Barbara - Kritik

DE 2012 Laufzeit 108 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 08.03.2012

Kommentare zu Barbara

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    jeffcostello 15.11.2014, 14:52 Geändert 16.11.2014, 16:30

    Petzold verdichtet die DDR mit all ihren Facetten und Ausprägungen auf den Mikrokosmos des Provinzdorfes und des Krankenhauses, vermeidet stupide DDR-Klischees und inszeniert auch keine biedere Geschichtsstunde sondern lebendiges Kino.
Die DDR wird sprichwörtlich als Gefängnis für die Bevölkerung inszeniert, in äußerst drastischen Szenen zeichnet Petzold präzise und detailliert einen Überwachungsstaat nach, der beim Eindringen in das Leben seiner seiner Bürger jede moralische Grenze überschreitet und sich in Würdelosigkeit verliert. 
Doch wie der Titel „Barbara“ impliziert geht es Petzold in erster Linie um die Menschen, die im politischen Gefängnis bloß noch Gespenster sind, um unterbundene Selbstverwirklichung und um die innere Zerrissenheit, den Konflikt zwischen dem Wunsch zur Flucht, dem Aufbegehren gegen die Unterdrückung und dem sich Abfinden mit der bitteren Realität. Es geht Petzold aber auch um eine für ihn ungewohnt zärtliche inszenierte Liebesgeschichte, deren behutsame Entstehung er immer wieder mit Kunst und Kultur verknüpft und die so beinahe als Ausweg und Erlösung aus dem Elend erscheinen kann. Großartig gespielt von Ronald Zehrfeld und Nina Hoss, an deren Gesicht Petzolds Kamera praktisch ständig klebt um jede Emotion von ihr aufzusaugen. 
„Barbara“ ist wunderbares, prächtig gefilmtes, lebendiges deutsches Kino!

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      Andiko78 24.10.2014, 19:42

      Ich denke der Film trifft perfekt die Stimmung, zur damaligen Zeit in der Provinz der DDR. Viel Liebe fürs Detail. Nina Hoss und Ronald Zehrfeld harmonieren optimal miteinander. Es baut sich auch eine gewisse Spannung auf, gutes Storyboard. Schön und fast passend wie die Faust aufs Auge, finde ich den Track im Abspann von Chic "At last im free". Wundervoller Film von Christian Petzold. Ich finde es schade und verachtenswert, das solche deutschen Produktion nicht beachtet werden wie sie es verdient hätten.

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        angelmoonsoul 03.10.2014, 23:17

        ja ... war ja ganz interessant .... nur teilweise ein bisschen langweilig ...

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          8martin 10.04.2014, 10:37

          Drei Gründe sprechen dafür, dass dieser Film eine Klasse für sich ist. Er trifft punktgenau die Atmosphäre in einem totalitären Staat. Und das bezieht sich nicht nur auf die frühere DDR, sondern kann generell gelten. Dann sehen wir mit Nina Hoss in der Titelrolle eine hervorragende Hauptdarstellerin. Getoppt wird das Ganze durch einen Schluss, der sowohl völlig unerwartet kommt, als auch ein Plädoyer für Opferbereitschaft bis zur Selbstverleugnung ist und damit einen ideell hochstehenden Wert beansprucht und über den eigenen Tellerrand der Vorteilssuche hinausgeht.
          Die Menschen sind extrem wortkarg, sehr zurückhaltend und verschlossen. Sie sind misstrauisch und selbst die Natur scheint feindlich zu sein. (stürmische Winde). Nach einer halben Stunde fällt das erste klärende Wort ‘Ausreiseantrag‘. Es folgen weitere Anspielungen bis der Zuschauer erkennt, es geht hier um das DDR-Thema Nummer 1 ‘Republikflucht‘.
          Abgeleitet von der zentralen Figur Barbara speist sich die Spannung aus mehreren Quellen: Kollege Reiser (Ronald Zehrfeld) zwischen Liebe und Stasimitarbeit?! Später terminliche Überschneidungen: Operationsassistenz oder Fluchtplan?! Dazu immer wieder die schikanösen Hausdurchsuchungen.
          Petzold beweist einmal mehr sein Talent mit der überraschenden Wende am Ende gefolgt vom schweigenden sich Gegenübersitzen von Barbara und Dr. Reiser. Man spürt was sie durchmachen… Zeitlos, spannend, wertvoll.

