Bobby - Kritik

US 2006 Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 08.03.2007

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Kritiken (5) — Film: Bobby

JackoXL: Die Drei Muscheln, Moviebreak

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7.5Sehenswert

"Bobby" befasst sich nicht etwa ausführlich mit dem Attentat auf Robert Kennedy. Tatsächlich dient es nur als Kulisse für einen Ensemblefilm, der sich erst in den letzten Minuten mit dem Fall selbst beschäftigt. Warum wird das als Aufhänger benutzt? Macht schon Sinn, denn "Bobby" spiegelt detailliert den damaligen Zeitgeist wieder, anhand eines Querschnitts durch die Bevölkerungsschichten. Am Ende werden die zahlreichen Charaktere in der Hoffnung auf einen politischen Umschwung vereint und mit den erschütternden Tatsache des Todes eines weiteren Hoffnungsträgers konfrontiert.

Emilio Estevez war als Schauspieler nicht der Mann für große Rollen, als Regisseur und Autor zeigt er jedoch beachtliche Qualitäten. Speziell als Regisseur, denn "Bobby" braucht sich in der Hinsicht nicht zu verstecken. Obwohl nicht jede der kleinen Geschichten wahnsinnig interessant ist, lässt er sie gekonnt zu einem stimmigen Ganzen verschmelzen. Scheinbar hat ihm seine "erste Karriere" dafür einige Türen geöffnet und er eine Menge Freundschaften geknüpft, das Staraufgebot ist wirklich beeindruckend. Mehr als ein Dutzend bekannter Gesichter geben sich die Ehre, die unmöglich alle mit einer "angemessenen" Gage geködert werden konnten. Jeder der Stars scheint wirklich an dieses Projekt geglaubt zu haben, liefern sie doch durch die Bank gute bis sehr gute Leistungen ab (überraschend gut, Ashton Kutcher & Shia LaBeouf). Das Traumpaar sind zweifellos die alten Herren, Anthony Hopkins & Harry Belafonte.

Sicherlich hätte in dem ganzen Film etwas mehr Potenzial gesteckt, aber es lässt sich wirklich prima anschauen und in die späten 60er eintauchen. Viele kleine Schnippsel werden sehr ansprechend serviert, greifen nicht immer perfekt ineinander, liefern aber unter dem Strich ein schönes Zeitdokument ab.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Joeyjoejoe17

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edit: "Dein Weg" heißt der Streifen.


JackoXL

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Oh, davon habe ich noch nichts gehört. Den Dank gebe ich somit gerne zurück. :)


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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6.5Ganz gut

Beim 2. Mal ist man dem Film gegenüber schon aufgeschlossener. Sicher, der Cast bezaubert über alle Maßen und auch die Klänge von Mark Isham wissen zu begeistern. Aber was in einem emotionen Faustschlag endet - in dem jedes Zahnrad ins andere greift - beginnt zäh und sehr beliebig. Fast als hätte man den Film um diesen einen Moment gebaut und auch nur diese Intention im Kopf gehabt. Was aber hängenbleibt: Wie die Hoffnung in allen Gesichtern für diesem Moment stirbt. Das war in der Tat bewegend.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

Wenn man über "Bobby" spricht, muss man vor allem über das sprechen, was der Film nicht ist, nicht sein will: keine Folge-, keine Vorgeschichte, kein akribisch recherchiertes Doku-Drama, keine Analyse der politischen Hintergründe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein gesellschaftliches Stimmungsbild. [...] Was der Schauspieler in seinem fünften Regie-Film entwirft, ist nichts weniger als eine Utopie. Das Hotel als Mikrokosmos des anderen Amerika, wie es hätte sein können, wären Martin Luther King und die Kennedys nicht ermordet worden.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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6.0Ganz gut

Leider funktionieren nicht alle Episoden in Estevez" überladenem Drehbuch. Das Diskutieren des Küchenpersonals über Rassismus wirkt bemüht, Martin Sheen und Helen Hunt sind unterfordert als biederes Ehepaar, und der Drogentrip zweier junger Männer ist aufgesetzt und reichlich dünn als Reminiszenz an die Hippie-Ära, die ja in erster Linie von Ideen bestimmt war.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.0Sehenswert

Ambitionierter aber etwas zäher Multi-Story-Film mit grandioser Besetzung.

