Captive
Captive (2012), Laufzeit 120 Minuten, Drama
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von Brillante Mendoza, mit Isabelle Huppert und Maria Isabel Lopez
Eine französische Missionarin wird auf den Philippinen zusammen mit zwölf anderen Ausländern von Terroristen gekidnappt.
Cast & Crew
-
Brillante Mendoza
-
Isabelle Huppert
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Thérèse Bourgoine
-
Maria Isabel Lopez
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Joel Torre
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Mercedes Cabral
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Sid Lucero
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Kristoffer King
Regie
Schauspieler
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Mon Confiado
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Raymond Bagatsing
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Baron Geisler
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Rustica Carpio
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Perry Dizon
-
Brillante Mendoza
-
Boots Agbayani Pastor
- Genre
- Sozialdrama, Schicksalsdrama, Drama
- Handlung
- Angst, Anschlag, Dschungel, Geiseldrama, Mensch gegen Natur, Spiritualität, Terrorismus, Terrorist, Vorurteil, Wut und Hass
- Stimmung
- Ernst, Hart, Verstörend
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Drehbuch
Filmdetails Captive
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Kritiken (2) — Film: Captive
Andreas Borcholte: Der Spiegel Andreas Borcholte: Der Spiegel
Kommentar löschenBrillante Mendoza hat zu viel gewollt und nichts richtig hinbekommen.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Roco De Long 2012/02/18 17:49:50
Antwort löschenKurz, aber treffend.
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenDer philippinische Regisseur Brillante Mendoza gilt spätestens seit seinem Cannes-Erfolg "Kinatay" vor drei Jahren als ein besonderer Liebling der europäischen Festival-Cinéphilie und selbstverständlich auch des so genannten Weltkinos (siehe "The Woman in the Septic Tank"). Das Kernthema seines letzten Films greift der Regisseur nun erneut auf: Wie schon "Kinatay" kreist auch "Captive" um Gefangenschaft, Isolation und die vielen Gesichter der Gewalt. [...]
Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
Tyler__Durden 2012/02/13 17:40:36
Antwort löschen"Irgendwas muss der brillante Mendoza sehr richtig gemacht haben."
Musstest du einfach irgendwie mit einbringen nicht wahr ? :)
Mr Vincent Vega 2012/02/13 17:40:56
Antwort löschen:D
Le Samourai 2012/02/20 01:02:59
Antwort löschenSchade, dass du nicht deine ganze Kritik hier gepostet hast, sie ist nämlich absolut ääh brillant(e)! :) Guter Film!
Mr Vincent Vega 2012/02/20 01:07:09
Antwort löschenDer Sinn eines Kritikerprofils besteht glaub ich nicht darin, hier ganze Texte reinzustellen, sondern nur einen Werturteilsvorgeschmack. Möchte schon ganz gern, dass die Besprechungen an jenen Stellen gelesen werden, für die sie auch gedacht sind. Warste vorhin noch drin?
Le Samourai 2012/02/20 01:28:04
Antwort löschenJep, letzte Gelegenheit wahrgenommen. :)
"Dank" des Besuchertages war der Saal voll von Muttis und Cindy-Grüppchen, die an den unpassendsten Stellen gelacht und die dümmlichsten Kommentare abgegeben haben. Sehr ungewöhnlich im Rahmen eines Filmfestivals. Aber gerade diese Reaktionen haben auch mir verdeutlicht, dass Mendoza hier vieles richtig gemacht hat.
Alle 7 Antworten zeigen
Mr Vincent Vega 2012/02/20 02:57:34
Antwort löschenHaha, solche Kunden saßen heute auch im Tsui Hark.
Le Samourai 2012/02/20 03:07:52
Antwort löschenFurchtbar.
Kommentare (4) — Film: Captive
Kommentar schreibenLe Samourai 2012/02/20 01:20:27
Kommentar löschenKrasses Ding.
Brillante Mendozas Anti-Unterhaltungsfilm ist ein wahnsinnig intensiv inszeniertes, dokumentarisch schilderndes, auf wahren Ereignissen beruhendes Geiseldrama, welches von seiner fantastischen HD-Bebilderung und seinem authentischen Schauspiel lebt. Die Kamera ist im ständigen Wechsel mal kraftvoll entfesselt, mal streng beherrscht, eine Meisterleistung bei mit Sicherheit zermürbenden Drehs mitten im philippinischen Dschungel.
