Broken Flowers - Kritik

Broken Flowers

FR/US · 2005 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 0 · Road Movie, Komödie · Kinostart
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    Bruno Morbitzer 24.08.2016, 23:55 Geändert 25.08.2016, 01:24

    In Jim Jarmusch kann man sich nicht langsam verlieben, das muss Liebe auf den ersten Blick sein, oder gar nicht, - dachte ich. Mein erster Blick galt damals, wie bei so vielen Filmfreunden meiner Generation, dem Film "Dead Man", und von da an mochte ich keinen Jarmusch und versöhnte mich auch erst spät mit Johnny, weil Polanski zwischen uns vermitteln konnte. Mit "Ghost Dog" ging Jarmusch nochmal auf mich zu, aber wie bei aufgewärmten Rendezvous ging auch das schief.
    Nun ließ ich ihn ruhen, in Frieden, dachte ich. Bis ich irgendwann den Trailer eines faszinierend seltsam wirkenden Films mit dem von mir außerordentlich geschätzten Bill Murray sah. Den lieh ich mir bedingungslos aus und fand ein Gefühl in mir, tief und ernst, bereit für einen heftigen Flirt. Nun mag und verstehe ich Jarmusch immer ein bisschen mehr und weiß nun sicher, dass es Liebe auf den dritten Blick gibt.

    • 8
      kyro1 22.06.2016, 15:15 Geändert 01.07.2016, 14:36

      "Well, the past is gone, I know that. The future, isn't here yet, whatever it's going to be. So, all there is, is, is this. The present. That's it."

      Genau wie Blumen welken, so vergeht auch die Liebe und das Leben, vergeht das Vergangene. Menschen ändern sich, Träume ändern sich. Man befindet sich in einem stetigen Wandel. Die Zukunft ist ungewiss. Das Leben findet im Jetzt statt.

      Jim Jarmusch schickt Bill Murray als Don Johnston auf eine Reise durch dessen Vergangenheit. Unter dem erstklassigen Soundtrack von Mulatu Astatke begibt sich Don auf einen Roadtrip zu alten Liebesbekanntschaften, in einen Strudel der Erinnerungen und auf die Suche nach der Mutter seines womöglichen Sohnes.

      • 6 .5

        Der Film unterhält von Anfang an,...was sicherlich auch der Inszenierung Jim Jarmuschs zu verdanken ist, der wieder mal gekonnt sein Road-Movie musikalisch einbettet,...auch wenn seine richtiggehende(?/!) „Reminiszenz“ an Bill Murray oftmals als „spröder, gleichwohl unterhaltsamer Film“ angesehen wird, dessen höchst eindrucksvoller Hauptdarsteller in seiner Rolle aufgeht und dabei mit der Botschaft aufwartet, dass nur das Leben im Hier und Jetzt sinnvoll ist.
        Den ungewöhnlich, eher schon störend, verwirrend, da unnötig abrupten Schluss empfinde ich als störend,...zumindest zieht dieser eine Bewertung irgendwie zwangsläufig und eben unnötig nach unten.

        • 8 .5
          Stefan Ishii 20.12.2015, 13:51 Geändert 20.12.2015, 13:59

          ***Dieser Kommentar entstand im Rahmen der User-Wichtelkommentaraktion 2015 und ist ein Geschenk an Laudania. Ich wünsche allen einen schönen 4.Advent.***
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          Die an mich gestellte Aufgabe, einen Kommentar zu irgendeinem Film mit Bill Murray zu schreiben, hört sich vielleicht leicht an, hat man doch eine recht große Auswahl an durchaus guten Filmen mit diesem Schauspieler, allerdings muß ich gestehen, dass ich tatsächlich kein großer Fan von Murray bin und das macht mein Unterfangen dann doch etwas komplizierter. Natürlich hat Bill in sehr vielen tollen Filmen mitgespielt (zum Beispiel ist er Stammschauspieler bei Wes Anderson oder Jim Jarmusch) und in seiner Rolle als Bob Harris hat er auch mich begeistert; doch über "Lost in Translation" muß man hier nun wirklich keinen Kommentar mehr schreiben, oder? Allerdings gefällt mir seine grummelige Art irgendwie nicht immer. Klar, das kann auch durchaus ironisch und bissig wirken, doch aus irgendeinem Grund habe ich bei Murray das Gefühl, dass er eher ein etwas unsympathischer Zyniker ist, der wie im Klischee nur auf der Leinwand lustig erscheint und im realen Leben eher nicht. Wie dem auch sein; meine Wahl fiel auf "Broken Flowers" von Jarmusch wo Murray in einer eher ernsteren Rolle zu sehen ist, in denen er für mich aus benannten Gründen sowieso besser passend erscheint.

