Kommissar Bellamy

Bellamy (2009), FR
Laufzeit 112 Minuten, FSK 6, Kriminalfilm, Kinostart 09.07.2009

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5.7 Kritiker
9 Bewertungen
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von Claude Chabrol, mit Gérard Depardieu und Clovis Cornillac

Wie in jedem Jahr verbringt der Polizeichef Paul Bellamy auch in diesem Jahr seine Ferien zusammen mit seiner Frau Francoise bei deren Familie in Nimes. Sie würde lieber auf einem Kreuzfahrtschiff um die Welt fahren, aber Paul hasst Reisen. In diesem Jahr hat er gleich zwei Ausreden um hierbleiben zu können: Einerseits sein Halbbruder Jacques, der unerwartet auftaucht, andererseits ein Fremder, der Paul um Hilfe bittet und offensichtlich auch auf diese angewiesen ist.

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Kritiken (7) — Film: Kommissar Bellamy

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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7.0Sehenswert

[...]Was sich zunächst als Auftakt für einen Krimi mit Anleihen an die schwarze Serie nebst klassischer Femme Fatale präsentiert, wandelt sich schnell zu einer sozialkritischen Charakterstudie die zuvorderst auf die Persönlichkeiten der Protagonisten abzielt, und den zu lösenden Kriminalfall folgerichtig schnell in den Hintergrund treten lässt. Zentrum von „Kommissar Bellamy“ ist logischerweise Gérard Depardieu, den man in einer Hauptrolle schon lange nicht mehr so gut gesehen hat, gefällt mit seinem nuancierten und teils sehr physischen Spiel, das in diesem Film über Neugier, Eifersucht, Liebe und Wut und Verlangen die komplette Bandbreite menschlicher Emotionen abdeckt.[...]

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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2.0Ärgerlich

Inspektor Paul Bellamy hat Urlaub, doch er kann es nicht lassen: Der Star-Kommissar, den Gerard Depardieu mit schöner Zurückhaltung spielt, lässt sich in einen Fall hinein ziehen. Leider ist dieser Vorgang ohne jedes Geheimnis und ohne Spannung. Zwischen den seltsam leidenschaftslosen Ermittlungen schlägt sich Paul mit seinem missratenen Bruder herum und befummelt ausgiebig seine Frau, was auch nicht gerade aufregend ist. Ein dialoglastiges, betuliches Drehbuch, mit dem Vorschlaghammer modellierte Nebenfiguren und der gestelzte Inszenierungsstil machen den Film so ermüdend wie einen verregneten Urlaubstag am Meer.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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8.5Ausgezeichnet

Kommissar Bellamy (im Original schlicht Bellamy) ist der mittlerweile 58. Spielfilm des französischen Regiealtmeisters Claude Chabrol - eine imposante Zahl, die Respekt gebietet: Seit 50 Jahren widmet sich der Regisseur bereits den Fallhöhen bürgerlicher Lebenswelten und -lügen, und er hat dabei zu einem charakteristischen Stil gefunden: Das Dramatische erscheint oft etwas spöttisch, nahe am Aberwitzigen. Eine Mischung, die Chabrol möglichst viel Freiraum für ungewöhnliche Charakterstudien garantiert.

Eine Neuerung gibt es in Kommissar Bellamy allerdings doch, und sie ist wesentlich. Erstaunlicherweise ist dies die erste Zusammenarbeit Chabrols mit Gérard Depardieu. Dessen inzwischen schon dem späten Marlon Brando vergleichbare Präsenz dominiert die Szenen nicht nur mit körperlicher Kraft. Der Film richtet sich auch ganz auf die Wahrnehmung der Figur aus, auf deren neugierig-lustvolle Art, das soziale Miteinander zu evaluieren. Selbst Rückblenden sind wie Skizzen im Geiste.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.0Ausgezeichnet

Genau weiß man nie, wo man beim gemütlichen Kommissar und beim verspielten Krimi eigentlich dran ist. Geht es wirklich um den Mord ohne Leiche und um den seltsam geständigen Verdächtigen Noël Gentil? Ist dessen skurrile Geschichte um einen Doppelgänger, der als Obdachloser lebt, wahr oder eine ziemlich schwache Ausflucht des Industriellen der Bellamy so anhänglich um Aufklärung bittet? Selbstverständlich ist die auch immer wieder beißende Gesellschaftskritik von Chabrol dabei, der diesmal die feine Gesellschaft von Nimes vorführt, wenn Verdächtiger und Ermittler bei der gleichen Prostituierten Schlange stehen. Ganz unerwartet gesellt sich zu den üblichen Verdächtigen eine sehr persönliche und emotionale Geschichte Bellamys. Hier landet Chabrol seinen größten Coup: Die scheinbar beiläufige Anwesenheit von Jacques, dem jüngerer Halbbruder des Kommissars, rührt tief an dessen Gefühl, die manchmal ungeduldige Fürsorge für den kriminellen Alkohol- und Spielsüchtigen ist das Herz des nur scheinbar zu luftigen und sommerlichen Krimi-Spiels.

