Das Drehbuch von Allen setzt nicht wirklich auf Spannung, sondern richtet seinen Blick vielmehr auf die psychologischen Auswirkungen. Die Brüder gehen nämlich ganz unterschiedlich mit der Situation um. Herrlich ist die Rationalisierung von Ian: «If we we're in the army, we'd be expected to kill strangers everyday to profit men who are up to here in corruption.» Wenn sie in der Armee wären, würde von ihnen erwartet, dass sie jeden Tag fremde Menschen ermorden, um Männer zu bereichern, die bis über den Kopf in Korruption stecken. Was ist da schon ein kleiner Mord für einen reichen Verwandten, der sich in einer Notlage befindet.
Im letzten Film seiner britischen Trilogie - „Match Point“ und „Scoop“ - ließe sich „Schuld und Sühne“ erwähnen. Auch die „Brüder Karamasow“ könnten als Zitatwissen eingefügt werden, um die Leere dieses Woody Allen zu überbrücken. Die Idee ist klar, das Drama kleiner, armer Leutchen soll dargebracht werden, als hätte es klassische Größe. Deshalb Cassandra. Deren Traum, oder korrekter: der Traum von ihr erzählt eigentlich eine kleine Geschichte von der großen Gier. Zwar mit besten Zutaten aufgefrischt, doch die Mischung stimmt vorne und hinten nicht. Wahrscheinlich ist Allen nicht der richtige für so ein Drama kleiner Leute. Dafür gibt es in Finnland Aki Kaurismäki und in Großbritannien Ken Loach. Dessen Working Class Heros berühren nicht nur mehr, sich lassen sogar mehr lachen als Woody Allen.
Nach dem Misserfolg von „Cassandras Traum“ in den USA hatte der deutsche Verleih schon erwogen, den Streifen nur auf DVD zu starten.
Schön, dass er es sich doch noch anders überlegt hat, überrascht das Werk doch wie Allens jüngste Krimis „Match Point“ und „Scoop“ mit unvorhersehbaren, hoch spannenden Wendungen, wobei der düstere Soundtrack von Phil Glass eine Klasse für sich ist.
In den letzten Jahren verstand es Woody Allen durchaus, wie man einen intelligenten Thrillerplot geschickt mit einer Prise Humor verbindet und sogar noch einen Fokus auf das Zwischenmenschliche legt. Dabei favorisierte Allen London stets als zentrales setting, samt seiner Oberschicht. Dass es laut Allen gerade hier zu vielen Krimis kommt, spricht für sich. Cassandra's Dream setzt die Tradition fort, jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied: Allen konzentriert sich dieses Mal nicht auf die oberen Zehntausend, sondern auf zwei Brüder, die charakterlich zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, im Kern aber beide gleich sind. Sie stammen nämlich nicht aus der Oberschicht, sondern aus dem normalen Gutbürgertum, der Mittelschicht. Der eine ist erfolgloser Restaurantspekulant, der anderer bodenständiger Automechaniker. Ian (Ewan McGregor) und Terry (Colin Farrell) komplettieren sich dabei perfekt: Während der eine die Autos seiner Kunden zum Gepose seines Bruders dazusteuert, unterstützt der ihn wiederum mit kleinen Finanzspritzen um dessen Schattenseite, das Glücksspiel, zu fördern - denn sie beide hoffen eines Tages auf den Jackpot, eines Tages muss er ja einfach kommen!
[...] Rührend ist's zwar, dass Allen hier zwei Sunny Boys ins Verderben rennen lässt, und hübsch anzusehen ebenso, immerhin geben McGregor und Farrell ein schniekes Brüderpärchen ab, dem man nur alles Beste wünschen kann. Aber der Film interessiert sich nicht die Spur für sie, und so ist es auch egal, ob sie den Coup über die Runden bringen, unbeschadet überstehen und mit reiner Weste aus der Sache herauskommen werden. "Cassandra’s Dream" ist ein ziemlich tristes, unausgegorenes Thriller-Drama, das unbeholfen, staksig und kraftlos von Menschen und Lebensstilen erzählt, zu denen es nicht nur keinen Zugang findet, sondern von denen es auch keine wirkliche Ahnung zu haben scheint. Man könnte den Film als das unenglischste bezeichnen, was englische Schauspieler vor englischen Kulissen so hinbekom- men können, inszeniert von einem ewigen Plappermaul, das mit seinen Arbeiten seit Dekaden nichts Handfestes mehr anzubieten hat. [...]
