Brokeback Mountain - Kritik

US 2005 Laufzeit 134 Minuten, FSK 12, Drama, Western, Kinostart 09.03.2006

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    DonTango81 11.12.2014, 09:48 Geändert 11.12.2014, 09:49

    Ich kann mit "Brokeback Mountain" nur sehr wenig anfangen. Was aber nicht unbedingt mit der Thematik, sondern eher mit der fürchterlichen Erzählweise, zusammenhängt. Ang Lee hat das Ganze so unfassbar dröge inszeniert, dass ich schon nach einer halben Stunde zum ersten Mal frustriert auf die Uhr geschaut habe. Unterm Strich bleiben für mich hübsche Naturaufnahmen und ein toller Soundtrack. Mehr aber auch nicht.

    • 9
      Dergestalt 10.12.2014, 00:38 Geändert 10.12.2014, 00:38

      Eben kein netter Schwulenliebesfilm mit einem Schuss Tragik, sondern ein erstaunlich unsentimentales und hartes Drama über zwei Menschen, deren Liebe nur außerhalb der Gesellschaft möglich ist und selbst da Brüche bekommen muss. Ein beinahe einschüchternd trauriger Film.

      • 6

        Brokeback Mountain, oder der schwulste Western seit es Pferde gibt.

        Eigentlich ist es hauptsächlich Drama, aber naja..... irgendwie war es auch eine Farce.
        Man staunt nur das dieses Werk unter der Regie eines Ang Lee kommt, der eher mit Tiger & Dragon oder HULK für Actionlastige Inszenierungen bekannt ist, dann doch eher eine Gefühlvolle und seltsame Geschichte erzählt.

        Leider will mich dieser Film nicht so wirklich packen. Dabei gibt es blanke Brüste. Von der Williams und meenen Schnuckelchen Anne Hathaway. In (Havoc) zog sie ja auch schon blank, aber da war es heiss, hier dagegen sahen diese Retro Frisuren bei ihr eher lächerlich aus. Gar gruselig.
        Aber immerhin diente dieser Film zur Kontaktbörse, und Ledger und Williams wurden wärend der Dreharbeiten zum Paar.
        Aber buuuuh ja toll Drama, von zwei Cowboys die ein Berg bestiegen und dann sich Gegenseitig um vom Schafe hüten nicht zu einsam zu werden.
        Weiss nicht was ich davon halten soll. Man merkt lediglich, dass das Wort Liebe im Zusammenhang mit den beiden Jungs eigentlich gar nicht fällt.
        Dabei heisst es doch, wahre Liebe gibt es nur unter Männer.
        Sollte das ein Spiegelbild dieser Anekdote sein??

        Mir fällt nur dazu dieser eine Witz ein:
        Gehen drei Männer zelten. Dabei teilen sie sich ein Zelt und schlafen zu dritt nebeneinander. Nachts träumen alle drei einen Traum. Am nächsten Morgen als alle wach sind erzählte der erste, der links geschlafen hat, er hätte davon geträumt das ihn ein Hollywood Sternchen aber so richtig schön die Palme gewedelt hätte. Daraufhin sagte der, der rechts geschlafen hatte, er hätte Haargenau das selbe geträumt. Da meldet sich der letzte zu Wort der in der Mitte geschlafen hatte, "Na toll, ich hab nur davon geträumt ich wäre Ski fahren!"
        Hahahaha... wie nicht witzig.
        Und deshalb ist Brokeback Mountain auch nicht wirklich dramatisch.
        Man muss auch dazu sagen, das Jake Gyllenhalls Charakter der treibende Keil ist, der fing mit den gefummel an, und er war es der ständig zum Zitat: "Bergfick" dahin gekarrt war. Er war der, der es so nötig hatte.
        Diese seltsame Männerfreundschaft geht mir fast sogar am Popo vorbei.

        Aber ich würde Lügen, hätte dieser Film nicht auch eine Lieblingsszene für mich parat. Und die fand im Hause Twist statt, als Schwiegervater zum Truthahn tranchieren vorbei kam. Als der Sohnemann beim Essen kein TV schauen sollte entbrannte ein kleiner Machtkampf, der da in dem Moment echt genial gespielt wurde. Ansonsten ist dieser 3fach Oscar ausgezeichnete Film wenig krass.
        Das Ende wurde zwar nochmal sentimental, aber das war auch mehr Keule als Brust.
        Unterm Strich geht der Film in Ordnung, aber es ist weder mehr noch weniger.

