Abseits der hervorragenden Kameraarbeit und der experimentellen Beleuchtung lassen sich auch einige Referenzen an Alfred Hitchcock nicht leugnen. So ist der Angriff Rays auf seine Frau Abby ohne Zweifel dem Kampf Grace Kellys gegen ihren Peiniger in „Bei Anruf Mord“ nachempfunden, wenn Abby verzweifelt versucht, nach einer Waffe in ihrer Handtasche zu greifen, während sie gewaltsam aus dem Haus gezerrt wird. Auch das folgende Verstecken der Leiche wirkt wie eine schmutzige Erwachsenenversion von „Immer Ärger mit Harry“, gespickt mit massenweise Blut und subtilem, groteskem Humor. Wortkarg, intensiv, packend, sarkastisch hat „Blood Simple“ seinen Weg in die großen Thriller der Filmgeschichte gefunden.
[...] Die Geschichte ist, ganz im Sinne des wörtlich übersetzten Filmtitels, blutig und denkbar simpel. Sie beschränkt sich ganz ohne Schnickschnack auf Liebe, Hass und Betrug innerhalb einer sehr überschaubaren Figurenkonstellation. Joel und Ethan Cohen verstehen es aber, daraus viel zu machen. Ist der Film nach einiger Zeit mal in Fahrt gekommen bzw. hat man sich mal an den lakonischen Grundton gewöhnt, gefallen vor allem die vielen kreativen inszenatorischen Einfälle. Was lediglich noch fehlt, ist eine gewisse Einheitlichkeit des handwerklichen Konzepts. Vor allem kameratechnisch wurden mehrere Ideen in einen Topf geworfen, die im Endprodukt nicht so recht miteinander harmonieren. [...]
Die Qualitäten der Coen Brothers kommen schon bei ihrem Erstling voll zum Tragen: eine klug konstruierte Geschichte mit vielen Überraschungen, präzise Dialoge und unfehlbares Timing.
Schon in ihrem ersten Filmen spielen die Coens souverän mit den Regeln des Kinos und deren Verletzung. Indem sie die Perspektive des Zuschauers verwirren, erweitern sie sie. Es gibt zwei, drei Szenen in diesem Film, die man nie wieder vergißt. Und vielleicht hat keiner mehr von "Blood Simple" gelernt als David Lynch. Manchmal sieht man diesen Film, und hat ein deja vue aus dessen späteren, nicht weniger bizarren Heimatfilmen.
Regie-Debut der Coens: Wenig Figuren, kaum Dialoge und wie der Titel schon sagt eine (eigentlich) simple und blutige Story. So schwarz humorig wie FARGO, so blöd wie THE BIG LEBOWSKI und so sinnlos wie BURN AFTER READING, erkennt man auch schon hier die Vorliebe der Beiden, etwas Einfaches so katastrophal und gleichzeitig grotesk ausufern zu lassen. Was BLOOD SIMPLE jedoch fehlt und auch so untypisch für das Regieduo erscheint, ist das Herz. So ist es schwer über mit schwarzen Humor durchtränkte und skurrile Passagen zu schmunzeln oder gar zu lachen, da eine stilvolle Untermalung gänzlich fehlt. Lediglich das Gehirn erkennt die Genialität dieser Szenen und das Auge vermag einige gelungene Kameraeinstellungen zu erkennen. An Ideen und der nötigen Intelligenz fehlt es diesem Film also keinesfalls, wohl aber verpasst er es öfters, sich dem Zuschauer zu widmen, was dann den Coens in ihren Folgewerken hervorragend gelang. Es ist ähnlich wie bei Nolans Erstling FOLLOWING, welcher erzählerisch ähnlich genial ist, aber gestalterisch die selben Mängel aufweist.
Nichtsdestotrotz kann man diesem Werk die vielversprechenden Anlagen und den Ideenreichtum nicht von der Hand weisen, weshalb ich eine erste Würdigung im Sinne einer "ganz guten" Benotung für gerecht und nachvollziehbar halte. BLOOD SIMPLE ist ein Film mit jeder Menge Potential, welches die Coens in den Folgejahren zumeist in vollem Maße ausschöpften.
Ich bin überrascht wie gut mir dieser Film gefallen hat.
Spannend, schwarz, ein wenig mysteriös und trocken wie die Wüste.
Wenige Dialoge und starke Kameraeinstellungen lassen dieses Debüt wie ein kleines Meisterwerk erscheinen oder eben auch sein!
Spannend bis zum Schluss und absolut empfehlenswert. Ein Streifen von '84 an dem sich heutige Filmemacher gerne öfter orientieren sollten...
Simple Geschichte - irgendwo zwischen Eifersucht, Lustmord und Wahnsinn - wortkarg erzählt, trocken, düster, zu Beginn leicht langatmig, mit zunehmender Laufzeit aber umso spannender. Inmitten des schwitzenden Debuts der inzwischen populären Filmbrüder findet sich ein fetter und ebenso genialer Emmet Walsh mit fast unverständlichem Texas-Slang. Nicht zu verachten auch Dan 'Madness' Hedaya. Gequälte Figuren, pressende Hitze und bloody Finale mit Überraschungen. Dazu noch schöne Bilder und interessante Akustik. Eigentlich schon ziemlich gut. Die Coens in unverbraucht halt.