Das Ergebnis ist ein durchaus origineller Allen-Film, der Fans und Kenner zwar nicht überraschen wird, und auch qualitativ nicht an Allens beste Filme heranreicht. Aber den Kinobesuch lohnen die bösen Taten der Baine-Brüder in jedem Fall.
Woody Allen und die griechischen Mythologie. Diesmal muss die arme Cassandra, die er schon in "Mighty Aphrodite" für einen netten Kalauer nutzte - für seine dramatische Gier-Sühne-Story mit Akropolis-Background herhalten. Zweifelte ich zu Beginn am Cast von Farrell und McGregor, war ich gegen Ende von ihrer Arbeit restlos überzeugt. Die Darstellung der beiden Mittelklasse-Briten, die ihren heuchlerischen Traum leben und dabei das unüberörbare Schreien Kassandras erwartungsgemäß ignorieren, dafür schlussendlich bestraft werden, ist überragend und wird nur durch den vermeintlichen Deus Ex Machina-Auftritt von Tom Wilkinson mit seiner unübertrefflichen Leinwandpräsenz überschattet. Allen gelingt mit der Offenbarung Wilkinsons im strömenden Regen eine Szene, deren Druckkulisse an Intensität nur schwer zu überbieten ist. Man kann fast den Herzschlag der patschnassen Protagonisten hören. Gleichwertig sind die intimen Momente auf dem "Nomen est Omen"-Segelboot "Cassandra`s Dream". Der Rückzugsraum der Brüder, ein symbolischer Elfenbeinturm der Glückseligkeit, der auf Lug und Betrug fußt und zu ihrem Verhängnis wird. Eigentlich kann man Constantin Film nur danken, dass "Cassandras Traum" nach so vielen Monaten doch noch den Weg in die deutschen Kinos gefunden hat. Allens Film, der den Abschluss seiner London-Trilogie bildet, sollte zuerst nur auf Video/DVD erscheinen. Denn der mittlerweile 72-Jährige zeigt mit einem überzeugenden Skript und seiner trockenen Inszenierung, geradlinig und in ihrer direkten Art an junge Klassiker wie "In the bedroom" erinnernd, in dem ebenfall Tom Wilkinson brilliert, einen Überlebenskampf der Darwin anklingen lässt sowie auf ethische Grundfragen trifft - Existentialismus, eben - und knüpft somit an eines seiner Grundthemen an, das er bereits Mitte der 1980er Jahre in "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" thematisierte. Beeindruckend.
Fantastische Schauspielerleistung, besonders unerwartet vom Herrn Farrell, der einen schönen schottischen Akzent hinbekommt und der den Konflikt, in dem er steckt, förmlich ausschwitzt! Sehr empfehlenswert!
Ich habe irgendwo mal gelesen der Film wär eine mittelmäßige Kopie von irgend 'nem anderen Flick. Tja hab' ich leider nicht gesehen. Mal davon abgesehen habe ich nichts gegen Wiederholungen bis zu einem gewissen Maß. Mal davon abgesehen habe ich nichts gegen Wiederholungen bis......schon gut, nicht lustig! Schön gespielt, und mit pessimistischen Ambitionen zeigt uns "Cassandras Traum" wie zerbrechlich unsere Moral sein kann. Eine wahrhaft traurige Geschichte über Reichtum und der Schuldenfalle, welche zwei verzweifelte Brüder auf den Abgrund zu treibt.
Einfach unfassbar spannend.
Dieser Film zeigt die Abgründe des Lebens. Zwei Brüder, die eigentlich nur das wollen, was alle wollen: etwas erreichen. Aber dieses Streben führt sie auf die schiefe Bahn.
Die Musik ist wahnsinnig gut eingesetzt worden, Vor allem Colin Farrell glänzt in seiner Rolle als Terry
Unglaublich dramatisch, einzigartige Darstellung der Psyche des Menschen. Leute, die sich Fragen, ob sie jemals jemanden umbringen könnten, finden hier ihre Antwort, sofern sie sich mit den Charaktern vergleichen können.
Woody Allen, super gemacht!