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RR. Hamacher: Westfälische Rundschau, Köl... RR. Hamacher: Westfälische Rundschau, Köl...

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8.0Ausgezeichnet

Unaufgeregt unterhaltsamer Krimi als Hommage an Simenons Kommissar-Maigret-Figur, der mehr auf Beunruhigung als auf "Thrill" setzt. Vorzüglich gespielt, findet Claude Chabrol innerhalb des bisweilen ins Unwirkliche spielenden Plots auch Zeit für den Blick in familiäre und bourgeoise Abgründe, der freilich etwas zahmer als in früheren Filmen ausfällt.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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4.5Uninteressant

Dass die Filme von Claude Chabrol ihre Kraft eher aus einer ruhigen, dafür umso präziseren Erzählweise schöpfen, gehört zu den Markenzeichen des französischen Altmeisters. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Story interessant ist und ihre Figuren pointiert porträtiert werden, was Chabrol in den meisten seiner Filme immer wieder auf bestechende Weise gelang. In seinem aktuellen Werk jedoch blinkt seine bösartige Bissigkeit nur selten auf, vielmehr verstärkt der behäbige Erzählstil die Langeweile noch, die ziemlich schnell den Kinosaal regiert. Dies resultiert sowohl aus dem lahmen Krimiplot, als auch aus den Figuren, die einen durch ihre uncharismatische Zeichnung und windige Nichtpräsenz weitgehend unberührt lassen. Allen voran der von Gérard Depardieu verkörperte Kommissar Bellamy, der im südfranzösischem Nimes zusammen mit seiner Frau Francoise (Marie Bunel) Urlaub macht. Mit der gemütlichen Zweisamkeit ist es vorbei, als ein Fremder um das Ferienhaus der Bellamys schleicht. Der wird von Schuldgefühlen geplagt und gesteht dem Kommissar, er habe im Rahmen eines Versicherungsbetrugs einen Obdachlosen umgebracht. Doch Bellamy schenkt der Geschichte nur bedingt Glauben und fängt auf eigene Faust an zu ermitteln. Ein verfetteter Gérard Depardieu mogelt sich als phlegmatisch wirkender Bellamy durch die wenig attraktive, mit belanglosen Dialogen angereicherte Handlung, die noch durch den überflüssigen Auftritt von Bellamys Tunichtgut-Bruder unnötig gestreckt wird. Ein Krimi, der ungefähr so aufregend ist wie ein französisches Frühstück. Da ist noch der ödeste ARD-Tatort spannender.

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Gilles Renault: Libération Gilles Renault: Libération

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3.5Schwach

Als Kasperle-Krimi mit einem Hauch Sozialdrama geht Bellamy seinen Weg ohne wirkliche Überzeugung, blockiert von der imposanten Präsenz von Depardieu, der ein notgeiles und verbrauchtes Profil zeigt, welches den Begriff "Porträt" an sich in Zweifel zieht, welcher ja von Chabrol beabsichtigt wurde. Während die Minuten verstreichen (immerhin 110), sucht man einen Sinn in dieser atonalen Inszenierung, die sich jeder Interpretation verweigert, bevor man kapituliert und sich sagt, wenn diese zwei Frontmänner des französischen Kinos nichts mehr als dies vollbringen können, gibt es vielleicht auch keinen Grund, sich an ihrer Stelle den Kopf zu kratzen.

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Kommentare (6) — Film: Kommissar Bellamy

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Geistertexter

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Bewertung6.5Ganz gut

Tatsächlich ist Depardieu ein fimisches Monstrum, der die Szenen an sich reisst, weil er es gewohnt ist, dass man ihn machen lässt. Schlechtere Filmemacher sind von ihm abhängig. Charbrol dagegen nutzt das elefantöse Ego des Stars (natürlich mit dessen Einwilligung), um der Selbstgefälligkeit des ebenso berühmten wie beleibten Kommissars (Maigret lässt grüßen) die nötige Fülle zu geben und um die schlussendliche Demontage des Detektivs als Ermittler und vor allem als Mensch noch eklatanter werden zu lassen.