          Jim Jarmuschs Filme gefallen mir meistens sehr gut und "Broken Flowers" ist für mich persönlich einer meiner liebsten. Bill Murray spielt hier zwar die Hauptfigur namens Don Johnston, doch für mich zeichnet sich der Film durch eine Fülle an großartigen weiblichen Nebendarstellern aus. Murray dient da mehr als Bindeglied zwischen einzelnen Episoden. Allein die Auflistung an tollen Frauen läßt mich freudig an den Film zurückdenken: Tilda Swinton, Sharon Stone, Jessica Lange, Julie Delpy, Chloë Sevigny und allen voran Francis Conroy, die ich seit ihrer Rolle als Ruth Fisher in der Serie "Six Feet Under" unglaublich gerne mag. All diese Frauen und die kleinen Geschichten, die sie umgeben, machen für mich den Film so wundervoll. Natürlich ist er auch schön gefilmt, hat einen grandiosen Soundtrack und durch seine leicht melancholisch zurückgenommene Atmosphäre ist "Broken Flowers" ein gleichzeitig unterhaltsamer wie emotionaler Film, der ein eher ruhiges Tempo einschlägt.

          Ich glaube, Laudania, du hast den Film noch nicht gesehen. Er ist also eine Empfehlung von mir an dich... auch wenn die Gefahr besteht, dass du ihn etwas langweilig finden könntest. Oder du liebst ihn!

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          • 2

            Nachdem sich die Lebensgefährtin von Don „Juan“ Johnston (Bill Murray, den ich mittlerweile richtig lieb gewonnen habe) getrennt hat, mutiert er zu einem hilflosen Knäuel, das sich am liebsten in die hinterletzte Ecke verkriechen möchte. Zaghaft werden seine Lebensgeister geweckt, als ein rosafarbener Brief durch den Briefschlitz hineinflattert. Unmissverständlich wird ihm mitgeteilt, dass er einen 19-jährigen Sohn hat. „Herzlichen Glückwunsch, du bist Vater!“ Da Don Johnston (mit T) in Sachen Sex ein stets aktiver Mensch ist, gestaltet es sich nicht ganz so einfach, die Mutter auf die Schnelle zu bestimmen. Daher begibt er sich auf Anraten seines Freundes, auf die Suche nach der Mutter seines Sprösslings.

            Der Einstig gefiel mir noch relativ gut, aber dann? Also bei aller Liebe, aber das Teil ist ja sowas von nichtssagend, langweilig und bedeutungslos. So überflüssig, wie ein Furunkel am Arsch! Danke Jim Jarmusch („Night on Earth“ und „Dead Man“ habe ich hier noch ungesehen rumliegen – mir schwant nichts Gutes!), dass du mir nochmals eindringlich verdeutlicht hast, zukünftig auch den allergrößten Quark abzufeiern, sofern sich da auch nur im Geringsten eine Spur von Mittelmaß andeutet.

            9
            • 9

              Jim Jarmusch Werkschau Teil 3

              SPOILER

              Jarmusch schickt uns und seinen Protagonisten erneut auf eine Reise. Diesmal gibt es allerdings eine klarere Route. Bill Murray ist nämlich auf der Suche nach seinem (hypothetischen) Sohn. Bzw. nach der Mutter, denn sein Sohn ist selbst auf der Suche.
              Es gibt also einen klaren Plot. Im Gegensatz zu seinen ersten (beiden) Werken wird mehr Wert auf erzählerische Elemente gelegt.
              Seinen skurillen Charakteren bleibt Jarmusch aber treu. Ebenso dem ruhigen Erzählstil, den knappen Dialogen und den Szenen, in denen eigentlich gar nix passiert. Bill Murray sitzt nach jeder Episode im Auto und lässt Vergangenheit, gerade Geschehenes und die Straße revue passieren. Dabei gleitet die Kamera immer wieder auf Außen- und Rückspiegel ab. Auf das Vergangene. Bill Murray dabei zu zusehen, wie er mit starrer Miene, das Gaspedal tritt, funktioniert erstaunlich gut. Das wäre bei anderen Darstellern vermutlich langweilig geworden, aber Murray dabei zubeobachten, lässt dem Zuschauer ebenfalls Zeit, die Episoden nochmal zu überdenken. Mitzurätseln, ob er vielleicht doch der Mutter seiner Kinder begegnete. Diese Frage wird zum Glück nicht beantwortet, was aber kein Problem ist. Das Rätsel ist viel interessanter als die vermeintliche Lösung. Und durch das Streuen von Hinweisen (die Farbe rosa hat hier eine wichtige Bedeutung und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte), hat man manchmal tatsächlich das Gefühl in einem "Detektiv-Film" zu sein.
              Weiterhin zeichnet sich der Film durch den skurillen Humor Jarmusch's aus. Dafür ist natürlich Bill Murray genau der richtige. Seine Art zu reden, sein Auftreten im Trainingsanzug, sein Minenspiel sorgen immer für Schmunzler. Die wirklichen Lacher finden sich aber meist im Zusammenspiel mit dem großartigen Cast an "Verflossenen". Vorallem Sharon Stone und Jessica Lange haben mir hierbei gefallen. Auch weil jede der Episoden so unterschiedlich ist, im Kern aber doch der selben Sache dient.
              Trotz Humor, überzeugt der Film vorallem als warmherzige Erzählung über einen Mann, der sein Leben längst gelebt hat. Nun aber Niemanden mehr hat. Er klammert sich nirgends fest, so ist auch der Versuch am Anfang, seine Freundin am gehen zu hindern, sehr halbherzig. Fast schon lustlos. Doch dank Nachbar Winston, macht er sich auf die Reise. Eine Reise in die Vergangenheit, und irgendwie ins eigene ich. Scheinbar eine übliche Reise in Jarmusch's Werken. Die wieder einmal eine Menge Spaß macht.
              Für mich ist "Broken Flowers" der beste Jarmusch bis jetzt. Und ich glaube, bei weiteren Sichtungen, wird die 10, sowie das Herz, nicht lange auf sich warten lassen!