Bald 30 Jahre alt und immer noch mehr als zeitgemäß. Der Debutfilm der Coens ist eine trockene, düstere Thrillerperle, die vom selben Stil geprägt ist wie ihr Meisterwek "No Country For Old Men". Die Eröffnungsszenen ähneln sich auffällig, öde texanische Landschaftsbilder mit Kommentar aus dem Off.
Der erste Coenfilm setzt im Gegensatz zu den meisten ihrer späteren Werke noch nicht auf schrägen Humor, mit Außnahme von einem trockenen Runninggag ("Ich hätte gern sein Gesicht gesehen als er gemerkt hat, dass es 'ne Sackgasse ist!"). Stattdessen wird eine Cocktail aus Blut, Mord, Misstrauen, Betrug & Gier serviert, ganz ohne buntes Schirmchen. Untermalt von melancholisch-schönen, bedrohlichen Klavierklängen wird ein clever geschriebene, höchst atmosphärische und stellenweise sehr böse Geschichte erzählt, die sich von einem recht ruhigen Beginn bis zu seinem düstern Finale immer weiter steigert.
Ein frühes Highlight von zwei der begnadesten Filmemachern, die Hollywood zu bieten hat.
Leider gefällt mir dieses Werk der Coen Brüder so gar nicht. Die Story wirkt zusammengeschustert und es wurden mir einfach zu viele Zufälle eingebaut. Die Figuren im Film stellen sich so dermaßen dumm an, dass ich gar nicht wollte das sie fortbestehen.
Keine Bindung zu den Dartsellern = keine Spannung. Handwerklich nicht schlecht, aber die Story funktioniert für mich nicht.
Entgegen deiner Vermutung ist mir die Zynik im Film leider nicht entgangen. Genau das ist es, was ich in meinem Kommentar umschrieben habe. Das gefällt mir nicht. Weil es in meinen Augen ZU übertrieben zynisch und ironisch etc etc ist.
Wow! Für ein Regiedebüt ungewöhnlich gut, aber was soll man schon erwarten von den Coens. Wobei sie auch mal ihre Ausetzer hatten.
Zu diesem Film kann man sagen das die Kameraeinstellung den Brüdern gelungen sind und Blood Simple ist wirklich von der ersten Minute fesselt sowie spannnd.
Ich kann ihn nur empfehlen
Voller Volldeppen, die sich alle viel zu ernst nehmen. Keiner weiß was der andere weiß und niemand will mit dem anderen drüber reden. Durchaus spannend, sehr atmosphärisch inszeniert und strikt erzählt. Keine großen Spielereien, kein Schnickschnack. Die Wege, die die Geschichte geht, sind teilweise sehr bizarr und an sich keine schlechte Idee. Hätte man die Blödheit der Charaktere nur deutlicher hervorgehoben und das ganze wirklich auf die Spitze getrieben, hätte das ganze auch eine humorvolle Ader. So erschien es mir eher wie ein missglückter Versuch. Noch dazu sind die Dialoge immer wieder hölzern, was den Film ins lächerliche abdriften lässt. Zum Glück fängt er sich dann mit Spannung wieder. Dass sich alles zum Ende hin deutlich zuspitzt, ist dann nur die logische Schlussfolgerung aus dem Kladeradatsch des restlichen Films.
Alles in allem durchaus interessant, aber nichts großes.
Also wenn der Film nicht schwarz-humorig ist, weiss ich es auch nicht. Ein Detektiv, der nicht seine eigenen Spuren verwischt. Ray, der an der blödesten Stelle überhaupt die Leiche vergräbt. Außerdem sind die Dialoge nicht hölzern, sondern absolut realistisch, realistischer geht nicht mehr. Könnte jetzt hier weitermachen, aber das lass ich lieber. Schade, dass dir der Film nicht gefallen hat. :(
"If you point a gun at someone, you'd better make sure you shoot him, and if you shoot him you'd better make sure he's dead, because if he isn't then he's gonna get up and try to kill you."
Die bizarre Welt der Coens. Sie ist eine schmutzige Welt voller Missverständnisse. Eine Welt, in der die Kommunikation und der Umgang mit den Mitmenschen nicht zu funktionieren scheint. Und wie immer behalten die Brüder Recht. Schon der Eröffnungssatz macht klar, dass sich diese Probleme vom einfachen Bürger bis zur internationalen Politik erstrecken. Folge sind Fehlentscheidungen, unnötige Tote, Anonymität und Geheimniskrämerei.
Ich habe 'Blood Simple' schon mit einigen Freunden angeschaut, und ich war jedes Mal aufs Neue überrascht, wie langweilig sie diesen fanden. Zugegeben, es sind die Details, die Kamera, die Mimik der Darsteller und die großartige Atmosphäre, welche diesem Film Aussage und Ausdruck verleihen. Es verhält sich wie bei einer Studie: Ist man von Anfang an desinteressiert, wird man bald nicht mehr folgen können. Warum ich euch das erzähle? Damit ihr, falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, wisst, auf was ihr euch einstellen dürft.