Matchpoint und Melinda&Melinda, was waren das noch für Filme. Cassandras Traum ist wie schon Scoop oder VCB irgendwie bedeutungslos, ich vermisse die geistreichen Dialoge, die skurile Dramatik, eben meinen Woody. (Heul)
Woody Allens Abschluss seiner mit ‚Match Point‘ und ‚Scoop‘ begonnenen London-Trilogie überzeugt in der erzählerischen Umsetzung des Schuld-und-Sühne-Plots nicht vollends, bietet aber mit guten Darstellern, die eine durchaus spannend zu verfolgende Charakterentwicklung portraitieren, letztlich doch einen guten, sehenswerten Film. Das ist für viele Fans des Meisters zwar nicht unbedingt genug, eine vom Gesamtwerk losgelöste Betrachtung sei ‚Cassandras Traum‘ jedoch gestattet.
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Die Brüder Ian und Terry kommen in ihren Leben nicht wirklich vom Fleck. Ian hält sich im Restaurantbetrieb seines Vaters für vergeudet, Mechaniker Terry wandelt mit seiner Spielsucht auf risikoreichen Pfaden. Was Bildungsstand und Ambitionen angeht, sind die beiden grundverschieden, Regisseur und Drehbuchautor Allen definiert sie allerdings nicht über ihre Gegensätze, sondern zeigt sie in der ersten Szene bei der Verwirklichung eines gemeinsamen Traums, dem Erwerb eines Segelbootes. Die enge Bindung und der Familiensinn der Brüder wird so unmissverständlich und glaubhaft klar gemacht. Wenngleich der Spiel- und einigen anderen Süchten verfallen ist Terry derjenige, der mit einer gewissen Aufrichtigkeit zu sich selbst und seinem Leben irgendwo zwischen Mittel- und Unterschicht steht, wohingegen Ian sich schon mal einen flotten Flitzer aus der Werkstatt seines Bruders borgt, um bei einem Date Eindruck zu schinden. Als er eine luxuswillige Theaterschauspielerin mit Autopanne kennenlernt, steigert sich Ians Verhalten zum reinen Fremd- und Selbstbetrug. Im festen Glauben an eine große Zukunft als Hotel-Investor in Kalifornien benötigt er dringend einen Batzen Geld, um ins Geschäft einzusteigen. Terry, aus einem beachtlichen Pokergewinn soeben einen immensen Verlust gemacht, und Ian wenden sich an ihren reichen Onkel Howard, der es im Ausland zu Reichtum gebracht hat und die Familie in London besucht. Er hilft den Brüdern – wenn sie ihm im Gegenzug einen Gefallen tun...
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Mit einem symbolisch aufziehenden Gewitter untermalt Allen die monströse Bitte des Onkels, der von seinen Neffen nicht weniger, als die Beseitigung eines Geschäftspartners verlangt, der vorhat, brisante Informationen über Howards Geschäfte an die Öffentlichkeit zu bringen. Besonders der labile Terry möchte davon nichts wissen, Ian genügt hingegen eine schlaflose Nacht, um zur Verwirklichung seiner Träume moralische Bedenken über Bord zu werfen. Den Weg bis hin zum Mord pflastert Allen mit vielen Gesprächen der Brüder, in deren Verlauf Ian mehr und mehr seiner Selbstsucht anheim fällt, Terry wiederum zwischen Entschlossenheit und Gewissensbissen schwankt.
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Entgegen einiger Logiklöcher, so nimmt man es Tom Wilkinson als Onkel Howard nicht wirklich ab, dass ein offensichtlich in finstere Machenschaften verwickelter Geschäftsmann keine ‚professionelle‘ Hilfe zur Beseitigung seines ‚Problems‘ anzuheuern weiß, entwickelt sich ein starkes Psychogramm. Ewan McGregor steigert seinen Ian in eine beinahe dämonische Skrupellosigkeit, Colin Farrell driftet überzeugend in Depression und Wahn ab (wenn auch manchmal etwas arg weinerlich).
