Broken Flowers - Kritik

Broken Flowers

US/FR · 2005 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 0 · Komödie, Road Movie · Kinostart
Du
  • 9 .5

    "Well, the past is gone, I know that. The future isn't here yet, whatever it's going to be. So, all there is, is this. The present. That's it."

    "Broken Flowers" war mein erster Jim Jarmusch und sicherlich nicht mein letzter.
    Jarmuschs , 2005 mit dem großen Preis des Cannes Filmfestivals ausgezeichnetes, Werk lehnt dramaturgische Konventionen strickt ab und ist in all seinen Elementen , unvergleichlich.

    "Broken Flowers" hat eine ganz und gar , fesselnde , intensive Wirkung auf den Zuschauer. Obwohl es sich hier klar um einen Dialogfilm handelt , gibt es unzählige Passagen , in denen kein Wort gesprochen wird. Dennoch wirken , gerade diese Szenen lebensnah und unverfälscht.

    Auch die Dialoge wirken, obwohl sie von Absurdität geprägt sind, wie aus dem Leben geschrieben. Auch hier verliert Jarmusch nie seine lauernde Spannung. Der Humor dient nie dazu , die Situation aufzulockern. Getragen werden sie von dem fantastischem Bill Murray , welcher konsequent mit einem Gesichtsausdruck spielt und dem ebenfalls brilliantem Jeffrey Wright. Aber auch Sharon Stone , Frances Conroy , Jessica Lange und Tilda Swinton glänzen in ihren kurzen , episodenhaften Auftritten.

    Zwischen diesen Episoden , gibt es immer wieder Momente , in denen sich "Broken Flowers" Zeit lässt , wie etwa Autofahrten. Diese Momente sind perfekte Zeitpunkte , für den Zuschauer , die vergangene Episode zu überdenken , und sich ein Bild davon zu machen.

    VORSICHT SPOILER

    Was an "Broken Flowers" jedoch am bemerkenswertesten ist , ist die Dreistigkeit , Jim Jarmuschs , sein Puplikum zurück zu lassen , das es scon fast David Lynch ähnliche Züge annimmt. Am Ende ist der Zuschauer genauso schlau wie am Anfang. Don Johnston hat weder seinen Sohn gefunden , noch die Mutter. Der Zuschauer kann sich nur , durch sehr geschickte Hinweise , ein Bild zusammen interpretieren , aber eine konkrete Antwort gibt es wohl nicht.

    SPOILER ENDE

    Fazit : "Broken Flowers" ist ein schräger Road Movie , voller Stärken , welcher jedoch für das breite Puplikum , eine reine Zumutung sein wird.

    "You are the Don Juan"

    12
    • 5

      Also langsam kristallisiert sich der Eindruck, dass Jarmusch nichts für mich ist..