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Kommentare (30) — Film: Bobby


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Amlor

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Bemerkenswert - wenn es ein Wort geben würde, welcher diesen Film irgendwie beschreiben könnte, dann wäre es bemerkenswert. Bemerkenswert schlecht, bemerkenswert nichts sagend, bemerkenswert hinreißend, bemerkenswerter cast, bemerkenswert reflektierend.
Dieser Film wird polarisieren - nicht von seiner Aussage her, da er nichts kontrovers darstellt oder sich mit einem Tabuthema auseinandersetzt. Aber um was geht es.
Nach der Ermordung seines Bruders und dann von Dr. King wird von einem großem Teil der Bevölkerung der junge Bruder 'Bobby Kennedy' als Heilsbringer gesehen. So weit der historische Hintergrund. Der Film soll jetzt nicht die Wahl an sich zeigen - wer so etwas sehen will, muss mit >Lincoln< vorlieb nehmen. Ähnlich wie >Quiz Show< zeigt dieser Film nur den 'Spirit' der damaligen Zeit, wie die Leute 'getickt' haben.
Der Cast wartet nicht nur mit eine hohen Garde auf, die durchweg gute Qualitäten mit sich bringen, sondern räumt auch Zeit für einige Altstars ein, wie z.b. "Harry Belafonte", der in einer kleinen Rolle in Kombination mit "Anthony Hopkins" eine sehe sympathische Person spielt.
Warum soll dieser Film also kontroverses bieten. Sicher in der Erwartung, die viele an diesen Film haben werden. Die einzelnen Geschichten mögen für viele nicht genug Inhalt und Aussagen besitzen. Es bedarf schon einiges an Energie, die man evt. nicht aufbringen möchte, um sich in die einzelnen Schicksale hinein zu versetzen. Genauso könnte die Erwartung von vielen in einem anderen Fokus liegen. Der Attentat auf Bobby Kennedy nimmt doch recht wenig Platz ein. Genauso, wenn auch ein wenig mehr der Wahlkampf von Kalifornien. Der Film erzählt einige Schicksale, welche bestimmend für die damalige Zeit sind, um sie in den letzten 10 Minuten mit dem Tod des Senators zu zerstören. Wer sich schon ein wenig mehr, mit der Zeit der 60er auseinander gesetzt hat, wird hier einige wichtige Puzzleteile finden - wer bis jetzt nur die Zeit gefunden hat, sich oberflächlich mit dem Thema auseinander zu setzen, wird wegen eines fehlenden Rahmens einige Mittelteile finden und diese enttäuscht wegwerfen.
Für wen ist also der Film: Dies ist eine schwierige Frage. Viele werden dem Film nur 3-6 Punkte geben, weil alles zu sehr aus dem Konzept gerissen scheint. Die einzelnen Kurzgeschichten an sich betrachtet sind zwar nett; Schauspielerisch auch sehr gut umgesetzt - die ein oder andere auch mit einer guten Aussage (zu nennen wäre hier vor allem die Szene i der Küche mit dem Nachtisch) - was aber zu fehlen scheint, ist ein zentraler Fokus zu Kennedy. Wer bereit ist, tiefer zu graben; wer sich mit der Geschichte an sich auskennt und mehr Facetten in Erfahrung bringen will, wird allein wenig des Filmes min 6 Punkte vergeben und bei der Masse an Stars locker noch 1-3 Punkte hinzu packen können... ob es aber für 10 Punkte reicht, ist dann doch fraglich... dafür fehlt dann doch etwas. Wenn ich heraus gefunden habe, was es genauer ist, werde ich hier eine Review veröffentlichen.