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        • 9

          Dieser Kommentar ist ein Wichtelkommentar im Rahmen der User-Wichtel-Aktion 2014

          Für Northbird

          BROKEBACK MOUNTAIN

          Ich bin in der Regel zugegebenermaßen kein Fan von Regisseur Ang Lee, doch was dieser Mann hier abgeliefert hat, ist schlicht eines der besten Liebesdramen aller Zeiten! Es war sehr lange her seit ich BROKEBACK MOUNTAIN das letzte, also auch das erste, Mal gesehen habe. Ich gebe zu das ich damals definitiv auch so meine Bedenken hatte. Eine über Jahrzehnte hinweg erzählte Liebesgeschichte über zwei homosexuelle Männer? Das kann doch nicht Ang Lees ernst sein, oder? Doch! Und heute, nachdem ich den Film im Rahmen der diesjährigen Wichtelaktion nochmals gesehen habe, kann ich nur sagen: Danke für diesen Film, Ang Lee!
          BROKEBACK MOUNTAIN erzählt die Geschichte der beiden Cowboys Jack und Ennis, die Anfang der 60er am namensgebenden Brokeback Mountain in Wyoming über den Sommer hinweg Schafe hüten. Das anfangs etwas angespannte Verhältnis der beiden Männer entwickelt sich über die Wochen langsam aber sicher zu einer tiefen Beziehung. Durch die Abstinenz in den Gebirgen, die Zweisamkeit in der ungezähmten Natur und die lange Zeit die die beiden miteinander verbringen, entspinnt sich zwischen Jack und Ennis eine Liebesgeschichte, die schon zu Beginn unter einem schlechten Stern steht. Als sich der Sommer dem Ende zuneigt und sich die Wege der beiden trennen, sie beiderseits erkennen das sie mehr als nur Freundschaft füreinander empfinden, ihre Liebe jedoch nicht ausleben können, folgen Jahre der Trennung. Ennis sowie Jack heiraten, gründen Familien und bekommen Kinder. Jahrzehntelang treffen sich die beiden Männer heimlich, lassen ihren Gefühlen im Gebirge, dort wo alles begann, freien Lauf. Sie wissen tief im Inneren das sie zusammengehören, das sie sich Lieben, doch außerhalb dieser heimlichen Treffen leben sie nur ein Leben im Schatten ihrer selbst…
          BROKEBACK MOUNTAIN ist einer, wenn nicht sogar DER ehrlichste Liebesfilm überhaupt. Ang Lee zeigt die Liebe als das was sie ist: Ein ungebundenes, verrücktes, nicht zu kontrollierendes Gefühl, eines, welches sich unaufhaltsam in einen hineinfrisst und, wenn es erstmal da ist, nicht mehr wegzukriegen ist. Wie Lee die Geschichte von Jack und Ennis erzählt, so berührend, echt und tiefsinnig, davor kann man wirklich nur den Hut ziehen! Der innere Gefühlskonflikt der beiden, welche sich ja trotz ihrer Liebe zueinander trotzdem stets zu Frauen hingezogen fühlen und somit immer einem unaufhaltsamen Karussell der Emotionen ausgesetzt sind, wird hier absolut glaubhaft und frei von jeglichen Klischees ( bis auf WENIGE Ausnahmen) dargestellt. Dabei nimmt sich Ang Lee viel Zeit um seine Charaktere einzuführen und dem Zuschauer nahe zu bringen, was definitiv die richtige Wahl war. Die wirklich wunderschönen Landschaftsaufnahmen der Gebirge, vermischt mit einem tollen Soundtrack und der stark erzählten Story runden das ganze schließlich perfekt ab. BROKEBACK MOUNTAIN überzeugt außerdem vor allem durch seine beiden grandios aufspielenden Hauptdarsteller, gespielt von Jake Gyllenhaal und dem großen Heath Ledger. Beide füllen ihre Rollen mit bravour aus und verleihen ihnen eine ungemein hohe Charaktertiefe, wobei ich vor allem Heath Ledger absolut fantastisch finde. BROKEBACK MOUNTAIN ist ganz klar DER Beweis das Ledger mehr war als „nur“ ein diabolischer Terrorclown. Für mich war er immer einer der ganz großen. Auch die Nebenrollen sind toll besetzt und gespielt, von Michelle Williams bis hin zu Anne Hathaway. Schauspielerisch ist der Film ohne wenn und aber ganz großes Kino, Punkt. Die Geschichte bleibt dabei bis zum Ende toll erzählt und berührt ungemein. Das Ende war dann definitiv ein Schlag in die Magengrube und vor allem die allerletzte Szene war äußerst ergreifend. Allgemein geht einem der Film, also zumindest mir, sehr nahe, wenn man bedenkt welch Strapazen die Liebe der beiden ausgesetzt ist, einer von beiden daran regelrecht kaputt geht und fast alles verliert was ihm heilig ist und es den beiden aufgrund von homophoben Leuten niemals möglich sein wird sich in der Öffentlichkeit zueinander zu bekennen.

          Ganz ehrlich, wie weit sind wir denn heutzutage im Bezug auf sexuelle Toleranz und Akzeptanz? Das der Streifen in den USA und natürlich allgemein wieder sonst was für Dramatik ausgelöst hat, da er eine homosexuelle Geschichte erzählt ist mir unerklärlich. Es sollte doch jeder selbst entscheiden was er für Vorlieben hat, oder? Und wenn es nun mal so ist das es einen so trifft das man sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt ( auch wenn ich mir nicht mal im entferntesten Sinne vorstellen könnte was mit dem gleichen Geschlecht anzufangen ), Herrgott dann ist es halt so. So spielt die Liebe, wenn sie einmal zugeschlagen hat, ist sie nicht zu bremsen!
          BROKEBACK MOUNTAIN ist ein herausragendes Liebesdrama, verdammt stark gespielt, ehrlich und unverblühmt erzählt. Die verliehenen Oscars hat sich Ang Lee reglich verdient, und für das was er sich mit diesem Streifen getraut und wie er das ganze letzlich filmisch und erzählerisch gleichermaßen umgesetzt hat, getragen von außerordentlich guten Darstellern bis hin zu einem wunderbaren Soundtrack, kann man nur den Hut ziehen!

