Ballast
Ballast (2008), US Laufzeit 96 Minuten, Drama
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
19 Bewertungen
2 Kommentare
Keine
von Lance Hammer, mit Micheal J. Smith Sr. und JimMyron Ross
Das winterliche Mississippi-Delta liefert den Hintergrund für dieses sozialrealistische Drama aus dem Süden der USA. Hier leben der zwölfjährige James und seine Mutter Marlee, die hart darum kämpfen muss, den gemeinsamen Lebensunterhalt zu verdienen. Viele Stunden am Tag verbringt sie mit schlechtbezahlter Arbeit, James ist dann sich selbst überlassen. Bei seinen Streifzügen durch die Umgebung schließt der Junge Bekanntschaft mit einer Gruppe Teenager, bei denen er Eindruck schinden möchte. Deshalb erklärt sich James auch bereit, mit seinem Motorrad gelegentlich Drogen zu transportieren, was seine neuen Freunde sehr zu schätzen wissen. Doch dann droht James das Opfer einer Gewalttat seitens seiner neuen Freunde zu werden. Daraufhin schnappt sich Marlee den Jungen und flieht mit ihm nachts über das Wasser zu Lawrence, einem Mann mittleren Alters, der 15 Meilen entfernt traurig und einsam auf einem kleinen Anwesen lebt. Einerseits finden sie hier Sicherheit – andererseits bricht damit aber auch ein bösartiger und unlösbarer Konflikt wieder auf, der seit James’ Geburt zwischen Lawrence und Marlee besteht. Zwar hat Lawrence für sein eigenes Leben keinerlei Hoffnung mehr, zwar lastet eine schwere Schuld auf dem selbstmordgefährdeten Mann, doch nun ist das Leben eines Kindes in Gefahr – eines Kindes, dem er von Nutzen sein kann.





















Kritiken (1) — Film: Ballast
M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune
Kommentar löschenIch liebe "Ballast" und will vorsichtig sein, um die Leistung von Regisseur Lance Hammer weder überzubewerten noch die sanften, geduldigen Züge dieses Films falsch zu deuten. Ein paar der dramatischen Szenen springen nicht so sehr ins Auge, sind etwas stumpf geraten, ein wenig zu seicht in der Darstellung. Der Rhythmus und die emotionale Landschaft sind vielleicht nicht reißerisch genug für manche. Die Welt, und die Filmwelt, ist ziemlich schrill dieser Tage und dieses Porträt von Raum und Ruhe (und Kommunikation, wenn sie am meisten benötigt wird) widersteht dem Wettbewerb mit dem Lärm.
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Kommentar — Film: Ballast
Schlegel Wed, 13 Jun 2012 08:09:49 -0000
Kommentar löschenReal America im verschneiten (!) Mississippi-Delta. Lance Hammer, im Brotberuf Art Director für die großen Studios, ließ die Darsteller für sein „Anti-Hollywood“ nur kurz ins Drehbuch schauen: „It really wasn’t about bringing something out; it was about preventing them from putting something out there that wasn’t them. So my singular goal in the direction of actors was to have the actors behave as they are at all times I wanted them. This is straight out of Robert Bresson – you cast people for them. It’s not acting.“ (http://thefilmlot.com/interviews/INThammer.php)
Mit seiner offenen Erzählstruktur geht „Ballast“ naheliegenden Konflikten aus dem Weg und schafft eine Atmosphäre der Uneindeutigkeit. Nie Beliebigkeit. Der Blick ist genau, die Details sitzen, kein falscher Ton schleicht sich ein. Als Konzession an den Mainstream bleibt das Format: Gedreht wurde auf stolzem Super-35mm. Eigentlich, nunja: ein Meisterwerk.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
FranklinFlyer Sat, 04 Aug 2012 19:42:22 -0000
Antwort löschenTrifft perfekt
Schlegel Tue, 14 Aug 2012 15:19:09 -0000
Antwort löschenAber jetzt denke ich über diesen Bresson-Sager nach: "You cast people for them. It’s not acting." - und ich glaube, das ist ein Schmarrn.