Bildnis einer Trinkerin

Bildnis einer Trinkerin (1979),
Laufzeit 108 Minuten, Komödie, Drama

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von Ulrike Ottinger, mit Tabea Blumenschein und Magdalena Montezuma

Eine Frau reist von Deutschland nach Frankreich und trinkt dabei ziemlich viel “Booze”. Sie sagt kaum was, aber wird für ihre Kompromisslosigkeit bewundert. Äusserst schräge und schöne New-Wave-Kunst.


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patcharisma

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

In diesem Film gelangte ich mit 13, da unsere Schule befand, es kann nicht früh genug vor den Gefahren des Alkoholkonsums gewarnt werden! So schickten sie uns 1980 ins (Indie-) Kino für den ihrer Meinung nach perfekten Präventionsfilm. Der Titel konnte ja nicht irren... Von wegen!

Das war dann wunderbar surrealistische Kunst über die hohe Schule des stilsicheren Absturzes, über die Eleganz von leeren Wohnungen oder verrauchten Kneipen und sogar lesbischer Liebe mit folgenden, schon sehr kreativen Rollenverteilungen: Die "Booze"-Konsumentin, die den ganzen Film hindurch kein Wort sagt, war einfach eine namenlose "Sie". Dann gab es darin weiter die "Trinkerin vom Zoo", die "soziale Frage", die "exakte Statistik", der "gesunde Menschenverstand", schliesslich ein Zwerg, ein Transvestit, ein Chef und Nina Hagen (in der Zeit, als sie noch toll war!) als Sängerin der Taxifahrerkneipe.

Der komplett vergessene, unbekannte Film ist ein grandioses Sitten- und Gesellschaftsbild, als Punk und New Wave nicht nur das Bürgertum im deutschsprachigen Raum mit einen anders definierten Kunstverständnis angriff, sondern ebenso die verbohrte, verkopfte linke Szene: Schriftsteller, biermännische Barden oder Autorenfilmer, die sich nicht zu schade dafür waren den Terror des "deutschen Herbst" in z.B. gleichnamigen Film kurz davor zu verliterarisieren, mussten ab diesem Film wohl staunen:

Der Protest besticht hier durch Non-Handlung, grossem absurden Schalk und vorallem durch die stilisierten Kunstbilder aus Absteigen, Neonlicht-Hallen und U-Bahnschächten. Das Schlussbild als "Sie" sturzvoll mit ihren High Heels durch einen Raum voller Spiegel geht und dieser mit jedem Schritt weiter klacksend zerbricht, hatte ich nie mehr aus meiner Festplatte im Kopf verbannen können.

Einer meiner liebsten deutschen Filme und echte versinnbildlichte Anarchie. Wer Sachen wie "Diva" oder "Subway" mag, sollte sich mal das viel gewagtere "Bildnis einer Trinkerin" anschauen!

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Schlegel

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Ist notiert. (da kommt langsam einiges zusammen)


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