      • 8 .5

        "Ich fange an, komische Geschichten zu mögen"
        Don Johnston

        Man könnte sagen, es ist ein Film voller sanfter Melancholie, von der Reue eines Mannes, der sein Leben verplempert hat. Von einem Mann, dem es leid tut, dass Frauen immer eher Spielzeug waren... Und dessen Odyssee sich mit ganz sanftem Humor über die 106 Minuten windet. Quasi ein Indie-Pärchenfilm.
        Bullshit...
        Es ist Jarmuschs Tarantino Phase. Und sie dauert einhundertundsechs Minuten.
        Tarantino macht Filme, um einen Grund für einen Soundtrack zu haben, oder weil er sich noch vor dem, dem und dem Film verneigen möchte und hauptsächlich macht er Filme, weil Tarantino den Film sehen will.
        Jarmusch macht diesen Film, weil er einen stoischen Bill Murray durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten schicken will, aber hauptsächlich, weil er einfach einen Film mit Bill Murray machen will.
        Und das merkt man. Die Bill Murray Cam ist unverkennbar, immer auf das eindrucksvoll leer erscheinende Gesicht des alternden Gottkönigs gerichtet und unterstützt die Kreiselungen des Regisseurs...
        Das ist keineswegs schlecht. Die plätschernde Handlung geht Hand in Hand mit einem vollauf gelungenen Soundtrack und bewegt sich so unaufgeregt um sich selbst, als gäbe es einfach nichts anderes und nicht nur nichts Wichtigeres, sondern einfach garnichts Wichtiges.
        Jarmusch läßt ebenso abgedrehte wie lebensnahe Figuren auf den guten alten Bill los, der als Playboy mit grauen Haaren einen rosa Brief findet, in dem eine anonyme Verflossene von einem gemeinsamen, mittlerweile erwachsenen, Sohn spricht.
        Nach einigem Drängen seines Nachbarn und Hobbydetektivs Winston, wunderbar verkörpert vom wunderbaren Jeffrey Wright, macht sich der Protagonist auf die Suche nach DER Ex. Dabei trifft er auf eine Redneck Sharon Stone und ihre Tochter, deren Name Lolita Programm ist, besagte Tochter wird von Alexis Dziena dargestellt und fällt durch nichts anderes als Körperlichkeit auf, aber wenigstens irgendwie positiv...
        Danach landet er bei der seltsamen Maklerin Dora und ihrem Mann, dargestellt vom einmal mehr herrlich plakativ-arschlochhaften Christopher McDonald. Dann gehts zu Jessica Lange, die den Doctor Doolittle Weg für sich entdeckt hat und als Tierpsychologin arbeitet, da kann nicht mal Jane Lynch als Psychiaterin bei `Two and a half men´ mithalten. Schließlich gehts zu einer Tilda Swinton, die man nicht erkennen würde, wenn man sie nur als blonden Hardbody aus "Die Chroniken von Narnja" kennt, und deren Harley-schraubenden Hillbilly Beschützern.
        Eine Geschichte, die einen gern ein Tränchen verdrücken ließe, weil sie so tragikomisch ist und so viel potentielle Tiefe bietet, obwohl sie doch nur ein egomanisches, und das meine ich nicht negativ, Roadmovie ist, das nur auf dem Weg zu sich selbst ist. Die Figuren sind toll, aber man fragt sich immer "warum fährt der Typ überhaupt los?".
        Er hat Kohle, ein tolles Haus und einen Nachbarn, mit dem er Pot rauchen kann, dazu will die Ex, die ihm schreibt, nicht mal Unterhalt...
        Er fährt los, damit Jarmusch mir schon wieder zeigen kann, warum ich ihn mir gerne anschaue. Damit er mir schon wieder ein seltsamstes Figurenuniversum kredenzen kann und damit ich ihm schon wieder ein bissl Kino- und DVD Geld zuschiebe. Und ich mache es gern, schon wieder. Denn er hat Bill Murray, schon wieder. Und er erfreut mich sehr, schon wieder.
        Und während ich überlege, wie ich diese Kritik zuende bringe, habe ich das dritte belgische Bier geleert, winamp sprang von Oliver Onions zu Yello zu Tom Petty zu Blondie zu The Kinks und schließlich zu The Clash und ich denke nach, welche verflossene Spielkameradin ich wohl zuerst aufsuchen würde, bekäme ich so einen rosa Brief...
        Hmm. Jedenfalls kann ich meiner langjährigen Ex, nee das ist falsch, meiner langjährigen Freundin und jetzigen Ex, dafür danken, dass sie mich definitiv nie in diese Verlegenheit brachte und es zukünftig wohl sicher auch nie bringen wird...
        Ich gehe jetzt ins Bett, aber vorher schweiße ich meinen Briefkasten zu...Drei belgische Bier sind ideale Voraussetzung für den Umgang mit offenem Feuer. Dann bis morgen, vielleicht.