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heikschn

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Bewertung3.0Schwach

Ich glaube, der Film soll ein Bild der Zeit rund um den Tod von Robert Kennedy zeichnen. Wie seine Kandidatur und später sein Tod die Menschen der Zeit beeinflußt hat. Aus meiner Sicht funktioniert dies jedoch nur begrenzt. Dies liegt zum einen daran, dass die als Beispiele ausgewählten Leben und persönlichen Einstellungen, abgesehen davon, dass sie ziemlich belanglos sind und den Film in unendliche Längen zu ziehen scheinen, schwerlich als Querschnitt der amerikanischen Gesellschaft herhalten. Zum anderen ist die Grundhaltung der Filmemacher zu Robert Kennedy schon fragwürdig. Dieser wird relativ unreflektiert als eine Art Messias dargestellt, dessen Tod allein schon durch seine Rolle als Heilsbringer ein Verlust darstellen musste.

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Amlor

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Gut - dann müssten wir den Unterscheid zwischen 'Sie waren Heilsbringer' und 'Sie wurden von einigen Personen als Heilsbringer verehrt' definieren. Sicher - würden wir das Wirken innerhalb der Geschichte bewerten, gäbe es einen riesigen Unterschied (In der Kürze hab' ich mich da ggf. auch falsch ausgedrückt... sicher wurden sie nur gesehen). Wir bewerten aber nicht die Ganzheitlichkeit, sondern lediglich den Film.
Der Film ist von der Örtlichkeit extrem stark begrenzt. Der Rahmen ist ein Hotel, welches auch als Wahlzentrale von Bobby Kennedy her hält. Weiterhin dreht sich der Film um Personen, die direkt oder indirekt an dem Wahlkampf beteiligt sind. Welche 'Idiologie' sollen wir dort erwarten? Anhänger von Nixon?
Ich kann die Kritik im Ansatz zwar nachvollziehen, für den Film aber nicht verstehen, da in der kurzen Zeit, die der Film beschreibt (ca 1 Tag) nicht unbedingt viel Freiraum für mehr ist. Weiterhin weiß ich nichts von einer Demo oder ähnliches an diesem Wahltag >vor dem Ort der Bekanntgabe< (hier mag' ich Lücken im Zeitgeschehen haben.. würde mich aber wundern).
Das sich der Film eben nicht nur um die Wahl dreht, wird mit dem Baseballspiel sehr genau gezeigt. Noch mehr, in diesem kurzen Zeitrahmen in diesem doch recht stark beschränktem, örtlichen Kontext hielte ich für eher gekünstelt... mag aber ein brauchbarer Hinweis für den Betrachter sein, wenn er etwas anderes erwartet - kann sich mir aber nicht erschließen... bei Deiner Bewertung und meiner kann ich dann auch nur sagen 'den Göttern sei Dank' sehe ich den Zusammenhang anders, weil ich dann anscheinend nicht so enttäuscht worden bin (bitte versteh' das wertfrei Dir gegenüber... Geschmäcker und Empfindungen sind halt unterschiedlich)


heikschn

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Wenn Du das serviert bekommen hast, was Du erwartet hast, um so besser für Dich. Ich finde der Film ist eine vertane Chance.