          „Wir hätten ein gutes Leben haben können, ein verdammt gutes Leben!“

          Ich wünsche allen Moviepiloten einen schönen ersten Advent! :) 

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          • 9

            Gut gespieltes und einfühlsames Drama über eine homosexuelle Liebe, die nicht sein darf! Das Cast ist bis auf Michelle Williams wirklich super!!! Jack und Ennis haben vollkommen unterschiedliche Wege mit ihrer Homosexualität umzugehen. Während Jack es akzeptiert und mit Ennis ein gemeinsames Leben führen möchter, kann Ennis es nicht und geht mehr oder weniger daran kaputt. Er verliert Familie und letztendlich auch seine große wahre Liebe Jack!
            Ich weiß ich drücke das jetzt romantischer aus, als der Film eigentlich ist, aber im Großen und Ganzen ist es doch eine tragische Liebesgeschichte, nur halt zwischen 2 Männern.
            Jake und Heath machen das wirklich großartig! Sie haben eine tolle Chemie (waren ja auch gute Freunde die beiden...) und das Spiel der Beiden ist wirklich anrührend! Der Film geht mir ans Herz und berührt mich jedes Mal, schon allein wenn Jake seinen traurigen, verletzten Blick aufsetzt!!

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            • Interessiert mich irgendwie überhaupt nicht.Eigentlich mag ich J.Gyllenhaal als Darsteller schon ganz gern aber an diesem movie ist nichts was meinem Interesse entspricht.Bei mir kann jeder machen mwas er will, aber das "Dilemma" der toughen Coybys, die innerlich mit ihrtem Gefühlsleben zu kämpfen haben ist meiner Meinung nach so'n typisches Hollywood-Oscar-Thema, bei dem dort die Randgruppenfilme immer ganz vorne sind (Blind Side, Dallas Buyers Club, Rainman, Milk,etc..)..

              • 9

                Es ist immer noch als Filmfan ein sehr trauriges Gefühl einen Film mit Heath Ledger zu sehen. Ich werde diesen 22. Januar nie vergessen, als mich diese Todesnachricht erreichte, da ich zu dem Zeitpunkt gerade in meinen Geburtstag rein feierte. Natürlich war der Oscar, für seine einzigartige Performance als der Joker, mehr als verdient, doch er hätte aus meiner Sicht schon für diesen Film einen bekommen sollen. Brokeback Mountain ist so ein Film, der mich jedes mal unfassbar mit nimmt und zu Tränen rührt und zwei Schauspieler hat, die hier eine unfassbare Leistung abliefern. Hinzu kommt die oscarprämierte Regie-Leistung von Ang Lee.

                Das Jahr 1963. Jack und Ennis lernen sich bei ihrem neuen Job kennen. Sie sollen über längere Zeit die Schafe auf dem Brokeback Mountain hüten und besonders nachts die Schafe vor Kojoten schützen. So verbringen die Beiden mehrere Wochen im einsamen Brokeback. Doch eines Nachts kommen sich die Beiden näher und stellen fest, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Als die Zeit auf dem Brokeback endet, gehen die Beiden getrennte Wege. Beide heiraten ihre Traumfrau und setzen Kinder in die Welt. Doch in all den Jahren denken Beide immer noch an den jeweils Anderen und so begegnen sie sich nach Jahren wieder und kehren zum Brokeback Mountain zurück, was viele Konsequenzen nach sich zieht.

                Nun erst mal eine Warnung an Alle. Brokeback Mountain ist ein extrem ruhiger und recht langer Film, der nicht mal allzu viele Dialoge hat. Erwartet hier keinen Film in dem alle 10 Minuten irgendwas aufregendes passiert. Regisseur Ang Lee (Life of Pi) lässt die Bilder zum größten Teil sprechen und das macht er auf einem Weltklasse Niveau, wofür es zurecht den Regie Oscar gab. Allein die Aufnahmen vom Brokeback Mountain sind so unfassbar beeindruckend und übermitteln so ein starkes Gefühl (repräsentativ für den ganzen Inhalt des Films), dass ich auch dank der perfekten Begleitmusik immer wieder Gänsehaut kriege. Der Film hat hier und da nur kleine Probleme mit seinen Zeitsprüngen, die oft etwas ungeschickt platziert sind und einem manchmal aus einer hoch emotionalen Szene etwas lieblos raus reißt. Ansonsten geht dieser Film unglaublich intensiv mit dem Thema um, zumal der Film in einer Zeit spielt, in der diese Art von Liebe noch wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen war.

