Bal - Honey

Bal (2010), DE/TR
Laufzeit 104 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 09.09.2010

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7.8 Kritiker
13 Bewertungen
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von Semih Kaplanoglu, mit Bora Altas und Erdal Besikçioglu

Seit Kurzem besucht Yusuf (Bora Altas), sechsjähriger Hauptdarsteller von Bal, die Grundschule, wo er Lesen und Schreiben lernt. Sein Vater Yakup (Erdal Erdal Besikcioglu) ist Bienenzüchter. Der Bergwald ist für seinen Sohn ein Ort großer Geheimnisse und zentraler Handlungsort des Films Bal.
Als die Bienen eines Tages aus der Gegend verschwinden, ist die Lebensgrundlage der Familie in Frage gestellt. Yakup bricht deshalb ins entfernte Gebirge auf, woraufhin Yusuf das Sprechen einstellt. Die Tage vergehen, ohne dass Yusufs Vater zurückkommt und es beginnt eine beunruhigende Zeit des Wartens in Bal. Eines Tages beschließt Yusuf, sich allein auf die Suche nach seinem Vater zu machen.

Bal, der neue Film des türkischen Regisseurs Semih Kaplanoǧlu wurde auf den 60. Filmfestspielen von Berlin uraufgeführt und gewann dort den Goldenen Bären. Bal stellt den dritten Teil von Kaplanoǧls autobiographisch geprägter Yusuf-Trilogie dar. Die beiden anderen Teile sind: Yumurta dt.: „Ei“) und Süt dt.: „Milch“).

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Kritiken (10) — Film: Bal - Honey

Volker Hummel: epd-film Volker Hummel: epd-film

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9.0Herausragend

„Bal“ hält sich glücklicherweise an den Rat, den Yakup seinem Sohn am Anfang des Films gibt: Flüstere deine Träume oder erzähle sie lieber überhaupt niemandem. Später wird Yusuf abrupt das Haus verlassen, als ihm seine Mutter einen Traum schildert, in dem Vater, Mutter, Sohn und Blumen eine Rolle spielen. Solche Erzählungen überlässt man lieber den Langweilern und Psychologen. „Bal“ ist ein Film, der seine Geheimnisse zu flüstern und zu verschweigen weiß.

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Peter Uehling: Berliner Zeitung Peter Uehling: Berliner Zeitung

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9.0Herausragend

Da der Film auf Handlung weitgehend verzichtet, wird die Schönheit zur tragenden Größe, wenn es darum geht, den Zuschauer zu fesseln. Aber ihre letzte Berechtigung hat die dokumentarische, distanzierende Schönheit von "Bal" darin, dass sie nichts verklärt.

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Daniela Sannwald: der Tagesspiegel Daniela Sannwald: der Tagesspiegel

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8.0Ausgezeichnet

Kaplanoglu, der seine Filme als Regisseur, Autor, Cutter und Produzent bis ins kleinste Detail kontrolliert, lotet die ästhetischen Grenzen seines Mediums immer mehr aus. Mitunter hat man den Eindruck, er befinde sich bereits an den Rändern der bildenden Kunst und Musik.

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Michael Kohler: www.filmdienst.de

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8.5Ausgezeichnet

Kaplanoglu erzählt eine einfache Geschichte mit einfachen Mitteln, die er souverän beherrscht und mit denen er seinen Film zu einem bewegenden Ende führt. Damit gehört er, wie die Imker seines Films, zu den Vertretern eines vom Aussterben bedrohten Handwerks. Hier kommen beide Handwerkskünste auf glückliche Weise zusammen.

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José Garcia: Textezumfilm

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8.5Ausgezeichnet

Äußerlich geschieht nicht viel in „Bal – Honig“. Wegen der elliptischen Erzählstruktur des Filmes ist es schwer herauszufinden, ob die Filmzeit ein paar Tage oder ein paar Wochen umfasst. Die Betonung liegt aber nicht so sehr auf der Erzählung von Ereignissen als vielmehr auf der Beschreibung von Yusufs Kindheit. Dazu bedient sich Semih Kaplanoglu einer sehr poetischen Bildersprache. Die satten Farben und die Tiefenschärfe der Bilder, verbunden mit den langen Einstellungen, unterstreichen die Schönheit einer Stille, die man als Zuschauer förmlich zu hören meint. Was jedoch in „Bal – Honig“ wirklich zu hören ist, sind die Geräusche und Klänge der Umgebung, die eine kongeniale Tonspur bilden.
Wenn es „nur“ um schöne Bilder und eine auserlesene Tonspur ginge, könnte „Bal – Honig“ in einem Kunstmuseum statt im Kino bewundert werden. Aber Semih Kaplanoglu liefert außerdem eine wunderbare Vater-Sohn-Geschichte. In der Art, wie der türkische Regisseur von der Schönheit, aber auch vom Schmerz in der Kindheit erzählt, gleicht könnte „Bal – Honig“ den großen Filmwerken eines Majid Majidis („Kinder des Himmels“, „Die Farben des Paradieses“) oder auch eines Bahman Gohbadi („Die Zeit der trunkenen Pferde“). Tragen in diesen Filmen die Kinderdarsteller in besonderem Maße zur Authentizität bei, so trägt in „Bal – Honig“ der siebenjährige Bora Altas mit seinen großen, neugierigen Augen den Film über weite Strecken.

