Brokeback Mountain - Kritik

Brokeback Mountain

US · 2005 · Laufzeit 134 Minuten · FSK 12 · Drama, Western · Kinostart
  • 10
    Robin Rojahn 23.09.2016, 12:22 Geändert 23.09.2016, 13:52

    (Dieser Beitrag enthält Spoiler)

    Wie viele andere sicherlich auch, habe auch ich mich viel zu lange verschlossen und gedrückt vor ''Brokeback Mountain''. Warum? Offen und ehrlich? Natürlich wegen dem Thema, was sonst? Aber was ist bei diesem Thema so schlimm? Was ist daran so furchtbar? Warum ist die sexuelle Neigung aller Menschen nicht gesellschaftlich anerkannt? So wie Alkohol und manch Droge gesellschaftlich anerkannt sind? Und damit kümmert sich der Film um die Humanität und das Verlangen nach Offenbarung, aber ebenso um das Recht, seine eigene sexuelle Identität anzuerkennen, statt sie zu verstecken und sich zu schämen. Aber etwas anderes gab die damalige Zeit leider nicht her, woraufhin sich ein erstklassiges Drama erschließt, dass mit seinen Charakteren alles aufzuzeigen weiß.

    Was wir hier bekommen ist nichts mehr, als pure Ehrlichkeit. Pure ''Liebe'' zwischen zwei Männern, die sich zwischen ihrem Leben mit ihren Frauen und Kindern und dem Leben als Liebhaber nicht entscheiden können. Alles, was sie haben ist der ''Brokeback''. Alles, was sie haben, sind die nach Jahren, gelegentlichen Ausflüge zum ''Angeln'' am ''Brokeback Mountain''. Sie lieben ihre Frauen und Kinder, haben aber einst, als sie Schaafe hüten mussten, für etwas Geld, das Verlangen zum männlichen Geschlecht kennengelernt. Sie sind also nicht hetero, aber auch nicht nur homosexuell. Gewissermaßen also Bi-sexuell. Aber wie trägt man diese Identität der Sexualität in der Gesellschaft und voralllem in der Zeit herum. Garnicht. Weshalb man es so lange mit sich rumtragen muss, bis es irgendwann mal zu spät ist. Das ist (theoretisch und kurzgefasst) die ganze Geschichte hinter diesem Film.

    Aber daneben gesellen sich 2 der charismatischsten Schauspieler unserer Zeit hinzu. Was Jake Gyllenhal und Heath Ledger hier in Gestik, Mimik und Worten ausdrücken ist nahezu perfekt für den Film, die Handlung und alles andere, was hier Wirkung und Ursache zeigt und zeigen soll. Auch die Musik, so zurückhaltend und manchmal gar nicht vorhanden....Aber diese Gitarre, die sich in dramatischen Momenten und in traurigen Momenten entschließt sich zu melden, dann ist das ganz großes Kino, ganz große Gefühle und bei mir pure Bewunderung. Diese langsame, gar nicht Laute Abfolge von gar nicht mal vielen Tönen...Das macht auf mich großen Eindruck und unterstreicht vehement den Film dabei, sich diesem Thema ernsthaft zu widmen.

    Bisher war mir Ang Lee kein Name und ist es auch jetzt noch nicht, aber das spielt keine Rolle. Mit diesem Film hat er ein entscheidendes und berührendes Denkmal an die Homosexualität und die ganze Abneigung und das Unverständnis hinter diesem Thema, erschaffen. Die meisten wissen ja bereits, das solche Werke bei mir und gerade mit sensiblen Themen der Gesellschaft, gut ankommen. Ich möchte mich in aller Deutlichkeit dafür entschuldigen, dass ich mich selbst dabei ertappt habe, wie ich mich diesem Thema verschlossen habe und es so Jahre dauerte, bis ich es endlich getan habe. Was nicht heißt, dass ich diesem Thema kritisch gegenüber stehe, ganz im Gegenteil, aber Hand auf's Herz....Manchmal ertappen wir uns dabei, dass wir etwas schlechtes über homosexuelle denken. Aber Warum? Ich kann es wirklich nicht sagen. Aber ich bin ehrlich. Es ist das natürlichste auf der Welt. Die sexuelle Identität. Ob ''schwul'', hetero oder bi-sexuell. Vollkommen egal. Das ist es, was dieser Film aufzeigen möchte. In dem Denken der Menschen muss etwas stattfinden. Toleranz ist das Stichwort.