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            abendrot 10.04.2014, 07:41

            Was mir gefehlt hat, war ein gewisses authentisches "DDR Feeling", wie man es z.B. bei "Das Leben der anderen" noch hatte. Gut, der Film spielt in der Provinz und ja, die Kulissen waren auch gut gewählt, trotzdem wäre ich ohne Vorwissen zunächst nicht drauf gekommen, dass der Film überhaupt im Osten spielen soll. Genauso wenig fühlte ich mich in das Jahr 1980 zurückversetzt, in dem die Handlung nunmal angesiedelt ist. Liegt vielleicht auch an den Darstellern, die mir allesamt sehr modern (auch ihr Sprachduktus) und sehr "Heutzutage" vorkommen. Ein paar liebevoll gesetzte Akztente (Dialekt, der gerade auf dem Lande stärker vertreten ist, Musik, Mode zu jener Zeit) hätten dem ganzen vielleicht auch ein wenig mehr Kontext-Anstrich verliehen. Abgesehen von ein paar VoPo-Auftritten und kurzen Horch&Guck-Besuchen hätte es mich nicht gewundert, wenn die Geschichte in einer heutigen ländlichen Gegend spielt. Die Figuren blieben mir nur bedingt sympathisch. Barbara selbst ist unterkühlt und kaum zugänglich, es bleibt schleierhaft, warum sie sich so aufopferungsvoll um ihrem Schützling Stella kümmert - eine Rolle, die man finde ich auch gut hätte weglassen können. Eigentlich sagte mir nur Ronald Zehrfeld (André) zu, der sicherlich nuancierteste Charakter.
            Einen echt mitreißenden und unter die Haut gehenden Ost/West-Konflikt kann ich in diesem Film nicht ausmachen. Sicher, Stella will raus, Barbara auch. Sagen sie. Aber ist das packend inszeniert? Ich finde leider, da hat die Filmwelt besseres zu bieten. Die Sonne dreht sich hier jedenfalls doch zu sehr um die dank gescheitertem Ausreiseantrag aufs Land versetzte Barbara, ihren Frust darüber, der sich in leisen, dialogarmen Bildern ausdrückt, in denen sie mit dem Fahrrad über windige Wald-Dünen-Panoramen fährt. Und ihren unbefriedigenden Alltag, der zweifelsohne dröge wirkt. Echte Probleme mit dem Regime sind hier aber eher Nebenschauplatz, während sie dagegen eine Beziehung mit André aufbaut. Entsprechend ärgerlich fand ich dann auch das Ende, das wiederum die Frage aufwirft, wie groß ihr Leidensdruck denn eigentlich war.

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              Jomo 09.04.2014, 23:47

              Ein trotz des ruhigen Erzähltempos durchgängig spannender Film mit guten Darstellern. Wer Spannung mit Schießereien und Explosionen gleichsetzt, ist hier natürlich falsch.

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                hablo92 09.04.2014, 21:58

                Langweilig, langweilig und langweilig.

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                  Patrick_Seestar 03.02.2014, 14:01

                  da steht man monatelang vor dem DVD-Cover und überlegt, ob man ihn sich ansieht und ob man gerade in der Stimmung ist für ein DDR-Drama und dann bekommt man grandiose Dialoge und eine spannende Geschichte in einer DDR, die man in Goodbye Lenin nie sehen würde.

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                    W2M 24.12.2013, 15:22

                    Ein Film, wie er deutscher kaum sein könnte: die Tragik trieft aus jedem hölzernen Dialog. Und so quält er den Zuschauer zum vorhersehbaren Ende.
                    Wer das Genre des bleiern schweren Sozialdramas mag, könnte auch an diesem Klotz gefallen finden.