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        • 7 .5

          Bill Murrays lakonisches Spiel mit dem zerknitterten Gesichtsausdruck ist bereits aus Lost in Translation bekannt. Im Grunde spielt er einen ähnlichen Charakter, der nach Außen still und nachdenklich, innerlich jedoch zerrissen ist. Das Murray solche Figuren spielen kann hat man schon im oben genannten Beispiel gesehen, in "Broken Flowers" macht er seine Sache ebenfalls fantastisch. Der Film unterhält über weite Strecken sehr gut, ist sympathisch und klasse gespielt. Allerdings erscheint die Inszenierung stellenweise etwas zu distanziert und zu kühl, wodurch es in manchen Szenen schwerfällt Emotionen zu empfinden. Dies ist aber zum Glück nicht allzu oft der Fall. Was den Reiz von Broken Flowers, neben dem ausgezeichneten Cast, ausmacht, sind die vielen verstreuten Kleinigkeiten die es zu entdecken gilt. Letztlich sind es meist diese Kleinigkeiten, die den subtilen Humor des Films ausmachen. Jim Jarmuschs Werk ist ein zutiefst menschlicher, emotionaler und liebevoller Film, der eine schöne Atmosphäre aufbaut und mit einer gelungenen Schlusspointe punktet.

          1
          • 8

            Jim Jarmusch steht für die etwas anderen Filme.
            Sie sind oftmals schwer zugänglich, vielleicht auch schwer verständlich und bauen viel auf Dialogen auf.
            Vielen ist seine Art Filme zu machen damit also schon einmal ein Graus.
            Wenn ihr nur auf Action a la „Transformers“ steht könnt ihr hier bereits aufhören zu lesen.
            Denn „Broken Flowers“ bietet keinen Funken der Inhalte(:D) oben genannten Filmes.
            Keine atemberaubenden Actionszenen, keine serviettengroße Story und keine dümmlichen Dialoge. Tut mir leid!
            Hier wird auch mal eine Minute Bill Murray beim Nichtstun gezeigt. Da passiert nichts, keine Spannung wird angezogen und trotzdem ist es allemal interessanter als so gut wie jeder sogenannte Blockbuster.
            Jarmusch macht aus einem eigentlich langweiligen Stoff eine originelle Geschichte, so skurril wie nur er es kann.
            Er erzeugt in diesem Roadmovie eine tolle Atmosphäre von erotisch aufgeladen bis hin zu unbequem und schwer auszuhalten.
            Die Rolle ist Murray wirklich auf den Leib geschrieben. Er verkörpert perfekt den in die Jahre gekommenen Rumtreiber(Betonung auf letzterem), der sich auf die Suche nach der Mutter seines einzigen Kindes macht. Eigentlich hat er ja darauf auch nicht wirklich Lust und wird von seinem besten Freund fast schon gezwungen. Denn Murray ist hier vor allem eines: Lethargie in Reinkultur. Das können nur wenige glaubhaft spielen und gleichzeitig sogar die Interesse des Zuschauers aufrechterhalten.
            Jarmusch serviert uns viele abgefahrene Situationen, die mal lustig und mal traurig sind. Das ist schön abwechselnd und macht den Film unvorhersehbar. Gleichzeitig liefert uns der Regisseur Möglichkeiten, weniger wirkliche Lösungen. Passt zum Film.
            Man darf neben Murrays Meisterleistung aber nicht den restlichen Cast außer Acht lassen. Sharon Stone, Jessica Lange, Tilda Swinton…alle spielen sie in Höchstform!
            Fazit: Skurril, abgefahren, ruhig – das ist die Welt des Jim Jarmusch!

            6
            • 5

              Augenblicke werden gut eingefangen und zeitlich bis ultimo ausgereizt - wenn man dazu in der Stimmung ist, schön und gut, aber als der Film für mich richtig anfing, war er auch schon zu Ende. Hatte mir mehr erhofft...

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              • 8

                Ach Bill Murray, umso älter er wird umso toller finde ich ihn. Interessante Story, bei der einem einige Stellen eher lang un ruhig vorkommen, doch viel muss Murray als Erzähler garnicht beisteuern, seine Mimik verrät meist genug. Immerwieder rätselt man als Zuschauer auch wer denn nun der geheimnisvolle Sohn von Don sein könnte. Dabei kommt das Ende dann besonders überraschend und gerade dieser Abschluss war grandios.