              10
              • 9 .5

                Allein bei dem Gedanken an diesen großartigen Soundtrack kann ich schon nicht mehr still sitzen. Dafür liebe ich Filme: dass sie den Zuschauer teilweise auf Musikrichtungen bringen können, auf die man ohne sie sonst gar nicht gestoßen wäre. Mulatu Astatke rules! :)

                Wer Lust auf einen Ohrwurm hat:
                http://www.youtube.com/watch?v=gsT7dY65-Vo

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                • 9
                  cycloo77 11.10.2015, 00:03 Geändert 11.10.2015, 00:05

                  Bill Murrays Doktorarbeit im Bereich Schauspielkunst!

                  Was Bill Murray hier abliefert ist ganz großes Schauspielkino,mit seiner melancholischen und fast in sich ruhenden Art, hat er mich zutiefst gefesselt und beeindruckt.

                  Der Film ist fernab des Hollywood Wahnsinns ein echtes Juwel und ein Fest für mein Cineasten Herz.

                  Auch der Rest der Cast ist nuanciert ausgewählt und passt sich perfekt Bill Murrays famosem Spiel an.

                  Jim Jarmusch´s bester Film!

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                  • 7
                    Mekridi 22.06.2015, 10:43 Geändert 27.06.2016, 12:27

                    Mir persönlich gefiel "Ghost Dog" zwar um einiges besser und mir fehlte bei "Broken Flowers" ein Stück weit der letzte "Pep", dennoch ein insgesamt toller "Film-tragender" Bill Murray auf der gemütlichen Suche nach der Mutter seines vermeintlichen Sohnes. Zudem kam ich als Jessica Lange Fan eh nicht an diesem Film vorbei. Wer gerne mal sehen möchte wie Bill M. interessant und unlangweilig Möhren fein säuberlich auf die Gabel spießt und dabei einen wirklich genialen Blick aufsetzt, auch der sollte zwingend mal reinschnuppern in diese "Broken Flowers".

                    Bill Murray-Fans werden auch diesen Film sicher mögen, ich mag ihn auch!

                    Gute und zartrosafarbene 7/10

                    8
                    • 8 .5
                      drahdinedum 07.05.2015, 11:05 Geändert 07.05.2015, 11:09

                      Ich tu mich schwer mit Jim Jarmush!

                      Ist aber schon ewig her, dass ich "versuchte" Dead Man, oder diesen "Wege des Samurai" zu Ende zu gucken!

                      Aber der hier hat mich gepackt!

                      Werde den älteren Filmen wohl nochmal eine Chance geben!

                      Vermute inzwischen, dass ich für seinen Stil wohl einfach noch nicht bereit war damals...

                      Hat da jemand Erfahrungen gemacht?

                      Gibt schon ein paar Filme die Mir mit jedem mal schauen besser gefallen haben! Oder beim zweiten Mal sichten erst richtig begeistert haben!

                      Hoffe auf diesen "Effekt"...