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                      denratten 24.11.2013, 13:06

                      Thematisch streckenweise sehr interessant, aber diese knochentrockene Inszenierung langweilt mich fürchterlich. Schade, wäre sonst für mich eine der besten Auseinandersetzungen mit der DDR im Film die ich kenne gewesen.

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                        Delonghi 10.06.2013, 19:50

                        Er kann es nicht, er kann es nicht, er kann es nicht...der Petzold!! Wieder mal ein zähes, endlos durchgekautes und ach so beklemmendes, aber leider ausgelutschtest Kaugummi. Ob es nun Yella, Jerichow oder Dreileben ist: Heisse Luft und noch mal drei Kübel oben drauf. Der Kommentar weiter unten von "Ichundso" trifft das Ganze mal.BINGO!

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                          headmusic 07.04.2013, 14:04

                          Nur eine Anmerkung: NINA HOSS ist atemraubend!

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                            werner-holt 03.03.2013, 09:41

                            Der Film verspricht mehr als er dann am Ende halten kann. Es wird sehr schön ein Spannungsbogen aufgebaut, am Ende bleibt aber nichts über als die Liebesgeschichte (?).

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                              marcus-wagenknecht 26.02.2013, 01:11

                              Ich mag den Film.
                              "DDR" ist in diesem Film nur der Name des Spielfeldes, auf dem ein heutiges Spiel gespielt wird.
                              Das Spiel heißt: "Vertrauen & Misstrauen und die Möglichkeiten, die durch ein gesundes Misstrauen eröffnet werden können."
                              Durch die Augen von Barbara und André kann ich in ihre Welt einsteigen.
                              Barbaras Pedalarbeit gibt das richtige Tempo an.

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                                benutzerbenutzer 20.02.2013, 13:18

                                "Barbara" ist ein Film, der trotz seiner betont nüchternen und unaufgeregten Erzählweise den Zuschauer vor allem durch die Beziehung zwischen Barbara und Andre zu fesseln vermag. Weder Zuschauer noch Protagonistin können sich sicher sein, wem sie vertrauen können. Das Petzold die Menschen, die Barbara auf mehr oder weniger subtile Weise das Leben an ihrem neuen Wohnort zur Hölle machen, nicht verurteilt, sondern Bilder und Erzählung für sich sprechen lässt, ist dem Regisseur hoch anzurechnen. Lediglich gegen Ende wird die Situation etwas überdramatisiert, was allerdings durch Hoss' exzellentes Spiel ohne weiteres aufgefangen wird.

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                                  Mac_C_Tiro 13.02.2013, 07:37

                                  So nun hab ich fast alle 2012er gesehen und kann mich vor der erneuten Heraufbeschwörung der ehemaligen DDR nicht mehr drücken. Auf der Habenseite steht eine glaubwürdig und zu gleichen Teilen still/verzweifelt wie auch wütend spielende Nina Hoss, eine gut eingefangene Stimmung des damaligen Arbeiter und Bauern- Staates (speziell in seiner Bezugnahme zum Westen) und eine staubtrockene Atmosphäre die irgendwie ernüchternd wirkt. Negativ aufgefallen sind mir die, für meinen Geschmack zu langen Einzelaufnahmen und der restliche Cast, dem ich wirklich wenig positives wirken attestieren kann. Alles in allem nicht wirklich mein fall, aber wer die etwas dröge "Berliner Schule" in all iohren Nuancen kennt und schätzt wird sicher zufrieden sein mit Petzolds nüchterner Romaninterpretation.

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                                    Cayopei 08.02.2013, 20:32

                                    Man fühlt sich als Zuschauer selbst regelrecht beengt durch die im Zusammenspiel von Musik, Toneffekten und Bildern geschaffene DDR-Atmosphäre. Großes kleines Kino.

