Ein supersensibles Thema ist Verhoeven nicht genug, er muss gleich alle auf einmal anpacken. Was kommt dabei heraus? Natürlich ein hemmungslos überzogener Thriller. Die Handlung ist pure Kolportage und poltert von einem Showdown zum nächsten. Nazis töten Juden. Die Widerständler töten Nazis. Mittendrin die schöne Rachel alias Ellis, blondiert bis aufs letzte Härchen im Kampf ums sprichwörtlich nackte Überleben. Ob man diesen völlig unwahrscheinlichen Mata-Hari-Stunt nun sexy findet oder obszön, eine Gratwanderung ist es in jedem Fall.
Wenn man überfliegt, was zu "Zwartboek" vornehmlich durch die Gazetten geistert, möchte man mit hochgeschlagenem Mantelkragen das Kino besuchen. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass Paul Verhoeven den "Ilsa"-Nazi-Exploitation-Streifen zu neuen Ruhm und Ehren verhelfen wollte, so unabdingbar war die Erwähnung, dass es in einem millionenschweren NS-Drama "Titten" und - Zitat - "Splatter" zu sehen gäbe. Eine Reduktion, die dem Film in keinster Weise gerecht wird. Verhoeven lässt es diesmal verglichen mit früheren Werken wesentlich zahmer angehen, ist aber nicht weniger subversiv. Er nimmt sich sehr zurück und stellt sein Können ganz in den Dienst der exzellenten Story. Es darf spekuliert werden, inwieweit Verhoeven hier tatsächlich seine eigene Vergangenheit während bzw. nach der NS-Besatzung aufarbeitet, oder doch in erster Linie "nur" einen lupenreinen Thriller abliefern wollte - Spielbergs "München" weckte…
Wenn man überfliegt, was zu "Zwartboek" vornehmlich durch die Gazetten geistert, möchte man mit hochgeschlagenem Mantelkragen das Kino besuchen. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass Paul Verhoeven den "Ilsa"-Nazi-Exploitation-Streifen zu neuen Ruhm und Ehren verhelfen wollte, so unabdingbar war die Erwähnung, dass es in einem millionenschweren NS-Drama "Titten" und - Zitat - "Splatter" zu sehen gäbe.
Eine Reduktion, die dem Film in keinster Weise gerecht wird. Verhoeven lässt es diesmal verglichen mit früheren Werken wesentlich zahmer angehen, ist aber nicht weniger subversiv. Er nimmt sich sehr zurück und stellt sein Können ganz in den Dienst der exzellenten Story. Es darf spekuliert werden, inwieweit Verhoeven hier tatsächlich seine eigene Vergangenheit während bzw. nach der NS-Besatzung aufarbeitet, oder doch in erster Linie "nur" einen lupenreinen Thriller abliefern wollte - Spielbergs "München" weckte seinerzeit ähnliche Bedenken. Allerdings hat Verhoeven wesentlich weniger Berührungsängste mit sexuellen Elementen und stilisiert sie nicht ins unfreiwillig Komische durch gewagte Parallel-Montagen. Ganz im Gegenteil: mit wohliger Dreistigkeit übertritt er sämtliche Grenzen der hoch budgetierten NS-Dramen seiner Kollegen, für die Jurys gerne reflexartig irgendwelche Preise zücken. Denn da werden Faschisten schließlich noch mit Respekt behandelt! Unantastbar und über alle Maßen dämonisiert. Es braucht dann einen Niederländer, der einen nackten Nazi besoffen ins Klo wanken lässt um ihn beim pissen zu zeigen - ein entmystifizierenden Moment, der einem "Untergang" wohl gut gestanden hätte.
Auf so eine Szene habe ich gehofft. Die zeigt, was europäisches Kino zu leisten vermag, wenn man sich nur traut, bzw. die hollywoodschen Scheuklappen ablegt. Trotzdem bedient sich Verhoeven ausgiebig an den Vorteilen des amerikanischen Kinos und weiss damit Figuren zu definieren und geschickt Spannung aufzubauen. Allerdings wird da auch einiges an Potential verschenkt, weil der Film merkwürdigerweise als Rückblende erzählt wird. Vielleicht gibt's eine Erklärung dafür auf der DVD, bekanntlich sind Pauls Audiokommentare ausnahmslos hervorrangend - und ich muss Carice van Houten ohnehin unbedingt mal im Original hören! Die Hauptdarstellerin kann bereits jetzt ohne Zweifel als die Entdeckung des Jahres gefeiert werden - ein absolut großartiges Talent, gegen das fast alle Kollegen verblassen. Wohl auch, weil Rachel gut und gerne wie Marlene Dietrich ausleuchtet wird. Warum allerdings Udo Kier nicht die Rolle des General Käutner bekam oder wollte, wäre auch interessant zu erfahren. Christian Berkel sieht ihm jedenfalls so ähnlich, da möchte man keinen Zufall mehr vermuten...