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Eine Vielzahl wichtiger Ereignisse werden in ‚Cassandras Traum‘ nicht gezeigt oder aufgedeckt, manche Szenen werden nicht zu Ende geführt, stattdessen folgen die Auflösungen nur in Form von anschließenden Gesprächen. Dies führt dazu, dass man zu Anfang nicht genau weiß, woran man ist, wenn etwa Terry zunächst beim Pokern als Verlierer gezeigt wird, in der folgenden Szene aber Ian von einem Gewinn erzählt, der der Pechsträhne folgte. Das Aussparen einiger essentieller Momente hält den Film zwar auf der einen Seite einigermaßen spannend, was den Fortlauf der Story angeht, dient Allen letztlich aber auch dazu, die Handlung, die spätestens ab ihrem Wendepunkt (dem Mord) nicht mehr viel zu bieten hat, zu dehnen, indem sich eben einfach über Ereignisse immer wieder im Nachhinein unterhalten wird, statt ihr Passieren abzubilden. Außerdem wird so eine Unvorhersehbarkeit vorgegaukelt, die der Film aber nicht einhält. Die Technik des Aussparens wird bis zum Ende beibehalten und auch bei der Schlusssequenz konsequent angewandt. Bis dahin sind und bleiben es McGregor, Farrell und in seinen wenigen, aber gewohnt ausdrucksstarken Auftritten Tom Wilkinson, die das parabelhafte Konstrukt am Laufen halten. Hayley Atwell gefällt zudem als Angela, die durch ihre leicht extravagante, zugleich offen charmante Art Ian locker um den Finger wickelt und für ihn immer wieder Argument und Rechtfertigung ist. Sally Hawkins als naive, dabei grundehrliche Frau an Farrels Seite nervt manchmal ein wenig, aber spielt die undankbarere Rolle trotzdem überzeugend.
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'Cassandras Traum' ist also vor allem als ansehnlich ausgearbeitetes und dargestelltes Charakterstück zu empfehlen, dem es streckenweise an erzählerischem Einfallsreichtum mangelt. Ein im wohlwollendsten Sinne 'guter' Film, was eben auch wenn (und weil!) der Regisseur Woody Allen heißt, genügt.
Enttäuschend lahmarschiger und vorhersehbarer Film, zu routiniert in Szene gesetzt, ohne den Allen'schen Biss im Dialog. Obwohl ich Colin Farrell nicht ausstehen kann, könnte man hier auf den Geschmack kommen...
Simples, aber hervorragend gespieltes kammerspielähnliches Drama aus Woody Allens britischer Trilogie. Colin Farrell und Ewan McGregor machen den Film sehenswert.
Der Titel klingt seltsam, konnte mir darunter auch nichts vorstellen aber der Cast und die Regie war vielversprechend:
Collin Farell ("Alexander", "Miami Vice"), Ewan McGregor ("Star Wars: Episode 1-3", "Die Insel") und Woody Allen ("Was Sie schon immer über Sex wissen wollten", "Matchpoint") der wie ueblich auch das Drehbuch schrieb.
Ohne zu wissen worum es ueberhaupt geht, bin ich einfach mal in die Spaetvorstellung dieses Arthouse-Streifens am sonntagabend und hab ihn mir angeschaut! Bin, vielleicht auch, weil keine Erwartungen an den Film, positiv uebberrascht worden!
Die Story ist recht simpel gehalten aber durchaus gut inszeniert: Zwei Brueder, eben gespielt von o.g. Schauspielern, aus aermeren Verhaeltnissen sollen ihrem reichen Onkel aus Californien einen Gefallen machen, der nicht schwerer fuer die beiden bodenstaendigen Londoner haette sein koennen. Trotz Unsicherheit, Kopfzerbrechen und Angst erledigen sie Onkels Aufgabe. Schliesslich waescht eine Hand die andere!
Hier liegt meiner Meinung nach auch die Botschaft des Film: Enger Zusammenhalt der Familie fuer das ganze Leben wichtig und auch notwendig, ebenso noch als Anhaengsel die Sache bezgl. des Themas das jeder Mensch "kaeuflich" ist. Zu viel moecht ich nicht verraten, da de Plot eventuell vohersehbar ist, aber totzdem ueberraschend wirkt - da es naemlich nicht wirklich ein "Happy-End" gibt!
Definitiv lebt diese "kleine" Produktion von den zwei Hollywood-Stars, die Ihre Sache sehr gut machen. Insgesamt faellt die komplette Darsteller-Crew nicht schlecht auf. Der Einzige, der aber meiner Meinung nach garnicht fuer die Rolle gemacht ist bzw. fehlplatziert wirkt ist "Onkel Howard", gespielt von Tom Wilkinson.
Ansich gefaellt der sehr ruhig und langsam erzaehlte Krimi, muss sich aber ganz klar hinter "Matchpoint" einreihen!
