Cargo 200

Gruz 200 (2007),
Laufzeit 89 Minuten, Thriller, Drama

admin edit edit group memberships sweep cache
- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6 Community
11 Bewertungen
3 Kommentare
Cargo 200 - Bild 5022777
Keine News zu diesem Film verpassen!
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Alexej Balabanow,

“Gruz 200” – so bezeichnet man die Gräber, in denen die Leichen der sowjetischen Soladten aus Afghanistan zurück in die Heimat gebracht werden. In seinem Skandalfilm “Gruz 200” trägt Regiesseur Alexej Balabanow die Sowejtunion zu Grabe, indem er einen Blick mitten in eine moralisch verwesene, korrupte und brutale Welt wirft – schonungslos, provokant und konsequent.


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Cargo 200

Kommentar schreiben
Sortierung

Hagen Hagen

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Puh, das war heftig. Gottseidank komme ich nicht aus Russland. Muss ja furchtbar da (gewesen) sein.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Shorty06

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Gruz 200 von Aleksej Balabanow
Schonmal so richtig eins auf die Fresse bekommen, und nicht gewusst wofür? Ja, genau so fühlt man sich nach dem Ansehen dieses Films, wenn man denn auch nur irgendeinen Bezug zur Sowjetunion in seinem Leben vermerken kann.
Schonmal so erschüttert gewesen, dass man nicht mehr weiß, wie das Leben weitergehen soll? Schonmal den Spiegel seiner eigenen Werte und Ideale in viele kleine Scherben zersplittern sehen? Realisieren, dass alles an was man geglaubt hat, total fürn Arsch ist?
So ergeht es den meisten Charakteren in Alexej Balabanows Meisterwerk Gruz 200. Sofern sie denn mit dem Leben davonkommen.
Gruz 200 (= Fracht 200) war die Bezeichnung für die Särge, in denen gefallene Soldaten des Afghanistan-Krieges nach Hause transportiert wurden. Nur selten am Stück, oftmals jedoch in, von Granaten oder Bomben zerfetzten, Einzelteilen.
Sinnbildlich trägt Alexej Balabanow die von Korruption, Armut, Perspektivlosigkeit und daraus resultierender Verzweiflung zerfressene Sowjetunion mit seinem Film zu Grabe.
Cargo 200, so die englische Übersetzung des Titels, spielt 1984, während der sowjetische Krieg in Afghanistan voll im Gange ist, in einer Stadt namens Leninsk.
Wir durchleben die Geschichte mit Charakteren, die sehr gut angefertigte Repräsentationen der typischen Bevolkerungsgruppen der damaligen UDSSR sind.
Als da wären: Der aufstrebende Jugendliche, der großes Geld mit krummen Dingern macht. Er ist erfolgreich, liebt Partys und sein T-Shirt mit großem "CCCP"-Aufdruck wirkt wie purer Zynismus, ist doch Geld seine einzige Motivation.
Der gebildete Professor, der Atheismus an der Universität unterrichtet und scheinbar für jedes Problem eine moralische Antwort parat hat. Fest überzeugt vom Kommunismus und sich immer gewählt ausdrückend ist er unser Vorzeigebürger.
Das junge, hübsche Mädchen aus guter Familie, das nur seinen Spaß haben will. Zur falschen Zeit am falschen Ort, wird das Geschehen für sie zum absoluten Albtraum.
Der gläubige, aber dennoch harte Kerl, dessen Leben alles andere als einfach war und ihm einen Streich gespielt hat. Für seine Überzeugung und Loyalität wird er gestraft werden.
Und das personifizierte Böse in Form eines korrupten, absolut psychopathischen Polizisten, gegen den Hannibal Lecter wirkt wie Mickey Mouse.
Mit diesen Charakteren nimmt uns Alexej Balabanow mit auf einen authentischen Horrortrip durch Straßen, Gebäude und Städte, deren absolute Dekadenz wir in Mitteleuropa zum Glück noch nie zu Angesicht bekamen.
Perfekt inszeniert, was sowohl Schauspielerleistungen, Bildkompositionen als auch den Soundtrack, der sich aus herrlich fröhlichen, und dadurch absolut zynischen russischen Popsongs zusammensetzt, wird der Untergang der Sowjetunion packend portraitiert.
Und als die Katharsis einsetzt, ist bereits alles verloren.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Shorty06