    Was den Film von anderen, mit dem selben Thema ganz Fett abhebt, ist die Art, wie er kritisiert. Ich würde schon fast sagen, garnicht. Er zeigt und verweist, kritisiert aber nicht direkt, eher indirekt. Das ist klug, denn so bleibt es dem Zuschauer überlassen, ob er jetzt Hass empfindet oder er mit dem Geschehen eher doch gut klar kommt. Der Film zeigt nicht mit dem Finger auf uns, auf die Gesellschaft, aber aufjedenfall möchte er mit dem Finger auf Moral, Ethik und Humanität anspielen. Wie menschlich können wir sein, wenn wir anderen die sexuellen Interessen, zu denen man sich hingezogen fühlt, ausreden, schlecht reden oder verbieten wollen.
    Dann sind wir keine Menschen. Da hört die Humanität auf.
    Der Kontrast zwischen den Familien von Jack und Ennis und ihrer persönlichen Liebe, die am ''Brokeback'' entflammt ist, setzt zusätzliche und prägnante Akzente. Bebildert in gekonnte Abfolge und Chronologie.

    Ein interessanter, aber vorallem wichtiger Film über eine Zeit (auch Heute noch mehr als Aktuell), in der die sexuelle Identität von homosexuellen nicht anerkannt wurde und so Leben zerstörte. Ein Film, der den richtigen, feinfühligen Menschen, nicht egal sein kann. Ein Film, der nicht vorgibt menschlich zu sein, sondern sich zurecht Humanitisch nennen darf. Hut ab und 10 Punkte für Jake Gyllenhal, Heath Ledger und Brokeback Mountain.

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    • 7 .5

      Ein klasse Film! Ich bin schon immer ein großer Jake Gyllenhaal Fan gewesen, jedoch zeigen hier Heath Ledger und Michelle Williams ebebenfalls erstklassig, dass sie zu den besten Schauspielern der Welt gehören. Der Ausdruck in ihren Gesichtern berührt und sagt oft mehr als tausend Worte. Ich bin ziemlich emotional bewegt, muss ich sagen und nicht nur wegen der Story und der Handlung, sondern auch durch die Tatsache, dass Heath und Michelle auch im echten Leben ein Paar gewesen sind und er, wie jeder weiß, bedauerlicherweise verstorben ist. Großes Kino - die 3 Oscars sind verdient!

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      • Ein Film der unter die Haut geht. Nach meiner Meinung geht es in dem Film überhaupt nicht darum ob die Protagonisten Schwul sind oder nicht. Es geht darum, inwiefern man in Leben gesellschaftlichen Zwängen unterworfen ist oder ob man den Mut und die Kraft besitzt auch persönliche Zwänge und Hemmungen zu überwinden und ob es einem gelingt im Leben ehrlich zu sich selbst zu sein und seine Träume zu verwirklichen. Achtung Spoiler: Die Protagonisten schieben die Umsetzung Ihrer Wünsche zu lange vor sich her - bis es zu zu spät ist und Ennis feststellt, dass er alle Gelegenheiten verpasst hat.
        Ein für die Verhältnisse von Hollywood unglaublich einfühlsamer und tiefgehender Film. Unterstützt wird die sensible Stimmung von eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und der sensiblen Musik von Gustavo Santaolalla.

        • 10

          Hi Leute,

          ein ultra Hammer starker und überragender Film, über zwei Männer die gefangen sind in einer Gesellschaft, die Homos wie die Pest vermeiden.

          Warum?! Der Schöpfungszyklus hat sich nicht umsonst Homosexualität ausgedacht! Es ist eine Erfahrung die jede Seele erfahren darf, es ist ein Seelen-Plan!