Das Ensemble aus größtenteils Laiendarstellern, philippinischen Schauspielern und der Grande Dame Isabelle Huppert leistet durchweg überzeugende Arbeit, Höhepunkte sicherlich ihr Monolog in die Kameralinse einer Reporterin sowie die Szene gegen Ende mit Hamed, dem 12jährigen Dschihad-Krieger. Intensiver geht's nicht.
Die dargestellte Ambivalenz der Geiselnehmer weiß ebenfalls zu überzeugen, sie wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt oder konstruiert, sondern macht den Terror und die Determiniertheit ihrer Aktionen noch unfassbarer und erschreckender.
Sicherlich keine leichte Kost, kein Film der Spaß macht, aber in jedem Fall eine brillant vorgetragene Geschichtsstunde, der man auch so manch kleinere Längen gerne verzeiht.
bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 22 Antworten
Dachsman 2012/02/20 01:28:56
Antwort löschenWieso dann "nur" 7 Punkte, bei so vielen Worten des Lobes?
Ich meine, normalerweise bemühe ich mich ja nicht so auf die Zahlen zu gucken, hier fällt mir die Diskrepanz nur auf...
Mr Vincent Vega 2012/02/20 01:31:10
Antwort löschenUnter 7 Punkten verstehe ich "herausragend", also passt schon.
Le Samourai 2012/02/20 01:34:05
Antwort löschenHm. Gute Frage. Man könnte sicherlich auch die 8 zücken, was dann Prädikat "ausgezeichnet" wäre. Aber im Vergleich zum ebenfalls heute gesichteten Jayne Mansfield's Car war er etwas schwächer und ist auch generell nicht frei von Fehlern. Etwas lang und etwas monoton, was aber natürlich daran liegt, dass hier keine große Geschichte erzählt wird, sondern eine 9 Monate andauernde Hatz durch den Dschungel.
Mal sehn, vielleicht geht die Wertung mit der zweiten Sichtung ja noch hoch. Aber 7 Punkte sind bei mir keine schlechte Wertung! :)
Le Samourai 2012/02/20 01:34:42
Antwort löschenHaha, was sind dann 8 und 9? 10 Ultrakunst, das is klar.
Mr Vincent Vega 2012/02/20 01:41:42
Antwort löschenJa, 8 ist Ultrakunst und 9 Meisterwerk, 7 also eigentlich schon die relativ höchste Wertung. Dass Du aber so 'nen Middle-Class-Toronto-Film vom Thornton dem m.E. besten Festivalbeitrag vorziehst, finde ich fragwürdig!
Le Samourai 2012/02/20 01:48:05
Antwort löschenNeenee, das passt schon so. Also es ist ja eh schwer, die beiden Filme irgendwie miteinander zu vergleichen. Da ich dann doch aber auch ganz gerne unterhalten werde im Kino, und Billy Bob das mit seiner intelligent-dezenten Art definitiv geschafft hat, ziehe ich seinen Beitrag jenem hier vor. JMC gesehn? Fandste scheisse?
Mr Vincent Vega 2012/02/20 01:51:18
Antwort löschenIch fand CAPTIVE äußerst unterhaltsam, lege den Begriff aber glaub ich anders aus. War jedenfalls überwältigt, vor allem, nachdem ich mit KINATAY so meine Probleme hatte.
Le Samourai 2012/02/20 01:54:34
Antwort löschenÜberwältigend isser mit Sicherheit. Ob was unterhaltsam ist oder nicht ist in der Tat Auslegungssache. War mein erster Mendoza, aber ich glaub die anderen sind bald auch mal dran!