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M.Steinhoff: Schnitt M.Steinhoff: Schnitt

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8.5Ausgezeichnet

Alles atmet in diesem Film, und selten ist kindliche Wahrnehmung so kongenial übersetzt und dadurch fühlbar gemacht worden! Narrative Erklärungen treten gegenüber der Bild- und Tonspur in den Hintergrund, allein schon deshalb, weil sich der Protagonist jeglicher sprachlicher Kommunikation verwehrt. [...] Kaplanoglu hat mit Bal einen Film geschaffen, der fast ohne Worte auskommt und sich vollkommen auf seine Bilder und Töne verläßt [...].

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P. Wellinski: Filmszene.de P. Wellinski: Filmszene.de

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9.0Herausragend

Die langsame, beobachtende Erzählweise [...] hätte durchaus langweilig werden können. Doch Kaplanoglu erweist sich als Regisseur mit einem präzisen inszenatorischen Stil. Jeder Schwenk, jeder Schnitt, die ganze Anordnung der Dinge im Bild entspringt nicht dem Zufall oder der Improvisation, sie sind bis aufs Kleinste geplant und gewollt. Das erinnert dann in seinen stärksten Momenten an das Kino von Antonioni, Renoir und vor allem Bresson. [...] "Honig" ist [...] eine ungeheuer sensible Vater-Sohn-Geschichte, die man so auf der Leinwand lange nicht mehr gesehen hat.

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Filmering: Filmering.at

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7.0Sehenswert

Bal ist ein ruhiger Film, der viel Kraft aus seinen wunderschönen Bilder bezieht und vor allem durch eine fabelhafte Atmosphäre punktet. Auch für alle, die keinen anderen Teil der Yusuf Trilogie gesehen haben, ist Bal ein sehr sehenswerter Film, der durch die sensible Auslotung eines Charakter überzeugt. Schade ist jedoch, dass sich doch einige Längen eingeschlichen haben. Wer aber Lust auf ein ruhiges Charakterdrama mit mystischer Aura hat, der kann mit Bal eigentlich nichts falsch machen.

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Christoph Egger: Neue Zürcher Zeitung Christoph Egger: Neue Zürcher Zeitung

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8.0Ausgezeichnet

Wunderschön, fast märchenhaft-träumerisch entrückt, «Bal» («Honig»); nach «Ei» (2007) und «Milch» (2008) der Abschluss der sogenannten Jussuf-Trilogie des 1963 geborenen türkischen Regisseurs Semih Kaplanoǧlu: inspiriert von Rimbauds «Sensation», flüsternd von der Einschulung und dem Tod des Vaters seines Helden.

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Thorsten Funke: critic.de

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Yusuf ist seinem Vater sehr stark verbunden und begleitet ihn bei der Arbeit in den Wald, den Kaplanoğlu mit der Kamera in wunderschönen Bildern einfängt wie eine Märchenlandschaft. Eine kleine Kamerafahrt entlang wilder Blumen. Ein Reh, das plötzlich, über Yusufs Schulter gefilmt, auf einer Lichtung steht – und darüber freut man sich wirklich. Der Mond, der sich in einem Wassereimer spiegelt, verschwindet, als Hände in das Wasser tauchen, und dann wieder erscheint. Wie ein wiederkehrender Traum.

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Kommentare (8) — Film: Bal - Honey

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spanky

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Bewertung7.0Sehenswert

Vier Minuten bis zum ersten Schnitt. Mehr Downbeat geht nicht. Das nenne ich mal Zen-Filmmaking. Und nichts gegen Entschleunigung und schwärmerische Naturaufnahmen, aber als Abendprogramm kann solch meditative Ereignislosigkeit schon ermüden. Der kleine Bora Altaş als authistisch-verträumter Bauernjunge ist jedoch eine Entdeckung und jeden überlangen Meter Film wert. Er allein trägt einen über die Durststrecken dieses Dramas hinweg.

