Blast of Silence – - Explosion des Schweigens

Blast of Silence (1961), IT/US Laufzeit 74 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 04.07.1991


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6.8
Kritiker
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7.4
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106 Bewertungen
8 Kommentare
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von Allen Baron, mit Allen Baron und Molly McCarthy

Geplagt von Selbstzweifeln reist ein Auftragskiller in Blast of Silence – – Explosion des Schweigens nach New York um einen Gangsterboss umzulegen. Bald steht aber auch er selbst auf der Abschussliste.

Eigentlich will Frank Bono (Allen Baron) nur seinen Job erledigen: Der coole Auftrags-Killer soll den großen Gangster-Boss Troiano erledigen. Mit dem Zug reist Bono von Cleveland ins vorweihnachtliche New York. Und während in Manhattan die Weihnachtsglöckchen erklingen, zwängt sich Bono durch den Festtagsrummel, um seinen Auftrag zu erledigen. Aber er ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und hadert mit seinem Leben. Die Einsamkeit und Sinnlosigkeit seines verpfuschten Daseins werden ihm bewusst. Kontaktversuche scheitern, die Beschützer seines anvisierten Opfers sind schlauer als er. Er muss seine Defensive verlassen und wird plötzlich selber zum Gejagten!


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Blast of Silence – - Explosion des Schweigens
Genre
Drama, Kriminalfilm, Thriller
Verleiher
Nef 2
Produktionsfirma
Magla Productions

Kommentare (7) — Film: Blast of Silence – - Explosion des Schweigens


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lieber_tee

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Bewertung6.5Ganz gut

Vergessene Film Noir-Perle aus den 60ern, die schulbuchmäßig in ihrer misanthropischen Ader schwelgt. Die famose Schwarz/Weiß-Kamera begleitet ein selbst-bemitleidendes Killer-Arschloch durch die un-fröhliche Weihnachtszeit einer Großstadt, bis in seinem Abgrund. Trotz knackigen 70 Minuten Laufzeit schleichen sich ein paar Längen ein.
Für mich nicht der Ober-Burner den viele Cineasten abfeiern aber ein offensichtlich kraftvolles, rohes, klares Stück Genre-Filmgeschichte.

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Mimuschka

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für mich wars der Ober-Burner ;-)


Boogers666

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Bewertung7.0Sehenswert

Einsamkeit. Sie ist doch im Kern der Grund warum ich so handle, ich bin allein, aber sehe es nicht ein. Ich benötige Gesellschaft, aber ich hasse doch Menschen, oder will es zumindest. Egal ich muss an etwas anderes denken. Laufe umher, weiß nicht wie ich die Zeit totschlagen soll. Mit meinem Auftrag komme ich nicht voran, wer ist dieser Mann überhaupt, egal ich hasse ihn, er muss sterben. Weihnachten, pah, ich bleibe allein, warum Kontakte knüpfen, ich darf niemandem trauen, er kann mich verraten, ich bin ein Einzelgänger, Ende aus. Aber wenn ich mich umsehe und merke , dass alle anderen glücklich sind nur ich nicht, warum? "Du wirkst verloren". Was, hat wer was gesagt? Ah, ja, los sag was. "Ja, ich hab noch nie leicht Kontakte geknüpft". Sie will tanzen, na gut, ein bisschen Ablenkung schadet nicht. Erdnuss-Rennen? Wie in alten Zeiten, bin ich doch ein normaler Mensch? Egal jetzt habe ich wenigstens mal Spaß.

Zurück zur Arbeit. Ich hasse ihn, er muss sterben. Morgen ist es soweit. Aber ich will es doch nicht, aber ich muss, sonst sterbe ich. Ich will nicht allein sein. Ich brauche Hilfe. Ich liebe sie. Oder?.
Na toll, sie hat mich verarscht, wie jeder andere auch. Ich brauche keine Gesellschaft, ich hasse sie alle. Und jetzt werde ich ihn töten. Dieses Schwein, hat es nicht anders verdient. Danach bin ich frei und kann alleine sein, ohne Zwang. Ich höre wie er kommt. Atem anhalten. Jetzt erfolgt sie, die Explosion des Schweigens. Ich sehe auf seine Leiche und merke das ich nicht mal wusste wer er war. Ich stehe da uns schweige, realisiere wer ich bin. Ich bin Frank, ein Auftragskiller, der bald sterben wird und ich bin allein.

"Blast of Silcence" ist ein melancholischer Abgesang auf den Auftragskiller als Antihelden ohne Moral, der alles umnietet ohne zu fragen. Viel mehr entwickeln die Musik und der so vielseitige Charakter von Frank ein Bild eines missverstanden einsamen Menschen der im Töten ein Ventil sucht. Ein stiller, erdrückender und dreckiger Film, der uns auf einfachste Weise zeigt, wie das Innenleben eines geplagten Menschen aussieht.