Paul Verhoeven kann's also doch noch! Nach Konfektionsware wie "Hollow Man" gibt's diesmal perfekt inszeniertes Thriller-Kino mit dezenten B-Movie-Anleihen, inklusive der typischen Verhoeven-Momente, die hart am Rand der Groteske entlangleiten. "Black Book" ist aber nicht das Krawall-Kino, das man ihm gerne vorwirft! Nachhaltig in Erinnerung bleiben die überraschend leisen Töne und das phantastische Schauspiel von Carice van Houten. Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Regisseure, die man durch wesentlich trivialere Produktionen liebgewonnen hat, in diesem Format auftrumpfen. Damit steht Verhoeven in bester Tradition zu DelToro und ich bin gespannt, wie es die Academy in diesem Fall zu würdigen weiss...
Schäbigkeit und Barbarei sind in Black Book kein Vorrecht der Nazis. Verhoeven revidiert das gebrochen heroische Bild vom holländischen Widerstand, das er und Soetemann 1977 in Soldier of Orange zeichneten. Seine damaligen Helden ließen sich mit der Leichtfertigkeit des Dandys auf das Abenteuer des Krieges ein, wie auf einen Streich, der unverhofft Ernst wird. [...] In Verhoevens filmischem Universum gibt es keine Unschuld, allenfalls Arglosigkeit; keine Gnade, bestenfalls Glück. Er erweist sich indes nicht als Zyniker, sondern als heiterer Pessimist. Die Erkenntnis der menschlichen Bestialität ist für ihn kein Anlass zur Verzagtheit.
Der einstige Provokateur und routinierte Genre-Filmer Verhoeven [überrascht] mit einer ungewöhnlichen, trotz aller Effekte tiefgründigen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Ein klarer Appell auch für Völkerverständigung und -versöhnung.
Paul Verhoevens Drama aus den nationalsozialistisch besetzten Niederlanden ist nur vordergründig eine klare Sache: Hinter einer traditionellen Oberfläche verbirgt sich große und sehr interessante moralische Verwirrung.
Verhoeven hat hier ein ebenso komplexes wie auch tragisches Kriegsepos inszeniert. Die Geschichte findet eine perfekte Balance aus persönlicher Tragödie, Überblick zum geschichtlichen Gesamtdrama und spannendem Thriller. In den letzten Tagen des 2. Weltkriegs versuchen die Nazis mit aller Macht noch die letzten versteckten jüdischen Familien in Holland aufzuspüren, zu ermorden und deren Vermögen zu rauben. Rachel Stein, eine jüdische Sängerin aus reichem Haus, wird gezwungen ihr sicheres Versteck zu verlassen und gerät, gemeinsam mit ihrer Familie, in einen organisierten Hinterhalt der Deutschen. Sie überlebt und kann erneut fliehen. Danach folgt ein steiler Aufstieg im niederländischen Widerstand, wo sie als attraktive Spionin skrupellos und berechnend deutsche Offiziere infiltriert.
Eine ebenso berührende wie faszinierende Story; stets spannend und, dank der ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen, auf höchstem Niveau.
Die Bewertung erhält im Prinzip durch zwei Punkte abzüge:
1. So langsam kann man doch mal wieder aufhören Filme über den 2. Weltkrieg in Serie zu produzieren.
2. Verhoeven hätte vielleicht mal einen Schuss aus einer Waffe abfeuern sollen, bevor er so viel Dauerfeuer aus den Rohren pusten lässt.
Ansonsten ist der Film echt gut! Der Plot ist mit Wendungen durchzogen, wirkt aber nicht konstruiert und die Charaktere dadurch menschlich. Bis auf das Dauerfeuer wirken die Actionszenen auch überzeugend, genauso wie die Kostüme.
Ein Film für jedermann würde ich sagen.... es müsste für alle etwas drin sein. Das zu erreichen gelingt nur wenigen.