          Nikola Tesla hatte eine Beziehung zu einer weißen Taube. Von daher die "weiße Friedenstaube! Liebe ist vielfältig und unberechenbar! Nicht nur Frau und Mann dürfen es genießen, die wahre Liebe! Jeder und jede dürfen es!

          Abgesehen davon hier sind die Emotionen hier so amazing echt. Ennis Del Mar und Jack Twist zeigen auf eine sehr subtile Art und Weise wie schlimm es ist nicht so zu sein was man und wie man fühlt!

          Main Fazit: Die Seele hat immer Vorrang. Der Mensch ist bloß ein Ausdruck göttlicher Erfahrung hier auf der Erde. Ich bin zwar 110 % Hetero, doch habe ich Zugang zu Homos, weil Menschen sich verstehen unabhängig von Geschlechter-Vorliebe.

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          • 8

            Und ein weiterer Filmbeitrag zum Thema mehr Toleranz: Ich bin ganz ehrrlich, ich habe den Film gestern zum ersten Mal gesehen und im Grunde könnte man meinen, es wäre der Vorreiter zu "Carol." Ich glaube so intensiv und vor allem ernst, hat sich Hollywood davor noch nie mit dem Thema Homosexuallität beschäftigt. Okay, "Der talentierte Mr. Ripley", aber da war das Thema nicht so groß im Vordergrund. Ich persönlich sehe den Film als Maßstab, der ganzen tragischen Filme über die Homosexuallität, die danach folgten.
            "Brokeback Mountain" war wirklich ein schöner, aber auch sehr trauriger Film, der wieder einmal zeigt, wie ungerecht die Gesellschaft mit Homosexuallität umgeht.
            Wie in "Carol" wird hier nicht viel gesprochen, sondern mehr durch die Mimik und Gestiken werdem dem Zuschauer die Gefühle die, die beiden Protagnoisten füreiander haben klar. Dazwischen wird immer Mal wieder gezeigt, wie die beiden im Leben so mit Familie und Job zurecht kommen. Doch während Jake Gyllenhaals Charakter seine Homosexuallität akzeptiert, kämpft Heath Ledger oft wehement dagegen an und macht damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und vor allem Jake unglücklich.
            Heath Ledger und Jake Gyllenhall spielen beide überragend, man nimmt ihnen ihre Liebe total ab. Es ist echt schade, dass keiner von beiden dafür den Oscar gewann.
            Leider muss ich wieder bemängeln, dass die Handlung gegen Ende etwas vor sich hindümpelte. An für sich fand ich hier die langsam voranschreitende Handlung gut gemacht, aber am Ende wurde es ein wenig übertrieben.
            Trotzdem ein toller Film, mit zwei starken Hauptdarstellern.

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            • 8
              Hornblower 26.02.2016, 12:33 Geändert 26.02.2016, 13:07

              Auf SPON findet ihr einen netten Artikel über Film-Szenen, die es aus unterschiedlichen Gründen nicht in die jeweilige Kinofassung geschafft haben:
              http://www.spiegel.de/einestages/deleted-scenes-die-besten-geschnittenen-filmszenen-a-1078997.html
              Durch eine geschnittene Szene des Films "Beim ersten Mal" ("Knocked Up") erfahren wir z.B., wie homophob "Brokeback Mountain" wirklich ist. ;)
              https://www.youtube.com/watch?v=-0MrczERAe4

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              • 8

                Muss ein Film spannend sein?
                Eine Frage, die ich mir nach dem Film gestellt habe. Nein, ein Film darf einfach mal nur erzählen, in dem er einfach nur zeigt. Und das ist es, was BM so intensiv in seiner Erfahrung macht.
                Der Film berührt und wirkt, auf seine ganz eigene Weise. Die langen, scheinbar langatmigen Einstellungen machen den Film zu etwas Besonderem. Erst durch sie entfaltet der Film seine ganze Wirkung und das, was er auslöst geht tief unter die Haut. Man spürt förmlich den Schmerz, die Zerrissenheit und die Sehnsucht. Dass die beiden Protagonisten homosexuell sind, tritt für mich irgendwie in den Hintergrund. Es geht hier um eine scheinbar unmögliche Liebe. Die ach so berüchtigte Sexszene hat mich beinahe enttäuscht. Man sieht ja nicht mal Haut. Aber ich schaue den Film ja auch 2016 und nicht 2005.
                Die Szene am Ende vom Film hat mir wirklich das Herz zerrissen.
                Und ich habe selten so einen kitschigen Kommentar zu einem so umkitschigen Film geschrieben.