                Meine Güte, wie oft hat man es schon, dass ausnahmslos alle Schauspieler in einem Film auf höchstem Niveau agieren? Aber es sind vor allem Heath Ledger und Jake Gyllenhaal, die hier eine unbeschreibliche Leistung abliefern. Ich habe nicht eine Sekunde an ihren Emotionen gezweifelt, alles wirkte total echt und nicht geschauspielert. Aber auch Michelle Williams hat mich, wie so oft schon, umgehauen und die Chemie zwischen ihr und Heath ist perfekt, was daran liegen könnte, dass die Beiden auch im echten Leben ein Paar waren. Nach dieser Leistung ist es kaum verwunderlich, dass die unfassbar hübsche Williams heute zu den besten Schauspielerinnen Hollywoods gehört. Zu guter letzt ist natürlich noch Anne Hathaway zu erwähnen, die hier eine genial facettenreiche Leistung abliefert. Ist es eigentlich Zufall, dass sie immer nur vor Jake Gyllenhaal ihre Hüllen fallen lässt und so viel von sich vor der Kamera preisgibt?

                Fazit : Ich empfehle Brokeback Mountain nicht jeden. Menschen mit Vorurteilen brauchen sich dieses Liebes-Drama gar nicht erst antun, da sie den Film eh nur auf ein Aspekt beschränken. Brokeback Mountain ist ein hoch-intensives Drama, das extrem ruhige Töne schlägt und viele Szenen hat, wo man nichts als Stille auf sich nimmt. Aber es sind genau diese Szenen, die mich emotional tief bewegen und aufwühlen. Und leider zeigt mir dieser Film auch, wie unfassbar ich Heath Ledger immer noch vermisse. Dieses große große Ausnahmetalent hat einfach ein riesiges Loch hinterlassen.

                9/10

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                • 8 .5

                  Brokeback Mountain... ein Film frei von Klischees, der klischeehafter nicht sein könnte.
                  Alles weist auf eine durchschnittliche Liebesstory hin, doch dann ist das Paar so enorm andersartig.
                  Gar nicht mal die Tatsache, dass die beiden homosexuell sind, macht sie so besonders, sondern viel mehr die individuelle Innigkeit, mit der sie sich lieben.
                  Ihre Liebe wirkt gehetzt und unruhig, dafür werden die kleinen und schönen Augenblicke noch viel mehr hervorgehoben.
                  Was mir auch sehr gefallen hat, ist die langsame Entwicklung ihrer Sexualität.
                  Beide sind Cowboys und leben in ganz normalen Verhältnissen, doch als sie sich treffen, spüren sie, dass dort etwas ist, etwas , was sie verbindet.
                  Sie spreche ihren Homosexualität nie aus, stattdessen ekeln sie sich schon fast vor ihrer Vorliebe und trotzdem können sie nicht anders.
                  Heath Ledger und Jake Gyllenhaal passen dabei perfekt in ihre Rollen.
                  Ledger spielt den rauen und eher schweigenden Typ, der die Situation gar nicht mal versucht zu realisieren, währenddessen Gyllenhaal einen Charakter spielt, der versucht das Beste aus der Situation zu machen, der sich selbst akzeptiert.
                  Zum Ende hin nimmt die Story noch eine dramatische und abrupte Wendung, mit der man als Zuschauer nicht rechnet.
                  Wir werden regelrecht überrumpelt und können die Folgen in der Sekunde Filmerlebnis kaum verarbeiten.
                  Erst nach ein paar Sekunden, wenn der Augenblick ausklingt, realisieren wir die Message des Streifens.
                  Es geht nämlich gar nicht darum, ein homosexuelles Paar zu zeigen, sondern viel mehr darum, auszudrücken, dass man seinem Glück nachgehen sollte, solange man es denn noch kann. Man soll zu sich selbst ehrlich sein und sich nicht für sich schämen, sondern das Schicksal in die Hand nehmen und damit umgehen.
                  Außerdem zeigt uns der Streifen das wahre Antlitz der Liebe, mit all ihren Qualen und all ihren Facetten.
                  Es ist nicht wichtig, wen oder was man liebt, die Liebe ist und bleibt immer gleich.
                  Das will uns Brokeback Mountain erklären.
                  Dabei setzt er auf einen typischen "Romeo-und-Julia-Konflikt", um die Hoffnungslosigkeit in diesem Szenarium darzulegen.
                  Alles ist greifbar nah und in den Träumen auch real, in der echten Welt dann aber doch so weit entfernt und so irreal.
                  Interessant finde ich zudem die Beziehung der beiden Männer zu ihren Frauen, sie bleiben nur aus Pflichtgefühl und Scham bei ihnen, um der Realität entweichen zu können, um nicht jeglichen Spott ausgesetzt zu werden.

                  Brokeback Mountain ist nicht nur ein sehr ehrlicher Film, sondern auch ein leidenschaftliches und intensives Meisterwerk, das mit einem tollen Soundtrack und guten Darstellern daherkommt.
                  Er sucht seine Intensität in jeder Szene, ganz egal, ob es sich um einen warmen Blick oder um einen Kuss handelt.

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                  • 6

                    ...und der Dude macht sich weiterhin unbeliebt.