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                                      arnd1964 02.02.2013, 15:56

                                      Großartiger Film!
                                      Nachdem ich ihn im Kino verpasst hatte, habe ich ihn mir im Flugzeug von Indien nach Berlin angesehen. Trotz dem kleinen Bildschirm und obwohl ich sehr müde war, hat der Film mich total gefesselt!
                                      Christian Petzold schafft es immer wieder, mich mit seinen ruhigen, athmosphärischen Bidlern und existentiellen Geschichten in den Bann zu ziehen. Manches bleibt ungeklärt und macht den Film umso spannender, man muss einfach mitdenken und seine Phantasie einschalten.
                                      Klasse!
                                      Ach ja, die Schauspieler auch diesmal wieder super gespielt!

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                                        Movienerd: Movienerd.de 27.01.2013, 15:03

                                        [...] Petzold entschied sich bewusst gegen das neumodische Kriegs- und DDR-Grau, das sich in den Filmen der letzten Jahre eingebürgert hatte. Eine sehr kluge Wahl, denn so überträgt sich die Aura der Ungewissheit nicht nur in die stillen Momente zwischen den Figuren, sondern auch in die windige Ebene der DDR-Landschaft oder das Grün des dichten Laubwaldes. Das Drehbuch betont die leicht paranoide Ausgangslage von Barbara, ohne sie jemals zu überspitzen: Die Kritik an der DDR und ihrem System wird hier so beiläufig erzählt wie die einfühlsame Art, mit der Barbara ihren Patienten gegenübertritt. [...]

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                                          Thomas479 07.01.2013, 10:32

                                          "Barbara" ist ein Film, auf den man sich einlassen muss. Der Spannungsbogen wird geschickt aufgebaut und gesteigert. Allerdings dauert es, bis man als Zuschauer überhaupt Fuß in diesem Film gefasst hat. Im Gegensatz zu "Wir wollten aufs Meer" wird hier weniger plakativ erzählt, die Charaktere bleiben auf Distanz, man erfährt längst nicht alles von ihnen.

                                          Bei Regisseur Christian Petzold geschehen die Dinge mehr beiläufig. Der tägliche Wahnsinn der DDR-Diktatur wirkt dadurch noch beängstigender. Als aufmerksamer Betrachter, der nur Demokratie erlebt hat, stellt man sich gerade in der zweiten Hälfte des Film zwangsläufig die Frage, wie man selbst gelebt und reagiert hätte. Im Laufe des Films enstehen auch mehrere Spannungsbögen, es wird an mehreren Fronten gekämpft. Doch alles gehört zusammen und wird am Ende zu einem Ganzen zusammengeführt.

                                          Selbst das Ende ist recht unspektakulär und trotzdem berührend. Das einige Fragen offen bleiben, ist nur selbstverständlich. Und trotzdem hätten wir uns mit unseren Sehgewohnheiten und unserem Gerechtigkeitssinn etwas mehr Klarheit gewünscht. Doch die verweigert der Regisseur Petzold. Und das ist letztendlich nur konsequent.

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                                            SKURRIL 06.01.2013, 15:11

                                            Eine Ode an die Öde,
                                            Kompromisslos langweilig wird die ohnehin schon höhepunktarme Geschichte einer ostdeutschen Ärztin namens Barbara wiedergegeben, die nach einem Ausreiseantrag strafversetzt wird. Sie ist hin und her gerissen zwischen der möglichen Ausreise und ihrem/ihrer Verantwortungsbewusstsein/Empathie gegenüber ihren Patienten. Auch ihr Arztkollege, dessen ständige, schlechte Ranmachungsversuche übrigens extrem nerven, steigert diese innere Unsicherheit. Weder die Schauspieler überzeugen mich, noch berührt mich Irgendetwas in diesem kühlem, pseudointellektuellem Film.