Der Film ist für mich vergleichbar mit Inglourious Basterds: Er ist mindestens ebenso brutal und grausam, aber auch ebenso spannend. Im Unterschied zu den Basterds gibt es weniger Sprüche und weniger US-Pathos, dafür aber mehr Haut zu sehen. Verhoeven ist eben nicht Tarantino. Geschichten erzählen kann er aber auch!
Einmal muss man ihn gesehen haben, ein zweites Mal wäre ebenfalls zu überlegen.
Mit diesem Film gelangt Verhoeven endlich wieder zu alter Qualität. Moral und Opportunismus in Zeiten des Krieges ist eine Thematik, die differenziert und nicht wie sonst üblich in solchen Filmen nach Nationalität bestimmt wird. Der Film kam in den Niederlanden wegen Verhoevens angeblicher Nestbeschmutzung nicht gut an. Ein unbequemer Film, der sich dem simplen Gut und Böse-Schema Hollywoods entzieht und deswegen ungemein fesselnd ist. Die Darstellerleistungen überzeugen auf ganzer Linie.
carice van houten ist zwar eine talentierte actrice und auch die restliche cast in diesem ww2-thriller-action-drama weiss zu überzeugen, allerdings ist die story streckenweise sehr krude, und je mehr man über den plot nachdenkt, desto mehr löcher findet man. und die sex- und splattereinlagen hätte sich verhoeven aufgrund des ernsten themas auch sparen können. für sowas guck ich basic instinct oder starship troopers!
sehr positiv hingegen: der film wechselt je nach situation und setting zwischen niederländisch, deutsch, englisch und hebräisch, was schon eine gewisse authentizität herstellt. alles in allem ein halbwegs solider popcornfilm mit leichtem anspruch. nicht mehr, nicht weniger.
Trotz imposanter Länge lässt die Geschichte um Ellis den Zuschauer nicht los. Sie gerät in einen Strudel aus Gewalt und Sex - Paul Verhoevens Handschrift ist klar erkennbar. Insgesamt sehr sehenswert und authentisch!
Es ist ein Versuch der Aufarbeitung der holländischen Geschichte: der Film spielt Ende des zweiten Weltkrieges als das Land von den Nazis besetzt war. Hier gerät eine Jüdin (beeindruckend die hübsche Carice van Houten!) in die Lage für die eigenen Landsleute zu spionieren. Sie gerät ins Zwielicht von Nazihure oder nationaler Agentin, Kollaborateurin oder Widerstandkämpferin. Es entwickelt sich ein spannender Anti-Kriegsfilm mit viel Sex und Blut. Beide Seiten werden beleuchtet und es zeigt sich, dass nicht nur ideologische Gründe das Motiv zum Handeln sind. Hier wie da ist es die Gier, die die Akteure antreibt. Gier nach Reichtum, nach Sex, und nach Macht. Mit überraschenden Wendungen wird gekonnt an der Spannungsschraube gedreht. Man erkennt, dass man in solchen Zeiten niemandem trauen darf. Und auch das titelgebende Buch taucht erst ganz am Ende auf. Spannung pur, die auch noch Sinn macht.
paul verhoeven trifft, ganz unprätentiös erzählt, den kern des menschenlichen charakters in extremen situationen: es existiert kein gut und böse, nur der wille zu gewinnen - sei es geld, macht oder ein leben in freiheit. lediglich die grenzen, wie weit man für sein persönliches ziel geht, sei es durch aktiven widerstand, verrat, prostitution und so weiter, machen hier die unterschiede. daher wäre dieser film wohl schwerlich aus hollywoods schwarz-weiß-schmiede gekommen - und das finde ich gerade bei diesem thema gar nicht so schlecht.
Ein Film von beachtlichem Format!! Paul Verhoeven hat es nach all den Jahren wieder geschafft einen wirklich guten Film zu inszenieren, der keine Sekunde langweilig wird. Die meisten deutschen Regisseure hätten daraus eine typische Herzschmerzstory gemacht doch bei Verhoeven gibt es sowas nur im Ansatz. Hinzukommt, dass er die Deutschen nicht nur als schlecht darstellt sondern auch alle anderen Beteiligten. Die Schauspieler in Verhoevens neuestem Werk sind aller erster Sahne. Allen voran Carice van Houten überzeugt in ihrer Rolle vollends!!
Spannend, aber nicht überheblich wird uns hier ein Film gezeigt, der von Verrat, Menschenfeindlichkeit, Gemeinschaft, Geheimnisseumwelzerei und Geldgier handelt.