                    Leicht überbewertet muss ich leider sagen...
                    Handwerklich ist BROKEBACK MOUNTAIN wirklich Sahne, da kann ich nicht viel bemängeln. Die Landschaftsaufnahmen sind wunderschön, der Soundtrack ebenso, dazu allgemein sehr gute schauspielerische Leistungen von Heath Ledger und Jake Gyllenhaal. In meinen Augen wird gerade Ledger in dieser Rolle sehr unterbewertet. Leider harpert es für mich an der Geschichte. Ich will nicht sagen sie hätte mich nicht berührt, nein, der Film hat wirklich großartige Stellen. Nur leider war sie für mich nichts wirklich besonderes. Ob Mann und Frau oder eben Mann und Mann ist mir ziemlich egal und so war auch diese homosexuelle Liebesgeschichte zweier Cowboys zwar keineswegs uninteressant, aber auch nicht wirklich herausragend für mich.
                    Ich muss dazu allen Leuten widersprechen, die behaupten, BROKEBACK MOUNTAIN sei in erster Linie ein Liebesfilm. Nein, es ist ein Film der ein Milieu oder eine Zeit schildert, die so eine Liebe unmöglich macht. Geschildert werden hier nur die äußeren Umstände der Liebe. Die Liebe selbst ist in jeder Szene bedingungslos und vorhanden. Es gibt nicht keinen wirklichen Konflikt der beiden unter einander, nur gegenüber der Gesellschaft.
                    Gleichzeitig auch, ist der Film sehr unkritisch mit seinen Protagonisten. Ihr Handeln wird nicht kritisiert dabei ist ihr Verhalten, besonders gegenüber ihrer Ehefrauen, keineswegs komplett korrekt.
                    Wie gesagt, schön ist das alles trotzdem, aber für mich in keinsterweise herausragend.

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                    • Der Film hat Tiefgang.Die beiden schweigsamen Helden sind glaubwürdig in ihrer Darstellung des zwischen "So muss man Leben" und "Könnte ich nicht auch ganz anders?" hin- und hergerissenen Rollenverständnisses. Eigentlich bis zum Stetson-Rand unemanzipiert, kommt ihnen die eigene Persönlichkeit mit Macht in die Quere. Aus diesem Film kann man (und das sage ich nicht leichtfertig über einen amerikanischen Film) etwas für das eigene Leben lernen, und wenn es nur das ist, seine Chancen nicht zu vertrödeln. Nicht zu vergessen: der Film ist auch von einer betörenden Schönheit: Wyomings wilde Landschaften, atmosphärisch dichte Aufnahmen aus der Rodeoszene, Heath Ledgers Lächeln...

                      Mehr zum Film unter: http://friendly101.blogspot.de/2014/06/brokeback-mountain.html

                      • 9

                        Großartig!

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                        • 8 .5

                          Brokeback Mountain ist ein sensibles und eindringliches Drama. Es wird sicher Leute geben die gleichgeschlechtliche Liebe an den Pranger stellen, aber ich nicht und deswegen sollte man Ang Lee´s Film unbedingt eine Chance geben. Und vielleicht kann´s ja passieren das man dann doch einen anderen Blickwinkel erhält. In dem bewegenden Film überzeugen Jake Gyllenhall und Heath Legder in ihren Rollen, absolut, und nebenbei gelingt es Ang Lee auch noch viel von dem wunderschönen Panorama ein zu fangen. Habe ich schon oft im Tv gekuckt wenn er gelaufen ist, und war immer wieder berührt. Ich denke ich sollte mir den Film mal kaufen. :)

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                          • 8 .5

                            Ang Lee kleidet sein Männer-Liebesdrama "Brokeback Mountain" in tolle Landschaftsaufnahmen und geht die ganze Sache wie man es von ihm gewohnt ist angenehm ruhig und unspektakulär an.
                            Das gibt einem Zeit in die Geschichte einzutauchen, seine Figuren kennen und verstehen zu lernen, und natürlich die schönen Landschaften zu genießen.
                            Dabei schafft er es sogar nicht in die typischen Genreklischee-Fettnäpfchen zu treten und umschifft diese sogar gekonnt.
                            Außerdem versucht er nicht mit aller Gewalt die beiden ständig beim knutschen oder vögeln zu zeigen.
                            Das ganze ist einfach sehr schlicht und würdevoll in Szene gesetzt.
                            Der größte Pluspunkt sind aber wohl die beiden Hauptdarsteller
                            "Heath Ledger" und "Jake Gyllenhaal" ,
                            die völlig uneitel, ungeniert und realistisch ihre Rollen verkörpern.
                            Die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach und man nimmt ihnen ihre Zuneigung zueinander in jeder Einstellung ab.
                            Ganz fair ist es hierbei nicht dass meistens "Ledger"
                            (natürlich wegen der dankbareren Rolle) die größeren Lorbeeren für sein Spiel einstreicht, denn "Gyllenhall" steht diesem in nichts nach.
                            Die wenigen erwähnenswerten Nebenrollen sind ebenfalls gut besetzt, ordnen sich aber komplett den beiden Hauptakteuren unter.
                            "Brokeback Mountain ist ein schöner und trauriger Film über eine Liebe die keine Chance bekommen hat und immer im geheimen stattfinden mußte.

                            5
                            • 8

                              Sehr sehr sehr gewagter Film von Ang Lee, hätte auch richtig in die Hosen gehen können. Ich finde dem Film nicht schlecht, er ist aber auch kein Meisterwerk.
                              Besser als 80% der heutigen Filme.

