Brokeback Mountain - Kritik

Brokeback Mountain

US · 2005 · Laufzeit 134 Minuten · FSK 12 · Drama, Western · Kinostart
Du
  • 9 .5

    Ang Lees "Brokeback Mountain" ist ein wundervolles Drama, das sehr zum Nachdenken anregt und betroffen macht. Überragend gespielt von den beiden Hauptdarstellern Gyllenhaal und Ledger, wird dem geneigten Zuschauer hier eine eigentliche Tragödie auf emotional höchstem Niveau geboten. Der Film geht zwar sehr ruhig seinen Weg, reißt einen jedoch trotzdem mit, so verbunden fühlt man sich mit dem Schicksal der beiden Cowboys.
    Die Wirkung, die der Film v. a. in den USA nach sich zog, sollte die Amis eigentlich mal zum Nachdenken bringen, welch lächerliche Werte viele von ihnen noch immer vertreten, völlig grundlos. Der Film zeigt mal wieder, dass man auch vermeintliche Tabuthemen in der Gesellschaft stilvoll und latent ansprechen und behandeln kann, ohne gleich mit dem Vorschlaghammer alle Säulen des Zusammenlebens einreißen zu wollen.
    Eines meiner Lieblingsdramen. Minimaler Abzug jedoch für die lange Laufzeit und den manchmal zu ruhigen, dahinplätschernden Erzählstil.

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    • 6 .5

      war zu seiner zeit passen zu dem thema der coming out film

      • 7
        conrad.schmidt.9237 08.04.2017, 15:16 Geändert 17.04.2017, 22:01

        Ich weiß nicht genau was ich von diesem Film halten soll. Einerseits erzählt er eine rührende und wunderschöne Liebesgeschichte, die aber andererseits wiederum eine deutliches Unwohlsein in mir ausgelöst hat. Während man sich in der einen Minute noch voll für die beiden freut, so denkt man in der nächsten Sekunde plötzlich darüber nach, wie grausam das ganze doch Ende könnte. 'Brokeback Mountain' gehört trotz seiner romantischen Story definitiv nicht zum 'Feel-Good' Genre, sondern lässt einen vollkommen schockiert und tottraurig zurück.
        Somit komme ich letztendlich zu dem Schluss, dass ich 'Brokeback Mountain' jedem empfehlen kann und ihn für einen großartigen Film halte, mir aber gleichzeitig sicher darüber bin, dass ich ihn mir nie wieder ansehen werde, weil er einfach zu deprimierend ist.

        • 8

          [...] So ist Brokeback Mountain über weite Strecken ein Film über wahre Liebe, die sich jedoch nie so entfalten kann, wie sie es eigentlich verdient hätte. Beide Männer heiraten, zeugen Kinder und leben ihr eigenes Leben. Doch wirklich erfüllt sind sie nur in jenen rar gesäten Augenblicken der Zweisamkeit, wenn sie sich unter dem Vorwand eines Jagd- oder Angelausfluges für einige Tage aus ihrem Alltag loseisen können. Ihre Zuneigung zueinander muss der Film nie an großen Gesten festmachen, denn die offenbart sich von ganz allein. In der Art und Weiße wie sie sich ansehen, miteinander reden oder auch einfach nur beieinander sitzen. Auch Ang Lees Betrachtung der beiden Männer ist zärtlich, geradezu intim fängt er ihr Beisammensein ein und vermag es so allein durch die Nüchternheit der Lage selbst zu bewegen. [...] Selten bricht der Film aus seinen stillen Betrachtungen aus, doch wenn es passiert, dann hinterlassen diese Momente einen bitteren Nachgeschmack. Wenn in einem kurzen Rückblick geschildert wird, dass einer der beiden bereits früh mitansehen musste, wie ein Mann wegen seiner sexuellen Orientierung brutal verstümmelt wurde, dann sind das die ersten Risse, die auch in ihrer Beziehung sichtbar werden. Denn obgleich sich die beiden Männer lieben, ist die Art wie sie ihre Beziehung führen irgendwann zum Scheitern verurteilt. Und so kommt dieser Moment mit einem gewaltigen Schlag in die Magengrube daher und offenbart eine Form von Tragik, die wir dem bis dahin so zärtlichen Film gar nicht zugetraut hätten. Alles zerbricht und wir können nichts weiter tun als die Splitter einzusammeln. Doch selbst wenn man sie alle zusammensetzt, dann wird nichts so sein wie früher. [...]