Roco De Long 2012/02/20 08:53:42
Antwort löschenDas ist die Macht der Verdrängung, weil man sich nicht eingestehen will, bei vielen guten Filmen auf der Berlinale einen Schlechten gesehen zu haben und dafür auch noch bezahlt hat ;)
Le Samourai 2012/02/20 09:04:59
Antwort löschenHaha, was für ein Quatsch. Hab ausschließlich gute Filme gesehn und der hier gehört aber sowas von sicher dazu! Keine Ahnung was mit dem Roco los ist, dass er hier wahllose 3 Punkte zückt... ;)
Roco De Long 2012/02/20 10:08:31
Antwort löschenHmm, sicherlich alles Ansichtssache oder die Frage, was einem genügt. Aber wenn die 08/15-Wackel-Kamera "kraftvoll" sein soll, die Laiendarsteller "überzeugend" (das kann ich am wenigsten nachvollziehen) und die Geiselnehmer "ambivalent", nur weil sie in einem Moment Menschlichkeit zeigen und im nächsten vergewaltigen, dann haben wir in diesem Fall einfach unterschiedliche Vorstellungen eines anspruchsvoll inszenierten Geiseldramas. Da kann man lange diskutieren und wird auf keinen grünen Zweig kommen...
Le Samourai 2012/02/20 11:26:14
Antwort löschenDie Kamera wackelt ja nur dann, wenn sie es soll. Wohldosiert. Ich finde den Look und die erzeugte Kraft überaus beeindruckend. Alles ist so hyper-realistisch, nichts gekünstelt. Also ich fand da wirklich jeden einzelnen Darsteller, von Huppert bis zum kleinen Jungen ABSOLUT überzeugend. Das Ergebnis einer Regiearbeit, die nicht einengt, wenig vorgibt, viel improvisiert. Absolut authentisch.
Wie soll man es deiner Meinung denn sonst machen/ inszenieren/ die Geiselnehmer darstellen? Spielberg einstellen, Janusz Kaminski und John Williams dazu, schön eindimensionale Charaktere zeichnen und am Ende auf die Tränendrüse drücken? :)
der cineast 2012/02/20 12:18:26
Antwort löschenDie Kamera war cool, ja?
Le Samourai 2012/02/20 12:54:04
Antwort löschenSaucool, ja.
Roco De Long 2012/02/20 17:24:15
Antwort löschenWas man anders machen sollte, ist immer schwer zu beschreiben, da es sich meist um Nuancen handelt. Auf die Tränendrüse sollte man natürlich nicht drücken. Das ist es nicht. Ich würde es eher so beschreiben, dass man mit den Figuren - zumindest mit manchen - mehr Empathie empfinden können muss. Das war ja schon deshalb kaum möglich, weil es einfach zu viele waren. Und wenn zwischen vielen Figuren viele Dinge angedeutet, aber nicht vertieft werden, bleibt es oberflächlich. Eher ein Tatsachenbericht. Exemplarisch die Szene mit dem Jungen. "Why don't you join us in the school?" - "My parents were killed when I was in school." Sätze werden ausgesprochen, hingeworfen und - ich bleibe dabei - schlecht gespielt. Wo ist das intensiv? Das ist für mich höchstens der Versuch der Intensität.
Le Samourai 2012/02/20 22:02:14
Antwort löschenFür mich ist das "wahre" Intensität, und keine gekünstelte, geheuchelte.
Der Film WILL gar kein Empathieempfinden ermöglichen, sondern neutral und hyperreal Geschehnisse zeigen. Und das macht er technisch wie auch schauspielerisch mit Bravour.
Roco De Long 2012/02/20 22:41:34
Antwort löschen...trotzdem muss auch meine Kritik beim Klub der Söhne rein. Sonst schäme ich mich für diesen Blog! :D
Le Samourai 2012/02/20 23:28:36
Antwort löschenHmmm, eigentlich kommen da ja nur Filmtipps rein, und keine Verrisse. Da müssen wir schon konsequent sein. Außerdem würde ICH mich schämen, wenn der Käse da stehen würde :D
Roco De Long 2012/02/21 16:53:37
Antwort löschenEigentlich ne Grundsatzfrage (den Fall gabs ja auch noch nie)! Also bei "Tree of Life" hatte ich z.B. auch nicht gerade ne Lobeshymne geschrieben, auch wenn es kein Verriss war. Aber wo zieht man die Grenze?