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                              • 10

                                Das ist einfach mein Absoluter Lieblingsfilm 4 Ever ... der Film hat so viele Gefühle das mir ganze Zeit die tränen gelaufen sind ... ein Meisterwerk das jeder sehen muss

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                                • 7 .5

                                  Ang Lee hat Mut bewiesen. Das muss man ihm lassen. Nicht nur, dass eine schwule Liebesgeschichte unter zwei Männern erzählt wird, die nicht romantisch verklärt ist, sondern völlig normale Menschen zeigt, die an den Widerständen der damaligen Gesellschaft scheitern.

                                  Er spielt außerdem noch in der konservativsten und engstirnigsten Ecke von Amerika. Gerade am Land schauen die Leute selten über den Tellerrand hinaus. Deshalb hat die Liebe von Jack und Ennis keine Chance. So weit, so schon 1000 Mal in anderen Romeo-und-Julia-Verschnitt-Filmen gesehen.

                                  Ihre Liebe ist von Anfang an grob und verzweifelt. Zärtlichkeit kommt gar nicht auf weil sie innerlich so zerrissen sind, dass sie sich für ihre "sündigen" Gefühle wohl bestrafen wollen. Dann kommt die homophobe Gesellschaft noch dazu. Natürlich muss das im Drama enden.

                                  Andererseits ist der Film dann wieder doch kein glühendes Statement für die freie Liebe. Zu klischeehaft ist das Ganze und außerdem ist eine Handlung, deren einziger Spannungsbogen im versuchten Brechen von Tabus liegt, eine für Gutmenschen angelegte unrunde Sache.

                                  Ich meine, der hauptsächliche Reiz an dem Film liegt daran, dass zwei Homosexuelle sich gegen eine intolerante Gesellschaft stellen müssen. Da können viele bequem auf der Coach sitzen und mitleiden.

                                  Eines Tages, hoffe ich, wird Homosexualität nichts Besonderes mehr sein. Dann werden wir es alle als das Selbstverständliche akzeptieren was es ist und dann wird der Unterhaltungswert solcher Dramen drastisch sinken weil keiner mehr nachvollziehen kann was daran "anders" sein soll.

                                  Dennoch hat Ang Lee, wie gesagt, Mut bewiesen. Der Film ist schwere Kost und nimmt einen oft in seiner beeindruckend nüchtern erzählten Weise ziemlich mit. Heth Ledger war grandios und Jake Gyllenhall nicht weniger gut.

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                                  • 9

                                    Es ist schon ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass ein Film wie "Brokeback Mountain" in der heutigen Zeit noch solche Diskussionen auslöst. Vor allem im angeblichen "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" finde ich so eine Einstellung schon reichlich seltsam. Man will aufgeschlossen sein, verwendet in jedem zweiten Satz das Wort "Fuck" und auch kein noch so schmutziger Gag ist den Amis zu platt. Doch sobald sich zwei Männer in einem Film küssen, geht der große Aufschrei durchs Land. Schon lustig!

                                    Schön, dass sich Ang Lee davon nicht beeindrucken ließ, denn, was er hier auf die Beine stellte, ist wirklich mehr als sehenswert. Die beiden Hauptdarsteller schaffen es, dass man in der Geschichte voll mitgeht. Hin und wieder gibt es Szenen, die für mich ein wenig dahinplätschern und den Film ein wenig die Fahrt verlieren lässt. Vor allem die Szenen im Hause Ledger/Williams sind da zu nennen. Am Ende geben alle Beteiligten allerdings nochmal alles. Ich kann mich nicht an viele Filme erinnern, die mich am Ende so sehr berührt haben wie dieses Meisterwerk und obwohl ich den Film schon mehrere Male gesehen habe, schafft er dies immer noch. Starke Vorstellung aller Beteiligten und einer der besten Filme, die ich je gesehen habe.

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                                    • 0

                                      Manche Filme richten den Scheinwerfer auf Dinge, die ich lieber nicht sehen will.....

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                                      • 9

                                        Ein stiller Film in großartigen Bildern. In dem es nicht vordergründig, wie ich dachte, um Homosexualität geht. Nein, der Film inszeniert einen schüchternen, respektvollen Versuch, sich dem Phänomen zu nähern: Dass zwei Männer mit Vieh sich treffen - und sich irgendwann lieben. Schüchtern wie der Film selbst und gleichsam unausweichlich. Natürlich wird das auch zu einem Gesellschaftsdrama. Aber das spielt sich genauso still und jäh und unabdingbar ab, wie die Liebe selbst. Es ist ein sehr eindringlicher Film. Wer seinen Figuren nicht nah kommen will, der sollte ihn nicht schauen. 
                                        Ich hatte mich gewundert, dass schließlich Lee und nicht Van Sant, wie vorgesehen, den Film gemacht hat. Ich glaube aber, dass die Entscheidung für Lee die richtige war, denn die Ästhetik Lees holt den Menschen hervor - was Van Sant vielleicht anders gemacht hätte... 

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                                        • 1 .5

                                          Brokeback Mountain erzählt, kurz gefasst, die Geschichte zweier verkappt Schwuler Kuhhirten im Amerika der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die beiden arbeiten zusammen, verlieben sich, gehen auseinander, heiraten und können doch nicht von einander lassen. Und wie es sich für ein anständiges Drama werden sie am Ende alt und schrecklich unglücklich und dann sterben sie. Diese nicht wirklich abendfüllende „Handlung“ bläst Starregisseur Ang Lee mit vielen leidlich schönen Landschaftsaufnahmen zu einem Langfilm auf.