Antwort löschen

@the traveler
mit englischen Untertiteln z.B. bei CdUniverse
http://www.cduniverse.com/productinfo.asp?pid=7819843
oder bei amazon.com
http://www.amazon.com/Cargo-200-Natalya-Akimova/dp/B001PKPVRG/ref=pd_cp_d_1

oder zur Not auch in den unendlichen Weiten des Internets zu finden ;)


Shorty06

Antwort löschen

@BigDi
Oh ja, war eine äußerst fiese Katharsis


BigDi

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Jetzt habe ich hier endlich die Möglichkeit dazu, etwas zu diesem Film zu schreiben, den ich, wie man es gut sehen kann, zu meinen Lieblingsfilmen zähle - und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Sollte ich vielleicht direkt mit überstilisierten Wortspielen und Gedankengängen einsteigen? Aber nein, die nützen nicht viel bei einem Film, den hier ohnehin niemand kennt. Soll ich ganz nüchtern die Geschichte erläutern und danach nach Schema F die Inszenierung, die Schauspieler, die Wirkung und die Bedeutung beschreiben? Gefällt mir auch nicht besonders, Lieblingsfilme verdienen einen besonderen Umgang, von mir zumindestens. Oder soll ich einfach einen Kurzkommentar schreiben - schließlich wird dieser eher gelesen als ein viel zu langer, den Film kennt, wie gesagt, niemand, und ich bin auch nicht immer lesefreudig bei 1000-Wörter-Einträgen zu Werken, von denen ich nie zuvor etwas gehört habe.
Aber andererseits, ich tue das in erster Linie für den Film und nicht für irgendwelche anderen Menschen - ausnahmsweise mal - und demzufolge ist es egal, ob es jemand liest und ob es jemandem gefällt oder nicht. Das ist für dich, du Meisterwerk des kontroversen, gemeinen, sadistischen und virtuosen Films! Friss das, du schamloses Ungeheuer!

Und wo fange ich nun an? Einfach mal bei der Vorgeschichte:

Es ist bekannt, nein, ist es nicht, aber ich lasse es nun bekannt werden: Der Jugendschutz bei Filmen in Russland ist der Traum der deutschen blutgeilen Jugend, im Fernsehen laufen Filme wie "Resident Evil" mittags und die Sendungen selbst geizen auch selten mit Blut und ekligen Details - was gibt es Schöneres als Kriminalitätsdokus im Nachmittagsprogramm? Das ist ein echt schöner Kontrast zu Sowjetzeiten, in denen gar Filmtitel, in denen das Wort "Sex" vorkam, zensiert wurden. "Bei uns gibt es keinen Sex!", sagte einst eine Kulturbeauftragte oder sonstwer und das hatte auch zu stimmen.
Heutzutage hat man Glück, wenn auf der DVD-Verpackung (die in 90 % aller Fälle sowieso ein Bootleg mit einem Menübildschirm aus dem Baukasten ist) die Altersfreigabe steht. Womit kann man einem Film also eine größere Publicity verschaffen, als mit einer übertriebenen Alterseinstufung? Und so kam es, dass das damals neuste Werk des ohnehin schon umstrittenen Regiesseurs Alexej Balabanow ("Bruder 1+2", "Of Freaks And Men") von empörten Behörden mit der unheimlich verlockenden "nicht empfohlen für Menschen unter 21" gesegnet wurde - und da horchte ich sofort auf. Vielerorts als schwärzeste Exploitation verpönt, von anderen jedoch in den Himmel (oder doch die Hölle?) der Gewaltdramen gelobt, auf der DVD-Verpackung Zitate wie "Lars von Trier kann abdanken" (kann er übrigens wirklich angesichts dieser endgültigen Demontage, aber er kann ja nichts dafür, dass er nicht zu dieser Zeit in diesem Land gewohnt hat, aus seinen Erfahrungen macht er sicherlich das Beste): Verdammt, das muss ich sehen!