Cellmorbasg

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Vergleich mit dem im Film erwähnten Film Grand Hotel (Menschen im Hotel) drängt sich geradezu auf. Ensemblefilme die einen Tag im Hotel nutzen um einen All-Star-Cast zu versammeln und die Geschichten derjenigen zu erzählen die im Hotel kommen und gehen. Doch Bobby ist mehr als das, denn über dem Film liegt der Schatten von Robert Kennedy. Menschen wie er sind wichtig für diese Welt. Nicht weil man annehmen oder erwarten sollte, dass sie ihre großen Ideale auch umsetzen können. Hier tritt oft genug die Wirklichkeit als Gegner an. Nein, viel wichtiger sind die Träume und Hoffnungen die sie in den einzelnen Menschen wecken. Auch davon erzählt dieser Film, von einem Aufbruch inmitten eines Krieges. Die Sehnsucht nach einem besseren Morgen ist förmlich greifbar, wird leider nur allzu oft auch etwas zu pathetisch dargeboten. Das liegt auch an der zuweilen aufdringlichen Filmmusik, andererseits versammelt der Film tolle Songs und setzt sie immer wieder hervorragend ein. Ein kommen und gehen, doch wir alle wissen, am Ende geht einer für immer. Und mit ihm geht die Aussicht auf tatsächliche Wirkung, doch unsterblich bleiben die mit ihm verbundenen Wünsche zurück. Nicht die in einen Menschen projizierte Tatkraft entscheidet, sondern jeder einzelne muss seinen Beitrag für Veränderung leisten. Damit die Wünsche nicht Erinnerung bleiben und das Sterben der Hoffnung welche sich in den Gesichtern spiegelt, nicht dauerhaft ist, müssen Schock, Trauer und Hoffnungslosigkeit überwunden werden. Das ist die große Aufgabe für die Menschen im Hotel, wie für die Menschen überall. Unabhängig zu werden vom Messias und handeln aus sich selbst heraus. Das ist schwer, doch das warten auf eine neue Persönlichkeit kann lang werden. 40 Jahre später trat Barack Obama auf die Bühne um seinen Sieg zu verkünden. Tränen in all den Augen. In den Augen von so manchem der damals jung war. So langes Warten, doch die Hoffnung auf Wandel zerschellte an der Klippe der Wirklichkeit und so beginnt das Warten von vorn. Die Enttäuschung wird ebenso projiziert, wie die Hoffnung, doch zu suchen und zu finden sind sie immer nur in und selbst. Auch davon erzählt dieser Film.

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Josch von "ILF"

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich hatte mir sowas wie Stone's "JFK" light erhofft
& bekam "Reich & Schön" Deluxe.
Ein Haufen belanglose Geschichten, die sich
ziehen, nur um am Ende zu zeigen,
wie belanglos doch alles ist.
Hätte mir da einer bisschen, nein, viel mehr Politik
& Wahlkampf gewünscht, Kennedy mehr im Fokus,
statt zu sehen wie sich jemand die Fingernägel lackieren lässt
oder seine Frau im Hotel betrügt.

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Louis B

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Bewertung9.5Herausragend

Eine atemberaubende Starbesetzung und eine toll und bewegend erzählte Geschichte machen aus BOBBY einen Film den man so schnell nicht vergisst und auch nicht sollte !
Der Film regt zum nachdenken an und ist toll gefilmt, man sieht verschiedene Charektere die all ihre Hoffnungen in diesen einen Mann gesetzt haben, und auf einmal wird alles zerstört !
Ein tiefgehendes und bewegendes Zeitdokument !

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Benchyl

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das dürfte er wohl sein, der erste Multi-Story-Film, der mich überzeugt. Davon gibts ja so melodramatische und zuschauerabweisende Sachen wie "Powder Blue" oder "Crossing Over". "Bobby" nimmt sich den Vorteil ganz einfach, indem er alles was er zeigen will auf das Innenleben des Hotels projiziert. Da kann sich der Zuschauer wohlfühlen, er ist drinnen im Warmen und kann die einzelnen Leute beobachten. Tolle Leute zum Teil, wie den alten Hopkins. Während nun also die ganze Welt auf ein Hotel minimiert ist, schmeißt sich der Film nicht auf die einzelnen Schicksale seiner Figuren, sondern stützt sich kontinuierlich auf sein einziges, historisch sicher bedeutsames Thema. Hotelgäste, -mitarbeiter und Beobachter warten geweissermaßen auf das Kommen Kennedys. Letztendlich gibt's logischerweise kein Happy-End, aber tatsächlich auch kein kitschiges Weltverbesserungsgeschwurbel und kein übertriebenes Hervorrufen von Emotionen. Es bleibt bei den Fakten, bei Kennedys gesprochenen Worten und beim Hotel, bei der Geschichte und dem angemessenen, nicht nachjustierten Ernst. Wenn dann am Ende standesgemäß der Patriotismus - die amerikanische Flagge - abschließend durch den Wind weht, dann kann man da ja zum Glück drüber weg sehen, denn das ist man ja mitterweile schon viel zu gewohnt bei Solcherlei.