KDS sind wir ja irgendwie alle und ich finde es gerade (auch für Außenstehende) interessant, wenn wir mal komplett unterschiedliche Ansichten haben! Das macht einen gewissen Reiz aus.
btw: wieso kommt "Captive" mit 7 Punkten überhaupt rein? Ich dachte immer, erst ab 8... aber egal. Ich meine, du hast die Arbeit mit dem Blog und kannst am Ende natürlich auch entscheiden! Und wenn du "Captive" so wichtig findest, dass er rein muss, bringt mich das nicht um. Aber WENN wir alle dabei sind, finde ich es einfach schwierig, dass da als Filmtipp ein Film steht, den ich einfach schlecht finde. Wir sollten uns ja schon alle damit identifizieren können, sonst macht es wenig Sinn. Ich sehe zwei Möglichkeiten: 1. den Film rausnehmen (fände ich nicht so cool) oder 2. immer alle unsere Kritiken posten (fände ich cooler). Das Wort "Filmtipps" könnte man ggf. einfach durch "Filmkritiken" ersetzen, dann hat man das Problem auch gelöst...
Was meinste?
Le Samourai 2012/02/21 17:06:25
Antwort löschenHast natürlich Recht! Ursprünglich wollten wir ja ne Seite ins Leben rufen mit ausschließlich Tipps, also erlesene Filme, die der Durchschnittsfilmschauer nicht so aufm Schirm hat. Wir können natürlich jetzt auch anfangen, generell alles zu posten, dann sinds halt keine Tipps mehr. Fände ich aber nicht gut, da speziell meine Texte ja eigentlich keine vollständigen Kritiken sind, sondern nur kurze, subjektive Einschätzungen. Ich würde folgendes vorschlagen:
1. Generell nur positive Tipps / Kritiken
2. Sonderfall KdS-Battle: Kontroverse Ansichten zu ein und demselben Film. Wie bei TREE OF LIFE, MELANCHOLIA und jetzt auch eben CAPTIVE.
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Roco De Long 2012/02/21 17:11:44
Antwort löschenOh, das ist gut! Eine extra Rubrik, da es eh nicht oft vorkommt. Kannst du das einfach so verändern? Ich kenne mich mit bloggen so sehr aus wie mit Synchronschwimmen. Nice.
PS: Warum postet MP die User-Tipps für die Oscars?? Schräg...
Le Samourai 2012/02/21 17:18:26
Antwort löschenHab jetzt einfach beide Texte untereinander gepostet, wie bei Tree of Life und Melancholia. Kenn mich mit Bloggen auch nur slightly besser aus wie mit Synchronschwimmen.
PS: KEINE AHNUNG! TOTAL schräg. Das schön alle Nachzügler noch tolle Konsenstipps abgeben können.
Agentin Erdbeere 2012/02/14 21:23:31
Kommentar löschen„Captive“ ist ein Film, dem man vor dem Start der Berlinale zugetraut hat, dass er nicht nur ein Kandidat für den Goldenen Bären ist, sondern diesen auch gewinnen könnte. Auch ich war gespannt auf den Film und der stach bei der Vorentscheidung, welche Filme für mein 80-Euro-Budget ich mir ansehen werde, „Young Adult“ und „Haywire“ aus. Da letztere ohnehin bald im Kino laufen werden, entschied ich mich für das Geisel-Drama, das in absehbarer Zeit noch nicht in den „normalen“ Kinos laufen wird. Bereut habe ich diese Entscheidung keineswegs gestern Abend, dennoch hätte ich vielleicht weniger erwarten sollen. Es geht im Film primär darum, wie die Geiseln und auch die Entführer sich im Laufe ihres gezwungenen Zusammenlebens im philippinischen Urwald verhalten und entwickeln. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht einer französischen Entwicklungshelferin (Isabelle Huppert), die über ein Jahr in der Gewalt der muslimischen Entführer-Gruppe ist. Es entstehen beinahe so etwas wie Beziehungen zwischen Geiseln und Entführern, manchmal aus Interesse, manchmal aus Zwang. Eine wirkliche Charakterisierung gibt es nicht, man bemüht sich, Menschen unter Extremsituationen und ihre Reaktionen darauf zu zeigen. Es soll echt aussehen, anders, authentisch, möglicherweise soll man sich identifizieren mit diesen Personen. Trotzdem, und das ist der größte Negativ-Punkt: Der Film ist monoton. Nicht, dass man sich so sehr langweilt, aber er wirkt absolut gleichförmig. Positiv wiederum ist, dass der Film einen guten Einblick in die Ereignisse gibt und zwar viele Fragen zum Hintergrund aufwirft, es dennoch schafft, einen Überblick über das System, Verhältnisse und Motivationen zu geben und das tiefergehende Interesse zu wecken. So ist er zumindest informativ geworden, für alle die, die sich auf Filme einlassen können, die nicht dem üblichen Sehverhalten entsprechen.