Die anfangs simpel wirkende Idee ist kurz gesagt brillant und intelligent ausgeführt. Die typischen Eigenschaften der Brüder kristallisieren sich schon in ihrem Debütfilm heraus. Haufenweise Zynismus, Ironie und die Abrechnung mit der Gesellschaft stehen an forderster Front. Die dabei tadellos agierenden Darsteller, die überraschenden Wendungen und die Umsetzung garantieren einen Film Noir der Extraklasse. Brutal, oh ja! Jedoch nicht nur wegen der gezeigten Brutalität, sondern aufgrund der unumstößlichen Wahrheit, welche dahinter steckt.
Schon in ihrem Erstlingswerk zeigen Ethan und Joel Coen, wo es mit ihrem filmischen Schaffen mal hingehen sollte. Obwohl sie sehr viele verschiedene Genres bearbeiten, haben die beiden doch einen unverkennbaren Stil, der sie von allen anderen Filmemachern abgrenzt. Diesen Stil hat das Geschwisterpaar bereits in Blood Simple verfolgt und damit eine grandiose Regisseurs-Karriere gestartet.
Also, was gibt es über Blood Simple sagen? Die Handlung des Films ist kaum wiederzugeben, ohne wichtige Inhalte zu spoilern. Zu verflochten und ineinandergreifend ist sie. Nichtsdestotrotz kann man sie immer und ohne große Mühen nachvollziehen, was vor allem auch daran liegt, dass Ethan Coen bereits hier zeigt, dass er ein Talent dafür hat, hervorragende Drehbücher zu schreiben.
Nunja, ein Neo Noir ist der Film jedenfalls. Eine Hommage an die alten Genre-Klassiker, versehen mit der ein oder anderen Referenz.
Doch es wären nicht die Coens, wenn sie dem nicht ihre ganz eigene Note beimischen würden. So werden typische Noir Figuren, wie der eifersüchtige Ehemann und natürlich die Femme Fatale, in eine skurrile, von Missverständnissen geprägte (und damit typisch Coen'sche) Story gepackt.
Der Zuschauer nimmt dabei die Rolle des Allwissenden ein. Dies ist auch unbedingt notwendigkeit für die Funktionalität des Films, der es somit brillant versteht, seinen düsteren Grundtenor immer wieder mit (wenn auch sehr schwarzen -) Comedy-Elementen zu spicken. Sowieso lässt sich sagen, dass es sich bei Blood Simple keinesfalls um eine reine Fingerübung handelt. Zwar zeigen sich die Brüder, vor allem bei der Kameraführung, durchaus experimentierfreudig, doch gerade was das Timing angeht, ist es, als ob sie seit Jahren nichts anderes gemacht hätten. Es wird Spannung erzeugt, wo Spannung erzeugt werden muss, es wird geredet, wo geredet werden muss und lastbutnotleast wird geschwiegen, wo geschwiegen werden muss. Untermalt wird das ganze mit einem minimalistischen, aber doch stimmungsvollen Score, der dezent und stets treffsicher eingesetzt wird.
Obwohl der Film ein paar wenige Längen hat, macht er doch das Beste aus seinem Budget. Den Coens gelingt gleich mit ihrem ersten Streich, ein hervorragender Thriller. Zum Glück, denn was wären uns für Perlen entgangen, wenn sie keine Geldgeber für weitere Filmprojekte gefunden hätten.
"Blood Simple" wird von einer erdrückenden Atmosphäre getragen und lässt den schwarzen Humor und die Skurrilität der neueren Coen Werke nur sporadisch bzw. unterschwelliger aufblitzen. Dennoch offenbart sich dem Zuschauer hier bereits die bitterböse Ironie, für welche die beiden Brüder später bekannt werden sollten. Einige Parallelen zu u.a. "Fargo" und "No Country For Old Men" sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Alles in allem ist der Film sehr spannend aufgebaut und auch die Schauspieler wissen zu überzeugen. So schlendert "Blood Simple" von einem harmlosen Beziehungsdrama in einen harten Krimi, der gerade durch seine sehr realitätsnahe und langwierige Darstellung der Gewalt eine gewisse Faszination ausübt, ohne dabei "zu weit" zu gehen. Die doch sehr ironische Verkettung der Geschehnisse, die nach und nach alle Figuren in ihr Verderben führt, wirkt dabei nicht konstruiert. Der Zuschauer wird schließlich mit dem Gesehenen sitzen gelassen, ohne auch nur in geringster Weise belehrt zu werden. Für ein Debüt wahnsinnig stark, trotzdem für mich weit davon weg, einer der besten Coen Bro's Filme zu sein. Hier wäre zugegeben ein zweiter Durchlauf angebracht, der dem Film vielleicht noch ein Pünktchen mehr einbringen könnte. Wird nachgeholt.
Was für ein brillantes Erstlingswerk. Ähnlich wie in "No Country for old Men" eine einfache Geschichte genommen und das Ganze so perfekt und atmosphärisch in Szene gesetzt. Typisch Coen man hat erstmal das Gefühl es will gar nichts passieren. Es gibt ein paar ruhige, trockene Dialoge und aufeinmal macht es Bumm man zuckt zusammen und Gewalt wird auf düsterste Weise dargestellt. Dabei gibt es am Ende eine verdammt skurrile Actionszene wie sie einfach nur Nervenkitzel fordert. Stichwort: Hand aus dem Fenster.