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                      • 7

                        Wenn Jarmusch seine Einsamer-Wolf-Reihe ein paar Jahre später nicht mit dem polarisierenden Jahrhundertwerk "The Limits of Control" beendet hätte, würde ich ihm Broken Flowers heute noch übel nehmen.
                        Ich werde das Gefühl nicht los, dass Jarmusch hier doch mal den großen Wurf landen wollte. Übrig bleibt ein netter Film, der natürlich weit über dem Durchschnitt von Hollywood steht, aber für Jarmusch-Verhältnisse ungewöhnlich schwach ist.

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                        • 8
                          ju.ku.750 29.03.2015, 20:58 Geändert 29.03.2015, 21:00

                          Den Film hat der Regisseur Jim Jarmusch nur für Bill Murrray geschrieben. Hätte er Ihn nicht für diese Rolle bekommen, gäbe es den Film heute nicht.

                          Da kann man echt froh sein, dass Bill zugesagt hat, denn ich sehe ihn gerne in etwas ernsteren Rollen wie z.B. Lost in Translation oder eben in dieser wunderschönen Tragikomödie.

                          Spoiler!!!
                          Übrigens: Der Mann, der am Ende des Films aus dem Fenster des fahrenden Autos Bill Murray nachsieht, ist in Wirklichkeit sein echter Sohn.
                          Wenn man bedenkt, dass er den ganzen Film auf der Suche nach seinem Filmsohn ist, muss man schon über diesen ironischen Einfall schmunzeln:-)

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                          • 9 .5

                            Hey Leute, lasst uns doch eine Bill Murray Sekte aufmachen! Ich denke, das ist besser als Gott. Jeder Film mit ihm ist doch einfach nur göttlich, so auch dieser. Er schafft es, so hautnah in seine Rolle zu schlüpfen, die er derart gekonnt sensibilisiert, dass die kleinste Geschichte eine gigantische Größe bekommt.
                            Spoiler?
                            Broken Flowers ist geduldig, spontan, sehr feinfühlig und verliert sich in sich selbst. Wunderschöner Film über ein aufgegebenes Rätsel aus einer anderen Zeit.
                            Böse noch dazu. Frances Conroy (Dora mit der rosa Visitenkarte), mir auch aus American Horror Story bekannt, ist ebenfalls mal wieder unglaublich talentiert. Den Moment, wo er sie besuchte, fand ich am stärksten... Wow!
                            Auch sonst ein ziemliches Staraufgebot.
                            Broken Flowers ist wirklich sehr ruhig, aber äußerst tiefgründig und positiv.
                            Nicht wirklich eine Komödie, wobei Bill Murray wie immer sehr charmant über die Bildfläche "gleitet"...es gibt auch ein äußerst übles Ende. Dieses hat mich sanftmütig schockiert zurückgelassen als ob man das Gefühl kennen würde...Absolute Empfehlung für Leute, die ohne Action gut klar kommen.

                            8
                            • 8 .5

                              Sehr erfrischend und mit viel Leichtigkeit in Szene gesetzt. Broken Flowers wird an keiner Stelle langweilig, weil seine Figuren ohne viel Setting interessant sind und bleiben. Man merkt dem Film förmlich an, wie unbeschwert Jim Jarmusch seine Darsteller agieren lässt. Und das mit viel Charm und auch einer gehörigen Portion Witz.
                              Es macht Spaß dem alten "Don Juan" Bill Murray dabei zu begleiten, wie er sich quer auf die Reise zu seinen Verflossenen macht und dabei manche Überraschung erlebt. Es ist die bekannte Suche nach der Vergangenheit, das dem am Anfang etwas müde dreinblickenden Bill Murray wieder allmählich wach werden lässt. Und er verkörpert den "alten Don Juan" so fesselnd und mitreißend. Zwar ist er schon vom Aussehen in die Jahre gekommen, hat er aber immer noch seinen Charme für die Frauen nicht verloren.
                              Der Film fühlt sich - bekannterweise so gut wie immer bei Jarmusch - länger an, als er in Wirklichkeit ist. Doch macht mir das überhaupt nichts aus, weil er gerade bei so viel Stil und Genauigkeit in der filmischen Ausführung beispielsweise auch mehr als zwei Stunden hätte gehen können.
                              Ein zeitlose, witzige, sympathische, charmante Filmperle mit vielen bekannten Schauspielern, denen man gerne zusieht.