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                                              Ichundso 23.12.2012, 22:23

                                              Jetzt, nachdem ich Anatolia 9 Punkte gegeben habe, fühle ich mich einigermaßen berechtigt, folgendes zu schreiben:
                                              Dieser Film ist stinkend langweilig.
                                              Ja, ich weiß, dass das alles furchtbar subtil und unter der Oberfläche sein soll, aber wenn dieser Film so tiefgehend ist, dass man eine Woche lang mit einem Presslufthammer in ihm herumbohren muss, bis man ein bisschen von der Bedeutung und dem Wert der Geschichte findet, geht das wirklich zu weit.
                                              Petzold behandelt seine Zuschauer wirklich schlecht. "Hier, seht, was ich geschaffen habe, kommt klar damit und wenn ihr's nicht kapiert, seid ihr halt zu doof."
                                              Mag ich nicht. Schade.

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                                                Le Samourai 19.11.2012, 18:03

                                                Mal wieder eine Klischee-DDR, mal wieder hölzern-dröge Berliner Schule, mal wieder habe ich es versucht. Naja, zumindest kein Totalausfall dank recht gelungener Bildsprache. Das war's aber auch schon.
                                                Und das soll tatsächlich das Beste sein, was wir dieses Jahr zu den Oscars schicken? Irgendwie traurig.

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                                                  based_god 07.11.2012, 18:12

                                                  Ein deutsches Meisterwerk!

                                                  Dieser Film gehört definitiv zu den ganz heissen Kandidaten für den Ausland-Oscar-2012. Das Drehbuch ist (anders als in manchen MP-Kritiken) alles andere als ereignislos... Einzig der Grundtenor ist eher ruhig. Die Schicksale der Figuren vermögen aber zu faszinieren und diese Karte spielt der Regisseur grandios aus. Neben dem Schicksal der Hauptfiguren Barbara Wolff und André Reiser (gespielt von den grandios agierenden "Nina Hoss" und "Ronald Zehrfeld") werden auch diejenigen zweier Patienten, die in der Klinik der beiden Hauptfiguren eingewiesen, eingeführt. Und keines lässt einem kalt. Gegen Ende überschlagen sich dann die Ereignisse und auf dem Gesicht Zuschauer manifestiert sich eine Überraschung, die derjenigen der Andrés ähnelt.

                                                  "Barbara" versteht es, neben der Auferzählung eines Fluchtversuches, auf grandiose Art und Weise einen ungewohnten Einblick in die DDR zu geben. Obwohl die Hauptfigur das Land hasst, kann der Zuschauer eine gewisse Äthetik nicht verleugnen. "Petzolds" DDR hat Farbe und wirkt im Gegensatz zu vielen anderen Filmen sehr dreidimensional.

                                                  Was für eine positive Überraschung!

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                                                    antaris 13.10.2012, 18:59

                                                    Ich bin etwas erstaunt über die so negativen Stimmen hier. Vielleicht sind sie gerade dem im Verborgenen schlummernden Ost/West-Konflikt geschuldet. Als Sowjetkind (was vielleicht mit DDR vergleichbar ist) habe ich diesen Film gar nicht so propagandistisch aufgefasst. Schon gar nicht habe ich mich persönlich angesprochen oder gar angegriffen gefühlt. Meiner Ansicht nach geht es hier um eine Studie über die grundsätzliche Atmosphäre des Misstrauens. Es geht aber auch um eine Entscheidung, wo der eigene Platz im Leben ist.

                                                    Mich hat überhaupt nicht gestört, dass konkrete Motivationen und Anlässe unbenannt bleiben. Man muss sich eben fragen: Warum ist das so? und nicht: Warum ist es nicht anders? Meine Antwort darauf wäre, dass diese persönlichen Gründen vollkommen egal sind, sie spielen keinerlei Rolle, sind austauschbar, können beliebig gewählt werden.

                                                    Auch die Geschichten über die Jugendlichen fand ich weder kitschig noch anti-sozialistisch. Ihre Probleme waren nicht abstrakt-politischer Natur, sondern ganz konkrete Sorgen und nur Stellas Schicksal war direkt mit der DDR verknüpft.

                                                    Dennoch hat der Film mich nicht vom Hocker gerissen, weder emotional noch ästhetisch. Trotz alledem handelt es sich hier um solides Kino mit einer wunderbaren Schauspielerleistung.

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