Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Balzac et la petite tailleuse chinoise (2002), CN/FR
Laufzeit 116 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 25.12.2003

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von Sijie Dai, mit Xun Zhou und Kun Chen

China 1971. Im Zuge der Kulturrevolution werden der 18-jährige Luo und der 17-jährige Ma zur Umerziehung aufs Land geschickt. Als die jungen Männer auf die Tochter des Schneiders treffen, verlieben sich beide in sie. Die Dorfschönheit ist von vielen begehrt, doch Ma und Luo entdecken einen Schlüssel zu ihrem Herzen.

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Kritiken (2) — Film: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Corsovilla: SchönerDenken

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9.0Herausragend

Prof. Pu von SchönerDenken schreibt an den Regisseur: "Cher Monsieur Daj Sijie, es stimmt mich traurig, daß die Verfilmung Ihres zauberhaften autobiographischen Romans „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ in Ihrer Heimat wohl nicht den Weg in die Kinos finden wird. Tröstlich finde ich, dass einem Roman kaum etwas Besseres passieren kann als vom Autor selbst verfilmt zu werden, denn wer hat die besten Bilder im Kopf als deren Erdenker?"

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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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8.0Ausgezeichnet

Sijie enthält sich aller Bitterkeit, erzählt mit federleichter Ironie, lässt die unverbrauchten Gesichter seiner jungen Darsteller sprechen und die Magie der still herrschenden Berglandschaft, die nur über unzählige Treppen zu erreichen ist.

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Kommentar — Film: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

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8martin

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Bewertung9.0Herausragend

Zunächst einmal macht der Film die Lächerlichkeit der Großen Kulturrevolution deutlich. Es herrschen ungebildete Apparatschiks der KPCh, die sinnlosen Aktionismus propagieren und eigentlich dem Fortschritt im Wege stehen. Es ist ein Riesenspaß, wenn denen Studenten, die zur Umerziehung aufs Land geschickt wurden, europäische Kultur nahe bringen sollen. Die tiefen Gegensätze zwischen Stadtmenschen und Dörflern, Intellektuellen und Bauern werden mit viel Humor dargestellt. In der sich anschließenden Liebesgeschichte spielt das Vorlesen von verbotenen französischen Romanen eine wichtige Rolle. Hier gehört der Titel hin. In fast kindlicher Unschuld wird dieses warmherzige Verhältnis geschildert. Und das ist dann auch die Kernaussage des Films: Lesen fördert die Persönlichkeitsbildung, emanzipiert und macht in letzter Konsequenz
erst frei. Dann überspringt die Handlung etwa 20 Jahre. Wir sehen wie die wunderschöne Bergregion für den Drei-Schluchten-Damm geflutet wird. Es ist wohl die optisch schönste und lyrischste Umsetzung dieses frevelhaften Eingriffs des Menschen in die Natur. Sehenswert!

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