren, sondern Realitätsferne, Chuzpe und Blauäugigkeit. Da schaut man gerne zu, wenn der Steppenmann für das Himmelsgeschenk eine riesige Badewanne in die Jurte bringen lässt ohne jeglichen Wasseranschluss.
Technische Dokumentation, kasachisches Dorfmilieu, märchenhafte Einbildung eines Verblendeten, Liebesgeschichte, Erwachen aus dem unerreichbaren Wunschtraum und Rückkehr ins gewöhnliche Leben – von Veit Helmer alles gemixt in seinem bereits aus früheren Filmen bekannten teils originellen, teils disparaten Stil.
Der Film sprießt nur so von Klischees und Vorurteilen. Und was lernt man zum Schluss? Lebe nicht deinem Traum, bleib lieber bei deiner Familie.
Aus der Geschichte hätte man mehr rausholen müssen, um wirklich zu unterhalten. So lässt man sich schlichtweg nur ein wenig von den ulkigen Traditionen des Dorfes berieseln und ein paar Tage später ist der Film vergessen. Schade, mehr Potenzial hätte er gehabt.
Baikonur - Kritik
DE/RU 2011 Laufzeit 95 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 01.09.2011
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Kritiken (4) — Film: Baikonur
Jörg Schöning
Kommentar löschenAus den nüchternen Formatvorgaben gegenwärtigen Filmschaffens bricht "Baikonur" mutig aus, indem sich Veit Helmer auf die ursprünglichen Beweggründe für "bewegte Bilder" bezieht: Das Publikum soll im Kino zum Staunen gebracht, ja womöglich verzaubert werden.
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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de
Kommentar löschenMutig ist die Art des Filmemachens, wie Veit Helmer sie bevorzugt, in jedem Fall. Seine Filme sind voller eindrucksvoller Bilder, trauen sich aus den bekannten und unendlich oft abgefilmten deutschen Gefilden hinaus und versuchen die Welt mit anderen Augen zu sehen. Auch seine beiden Hauptdarstellerinnen sind überaus sehenswert, was dann aber schnell zu einem der Probleme von Helmers Film führt: Seine Figuren sind wenig mehr als Chiffren, deren Verhalten oft kaum nachvollziehbar ist; statt auf Psychologie setzt er auf malerische Bilder. In den besten Momenten ist „Baikonur“ tatsächlich poetisches Kino mit eindrucksvollen Bildern. Nur zwischen diesen Momenten stottert die Geschichte ein wenig unbefriedigend durch die kasachische Steppe.
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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online
Kommentar löschen"Baikonur" ist Nostalgie pur - nach dem einfachen Leben und dem naiven Gutmenschen, der unerschütterlich an die Liebe glaubt.
Das irrationale Verhalten verpackt Helmer in schöne Bilder, verziert mit Poesie und der Idealisierung einer kleinen Gemeinschaft. Nicht Verstand oder Logik prägt das Verhalten der Figuren, sondern Realitätsferne, Chuzpe und Blauäugigkeit. Da schaut man gerne zu, wenn der Steppenmann für das Himmelsgeschenk eine riesige Badewanne in die Jurte bringen lässt ohne jeglichen Wasseranschluss.
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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de
Kommentar löschenTechnische Dokumentation, kasachisches Dorfmilieu, märchenhafte Einbildung eines Verblendeten, Liebesgeschichte, Erwachen aus dem unerreichbaren Wunschtraum und Rückkehr ins gewöhnliche Leben – von Veit Helmer alles gemixt in seinem bereits aus früheren Filmen bekannten teils originellen, teils disparaten Stil.
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Kommentare (2) — Film: Baikonur
ollipolli2011 Thu, 08 Sep 2011 12:26:09 -0000
Kommentar löschenToller Film! Echt sehenswert; ein phantastisches, modernes Märchen...
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a normal disaster Mon, 27 Jun 2011 13:02:01 -0000
Kommentar löschenDer Film sprießt nur so von Klischees und Vorurteilen. Und was lernt man zum Schluss? Lebe nicht deinem Traum, bleib lieber bei deiner Familie.
Aus der Geschichte hätte man mehr rausholen müssen, um wirklich zu unterhalten. So lässt man sich schlichtweg nur ein wenig von den ulkigen Traditionen des Dorfes berieseln und ein paar Tage später ist der Film vergessen. Schade, mehr Potenzial hätte er gehabt.
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