Bittersweet Life - Kritik

KR 2005 Laufzeit 115 Minuten, FSK 18, Actionfilm, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 10.05.2006

  • 10

    In einer Nacht im August wachte der Junge Schüler weinend auf. Dem Meister erschien das eigenartig und er fragte ihn: "Hattest du einen Alptraum?", "Nein" sagte der Schüler. "Hattest du einen traurigen Traum?", "Nein ,Meister! Ich hatte einen wunderschönen Traum!", "Aber warum weinst du dann?" Der Junge Schüler wischte sich die Tränen weg und antwortete: "Weil der Traum den ich hatte NIEMALS wahr wird!

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    • 8

      Spätestens im Finale, wenn rumgeballert wird, bis die Finger nicht mehr genug Kraft zum Abdrücken aufbringen können, wird deutlich, wie tief die Charaktere sich in eine Abwärtsspirale der Gewalt manövriert haben. Die Rache, die Sun-woo an seinem ehemaligen Boss und Mentor nehmen möchte, wird zudem als ebenso begründet wie ziellos dargestellt. Dass das alles in einer Szene passiert, zeigt die enorme aussagekräftige Stärke, die Regisseur Kim Jee-woon erreichen kann, wenn er es drauf anlegt.

      Tadellos kann man die Inszenierung jedoch nicht uneingeschränkt nennen. Zwar ist es so, dass der Film einige herausragende Szenen und im Endeffekt mehr Stärken als Schwächen zeigt, jedoch sind vor allem im Mittelteil ein paar Längen drin, die an sich nicht allzu schlimm wären, würden sie nicht wie Wiederholungen wirken. Dass der Held, nein, falsches Wort. Dass die Hauptperson einen Wandel durchmacht, ist klar und deutlich, aber wirkt auf mich hin und wieder zu überreizt.

      Die Hauptperson: Wir lernen Sun-woo kennen, wie er auf dem Weg zu seinem Beruf ist, und auf einem hell erleuchteten Streifen inmitten eines Raumes geht. Dieses Motiv wird später noch oft aufgegriffen. Korridore, Blutstreifen und letzten Endes wieder dieser hell erleuchtete Streifen.

      Der Film wird von zwei Geschichten umklammert.
      Am Anfang wird davon erzählt, wie das Herz und die Seele eines Menschen seine Wahrnehmung, seine Welt, die Welt beeinflusst. Davon muss Sun-woo sich ausklammern. Er gehorcht seinem Boss. Bis zu einem Punkt.
      Am Ende wird davon erzählt, wie ein Junge aus einem Traum aufwacht und weint, weil er weiß, dass der schöne Traum niemals in Erfüllung geht. So einen Traum hat wohl jeder irgendwann. Was wir uns wünschen? Einen Zustand. Eine Eigenschaft. Ein Objekt der Begierde.

      BITTERSWEET LIFE gaukelt einem ein fröhliches Ende vor. Und doch, für eine Sekunde ist man auch wirklich erleichtert, nur um dann von der Stimme aus dem Off auf den Boden zurückgeholt zu werden. Solch eine Blindheit. Solch eine Naivität, Sinnlosigkeit. Solch ein Scheinzustand. Der stetig bröckelt. Bis am Ende von der äußeren Erscheinung nichts mehr vorhanden ist. Einem klar wird, dass einem das Erreichen des Ziels nichts bringt. Einem klar wird, wo man ist: in der Hölle.

      _Smooli

      7
      • 5 .5

        Mit scharf ohne scharf ?? Keine Ahnung ich Esse nicht chinesisches ?? o man so viel zeit in der nicht passiert und man nur ein Gesicht sieht. Gute Kampfszenen bis die Waffen ins Spiel kommen. Ende ist scheiße und teilweise Sinnfreie Handlung und Dialoge. Wobei relativ wenig gesprochen wurde. Bin enttäuscht hatte mir mehr erwartet.

        Fazit : Also ganz ohne Süßsauer Soße und bestimmt keine Nudel box
        viel zu viel Fett bahhhhh

        • 7

          Kim Jee-woon, Koreas Fachmann wenns um Heimzahlen geht, schickt seinen Lieblingsrächer Lee Byung-hun mit "Bittersweet Life" auf einen Probelauf für das spätere Meisterwerk "I saw Devil". Die Hürden sind naive Ergebenheit, Ehrgefühl und das Bedürfnis die personifizierte Unschuld zu beschützen kontra knapp 2 dutzend Gangsterlakaien und einen Boss dem seine Libido und weniger seine Ehre über alles geht. Was dabei herauskommt ist ein spannender und recht brutaler Rachethrill mit leider zu geringem Dramatischen Moment.