Das ist nicht die Einzige Szene, in der ich mir vor Spannung so auf die Nägel beißen hätte können. Ich muss außerdem noch sagen, dass ich keine Sekunde gemerkt habe, dass "Blood Simple" schon mehr als 25 Jahre auf dem Buckel hat. Die Machart fasziniert auch heute noch und trägt dazu bei, dass dieser Film Spannung pur bietet, mit einer Menge Wendungen, einem total plötzlich kommenden Ende und einigen starken Charakteren. Das auffälligste und typische Merkmal der Coens, nämlich die langsame Erzählweise wird hier schon deutlich stark umgesetzt. Sehr gut, dass die Beiden dieser Machart treu geblieben sind und so schossen/schiessen sie (hoffentlich) einige weitere Meisterwerke heraus.
Geniales Katz und Maus Verwirrspiel.
*Spoil*
Am Ende sterben (fast) alle und der Zuschauer denkt sich wieder "Hä? was zum...?" aber alles in allem ein hervorragender Coen!
Wie kriegten eine handvoll Regisseure Hollywoods wie beispielsweise Nolan oder Arronofsky eigentlich so gute Debütfilme hin? Auch dieser Debütfilm der Coens ist eine kleine Wucht, die anderen Werken in Sachen Skurrilität in nichts, aber auch gar nichts nachsteht. Merkwürdige Charaktere, eine Story, die über drei Ecken schlägt und immer wieder für Wendungen sorgt und die ein oder andere äußerst bizarre Szene ließen wohl schon damals vermuten, in welche Richtung die Ausnahmeregisseure später einmal gehen sollten. Von der Stimmung her mit No Country for old Men und Miller's Crossing wohl am ehesten vergleichbar, ist Blood Simple ein so richtig guter Debütfilm, der sich nicht vor größeren Produktionen verstecken braucht - die wie immer sympathische Frances McDormand in ihren jungen Jahren verpasst dem ganzen dann gewisserweise noch das letzte bisschen Charme. Guter Film.
Das erste Werk der Coens, aber leider nicht mein Favorit.
Hier fehlt mir die schleppende Komik, die sonst alle Filme der Coens auszeichnet.
Trotz dessen ist "Blood Simple" ein Krimi erster Klasse und basiert wie von den Brüdern gewohnt nur aus Missverständnissen. Schönes Hommage an die klassischen alten Krimis. Insgeheim aber war "Fargo" doch ein wenig blutiger, wesshalb die Altersfreigabe 18 Jahre nicht ganz zum Einsatz kommt.
die anfänge der coen-brüder. kühler, rauer thriller, sehr solide inszeniert und mit der handschrift versehen, die die coens in ihren späteren werken immer wieder hinterlassen werden. der anfang vom großen genie der coens.
habe den streifen gestern das erste mal gesehen obwohl er schon so alt ist und
er war echt grosse klasse für nen erstlingswerk. schwarz blutig und fies.
Auch der erste Coen ist ein guter Coen.
In ihrem Debüt "Blood Simple" erschaffen die Brothers bereits das, was sich später (teils auch in abgewandelter Form) beinahe durch ihr komplettes Werk ziehen soll:
Einen Mikrokosmos aus Feindseligkeiten, Misverständnissen und Fehlentscheidungen, beschränkt auf ein heikles, wohldurchdachtes Personengeflecht aus vier (sonst eben mehr oder weniger) Personen, die sich gegenseitig auf die Pelle rücken, um einander loszuwerden. Und gerade weil das paradox ist, kann "Blood Simple" auch punkten - weil er seine Widersprüche in schwarzem Humor und in grotesken Situationen ausdrückt, die in ihrem Gesamtpaket einfach funktionieren; weil er stets die Reibung zwischen den Figuren provoziert; weil er stets die Messlatte des Worst Case höherlegt, mit dem sich die Figuren auseinandersetzen müssen. Am besten dreckig. Und blutig. Und gemein. So wie wir das eben von den Coens mögen.
Blood Simple - Kritik
US 1984 Laufzeit 95 Minuten, FSK 18, Thriller, Drama, Kinostart 26.09.1985
Kritiken (4) — Film: Blood Simple
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenAbseits der hervorragenden Kameraarbeit und der experimentellen Beleuchtung lassen sich auch einige Referenzen an Alfred Hitchcock nicht leugnen. So ist der Angriff Rays auf seine Frau Abby ohne Zweifel dem Kampf Grace Kellys gegen ihren Peiniger in „Bei Anruf Mord“ nachempfunden, wenn Abby verzweifelt versucht, nach einer Waffe in ihrer Handtasche zu greifen, während sie gewaltsam aus dem Haus gezerrt wird. Auch das folgende Verstecken der Leiche wirkt wie eine schmutzige Erwachsenenversion von „Immer Ärger mit Harry“, gespickt mit massenweise Blut und subtilem, groteskem Humor. Wortkarg, intensiv, packend, sarkastisch hat „Blood Simple“ seinen Weg in die großen Thriller der Filmgeschichte gefunden.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Die Geschichte ist, ganz im Sinne des wörtlich übersetzten Filmtitels, blutig und denkbar simpel. Sie beschränkt sich ganz ohne Schnickschnack auf Liebe, Hass und Betrug innerhalb einer sehr überschaubaren Figurenkonstellation. Joel und Ethan Cohen verstehen es aber, daraus viel zu machen. Ist der Film nach einiger Zeit mal in Fahrt gekommen bzw. hat man sich mal an den lakonischen Grundton gewöhnt, gefallen vor allem die vielen kreativen inszenatorischen Einfälle. Was lediglich noch fehlt, ist eine gewisse Einheitlichkeit des handwerklichen Konzepts. Vor allem kameratechnisch wurden mehrere Ideen in einen Topf geworfen, die im Endprodukt nicht so recht miteinander harmonieren. [...]
Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDie Qualitäten der Coen Brothers kommen schon bei ihrem Erstling voll zum Tragen: eine klug konstruierte Geschichte mit vielen Überraschungen, präzise Dialoge und unfehlbares Timing.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenSchon in ihrem ersten Filmen spielen die Coens souverän mit den Regeln des Kinos und deren Verletzung. Indem sie die Perspektive des Zuschauers verwirren, erweitern sie sie. Es gibt zwei, drei Szenen in diesem Film, die man nie wieder vergißt. Und vielleicht hat keiner mehr von "Blood Simple" gelernt als David Lynch. Manchmal sieht man diesen Film, und hat ein deja vue aus dessen späteren, nicht weniger bizarren Heimatfilmen.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (39) — Film: Blood Simple
Kommentar schreibenCanis Majoris 2012/02/09 11:14:08
Kommentar löschenJa, am Ende liegt man manchmal eben doch nicht bei den Fischen, sondern guckt sich das Waschbecken von unten an...
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Punsha 2011/11/19 14:39:32
Kommentar löschenRegie-Debut der Coens: Wenig Figuren, kaum Dialoge und wie der Titel schon sagt eine (eigentlich) simple und blutige Story. So schwarz humorig wie FARGO, so blöd wie THE BIG LEBOWSKI und so sinnlos wie BURN AFTER READING, erkennt man auch schon hier die Vorliebe der Beiden, etwas Einfaches so katastrophal und gleichzeitig grotesk ausufern zu lassen. Was BLOOD SIMPLE jedoch fehlt und auch so untypisch für das Regieduo erscheint, ist das Herz. So ist es schwer über mit schwarzen Humor durchtränkte und skurrile Passagen zu schmunzeln oder gar zu lachen, da eine stilvolle Untermalung gänzlich fehlt. Lediglich das Gehirn erkennt die Genialität dieser Szenen und das Auge vermag einige gelungene Kameraeinstellungen zu erkennen. An Ideen und der nötigen Intelligenz fehlt es diesem Film also keinesfalls, wohl aber verpasst er es öfters, sich dem Zuschauer zu widmen, was dann den Coens in ihren Folgewerken hervorragend gelang. Es ist ähnlich wie bei Nolans Erstling FOLLOWING, welcher erzählerisch ähnlich genial ist, aber gestalterisch die selben Mängel aufweist.
Nichtsdestotrotz kann man diesem Werk die vielversprechenden Anlagen und den Ideenreichtum nicht von der Hand weisen, weshalb ich eine erste Würdigung im Sinne einer "ganz guten" Benotung für gerecht und nachvollziehbar halte. BLOOD SIMPLE ist ein Film mit jeder Menge Potential, welches die Coens in den Folgejahren zumeist in vollem Maße ausschöpften.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
muje2525 2011/10/19 20:01:30
Kommentar löschenTurn off the lights
Why?
Cause you dont have curtains...
Auf die Coens ist einfach Verlass...
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horstkevin 2011/10/18 01:37:39
Kommentar löschenIch bin überrascht wie gut mir dieser Film gefallen hat.
Spannend, schwarz, ein wenig mysteriös und trocken wie die Wüste.
Wenige Dialoge und starke Kameraeinstellungen lassen dieses Debüt wie ein kleines Meisterwerk erscheinen oder eben auch sein!
Spannend bis zum Schluss und absolut empfehlenswert. Ein Streifen von '84 an dem sich heutige Filmemacher gerne öfter orientieren sollten...
Kommentar gefällt mir Antworten
FlintPaper 2011/10/06 03:17:10
Kommentar löschenSimple Geschichte - irgendwo zwischen Eifersucht, Lustmord und Wahnsinn - wortkarg erzählt, trocken, düster, zu Beginn leicht langatmig, mit zunehmender Laufzeit aber umso spannender. Inmitten des schwitzenden Debuts der inzwischen populären Filmbrüder findet sich ein fetter und ebenso genialer Emmet Walsh mit fast unverständlichem Texas-Slang. Nicht zu verachten auch Dan 'Madness' Hedaya. Gequälte Figuren, pressende Hitze und bloody Finale mit Überraschungen. Dazu noch schöne Bilder und interessante Akustik. Eigentlich schon ziemlich gut. Die Coens in unverbraucht halt.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
loveissuicide 2011/10/03 18:07:49
Kommentar löschenSehr coole Sache, die Personen handeln zwar nicht immer schlüssig, aber alles in allem ein sehr guter Film.
Kommentar gefällt mir Antworten
JackoXL 2011/09/13 11:19:09
Kommentar löschenBald 30 Jahre alt und immer noch mehr als zeitgemäß. Der Debutfilm der Coens ist eine trockene, düstere Thrillerperle, die vom selben Stil geprägt ist wie ihr Meisterwek "No Country For Old Men". Die Eröffnungsszenen ähneln sich auffällig, öde texanische Landschaftsbilder mit Kommentar aus dem Off.