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Roco De Long 2012/02/17 14:49:41
Antwort löschenIch finde, du beschreibst die Schwächen ganz gut. Aber dann eine 7.0? Wenn "informativ" in einem Spielfilm die einzige Stärke zu sein scheint, dann schau ich lieber ne Doku. Und den üblichen Sehgewohnheiten entspricht er für mich absolut. Wo sieht man denn heute KEINE wackligen Digitalbilder mehr?...
Fazit: ob er wirklich den Goldenen Bären gewinnen kann, wenn echte Kunstwerke wie "Tabu" zu sehen sind? ;)
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Agentin Erdbeere 2012/02/17 20:26:50
Antwort löschenDanke, ja, ich war hin und her gerissen, wie die genaue Punktzahl letztlich aussieht. Die 7 trifft aber letztlich meinen Gesamteindruck ganz gut. Er war nicht nur informativ, sondern hatte durchaus seine starken Momente und war zumindest so interessant, dass ich mich nicht gelangweilt habe.
Mit Sehgewohnheiten spielte ich nicht auf die Kameraführung an, sondern auf das, was landläufig als "Mainstream" identifiziert wird;-)
Zum Goldenen Bären: Im Vorfeld wurde er ja als Favorit gehandelt, mittlerweile sieht das anders aus. Wir werden sehen^^ - ach ja, "Tabu" habe ich nicht gesehen - der ist wohl so empfehlenswert!?
Roco De Long 2012/02/17 22:55:21
Antwort löschenKlar, die Zahlen sind eh oft wenig aussagekräftig.
Also TABU hat mich jetzt nicht komplett umgehauen - wie viele der weiblichen Kolleginnen, was an einem gewissen Darsteller liegen könnte :) - aber es ist schon ein sehr poetischer, witziger und auch vielschichtiger Film. Und ungewöhnlich erzählt. Auf jeden Fall einer meiner Top 3 der Berlinale. Allerdings habe ich auch nicht sooo viele gesehen, ist mir zu stressig... OK, vom Thema abgekommen. CAPTIVE. Yo. Wie auch immer :)
Stefan Ishii 2012/02/13 19:28:04
Kommentar löschenMit "Captive" hab ich endlich meinen ersten Film von Brillante Mendoza gesehen. Gekannt hab ich seinen Namen schon länger, leider hatte ich bisher nie die Gelegenheit, etwas von ihm zu sehen.
Während des Schauens von "Captive" war ich etwas zwiegespalten. Gefällt mir dieser Film eigentlich? Vieles, das gezeigt wird, entspricht nicht meiner Vorstellung von Filmkunst. Die wirkliche Wirkung entfaltete sich bei mir erst so richtig im Nachhinein als ich schon längst das Kino verlassen hab. Die Kunst des Filmes liegt irgendwo zwischen den Bildern versteckt.
Die hektische, bedrohliche Atmosphäre blieb irgendwie in mir stecken. Was mir insbesondere gefiel, war die Tatsache, dass man gegenüber jeglicher Figur und allem Geschehenen eine merkwürde Form von Ambivalenz empfand.
Noch ein paar Worte zu Isabelle Huppert, die ich als eine meiner Lieblingsschauspielerinnen bezeichnen würde. Irgendwie fand ich sie hier nur in den ruhigen Szenen wirklich überzeugend - aber in diesen genial.
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Roco De Long 2012/02/13 18:38:16
Kommentar löschenEinen spannenden Geiselthriller zu inszenieren ist bestimmt schwer, ein tiefgründiges Geiseldrama zu schaffen wohl noch schwerer, beides zu kombinieren könnte man als "verdammt schwer" bezeichnen. CAPTIVE jedenfalls versucht sich an letzterem und scheitert auf ganzer Linie.