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          • 6

            Also man kann sich den Film schon ansehen, schlecht ist er sicherlich nicht.
            Jedoch hatte ich soviele Fragezeichen im Kopf während des Guckens, das es irgendwann keinen Spaß mehr gemacht hat... VORSICHT SPOILER >>>
            - Lange, lange kommt gar nicht richtig Fahrt auf, viele Szenen fand ich zu sehr in die Länge gezogen, z.B. diese seltsame Szene, wo die Waffenhändler russisch streiten-WTF?!
            -Woher hatte die Hauptfigur auf einmal das Geld, seine Wohnung wurde doch sicherlich überwacht, so dass er nicht mal eben Kreditkarten etc holen konnte?
            -Die Szene, in der er so nah an seinen Feind geht, dass er niedergestochen wird, fand ich TOTAL dumm und dass er danach noch relativ fit war und noch nicht mal einen Verband drum gemacht hat so unrealistisch
            - genauso unrealistisch, dass er den Mann mit der Brille, der ja bei seiner Folter mit dabei war, und die Putzfrau, die ihm nicht geholfen hat, nur festbindet und nicht umbringt, so dass der ihm dann später hinterher hechtet und in den Rücken schießen kann..
            - Warum lässt der Ach-so-gefährliche-und-nachtragende Mafiaboss seine Freundin am Leben, obwohl sie ihn betrogen hat, lässt sogar zu, dass sie sich von ihm trennt und weg zieht?
            - Zum Schluss habe ich gar nicht verstanden wer der andere junge Mann war, der plötzlich aufgetreten ist bei den Waffenhändlern und der Hauptfigur den Todesschuss gegeben hat, nach kurzer Recherche im Net herausgefunden, dass es der Bruder des toten Waffenhändlers war...
            - Er wird von hinten zum Schluss angeschossen, knallt auf den Boden, man denkt es sind seine letzten Atemzüge, aber nein, er springt noch von A nach B, sogar über eine hohe Theke etc, aber er blutet doch schon seitdem er in die Seite gestochen wurde+wurde von hinten in den Rücken(?) geschossen, woher kommt diese ganze Energie?

            Also da fand ich echt MAN FROM NOWHERE viel besser als Rachethriller...

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            • 9

              Ein Film mit richtig vielen Gangstern ^^
              Der Film selber ist (wie ich finde) bis zum Schluss durchgehend spannend, an einigen Stellen auch echt brutal und traurig. Man kann sich gut in jeden der Schauspieler hineinversetzen und die Story im Gegenzug zu anderen Mafia-Filmen ein echter Hit.
              Auf jeden Fall anschauen ;)

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              • 6

                Gehört für mich doch eher zu den schwächeren Rachethrillern aus Korea - die Thematik "Rache" wurde einfach schon in vielen anderen Filmen (z.b. "Oldboy", "I saw the Devil") packender & vor allem spannender erzählt. Der Film hat für mich vor allem am Anfang zu viel leerlauf, da passiert einfach kaum was. Visuell ist der Thriller aber gut umgesetzt und auch die Actionszenen können absolut überzeugen.

                • 8

                  Ein wortkarger Protagonist im maßgeschneiderten Anzug, kompromisslose Gangsterbosse, treudoofe Kleinganoven, viel Blut und jede Menge ausgestellte Coolness: Backe, Backe, Gangsterkacke - Möchte man zumindest meinen, wenn man sich auf jene stereotypen Zutaten beschränkt, die uns Kim Je-Woon mit seinem nächsten Genrebeitrag serviert. Gleichzeitig aber steckt in diesem Klischeebrei betörend(e) gefilmte Schönheit und weise Erkenntnis, indem er uns die tragisch-schöne Männerwelt vor Augen führt und uns daran erinnert, warum sich insbesondere das eine Geschlecht dem Gangsterfilm so verschrieben fühlt: Die Faszination Gewalt, der ebenso unser Held des Films ausgeliefert ist wie wir. Zu gern würde er mit der Frau seines Bosses, seiner heimlichen Liebe, durchbrennen, ihr seine Zuneigung gestehen, ein normales Leben führen, die Augen schließen und sich voll und ganz seinem Herzen hingeben, genau wie der posende Macho liebend gern bei "Titanic" Tränchen fließen lassen würde, aber beide sind Gefangene ihres Milieus und ihrer eigenen Rolle, die sie darin zu spielen haben. Bewusst oder unbewusst: Kim hinterfragt das Genre, indem er seinen Ursprung seziert, der wiederum bei uns Männern liegt. Und wenn schließlich alle aufgestauten Gefühle ein Ventil finden und in einem ekstatischen Finale voller Gewalt münden, dann fühlen wir uns erleichtert und befreit, wenn die bittersüßeste aller Männer-Fantasien endlich wahr wird: Unsere Geliebte scheinbar ohne jede Chance von einer Übermacht Gleichgesinnter zu befreien. Und heldenhaft zu sterben.