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Hellbilly

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Hätte ich Emilio Estevez nicht zugetraut – der Film hat wirklich Substanz und das vielleicht beste Ende, das ich bisher gesehen habe. Dieser lange Redeausschnitt als Abschluss all der verschiedenen Handlungsstränge ist einfach nur Gänsehaut pur.
Die Art und Weise, wie verschiedenste kleine Geschichten langsam und unscheinbar entwickelt und am Schluss zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden, ist wirklich gelungen. Die Atmosphäre der Hoffnung, die sich rund um Bobby breit machte, und vor allem die Verzweiflung nach dem Attentat werden eindrucksvoll eingefangen.
Das große Staraufgebot kann halten, was es verspricht. Da ist keiner dabei, der negativ auffallen würde, auch wenn sicher nicht alle am oberen Limit spielen. Vor allem Lindsay Lohan hat mich überrascht – die konnte ja mal schauspielern. Hätte sie vielleicht auch weiterhin machen sollen, dann würds ihr heute besser gehen.
Ganz toll ist auch die Rolle und Darstellung von Laurence Fishburne – der Schlagabtausch mit Jacob Vargas und die Dankesrede gegenüber Freddy Rodríguez sind richtig stark geschrieben und gespielt.
Allgemein muss man sagen, dass die vielen kleinen Geschichte alle ihren speziellen Charme haben und nicht langweilig werden. Man lässt sich gerne in die kleinen Probleme der verschiedenen Charaktere und die erwartungsvolle Stimmung reinziehen, die das ganze Hotel erfüllt. Das mag auf den ersten Blick alles recht belanglos wirken, entfaltet aber trotz aller Ruhe eine überraschende Sogwirkung. Tolle Atmosphäre.
Das Beste am Film ist aber die Kombination von neu gedrehten Bildern und Originalszenen.
Man kennt das ja schon, wenn es drum geht, den nötigen historischen Hintergrund zu umreißen (klappt auch hier wunderbar – „The Sound of Silence“ entfaltet eine Wirkung, wie noch nie). Neu für mich war dieses Stilmittel aber, wenn es drum geht, die problematische Neubesetzung von Schlüsselrollen zu umgehen. Warum das Gesicht eines Schauspieler als Kennedy verkaufen, wenn man ihn selbst zeigen kann? Vor allem beim Auftritt am Schluss im Hotel fügen sich alte und neue Bilder perfekt ineinander.

Kann den Film wirklich nur empfehlen – man muss sich auf ihn ein und das Gesehene einfach wirken lassen. Aber dann kriegt man einige ganz große Filmmomente geboten.

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dominjen

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Allein wegen der Rede von Kennedy am Ende des Films über Gewalt ist der Film schon sehenswert! Für mich, das schlauste was ich jemals zum Thema Gewalt gehört oder gelesen habe.

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Arsen

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dann solltest du dir, falls noch nicht geschehen, "gandhi" und "malcom x" ansehen.

vor allem sind die filme schon eher an der realität angelegt.


JimSommer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Betrachtet man den Film in seiner Gesamtheit, ist die Inszenierung sehr perfekt auf den Punkt gebracht. In allen Fassetten großes Kino.

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Tyler.Fincher

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film hat mir wirklich gut gefallen. Alles ist in Aufruhr und Bewegung weil Robert F. Kennedy an jenem Abend hoffentlich seinen, von allen sehnlichst erwarteten, Wahlsieg feiert. Emilio Estevez zeigt an verschiedenen kleinen Konflikten und Beziehungsproblemen das Leben im Hotel. Manche mehr oder weniger interessant wobei mir die mit Freddy Rodriguez und Laurence Fishburne am besten gefallen hat. Allein Fishburne’s Text war echt klasse geschrieben und hatte bei seiner Rede vom König schon ne leichte Gänsehaut. Die Story von Shia LeBouf war dann quasi der etwas erheiternde Part zu den ganzen dramatischeren Storyline's.

Am Ende versinkt dann alles im Chaos und mit diesem Chaos endet der Film. Keine Verschwörungstheorien wie bei "JFK"…das hätte aber auch nicht zum Film gepasst. Zwischendurch wird immer mal Footage-Material von Bobby eingespielt oder läuft im Hintergrund über die Flimmerkisten. Gerade am Ende als er seine Rede hält mit den Gegenschnitten auf sein Publikum fand ich klasse gemacht.