Soweit ich weiß, ist "Cassandra's Dream" der dritte (Matchpoint, Scoop, als Vorreiter) und letzte "London-Film" von Allen! Anschliessend geht es nun mit "Vicky Cristina Barcelona" im Dezember weiter. Schauplatz, wie es der Titel schon anspricht: Barcelona. Unter anderen Penelope Cruz und Scarlett Johansson in den Hauptrollen.
Allein vom Titel her, habe ich mir von diesem Film wenig erwartet. Doch ich war sehr überrascht was Woody Allen aus diesem Film gemacht hat.
Die Auswahl der Schauspieler war hervorragend, Colin Farrell und Ewan McGregor lieferten eine Klasse Leistung ab und überzeugten als Brüderpaar.
Die Aufnahmen der teils blühenden Landschaften brachten einen gewissten Flair in diesen Film welcher sonst in nur wenigen Szenen wieder verflog.
Klasse Film mit ein wenig Schwächen.
Für einen Woody Allen ein leicht unterdurchschnittliches Werk, was natürlich immer noch vergleichweise großartiges Kino bedeutet. Auch die meisten Schauspieler sind eine Kinokarte wert, mit der üblichen Ausnahme von Colin Farrell, der bei der Kritik diesmal unverdient ein bisschen besser wegkommt, weil es ausnahmsweise zur Rolle passt, dass er nervt.
Cassandras Träume sind nicht die schönsten, bleiben sie doch voller Unglück und Tragik. Beide Brüder verlieren sich in ihrer Abhängigkeit und lassen sich verleiten von der großen Verlockung, dem Ausweg, dem Ruhm. Unausweichlich steuern sie ihrer vermeintlich ausweglosen Situation entgegen, ohne auf sich selbst zu hören.
Allen inszeniert sein Drama mit sehr viel Ruhe und einem feinen Gespür für die zwischenmenschlichen Beziehungen seiner Charaktere. Die Begegnungen sind dezent in ihrer Leidenschaftlichkeit und impulsiv zugleich. Sein Werk bleibt aber klassisch und zwängt sich in ein sehr enges Korsett eines Theaterstücks. Insbesondere die Kameraarbeit nimmt dadurch zu oft den Glanz, zu oft die Intensität der Szenen.
Dennoch erlebt der Zuschauer eine hervorragende schauspielerische Leistung aller Darsteller. Mit einem Sonderlob kommt dabei überraschend Colin Farrell davon.
CAssandras Traum vereint klasse Schauspieler in einem würdigen Rahmen, dem leider bewusst die großen Bilder fehlen, verschenkt in meinen Augen. (Trotzdem für einen Filmabend im kleinen Kino um die Ecke ;-) zu empfehlen)
Eine tolle schauspielerische Leistung und spannende Geschichte. Aber die böse Vorahnung, dass alles in einer Tragödie enden wird, empfand ich als sehr anstrengend. Ein guter Film, den ich aber nicht noch einmal sehen möchte.
Kein besonders sehenswerter Film. Ein unheimlicher lahmer Anfang, der in einer träge erzählten geschichte mündet, die ein wenig überraschendes Ende und zu allem überfluss auch noch eine kleine moralkeule nach sich zieht. das muss nicht sein! wenigstens sind die beiden protagonisten in ihrem unglück als teil des machwerks noch bemüht. daher ein paar trostpunkte.
mit match point hatte woody allen mich endlich mal gekascht, dachte mir als ich den trailer sah und die besetzungsliste, das cassandras traum mal wieder ein toller woody allen film wird. auf jeden fall hat collin farell überzeugt und ich fand es auch gut, dass es kein spektakuläres ende mit dem erhobenen zeigefinger gab. aber muss man sich diesen film ansehen? nein, definitiv nicht. Er ist nicht sonderlich unterhaltsam, lässt mich keine erkenntnisse gewinnen und ist auch nicht wirklich überraschend.
Packende Darstellungs- und Erzählweise. Colin Farrell kann tatsächlich mehr als nur gut auszusehen. Auch die restlichen Charaktere sind fast perfekt besetzt.
Etwas störend finde ich, dass die Brüder letztendlich doch nicht über ihre Träume zerbrechen, sondern über die Schwäche des einen Bruders. Zwingender wäre ein falscher Prophet "Onkel Howard", das gescheiterte Hotel-Geschäft oder die weiter ausgelebte Spielsucht von Tery gewesen. Dadurch wäre alles Drumherum zusammengebrochen und die Tat, das Überschreiten der Linie letzendlich sinnlos auch wenn sie bis zum Schluß ungesühnt bliebe. In Woody Allens Version ist der Tod schon fast eine Erlösung und eine richtige Katharsis bleibt aus.