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          • 6
            Sternenkind68 05.01.2017, 20:19 Geändert 05.01.2017, 21:31

            Dieser träge Film ist mit 134 Minuten deutlich zu lang.
            Inszenatorische Highlights: Fehlanzeige.
            Wirklich, Leute:
            Wenn kaum etwas passiert, wird die Zeit bei diesem Film arg lang.
            Über JG möchte ich an dieser Stelle nix sagen, aber Heath Ledger hat einen guten Job gemacht. Der hat mich berührt.
            Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, der Film war damals mutig, die Liebesszenen sind geschmackvoll geraten.
            Es gibt viel Landschaft zu sehen, auch sehr schön.
            Der Film zeigt, wie zwei Männer, die sich ineinander verliebt haben, ein Doppelleben führen.
            In dieser Umgebung, unter diesen Leuten, muss man das.
            Durch Moviepilot Cooper kam ich überhaupt darauf, diesen Film mal wieder zu gucken, er ist neben "Donnie Darko" der einzige, den ich mit JG kenne.
            Die finale Szene hat mich nochmal zum Flennen gebracht, Heath Ledger konnte Eis zum Schmelzen bringen. Schade um ihn.

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            • 7 .5

              Der Film hat mich am Ende zu Tränen gerührt. Heath Ledger und Jake Gyllenhaal spielen ihre Rollen hier auf höchstem Niveau. Das Thema Homosexualität wird authentisch und berührend behandelt, ohne zu dramatisieren. Zwar hat der Film seine Längen, ist insgesamt aber sehr sehenswert.

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              • 7 .5

                Ein exzellenter Cast, starkes Schauspiel, tolle Regiearbeit, schön untermalende Musik und ein fantastisches Drehbuch.
                Leider kommt zum Teil Langeweile auf, wodurch den Film sich zum einen zieht und den Zuschauer mit gemischten Gefühlen zurück lässt.
                Aber nichts desto trotz ein Top-Drama und guter Film, den man sich auf jeden Fall angucken kann.

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                • 9 .5

                  Mein Fazit:

                  Ich hatte den Films zwischendurch auf DVD gesehen, als er ganz frisch rausgekommen war. Dies ist meine erste Rezension aus dem Gedächtnis, da gerade bekannt wurde, das Heath Ledger überraschend im Alter von nur 28 Jahren verstorben ist.

                  Heath Ledger hat für die Rolle des Ennis Del Mar eine Oscar-Nominierung erhalten. Das heutige Amerika kann sich jedoch immer noch nicht aufgeschlossen gegenüber der Homosexualität zeigen. Gerade Hollywood scheint ein großes Problem damit zu haben, denn es wurde ihm der Oscar verwehrt.

                  Einfühlsam und mit einer ungeheuren Mimik wird die Geschichte des Liebespaares Jack/ Ennis erzählt. Der Regisseur hat dabei auf die Schauspielkunst der Akteure gesetzt und damit auch hohe Maßstäbe erreicht. In einem Blick Verlangen und Angst zu zeigen ist nicht gerade so etwas wie Kaffee trinken gehen. Heath Ledger und auch Jake Gyllenhaal haben beide ihre Rollen ausgefüllt und absolut überzeugend rüber gebracht.

                  Ein Manko an diesem Film ist die gelegentliche Langatmigkeit. Ein paar Szenen hätten meiner Meinung nach weggelassen werden können. Aber womöglich sollten diese Szenen auch die Einsamkeit der Cowboys rüber bringen.