Geldgier unter dem Deckmantel des Dschihad, die physischen und psychischen Leiden in monatelanger Geiselhaft, Kritik am Versagen der Behörden: viele Fässer will Regisseur Mendoza aufmachen, aber irgendwie sind alle leer. Wie man ein so komplexes Thema derart mit dem Holzhammer bearbeiten kann, ist für mich unverständlich. Nie gibt es eine echte tiefere Auseinandersetzung mit den Wurzeln von religiösem Fanatismus, globalen Vorurteilen oder den diversen Dynamiken, die sich innerhalb einer solchen Gruppe abspielen. Aber Moment! Ich höre und lese es schon: "Der Regisseur deutet nur an. Er wertet nicht. Er überlässt die Auseinandersetzung dem Zuschauer." Das kann man natürlich machen und es kann auch funktionieren. In diesem Fall jedoch werden verschiedene Blickwinkel einfach plakativ und uninspiriert hintereinander weg erzählt. Das ist weder zurückhaltend noch intelligent, das ist einfach oberflächlich, in jeder Hinsicht langweilig und in keinster Weise berührend. Und am schlimmsten: es geht weit unter der Messlatte hindurch, die sich Mendoza selbst viel zu hoch legt.
Zwischendurch werden die Geiselnehmer zu so guten Menschen, dass selbst das Dschungelcamp mehr Konfliktpotenzial bietet. Aber das löchrige Blatt wendet sich hier sehr schnell und schwupps! - zeigen uns die Krieger wieder allerhand Klischees von Osamas phrasendreschenden Jüngern. Allahu Akbar. Die Gruppe ihrerseits bewegt sich von hier nach da, wird in den standesgemäß wackeligen und unscharfen Handkamerabildern in Counterstrike-Optik angegriffen, einige verletzten sich, sie gehen weiter. Animierte Hornissen, Ameisen und anderes Getier komplettieren diesen zähen und (filmisch) völlig wahllosen Trip.
Isabelle Huppert, die ich zu meinen Lieblingsschauspielerinnen zähle, ist auf verlorenem Posten. Bei so manchen Dialogzeilen ("Do you like Chocolate?") wirkt sogar sie wie die Laiendarsteller, die sie großenteils umgeben. Ganz selten dringt ihr Können durch, beispielsweise in Form eines Monologs, den sie in die Kamera der Geiselnehmer spricht. Generell wird jedoch keine Figur näher beleuchtet, alle wirken wie Pappkameraden. Sie kämpfen, leiden, schöpfen Hoffnung, weinen, lachen, sterben und man weiß, dass das alles schlimm ist. Wenn man sich aber dabei ertappt (und auch die Kollegen um einen herum), dass einem das irgendwann nicht nur egal ist, sondern dass man es auch unglaubhaft und lächerlich findet, dann ist echt was schief gelaufen.
Ich bitte von einigen zynischen Stellen meines Textes abzusehen, aber sie sind nur das Reslutat meiner Enttäuschung und des Gefühls der Zeitverschwendung. Filmfestivals sind Wundertüten. Aber das Gute ist, dass es nach CAPTIVE eigentlich nur besser werden kann.
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Le Samourai 2012/02/13 18:55:36
Antwort löschenOuch. Besorg mir morgen mal Karten für Jayne Mansfield's Car und Young Adult. Bock?
Roco De Long 2012/02/13 19:15:32
Antwort löschenAuf jeden Fall! Beide auf der Liste. An welchem Tag willste die gucken? Ich muss das immer einen Tag vorher reservieren.
Stefan Ishii 2012/02/13 19:17:05
Antwort löschenAuseinandersetzung mit den Wurzeln von religiösem Fanatismus? Darum ging's ja nun wirklich nicht. Ziel war doch nur Geldverdienen! Mehr nicht.