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                • ein Film der unter die Haut geht!

                  • 8

                    Hab Brokeback Mountain gestern nacht zum zweiten Mal gesehen. Lief wieder im Fernsehen. Der Film ist wirklich außergewöhnlich intensiv. Selbst, wenn man es nicht selbst erlebt, seine Liebe so verbergen zu müssen, so schafft es der Film enorm körpernah, das Gefühl des Verbots nachzuempfinden. Quälend gut. Sehr traurig. Auch Michelle Williams Rolle ist schmerzlich überzeugend. Brokeback Mountain ist wahrlich eine einzige Depression. Er veranschaulicht nicht nur sehr schön, wie verkappt die Menschen sind, sondern auch die Kettenreaktionen der herrschsüchtigen Autorität, die Homosexualität unter Männern verbietet. Absolut schmerzliches, empfehlenswertes Filmkunstwerk mit perfekten schauspielerischen Leistungen. Wer diseen Film runtermacht, hat sie nicht alle beisammen und läuft mit dem dominanten Strom, den der Film bemängelt.

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                    • 8

                      Hochsensible und ebenso traurige Liebesgeschichte zwischen zwei Männern - ich glaub ich musste beim ersten Mal gucken am Schluss heulen - vielleicht streckenweise eine Nummer zuviel Glorifizierung - auch der 60er Jahre Colorit der Szenen ist mir fast zu perfekt geraten ... aber die melancholische Stimmung des Filmes ist wunderbar ... einer der schönsten Liebesfilme schlechthin :-)

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                        Vorhersage: 5.5
                        Bewertung: 4.0
                        Drama über schwule Cowboys, das scheinbar (und relativ erfolgreich) versucht möglichst unspannend zu sein. Verstehe nicht, warum man das zu einem 2-Stunden-Film aufblasen musste, auch wenn es eigentlich ein interessantes Thema ist.

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                          cycloo77 22.10.2015, 03:52 Geändert 07.12.2015, 04:00

                          Ich habe mir zur premisse gemacht, immer einen angefangen Film auch bis zum Ende anzuschauen, egal was ich da auch erblicken muss.

                          Nur hier ging das absolut nicht, der Film ist für mich und meine Augen GIFT, ich kann es nicht aushalten das ganze traurige Elend bis zum Ende anzuschauen. Der Film zieht einen dermaßen runter das ist eine Frechheit.

                          Ang Lee auch das vergesse ich dir nie...

                          (Bewerte hier 84 Minuten ertragenes Material)

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                            sachsenkrieger 08.10.2015, 00:58 Geändert 09.10.2015, 21:21

                            He, he was a friend of mine
                            He, he was a friend of mine
                            Every time I hear his name
                            Lord, I can't keep from cryin'
                            He, he was a friend of mine - Willie Nelson

                            Liebe kennt keine Grenzen - egal ob man Herkunft, Verwandschaftsgrad, Geschlecht, Alter, Religion oder sonstige Kriterien anwendet. Welche andere Mixtur von Gefühlen, die wir in einem unzulänglichen Wort zusammengefasst haben, ist inniger, dümmer, tiefer, missverstandener, lohnenswerter, klischeebehafteter, kräftefreisetzender und kräftezehrender als die Liebe? Wir sind vollkommen machtlos, wenn wir von einer fremd anmutenden Macht dazu getrieben werden, einen anderen Mann, eine andere Frau, den eigenen Bruder, die eigene Schwester oder unsere Eltern mehr zu lieben, als es gesellschaftliche Fesseln erlauben. Wir können es nicht verhindern, nicht beeinflussen, nicht bekämpfen ... höchstens daran zerbrechen, dem Gefühl nicht zu folgen.