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                • 7

                  Ich fand den Film gut, Bill Murray liebe ich sowieso. Ich muss aber sagen im Nachhinein bin ich froh das ich den Film alleine geschaut habe, meine Freundin hätte mit 100% Sicherheit gemotzt weil Sie den Film langweilig gefunden hätte :) und über das Ende, ohje hätte die sich aufgeregt... Ich fand das Ende aber auch ein bißchen zu plötzlich und mir hätte ein geschlossenes Ende mehr zugesagt.

                  • 7 .5

                    Jim Jarmusch ist so ein Sonderfall. Normalerweise ziehe ich die super-intellektuellen Filme mit den laaaangen Einstellungen, dem subtilen Humor und den offenen Enden hier nach allen Regeln der Kunst in den Dreck, aber in diesem Fall ist das alles irgendwie okay. Ich weiß nicht, wie er es macht, aber Jarmusch kann 45 Sekunden Schweigen problemlos so abfilmen, dass es nicht nur unterhaltsam bleibt, sondern dass man hinterher sogar ganz genau weiß, ob das jetzt peinliches Schweigen, beredtes Schweigen, gespanntes Schweigen oder betretenes Schweigen gewesen ist.

                    Das soll ihm erst mal einer nachmachen. Außerdem ist natürlich Bill Murray eine Schau, der könnte meinetwegen EU-Richtlinien vorlesen, das würde ich auch noch sehen wollen.

                    3
                    • 4

                      Ich will nicht zu viel verraten, aber als Bill Muray dem einen Jungen hinterher rennt, hab ich mir noch gedacht, wenn der Film jetzt aufhört geh' ich rüber und trete Jim Jarmusch in den Arsch … und tzack kam der Abspann! Nichts gegen ein offenes Ende, aber was war das denn!?! Kann mir jemand zufälliger weise die Adresse von Jarmusch verraten? Ich … ehm … müsste da mal was überbringen…

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                      • 4 .5

                        Also wenn ich einschlafen möchte, dann leg ich mir chillige Musik auf, oder noch besser: Ich starte "Broken Flowers". Tut mir leid, aber der Film war noch langweiliger als "Lost in translation".

                        • 7

                          Es scheint, Bill Murray spielt hier konsequent mit einem Gesichtsausdruck durch - und dennoch bleibt sein Charakter im Gedächtnis, und zwar als ein vielschichtiger Mensch. Denn zum großen Teil wird er auch von seiner Umgebung beziehungsweise von seiner Vergangenheit charakterisiert und diese wiederum durch andere kleine Details. So unterscheiden sich die beiden ersten Familien nicht nur durch ihr Verhalten, sondern auch durch das Essen, was sie Don anbieten: Einmal ein saftiges Hähnchen, welches man nahezu zu riechen vermag, wenn man es nur ansieht, und ein geometrisch perfekt angeordneter, lebloser und steriler Spießerteller, so appetitlich wie ein kubistisches Bild. Es sind die Details, die hängen bleiben, der lakonische, subtile Humor, der sich nicht wiederholt, sondern immer neue Formen erfährt (das "Lolita"-Zitat ist schlichtweg genial). Oder der Soundtrack, der immer perfekt zur Stimmung passt. Oder auch das tolle Ende, leicht rätselhaft und gerade dadurch faszinierend und hachhaltig. Oftmals langsam, doch niemals langatmig, atmet aus jeder Szene des Films eine im Alltäglichen steckende Tiefe, das Ungesagte ist ebenso präsent wie das Gesagte und hat eine noch größere Wirkung als dieses. "Broken Flowers" ist ein Film, der sich leise in die Wahrnehmung und in das Gedächtnis einschleicht und dort eine schwer erfassbare, aber lebendige Spur hinterlässt. Jim Jarmusch inszenierte hiermit einen leicht melancholischen und zutiefst menschlichen Film, ach was, ein Gefühl und ein Augenzwinkern, eine leise Ironie und eine nicht vorhandene und zugleich erfüllende Erkenntnis. Wahrscheinlich reichen Worte ja auch gar nicht aus für das, was hier gesagt werden müsste.