                  Alles in allem ein Film, der -meiner Meinung nach- Kultstatus erreichen wird. Heath Ledger, Du bist in diesem Film verewigt und ich danke Dir für diese Momente des Film-Vergnügens.

                  Anmerkung: Die Rezension stammt vom 24.01.2008.

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                  • 10
                    Rocket Man 23.09.2016, 12:22 Geändert 23.09.2016, 13:52

                    (Dieser Beitrag enthält Spoiler)

                    Wie viele andere sicherlich auch, habe auch ich mich viel zu lange verschlossen und gedrückt vor ''Brokeback Mountain''. Warum? Offen und ehrlich? Natürlich wegen dem Thema, was sonst? Aber was ist bei diesem Thema so schlimm? Was ist daran so furchtbar? Warum ist die sexuelle Neigung aller Menschen nicht gesellschaftlich anerkannt? So wie Alkohol und manch Droge gesellschaftlich anerkannt sind? Und damit kümmert sich der Film um die Humanität und das Verlangen nach Offenbarung, aber ebenso um das Recht, seine eigene sexuelle Identität anzuerkennen, statt sie zu verstecken und sich zu schämen. Aber etwas anderes gab die damalige Zeit leider nicht her, woraufhin sich ein erstklassiges Drama erschließt, dass mit seinen Charakteren alles aufzuzeigen weiß.

                    Was wir hier bekommen ist nichts mehr, als pure Ehrlichkeit. Pure ''Liebe'' zwischen zwei Männern, die sich zwischen ihrem Leben mit ihren Frauen und Kindern und dem Leben als Liebhaber nicht entscheiden können. Alles, was sie haben ist der ''Brokeback''. Alles, was sie haben, sind die nach Jahren, gelegentlichen Ausflüge zum ''Angeln'' am ''Brokeback Mountain''. Sie lieben ihre Frauen und Kinder, haben aber einst, als sie Schaafe hüten mussten, für etwas Geld, das Verlangen zum männlichen Geschlecht kennengelernt. Sie sind also nicht hetero, aber auch nicht nur homosexuell. Gewissermaßen also Bi-sexuell. Aber wie trägt man diese Identität der Sexualität in der Gesellschaft und voralllem in der Zeit herum. Garnicht. Weshalb man es so lange mit sich rumtragen muss, bis es irgendwann mal zu spät ist. Das ist (theoretisch und kurzgefasst) die ganze Geschichte hinter diesem Film.

                    Aber daneben gesellen sich 2 der charismatischsten Schauspieler unserer Zeit hinzu. Was Jake Gyllenhal und Heath Ledger hier in Gestik, Mimik und Worten ausdrücken ist nahezu perfekt für den Film, die Handlung und alles andere, was hier Wirkung und Ursache zeigt und zeigen soll. Auch die Musik, so zurückhaltend und manchmal gar nicht vorhanden....Aber diese Gitarre, die sich in dramatischen Momenten und in traurigen Momenten entschließt sich zu melden, dann ist das ganz großes Kino, ganz große Gefühle und bei mir pure Bewunderung. Diese langsame, gar nicht Laute Abfolge von gar nicht mal vielen Tönen...Das macht auf mich großen Eindruck und unterstreicht vehement den Film dabei, sich diesem Thema ernsthaft zu widmen.

                    Bisher war mir Ang Lee kein Name und ist es auch jetzt noch nicht, aber das spielt keine Rolle. Mit diesem Film hat er ein entscheidendes und berührendes Denkmal an die Homosexualität und die ganze Abneigung und das Unverständnis hinter diesem Thema, erschaffen. Die meisten wissen ja bereits, das solche Werke bei mir und gerade mit sensiblen Themen der Gesellschaft, gut ankommen. Ich möchte mich in aller Deutlichkeit dafür entschuldigen, dass ich mich selbst dabei ertappt habe, wie ich mich diesem Thema verschlossen habe und es so Jahre dauerte, bis ich es endlich getan habe. Was nicht heißt, dass ich diesem Thema kritisch gegenüber stehe, ganz im Gegenteil, aber Hand auf's Herz....Manchmal ertappen wir uns dabei, dass wir etwas schlechtes über homosexuelle denken. Aber Warum? Ich kann es wirklich nicht sagen. Aber ich bin ehrlich. Es ist das natürlichste auf der Welt. Die sexuelle Identität. Ob ''schwul'', hetero oder bi-sexuell. Vollkommen egal. Das ist es, was dieser Film aufzeigen möchte. In dem Denken der Menschen muss etwas stattfinden. Toleranz ist das Stichwort.