Es war sicherlich eine Menge Arbeit, meine Mutter davon zu überzeugen, diesen Film zu kaufen - im Endeffekt bekamen wir ihn geschenkt, weil wir uns dabei 10 weitere DVDs gekauft haben - aber die Mühe hat sich schlussendlich gelohnt. Nicht für meine arme Mutter, diese war nach dem "Genuss" dieses Films dermaßen am Ende, dass sie die DVD gewaltsam in ihren Besitz brachte und sie später zerstörte und wegwarf. Balabanow ist nunmal nicht Tarkowskij, Humanität ist nicht seine Stärke. Da merkte ich auch, dass die Altersfreigabe echt falsch gewählt wurde, es sollte besser heißen: "Für Menschen über 40, die ab und zu über ihr Land nachdenken, nicht unbedingt motivierend". Ein Schock ist der Film vor allem für die Menschen, die jene Zeit hautnah miterlebt haben und sich beim Betrachten der dreckigen Hinterhöfe und der kaputten Provinz wie in jene Zeit (Ende der Sowjetzeit) zurückversetzt fühlen, in der man zwischen alt und neu plötzlich weder Sinn noch Hoffnung hatte und den meisten Menschen beim Entfliehen in den Alkoholrausch zu sehen durfte, falls man es selbst nicht gerade tat. (Das Klischee vom saufenden Russen ist über weite Strecken pure Realität, auch heute noch)

Doch da ich zu dieser Gruppe von Menschen eben nicht gehöre (auch wenn ich die Illusion besitze, das Gefühl der damaligen Zeit in mir zu tragen, obwohl ich kurz nach der Auflösung der Sowjetunion geboren wurde, aber ich habe mich lange Zeit genauestens informiert ;) ), kann ich diesen Film wirklich lieben, ohne dabei den Regiesseur für seinen Sadismus zu hassen. Und es gibt so einige plausible Gründe dafür:

1) Die Geschichte ist einfach nur böse.

An sich ist die Story recht simpel, aber von einem unendlichen Zynismus durchtränkt. Im Grunde geht es um ein junges Mädel, das sich auf einer Disko mit einem Bekannten einlässt, der vorschlägt, in ein benachbartes Dorf zu fahren, um dort richtig harten Alkohol besorgen zu können. Dort angekommen, säuft er sich schnell in den Schlaf, der Hausherr wirft ein Auge auf sie, dessen Ehefrau versteckt sie in einem Schuppen, um sie von ihrem Mann zu beschützen, doch dort wird sie von einem Freund des Hausherren gefunden und entführt. Dieser lebt noch bei seiner dauerbetrunkenen Mutter, die den ganzen Tag über Fernsehen guckt und vor sich hingammelt. Der Typ fesselt die junge Dame an ein Bett und stellt sie seiner lieben Mama als seine Ehefrau vor. Das an sich ist schon eine ziemlich böse Angelegenheit, aber es folgen noch einige Überraschungen, die den Zuschauermagen einige Male um die eigene Achse drehen und einen so schwarzen Humor aufbringen, dass man diesen zunächst gar nicht erst mitbekommt. Dabei schafft Balabanow es am Ende, gar die so erwünschte und zunächst auch verdammt erfüllende Katharsis auf die zynischste und asozialste Art und Weise zu servieren, die nur denkbar ist. Hoffnung gibt es keine, nur eine völlig unlogische Parodie auf diese, im ersten Moment beinahe schön nach dem brutalen Treiben zuvor, aber im Endeffekt vollends nutzlos. Genau so muss ein kompromissloser Film sein.

2) Die Figuren sind perfekt.