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                          • 6

                            Brilliant gespielt, melancholisch und dennoch muss man hin- und wieder schmunzeln. Allerdings war mir der Film dann letztendlich doch zu gemächlich und sparsam. Dieses passive, in sich versunkende Harren und Sitzen und in der Gegend Rumgucken von Bill Murray geht einem nach ner Zeit ein wenig auf den Senkel, und man möchte schreien: NUN TU DOCH MAL WAS!

                            • 2 .5

                              meine erwatungen - zerschmettert. kein zweifel, dass jarmushs filme einen teilweise ruhigen spannungsaufbau sich vorbehalten, was bis jetzt für mich auch immer sehr amüsand und interesant war, aber der auslösende effekt, der alles zusammen führt bleibt in meinen augen hier gänzlich auf der strecke. die hausbesuche hielten zu viele fragen offen, die auch bis zum schluss nicht geklärt werden. seine unendlichen autofahrten, die entschieden also entschieden zu lang sind erzielen für mich die vernutlich gewünschten absichten ebenso wenig. schauspielerisch hat mich das ganze von murrays seite sehr an "lost in translation" erinnert. und gerade das verstehe ich nicht. warum eine solche leistung so überbewertet wird. es gehört ja nicht viel dazu 30 sekunden still auf einer couch zu sitzen.
                              und das so gelobte ende ist für mich das ärgernis schlechthin. ich kann die idee nachvollziehen, aber auch hier fehlt jegliche dramatik. es wird alles reduziert auf die banale tatsache das er wieder am anfang steht. ich empfinde es als imperfekt. als würde ein großes wichtiges stück fehlen.

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                              • 9

                                Der Film lohnt sich allein aufgrund der wunderbaren kurzen Traumsequenzen Bill Murrays, in welchen die weiblichen Tageseindrücke zu erotischen Bildfolgen zusammenfließen. Vom lakonischen Humor, der subtilen Story, dem genialen Ende und den überzeugenden Charakteren einmal abgesehen.

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                                • 8

                                  Bewegt sich Bill Murray überhaupt in dem Film ? Murray schafft es wirklich wie kein anderer Schauspieler so glaubhaft lethargisch-resignativ zu spielen. Er passt daher auch wie angegossen in diesen etwas gemächlichen Jarmusch. Hat mir - nicht zuletzt auch wegen der guten Nebendarstellerinnen(Julie Delpy,Tilda Swinton,Sharon Stone etc.) sehr gut gefallen!

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                                  • 8

                                    Ein Film wie Bill Murrays Mimik. Und die hat mir immer schon gefallen.

                                    • 9

                                      Ein echter Jarmusch wie leichte Bläschen im Seeckt Glas.
                                      Bill Murray spielt wie schon in Lost in Translation einen abgehalfterten Lebemann,
                                      Der an einen Punkt angekommen ist wo es besser ist zu ruhen. Als weiter denn Don Juan zuspielen, was er mal wieder brillant unter Beweis Stellt. Auch die Stimmungs- vollen Dialoge die an Realismus nicht zu übertreffen sind, ohne rührselig oder andere entfinden her vor zuheben sind gekonnt in Szene gesetzt. Und trotzdem mit denn gewissen Humor der Trockenenart im Gepäck. Zitat:
                                      (Donny. Was machst du den hier? Ich suche nach einer Schreibmaschine. Ah! Jetzt weis ich es wider.)
                                      Zudem sind die üblichen Jarmusch Kleinigkeiten auch eingepackt. Lange Kamera Fahrten ins Blaue, mit Klasse Musik Untermahlung die mich an Ghost Dog erinnerte.
                                      Genügend Tee Pausen, und eine kleine Ernennung bezüglich des Rauchens (Nicht Rauchens). Alles Dinge die sich halt ein Jarmusch nicht nehmen läst.
                                      Das Ende ist irgendwo etwas unbefriedigend, aber passt sich dem gesamt Bild an. Und läst fiel Raum für Spekulationen, insgesamt also einruhiges Gemälde zum Nachdenken und zur Besinnung.