                            Zehn Jahre habe ich den Film jetzt vor mir hergeschoben, ihn verdrängt, weil ich nix gegen Liebe jeglicher Couleur habe, aber mich nicht sonderlich für Homosexualität interessiere. Hätte mir ja ruhig mal jemand sagen können, das Ang Lee ein zeitloses Meisterwerk über die Liebe gedreht hat, das in meiner kleinen Welt nur wenig Konkurrenz hat.

                            BROKEBACK MOUNTAIN wird getragen von einer Reihe toller Schauspieler, die ihren Figuren mehr als nur sehenswert Leben einhauchen. Was Heath Ledger und Jake Gyllenhaal hier allerdings mit und ohne Worte ausdrücken, ist Schauspielkunst vom Feinsten. Vom ersten bis zum letzten Moment des Films zaubern die beiden als Sheepboys das Blaue vom Himmel über Wyoming, das sich die sturmzerzausten Tannen biegen bis zum Brechen. Sie tun das in einer meisterhaft fotografierten Landschaft, in der die beiden angebrochenen Männer ganz unromantisch zueinander finden ... und auch wieder nicht. Denn um sie herum leben die Menschen kein wundervolles und allein wegen seiner Kürze unendlich wertvolles Leben, sondern sie siechen dahin in einer erlernten Welt- und Wertevorstellung, die ihnen Sicherheit und Kontinuität verspricht, aber nur Verzweiflung und Hass auf alles Andersdenkende und Anderslebende gebiert.

                            Dabei ist der Film keine kitschige Schmonzette zweier Seelenpartner, die einfach nicht zueinander finden können oder wollen. Zu sehr darauf bedacht, ein halbwegs angepasstes Leben zu führen, verstricken sich beide in temporär funktionierende Partnerschaften und machen dieselben Fehler, die wir alle trotz aller gutgemeinten Ratschläge der Altvorderen machen müssen. Ang Lee zelebriert dieses sich immer wiederholende Scheitern, diese sich in ihrer Intensität immer mehr steigernde Verzweiflung der beiden ob ihres Schicksals. Dabei vergisst er aber auch den Kummer und das Leid der Partner nicht. Letztendlich lässt er nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen, das es unabdingbar ist, seinen Emotionen möglichst rasch und nachhaltig zu folgen. Und das nicht nur, um sich in der unendlich schönen Einsamkeit der wilden Brokeback Mountains zu verlieren, sondern auch, um seinem wild schlagenden Herzen ohne Zweifel in jedwedes Schicksal zu folgen...

                            "Ich versuche, dort gegenwärtig zu sein, wo ich bin. Ich versuche, Beziehungen zu pflegen, die so ehrlich sind, wie es auf einem Film-Set möglich ist, den Leuten nah zu sein, weil ich weiß, dass es etwas Kostbares ist. Und ich weiß nicht nur, dass diese Karriere in sehr kurzer Zeit enden und dies oder jenes passieren kann, sondern auch, dass das Leben wertvoll ist." - Jake Gyllenhaal in einem Interview 2015 zum Tod seines Schauspielkollegen Heath Ledger im Jahr 2008.

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                              BustaReen 07.10.2015, 15:20 Geändert 07.10.2015, 16:39

                              Muss man im Jahr 2015 wirklich noch Debatten und Diskussionen über die Natur der Sexualität führen? Finde ich eher traurig.

                              Traurig ist auch der Film, allerdings im positiven Sinne. Ich habe ihn mit meiner damaligen Freundin im Kino gesehen - und ja, ich erinnere mich nur zu gut an die Kontroversen, die das Werk von Ang Lee (zuvor bereits Oscar-gekrönt mit "Tiger & Dragon") entfacht hat. Und ja, ich erinnere mich auch noch sehr genau, wie ruhig und bedrückend die Stimmung im Kino wurde, als die eindringliche Sexszene zwischen Heath und Jake (oder hier: Ennis & Jack) über die Leinwand flimmerte. Und nochmal ja, auch ist mir meine eigene Empörung noch bewusst, als der zwar gute, aber bei weitem nicht so prägende Streifen "L.A. Crash" den Oscar für den Besten Film erhielt und nicht dieses zu Herzen gehende, ehrliche Porträt einer großen, letztlich unerfüllten Liebe.