Bobby bietet unterhaltsames und dramatisches Schauspielerkino mit einer ganzen Riege an Stars. Dass der Film im Prinzip keine klare Storyline hat sondern sich nur anhand von seinen Menschen und ihren Geschichten vorwärts bewegt stört absolut nicht.

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BibbelDiBubb

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Bewertung4.5Uninteressant

Diesem Film merkt man in jeder Sekunde an, dass er sich selbst viel zu ernst nimmt. Er setzt sich selber viel zu hohe Maßstäbe, indem er nicht weniger versucht, als ein episches Meisterwerk zu sein. In dieser Hinsicht scheitert er jedoch. Selbst Schuld, denn wenn er sich selbst nicht so überschätzen würde, hätte er durchaus das Potential zu einem unvergesslichen Film. Einzig das junge Brautpaar, Elijah Wood und Lindsey Lohan, hat mir gut gefallen.

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Pardus

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Story war nachvollziehbar aufgebaut einzig und allein das küchenszenario wirkte teilweise etwas überzogen. die letzten 5 minuten waren auch die besten des films (ein gutes finale also). überzeugend waren sharon stone, macy, (sogar) demi moore, labeouf, vargas und rodriguez. ich hatte schon fast vergessen, dass lindsay lohan sich mal auf dem weg zur schauspielerin befand (wobei ihre leistung hier nicht so überzeugend war wie in filmen davor --> danach hat sie ja nur noch abgebaut..) helen hunt wirkt ungewohnt steif und hopkins ist sowieso gut; selbst wenn er in der ecke stehen und einen stuhl spielen würde, würd ich ihm das abnehmen :D......

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nadnad

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

unglaublicher cast und unglaublich so ein thema emotional aufzubauen - weg von der dokumentation. Das Ende kam für mich überraschend und hat mich umso mehr mitgenommen.

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Agent Smith

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Bewertung5.0Geht so

Sehr plakativ dargebotener Spiegel der (US-amerikanischen) Gesellschaft - Rassismus, Materialismus, Sexismus mit dem stumpfsinnigen Vorschlaghammer. Etwas dezenter und anspruchsvoller gestreut würde diese Themen in der Zusammstellkung von verschiedenen Handlungssträngen bzw. Kurzgeschichten sicher zu unterhalten wissen. Gute - vielleicht auch teilweise nur gut bezahlte - Schauspieler geben sich hier die Klinke in die Hand... Bobby ist ein Beispiel dafür, dass dies allein nicht ausreichend ist.

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Arsen

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betrachtest du gar nicht den zeitlichen kontext des films? ich finde, dass die angesprochenen punkte nicht überzogen dargestellt werden.

oh und zu den guten bzw. gut bezahlten schauspielern der film hat nur rund 10mio gekostet... da können die gagen nicht so bombastisch sein ;)


HerrGodot

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@agent smith - - nur noch 8 Jahre nach :)
Oder hast du die Chance genutzt und ihn dir heute auf Sat 3 angesehen und deine Meinung revidiert ??


Nahtigall

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich persönlich hatte so meine Probleme mit der Dramaturgie, aber sachlich gesehen ist es ein sehr gut gemachter Film. Charaktere sind tief und nachvollziehbar gezeichnet, die Handlung ist schlüssig bis ins detail und Emotionen werden,auch dank der erstklassigen Schauspieler sehr gut transportiert.

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annaberlin

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Bewertung7.5Sehenswert

Gutes Polit-Dokudrama, mit überragenden Darstellern (besonders mal wieder Anthony Hopkins!)

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Muuvy

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Berührend, emotional, getragen von einer hervorragenden Cast und einem cleveren Drehbuch. Und man kriegt ein bisschen Angst um Obama...

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Ansi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Bobby" ist ein toller und zum Ende hin sehr emotional dramatischer Episodenfilm mit einem überragenden Soundtrack.

Der Film schildert die unterschiedlichsten Geschehnisse zwischen Bediensteten und Gästen im alt ehrwürdigen Ambassador-Hotel am 5 Juli 1968, dem Tag der Vorwahlen zur amerikanischen Präsidentschaft und dem Attentat auf Robert "Bobby" Kennedy.