                    Was den Film von anderen, mit dem selben Thema ganz Fett abhebt, ist die Art, wie er kritisiert. Ich würde schon fast sagen, garnicht. Er zeigt und verweist, kritisiert aber nicht direkt, eher indirekt. Das ist klug, denn so bleibt es dem Zuschauer überlassen, ob er jetzt Hass empfindet oder er mit dem Geschehen eher doch gut klar kommt. Der Film zeigt nicht mit dem Finger auf uns, auf die Gesellschaft, aber aufjedenfall möchte er mit dem Finger auf Moral, Ethik und Humanität anspielen. Wie menschlich können wir sein, wenn wir anderen die sexuellen Interessen, zu denen man sich hingezogen fühlt, ausreden, schlecht reden oder verbieten wollen.
                    Dann sind wir keine Menschen. Da hört die Humanität auf.
                    Der Kontrast zwischen den Familien von Jack und Ennis und ihrer persönlichen Liebe, die am ''Brokeback'' entflammt ist, setzt zusätzliche und prägnante Akzente. Bebildert in gekonnte Abfolge und Chronologie.

                    Ein interessanter, aber vorallem wichtiger Film über eine Zeit (auch Heute noch mehr als Aktuell), in der die sexuelle Identität von homosexuellen nicht anerkannt wurde und so Leben zerstörte. Ein Film, der den richtigen, feinfühligen Menschen, nicht egal sein kann. Ein Film, der nicht vorgibt menschlich zu sein, sondern sich zurecht Humanitisch nennen darf. Hut ab und 10 Punkte für Jake Gyllenhal, Heath Ledger und Brokeback Mountain.

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                    • Ein Film der unter die Haut geht. Nach meiner Meinung geht es in dem Film überhaupt nicht darum ob die Protagonisten Schwul sind oder nicht. Es geht darum, inwiefern man in Leben gesellschaftlichen Zwängen unterworfen ist oder ob man den Mut und die Kraft besitzt auch persönliche Zwänge und Hemmungen zu überwinden und ob es einem gelingt im Leben ehrlich zu sich selbst zu sein und seine Träume zu verwirklichen. Achtung Spoiler: Die Protagonisten schieben die Umsetzung Ihrer Wünsche zu lange vor sich her - bis es zu zu spät ist und Ennis feststellt, dass er alle Gelegenheiten verpasst hat.
                      Ein für die Verhältnisse von Hollywood unglaublich einfühlsamer und tiefgehender Film. Unterstützt wird die sensible Stimmung von eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und der sensiblen Musik von Gustavo Santaolalla.

                      • 10

                        Hi Leute,

                        ein ultra Hammer starker und überragender Film, über zwei Männer die gefangen sind in einer Gesellschaft, die Homos wie die Pest vermeiden.

                        Warum?! Der Schöpfungszyklus hat sich nicht umsonst Homosexualität ausgedacht! Es ist eine Erfahrung die jede Seele erfahren darf, es ist ein Seelen-Plan!

                        Nikola Tesla hatte eine Beziehung zu einer weißen Taube. Von daher die "weiße Friedenstaube! Liebe ist vielfältig und unberechenbar! Nicht nur Frau und Mann dürfen es genießen, die wahre Liebe! Jeder und jede dürfen es!

                        Abgesehen davon hier sind die Emotionen hier so amazing echt. Ennis Del Mar und Jack Twist zeigen auf eine sehr subtile Art und Weise wie schlimm es ist nicht so zu sein was man und wie man fühlt!