                                          Außer der gut geratenen Kameraarbeit hat „Brokeback Mountain“ aber nicht viel zu bieten, außer Klischees über Schwule, wie sie jeder Homophobe tadellos unterschreiben könnte. Schwuler Sex ist in diesem Film immer roh, schwerzhaft und beide müssen sogar dabei weinen. Es hat etwas schuldiges und sündiges, wenn sich die beiden Cowboys in ihrem einsamen Zelt brutal durchnehmen. Natürlich führt schwule Liebe zu Unglück und natürlich sind die beiden Schwulen verlogen und feige. Warum Homophobe „Brokeback Mountain“ nicht lieben kann man nur damit begründen, dass die meisten ihn wohl nicht gesehen haben werden. In der Liebe der beiden Kuhhirten ist nichts schönes, helles oder romatisches. Alles ist blutig, traurig und irgendwie wahnsinnig krampfig.

                                          Aber warum Schwule diese überlange bildreiche Tränensülze lieben ist unerklärlich. An den holzschnittartigen Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller kann es nicht liegen. Die spielen ihre harten Kerls als grobmotorische Puppen ohne Mimik und brüllen und stammeln ihre Texte erbarmungswürdig dahin. „Brokeback Mountain“ mag als Landschaftsfilm ohne Ton erträglich sein, als Spielfilm versagt der erbärmlich langweilige Streifen aber völlig. Schade, dass hier Ang Lee, Regisseur des wunderbaren "Das Hochzeitsbankett" hier so tragisch auf ganzer Linie versagt.

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                                          • 9

                                            [...] Die Liebe zweier Individuen ist der Mittelpunkt aller Konspiration. Ennis Del Mar begegnet der Liebe mit Abneigung. In ihrer ersten Nacht reagierte er aggressiv und später abweisend. Er ist sich der gesellschaftlichen Ausgrenzung Seinerselbst bewusst, während Jack Twist, der naive und lebenslustige Jüngling, in seinen Gefühlen lebt. Beide Gegenpole zementieren ihre Liebe ganz individuell, aber verlieren sie niemals. Während Ennis nach ihrer Trennung heiratet, ein geordnetes Leben zu führen versucht, gleitet Jack verloren durch die Welt. Der Versuch, ein Jahr später auf den Brokeback zurückzukehren, endet mit der Einsicht, dass ihr Geheimnis nicht so geheim war, wie erhofft.
                                            Dennoch bleibt die Liebe der beiden zueinander, trotz verschiedener Lebensstile, allgegenwärtig. Die Suche der Gefahr, das fehlende Gefühl des Zusammenseins, verstärkt sich im Laufe der Jahre, verliert sich in vorgeheucheltem Interesse an Frauen und dem Aufbau anderer Existenzen. Dann der Versuch der Wiedervereinigung: Im Schatten der eigenen Ehen zelebrieren sie eine Affäre. Zurück auf dem Brokeback besprechen sie ihre Zukunft. Aussichtlos, verloren, unmöglich – da ist nichts, was sie zusammenhält. Ihre Liebe besteht nicht die Prüfung der Gesellschaft. „Wie lange denn?“, fragt Jack und Ennis resümiert nur vage: „So lange, wie wir können.“ [...]

                                            http://www.cereality.net/kritik/brokeback-mountain-12622

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                                            • 6 .5

                                              Eine alte Volksweisheit besagt:
                                              Schwule Cowboys schützen vor Langeweile nicht.

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                                              • 8 .5

                                                Ein sehenswerter, trauriger, beeindruckender und sehr mutiger Film - jenseits aller Klischees über Cowboys! Mich haben die Darsteller sehr berührt - traut euch und überzeugt euch selber!

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                                                  Schöne Landschaften und wirklich gute Kameraarbeit (vor allem eben in den Gebirgen) und Ledger spielt ebenfalls gut (Gyllenhall fand ich eher durchwachsen). Aber mein Thema ist es nicht und der Film schaffte es auch nicht, bei mir Interesse für die Charaktäre zu wecken. Das liegt wahrscheinlich zum großen Teil an der ermüdenden Erzählweise - und dass eben Wichtigeres gestern um fast die gleiche Zeit lief.

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                                                  • 6 .5

                                                    „Brokeback got us good, don't it?“

                                                    Mit dem 2005 erschienenem Western-Drama BROKEBACK MOUNTAIN erschuf Ang Lee nicht nur einen äußerst viel diskutierten Film, sondern auch eine einzigartige Geschichte. Viele anstößige und unverständliche Kommentare und Bemerkungen trudelten auf den Streifen ein, viele Verbände sahen es als ihre Pflicht an gegen den Film vorzugehen und ihn anzuprangern. Letztlich setzte sich die Kunst durch. Lee kreirte einen zeitlosen und berührenden Western-Film, der es aber in seiner Beschaulichkeit verschlaft den Zuschauer restlos zu beeindrucken und zu erreichen.