Besonders beeindruckend ist die fast einmalige Schauspielriege, die unter anderem aus Sir Antony Hopkins ("Das Schweigen der Lämmer"), Harry Belafonte ("Kansas City"), Laurence Fishburn ("Matrix"), William H. Macy (Born to be Wild – Saumäßig unterwegs"), Christian Slater ("He was a Quiet Man"), Elijah Wood ("Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs"), Martin Sheen ("Departed – Unter Feinden"), Demi Moore ("Mr. Brooks – Der Mörder in Dir"), Sharon Stone ("Casino"), Helen Hunt ("Besser geht's nicht"), Shia LaBeouf ("Transformers"), Joshua Jackson ("Eiskalte Engel"), Ashton Kutcher ("Jede Sekunde zählt – The Guardian"), Lindsay Lohan ("Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag") und Regisseur Emilio Estevez ("Der Frühstücksclub") besteht.

Besonders eindrücklich wird der Film kurz vor und nach der Ermordung Bobbys, wenn auf Simon & Garfunkels "Sound of Silence" folgend eine großartige Rede Kennedys zu hören ist, die auch heute noch aktuell wirkt und ihrer Zeit kritisch voraus zu sein scheint.

Einzig negativ fällt beim Film "Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy", wie ihn einzig Das Erste tituliert, auf, dass für historisch und politisch möglicherweise weniger gebildete Zuschauer ein Gesamtzusammenhang nur schwer einzuordnen ist und Kontextinformationen durch eingeschobene TV-Beiträge ebenfalls müßig nachzuvollziehen sind.

Letztlich ist "Bobby" aber ein starker starbesetzter Film, der mit vielen mehr oder minder interessanten Storylines unterhält und die dramatische Ermordung Robert Kennedys mit deren Wirkung auf alle Beteiligten und Zeugen eindrücklich emotional demonstriert.

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Schon gewusst: Die Dreharbeiten zum Film dauerten 35 Tage. Es wurde in den original Räumlichkeiten des Ambassador Hotels, in welchen das Attentat stattfand, gedreht. Wenige Stunden nach Ende der Dreharbeiten wurde das seit Jahren leerstehende Hotel wie geplant abgerissen, da für seinem Standort ein neuer Schulkomplex geplant wurde.
Abgesehen von Bobby und Ethel Kennedy sind alle Figuren im Film absolut fiktiv. Es wurden zwar in Wahrheit ebenfalls 5 Leute verletzt, allerdings werden deren Geschichten nicht im Film gezeigt. Auch die Küchenhilfe José, welcher den Kopf Kennedys auf den weltbekannten Fotos hält, ist in seiner gezeigten Form für den Film erfunden worden.
Regisseur und Schauspieler Emilio Estevez ist der Sohn von Michael Sheen und somit der Bruder von Fernsehstar Charlie Sheen, anders als sein Bruder behielt Emilio seinen Familiennamen und übernahm nicht den berühmten Künstlernamen des Vaters. Emilio Estevez zählte in den 80er Jahren zu den größten Talenten des Brat Packs, musste allerdings als erwachsener Schauspieler einen gehörigen Karriereknick verkraften.

Spaß:
Action:
Spannung:
Gefühl: ***
Anspruch: **
Kreativität:

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seeigel

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Bewertung9.5Herausragend

der film hat genau den wahnsinn von mord und totschlag getroffen.
we are all human beings, loved and needed from other human beings...
sehr genialer film.

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AgentGuhl86

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Bewertung7.5Sehenswert

Mehr Drama als Thriller vereint "Bobby" eine Fülle an bekannten Gesichtern und eine viel zu unbekannte Geschichte - nämlich die des Attentats auf Robert F. Kennedy. Trotz Originalbildern ist der Film weit davon entfernt eine Dokumentation zu sein. Mehr ein Film mit vielen fiktiven Handlungssträngen rund um den Tag des Attentats. So hat der Regisseur die Möglichkeit - die gut genutzt wurde - verschieden Ansichten aus verschiedenen Sichten zu präsentieren.

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