                              Denn genau darum geht es in diesem Film, und um nichts anderes: Um die wahre Natur der Liebe und was sie aus Menschen macht, die sie zwar empfinden, aber nicht bis zur Gänze miteinander ausleben können.

                              Mich hat dieser Film berührt - nicht nur aufgrund seiner großartigen, stilvoll-zurückhaltenden Machart, sondern vor allem der Geschichte wegen, die den empfindsamen Beobachter - gleich welcher sexuellen Orientierung - von der ersten bis zur letzten Minute auf eine emotionale Reise der besonderen Art mitnimmt. Wenn man es denn wagt, sich vorurteilsfrei darauf einzulassen.

                              Meine Tochter ist heute 13 Jahre alt. Und sollte sie mich jemals fragen, welcher Liebesfilm mich am meisten berührt hat, ist meine Antwort klar: "Brokeback Mountain".
                              Dafür gibt es 9.5 von 10 Punkte. Großartig und empfehlenwert!

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                                sullivan02 24.09.2015, 18:22 Geändert 23.10.2015, 02:15

                                Erstmal möchte ich anmerken, dass einige Personen hier aufpassen sollten, was sie schreiben. Ich fürchte nicht allen ist es bewusst, aber ich finde es immer wieder wahnsinnig traurig, in der heutigen Zeit noch solche homophoben Aussagen lesen zu müssen.

                                Zum Film: In meinen Augen ein schauspielerisches Meisterwerk, mit wunderschönen Naturaufnahmen und perfekt gewählter Musik, dem es gelingt auf sehr leise und unaufgeregte Weise ganz große Gefühle zu vermitteln.
                                Das größte Liebesdrama aller Zeiten!

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                                  RoboMaus 23.08.2015, 14:59 Geändert 23.08.2015, 15:12

                                  Unabhängig davon, ob das nun ein Beziehungsdrama über Homo-, Hetero-, oder Bi-Sexuelle ist, wobei wohl Letzteres zutrifft, ist das einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe. Eine Story, die man in fünf Sätzen erzählen könnte, wird wie Blätterteig auf zwei Stunden ausgewalzt. Allein das erste Viertel vergeht nur mit Schafehüten, Smalltalk am Lagerfeuer, Schafehüten......, bis die beiden irgendwann auf die Idee kommen, dass man es auch von Mann zu Mann probieren kann. Natürlich ist die Thematik berührend, und natürlich ist es lobenswert die Intoleranz der Hinterweltler an den Pranger zu stellen, aber was bringt das, wenn man sich zu Tode langweilt? Einige Ansätze waren durchaus vorhanden, wie z.B. die Nichtakzeptanz solcher 'Unzucht' in der ländlichen, sozialen Umgebung, doch letztlich konfrontiert einen der Film nur mit dem Ergebnis, nicht mit Aktionen. Hier wird nicht einmal versucht, so etwas wie Fluss oder gar Spannung in den Plot zu bringen - er plätschert nur seinem unvermeidlichen Ende entgegen. Die ganze Zeit über fragte ich mich 'Wenn die schon gesellschaftlich isoliert sind, sich nur mit kargen Jobs über Wasser halten und bei offensichtlichem Zusammensein um ihr Leben fürchten müssen, warum zieht es sie dann nicht nach New York oder San Francisco, gerade in den späten sechziger Jahren, als dort die grossse Freizügigkeit einsetzte?'.

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                                    R123Rob 08.08.2015, 15:51 Geändert 08.08.2015, 15:57

                                    Für mich immer noch ganz weit oben der besten Liebesfilme der letzten 15 Jahre. Hier bedarf es keine großen Worte mehr, da vieles bereits genannt wurde. Ich musste echt 3x schauen: da steht tatsächlich nur 6.1 Community-Bewertung. oO Nun ja, die Masse entscheidet eben.

                                    Der Film wurde bei der Oscarverleihung 2006 ganz schön übern Lolli gezogen. Bester Film L.A. Crash anstatt dieser hier.