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                  • 7 .5

                    Koreanische Rachethriller - was soll man noch sagen?
                    Ein etwas weniger wuchtigerer als "I saw the Devil" und "Oldboy", aber meine Güte das tut ja lange kein Abbruch ")

                    • 9

                      Optisch makellos inszenierter Neo-Noir aus Korea, für Freunde von Mellvilles "Le Samouraï" eine Empfehlung.

                      • 8

                        A Bittersweet Life ist ein koreanischer Rache-Action-Thriller.
                        Dass was den Film von vielen seiner Genrekollegen abhebt ist seine Machart und der Storyverlauf. Mit leichten (!) Film-Noir-Elementen (Ausleuchtung) versehen und von stimmungsvoller, emotionaler, leicht melancholischer Musik, die die Grundstimmung perfekt einfängt, begleitet, fährt das Werk zunächst in eher ruhigen Gewässern. In dieser Zeit wird sich Zeit genommen, die Figuren herauszuarbeiten und die Story langsam in Gang zu bringen bis es schließlich zur alles entscheidenden Auseinandersetzung kommt, die für entsprechende Genrebeiträge eher unkonventionell gelöst wird.
                        Der Protagonist ist nicht der 08/15-1000 Mal-bekannte, unverwüstliche „Fels in der Brandung“-Alleingänger, der durch die Heerscharen an Widersachern marschiert, wie Robocop durch die Koks-Fabrik der 80er Jahre. Nein. Das Aufeinandertreffen unseres guten Gangsters (dazu später mehr) mit seinen artverwandten Leidensgenossen hält einige Überraschungen parat und spätestens nach dem ersten Konflikt steht fest, dass jeder Federn lassen muss und niemand völlig ungeschoren davon kommen wird. Mehr will ich hierzu gar nicht schreiben, außer dass es stets spannend bleibt.

                        Worüber handelt der Film nun? Ohne allzu sehr in die Story abzutauchen und ggfs. noch wichtige Dinge zu verraten, möchte ich mich relativ kurz fassen.
                        Der Film spielt im koreanischen High-Society-Gangster-Milieu – wenn es so etwas überhaupt gibt. Es gibt die „klassische“ Story eines Einzelnen, der sich aufgrund einer richtigen, menschlichen Entscheidung und dem Anflug von Gefühlen gegen seinen Boss stellt und so zwischen die Fronten gerät oder besser gesagt zur Zielscheibe wird. Sich seiner Haut wehrend bedient sich der Antiheld so mancher Tricks und diverser Parteien, um nicht ins berühmte Gras zu beißen und sich selbst bis zum bitteren Ende, egal wie es ausgehen mag, treu zu bleiben.

                        Abschließend sei noch gesagt, dass der Gewaltgrad recht hoch ist, ein zimperlicher Umgang mit Leib und Leben nicht erwartet werden sollte, die Gräueltaten jedoch nicht aufgesetzt wirken oder dem Selbstzweck dienen.

                        Bewertung der deutschen Blu Ray findet ihr hier:
                        http://mr-stone-movies.blogspot.de/2013/10/a-bittersweet-life-directors-cut-blu-ray.html

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                        • 3

                          Ooochh schade. Ich hatte mich mal wieder so auf einen feinen Asia Revenge Movie gefreut. Vielleicht waren die Erwartungen auch zu hoch. Ich kann nicht einmal sagen woran es letzten Endes gescheitert ist. Mochte vom Regisseur I SAW THE DEVIL (uncut Black Edition) sowas von gerne, und auch THE GOOD, THE BAD & THE WEIRD fand ich gelungen.

