Black Brown White

Black Brown White (2011), AT
Laufzeit 106 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 03.11.2011

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von Erwin Wagenhofer, mit Fritz Karl und Clare-Hope Ashitey

Black Brown White – Der Fernfahrer Don Pedro (Fritz Karl) fährt nicht zum ersten Mal mit einer Ladung ukrainischem Knoblauch nach Marokko. Dort nimmt er Flüchtlinge auf, um sie hinter das Gemüse gepfercht nach Europa zu schmuggeln. Das Geschäftsmodell von Pedro und seinem abgefeimten Speditionspartner Jimmy (Karl Markovics) ist zwar riskant, aber ausgesprochen ertragreich. Die Probleme beginnen, als sich eine junge Frau (Clare-Hope Ashitey) weigert, wie die Anderen in den Hohlraum des LKWs zu kriechen. Stattdessen nimmt sie mit ihrem kleinen Sohn in der Fahrerkabine Platz. Ziel ihrer Reise ist Genf, wo sie den Vater ihres Kindes, einen UN-Beamten, mit seiner Verantwortung konfrontieren möchte. Eine tückenreiche Reise nach Schengenland beginnt. Zöllner in Tanger, ein Mitglied von Ärzte ohne Grenzen, ein Kommissar sowie ein ukrainischer Trucker-Kollege wollen ausgetrickst werden. Als Jackies kleiner Sohn in den endlosen Plastikgewächshäusern Almerias verloren geht und von der Polizei fast verhaftet wird, gibt sich Pedro kurzerhand als Vater des Kindes aus.

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Kritiken (5) — Film: Black Brown White

C. Horn: fluter, kino-zeit C. Horn: fluter, kino-zeit

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6.0Ganz gut

Die lakonische Grundstimmung des Films, die auch im Flamenco-Soundtrack und dem Spiel der Darsteller Niederschlag findet, speist sich vornehmlich aus den Bildern, die einen Gutteil des Unterhaltungswertes von "Black Brown White" ausmachen und die aufklärerische Ausrichtung des Road Movies eleganter auf den Punkt bringen als die Dialoge. Das für den Film typische Missverhältnis zwischen dem Erzählen einer fiktiven Geschichte und der didaktischen Einbindung von Kritik am System erfährt durch die Bilder, die beides gleichzeitig leisten, einen wohltuenden Ausgleich.

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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln

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5.0Geht so

Vorsichtig klopft Erwin Wagenhofer, der auch am Drehbuch mitschrieb, die Hintergründe der Reisegefährten ab und lässt sie sich langsam annähern. [...] Die zarten Bande relativieren die Härte des Schleppergeschäfts ein wenig zu stark. Die westerntauglichen Landschaftsaufnahmen und die Flamenco-Gitarrenklänge im Hintergrund tun ihr Übriges, um die romantischen Aspekte des Truckerlebens zu betonen. Das Leid der Flüchtlinge wird hingegen nur angedeutet, auf einprägsame Bilder verzichtet. Dass Don Pedro hin und wieder zu ausgiebig auf das System schimpft, reicht da als Gegengewicht nicht aus.

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F.-M. Helmke: Filmszene.de F.-M. Helmke: Filmszene.de

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5.0Geht so

"Black Brown White" [versandet] trotz einiger vielversprechender Ansätze leider in der undankbaren Mittelmäßigkeit: Ein Film mit hehren Anliegen, aber ohne die Fähigkeit, diese auf wirklich packende Weise zu transportieren. Das Wagenhofer'sche Problemkino ist in Dokumentar-Form jedenfalls weitaus wirksamer.

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Ulrich Kriest: film-dienst Ulrich Kriest: film-dienst

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6.0Ganz gut

Was kann man erwarten, wenn ein erfolgreicher Dokumentarist zum Spielfilm wechselt? Zumindest sollte die Recherche stimmen, denn die politisch-ethische Haltung setzt man voraus. Insofern befindet sich Erwin Wagenhofer mit seinem Spielfilm „Black Brown White“ auf der sicheren Seite, stellt sich doch bei jeder Szene das Gefühl ein, dass das alles bestimmt bestens recherchiert ist. Doch reicht das Gefühl nur sehr selten darüber hinaus. [...]
Konzentriert man sich auf die originellen Genre-Kontrafakturen und auf die teilweise aberwitzig unmotivierten bis absurden Volten, die die Handlung vorantreiben, dann kann „Black Brown White“ auf einer Metaebene und auch dank des Hauptdarstellers Fritz Karl durchaus unterhalten.

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Michael Pekler: Der Standard Michael Pekler: Der Standard

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7.0Sehenswert

Zu den Versatzstücken aus Western und Roadmovie gesellt sich in Black Brown White auch eine Lovestory, als Don Pedro die aus Ghana geflohene Jackie (Clare-Hope Ashitey) mit Sohn im Fahrerhaus mitnimmt, die sich standhaft weigert, bei den anonym bleibenden Flüchtlingen eingesperrt zu werden.[...]

Das sind einfache Bilder und Worte für komplexe Zusammenhänge. Dass Wagenhofer, der seine Projekte bekanntermaßen akribisch recherchiert, in Black Brown White klare Botschaften in Kauf nimmt, ist seinem zu wenig elaborierten Spielfilmkonzept geschuldet. Einerseits müssen Bilder für die kollektive Schuld am "System" gefunden werden, andererseits gilt es, einen positiv besetzten Protagonisten als "Aussteiger" bereitzustellen. So wird Don Pedro in Wahrheit nicht zum Fluchthelfer einer jungen Mutter aus Ghana, sondern zu unserem Fluchtgefährten in eine bessere Welt.

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