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Brigittes Helm

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Chabrol war am besten mit Chabrol-Schauspielern. Mit Stars drehte er ja selten. Mit der Huppert klappte es besser als mit Dépardieu. Mein Dilemma: Habe ich Lust auf Chabrol, will ich Chabrol sehen, will ich Dépardieu sehen (den ich durchaus schätze), halt Dépardieu. Zusammen ging es irgendwie nicht, Chabrol hat vor dem Elefanten kapituliert:-).


Brigittes Helm

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Bewertung6.5Ganz gut

Das einzige Mal, dass die beiden Giganten des französischen Kinos aufeinander stoßen und dann eine solch herbe Bauchlandung. Leider muss ich gestehen, mich streckenweise mächtig gelangweilt zu haben. Dépardieu reißt den ganzen Film an sich und macht aus einem Chabrolfilm einen Dépardieufilm. Das ist manchmal amüsant anzuschauen, nimmt aber einem Chabrolfilm das Doppelbödige und Abgründige. An diesem ehemaligen Säufer und vermutlich ehemaligen Schläger, offensichtlich vom Dienst suspendiert und vom ererbten Geld seiner Frau lebend, mit Hang zum Grappschen und Hausmannskost, ist nur wenig doppelbödig - auch wenn Chabrol seine Figur gerne so sähe, Dépardieu kann einfach nicht doppelbödig. Erst im letzten Drittel des Films läuft Chabrol trotz Dépardieu zur alten Form auf. Ganz am Schluss lässt er die Katze aus dem Sack und sein Publikum im Unklaren, ob er es nicht doch die ganzen 112 Minuten lang an der Nase herumgeführt hat (was dann doch mit dem recht wirren und öden Film versöhnt) und verabschiedet sich mit einem Literaturzitat buchstäblich auf Französisch. Die schönste Szene haben Dépardieu und seine charmante Partnerin gegen Ende des Films. Da liegen sie in geblümter Bettwäsche vor ebenso geblümten Vorhängen und sie träumt von einer Kreuzfahrt auf dem Nil im altenglischen Stil. Darauf er trocken (sinngemäß): "Das ist Agatha Christie, das gibt es heute nicht mehr, das ist Vergangenheit. Ich bin auch Vergangenheit." Und löscht das Licht. Ein schöneres und selbstironischeres Bekenntnis hätte der Filmemacher nicht ablegen können. Dafür gab es dann doch noch 6,5 Punkte.

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Kill_Diether

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Bewertung7.0Sehenswert

In der entsprechenden Stimmung, gefällt dieses
ruhige Krimi-Drama mit seinen Charakterstudien.
Gérard Depardieu ist wunderbar präsent und
lebendig. Seine Kollegen im Film sind ebenfalls gut
im Spiel. Gepflegtes und manchmal bemühtes Kino.

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DoM

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Bewertung5.0Geht so

Ein passabler ausgewogener Streifen . . . der im Grunde nichts falsch macht aber auch rein garnix hervorblitzen laesst! Depardieu gefaellt mit seiner umhauenden Praesenz - keine Frage, der Mann ist eins-a allerdings ist die Rolle leider zu eintoenig.
Schnell wird auch klar, dass es um die filmeinleitende Handlung eigentlich gar nicht geht . . . und genau diese Art des Story-Aufbaus sagt mir nicht wirklich zu. Das wirkt weniger so als waere es direkt gewollt gewesen, sondern eher so, als haette der Regisseur an der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Bellamy und seinem Bruder mehr Spass - so ne Art Impro-Umschreibung des Drehbuchs. . .

Insgesamt aber ein Krimi, der nicht ganz so im Mainstream-Segment mitschwimmt. Was definitiv von Vorteil ist! Fuer Abend-Krimi-Schauer sicherlich sehenswert - und fuer Depardieu-Fans . . .

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lucie

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Bewertung5.0Geht so

Ein typisch französischer Film, mit zu vielen angesprochenen Themen in einer Verpackung die leichtfüßig daher kommen sollte, aber viel zu lange Strecken hat und so recht einschläfernd wirkt. Durch eindeutige Schnarchgereäusche einige Reihen vor mir, wurde es akustisch unterstrichen.

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Motsche

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Bewertung5.5Geht so

Ich liebe ja Gerard Depardieu, aber dieser Film ist ultra langweilig ... Depardieu wirkt behäbig und sein Charme und seine Spiellust blitzen nur sehr, sehr selten hervor, schade! Hatte mich gefreut, endlich mal wieder einen Film mit Gerard in der Hauptrolle zu sehen ... aber dieser Film ist wirklich nicht sehr sehenswert!

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