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                              • 10

                                ###Kommentar enthält Spoiler###

                                Bill Murray ist einer dieser Schauspieler denen ich auch den lieben langen Tag beim Nichtstun zuschauen könnte.
                                Und genau das ist auch im ersten Drittel von BROKEN FLOWERS der Fall.
                                Don Johnston (Murray) hängt ständig allein in seiner Wohnung auf der Couch und scheint von seiner Umwelt kaum noch etwas mitzukriegen, geschweige denn sich für sie zu interessieren.
                                Lediglich zu seinem Nachbar Winston und dessen Familie pflegt er Kontakt. Diese scheinen die einzigen Menschen zu sein bei denen er zumindest ein klein wenig "auftaut" und die ihn scheinbar so akzeptieren wie er ist.
                                Als eines Tages unvermittelt ein Brief eintrifft, der andeutet, dass Johnston einen mittlerweile fast 20jährigen Sohn hat macht er sich auf eine Reise quer durch die USA um mögliche Anhaltspunkte für seine Vaterschaft zu finden.
                                Dabei trifft er einige seiner verflossenen Liebschaften wieder.
                                Hört sich jetzt erstmal gar nicht so extrem spannend an. Ist es im Endeffekt auch gar nicht. Brauch es aber auch gar nicht zu sein.
                                Denn die sehr ruhige Inszenierung Jim Jarmuschs erweist sich als echter Glücksgriff für BROKEN FLOWERS. Die Story wirkt sehr authentisch und realitätsnah und Bill Murray darf (in aller Ruhe) granteln was das Zeug hält.
                                Jetzt mal ernsthaft: der Mann ist eine lebende Legende und denkt scheinbar gar nicht dran qualitativ irgendwann mal nachzulassen. Was der hier permanent für eine Mimik raushaut ist echt vom Allerfeinsten und bringt mich in einer Tour zum Schmunzeln und/ oder Lachen.
                                Der Soundtrack ist ebenfalls großartig und setzt sich größtenteils aus einer CD zusammen, die Nachbar Winston Bill Murrays Charakter für die Reise zusammengestellt hat (!)
                                Klasse Idee übrigens.
                                Im Laufe der Reise macht besagter Don Johnston eine charakterliche Entwicklung durch, die keinesfalls hollywoodmäßig übertrieben aufs Auge des Zuschauers gedrückt wird, sondern sich mehr in den kleinen "einfachen" Dingen zeigt.
                                Einem Dialog auf der Straße, einer Geste, einem (angedeuteten) Lächeln oder einem leicht verdutzten Blick.
                                Sowieso wird vieles hier nur leise angedeutet und weniges konsequent zu Ende erzählt.
                                Jarmuschs Film (übrigens mein erster von ihm) hat das auch gar nicht nötig, da es hier wohl tatsächlich mehr um das Gefühl geht, dass den Zuschauer beim Anschauen befällt.
                                Ich muss gestehen, dass ich generell Filme mit ruhiger Erzählweise sehr schätze und wenn das Ende dann noch so perfekt mehrdeutig daherkommt wie hier dann gebe ich auch gerne mal die volle Punktzahl.
                                Und bei weiteren Sichtungen ist da vielleicht sogar ein Herz in Aussicht...

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                                • 7 .5

                                  Bill fking Murray, was für eine Legende.
                                  Schon als kleiner Junge fand ich den Mann großartig. Wenn ich damals mit meinem Vater 'Ghostbusters' oder 'und täglich grüßt das Murmeltier' anschauen dürfte kam es mir vllt gar nicht so auf die Handlung und die Witze an, ich hab diese Filme allein schon wegen Murray einfach gerne geschaut und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich weiß nicht ob es nur mir so vor kommt oder vllt. ist es wirklich so, aber Bill Murray spielt sich in jedem Film selbst. Egal welche Rolle er annimmt, sie ist so authentisch das man meinen könnte, er spielt diesen Charakter nicht, nein er ist diese Person. So ist es auch in diesem Film und das macht ihn unglaublich symphatisch.
                                  'Broken Flowers' braucht nicht viel Tempo oder einen enormen Spannungsbogen um zu Unterhalten. Allein die Dialoge und kuriosen Szenen bringen mich immer wieder zum lachen. Alle Schauspieler machen ihre Arbeit gut, der Soundtrack ist klasse und als Kirsche oben drauf gibt es noch Alexis Dziena zu sehen, welche ich auch in 'Wrong' schon super fand. Abzüge kann man bei der spärlichen Charakterausbildung der einzelnen Damen machen und die vielen Abblenden sind auch irgendwie gewöhnungsbedürftig. Aber das ist jammern auf hohem Niveau.