Aber egal, der Film ist mehr als gelungen und vor allem in der Originalfassung sehr sehenswert.
Kritiker — Sehenswert 7.0
Der Film Cassandras Traum wurde von 15 Kritikern bewertet.
fko: filmsprung.ch
Das Drehbuch von Allen setzt nicht wirklich auf Spannung, sondern richtet seinen Blick vielmehr auf die psychologischen Auswirkungen. Die Brüder gehen nämlich ganz unterschiedlich mit der Situation um. Herrlich ist die Rationalisierung von Ian: «If we we're in the army, we'd be expected to kill strangers everyday to profit men who are up to here in corruption.» Wenn sie in der Armee wären, würde von ihnen erwartet, dass sie jeden Tag fremde Menschen ermorden, um Männer zu bereichern, die bis über den Kopf in Korruption stecken. Was ist da schon ein kleiner Mord für einen reichen Verwandten, der sich in einer Notlage befindet.
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G. Jekubzik: Filmtabs
Im letzten Film seiner britischen Trilogie - „Match Point“ und „Scoop“ - ließe sich „Schuld und Sühne“ erwähnen. Auch die „Brüder Karamasow“ könnten als Zitatwissen eingefügt werden, um die Leere dieses Woody Allen zu überbrücken. Die Idee ist klar, das Drama kleiner, armer Leutchen soll dargebracht werden, als hätte es klassische Größe. Deshalb Cassandra. Deren Traum, oder korrekter: der Traum von ihr erzählt eigentlich eine kleine Geschichte von der großen Gier. Zwar mit besten Zutaten aufgefrischt, doch die Mischung stimmt vorne und hinten nicht. Wahrscheinlich ist Allen nicht der richtige für so ein Drama kleiner Leute. Dafür gibt es in Finnland Aki Kaurismäki und in Großbritannien Ken Loach. Dessen Working Class Heros berühren nicht nur mehr, sich lassen sogar mehr lachen als Woody Allen.
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Kirsten Liese: BR Online, Kinofenster, Dar...
Nach dem Misserfolg von „Cassandras Traum“ in den USA hatte der deutsche Verleih schon erwogen, den Streifen nur auf DVD zu starten.
Schön, dass er es sich doch noch anders überlegt hat, überrascht das Werk doch wie Allens jüngste Krimis „Match Point“ und „Scoop“ mit unvorhersehbaren, hoch spannenden Wendungen, wobei der düstere Soundtrack von Phil Glass eine Klasse für sich ist.
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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...
In den letzten Jahren verstand es Woody Allen durchaus, wie man einen intelligenten Thrillerplot geschickt mit einer Prise Humor verbindet und sogar noch einen Fokus auf das Zwischenmenschliche legt. Dabei favorisierte Allen London stets als zentrales setting, samt seiner Oberschicht. Dass es laut Allen gerade hier zu vielen Krimis kommt, spricht für sich. Cassandra's Dream setzt die Tradition fort, jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied: Allen konzentriert sich dieses Mal nicht auf die oberen Zehntausend, sondern auf zwei Brüder, die charakterlich zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, im Kern aber beide gleich sind. Sie stammen nämlich nicht aus der Oberschicht, sondern aus dem normalen Gutbürgertum, der Mittelschicht. Der eine ist erfolgloser Restaurantspekulant, der anderer bodenständiger Automechaniker. Ian (Ewan McGregor) und Terry (Colin Farrell) komplettieren sich dabei perfekt: Während der eine die Autos seiner Kunden zum Gepose seines Bruders dazusteuert, unterstützt der ihn wiederum mit kleinen Finanzspritzen um dessen Schattenseite, das Glücksspiel, zu fördern - denn sie beide hoffen eines Tages auf den Jackpot, eines Tages muss er ja einfach kommen!
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Mr Vincent Vega: Manifest / Deadline / gamon...