                          ABL kann dann visuell noch so gut sein, der Held noch so ehrenhaft verliebt, die Kamera noch so tricky und die Action noch so gut in Szene gesetzt. Die Story war einfach nur ein Furz im Wind. Hat mich Null berührt wer da jetzt verreckt oder nicht. Auch so krasse Dummnummern wie ***will jemanden töten, lässt die Knarren aber erst in der Tasche und wird dann 5-6 mal angestochen***. Also bitte...

                          Bessere Alternative: THE MAN FROM NOWHERE (zwar 20 Minuten zu lang, aber mit einem unglaublichen Knifefight-Finale)

                          PS: war vielleicht nur der richtige Film am falschen Abend. Bei mir hat ABL leider in keinster Weise gezündet, und die Melancholie der Bilder ist zwischen Bildschirm und Couch elendig verreckt

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                          • 8

                            Definitiv ein sehr guter Rachefilm, der aber auch einige Zeit braucht bis er in die Gänge kommt. Gerade der Anfang ist doch etwas zu ruhig auch wenn in dieser Zeit die Figuren und deren Motive erklärkt worden sind. Nach dem der eigentliche Rachefilme beginnt ist der Film sehr spannend und packend. Wie immer in einem Rachefilm ist die Action natürlich ziemlich übertrieben. Das Ende erinnert schon fast an Scarface. Was man sich sparen hat können war die letzte Szene vor dem Abspann und die damit verbundene Interpretation. Die Geschichte ansich ist gut erzählt, wenn auch recht dünn.

                            • 8

                              Feine Bilder und feiner DTS-Sound. Dazu eine Rachestory, die zwar in manchen Szenen etwas übertrieben wirkt, aber grundsätzlich gut umgesetzt wurde. Ein überraschend guter Streifen aus Korea.

                              • 8

                                Solider Rachethriller aus Südkorea, der sich nicht anschickt, seine Zuschauer überraschen zu wollen. Tatsächlich weiß man als halbwegs erfahrener Genrefan so gut wie immer, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, das stört aber praktisch gar nicht. "A Bittersweet Life" erzählt seine Story in tollen Bildern, mit ganz starker Action und macht trotz einiger geklauter Szenen und Ideen mächtig Spaß. Guter Film, nicht mehr nicht weniger, uneingeschränkt empfehlenswert für Asia-Fans.

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                                • 7 .5

                                  Allzu viel habe ich ja noch nicht gesehen, aber es genügt um zu sagen: „ich gucke gern südkoreanisch“. Zumindest blieben Enttäuschungen bisher aus.
                                  „A Bittersweet Life“ (ich danke den TV-Tipps der Woche) ist eine klassische Gangster-Rache-Story. Ihr habt mir wehgetan also werde ich euch plattmachen. Ab und an geht der Film etwas an den Rand der Übertreibung. Im Großen und Ganzen bleibt es aber authentisch und immer spannend. Gegen Ende habe ich leider den Überblick verloren, wer da eigentlich nun wen und warum erschießt. Verkraftbar, denn irgendwie sterben sowieso alle – fast.

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                                  • 9

                                    Wenn das Genre Actiondrama existiert. Bittersweet Life ist definitiv als das einzuordnen. Ein Soundtrack wie kein Zweiter, melancholisch, wunderschön, deprimierend, perfekt. Eine einfache, wirklich sehr einfach gestrickte Geschichte. Aber um die Geschichte geht es in diesem Film nicht. Dem Rachefilm wurden schon genug innovative Filme geschenkt (Oldboy), da braucht Bittersweet Life nicht mit einer herausragenden Handlung aufzuwarten. Warum ist Bittersweet Life trotzdem einer der stärksten Filme aus Südkorea und gleichzeitig einer der besten Filme die ich kenne? Die Bildkompositionen die Kim Jee-Woon hier verwendet, die Versinnbildlichung der inneren Zerissenheit unseres Protagonisten, einfach die Melancholie, die Atmosphäre und die gesamte Stimmung des Films. Auf den ersten Blick scheint die Charakterzeichnung oberflächlich zu wirken. Tauchen wir aber tiefer in den Film hinein, tiefer in den Protagonisten, tiefer in die Bilder, die Musik, dann wird uns eines vermittelt. Der Grundton, die Beweggründe unseres Protagonisten. Unentschlossenheit. Liebe oder "Job"? Wahrheit oder Lüge? Warum passiert all das? Die Antwort die im Film genannt wird, scheint einfach zu sein. Aber es steckt mehr dahinter. Wer in Bittersweet Life einen Actionfilm sieht, dem sei es gegönnt, denn die Action ist sehr gut inszeniert und sehr stylish. Wer den Film aber häufiger sieht, dem wird auffallen, dass Bittersweet Life eben mehr ist. Ich finde dieses eine Zitat am Ende beschreibt den Film perfekt. (Für alle Leser: Kein Spoiler auf Handlung oder Charaktere)