Der fortwährende Kontrast, bzw. Kontraste in all dem Chaos regen auf ansprechende Weise zum Nachdenken an. Dazu noch ganz viel Drama, Spannung und ein Schuss Humor, der nach der angenehmen Dosis immer gekonnt unterbrochen wird.
Paul Verhoeven kann es einfach. Bis auf wenige Ausnahmen sind seine Filme alle Oberklasse. Auch diese Widerstandsgeschichte aus dem besetzten Holland kann überzeugen und ist sehr gut gespielt. Und mal ganz ohne Zynismus. Wär auch nicht angebracht.
Wieder einmal eine Geschichte aus der NS Zeit....übers Verraten und Verraten werden. Durchgehend gute Unterhaltung. Drehbuch und manchmal auch die Schauspieler driften ziemlich ab ins Mittelmaß.
Black Book - Kritik
DE/GB/NL 2006 Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Thriller, Historienfilm, Kinostart 10.05.2007
Kritiken (5) — Film: Black Book
Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenEin supersensibles Thema ist Verhoeven nicht genug, er muss gleich alle auf einmal anpacken. Was kommt dabei heraus? Natürlich ein hemmungslos überzogener Thriller. Die Handlung ist pure Kolportage und poltert von einem Showdown zum nächsten. Nazis töten Juden. Die Widerständler töten Nazis. Mittendrin die schöne Rachel alias Ellis, blondiert bis aufs letzte Härchen im Kampf ums sprichwörtlich nackte Überleben. Ob man diesen völlig unwahrscheinlichen Mata-Hari-Stunt nun sexy findet oder obszön, eine Gratwanderung ist es in jedem Fall.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin
Kommentar löschenWenn man überfliegt, was zu "Zwartboek" vornehmlich durch die Gazetten geistert, möchte man mit hochgeschlagenem Mantelkragen das Kino besuchen. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass Paul Verhoeven den "Ilsa"-Nazi-Exploitation-Streifen zu neuen Ruhm und Ehren verhelfen wollte, so unabdingbar war die Erwähnung, dass es in einem millionenschweren NS-Drama "Titten" und - Zitat - "Splatter" zu sehen gäbe.
Eine Reduktion, die dem Film in keinster Weise gerecht wird. Verhoeven lässt es diesmal verglichen mit früheren Werken wesentlich zahmer angehen, ist aber nicht weniger subversiv. Er nimmt sich sehr zurück und stellt sein Können ganz in den Dienst der exzellenten Story. Es darf spekuliert werden, inwieweit Verhoeven hier tatsächlich seine eigene Vergangenheit während bzw. nach der NS-Besatzung aufarbeitet, oder doch in erster Linie "nur" einen lupenreinen Thriller abliefern wollte - Spielbergs "München" weckte…
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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...
Kommentar löschenSchäbigkeit und Barbarei sind in Black Book kein Vorrecht der Nazis. Verhoeven revidiert das gebrochen heroische Bild vom holländischen Widerstand, das er und Soetemann 1977 in Soldier of Orange zeichneten. Seine damaligen Helden ließen sich mit der Leichtfertigkeit des Dandys auf das Abenteuer des Krieges ein, wie auf einen Streich, der unverhofft Ernst wird. [...] In Verhoevens filmischem Universum gibt es keine Unschuld, allenfalls Arglosigkeit; keine Gnade, bestenfalls Glück. Er erweist sich indes nicht als Zyniker, sondern als heiterer Pessimist. Die Erkenntnis der menschlichen Bestialität ist für ihn kein Anlass zur Verzagtheit.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenDer einstige Provokateur und routinierte Genre-Filmer Verhoeven [überrascht] mit einer ungewöhnlichen, trotz aller Effekte tiefgründigen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Ein klarer Appell auch für Völkerverständigung und -versöhnung.
Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Rochus Wolff: freier Journalist
Kommentar löschenPaul Verhoevens Drama aus den nationalsozialistisch besetzten Niederlanden ist nur vordergründig eine klare Sache: Hinter einer traditionellen Oberfläche verbirgt sich große und sehr interessante moralische Verwirrung.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (18) — Film: Black Book
Kommentar schreibenScipio 2011/04/29 18:53:06
Kommentar löschenSo muß Kino sein!
Klasse!