                        Main Fazit: Die Seele hat immer Vorrang. Der Mensch ist bloß ein Ausdruck göttlicher Erfahrung hier auf der Erde. Ich bin zwar 110 % Hetero, doch habe ich Zugang zu Homos, weil Menschen sich verstehen unabhängig von Geschlechter-Vorliebe.

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                        • 8

                          Und ein weiterer Filmbeitrag zum Thema mehr Toleranz: Ich bin ganz ehrrlich, ich habe den Film gestern zum ersten Mal gesehen und im Grunde könnte man meinen, es wäre der Vorreiter zu "Carol." Ich glaube so intensiv und vor allem ernst, hat sich Hollywood davor noch nie mit dem Thema Homosexuallität beschäftigt. Okay, "Der talentierte Mr. Ripley", aber da war das Thema nicht so groß im Vordergrund. Ich persönlich sehe den Film als Maßstab, der ganzen tragischen Filme über die Homosexuallität, die danach folgten.
                          "Brokeback Mountain" war wirklich ein schöner, aber auch sehr trauriger Film, der wieder einmal zeigt, wie ungerecht die Gesellschaft mit Homosexuallität umgeht.
                          Wie in "Carol" wird hier nicht viel gesprochen, sondern mehr durch die Mimik und Gestiken werdem dem Zuschauer die Gefühle die, die beiden Protagnoisten füreiander haben klar. Dazwischen wird immer Mal wieder gezeigt, wie die beiden im Leben so mit Familie und Job zurecht kommen. Doch während Jake Gyllenhaals Charakter seine Homosexuallität akzeptiert, kämpft Heath Ledger oft wehement dagegen an und macht damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und vor allem Jake unglücklich.
                          Heath Ledger und Jake Gyllenhall spielen beide überragend, man nimmt ihnen ihre Liebe total ab. Es ist echt schade, dass keiner von beiden dafür den Oscar gewann.
                          Leider muss ich wieder bemängeln, dass die Handlung gegen Ende etwas vor sich hindümpelte. An für sich fand ich hier die langsam voranschreitende Handlung gut gemacht, aber am Ende wurde es ein wenig übertrieben.
                          Trotzdem ein toller Film, mit zwei starken Hauptdarstellern.

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                          • 8
                            Hornblower 26.02.2016, 12:33 Geändert 26.02.2016, 13:07

                            Auf SPON findet ihr einen netten Artikel über Film-Szenen, die es aus unterschiedlichen Gründen nicht in die jeweilige Kinofassung geschafft haben:
                            http://www.spiegel.de/einestages/deleted-scenes-die-besten-geschnittenen-filmszenen-a-1078997.html
                            Durch eine geschnittene Szene des Films "Beim ersten Mal" ("Knocked Up") erfahren wir z.B., wie homophob "Brokeback Mountain" wirklich ist. ;)
                            https://www.youtube.com/watch?v=-0MrczERAe4

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                            • 8

                              Muss ein Film spannend sein?
                              Eine Frage, die ich mir nach dem Film gestellt habe. Nein, ein Film darf einfach mal nur erzählen, in dem er einfach nur zeigt. Und das ist es, was BM so intensiv in seiner Erfahrung macht.
                              Der Film berührt und wirkt, auf seine ganz eigene Weise. Die langen, scheinbar langatmigen Einstellungen machen den Film zu etwas Besonderem. Erst durch sie entfaltet der Film seine ganze Wirkung und das, was er auslöst geht tief unter die Haut. Man spürt förmlich den Schmerz, die Zerrissenheit und die Sehnsucht. Dass die beiden Protagonisten homosexuell sind, tritt für mich irgendwie in den Hintergrund. Es geht hier um eine scheinbar unmögliche Liebe. Die ach so berüchtigte Sexszene hat mich beinahe enttäuscht. Man sieht ja nicht mal Haut. Aber ich schaue den Film ja auch 2016 und nicht 2005.
                              Die Szene am Ende vom Film hat mir wirklich das Herz zerrissen.
                              Und ich habe selten so einen kitschigen Kommentar zu einem so umkitschigen Film geschrieben.