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                                  • 9

                                    Jim Jarmusch und Bill Murray. Zwei Namen, die in "Broken Flowers" in Kombination gebracht werden und die ohnehin so perfekt zusammenpassen, dass es fast schon verwundert, dass eine Zusammenarbeit der beiden auf voller Spielfilmlänge nicht schon eher zustande kam.
                                    In den Werken von Jarmusch geht es meist um Figuren, die sich stets in Bewegung befinden, aber irgendwie ziellos zu sein scheinen.
                                    Don Johnston passt anfangs so gar nicht in dieses Schema. Bill Murray spielt den zerknitterten, gealterten und müden Melancholiker, der meist faul auf dem Sofa liegt und völlig resigniert hat. Ein rosa Brief, der ihn unfreiwillig dazu aufruft, sich mit seiner Vergangenheit, genauer gesagt seinen verflossenen Liebschaften, auseinander zu setzen, und sein detektivischer Nachbar, toll gespielt von Jeffrey Wright, bringen Don zu einem eigenwilligen Road-Trip in typischer Jarmusch-Manier.
                                    Vor allem für Fans von Independent-Ikone Jim Jarmusch ist dieser Film eine schiere Offenbarung. In einem langsamen, behäbigen Erzähltempo schildert der Regisseur die Reise von Don als melancholischen, episodenhaften Trip, bei dem an jeder Station eine Frau wartet, mit der Don früher mal zusammen war. Mithilfe einiger hervorragender Schauspielerinnen offenbaren die einzelnen Stops von Don viele Überraschungen, teilweise tolle Situationskomik und interessante Einblicke.
                                    Dabei ist "Broken Flowers" vor allem auch ein Film voll mit stillen Gesten und subtilen Augenblicken. Genauso wie Don ist der Zuschauer dazu aufgerufen, nach Merkmalen oder Details zu suchen, welche der Hauptfigur Antworten zu seiner Frage liefern, die der anfängliche Brief aufgeworfen hat. Dabei verkommt die Reise natürlich auch zu einer Auseinandersetzung Don´s mit Vergangenheit und Gegenwart im Wechsel und der Sinnsuche in der persönlichen Lebenslage.
                                    Ebenfalls sehr markant ist der wundervolle Soundtrack, der schon beim fantastischen Intro hervorsticht. Die teilweise jazzigen Stücke fügen sich perfekt in den elegischen Erzählrhythmus von Jarmusch und geben dem Zuschauer in ruhigen Momenten Zeit, die einzelnen Stationen Revue passieren zu lassen.
                                    Denn wie Jarmusch seine Geschichte schließlich beendet, soll hier nicht verraten werden, doch Kenner seiner Werke können sich sicherlich denken, in welche Richtung alles führen wird.
                                    "Broken Flowers" darf sich ohne Zweifel zu den allerbesten Werken von Jim Jarmusch zählen. Die schöne Geschichte, der grandiose Soundtrack, die melancholisch-jazzige, minimalistische Atmosphäre und ein brillanter, ebenfalls melancholischer Bill Murray in Kombination mit einem hervorragenden, weiblichen Darstellerinnen-Ensemble sorgen für ein angenehmes, wundervolles und nachdenklich stimmendes Meisterwerk, das aufgrund der subtilen Verweise und stillen Rätsel zu mehrfachen Sichtungen einlädt.

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                                    • 7

                                      Zum Teil fehlt mir etwas das Tempo für eine Komödie, so ganz ruhig tue ich mich in dem Genre schwerer. Darüber hinaus sehr kreativ gestaltete Charaktere in einer Geschichte, die eine tolle atmosphärische Spannung erzeugt. Ein wirklich passendes Ende ist hier kaum möglich, jedoch tut der Film sein Bestes. Nicht weit gefehlt. Sehenswert.

                                      • 6 .5

                                        k.A. mit dem Ende kann ich irgendwie nichts anfangen.
                                        Bestimmt voll philosophisch... is mir zu hoch.

                                        Der Film selber war mir Stellenweise zu still und einschläfernd.

                                        • 9

                                          [...] Nachdem er nämlich einen seltsamen Brief erhält, begibt er sich widerwillig auf einen noch seltsameren Roadtrip: Immerfort voran, durch die endlosen Weiten des Mittleren Westens der USA, auf der Suche nach verflossener Liebe aus vergangenen Tagen, einem nie gekannten Sohn und un(ter)bewusst vor allem nach sich selbst. Nach neuer Lebensfreude, nach Sinn, nach einem Grund. Auffällig ist, wie immer bei Jarmusch, die Wahl der Kulisse – Don’s Reise muss hier, und zwar genau hier stattfinden, verloren in der endlosen Weite, von einer skurrilen Begegnung zur nächsten. Auf nie enden wollenden Straßen, von denen eine der anderen gleicht wie ein Zwilling, vorbei an sich endlos wiederholenden Häusern, für die das gleiche gilt. Eine monotone Ödnis, deren Gleichförmig- und Auswechselbarkeit Jarmusch über eine tolle Verkettung von Szenen herausarbeitet: Auf jeder Etappe kommt Don im Auto auf eine Kurve zu, diese ist natürlich eine andere als vorher, sieht aber ähnlich aus und biegt in etwa im gleichen Winkel nach rechts ab. Und jedes Mal kommt ihm ein LKW auf der Gegenspur entgegen – vielleicht Zufall, vielleicht ein geschickter Trick, der die völlige Monotonie und Leere in kluger Weise auf die Leinwand transportiert. [...]