                                                    Ennis del Mar ist ein neunzehnjähriger Burscher der auf einer Ranch groß geworden ist, Im Jahre 1963 nimmt er einen Job auf dem Brokeback Mountain an. Dort muss er eine Schafherde hüten. Mit ihm arbeitet der ein Jahr ältere Jack Twist der schon Erfahrung in diesem Beruf hat. Zusammen müssen sie in der Einsamkeit des vor ihnen aufstrebenden Berges ihre Zeit verbringen. Mit der Zeit entwickelt sich eine Kameradschaft zwischen den Beiden, welche in einer Affäre gipfelt. Geplagt vom Druck der Gesellschaft, Unsicherheit und intensiven Gefühlen gehen die Beiden nach Abschluss der Arbeit wieder getrennte Wege. Sie finden Frauen, heiraten, bekommen Kinder, versuchen ein normales Leben zu führen. Die Sehnsucht jedoch obsiegt und schon bald finden sich Ennis und Jack in einer Flucht aus einem Leben wieder, dass sie nie wirklich haben führen wollen.

                                                    BROKEBACK MOUNTAIN ist ein unheimlich tragischer Film. Eine wahre Tragödie. Zwei Menschen, eine Liebe. In einer Zeit in der Homosexualität verachtet wird, finden zwei Männer zueinander und entwickeln Gefühle füreinander, die jedweder Norm und Sitte widersprechen. Schüchternheit und Mut treffen einander, Angst und Hoffnung, Traum und Realität. In der Abgelegenheit und Kälte des Brokeback Mountain´s ist die einzige Wärmequelle das unbändige Verlangen der beiden Protagonisten füreinander. Zwischen kalten Bergflüssen, kühler Schafswolle und Dosengerichten ist das einzig edle und anmutige die Leidenschaft, welche sich zwischen zwei Individuen entwickelt. Auch wenn BROKEBACK MOUNTAIN häufig als Stichwort für Witze über Homosexualität fällt, gibt es doch rein gar nichts abstoßendes an diesem Film. Möglicherweise sind einige Bilder ungewohnt, aber keinesfalls unappetitlich oder gar ekelerregend. Ein ehrlicher Film über ein unehrliches Paar.

                                                    Ang Lee jedoch verpasst es in den wichtigen Momenten wahre Highlights zusetzen. Die Dramaturgie des Streifens entfacht erst gegen Ende der Laufzeit. Erst dann werden Gefühle freigesetzt, erst dann wird dem Zuschauer erst bewusst wie ernst die Lage überhaupt ist. Bis dorthin ist der Film zwar faszinierend und keinesfalls langweilig, jedoch nicht die Gefühlsexplosion die man aufgrund der Kritiken und Resonanz erwartet hätte.

                                                    „I wish I knew how to quit you.“

                                                    Filmtechnisch liefert Ang Lee jedoch wieder einiges ab. Die Settings sind sorgsam ausgewählt und perfekt eingegliedert worden. Kalte Orte, triste Atmosphäre, alles ein wenig kahl und trostlos. Sie spiegeln die Gefühlslage und die Situation in denen sich die Protagonisten befinden sorgsam wieder. Die Berglandschaft macht einiges her. Auf der einen Seite ruft sie eine beklemmende und abschreckende Wirkung hervor, auf der anderen Seite hat bietet eben diese Landschaft den genau richtigen Ort für die Geschichte um diese glaubwürdig zu bebildern.
                                                    Beim Score patzt BROKEBACK MOUNTAIN zum größten Teil, was den Oscargewinn für die beste Filmmusik ein wenig dubios erscheinen lässt. Erst zum Ende des Filmes können die Kompositionen Santaolalla´s das Publikum ernsthaft erreichen. Bis zu diesem Punkt bleibt der Soundtrack unscheinbar und unspektakulär. Er unterstützt das emotionale Schauspiel der Hauptdarsteller nur selten und hat somit eine gewisse Teilschuld an dem oftmals fehlenden gewissen Etwas, welches den Film in den etwas stärkeren Durchschnitt rutschen lässt.

                                                    Schauspielerisch bietet BROKEBACK MOUNTAIN ganz großes Kino. Der tragischerweise schon verstorbene Heath Ledger und sein Kollege Jake Gyllenhaal zeigen einmal mehr das sie Ausnahmekönner sind/waren und in emotionalen Rollen ein ums andere Mal aufblühen. Heath Ledger der den dominanteren Part im Film einnimmt besticht vor allem durch den Kampf mit sich selbst. Während Gyllenhaals Figur Jack ganz genau weiß was er will und auch entschlossen ist diesen Weg zu gehen, lässt sich Ennis häufig von der Meinung der Gesellschaft unterjochen und flüchtet so in seinen fleischgewordenen Alptraum. Beide spielen am absoluten Limit, eine gewaltige Vorstellung, die trotz der sehr starken Konkurrenten mit einem Oscar hätte honoriert werden müssen.

                                                    BROKEBACK MOUNTAIN ist ein Film der mehr Emotionen zeigt als er hervorruft. Diesen Umstand hätte Ang LEE beispielsweise umgehen können indem er den Kampf der Protagonisten nicht nur im Innern austrägt sondern auch in der Gesellschaft und dem direkten Umfeld. Hiermit werden die Figuren Ennis und Jake leider zu selten konfrontiert, was dazu führt dass die Tragödie zwar stattfindet, jedoch nicht in der Intensität wie es hätte sein können.

                                                    „Jack, I swear...“

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