[...] Rührend ist's zwar, dass Allen hier zwei Sunny Boys ins Verderben rennen lässt, und hübsch anzusehen ebenso, immerhin geben McGregor und Farrell ein schniekes Brüderpärchen ab, dem man nur alles Beste wünschen kann. Aber der Film interessiert sich nicht die Spur für sie, und so ist es auch egal, ob sie den Coup über die Runden bringen, unbeschadet überstehen und mit reiner Weste aus der Sache herauskommen werden. "Cassandra’s Dream" ist ein ziemlich tristes, unausgegorenes Thriller-Drama, das unbeholfen, staksig und kraftlos von Menschen und Lebensstilen erzählt, zu denen es nicht nur keinen Zugang findet, sondern von denen es auch keine wirkliche Ahnung zu haben scheint. Man könnte den Film als das unenglischste bezeichnen, was englische Schauspieler vor englischen Kulissen so hinbekom- men können, inszeniert von einem ewigen Plappermaul, das mit seinen Arbeiten seit Dekaden nichts Handfestes mehr anzubieten hat. [...]
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Das Ergebnis ist ein durchaus origineller Allen-Film, der Fans und Kenner zwar nicht überraschen wird, und auch qualitativ nicht an Allens beste Filme heranreicht. Aber den Kinobesuch lohnen die bösen Taten der Baine-Brüder in jedem Fall.
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alviesinger: Frankfurter Stadtkurier
Woody Allen und die griechischen Mythologie. Diesmal muss die arme Cassandra, die er schon in "Mighty Aphrodite" für einen netten Kalauer nutzte - für seine dramatische Gier-Sühne-Story mit Akropolis-Background herhalten. Zweifelte ich zu Beginn am Cast von Farrell und McGregor, war ich gegen Ende von ihrer Arbeit restlos überzeugt. Die Darstellung der beiden Mittelklasse-Briten, die ihren heuchlerischen Traum leben und dabei das unüberörbare Schreien Kassandras erwartungsgemäß ignorieren, dafür schlussendlich bestraft werden, ist überragend und wird nur durch den vermeintlichen Deus Ex Machina-Auftritt von Tom Wilkinson mit seiner unübertrefflichen Leinwandpräsenz überschattet. Allen gelingt mit der Offenbarung Wilkinsons im strömenden Regen eine Szene, deren Druckkulisse an Intensität nur schwer zu überbieten ist. Man kann fast den Herzschlag der patschnassen Protagonisten hören. Gleichwertig sind die intimen Momente auf dem "Nomen est Omen"-Segelboot "Cassandra`s Dream". Der Rückzugsraum der Brüder, ein symbolischer Elfenbeinturm der Glückseligkeit, der auf Lug und Betrug fußt und zu ihrem Verhängnis wird. Eigentlich kann man Constantin Film nur danken, dass "Cassandras Traum" nach so vielen Monaten doch noch den Weg in die deutschen Kinos gefunden hat. Allens Film, der den Abschluss seiner London-Trilogie bildet, sollte zuerst nur auf Video/DVD erscheinen. Denn der mittlerweile 72-Jährige zeigt mit einem überzeugenden Skript und seiner trockenen Inszenierung, geradlinig und in ihrer direkten Art an junge Klassiker wie "In the bedroom" erinnernd, in dem ebenfall Tom Wilkinson brilliert, einen Überlebenskampf der Darwin anklingen lässt sowie auf ethische Grundfragen trifft - Existentialismus, eben - und knüpft somit an eines seiner Grundthemen an, das er bereits Mitte der 1980er Jahre in "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" thematisierte. Beeindruckend.
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Lukas Foerster: critic.de / perlentaucher.d...
Woody Allens Filme werden von Jahr zu Jahr klassischer und überholen das klassische Hollywoodkino inzwischen rückwärts.
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al-x: blog:x - Royal with cheese
Fantastische Schauspielerleistung, besonders unerwartet vom Herrn Farrell, der einen schönen schottischen Akzent hinbekommt und der den Konflikt, in dem er steckt, förmlich ausschwitzt! Sehr empfehlenswert!
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Kommentare — Ganz gut 6.9
Der Film Cassandras Traum wurde von 242 Mitgliedern bewertet.
Bollundus 2010/01/22 01:36:47
Trotz aller Vorhersehbarkeit ist der beklemmend dargestellte Gewissenskonflikt sehenswert.