                                    One late autumn night, the disciple awoke crying.

                                    So the master asked the disciple, "Did you have a nightmare?"
                                    "No."
                                    "Did you have a sad dream?"
                                    "No," said the disciple.
                                    "I had a sweet dream."
                                    "Then why are you crying so sadly?"
                                    The disciple wiped his tears away and quietly answered,

                                    "Because the dream I had can't come true."

                                    Ob der Film einen zu Tränen rührt kann ich nicht sagen, dass aber Gänsehaut garantiert ist durch diese meisterliche Inszenierung und den Soundtrack, das kann ich versichern. Die Musik und die Bilder sagen mehr als tausend Worte. Und ist das nicht einer der Gründe warum wir Filme schauen?

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                                    • 9 .5

                                      Kann wer schöner leiden als Lee Byung-hun?

                                      6
                                      • 8

                                        [...] Ein Hotel wird zum Sammelbecken der angestauten Konflikte, der emotionale Zwiespalt, der vom Drehbuch nie herausgearbeitet wurde, lässt sich in den Gesichtern ablesen und es kommt zum inneren Monolog: Das einst so lustvoll ertönende Cello weint ein letztes Mal, die Äste wiegen sich elegisch, nicht weil der Wind weht, sondern weil die Seele leise flüstert und alles andere vollkommen verstummt. Auch Hauptfigur Sun-woo muss schlussendlich feststellen, dass diese Welt, in der er von der narzisstischen Marionette zum autarken Beschützer wurde, keine Liebe für ihn bereithält, sondern nur die rohe Eskalation mit kathartischen Abstrahleffekten. Träume werden nur erfüllt, wenn der Kampf gegen das eigene Spiegelbild begonnen hat – Das einzige Lächeln im abgekämpften Gesicht darf entfesselt werden.

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                                        • 7

                                          Bittersweet Life fängt eigentlich nie richtig an, sondern steuert einfach auf zweimögliche Enden zu von denen man dann auch eines erreichen wird. Von den genialen Rache-Filmen aus Korea ist dies einer der schlechteren aber immer noch ein sehr guter.

                                          Im Mittelpunkt steht die Wut des Zuschauers, man würde am liebsten eingreifen und alle erschiessen, doch man muss zusehen wie dabei jemand nur schleppend voran kommt.

                                          Hat man das Ende gesehen ist man zufrieden und findet dass es eigentlich ein gewöhnliches, aber geschicktes Ende ist.

                                          • 6 .5

                                            Dieser Film ist einer der schlechteren aus Südkorea, was aber an sich so gut wie nichts bedeutet.

                                            BITTERSWEET LIFE funktioniert als das, was er sein möchte: Ein einfacher Rachefilm mit ordentlich Action. Da ich ihn eigentlich einzig aus dem Grund angesehen habe, das Jee-woon Kim Regie führte und ich für das Genre des Actionfilms sonst nichts übrig habe, wurde ich hier positiv überrascht.
                                            Die Charakterzeichnung ist zwar ziemlicher Käse, aber der Handlungsverlauf ist solide und die Kampfszenen wirklich nett anzusehen.

                                            Anspruchsloser Film für zwischendurch.

                                            • 5 .5

                                              Leider doch nur ein einfacher Rachethriller ohne wirklich auserzählte Figuren oder anderer toller Sachen, die eine Geschichte sehenswert machen. Aber wozu? Wer braucht das schon in einem Actionfilm? Naja, ich.
                                              Selbst die Melancholie versinkt hier daher einfach im belanglosen.