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                                      BAD ONI0N 06.08.2015, 15:23 Geändert 06.08.2015, 15:30

                                      Wenn das einzig interessante Feature eines Films ist, dass die Protagonisten schwul sind... dann macht das aus einem langweiligen Film noch lange keinen guten Film!

                                      Da guck ich mir lieber noch mal "Raus aus Amal" an. Zehn mal!

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                                      • 9

                                        Ein Film, der seiner Zeit vorraus war! Punkt.
                                        Ein unglaublich glaubwürdiges Drama, mit Schauspielern die hier alles gegeben haben und sich der Gefahr einer solchen Rolle sicherlich bewusst waren. Die Liebesgeschichte zweier schwuler Cowboys hat mich persönlich mehr berührt, als so manch andere Romanze. "Brokeback Mountain" rührt einfach zu Tränen und spiegelt sehr gut die Gesellschaft unserer Zeit wieder (auch wenn der Film in früheren Jahrzehnten spielt). Gerade deswegen noch ein Stück trauriger.
                                        Absolut ansehenswert!!!

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                                          Dieser Film ist das erste Drama, dass mir Tränen in den Augen bereitet hat. Das hatte davor nicht einmal Titanic geschafft.

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                                            2005 mag 'Brokeback Mountain' eine weitaus stärkere Dringlichkeit in sich vereint haben – ich spreche ihm sogar gerne eine gewisse Notwendigkeit zu. Jetzt jedoch schreiben wir das Jahr 2015 und 10 Jahre später muss sich der Film nicht anhand seiner Brisanz, sondern an seinen zeitlich-überdauernden Qualitäten messen lassen. Und in denen versagt er völlig.

                                            Es will die Liebesgeschichte zwischen zwei Cowboys erzählen, die ein Hirten-Job gemeinsam auf den Berg ruft. Die beiden Männer finden Gefallen aneinander und schon bald begibt sich ihre anfangs berufliche Beziehung auf die nächste Ebene und entwickelt sich damit zu sprichwörtlichen Schäferstündchen. Doch innerhalb der amerikanischen Macho-Gesellschaft ist für solch eine Beziehung kein Platz. Die Begegnung am Berg will uns eine Geschichte vom Schmerz des unerfüllten Lebens erzählen, wenn wir uns nicht unseren Sehnsüchten, sondern dem ganzen Rest unterordnen. Diesen Schmerz sollen wir nachempfinden. Die Charaktere sollen uns zu Herzen gehen - ihre Sehnsüchte sich vor uns manifestieren. Und doch gelingt dies kein Stück und alles bleibt kalt.

                                            'Brokeback Mountain' will uns zwar nicht mit einer übermäßig betonten Agenda erschlagen, sondern ist tatsächlich vorrangig an seiner Geschichte interessiert, doch umso tragischer erscheint dies, wenn das Drehbuch keinen Platz für echte Gefühle lässt. Die Charaktere verlieben sich nicht ineinander, sie fallen urplötzlich übereinander her. Kein Funkeln in den Augen, kein Gefühl von erleichternder Intimität. Gefühle werden sprichwörtlich auf die Leinwand gebrüllt. Jake Gyllenhaal und Heath Ledger mögen die Rollen ihrer individuellen Figuren überzeugend spielen, doch nützt es nichts, wenn das Drehbuch ihnen zusammen keine Chemie eingestehen will. Die Folgen sind fatal: es wird kein fruchtender Samen gesät, der uns mit seinen Ranken über die nächsten 20 Jahre der Geschichte tragen kann, stattdessen bleibt bloß kahle Erde. Der Film versucht sich an einem Liebes-Epos und übernimmt sich dabei völlig. Ohne rechten Sinn für sein eigenes Zeitgefühl plätschert er durch die einzelnen Stationen und mit blassen Frauenrollen, die den Cowboys an die Seite gestellt werden und einer kaum vorhandenen Maske, hat man irgendwann das Gefühl, der Film würde sich nicht mal mehr Mühe dabei geben wollen, aufrichtig die Herzenssaiten zu spielen. Der Schmerz der Figuren wird in uns nicht intuitiv ausgelöst, sondern bleibt nur gedanklich greifbar.

