Berlin '36

Berlin '36 (2009), DE
Laufzeit 101 Minuten, FSK 0, Sportfilm, Drama, Kinostart 10.09.2009

5.0 Kritiker
7 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.7 Community
85 Bewertungen
7 Kommentare
Berlin '36 - Bild 2146331
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von Kaspar Heidelbach, mit Karoline Herfurth und Sebastian Urzendowsky

Berlin 1936: Die Amerikaner drohen, die Olympischen Spiele zu boykottieren, sollten im deutschen Olympia-Kader keine jüdischen Sportler vertreten sein. Aus diesem Grund wird die Jüdin Gretel Bergmann, die überragende Hochspringerin dieser Zeit, in das deutsche Trainingslager aufgenommen. In den Augen der Nazis darf Gretel aber auf keinen Fall gewinnen: Der Reichssportführer schickt gegen Gretel die bis dahin unbekannte “Konkurrentin” Marie Ketteler ins Rennen um die Olympia-Qualifikation – sie soll Gretel übertreffen. Doch die Nationalsozialisten haben nicht damit gerechnet, dass sich die beiden Außenseiterinnen und vermeintlichen Konkurrentinnen nach anfänglichen Problemen anfreunden. Am Ende muss sich zeigen, ob die beiden gemeinsam gegen die Intrige der Nazis ankämpfen oder ob der sportliche Ehrgeiz überwiegt.

Berlin 1936. Es ist das Jahr, in dem die Olympischen Sommerspiele erstmals in Deutschland ausgetragen werden. Eine junge Frau, Marie, läuft durch ein Waldgebiet. Es ist kein einfaches Joggen, dem Marie nachgeht. Sie trainiert eisern, ausdauernd und ehrgeizig. Immer, wenn sie von ihrer strengen Mutter unbeobachtet auf dem heimischen Bauernhof ist, macht sie Liegestütze und bringt sich zusätzlich in Form. Ihre Mutter hat für diese Form von Ertüchtigung und Maries Sportbegeisterung kein Verständnis. Mehrfach treibt sie sie zur Arbeit auf dem Hof an, und wird auch handgreiflich.

Währenddessen macht sich der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten Gedanken über das Abschneiden der deutschen Sportler bei den kommenden Olympischen Sommerspielen, die im August 1936 in Berlin ausgetragen werden sollen. Speziell der Frauenhochsprung macht ihm Sorgen: Die derzeit beste deutsche Hochspringerin Gretel Bergmann, Tochter einer Fabrikantenfamilie, ist Jüdin. Zwar ist sie auf Wunsch ihres Vaters nach Großbritannien ausgereist und hat dort gerade die Britische Meisterschaft gewonnen. Doch nun soll sie nach Deutschland…

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Kritiken (5) — Film: Berlin '36

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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4.5Uninteressant

Die deutsche Vergangenheit ist voller Geschichten, die nicht gut enden. Manch andere wiederum sind so seltsam oder kompliziert, dass ein schlichter Film sich daran verhebt. Letzteres ist zweifellos der Fall bei "Berlin '36. Der Film leidet weniger an den historischen Ungenauigkeiten als an einer schwerfälligen Inszenierung und dem Versuch, zwei letztlich unzusammenhängende Geschichten als eine zu erzählen:

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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4.0Uninteressant

Es besitzen auch Spielfilme, die auf historischen Ereignissen beruhen, eine gewisse dichterische Freiheit. Von der sollte allerdings tunlichst keiner Gebrauch machen, wer die Kraft des Originalstoffes missachtet und an seine Stelle dramaturgische Klischees und stereotype Pappkameraden setzt. Im Grunde zwingt Heidelbach zwei Geschichten zusammen, die jede für sich hochinteressante Filme ergeben hätten - sich aber, ineinander verzahnt, gegenseitig schwächen.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.0Sehenswert

Berlin 36 zeigt die Perfidie der nationalsozialistischen Rassenideologie anhand einer wahren, ungewöhnlichen Geschichte aus dem Bereich des Hochleistungssports, die Regisseur Heidelbach jedoch recht frei adaptiert hat. Formal wirkt der Film zwar mit seiner chronologischen Erzählweise, einem dramaturgisch klassischen Gerüst und einem aufdringlichen Soundtrack eher konventionell. Ästhetisch läuft er aber keine Gefahr, seine kritische Distanz zum NS-Regime zu verlieren, da Kaspar Heidelbach auf aufwändig inszenierte, suggestive Massenszenen verzichtet und keine Experimente mit einer Ästhetik der faschistischen Körperkultur im Stil von Leni Riefenstahl riskiert. Die Stärke des Films liegt vielmehr in seiner großen Menschlichkeit, die sich über das intensive Spiel der Hauptdarsteller/innen vermittelt.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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4.5Uninteressant

„Berlin 36“ ist das Beispiel eines Historienfilms, der den Mehrwert, auf Tatsachen zu beruhen, für sich nutzen will, ohne den Preis dafür zu bezahlen: Fakten korrekt oder zumindest angemessen darzustellen. Im Prinzip geht es nur um Entertainment durch Gefühlskitsch vor historischer Kulisse. Dagegen ist bewegend, die reale Gretel Bergmann, die heute hochbetagt in New York lebt, am Ende zu sehen und sprechen zu hören. Diese kurzen Bilder lassen nicht nur alles verblassen, was zuvor zu sehen war, sie wirkten wie eine subtile Form der Exploitation: Die Zeitzeugin, deren kaum bekanntes Schicksal hier angeblich endlich dem „Vergessen“ entrissen wird, soll auch den Film beglaubigen. Einmal mehr soll Gretel Bergmann als Alibi herhalten.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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4.5Uninteressant

Wenn man sich diese, vom echten Leben geschriebene Geschichte durchliest und sich dann anguckt, wie sie in „Berlin 36“ filmisch ausgearbeitet wurde, hätte man sich fast gewünscht, nicht Deutschland, sondern Hollywood hätte sich ihrer angenommen. Denn Potenzial für einen ebenso bewegenden wie bewegten Film wäre hier reichlich vorhanden, im vorliegenden Ergebnis hat es jedoch nur zu einer biederen Inszenierung mit chargierenden Figuren gereicht.
Eine Ausnahme davon bildet die auch hier wieder durchweg überzeugende Karoline Herfurth, die die Hauptrolle der Hochspringerin Gretel Bergmann spielt. Gretel ist Jüdin und lebt und trainiert eigentlich in England. Damit die Amerikaner die 1936 in Berlin statt findenden Olympischen Spiele nicht boykottieren, müssen die Nazis aber auch ein paar Juden in ihre Sportler-Kader aufnehmen. Da fällt die Wahl auf Gretel, die zurück nach Deutschland kommt und mit den anderen Athletinnen trainiert. Dabei wird schnell klar, dass Gretel große…

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Kommentare (2) — Film: Berlin '36

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willy50

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Bewertung1.0Ärgerlich

Heidelbach als Riefenstahl für Arme. Zurück zur Filmschule, Kaspar.

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moveon

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Film ist einfach super. Dieser Film hat nicht nur was mit Geschichte und gestern zu tun. Liebe Mädels: Wer gemobbt wird von anderen Mädels, oder andere mobbt, sollte sich den Film mal anschauen. Sorry, aber das ist nicht nur Schnee von gestern...

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Kill_Diether

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Sorry, warum muss ich immer sorry sagen,
echt sorry


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