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horro 2011/01/08 21:30:52
Kommentar löschenVerhoeven hat hier ein ebenso komplexes wie auch tragisches Kriegsepos inszeniert. Die Geschichte findet eine perfekte Balance aus persönlicher Tragödie, Überblick zum geschichtlichen Gesamtdrama und spannendem Thriller. In den letzten Tagen des 2. Weltkriegs versuchen die Nazis mit aller Macht noch die letzten versteckten jüdischen Familien in Holland aufzuspüren, zu ermorden und deren Vermögen zu rauben. Rachel Stein, eine jüdische Sängerin aus reichem Haus, wird gezwungen ihr sicheres Versteck zu verlassen und gerät, gemeinsam mit ihrer Familie, in einen organisierten Hinterhalt der Deutschen. Sie überlebt und kann erneut fliehen. Danach folgt ein steiler Aufstieg im niederländischen Widerstand, wo sie als attraktive Spionin skrupellos und berechnend deutsche Offiziere infiltriert.
Eine ebenso berührende wie faszinierende Story; stets spannend und, dank der ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen, auf höchstem Niveau.
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Filmkenner77 2011/01/10 09:54:14
Antwort löschenDer Film hat mir auch gut gefallen. Verhoeven kehrt wieder zu seinen Wurzeln zurück. Hoffentlich kommt bald wieder etwas Neues von ihm.
horro 2011/01/10 09:56:48
Antwort löschenJa, wurde etwas ruhig um ihn in letzter Zeit - keine Ahnung welche Projekte der momentan ausbrütet.
apov1s 2010/12/31 05:16:50
Kommentar löschenDie Bewertung erhält im Prinzip durch zwei Punkte abzüge:
1. So langsam kann man doch mal wieder aufhören Filme über den 2. Weltkrieg in Serie zu produzieren.
2. Verhoeven hätte vielleicht mal einen Schuss aus einer Waffe abfeuern sollen, bevor er so viel Dauerfeuer aus den Rohren pusten lässt.
Ansonsten ist der Film echt gut! Der Plot ist mit Wendungen durchzogen, wirkt aber nicht konstruiert und die Charaktere dadurch menschlich. Bis auf das Dauerfeuer wirken die Actionszenen auch überzeugend, genauso wie die Kostüme.
Ein Film für jedermann würde ich sagen.... es müsste für alle etwas drin sein. Das zu erreichen gelingt nur wenigen.
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Flominator 2010/11/06 16:25:21
Kommentar löschenDer Film ist für mich vergleichbar mit Inglourious Basterds: Er ist mindestens ebenso brutal und grausam, aber auch ebenso spannend. Im Unterschied zu den Basterds gibt es weniger Sprüche und weniger US-Pathos, dafür aber mehr Haut zu sehen. Verhoeven ist eben nicht Tarantino. Geschichten erzählen kann er aber auch!
Einmal muss man ihn gesehen haben, ein zweites Mal wäre ebenfalls zu überlegen.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Filmkenner77 2010/08/19 15:49:49
Kommentar löschenMit diesem Film gelangt Verhoeven endlich wieder zu alter Qualität. Moral und Opportunismus in Zeiten des Krieges ist eine Thematik, die differenziert und nicht wie sonst üblich in solchen Filmen nach Nationalität bestimmt wird. Der Film kam in den Niederlanden wegen Verhoevens angeblicher Nestbeschmutzung nicht gut an. Ein unbequemer Film, der sich dem simplen Gut und Böse-Schema Hollywoods entzieht und deswegen ungemein fesselnd ist. Die Darstellerleistungen überzeugen auf ganzer Linie.
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doc_flunder 2010/03/10 14:00:50
Kommentar löschencarice van houten ist zwar eine talentierte actrice und auch die restliche cast in diesem ww2-thriller-action-drama weiss zu überzeugen, allerdings ist die story streckenweise sehr krude, und je mehr man über den plot nachdenkt, desto mehr löcher findet man. und die sex- und splattereinlagen hätte sich verhoeven aufgrund des ernsten themas auch sparen können. für sowas guck ich basic instinct oder starship troopers!
sehr positiv hingegen: der film wechselt je nach situation und setting zwischen niederländisch, deutsch, englisch und hebräisch, was schon eine gewisse authentizität herstellt. alles in allem ein halbwegs solider popcornfilm mit leichtem anspruch. nicht mehr, nicht weniger.
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Rodon 2010/01/09 10:37:09
Kommentar löschenTrotz imposanter Länge lässt die Geschichte um Ellis den Zuschauer nicht los. Sie gerät in einen Strudel aus Gewalt und Sex - Paul Verhoevens Handschrift ist klar erkennbar. Insgesamt sehr sehenswert und authentisch!