Ja, es sind Abziehbilder, aber keine typischen, sondern die aus dem "Bissige und perfide Gesellschaftsparabeln"-Stickeralbum. Jede Figur ist wie ein typischer Vertreter der damaligen - und eigentlich auch heutigen - russischen Gesellschaft. Da gibt es den möchtegernklugen, systemtreuen Halbintelligenten, der wissenschaftlichen Atheismus unterrichtet und vom echten, dreckigen Leben keinen blassen Schimmer hat (aber nach und nach bekommt), da gibt es den jungen Neukapitalisten, der auf Werte und Moral scheißt und dessen "UDSSR"-T-Shirt blanker Hohn ist, er ist diesem System meilenweit voraus. Da gibt es den von einer besseren Welt Träumenden, der seinen Kummer in Wodka etränkt und beim Anblick von jugem zarten Fleisch zu eben jenem Tier wird, der er in sich zu töten versuchte. Da gibt es die Oberschichthalbschlampe, die zur falschen Zeit am falschen Ort ist und so richtig, hüstel, gefickt wird, sowohl was ihr Weltbild als auch was sie selbst angeht. Und da gibt es natürlich den Psychopathen im Deckmantel des Gesetzes, das reine Böse, unverwundbar und ewig und genauso verdorben wie es die ganze Welt, in der er lebt, ist. Figuren wie Träger der gesellschaftlichen und moralischen Dekandenz, wie sie heute noch vonstatten geht, bösartige Karikaturen, überzeichnet und doch so real, so verdammt real, dass es fast wehtut.
Aber eben nur fast: Emotionale Nähe sucht man hier vergebens, bei dieser Sezierorgien kommen keine Seelen ans Licht, und wenn doch, dann will man sich von diesen lieber fernhalten.

3) Die Inszenierung ist perfekt.

Balabanow findet Bilder für seine Geschichte, die würde ich alle einrahmen wollen. Die dreckigen Hinterhöfe (an solchen könnte ich mich eh stundenlang aufgeilen, ich liebe deren hässliche Ästhetik, mmmh), die hässlichen Straßen, die Sowjetdisko, die Stadt mit dem so einfachen wie perfekten Namen "Leninsk" und mit ihrem so abstoßendem wie faszinierendem industriellen Antlitz, die Wohnung des "Bösen" und seiner Mutter, die Polizeistattion - sie alle werden in einer unendlich authentischen und zugleich kunstvollen Ästhetik eingefangen, springen einen beinahe an mit ihrer Direktheit. Die Kameraeinstellungen sind zum Zungenschnalzen, die Bewegungen ebenfalls, Beispiel: Mann fährt im Auto einen Landweg entlang, sieht, wie vor ihm auf der linke Straßenseite ein anderer Mann in einen Polizeiwagen geführt wird, die Kamera bleibt im Wagen, der parallel an dieser Szenerie vorbeifährt und einige Sekunden lang hat sie genau den in den Wagen geführten Mann im Bild, bis er einsteigt, eine wunderbare parallele Einstellung, die genauso unvermittelt und homogen endet wie sie beginnt, ohne die subjektive Sichtweise der Einstellung zu stören. Unverständlich? Mir egal, ich liebe diese Szene und auch sonst alle anderen, die unbewegten Bilder der Stadt, in der, wäre sie in Schwarz-Weiß gehalten, "Eraserhead" spielen könnte, und die Kamerafahrten durch diese, als würde man direkt in die Hölle reisen.

4) Die Schauspieler sind perfekt.

Und dabei haben zwei der Traumbesetzungen des Regiesseurs nach dem Lesen des Drehbuchs abgelehnt, in so etws mitzuspielen - nicht etwa wegen mangelnder Qualität, sondern wegen der unverhohlenen Bösartigkeit. Bis auf eine-zwei Ausnahmen spielen recht unbekannte Gesichter mit, machen ihre Arbeit mehr als gut, die Rollen sind hervorragend besetzt, vor allem optisch. Das Gesicht des "Bösewichts" (dummes Wort, aber ich will nicht spoilern, indem ich ihn anders bezeichne) wird man so schnell nicht vergessen, schon seine erste Szene, in der er nichts anderes tut, als das Mädel anzuschauen, sorgt für eine Gänsehaut und macht mehr Angst als manch ein Horrorfilm. Dass der Schauspieler vor einiger Zeit unter ungewissen und scheinbar sehr unschönen Umständen verstarb, macht das Unbehagen nicht geringer.

