Birdwatchers - Das Land der roten Menschen

BirdWatchers - La terra degli uomini rossi (2008), BR/IT Laufzeit 103 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 16.07.2009


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4 Kommentare
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von Marco Bechis, mit Taiane Arce und Claudio Santamaria

Die weißen Großgrundbesitzer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul führen ein komfortables Leben. Der Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihren gewaltigen Feldern ist nicht die einzige Einnahmequelle, auch “Birdwatching”-Touren für Touristen sind im Angebot. Die für diese Touren als Foto-Attraktion engagierten Guarani-Kaiowa Indianer fristen dagegen ein klägliches Dasein in ihren Reservaten abseits der fruchtbaren Plantagen, vertrieben von dem Land, das einmal ihnen gehörte. Es ist dieses perspektivlose Leben, das viele junge Guarani in den Selbstmord treibt. Und es ist ein solcher Selbstmord, der die Revolution eines Stammes auslöst. Die Kamera fliegt über dichten, sattgrünen Wald, dann über ein Feld, über die rotbraune, fruchtbare Erde; die Furchen des Ackers sind gut sichtbar. Ein Baum steht vereinzelt, frei. Der Wald und das Feld: Das sind die zwei Sphären, die Marco Bechis in “Birdwatchers” aufeinander prallen lässt. Sie verweisen auf die Welt der Indianer und auf die der Großgrundbesitzer, auf die Welt derer, die schon immer hier waren, und die Welt derer, die vor drei Generationen kamen, um den Wald in Feld zu verwandeln, bis nur mehr einzeln stehende Bäume übrig bleiben. Dem italienischen Regisseur gelang ein Film von hypnotischer Intensität, dessen Sog man sich nur schwer entziehen kann. Er nimmt uns mit auf eine Reise ins Herz des Regenwaldes und ins Innere der Natur.


Cast & Crew

Drehbuch
Filmdetails Birdwatchers - Das Land der roten Menschen
Genre
Drama
Ort
Brasilien
Handlung
Brasilianer, Großgrundbesitzer, Indios, Naturschutzgebiet, Untergang
Verleiher
Pandora Filmverleih
Produktionsfirma
Classic, Gullane Filmes, Karta Film, Rai Cinema

Kommentare (4) — Film: Birdwatchers - Das Land der roten Menschen


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Melcon

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich gewinne, du hast verloren.

Man kann es ihnen nur wünschen.

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Es ist der Kampf zwischen den Indios und den weißen Viehzüchtern um Land. Gleich die ersten Szenen machen die Interdependenz der beiden Volkgruppen vor Ort deutlich: die Weißen bezahlen die Indios für eine Show vor Touristen, in voller Kriegsbemalung und Attacken mit Pfeil und Bogen. Die Indios brauchen das Geld, um zu überleben. Im Verlauf des Films werden die Argumente von beiden Seiten vorgebracht. Der Konflikt eskaliert. Bleibt die Frage: wer verlässt den Boden der Legalität zuerst. Die Indios haben die Wahl, ins Reservat zurückzukehren oder sich als billige Tagelöhner zu verdingen. Bei diesem culture clash ergeben sich aber auch einzelne Begegnungen zwischen Vertretern beiderlei Geschlechts. Dieser universale Drang hebt den Kampf auf eine allgemein menschliche Ebene. Und die Indiofrauen riskieren eine recht offenherzige Lippe dabei.
Es gibt keine Lösung bei dieser Auseinandersetzung, nur individuelle Konsequenzen. Ist die Botschaft also: Gut, dass wir mal drüber geredet haben, sonst wäre das alles womöglich in Vergessenheit geraten? Oder ist es eine Warnung vor dem Konfliktpotential, das hier schlummert?
Auf jeden Fall schafft der Film Einblicke in die Antagonismen des heutigen Lebens der Eingeborenen. Sie müssen mit einem Leben in zwei unterschiedlichen Welten zurechtkommen, die viele Jahrhunderte auseinander liegen.

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Sozionaut

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film zeigt politisch ungeschminkt die strukturellen Transformationspozesse einer ausgrenzenden Dynamik aufgrund eines Raubkapitalismus an Mensch und Umwelt. Empfehlenswert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cinorbird

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Bewertung2.0Ärgerlich

Die Story von Amazonas-Indianern, die ihr Reservat verlassen und sich an einer öden Landstraße niederlassen, unterläuft erfolgreich alle filmdramaturgisch ausgerichteten Erwartungen.
Ostfriesische Flachheit ist angesagt, visuell wie intellektuell. Völlig enttäuschend.

Prädikat: abwracken!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

AliMoPo

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Sagt das jetzt mehr über die Beschränktheit des Films oder jene von cinorbird aus?


cinorbird

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Wahrscheinlich über mich-habe dich jetzt verstanden...



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