                                              Und in Gottes Namen. Das scheint ja ne fiese Verbrecherorganisation zu sein. Obwohl der Film auch nicht in der Lage ist, zu klären was für eine Organisation genau. Trotz allem ist es schon verwunderlich, dass die bösen Jungs da vorwiegend mit Taschenmessern rumprollen.
                                              In anderen Gangsterfilmen wird klar übertrieben, weil da jeder Horst mit ner Maschinenpistole rumläuft.
                                              Mag sein, dass es in Korea wirklich so ist (Was ich nicht glaube), aber eigenartig ist es trotzdem.

                                              • 4 .5

                                                Nach den doch recht positiven Bewertungen hätte ich hier deutlich mehr erwartet. Die Story wirkt zum einen sehr unausgereift. Desweiteren sind die Handlungen und Beweggründe der Protagonisten in weiten Teilen des Filmes einfach nicht nachvollziehbar. Vieles wird einfach nicht erklärt und bleibt im Dunkeln. Die altbekannte Rache Thematik wurde schon in zig Filmen besser und spannender erzählt.
                                                Auch wechselt die Grundstimmung des Films ständig. Auf der einen Seite will der Film ein Gangster Drama sein, was aber durch die mMn oberflächliche Darstellung des Hauptcharakters schon nicht funktioniert. Andere Szenen hingegen wirken fast schon (unfreiwillig?) komisch.
                                                ACHTUNG SPOILER: Z.B. als sich der Protagonist kurz vor seiner Exekution seinen Weg gegen 20 Männer freikämpft um schließlich mit dem Auto zu fliehen. SPOILER ENDE
                                                Was den Film dennoch nicht zu einem schlechten Film macht ist die gute Regie - und Kameraarbeit. Die zumeist eher brutalen Kämpfe und Schießereien sind sehr stylisch umgesetzt worden. Dies kann aber nur schwerlich über die schwache Story hinwegtrösten.
                                                Im Großen und Ganzen ein Film, den man nicht gesehen haben muss. Dann doch lieber "I saw the Devil" und "A Tale of two sisters" - die sind um Längen besser.

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                                                  Mehr bitter als sweet, aber trotzdem. Ein wunderschöner, melancholischer, intelligenter und philosophischer Rachefilm nach alter Tradition. Hauptfigur gehört zu Gängster, gängster fühlt sich wegen irgendwas verletzt und will Hauptfigur töten. Hauptfigur überlebt und schwört Rache. Ganz einfach erzählt, aber man kann auch Rotkäppchen ganz einfach erzählen, als hört zu: da war so ein Mädchen, das wollte zur Großmutter, da kam es vom weg ab und Wolf fragt es aus. Wolf frisst Großmutter und verkleidet sich als sie (muss ja ne ziemlich hässliche Großmutter gewesen sein) Mädchen kommt bei Wolöfomi an, wird gefressen und weil die Geschichte gut ausgehen muss, kommt der Jäger, knallt die Töle ab und holt die Beiden, natürlich unversehrt aus dem Wolf. ENDE! Aber es fehlen die ganzen Details, der Korb mit Kuchen und Wein, die Blumen am Wegesrand. Dieser berühmte und oft Zitierte Spruch vom Wolf mit den Augen und den großen Maul und den großen Schwanz und so. also, selbst wenn man die Geschichte so einfach erzählen kann, fehlen doch noch immer die Wunderschönen Settings, die Musik, die Gespräche, die Kämpfe, die Dramaturgie. Also alles, was einen Film magisch macht, die Details!

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                                                    Asiatische Filme haben mich nie interessiert, vor allem weil ich wohl dachte, dass alle auf lustig gemachte Kampffilme mit Jet Li, Jackie Chan usw. wären. Die haben mich lange verfolgt und ich kann sie einfach nicht ausstehen. Eines Tages bin ich auf Oldboy gestoßen - und danach war ich offen für den asiatischen Raum :) Sehr viele Filme aus dieser Region kenne ich noch nicht, aber es scheint, als haben alle ein Thema: Rache. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, naja ihr wisst ja. Diese Filme sind dreckig, ein Menschenleben ist soviel Wert wie ein Sack Reis, und mit den Getöteten aus diesen Filmen könnte man eine neue Chinesische Mauer auftürmen. Und ich muss sagen: Ich finde es geil! Sollte ich mich dafür schämen? Ich denke schon. Ich tu es aber nicht. Im Endeffekt handelt der Film "Bittersweet Life" von verletztem Stolz, verweigerten Befehle und dem Kampf Einer gegen alle anderen. Und das alles nur wegen einer Frau. Wegen wem auch sonst?

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