5) Der Soundtrack ist - man ahnt es schon - perfekt.

Nein, ich bin an sich kein allzu großer Fan von russischer Musik, aber in "Cargo 200" übertrifft Balabanow gar Tarantino, was das Zusammensuchen von passenden Lieder für einen Film angeht. Mit den Bildern und dem Inhalt demontiert er das Bild einer schönen, fröhlichen und glücklichen Sowjetunion, doch die Musik ist zumeist genau diese wunderschöne Fassade, lebensbejahend und gefühlvoll - und die Texte sind im Bezug auf die Story purer Sarkasmus, die letzte Giftspritze in diesem Trip mitten in die böseste Finsternis auf Erden. Während es in anderen Filmen cool wirkt, wenn Gewaltszenen mit fröhlicher Musik unterlegt werden, gibt es in "Cargo 200" in der wohl zynischsten und heftigsten Szene Source-Music aus dem Fernseher, als würde gerade eine Party gefeiert werden - und das ist keine Stilisierung, sondern die sadistischste Form des Realismus.

So, was gibt es noch? Ach ja, genau:

6) Die Intention des Regiesseurs ist kongenial umgesetzt.

"Cargo 200" war die Bezeichnung für die Särge mit den in Afghanistan getöteten sowjetischen Soldaten, die zurück in ihre Heimat transportiert wurde (und der Film nimmt an einer Stelle auch direkten Bezug dazu) - mit dem gleichnamigen Film trägt Balabanow das Bild der schönen, sozialen und fröhlichen Sowjetunion filmisch zu Grabe und schändet die Leiche, wo er nur kann. Er zerschlägt nicht einfach deren Friede-Freude-Eierkuchen-Fassade, er packt den Zuschauer an den Haaren und bricht sie mit seinem Schädel durch, immer und immer wieder. Dabei wird Gewalt an sich nicht allzu oft gezeigt, von Exzessen eines "Hostel" oder auch eines "Irreversibel" ist "Cargo 200" weit entfernt, seine Brutalität ergibt sich vielmehr aus dem (psychologischen) Kontext - was sie noch viel brutaler macht. Würde der Film hier auf DVD erhältlich sein, er würde wohl in der "KinoKontrovers"-Reihe erscheinen, seine Wirkung ist den anderen Filmen aus dieser Reihe nicht unähnlich. "Cargo 200" verstört und nicht nur Russen, wobei ich die These aufzustellen wage, dass man nur mit Kenntnis von und einem Gefühl für dieses Land und diese (sowie die heutige) Zeit den Film vollständig erfassen kann.

Alles in allem: Ich liebe diesen Film, seine Virtuosität wie seinen gernzenlosen Zynismus und Sadismus, seine Boshaftigkeit wie seine Schonungslosigkeit. "Cargo 200" ist eine filmische Grenzerfahrung in kraftvollen Bildern, eine geniale Parabel auf den gesellschaftlichen Zerfall der Sowjetunion und ebenso ein Sittengemälde, was auch heute noch vielerorts gilt. Die Korruption, der Nihilismus, der Alkoholismus, die Dekandenz aller zwischenmenschlichen Werte, alles wird hier auf die Spitze getrieben, alles erfährt eine Eskalation, die man nie wieder vergisst. Klar, das alles ist meine völlig subjektive Meinung, im Grunde nur eine endlose Lobeshymne eines arroganten Fanboys, aber ganz ehrlich - dieser Film ist ein gottverdammtes, asoziales und grenzenlos fieses Meisterwerk! In einen eigen dafür erbauten Schrein damit und basta. ;)

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 21 Antworten

BigDi

Antwort löschen

GEIL!!!! "psihi ruljat" ist so ein epic win.
Wenn es hier mal etwas wärmer ist, ziehe ich durch die Stadt und suche die Russenläden, ich glaube, da könnte ich mir ordentlich was besorgen. :D


Jack_Torrance

Antwort löschen

Boah, auf jeden Fall :D


Kommentar schreiben