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                                          • 7 .5

                                            Ein im alter Gekommener Don Juan erfährt, dass er einen Sohn hat. Er macht sich dann auf den Weg, mit Hilfe seines Nachbarn (gut gespielt von Jeffrey Wright heute bekannt aus der Serie Boardwalk Empire). Trotz einer eigentlich traurigen Persönlichkeit und einer depressiven Geschichte, macht der Film gute Laune. Auch hier wieder eine starke Leistung von Bill Murray der diesem melancholischen Roadmovie allein durch den bedröbbelten Gesichtsausdruck, eine gewisse Komik verleiht. Der Film hat weder Längen noch übertriebene schnulzige Szenen. Der Witz ist nicht übertrieben und ist eher zum Schmunzeln da. Interessant sind die einzelnen Geschichten seiner ehemaligen Frauen. Findet er nun seinen Sohn? Dies ist vielleicht gar nicht so relevant, aber Don Johnsten (mit t!!!!!) findet sich selbst und nimmt uns mit auf seine Reise. Ein netter und sehenswerter Film den man sich mal rein schieben kann, wenn man einen charmanten Roadmovie sehen will.

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                                            • 9

                                              Unterkühlt und doch herzerwärmend.

                                              Die Suche Don Johnstons (dessen Name nicht zu unrecht Don Juan ähnelt, grandios gespielt von Bill Murray) nach seinem Sohn und den damit verbundenen Besuchen bei seinen Ex-Liebschaften ist eine Geschichte, die sich oft wiederholt. Anstatt auf seiner Reise etwas dazu zu lernen bleibt er immer gleich verschlossen und gleich verunsichert. Jim Jarmusch versteht es dabei wie eh und je, den Zuschauer keine Bindung zum Hauptcharakter aufbauen lassen und sich somit mehr auf die eigene Weisheits-Suche zu konzentrieren. Hoffentlich mit mehr Erfolg als der Protagonist. Gleichzeitig karikiert er das Bild eines Amerikas, in dem es von resignierten Persönlichkeiten nur so zu wimmeln scheint. Die Charaktere (allen voran Don Johnston und sein Nachbar Winston) sind wie man es sich vom Regisseur gewohnt ist toll gezeichnet und die Musik-Auswahl ist exzellent. In unterkühlter Atmosphäre und nicht ohne Humor tritt unser Held also von einem Fettnäpfchen zum nächsten und versteht am Ende, wie der Zuschauer die Welt nicht mehr.

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                                              • 7

                                                Es erscheint merkwürdig, dass ein Gefühl wie Melancholie gelegentlich auch gute Laune hervorruft. Diese Verbindung gelingt Regisseur Jim Jarmusch mit "Broken Flowers" auf beeindruckende Art und Weise. Denn der Film ist genau das: ein toller, kurzlebiger Feel-Good-Movie, dessen Plot eigentlich alles andere vermuten lässt.

                                                Gespickt mit zahlreichen bekannten Darstellern blickt Bill Murray als alternder Lebemann "Don Johnston" zurück in seine romantische Vergangenheit. Mit der unerwarteten Botschaft, einen Sohn zu haben, reist er durchs Land und besucht all seine ehemaligen Flammen, um Hinweise zu sammeln. Unterstützt wird er dabei vom großartigen Jeffrey Wright, den man unlängst auch in "Boardwalk Empire" bewundern kann.
                                                Was womöglich etwas langatmig oder gar langweilig wirken könnte, entwickelt sich zu einem so liebevoll inszenierten Roadmovie, der so gut wie keine dramaturgischen Längen hat - getragen wird das Ganze selbstverständlich von Bill Murray, dem Großmeister der melancholisch-zynischen Auftritte.

                                                Ohne eindeutiges Ende, aber mit der schönen, alten Frage nach dem Sinn des Lebens (mit dem dankbaren Verzicht, diese nicht pathetisch zu beantworten!) folgt man Don Johnston durch seine Vergangenheit und beobachtet ihn sehr gern dabei, wie er darüber nachdenkt; Murray schafft das in den meisten Szenen sogar, ohne auch nur ein Wort zu sprechen!