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                                      • 7

                                        sehr lustig. aber bei diesem film hab ich mich echt geärgert dass es keine auflösung gab....rrhhh

                                        • 8 .5

                                          Bill Murray auf der Suche nach seinem Sohn, konfrontiert mit seiner Vergangenheit. Langsam aber gefühlvoll, nachdenklich aber amüsant erzählt. Jarmusch zeigt einmal mehr, dass der gesprochene Dialog nicht zwingend notwendig ist.
                                          Das Roadmovie und seine individuellen Charaktere, Murrays grandiose Art mit seinem eigenen Stil immer wieder die verschiedensten Figuren zum Leben zu erwecken, das genial gesetzte offene Ende, das alles macht "Broken Flowers" zu einem eindringlichen Erlebnis.

                                          • 7

                                            Ja ich muss sagen, Jarmuschs Filme aus mittelalten Zeiten waren erheblich besser und hatten mehr Charme. Ich verweise da gerne auf Schmuckstücke wie "Coffee and Cigaretts", "Night on Earth" oder "Dead Man".

                                            Jetzt fehlt mir einfach dieses schwarz-weiß-Feeling und natürlich die Originalfassung. Dadurch geht etwas an Substanz verloren, die aber Bill Murray fast wett machen kann durch seinen zerknirschten Gesichtsausdruck.
                                            Aber als Tipp sollte man natürlich jeden Jim Jarmusch Film in der Originalfasssung gucken.

                                            Auch die Geschichte ist wieder etwas speziell, aber reißt mich nicht total von meinem Pc-Sessel.
                                            Es ist natürlich interessant zu beobachten wie sich Liebende nach Jahren wieder sehen und feststellen zu können, wie der andere sich weiter entwickelt hat.

                                            Auch die verschiedenen Frauen mit ganz unterschiedlichen Weiterentwicklungsstadien sind amüsant zu betrachten.

                                            Das Ende war jarmuschistisch natürlich so schon voraus zu ahnen, seien wir mal ehrlich, in welchem Jarmusch-Film ist eine Handlung schon abgeschlossen.

                                            Also hoffe er besinnnt sich wieder etwas auf seine älteren Werke, weil mit "Limits of Control" konnte ich auch nur sehr wenig anfangen.

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                                            • 9

                                              Ich habe lange keinen Film mehr gesehen, der in seiner Narration so unaufgeregt und gemächlich daherkam wie Jim Jarmuschs Tragik-Komödie „Broken Flowers“. Natürlich, Bill Murray ist das zentrale Element dieses Film, der den gealterten Frauen-Held Don Johnston spielt, der sein Leben mittlerweile völlig antriebslos auf dem Sofa sitzend vor dem Fernseher verbringt, bis er eines Tages von einem rosa Brief aufgerüttelt wird, in dem geschrieben steht, dass er Vater eines nunmehr neunzehnjährigen Sohnes sein Angetrieben von seinem einzigen Freund Winston macht sich Don auf die Reise durch das Land um fünf Verflossene zu besuchen, die als Mutter seines angeblichen Sohnes in Frage kommen könnten. Diese Odyssee führt Don nicht nur durch das Land, gleichzeitig inszeniert Jarmusch eine Reise quer durch alle Schichten der amerikanischen Gesellschaft. Voller Melancholie erzählt, wird der Film zu keinem klaren Abschluss kommen, der Zuschauer bleibt ratlos zurück, mit mehr als nur eine offenen Frage im Kopf. Was von diesem Film bleibt sind ruhige, schöne Bilder und ein Bill Murray, der seinen Charakter mit seiner ihm eigenen Mimik vortrefflich zu verkörpern weiß. Nicht zu vergessen der schöne Score, der den ganzen Film mit einer melodisch-fröhlichen jazzigen Musik unterlegt, die somit die gezeigten Bilder wunderbar kontrastiert. „Broken Flowers“ ist ein ungeheuer intensiver Film, der seine Wirkung vor allem aus der Atmosphäre zieht, die er selbst erzeugt. Exemplarisch sei an dieser Stelle auf das Dinner mit einer seiner Ex-Frauen (Tilda Swinton) und deren Mann hingewiesen, welches auf Grund der vortrefflichen Inszenierung und des tollen Spiels der Schauspieler eine so unbehagliche Stimmung erzeugt, dass der Zuschauer am liebsten selber aufstehen und den Raum verlassen möchte

