Beruf: Reporter
Professione: reporter (1975), US/IT/ES/FR Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Road Movie, Drama, Kinostart 21.11.1996
8.1
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von Michelangelo Antonioni, mit Jack Nicholson und Maria Schneider
Als ein Mitreisender plötzlich stirbt, nimmt der ausgebrannte Journalist David Locke dessen Identität an. Ausgerüstet mit dem Terminkalender des Verstorbenen reist er durch Europa und Afrika, trifft gefährliche Waffenschmuggler und verliebt sich in eine verführerische junge Frau. Doch Locke zahlt einen hohen Preis für seine faszinierende neue Freiheit und muss langsam aber sicher einsehen, dass ihm die Situation über den Kopf wächst.
Cast & Crew
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Michelangelo Antonioni
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Jack Nicholson
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) David Locke
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Maria Schneider
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Jenny Runacre
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Rachel Locke
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Ian Hendry
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Martin Knight
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Steven Berkoff
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Ambroise Bia
Regie
Schauspieler
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James Campbell
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Witch Doctor
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Michelangelo Antonioni
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Mark Peploe
-
Peter Wollen
- Genre
- Road Movie, Drama
- Ort
- Afrika, Barcelona, Europa, London
- Handlung
- Autofahrt, Journalist, Reise, Reporter, Selbstfindung, Todessehnsucht, Waffenschmuggler
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Beruf: Reporter
Trailer zum Film Beruf: Reporter
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Kommentare (5) — Film: Beruf: Reporter
Kommentar schreibenspanky 2011/11/06 23:11:30
Kommentar löschenUngewöhnliche Charakterstudie im dünnen Gewand eines Thrillers. Antonionis selbstverliebt ausufernde Inszenierung ist von solch reduziertem Tempo, dass zwar subtile Spannung aufkommt, der Zuschauer aber gerne zwischendurch mal ein "Cut" der Leinwand entgegen schreien mag. Trotz allem eine kulissenstarke Rundreise durch das Europa der 70er Jahre mit Nicholson und Schneider.
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Jack_Torrance 2011/10/06 11:30:25
Kommentar löschenAntonionis Spätwerk "Beruf: Reporter" erinnert stark an seine Frühwerke mit Monica Vitti. Keine Bildgewalt à la "BlowUp" oder "Zabriskie Point", sondern maximale Psychologie à la "L' Aventura".
Die psychologische Situation seines Helden David (angenehm diszipliniert: Jack Nicholson) analysiert Antonioni anhand von diversen Randbeobachtungen auf eine sehr feinfühlige Art und Weise. Bestes Beispiel ist eine Szene, in der David sich mit ausgestreckten Armen aus der Luftseilbahn über die See lehnt (von mir schlecht beschrieben, von James Cameron schlecht kopiert).
Das Problem ist: Von allen Filmen Antonionis ist "Beruf: Reporter" mit Abstand der sperrigste. Abgesehen vom grandiosen Ende fällt es dem Zuschauer schwer dem Film zu folgen: Seien es der vollkommene Verzicht auf Musik oder die langsamen Einstellungen. Langatmigkeit ist selten fehl am Platz.
Somit ist "Beruf Reporter" zwar ein sehr tiefsinniger, aber auch ein sehr unangenehmer Film, den man trotzdem gesehen haben sollte.
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dae-su 2010/08/25 14:41:59
Kommentar löschenDavid Locke ist erfolgreicher Journalist, Ehemann und Dokumentarfilmer. Als er bei der Recherche zu den Wurzeln und Ursachen eines innerafrikanischen Bürgerkrieges in der Wüste strandet, steigt er im gleichen Hotel ab wie ein westlicher Geschäftsmann. Einige Tage später findet er ihn tot in dessen Zimmer. Er nimmt die Identität des ähnlich aussehenden Mannes an und unternimmt den Versuch, das Leben eines anderen zu Leben - doch es wird ein Leben auf der Flucht.
Antonioni liebt das langsame Kino der Andeutungen und Auslassungen - und so inzeniert er auch in THE PASSENGER einen für das Genre mehr als unytpischen Film, in dem das Nicht-Ausgesprochene, das Nicht-Gezeigte und das Nicht-Gehörte für die eigentliche Spannung sorgen.