                                            In seinen ersten 20 Minuten war ich dem Film gegenüber recht angetan. Dort schafft es Regisseur Ang Lee mit seinen epochalen Landschaftsaufnahmen des Bergs und dem idyllischen Soundtrack der Geschichte tatsächlich die Größe zu geben, die sie bei einem vernünftigen Drehbuch hätte durchaus entwickeln können. Statt 20 Jahren hätte man sich meiner Meinung nach bloß auf das eine Jahr auf dem Berg konzentrieren und die Figuren dort ihr Glück und ihre Dilemmata durchleben lassen sollen – auf diesem Weg hätte man ihnen die nötige Luft zum Atmen gegeben und ihnen zumindest das Potenzial ins Zelt gelegt, so etwas wie eine wahrhaftige Romantik miteinander zu entwickeln. Stattdessen weiß ich zwar, dass Hollywood mir sagt, dass ich Schmerz empfinden soll, doch ich tu es nicht. Ich kann es nicht. Der Film bietet mir keine Grundlage dazu.

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                                            • 1 .5

                                              oh weh, schwule Cowboys - das geht gar nicht. Ich schließ mich Anja-Z an.

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                                              • 5 .5

                                                Mäßiges Drama das sein großes Potential und die guten Darsteller verschenkt.

                                                Es gibt hier einige Leute, die in "Brokeback Mountain" viel mehr erkannt haben als ich. Das ist auch vollkommen ok, allerdings frage ich mich schon welche Ansprüche sie an ein Drehbuch stellen. Ich bevorzuge es wenn ich die Geschichte und die Handlungen der Personen verstehe und nachvollziehen kann. Dies gelang mir leider hier mit zunehmender Spieldauer immer weniger. Den Anfang der Liebesgeschichte zwischen den Cowboys lasse ich ja noch durchgehen, wobei es hier schon anfängt. Urplötzlich fällt man übereinander her und hegt dann plötzlich diese ach so tiefen Gefühle füreinander. Aber ok, das geht noch irgendwie.

                                                Wo es aber dann anfängt merkwürdig zu werden, ist wie unvorsichtig sie mit dieser für sie brenzligen Lage umgehen und wie rasch sie entdeckt werden. Auch das sich in andere Beziehungen stürzen, ist nicht wirklich gut herausgearbeitet. Ich könnte nun so weitermachen, allerdings läuft es alles auf das gleiche hinaus. Das Drehbuch ist der einzig wirkliche Schwachpunkt in diesem Film.

                                                Im Gegensatz dazu ist die Inszenierung von Ang Lee durchaus gelungen und seine Landschaftsbilder und die Einbeziehung der Natur in die Geschichte ist gut gemacht. Ebenfalls klasse sind die Darsteller. Die beiden Cowboys werden glaubwürdig und sympathisch gespielt von dem damals schon großartigen Jake Gyllenhaal und dem aufsteigenden Stern Heath Ledger. Wer ein wenig untergeht sind die beiden weiblichen Nebenrollen, aber hier machen Michelle Willams und Anne Hathaway ebenfalls einen guten Job.

                                                Trotzdem kann all das nicht darüber hinwegtäuschen, dass man beim Drehbuch richtig danebengegriffen hat. Die Figuren und die Entwicklung der Geschichte sind leider nur unterer Durchschnitt, was den ganzen Film doch sehr nach unten zieht und gerade im letzten Drittel zu massiven Längen führt.

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                                                • 2

                                                  Langweilig von Anfang bis Ende, obwohl ich nach 2/3 des Filmes ausgemacht habe, aber kann mir nicht vorstellen, dass das letzte Drittel jetzt überragend ist und mir den Schlaf der ersten 2/3 des Films aus den Augen wischt.
                                                  Und ab in den Müll damit!

                                                  • 9
                                                    Dergestalt 10.12.2014, 00:38 Geändert 10.12.2014, 00:38

                                                    Eben kein netter Schwulenliebesfilm mit einem Schuss Tragik, sondern ein erstaunlich unsentimentales und hartes Drama über zwei Menschen, deren Liebe nur außerhalb der Gesellschaft möglich ist und selbst da Brüche bekommen muss. Ein beinahe einschüchternd trauriger Film.