Kolberg

Kolberg (1945), DE
Laufzeit 111 Minuten, Historienfilm, Kinostart 05.08.1965

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- Kritiker
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6.0 Community
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von Wolfgang Liebeneiner und Veit Harlan, mit Heinrich George und Kristina Söderbaum

Dieser nationalsozialistische Propagandafilm, der wegen seiner nationalsozialistischen Haltung bis heute nur in historischen Begleitprogramm gezeigt werden darf (Vorbehaltsfilm), spielt 1806 in Deutschland, als das Land von den den Franzosen unter Napoleon besetzt ist. Ganz Deutschland? Nein, die Bewohner einer kleinen Festung namens Kolberg leisten erbitterten Widerstand. Die Bürgerwehr und die gesamte Bevölkerung lassen sich auch von Artillerie nicht beeindrucken und gehen schließlich als Sieger aus der Konfrontation hervor.

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Kommentare (5) — Film: Kolberg

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Framesurfer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Um den Film richtig einzuschätzen ist auch ein Blick auf die Entstehungsgeschichte notwendig. Der Durchhaltefilm Kolberg, war das wichtigste Propagandainstrument der letzten Kriegstage. Tatsächlich wurde dem Film kriegswichtige Priorität zugestanden, das heißt Transporte für den Kolbergfilm wurden Truppentransporten vorgezogen. Beispielsweise wurden 100 Waggons mit Salz geliefert. um im Sommer eine Schneescene zu drehen. 187 Tausend Wehrmachtssoldaten wurden als Statisten eingesetzt.
Der Film ist durch Goebbels stark verändert wurden. Die markigen Wiederstandsreden wurden von Goebbels persöhnlich geschrieben und nachträglich in das Drehbuch eingefügt. Nach dem Rohschnitt explodierte er förmlich über den vermeintlichen Antikriegsfilm. Er zwang Harlan, der auch Scenen der entsetzlichen Not der Bevölkerung gedreht hatte, beispielsweise gab es im historischen Kolberg, gegen Ende der Belagerung keine Türen mehr, es war das letzte verfügbahre Holz um die Toten zu beerdigen, diese samt und sonders herauszuschneiden.
Zugegeben, er ist ein Propagandafilm, aber als solcher ist er nicht schlechter oder gefährlicher als vergleichbare Filme dieser Zeit. Er ist ein Stück Zeitgeschichte.

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Imi DeVito

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Es ist schrecklich: Man kann einen Film nicht aus dem Zusammenhang resissen. Kolberg ist eben von den Nazis beauftragt worden- zu einem bestimmten Zweck.
Wenn man das ausklammert- was schwer fällt- bleibt ein Film übrig, der wegweisend- und heute noch ein Meisterwerk ist.
Es gibt ähnliche Parallelen zwischen Politik und Filmkunst: Zu meinen Lieblingsregisseuren zählen tasächlich Leni Riefenstahl- ihre Filme haben das Recht, nach über 60 Jahren Nazidiktatur noch einmal angeschaut zu werden, es gibt ähnliche Regisseure in den USA. Ich halte z. B. "This is Korea" von John Ford für ein Meisterwerk der Kriegsberichtserstattung- ein Mehrteiler- der mehr als ansehenswert ist.

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Ripley1

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Ich glaube, hier irrst du dich. Auch wenn man den "Zusammenhang" weglässt, was meiner Ansicht nach unzulässig ist, ist "Kolberg" kein Meisterwerk, sondern nur bombastisch und durchtränkt von hohlem Pathos. (s. auch Kritik von Joe Gillis)
Der Vergleich mit Leni Riefenstahl hinkt. Ihre Olympia-Filme waren sicherlich innovativ, haben aber mehr als nur einen schlechten Beigeschmack, besonders wenn man sie mit den Parteitagsfilmen vergleicht.
Wenn man Harlan und Riefenstahl vergleichen will, dann bieten sich ihre missglückten Melodramen an.
Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist der Dokumentarfilm "Die Macht der Bilder", in dem Riefenstahl ihr filmisches Schaffen mit dem Abstand von 50 Jahren kommentiert.


Ripley1

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Bewertung0.0Hassfilm

Bevor man ein Machwerk wie "Kolberg" lobt, sollte man einen Blick ins Geschichtsbuch riskieren, Kapitel "Deutsche Geschichte von 1933 bis 1945". Die UFA unterstand "Reichsfilmminister" Joseph Goebbels! "Kolberg" ist der letzte "große" Durchhaltefilm des Zweiten Weltkriegs - oder war der auch ein Beispiel für "Patriotismus", "Zusammenhalt", "Loyalität" und "Pflichtbewusstsein", wie in den anderen Stellungnahmen suggeriert wird?

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dustyOn3

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Großartiger Film welcher durch die perfekte Mischung aus Patriotismus, Zusammenhalt und das Durchhalten in extremen Situationen, überzeugen kann. Das Einsatzgebiet des Films, zur Nazi-Propaganda hingegen spricht mich ganz und gar nicht an. Mir geht es hier lediglich um den Film ansich - Ohne seinen politischen Hintergrund. Alle nötigen Informationen über die Hintergründe kann man Wikipedia entnehmen.

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dAJaro

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Mit anderen Worten: Schau dir Filme bitte etwas reflektierender an. Filme sind nicht einfach nur (nette) Unterhaltung.


dustyOn3

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Ich bin mir dessen bewusst. Aber trotzdem danke für dein Feedback.


KnightTemplar

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein toller Film über Ehrlichkeit, Loyalität und Pflichtbewusstsein.

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satyrrrr

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Und eine tolle Vorbereitung auf den deutschen Volkssturm = Nazi-Propaganda.

Man kann den Film ja trotzdem gut finden, nur sollte man vieleicht nicht so unreflektierte Kommentare in die breite Öffentlichkeit schreiben, die über den Hintergrund des Films nicht aufklären.


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