CABARET sieht dank Fosses Inszenierung und besonders aufgrund des sehr modernen Schnitts keinen Tag zu alt aus. Wie kein anderes Musical (wenn man CABARET denn so nennen will) bindet der Film seine exzellenten Songs sinnvoll, kommentierend und manchmal fast surreal in seine Handlung ein - dank der unbeschreiblichen Leistung Joel Greys als allwissendem, geheimnisvollen und bis zur Irrealität dämonischen Confrencier mit maximalem Effekt. Ein wahres Meisterwerk, das die Unausweichlichkeit des Grauens der Nazizeit klug und wohldosiert in seine noch heute durchaus frivole Geschichte einstreut.
Bin eher ein kritischer Freund von Musicals, dieses hier hat mir - für mich selbst überraschend - sehr gut gefallen.
Joel Grey als Master of Ceremonies und Liza Minelli mit sämtlichen Songs und Choreografien sind wahnsinnig gut gefilmt.
Das NS-Thema wird besonders mit der Biergartenidyll-Szene ebenfalls sehr eindrucksvoll eingefangen - und so mancher Zuschauer beim ersten Sehen sicherlich gleich mit.
Ein politisches Musical über den Aufstieg des NS-Regimes. Naja, darum geht es nur am Rande. Wie der erste Zombie in "Night of the living Dead", so nähert sich auch der Untergang Deutschlands in "Cabaret", schleichend und subtil. Haupthandlungstechnisch geht es Musical-typisch um die große Liebe, doch Bob Fosse wäre nicht Bob Fosse, wenn er dem ganzen nicht einen Schwall Realität einspritzen würde. Dadurch wird diese Liebesgeschichte zu einem hervorragend gespielten und komplexen Spiel. Die Minelli war nie mehr so gut und was man aus Micheal York und Fritz Wepper rausgeholt hat.
Im Cabaret lässt Fosse dann den Surrealismus walten, der wie losgelöst vom eigentlichen Geschehen wirkt. Unvergesslich bleibt natürlich auch das einschneidende Lächeln Joel Greys als Confrencier.
Bob Fosse - oder besser die wunderbare Liza Minnelli - zwingt den Zuschauer, die Augen nicht zu verschließen vor dem steten Kippen der Gesellschaft in die braune Zukunft. Und dennoch ist der Film wendig und gewitzt, klagt an, ohne steif zu werden, beizeiten derb, aber nie abstoßend. Sein bester Film.
Kritiker — Ausgezeichnet 8.0
Der Film Cabaret wurde von 6 Kritikern bewertet.
Julio Sacchi: Das Manifest
CABARET sieht dank Fosses Inszenierung und besonders aufgrund des sehr modernen Schnitts keinen Tag zu alt aus. Wie kein anderes Musical (wenn man CABARET denn so nennen will) bindet der Film seine exzellenten Songs sinnvoll, kommentierend und manchmal fast surreal in seine Handlung ein - dank der unbeschreiblichen Leistung Joel Greys als allwissendem, geheimnisvollen und bis zur Irrealität dämonischen Confrencier mit maximalem Effekt. Ein wahres Meisterwerk, das die Unausweichlichkeit des Grauens der Nazizeit klug und wohldosiert in seine noch heute durchaus frivole Geschichte einstreut.
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Kommentare — Sehenswert 7.5
Der Film Cabaret wurde von 221 Mitgliedern bewertet.
Rezerwat 2009/12/22 12:33:37
MEISTERWERK !!!
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maslobojew 2009/04/15 10:34:21
Bin eher ein kritischer Freund von Musicals, dieses hier hat mir - für mich selbst überraschend - sehr gut gefallen.
Joel Grey als Master of Ceremonies und Liza Minelli mit sämtlichen Songs und Choreografien sind wahnsinnig gut gefilmt.
Das NS-Thema wird besonders mit der Biergartenidyll-Szene ebenfalls sehr eindrucksvoll eingefangen - und so mancher Zuschauer beim ersten Sehen sicherlich gleich mit.
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Kubrick_obscura 2009/03/29 22:04:05
Ein politisches Musical über den Aufstieg des NS-Regimes. Naja, darum geht es nur am Rande. Wie der erste Zombie in "Night of the living Dead", so nähert sich auch der Untergang Deutschlands in "Cabaret", schleichend und subtil. Haupthandlungstechnisch geht es Musical-typisch um die große Liebe, doch Bob Fosse wäre nicht Bob Fosse, wenn er dem ganzen nicht einen Schwall Realität einspritzen würde. Dadurch wird diese Liebesgeschichte zu einem hervorragend gespielten und komplexen Spiel. Die Minelli war nie mehr so gut und was man aus Micheal York und Fritz Wepper rausgeholt hat.
Im Cabaret lässt Fosse dann den Surrealismus walten, der wie losgelöst vom eigentlichen Geschehen wirkt. Unvergesslich bleibt natürlich auch das einschneidende Lächeln Joel Greys als Confrencier.
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Der Graf 2009/03/19 16:06:35
Ein herausragender Film, mit großartigen Aufführungen, guten Schauspielern und einem unglaublichen Flaire...
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filmbaum 2008/02/29 01:44:40
Dagegen sehen die meisten Aufführungen, insbesondere die aktuelle in der "Bar jeder Vernunft" in Berlin, ganz alt aus.
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freedika 2008/02/19 00:21:37
Liza Minnellis Sally Bowles muß man einfach lieben!
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FILMZ Eins 2007/08/01 01:08:56
Bob Fosse - oder besser die wunderbare Liza Minnelli - zwingt den Zuschauer, die Augen nicht zu verschließen vor dem steten Kippen der Gesellschaft in die braune Zukunft. Und dennoch ist der Film wendig und gewitzt, klagt an, ohne steif zu werden, beizeiten derb, aber nie abstoßend. Sein bester Film.
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