Der erste Coenfilm setzt im Gegensatz zu den meisten ihrer späteren Werke noch nicht auf schrägen Humor, mit Außnahme von einem trockenen Runninggag ("Ich hätte gern sein Gesicht gesehen als er gemerkt hat, dass es 'ne Sackgasse ist!"). Stattdessen wird eine Cocktail aus Blut, Mord, Misstrauen, Betrug & Gier serviert, ganz ohne buntes Schirmchen. Untermalt von melancholisch-schönen, bedrohlichen Klavierklängen wird ein clever geschriebene, höchst atmosphärische und stellenweise sehr böse Geschichte erzählt, die sich von einem recht ruhigen Beginn bis zu seinem düstern Finale immer weiter steigert.
Ein frühes Highlight von zwei der begnadesten Filmemachern, die Hollywood zu bieten hat.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
aggrotainment 2011/08/31 04:36:45
Kommentar löschenLeider gefällt mir dieses Werk der Coen Brüder so gar nicht. Die Story wirkt zusammengeschustert und es wurden mir einfach zu viele Zufälle eingebaut. Die Figuren im Film stellen sich so dermaßen dumm an, dass ich gar nicht wollte das sie fortbestehen.
Keine Bindung zu den Dartsellern = keine Spannung. Handwerklich nicht schlecht, aber die Story funktioniert für mich nicht.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Oceanic6 2011/08/31 08:46:27
Antwort löschenWenn man schon Coen nicht richtig schreiben kann und die Story anscheinend nicht verstanden hat, dann sollte man lieber gar nichts schreiben...
Alle 3 Antworten zeigen
aggrotainment 2011/09/03 06:25:40
Antwort löschenui da fühlt sich wohl einer auf den Schlips getreten :)
aggrotainment 2011/09/03 06:38:09
Antwort löschenEntgegen deiner Vermutung ist mir die Zynik im Film leider nicht entgangen. Genau das ist es, was ich in meinem Kommentar umschrieben habe. Das gefällt mir nicht. Weil es in meinen Augen ZU übertrieben zynisch und ironisch etc etc ist.
Carmine 2011/08/12 19:13:32
Kommentar löschenWow! Für ein Regiedebüt ungewöhnlich gut, aber was soll man schon erwarten von den Coens. Wobei sie auch mal ihre Ausetzer hatten.
Zu diesem Film kann man sagen das die Kameraeinstellung den Brüdern gelungen sind und Blood Simple ist wirklich von der ersten Minute fesselt sowie spannnd.
Ich kann ihn nur empfehlen
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
facepalm 2011/07/24 22:39:35
Kommentar löschenVoller Volldeppen, die sich alle viel zu ernst nehmen. Keiner weiß was der andere weiß und niemand will mit dem anderen drüber reden. Durchaus spannend, sehr atmosphärisch inszeniert und strikt erzählt. Keine großen Spielereien, kein Schnickschnack. Die Wege, die die Geschichte geht, sind teilweise sehr bizarr und an sich keine schlechte Idee. Hätte man die Blödheit der Charaktere nur deutlicher hervorgehoben und das ganze wirklich auf die Spitze getrieben, hätte das ganze auch eine humorvolle Ader. So erschien es mir eher wie ein missglückter Versuch. Noch dazu sind die Dialoge immer wieder hölzern, was den Film ins lächerliche abdriften lässt. Zum Glück fängt er sich dann mit Spannung wieder. Dass sich alles zum Ende hin deutlich zuspitzt, ist dann nur die logische Schlussfolgerung aus dem Kladeradatsch des restlichen Films.
Alles in allem durchaus interessant, aber nichts großes.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Oceanic6 2011/07/24 22:44:09
Antwort löschenAlso wenn der Film nicht schwarz-humorig ist, weiss ich es auch nicht. Ein Detektiv, der nicht seine eigenen Spuren verwischt. Ray, der an der blödesten Stelle überhaupt die Leiche vergräbt. Außerdem sind die Dialoge nicht hölzern, sondern absolut realistisch, realistischer geht nicht mehr. Könnte jetzt hier weitermachen, aber das lass ich lieber. Schade, dass dir der Film nicht gefallen hat. :(
Le Samourai 2011/07/24 22:49:43
Antwort löschenVollste Zustimmung, Oceanic. Grandioses Debütwerk, 6 Punkte grenzen an Blasphemie :)
Oceanic6 2011/07/24 22:19:04
Kommentar löschen"If you point a gun at someone, you'd better make sure you shoot him, and if you shoot him you'd better make sure he's dead, because if he isn't then he's gonna get up and try to kill you."
Die bizarre Welt der Coens. Sie ist eine schmutzige Welt voller Missverständnisse. Eine Welt, in der die Kommunikation und der Umgang mit den Mitmenschen nicht zu funktionieren scheint. Und wie immer behalten die Brüder Recht. Schon der Eröffnungssatz macht klar, dass sich diese Probleme vom einfachen Bürger bis zur internationalen Politik erstrecken. Folge sind Fehlentscheidungen, unnötige Tote, Anonymität und Geheimniskrämerei.