Dass Locke sich nach dem Wechsel der Identität als zwielichtiger Waffenschieber verdient machen muss, fordert einen spannungsreichen und schnellen Verfolgungs-Thriller geradezu heraus. Doch Antonioni bricht mit jeder Sehgewohnheit und thematisiert etwas völlig anderes: Er zeichnet, mit Jack Nicholson fulminant besetzt, das Psychogramm eines Mannes, der nicht nur auf der Flucht vor seinen "neuen" Feinden ist, sondern in erster Linie vor sicht selbst. Die Flucht aus seinem alten Leben scheint er ohne Skrupel und Verlustängste durchziehen zu können - doch im Laufe seiner Reise wird mehr und mehr klar, dass der Austausch eines Personalausweises noch lange keine neue Identität schafft. Die Menschen, die er auf seiner Flucht ins Ungewisse trifft, die seinen Weg kreuzen oder ihn dabei begleiten, stellen für den Mann ohne (oder gerade mit zuviel?) Vergangenheit Hindernisse und Verlockungen dar. Er schafft es nicht, sein altes Leben aus seinen Handlungen zu verbannen und genausowenig, sein neues richtig anzupacken. Und so landet er in einer nicht greifbaren Zwischenstation der Schwerelosigkeit, in einem ambivalenten Zustand der Uneindeutigkeit.
Und genau DIE ist es, die Antonioni auf großartige Weise zu bebildern weiß. Lange, scheinbar willkürliche Kamerfahrten fahren ins Leere, verharren auf scheinbar nebensächlichen Gegenständen, bleiben distanziert und neutral. Wirkliche Nähe zu seinem Protagonisten baut er nicht auf, weder in Narration und Dramaturgie, noch in Ästhetik und Gestaltung. Ebenso karg gestaltet sich auch der Ton: Das Pfeifen von Wind in der Wüste, das Rattern eines Deckenventilators sind seltene akustische Spitzen einer ansonsten leisen und wortlosen Inszenierung. Und doch muss man ganz genau hinhören, passieren im von der Kamera nicht eingesehen Bildbereich doch Dinge, die für das Verständnis elementar sind.
Wirkliche Spannung kommt nicht auf - Antonionis Dramatgurgie ist dafür zu langsam, zu vorsichtig. Und doch ist es fesselnd, Nicholson bei seiner Reise zuzusehen. Trotz der Distanz zu seinen Figuren kommt eine gewisse Vertrautheit auf. Es ist wohl gerade das Zusehen beim Verstreichen von Zeit, das den Zuschauer in einen seltsam meditativen Zustand versetzt und schließlich doch für eine emotionale Verbindung zu seinem Protagonisten sorgt.
THE PASSENGER ist ein Film, auf den man sich einlassen muss. Man muss schon in der richtigen Stimmung sein, um dem sperrigen, unnahbaren Treiben über zwei Stunden mit Aufmerksamkeit zu folgen. Spätestens bei der siebenminüten Einstellung zum Ende des Films jedoch sollte so viel Faszination für Antonionis Werk entstanden sein, dass sich ein zufriedener Geamteindruck einstellt. Und der wächst mit der Zeit.
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christof.s 2009/05/22 13:28:29
Kommentar löschenEiner meiner absoluten Lieblingsfilme. Antonioni erzählt eine Geschichte, in der die Flucht vor der Vergangenheit und der alten Identität in eine neue Identität daran scheitert, dass Locke/Richardson sich letztlich nicht mit dem neuen Lebensentwurf identifizieren und keine andere Zukunftsperspektive als die der Flucht zum Tode hin für sich finden kann. Das ganze ist in tollen Einstellungen mit jeder Menge sehr poetischer Horizontalschwenks gedreht, die Hauptfigur und Nebensächlichkeiten, knappe Handlung weitläufiges Setting, Gegenwart und Vergangenheit unvermittelt verbinden. Nicholson ist hier einfach genial intensiv, und Maria Schneider auf eine sehr unaufgeregte Art aufregend.
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maslobojew 2008/06/10 13:24:57
Kommentar löschenGanz starker und intensiver Film des Regisseurs. Nicholson in sicherlich einer seiner besten Rollen.
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