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                              • ein Film der unter die Haut geht!

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                                  Hab Brokeback Mountain gestern nacht zum zweiten Mal gesehen. Lief wieder im Fernsehen. Der Film ist wirklich außergewöhnlich intensiv. Selbst, wenn man es nicht selbst erlebt, seine Liebe so verbergen zu müssen, so schafft es der Film enorm körpernah, das Gefühl des Verbots nachzuempfinden. Quälend gut. Sehr traurig. Auch Michelle Williams Rolle ist schmerzlich überzeugend. Brokeback Mountain ist wahrlich eine einzige Depression. Er veranschaulicht nicht nur sehr schön, wie verkappt die Menschen sind, sondern auch die Kettenreaktionen der herrschsüchtigen Autorität, die Homosexualität unter Männern verbietet. Absolut schmerzliches, empfehlenswertes Filmkunstwerk mit perfekten schauspielerischen Leistungen. Wer diseen Film runtermacht, hat sie nicht alle beisammen und läuft mit dem dominanten Strom, den der Film bemängelt.

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                                  • 8

                                    Hochsensible und ebenso traurige Liebesgeschichte zwischen zwei Männern - ich glaub ich musste beim ersten Mal gucken am Schluss heulen - vielleicht streckenweise eine Nummer zuviel Glorifizierung - auch der 60er Jahre Colorit der Szenen ist mir fast zu perfekt geraten ... aber die melancholische Stimmung des Filmes ist wunderbar ... einer der schönsten Liebesfilme schlechthin :-)

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                                      Vorhersage: 5.5
                                      Bewertung: 4.0
                                      Drama über schwule Cowboys, das scheinbar (und relativ erfolgreich) versucht möglichst unspannend zu sein. Verstehe nicht, warum man das zu einem 2-Stunden-Film aufblasen musste, auch wenn es eigentlich ein interessantes Thema ist.

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                                        sachsenkrieger 08.10.2015, 00:58 Geändert 09.10.2015, 21:21

                                        He, he was a friend of mine
                                        He, he was a friend of mine
                                        Every time I hear his name
                                        Lord, I can't keep from cryin'
                                        He, he was a friend of mine - Willie Nelson

                                        Liebe kennt keine Grenzen - egal ob man Herkunft, Verwandschaftsgrad, Geschlecht, Alter, Religion oder sonstige Kriterien anwendet. Welche andere Mixtur von Gefühlen, die wir in einem unzulänglichen Wort zusammengefasst haben, ist inniger, dümmer, tiefer, missverstandener, lohnenswerter, klischeebehafteter, kräftefreisetzender und kräftezehrender als die Liebe? Wir sind vollkommen machtlos, wenn wir von einer fremd anmutenden Macht dazu getrieben werden, einen anderen Mann, eine andere Frau, den eigenen Bruder, die eigene Schwester oder unsere Eltern mehr zu lieben, als es gesellschaftliche Fesseln erlauben. Wir können es nicht verhindern, nicht beeinflussen, nicht bekämpfen ... höchstens daran zerbrechen, dem Gefühl nicht zu folgen.

                                        Zehn Jahre habe ich den Film jetzt vor mir hergeschoben, ihn verdrängt, weil ich nix gegen Liebe jeglicher Couleur habe, aber mich nicht sonderlich für Homosexualität interessiere. Hätte mir ja ruhig mal jemand sagen können, das Ang Lee ein zeitloses Meisterwerk über die Liebe gedreht hat, das in meiner kleinen Welt nur wenig Konkurrenz hat.