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Boogers666

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Danke, ja hab den auch nur zufällig auf Arte gesehen und aufgenommen. Wirklich sehr starker Film, vor allem das Ende ist herrlich bedrückend.


8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Eine Perle des Film Noir. Sonderbarerweise umfasst der Film das ganze Leben eines Auftragskillers vom ersten Atemzug bis zu seinem letzten. Ungewöhnlich eindrucksvoll die optische Umsetzung der Geburt von Frank Bono (Allen Baron). Den ganzen Film hindurch wird man von einem selbstkritischen Off-Kommentar bzw. Selbstgesprächen und üblicherweise von schrillerem Jazz begleitet. Der Killer ist ebenso eiskalt wie seine Umgebung. Und das nicht nur, weil es Winter ist. Natürlich sind wir auch mal wegen der Atmosphäre in einer Bar und erleben die penible Vorbereitung des Mordes. Hier versucht Frankie sich durch Hasstiraden auf das Opfer zu motivieren. Die gekonnte s/w Choreographie tut ihre Wirkung. Hier fallen besonders Treppenhäuser und Hochhausschächte auf.
Dann verlässt die Handlung ausgetretene Pfade: ein notwendiger Mord kommt unvorhergesehen dazwischen und die Frau eines Freundes (Molly McCarthy) weckt einseitige Emotionen, die Frankie allerdings nur in seine Einsamkeit zurückwerfen. Die finale Abrechnung findet bei Sturm und Regen statt, irgendwo fern ab, wobei die Einzelnen nur noch undeutlich in Erscheinung treten. Sie sind unwichtig. Und es ist dann so wie Frankie zuvor gesagt hat: ‘ein Mörder, der versagt, wird ermordet.‘
Die Explosion des Schweigens findet naturgemäß lautlos aber eindrucksvoll statt.

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Mimuschka

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Bewertung9.0Herausragend

der bildschirm bleibt schwarz. doch langsam ist ein heller fleck zu erkennen der beharrlich größer wird. es ist der ausgang des tunnels auf den die kamera zusteuert und symbolisiert die geburt des protagonisten, der mechanisiert und lieblos wie der zug ins freie gepresst wird. dazu eine kalte, rauchige stimme aus dem off:

"Remembering, out of the black silence ... you were born in pain. You were born with hate and anger built in. Took a slap on the backside to blast out the scream... and then you knew you were alive. Eight pounds, five ounces. Baby boy Frankie Bono. Later you learned to hold back the scream... and let out the hate and anger another way."

die eröffnung gibt die richtung vor, es wird keine erlösung geben, er ist zum scheitern verurteilt, die frage ist nicht ob, sondern wann und wie. sein verpfuschtes leben als profikiller verbringt er in einsamkeit und eigentlich macht es auch alles keinen sinn mehr:

"You're alone. But you don't mind that. You're a loner. That's the way it should be. You've always been alone."

er beginnt sich zu hinterfragen, weicht ein bisschen ab von seinen methoden, um nur einen kurzen moment, sei er auch noch so kurz, mal etwas anderes zu erleben, mal nicht allein zu sein. er geht zu der party, obwohl er menschen hasst, denn seine konditionierung ist stark, es drängt ihn den raum zu verlassen, doch er bleibt:

"You hate parties. You sit alone waiting for a chance to blow the noisy crowd out of your ears... wondering what you're doing here. If you want a woman, buy one. In the dark, so she won't remember your face. But for some reason you stall around... telling yourself it's as good a way as any to kill time."

doch sein kurzes nachgeben, der kurze anflug von menschlichkeit in ihm wird zum desaster, von nun an geht es bergab und am ende steht der tod...

was bleibt ist die erinnerung an ein kleines und nihilistisches meisterwerk, das der einzige film von allen baron bleiben sollte. voller hoffnung ging er nach hollywood und wurde in den mühlen der filmindustrie zerrieben wie zuvor der protagonist seines films in den mühlen des lebens.

"Wishing for something, something important, something special. And this is it, baby boy Frankie Bono. You're alone now. All alone. The scream is dead. There's no pain. You're home again. Back in the cold, black silence."

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Le Samourai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nouvelle Vague. Film Noir. Jean-Pierre Melville. Alain Delon. Jazz.
Von allem ein bißchen. Vor allem Jazz!
Ziemlich unbekannter, recht unterbewerteter Klassiker des Gangsterfilm-Genres. Eiskalt & dreckig.

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Doomsday

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Bewertung9.0Herausragend

Düster, geradlinig, nihilistisch, spannend. Ein oft übersehener, versteckter Klassiker des Thrillergenres.

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maslobojew

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Bewertung9.5Herausragend

Erzähler ist die Hauptfigur Frank Bono. Dessen Stimme hört man eindringlich aus dem Off. Dies und die angenehme Kühle des Films machen das Ganze zu einem kleinen, großen Meisterwerk.

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