Ich habe 'Blood Simple' schon mit einigen Freunden angeschaut, und ich war jedes Mal aufs Neue überrascht, wie langweilig sie diesen fanden. Zugegeben, es sind die Details, die Kamera, die Mimik der Darsteller und die großartige Atmosphäre, welche diesem Film Aussage und Ausdruck verleihen. Es verhält sich wie bei einer Studie: Ist man von Anfang an desinteressiert, wird man bald nicht mehr folgen können. Warum ich euch das erzähle? Damit ihr, falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, wisst, auf was ihr euch einstellen dürft.
Die anfangs simpel wirkende Idee ist kurz gesagt brillant und intelligent ausgeführt. Die typischen Eigenschaften der Brüder kristallisieren sich schon in ihrem Debütfilm heraus. Haufenweise Zynismus, Ironie und die Abrechnung mit der Gesellschaft stehen an forderster Front. Die dabei tadellos agierenden Darsteller, die überraschenden Wendungen und die Umsetzung garantieren einen Film Noir der Extraklasse. Brutal, oh ja! Jedoch nicht nur wegen der gezeigten Brutalität, sondern aufgrund der unumstößlichen Wahrheit, welche dahinter steckt.
13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Manny Calavera 2011/05/18 22:22:58
Kommentar löschenSchon in ihrem Erstlingswerk zeigen Ethan und Joel Coen, wo es mit ihrem filmischen Schaffen mal hingehen sollte. Obwohl sie sehr viele verschiedene Genres bearbeiten, haben die beiden doch einen unverkennbaren Stil, der sie von allen anderen Filmemachern abgrenzt. Diesen Stil hat das Geschwisterpaar bereits in Blood Simple verfolgt und damit eine grandiose Regisseurs-Karriere gestartet.
Also, was gibt es über Blood Simple sagen? Die Handlung des Films ist kaum wiederzugeben, ohne wichtige Inhalte zu spoilern. Zu verflochten und ineinandergreifend ist sie. Nichtsdestotrotz kann man sie immer und ohne große Mühen nachvollziehen, was vor allem auch daran liegt, dass Ethan Coen bereits hier zeigt, dass er ein Talent dafür hat, hervorragende Drehbücher zu schreiben.
Nunja, ein Neo Noir ist der Film jedenfalls. Eine Hommage an die alten Genre-Klassiker, versehen mit der ein oder anderen Referenz.
Doch es wären nicht die Coens, wenn sie dem nicht ihre ganz eigene Note beimischen würden. So werden typische Noir Figuren, wie der eifersüchtige Ehemann und natürlich die Femme Fatale, in eine skurrile, von Missverständnissen geprägte (und damit typisch Coen'sche) Story gepackt.
Der Zuschauer nimmt dabei die Rolle des Allwissenden ein. Dies ist auch unbedingt notwendigkeit für die Funktionalität des Films, der es somit brillant versteht, seinen düsteren Grundtenor immer wieder mit (wenn auch sehr schwarzen -) Comedy-Elementen zu spicken. Sowieso lässt sich sagen, dass es sich bei Blood Simple keinesfalls um eine reine Fingerübung handelt. Zwar zeigen sich die Brüder, vor allem bei der Kameraführung, durchaus experimentierfreudig, doch gerade was das Timing angeht, ist es, als ob sie seit Jahren nichts anderes gemacht hätten. Es wird Spannung erzeugt, wo Spannung erzeugt werden muss, es wird geredet, wo geredet werden muss und lastbutnotleast wird geschwiegen, wo geschwiegen werden muss. Untermalt wird das ganze mit einem minimalistischen, aber doch stimmungsvollen Score, der dezent und stets treffsicher eingesetzt wird.
Obwohl der Film ein paar wenige Längen hat, macht er doch das Beste aus seinem Budget. Den Coens gelingt gleich mit ihrem ersten Streich, ein hervorragender Thriller. Zum Glück, denn was wären uns für Perlen entgangen, wenn sie keine Geldgeber für weitere Filmprojekte gefunden hätten.
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MoeByDays 2011/04/18 23:46:10
Kommentar löschen"Blood Simple" wird von einer erdrückenden Atmosphäre getragen und lässt den schwarzen Humor und die Skurrilität der neueren Coen Werke nur sporadisch bzw. unterschwelliger aufblitzen. Dennoch offenbart sich dem Zuschauer hier bereits die bitterböse Ironie, für welche die beiden Brüder später bekannt werden sollten. Einige Parallelen zu u.a. "Fargo" und "No Country For Old Men" sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Alles in allem ist der Film sehr spannend aufgebaut und auch die Schauspieler wissen zu überzeugen. So schlendert "Blood Simple" von einem harmlosen Beziehungsdrama in einen harten Krimi, der gerade durch seine sehr realitätsnahe und langwierige Darstellung der Gewalt eine gewisse Faszination ausübt, ohne dabei "zu weit" zu gehen. Die doch sehr ironische Verkettung der Geschehnisse, die nach und nach alle Figuren in ihr Verderben führt, wirkt dabei nicht konstruiert. Der Zuschauer wird schließlich mit dem Gesehenen sitzen gelassen, ohne auch nur in geringster Weise belehrt zu werden. Für ein Debüt wahnsinnig stark, trotzdem für mich weit davon weg, einer der besten Coen Bro's Filme zu sein. Hier wäre zugegeben ein zweiter Durchlauf angebracht, der dem Film vielleicht noch ein Pünktchen mehr einbringen könnte. Wird nachgeholt.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
fkfilmkritik 2011/04/17 22:30:19
Kommentar löschenWas für ein brillantes Erstlingswerk. Ähnlich wie in "No Country for old Men" eine einfache Geschichte genommen und das Ganze so perfekt und atmosphärisch in Szene gesetzt. Typisch Coen man hat erstmal das Gefühl es will gar nichts passieren. Es gibt ein paar ruhige, trockene Dialoge und aufeinmal macht es Bumm man zuckt zusammen und Gewalt wird auf düsterste Weise dargestellt. Dabei gibt es am Ende eine verdammt skurrile Actionszene wie sie einfach nur Nervenkitzel fordert. Stichwort: Hand aus dem Fenster.