                                        BROKEBACK MOUNTAIN wird getragen von einer Reihe toller Schauspieler, die ihren Figuren mehr als nur sehenswert Leben einhauchen. Was Heath Ledger und Jake Gyllenhaal hier allerdings mit und ohne Worte ausdrücken, ist Schauspielkunst vom Feinsten. Vom ersten bis zum letzten Moment des Films zaubern die beiden als Sheepboys das Blaue vom Himmel über Wyoming, das sich die sturmzerzausten Tannen biegen bis zum Brechen. Sie tun das in einer meisterhaft fotografierten Landschaft, in der die beiden angebrochenen Männer ganz unromantisch zueinander finden ... und auch wieder nicht. Denn um sie herum leben die Menschen kein wundervolles und allein wegen seiner Kürze unendlich wertvolles Leben, sondern sie siechen dahin in einer erlernten Welt- und Wertevorstellung, die ihnen Sicherheit und Kontinuität verspricht, aber nur Verzweiflung und Hass auf alles Andersdenkende und Anderslebende gebiert.

                                        Dabei ist der Film keine kitschige Schmonzette zweier Seelenpartner, die einfach nicht zueinander finden können oder wollen. Zu sehr darauf bedacht, ein halbwegs angepasstes Leben zu führen, verstricken sich beide in temporär funktionierende Partnerschaften und machen dieselben Fehler, die wir alle trotz aller gutgemeinten Ratschläge der Altvorderen machen müssen. Ang Lee zelebriert dieses sich immer wiederholende Scheitern, diese sich in ihrer Intensität immer mehr steigernde Verzweiflung der beiden ob ihres Schicksals. Dabei vergisst er aber auch den Kummer und das Leid der Partner nicht. Letztendlich lässt er nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen, das es unabdingbar ist, seinen Emotionen möglichst rasch und nachhaltig zu folgen. Und das nicht nur, um sich in der unendlich schönen Einsamkeit der wilden Brokeback Mountains zu verlieren, sondern auch, um seinem wild schlagenden Herzen ohne Zweifel in jedwedes Schicksal zu folgen...

                                        "Ich versuche, dort gegenwärtig zu sein, wo ich bin. Ich versuche, Beziehungen zu pflegen, die so ehrlich sind, wie es auf einem Film-Set möglich ist, den Leuten nah zu sein, weil ich weiß, dass es etwas Kostbares ist. Und ich weiß nicht nur, dass diese Karriere in sehr kurzer Zeit enden und dies oder jenes passieren kann, sondern auch, dass das Leben wertvoll ist." - Jake Gyllenhaal in einem Interview 2015 zum Tod seines Schauspielkollegen Heath Ledger im Jahr 2008.

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                                          BustaReen 07.10.2015, 15:20 Geändert 07.10.2015, 16:39

                                          Muss man im Jahr 2015 wirklich noch Debatten und Diskussionen über die Natur der Sexualität führen? Finde ich eher traurig.

                                          Traurig ist auch der Film, allerdings im positiven Sinne. Ich habe ihn mit meiner damaligen Freundin im Kino gesehen - und ja, ich erinnere mich nur zu gut an die Kontroversen, die das Werk von Ang Lee (zuvor bereits Oscar-gekrönt mit "Tiger & Dragon") entfacht hat. Und ja, ich erinnere mich auch noch sehr genau, wie ruhig und bedrückend die Stimmung im Kino wurde, als die eindringliche Sexszene zwischen Heath und Jake (oder hier: Ennis & Jack) über die Leinwand flimmerte. Und nochmal ja, auch ist mir meine eigene Empörung noch bewusst, als der zwar gute, aber bei weitem nicht so prägende Streifen "L.A. Crash" den Oscar für den Besten Film erhielt und nicht dieses zu Herzen gehende, ehrliche Porträt einer großen, letztlich unerfüllten Liebe.

                                          Denn genau darum geht es in diesem Film, und um nichts anderes: Um die wahre Natur der Liebe und was sie aus Menschen macht, die sie zwar empfinden, aber nicht bis zur Gänze miteinander ausleben können.

                                          Mich hat dieser Film berührt - nicht nur aufgrund seiner großartigen, stilvoll-zurückhaltenden Machart, sondern vor allem der Geschichte wegen, die den empfindsamen Beobachter - gleich welcher sexuellen Orientierung - von der ersten bis zur letzten Minute auf eine emotionale Reise der besonderen Art mitnimmt. Wenn man es denn wagt, sich vorurteilsfrei darauf einzulassen.