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8martin 2010/01/05 04:34:38
Kommentar löschenEs ist ein Versuch der Aufarbeitung der holländischen Geschichte: der Film spielt Ende des zweiten Weltkrieges als das Land von den Nazis besetzt war. Hier gerät eine Jüdin (beeindruckend die hübsche Carice van Houten!) in die Lage für die eigenen Landsleute zu spionieren. Sie gerät ins Zwielicht von Nazihure oder nationaler Agentin, Kollaborateurin oder Widerstandkämpferin. Es entwickelt sich ein spannender Anti-Kriegsfilm mit viel Sex und Blut. Beide Seiten werden beleuchtet und es zeigt sich, dass nicht nur ideologische Gründe das Motiv zum Handeln sind. Hier wie da ist es die Gier, die die Akteure antreibt. Gier nach Reichtum, nach Sex, und nach Macht. Mit überraschenden Wendungen wird gekonnt an der Spannungsschraube gedreht. Man erkennt, dass man in solchen Zeiten niemandem trauen darf. Und auch das titelgebende Buch taucht erst ganz am Ende auf. Spannung pur, die auch noch Sinn macht.
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lichtgrau 2010/01/05 00:57:01
Kommentar löschenpaul verhoeven trifft, ganz unprätentiös erzählt, den kern des menschenlichen charakters in extremen situationen: es existiert kein gut und böse, nur der wille zu gewinnen - sei es geld, macht oder ein leben in freiheit. lediglich die grenzen, wie weit man für sein persönliches ziel geht, sei es durch aktiven widerstand, verrat, prostitution und so weiter, machen hier die unterschiede. daher wäre dieser film wohl schwerlich aus hollywoods schwarz-weiß-schmiede gekommen - und das finde ich gerade bei diesem thema gar nicht so schlecht.
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AylaView 2010/01/05 00:31:54
Kommentar löschenSchnörkellos erzählt und immens packend - von der ersten bis zur letzten Minute.
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Bandrix 2009/07/17 16:31:12
Kommentar löschenEin Film von beachtlichem Format!! Paul Verhoeven hat es nach all den Jahren wieder geschafft einen wirklich guten Film zu inszenieren, der keine Sekunde langweilig wird. Die meisten deutschen Regisseure hätten daraus eine typische Herzschmerzstory gemacht doch bei Verhoeven gibt es sowas nur im Ansatz. Hinzukommt, dass er die Deutschen nicht nur als schlecht darstellt sondern auch alle anderen Beteiligten. Die Schauspieler in Verhoevens neuestem Werk sind aller erster Sahne. Allen voran Carice van Houten überzeugt in ihrer Rolle vollends!!
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maslobojew 2009/01/07 22:18:48
Kommentar löschenSpannender Streifen, wobei mir der alte Film von Verhoeven über die Nazis in den Niederlanden, Der Soldat von Oranien, noch einen Tick besser gefällt.
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weekly 2009/01/05 09:57:54
Kommentar löschenSpannend, aber nicht überheblich wird uns hier ein Film gezeigt, der von Verrat, Menschenfeindlichkeit, Gemeinschaft, Geheimnisseumwelzerei und Geldgier handelt.
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SgoTscH 2008/10/06 21:01:37
Kommentar löschenDer fortwährende Kontrast, bzw. Kontraste in all dem Chaos regen auf ansprechende Weise zum Nachdenken an. Dazu noch ganz viel Drama, Spannung und ein Schuss Humor, der nach der angenehmen Dosis immer gekonnt unterbrochen wird.
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derblonde 2008/07/14 20:05:24
Kommentar löschenPaul Verhoeven kann es einfach. Bis auf wenige Ausnahmen sind seine Filme alle Oberklasse. Auch diese Widerstandsgeschichte aus dem besetzten Holland kann überzeugen und ist sehr gut gespielt. Und mal ganz ohne Zynismus. Wär auch nicht angebracht.
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jbubbleboy 2008/03/07 22:42:04
Kommentar löschenein wirklich mitreißender und fesselnder film in sehr schönen bildern, sehr realistisch und teilweise sehr traurig.
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AgentGuhl86 2008/02/24 19:02:29
Kommentar löschenWieder einmal eine Geschichte aus der NS Zeit....übers Verraten und Verraten werden. Durchgehend gute Unterhaltung. Drehbuch und manchmal auch die Schauspieler driften ziemlich ab ins Mittelmaß.
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agent mandarine 2008/02/12 00:32:48
Kommentar löscheneine recht konventionell inszenierte und teilweise konstruiert wirkende geschichte um widerstand, verrat und moral.
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