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                                              • 7 .5

                                                Da mir Jim Jarmuschs Filme bisher nicht soo sehr zugesagt haben, war ich auch bei diesem hier etwas skeptisch, wurde aber positiv überrascht.
                                                Der Film ist wieder sehr ruhig, passiv und fast bewegungslos, da bestimmte Kameraeinstellungen oft länger als gewohnt gehalten werden, oder aber Bill Murray bewegungslos in einer bestimmten Position verharrt. Dies wirkt aber keinesfalls langweilig, sondern verdeutlicht nur den Charakter des Don, den Murray verkörpert und verleiht dem Film eine ganz besondere Intensität.
                                                Letztendlich passiert nicht wirklich viel: Murray sucht eine Exfreundin nach der anderen auf, redet, fährt weiter...
                                                Aber obwohl man die einzelnen Exfreundinnen nur kurz sieht und sie nicht wirklich "kennen lernt" sprechen ihre Blicke, Gesten, ihre Verhaltensweisen und das, was sie sagen Bände.
                                                Für all das und das gelungene Ende 7.5 Punkte.

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                                                • 10

                                                  Nach Lost in Translation ist Broken Flowers wieder ein Tiefgründiger Film mit einem großartigen Bill Murray. Aber Jim Jarmusch kannte immer schon die Qualitäten von Bill Murray, und setzt im mit diesem Film ein Cineastrisches Denkmal!

                                                  • 8 .5

                                                    „Broken Flowers“

                                                    Jim Jarmusch ! Ja, er kann es.
                                                    Wo fange ich am besten an und wo höre ich am besten auf ?
                                                    I don´t know !
                                                    Zoomen wir uns doch einfach in das Leben einer übergroß gewordenen Couchkartoffel namens Don Johnston (die Betonung liegt auf dem „T“ in dem Johnston, denn mit dem Vorzeige Sunnyboy aus der Retortenserie Namens „Miama Vice“ hat unser guter „Dr. Peter Venkman, ähem ich meine Bill Murray rein gar nichts am Hut).
                                                    Bill Murray aka Don Johnston hat ausgesorgt und lässt es sich gut gehen.
                                                    Sein Leben wird bestimmt von Nichtstun, auf der Couch Rumliegen und in den Fernsehapparat schauen und gelegentlichen Besuchen seines Nachbar Winston.
                                                    Eines Tages bekommt unser Hauptprotagonist, der filmisch eine Mischung aus ehemaligen Don Juan und heutigem modernisierten Eremiten darstellt, Post von einer Unbekannten.
                                                    Aus dem Brief ist zu entnehmen, dass Donnie und eine alte Flamme ein Kind gezeugt haben und das mittlerweile 20 Jährige Resultat auf dem Weg ist, um seinen Vater kennen zu lernen.
                                                    Bill Murray aka Don Johnston / aka Donnie will von seinem unbekannten Sohn nichts wissen, lässt sich aber von Nachbar Winston (einem zum schreien komischen Möchtegern Kriminalromanschriftsteller) auf eine Reise schicken, um die Unbekannte Mutter seines unbekannten Sohnes zu finden.
                                                    Das ist der Plot und mehr muss der noch ahnungslose Zuschauer gar nicht wissen.
                                                    Denn hier gilt, selbst sehen und sich überraschen lassen.
                                                    „Broken Flowers“ ist kein Film der mit einer „auf-die-Tränendrüsse-Drücker“ Story punkten will, sondern lockerflockig daher kommt und mit seinem ganz eigenem Charme überzeugt.
                                                    Bill Murray der durch die „Ghostbusters“ Filme zum Meister der Zynismus aufgestiegen ist, hält sich hier sehr wortkarg. Trotzdem schafft er es durch kurze bissige Sätze und genial gelangweilten Ausdruck die Lacher auf seine Seite zu ziehen.
                                                    Sehr schnieker Film mit sehr feiner musikalischen Untermalung.

                                                    8.5/10