                                          Meine Tochter ist heute 13 Jahre alt. Und sollte sie mich jemals fragen, welcher Liebesfilm mich am meisten berührt hat, ist meine Antwort klar: "Brokeback Mountain".
                                          Dafür gibt es 9.5 von 10 Punkte. Großartig und empfehlenwert!

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                                            sullivan02 24.09.2015, 18:22 Geändert 23.10.2015, 02:15

                                            Erstmal möchte ich anmerken, dass einige Personen hier aufpassen sollten, was sie schreiben. Ich fürchte nicht allen ist es bewusst, aber ich finde es immer wieder wahnsinnig traurig, in der heutigen Zeit noch solche homophoben Aussagen lesen zu müssen.

                                            Zum Film: In meinen Augen ein schauspielerisches Meisterwerk, mit wunderschönen Naturaufnahmen und perfekt gewählter Musik, dem es gelingt auf sehr leise und unaufgeregte Weise ganz große Gefühle zu vermitteln.
                                            Das größte Liebesdrama aller Zeiten!

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                                              RoboMaus 23.08.2015, 14:59 Geändert 23.08.2015, 15:12

                                              Unabhängig davon, ob das nun ein Beziehungsdrama über Homo-, Hetero-, oder Bi-Sexuelle ist, wobei wohl Letzteres zutrifft, ist das einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe. Eine Story, die man in fünf Sätzen erzählen könnte, wird wie Blätterteig auf zwei Stunden ausgewalzt. Allein das erste Viertel vergeht nur mit Schafehüten, Smalltalk am Lagerfeuer, Schafehüten......, bis die beiden irgendwann auf die Idee kommen, dass man es auch von Mann zu Mann probieren kann. Natürlich ist die Thematik berührend, und natürlich ist es lobenswert die Intoleranz der Hinterweltler an den Pranger zu stellen, aber was bringt das, wenn man sich zu Tode langweilt? Einige Ansätze waren durchaus vorhanden, wie z.B. die Nichtakzeptanz solcher 'Unzucht' in der ländlichen, sozialen Umgebung, doch letztlich konfrontiert einen der Film nur mit dem Ergebnis, nicht mit Aktionen. Hier wird nicht einmal versucht, so etwas wie Fluss oder gar Spannung in den Plot zu bringen - er plätschert nur seinem unvermeidlichen Ende entgegen. Die ganze Zeit über fragte ich mich 'Wenn die schon gesellschaftlich isoliert sind, sich nur mit kargen Jobs über Wasser halten und bei offensichtlichem Zusammensein um ihr Leben fürchten müssen, warum zieht es sie dann nicht nach New York oder San Francisco, gerade in den späten sechziger Jahren, als dort die grossse Freizügigkeit einsetzte?'.

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                                                BAD ONI0N 06.08.2015, 15:23 Geändert 06.08.2015, 15:30

                                                Wenn das einzig interessante Feature eines Films ist, dass die Protagonisten schwul sind... dann macht das aus einem langweiligen Film noch lange keinen guten Film!

                                                Da guck ich mir lieber noch mal "Raus aus Amal" an. Zehn mal!

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                                                  Ein unglaublich glaubwürdiges Drama, mit Schauspielern die hier alles gegeben haben und sich der Gefahr einer solchen Rolle sicherlich bewusst waren. Die Liebesgeschichte zweier schwuler Cowboys hat mich persönlich mehr berührt, als so manch andere Romanze. "Brokeback Mountain" rührt einfach zu Tränen und spiegelt sehr gut die Gesellschaft unserer Zeit wieder (auch wenn der Film in früheren Jahrzehnten spielt). Gerade deswegen noch ein Stück trauriger.
                                                  Absolut ansehenswert!!!

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                                                    Dieser Film ist das erste Drama, dass mir Tränen in den Augen bereitet hat. Das hatte davor nicht einmal Titanic geschafft.