Brownian Movement

Brownian Movement (2010), NL
Laufzeit 101 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 30.06.2011

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6.1 Kritiker
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von Nanouk Leopold, mit Sandra Hüller und Dragan Bakema

Charlotte und Max sind ein junges, erfolgreiches Paar und aus beruflichen Gründen nach Brüssel gezogen. In der fremden Stadt beginnt Charlotte damit, sich heimlich mit unbekannten, unattraktiven Männern zu treffen und mit ihnen zu schlafen. Als ihr Geheimnis aufgedeckt wird und an die Öffentlichkeit gerät, verliert sich nicht nur ihren Job als Ärztin, sondern auch das Vertrauen ihrer Familie. Charlotte ist sprachlos und sie findet keinerlei Erklärung für ihr Verhalten. Unter dem äußeren Druck droht ihre Ehe mit Max zu zerbrechen. Doch trotz aller Demütigungen und Frustration versucht das Paar einen Neuanfang.

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Kritiken (6) — Film: Brownian Movement

Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de

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4.5Uninteressant

Von der Verletzlichkeit und der Kraft der Liebe. Sandra Hüller ist herausragend als Ärztin und Mutter. Eine Nymphomanin, die alles haben will doch so viel verliert. Die holl. Filmemacherin Nanouk Leopold erzählt die Geschichte mit den Mitteln des Direct Cinema. Psychologie, Erklärungen? Fehlanzeige. Und darin liegt das Problem. Warum gibt Charlotte (Sandra Hüller) ihre Beweggründe für ihr Doppelleben nicht preis? Sie weiß doch um die Gefahr, dass sie mit ihrem Leben, mit ihrem Beruf und mit ihrer Berufung spielt? Leider beantwortet die Regisseurin diese Fragen nicht. Somit bleibt ihr Film ein zickiges, belangloses Statement.

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Thomas Warnecke: Schnitt Thomas Warnecke: Schnitt

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5.5Geht so

Brownian Movement ist also konsequentes europäisches Kunstkino: keine Psychologie! keine Moral! keine Erklärungen! und reduziert die Figuren zu Teilchen, die sich nach Gesetzen verhalten, über die sie nichts wissen. Was den Film so anstrengend macht, ist eben diese klinische Perspektive: Die rigide Kadrierung läßt dem Blick kaum Freiheiten, als würde einem der Kopf gehalten und man wäre gezwungen, die ganze Zeit einen Punkt zu fixieren. [...] Die Lust an (wiederum: scheinbarer) Willkür und Eigensinn, gepaart mit dem Unwillen, sich dafür zu erklären, eint Film und Protagonistin. Dafür gibt es ein Adjektiv: zickig. Manche finden das sexy.

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Claudia Nitsche: Radio Köln Claudia Nitsche: Radio Köln

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6.0Ganz gut

"Brownian Movement" ist ein forderndes Werk, sperrig und voll von künstlerisch inszenierten Motiven. Während es das Verborgene offen legt, ist die Kamera aus, und Fragen werden nicht explizit beantwortet. Erstaunlich, dass man dennoch ganz tief in eine Beziehung geblickt hat.

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Stefanie Zobl: Fluter Stefanie Zobl: Fluter

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7.0Sehenswert

Die Ausnahmeschauspielerin Sandra Hüller ("Requiem", "Madonnen") schlüpft einmal mehr und sehr variationsreich in die Rolle einer Frau mit einem extremen Charakter. [...] Kühl, nüchtern und reduziert wie ein wissenschaftliches Experiment ist der Film inhaltlich wie formal zwar nicht besonders leicht verdaulich, dafür aber ziemlich einzigartig.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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8.0Ausgezeichnet

Brownian Movement ist ein geheimnisvoller, unverhohlen exzentrischer Film. Ein Film, der nicht um sein Publikum buhlt, es aber doch durch Intelligenz und seltsamen Witz verführt. Ein bürgerliches Drama, das seine traurigen Seiten hat, und doch auch eine offene Farce, die die Absurditäten der Gesellschaft, aus deren Herz sie kommt, mit den Frustrationen und Leidenschaften ihrer Figuren auf der Leinwand entfaltet. Schließlich ein sinnlicher Film, der dem Zeigen mehr vertraut als dem Erzählen, den Bewegungen mehr als der Psychologie, den Körpern mehr als den Worten.

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Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei... Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei...

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6.0Ganz gut

Brownian Movement ist ein stiller Film. Fast lautlos wie das physikalische Phänomen des Titels. Es bezeichnet das Sichtbarwerden einer plötzlichen entstehenden Bewegung von Partikeln. [...] Brownian Movement ist keines der konventionellen Liebesdramen über eine emotional unterdrückte Familienmutter, die ein sexuelles Doppelleben führt. Das in konzentrierten Planszenen gefilmte Charakterporträt studiert die Oberfläche einer tief in sich gekehrten Persönlichkeit, ohne sie je zu durchdringen. Sandra Hüllers subtile Darstellung verleiht dem ambivalenten Werk einen frostigen Glanz. Doch auch ihr nuanciertes Spiel kann eine Figur nicht gänzlich ausfüllen, die nach dem Willen der Regisseurin scheinbar unergründlich bleiben soll.

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