Das ist nicht die Einzige Szene, in der ich mir vor Spannung so auf die Nägel beißen hätte können. Ich muss außerdem noch sagen, dass ich keine Sekunde gemerkt habe, dass "Blood Simple" schon mehr als 25 Jahre auf dem Buckel hat. Die Machart fasziniert auch heute noch und trägt dazu bei, dass dieser Film Spannung pur bietet, mit einer Menge Wendungen, einem total plötzlich kommenden Ende und einigen starken Charakteren. Das auffälligste und typische Merkmal der Coens, nämlich die langsame Erzählweise wird hier schon deutlich stark umgesetzt. Sehr gut, dass die Beiden dieser Machart treu geblieben sind und so schossen/schiessen sie (hoffentlich) einige weitere Meisterwerke heraus.
9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
manitu17 2011/04/11 09:40:37
Kommentar löschenGeniales Katz und Maus Verwirrspiel.
*Spoil*
Am Ende sterben (fast) alle und der Zuschauer denkt sich wieder "Hä? was zum...?" aber alles in allem ein hervorragender Coen!
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Puni 2011/03/05 00:12:49
Kommentar löschenWie kriegten eine handvoll Regisseure Hollywoods wie beispielsweise Nolan oder Arronofsky eigentlich so gute Debütfilme hin? Auch dieser Debütfilm der Coens ist eine kleine Wucht, die anderen Werken in Sachen Skurrilität in nichts, aber auch gar nichts nachsteht. Merkwürdige Charaktere, eine Story, die über drei Ecken schlägt und immer wieder für Wendungen sorgt und die ein oder andere äußerst bizarre Szene ließen wohl schon damals vermuten, in welche Richtung die Ausnahmeregisseure später einmal gehen sollten. Von der Stimmung her mit No Country for old Men und Miller's Crossing wohl am ehesten vergleichbar, ist Blood Simple ein so richtig guter Debütfilm, der sich nicht vor größeren Produktionen verstecken braucht - die wie immer sympathische Frances McDormand in ihren jungen Jahren verpasst dem ganzen dann gewisserweise noch das letzte bisschen Charme. Guter Film.
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Brascon 2011/02/13 20:43:22
Kommentar löschenDas erste Werk der Coens, aber leider nicht mein Favorit.
Hier fehlt mir die schleppende Komik, die sonst alle Filme der Coens auszeichnet.
Trotz dessen ist "Blood Simple" ein Krimi erster Klasse und basiert wie von den Brüdern gewohnt nur aus Missverständnissen. Schönes Hommage an die klassischen alten Krimis. Insgeheim aber war "Fargo" doch ein wenig blutiger, wesshalb die Altersfreigabe 18 Jahre nicht ganz zum Einsatz kommt.
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jotdot 2011/02/06 17:37:28
Kommentar löschendie anfänge der coen-brüder. kühler, rauer thriller, sehr solide inszeniert und mit der handschrift versehen, die die coens in ihren späteren werken immer wieder hinterlassen werden. der anfang vom großen genie der coens.
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JasonVorhees 2010/12/07 21:17:40
Kommentar löschenhabe den streifen gestern das erste mal gesehen obwohl er schon so alt ist und
er war echt grosse klasse für nen erstlingswerk. schwarz blutig und fies.
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phoenix409 2010/10/27 23:35:16
Kommentar löschenAuch der erste Coen ist ein guter Coen.
In ihrem Debüt "Blood Simple" erschaffen die Brothers bereits das, was sich später (teils auch in abgewandelter Form) beinahe durch ihr komplettes Werk ziehen soll:
Einen Mikrokosmos aus Feindseligkeiten, Misverständnissen und Fehlentscheidungen, beschränkt auf ein heikles, wohldurchdachtes Personengeflecht aus vier (sonst eben mehr oder weniger) Personen, die sich gegenseitig auf die Pelle rücken, um einander loszuwerden. Und gerade weil das paradox ist, kann "Blood Simple" auch punkten - weil er seine Widersprüche in schwarzem Humor und in grotesken Situationen ausdrückt, die in ihrem Gesamtpaket einfach funktionieren; weil er stets die Reibung zwischen den Figuren provoziert; weil er stets die Messlatte des Worst Case höherlegt, mit dem sich die Figuren auseinandersetzen müssen. Am besten dreckig. Und blutig. Und gemein. So wie wir das eben von den Coens mögen.
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