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8martin

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Bewertung5.0Geht so

Dass der Regisseur der in den Fluten eines Staudammes verschwundenen Berglandschaft ein Denkmal setzen wollte ist äußerst ehrenhaft. Er führt uns in die Abgeschiedenheit eines kleinen Dorfes, das zwischen steilen, stark bewaldeten Hängen vor sich hin döst. Ein erhellender Blick in die Weite ist hier unmöglich. Wir schauen nur auf Haus und Hof eingebettet in eine wunderschöne Natur. Hier sehen wir eine archaische Gesellschaft, die recht wortkarg den Dingen des täglichen Lebens nachgeht. Die Monotonie des Alltags wird durch die Wiederholung vieler Szenen verdeutlicht. So hat der stille Film wenig Handlung. Die Schnittfolge mancher Szenen schafft etwas Verwirrung. Die Personen wirken gewollt eindimensional, fast etwas holzschnittartig. So ist es auch nicht möglich, ihnen echtes Leben einzuhauchen. Das wird noch verstärkt durch die endlos langen Bildeinstellungen. Der Honig spielt zwar eine Rolle, aber der eigentliche Protagonist ist der kleine Junge mit dem Handicap. Beide Handlungsstränge laufen eigentlich neben einander her, denn sie haben nichts miteinander zu tun. Ein kleines Handikap also hat der Film schon.

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fluxberg

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Bewertung5.0Geht so

Poesie mit der Brechstange. Wie leicht das Feuilleton sich zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt, schockiert mich immer wieder. Da glaubte es mal wieder, große Kunst entdeckt zu haben. Dabei war es nur irgend so ein Filmchen. Pures Blendwerk!

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maslobojew

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was in anderen Geschichten oder Filmen nur eine Episode am Rande ausdrückt, wird in Bal zum Gegenstand der Handlung gemacht. Wobei sich diese ganz auf die Perspektive des Jungen konzentriert und entsprechend ausgebreitet wird. Man kann sich das anschauen, so als ob man der Junge selbst ist, nun im Erwachsenenalter und sich erinnert. An damals, wie das mit dem Vater war.

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Uwe_HH

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Bewertung4.0Uninteressant

Wunderschöne Bilder, sehr bedächtig, sehr konsequent.

Fand ich es interessant? Anfangs ja doch mit laufender Zeit immer weniger. Es muss nicht jeder Film überraschend sein, auch vorhersagbare Handlungsstränge können ihren Reiz haben. Für mich sollte aber ein Mindestmaß an Handlung vorhanden sein.

Haben mich die Figuren (der Junge) berührt? Nein, seltsamerweise hat mich der Film dem Jungen wenig näher gebracht. Vielleicht die Szene mit der Milch aber ansonsten: Alles passierte, alles war vorhersehbar, nichts hat mich ergriffen.

Ich fand es schade, dass ich mich in so einem wunderschönen, bedächtigen, kosequenten Film so langweile.

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Sigmund

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Bewertung5.5Geht so

Obwohl ich ruhige, langsam erzählte Geschichten oft sehr schätze, konnte Bal mich nicht recht überzeugen. Die fast schon affektierte Dramaturgielosigkeit mag anfangs noch als meditativ durchgehen, aber auf Dauer ist sie einfach ermüdend. Trotzdem hat es einen gewissen Reiz, dass dieser Film zu so hohen Preisehren gekommen ist. Denn was in einer medial so grenzenlos überfrachteten Zeit beeindruckt, ist sein unglaublich konsequenter Ausdruck von Ursprünglichkeit.

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FutureInstitute

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Bewertung6.5Ganz gut

Turkey is a topic 2010 (Istanbul as one of the culture main capitals 2010, oriental lifestyle & music,...) and so the movie shows more daily life & the Turkish dreams, visions & reality

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wolf260366

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Dieser Film bremst einen total aus. Er hat in seinen Bildern und der erzählten Geschichte eine echte tiefe. Völlig kompromisslos wird die Story aus der Sicht des Jungen erzählt, der langsam ist und wahrnimmt. Der Regisseur nimmt sich diese Zeit. Keine Musik, sehr wenig gesprochen. Die Bilder zählen. Zunächst einmal bei mir Ratlosigkeit über diesen Film und dann gefiel er mir im nachhinein immer besser. Sehr guter Berlinale Beitrag im Wettbewerb.

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