Roco De Long 2012/02/13 19:27:31
Antwort löschen@ Stefan Ishii: Das stimmt natürlich was du sagst, deswegen auch gleich zu Anfang der Satz "Geldgier unter dem Deckmantel des Dschihad". Und die Auseinandersetzung mit den Wurzeln wäre nur EIN Bespiel für etwas, das eben NICHT da war, was es aber für mich evtl. gebraucht hätte, um irgendetwas aus dem Film mitzunehmen. Man könnte sich genauso auf einen der anderen in den Kinosaal geworfenen Anätze fokussieren. Aber auf IRGENDWAS sollte man sich fokussieren! So dümpelt es vor sich hin und wird dem Thema (welchem Thema eigentlich GENAU?) mMn nicht gerecht.
Stefan Ishii 2012/02/13 19:35:03
Antwort löschenNaja, wir reden hier über die Realität. Worum geht es bei den Ereignissen in Ländern wie den Philippinen, Somalia oder dergleichen?
Um's "leichte" Geldverdienen? Mit Sicherheit.
Um's bloße Überleben? Natürlich!
Aber auch um den verzweifelten Wunsch, der Welt vor Augen zu führen, wie sehr das Volk unter politischen und religiösen Auseinandersetzungen leidet.
Trotzallem sind die Täter eben nur fehlgeleitete, einfache Menschen ohne Bildung und wirklicher Ideologie. Macht und Waffen tuen ihr Übriges.
Roco De Long 2012/02/13 19:44:24
Antwort löschenAuch hier kann ich dir grundsätzlich nur Recht geben. Aber guck doch mal, wie sehr z.B. deine letzten 3 Sätze in die Tiefe gehen und was sie für ein filmisches Potenzial enthalten. Und guck dann, wie flach es hier umgesetzt wurde...
Klar, man kann immer argumentieren "so ist die Wirklichkeit" und deshalb versucht man, sie 1:1 abzubilden. Ich persönlich bevorzuge im Zweifelsfall aber dramaturgische Gestaltungen, die vielleicht nicht unbedingt die äußere Realität wiederspiegeln, dafür aber das Dilemma, das Leid und die INNERE Wirklichkeit ausloten. Das ist für mich in CAPTIVE eigentlich nie passiert und deshalb kann das mein Interesse nicht wecken.
Stefan Ishii 2012/02/13 19:51:06
Antwort löschenOkay, das ist natürlich eine Grundsatzentscheidung. Was für Filme mag man und wofür kann man sich begeistern?
Ich persönlich bin eben der Ansicht: "So ist die Wirklichkeit!" - und als diese sollte sie dargestellt werden. Außerdem bevorzuge ich Filme, die einfach nur beobachten. Zuviel Dramaturgie hätte bei mir wahrscheinlich einen komplett gegensätzlichen Prozess erzeugt.
Aber natürlich verstehe ich deine Einwände. Tatsächlich schwankte ich zunächst auch stark. Meine Bewertung lag irgendwo zwischen 5 und 9 Punkten. Entweder bloße Oberfläche (mit merkwürdigen Momenten, die an Situationskomik grenzten) oder geniales (vielleicht etwas zu verkopftes?) Meisterwerk. Schließlich entschied ich mich für 8, weil es natürlich auch ein paar Kleinigkeiten gab, dir mir nicht gefallen haben.
Le Samourai 2012/02/20 00:59:24
Antwort löschenAlso nee, bei aller (ansatzweise berechtigter) Kritik, 3 Punkte für dieses Werk sind ne Unverschämtheit. 3 Punkte sind für Filme wie Gothika und Sucker Punch vorbehalten, aber sicher nicht für diesen hier. :)
Roco De Long 2012/02/20 08:50:56
Antwort löschenNein, eine Unverschämtheit ist es für mich, so ein dummes und oberflächliche Werk abzuliefern. 3 ist "schwach" - und beim Anspruch, den der Film an sich selbst hegt, ist er für mich schwach. Die Kritik im Spiegel ist im Übrigens ziemlich treffend.
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Le Samourai 2012/02/20 08:55:21
Antwort löschenIst mir echt ein Rätsel was du gegen den Film hast. Was für ein Anspruch an sich selbst? Sind doch toll inszenierte, spannende, authentische 120 Minuten ohne große Schwächen. Der Film ist gut. :)
Le Samourai 2012/02/20 09:02:51
Antwort löschen... hab die Spiegelkritik gerade gelesen. Blödsinn. Offensichtlich haben die den Film nicht verstanden.