                                                Insgesamt erscheint "Broken Flowers" wie ein Musikvideo eines alten Bob Dylan-Hits: voller Melancholie und menschlicher Fehler, aber niemals die Hoffnung verlierend. Der Film verleiht ein angenehmes Gefühl - eine schöne, kurze Erfahrung. Mehr aber auch nicht.

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                                                • 7 .5

                                                  Don Johnston (man beachte das t) hat die besten Jahre seines Lebens hinter sich, doch schlimm ist das für ihn nicht, hat er doch sein Leben genossen. Vor allem mit den Frauen hatte er seinen Spaß. Auch seine berufliche Lebensleistung kann sich durchaus sehen lassen.
                                                  Einzig mit einer eigenen Familie hat es nicht geklappt, wobei das auch nie ein Thema für ihn war, zumindest bis ihn ein Brief erreicht. Seine vielen Frauengeschichten hatten wohl doch Folgen, denn in dem Brief heißt es, er wäre Vater eines inzwischen 19-jährigen Sohns.
                                                  Die Glaubwürdigkeit des Briefes scheint zweifelhaft, erst recht da der Absender nicht bekannt ist. Dennoch macht sich Don widerstreben auf die Reise, um die Mutter seines hypothetischen Sohnes zu finden oder zumindest die Autorin des Briefes. Eine Reise durch Dons Vergangenheit und Amerikas Gegenwart beginnt.

                                                  „Broken Flowers“ kommt im bekannten Indie-Schick daher. Gemächliches Tempo, verschrobener, scheinbar emotionsloser Protagonist, lange Einstellungen, und das fast schon zelebrieren des Alltäglichen. Das dabei keine Langeweile aufkommt, liegt an der interessanten Geschichten und am Humor, der sich zwar nie stark in den Vordergrund drängt aber dem Ganzen doch eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Das ist auch ganz gut so, denn je länger wir mit Don zusammen sind, desto deutlicher spüren wir seine Einsamkeit aber auch die Einsamkeit der Menschen, die er auf seiner Reise begegnet. Auch der Jugend scheint man nachzutrauern. Das ist ja aber auch verständlich. In der Jugend gibt es nur die Zukunft. Sie ist voller Hoffnung und Träume. Diese Hoffnungen und Träume sind nun von der nüchternen Realität verdrängt und es gibt nicht nur die Zukunft, sonder auch eine inzwischen recht große Vergangenheit. Vielleicht hat man inzwischen sogar schon mehr Vergangenheit als Zukunft.

                                                  „Broken Flowers“ ist insgesamt sehr nüchtern. Wirklich dramatisch wird es nie, andererseits ist es auch kein Feelgoodmovie. Unaufgeregt reisen wir mit Don durch die USA und fragen uns vielleicht dabei selbst, was wir vom Leben eigentlich erwarten.
                                                  Ein irgendwie schöner Film.

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                                                  • 6 .5

                                                    Ich mag Bill Murray, sehr sogar. Und ich mag auch seine 100 Variationen des Gesichtsausdrucks "Zero Fucks Given". Im Ernst, dem Mann dabei zuzusehen wie er scheinbar seine Emotionslosigkeit ins Unendliche perfektioniert, dabei wird es mir nie langweilig. Dann sagt er auch noch einige Worte und die treffen lakonisch, wie sie daherkommen, immer auch noch ins Schwarze, so oder so. - "Ich hab nichts gesagt."

                                                    Leider ändert das nichts daran, dass der Film insgesamt etwas lahmt und irgendwie zwischen Tür und Angel herumsteht ohne was zu sein. Der eigentlich tolle Plot hat sich besser gelesen, als er für meinen Geschmack letztlich inszeniert wurde. Alles ist um die Figur Don herum arrangiert, grundsätzlich der richtige Ansatz für diese Story. Mir scheint jedoch, als färbte die Figur zu sehr auf alles andere ab. Leicht behäbig wie Don, schleppt sich der Film dann gleichfalls so dahin, und die Szenerie ist allenfalls so grau wie des Protagonisten Haarpracht. Wenn das so gewollt war, dann funktioniert es für mich nicht hundertprozentig. Die Figur der Tilda Swinton erschließt sich mir leider gar nicht und die letzten 15 Minuten, die sich Jim Jarmusch zudem überlegt hat, sind mir dann auch leider etwas zu konfus. Das Ende empfinde ich als unbefriedigend. Was will man mir sagen? Mir fehlt hier einfach die Aussage und -- Achtung Spoiler -- ich bleibe ähnlich ratlos zurück, wie ein Don Johnston in der letzten Einstellung.

                                                    (Der Soundtrack ist toll!)

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