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BlauesEichhorn 2010/01/20 01:49:07
Ich habe irgendwo mal gelesen der Film wär eine mittelmäßige Kopie von irgend 'nem anderen Flick. Tja hab' ich leider nicht gesehen. Mal davon abgesehen habe ich nichts gegen Wiederholungen bis zu einem gewissen Maß. Mal davon abgesehen habe ich nichts gegen Wiederholungen bis......schon gut, nicht lustig! Schön gespielt, und mit pessimistischen Ambitionen zeigt uns "Cassandras Traum" wie zerbrechlich unsere Moral sein kann. Eine wahrhaft traurige Geschichte über Reichtum und der Schuldenfalle, welche zwei verzweifelte Brüder auf den Abgrund zu treibt.
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Rorschach_ 2009/11/10 18:42:03
Einfach unfassbar spannend.
Dieser Film zeigt die Abgründe des Lebens. Zwei Brüder, die eigentlich nur das wollen, was alle wollen: etwas erreichen. Aber dieses Streben führt sie auf die schiefe Bahn.
Die Musik ist wahnsinnig gut eingesetzt worden, Vor allem Colin Farrell glänzt in seiner Rolle als Terry
Ich bin beeindruckt. Großes Kino.
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Greeble 2009/10/08 16:57:45
Unglaublich dramatisch, einzigartige Darstellung der Psyche des Menschen. Leute, die sich Fragen, ob sie jemals jemanden umbringen könnten, finden hier ihre Antwort, sofern sie sich mit den Charaktern vergleichen können.
Woody Allen, super gemacht!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
stalker 2009/06/18 20:01:19
Matchpoint und Melinda&Melinda, was waren das noch für Filme. Cassandras Traum ist wie schon Scoop oder VCB irgendwie bedeutungslos, ich vermisse die geistreichen Dialoge, die skurile Dramatik, eben meinen Woody. (Heul)
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ChristiansFoyer 2009/03/10 19:41:55
Woody Allens Abschluss seiner mit ‚Match Point‘ und ‚Scoop‘ begonnenen London-Trilogie überzeugt in der erzählerischen Umsetzung des Schuld-und-Sühne-Plots nicht vollends, bietet aber mit guten Darstellern, die eine durchaus spannend zu verfolgende Charakterentwicklung portraitieren, letztlich doch einen guten, sehenswerten Film. Das ist für viele Fans des Meisters zwar nicht unbedingt genug, eine vom Gesamtwerk losgelöste Betrachtung sei ‚Cassandras Traum‘ jedoch gestattet.
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Die Brüder Ian und Terry kommen in ihren Leben nicht wirklich vom Fleck. Ian hält sich im Restaurantbetrieb seines Vaters für vergeudet, Mechaniker Terry wandelt mit seiner Spielsucht auf risikoreichen Pfaden. Was Bildungsstand und Ambitionen angeht, sind die beiden grundverschieden, Regisseur und Drehbuchautor Allen definiert sie allerdings nicht über ihre Gegensätze, sondern zeigt sie in der ersten Szene bei der Verwirklichung eines gemeinsamen Traums, dem Erwerb eines Segelbootes. Die enge Bindung und der Familiensinn der Brüder wird so unmissverständlich und glaubhaft klar gemacht. Wenngleich der Spiel- und einigen anderen Süchten verfallen ist Terry derjenige, der mit einer gewissen Aufrichtigkeit zu sich selbst und seinem Leben irgendwo zwischen Mittel- und Unterschicht steht, wohingegen Ian sich schon mal einen flotten Flitzer aus der Werkstatt seines Bruders borgt, um bei einem Date Eindruck zu schinden. Als er eine luxuswillige Theaterschauspielerin mit Autopanne kennenlernt, steigert sich Ians Verhalten zum reinen Fremd- und Selbstbetrug. Im festen Glauben an eine große Zukunft als Hotel-Investor in Kalifornien benötigt er dringend einen Batzen Geld, um ins Geschäft einzusteigen. Terry, aus einem beachtlichen Pokergewinn soeben einen immensen Verlust gemacht, und Ian wenden sich an ihren reichen Onkel Howard, der es im Ausland zu Reichtum gebracht hat und die Familie in London besucht. Er hilft den Brüdern – wenn sie ihm im Gegenzug einen Gefallen tun...
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Mit einem symbolisch aufziehenden Gewitter untermalt Allen die monströse Bitte des Onkels, der von seinen Neffen nicht weniger, als die Beseitigung eines Geschäftspartners verlangt, der vorhat, brisante Informationen über Howards Geschäfte an die Öffentlichkeit zu bringen. Besonders der labile Terry möchte davon nichts wissen, Ian genügt hingegen eine schlaflose Nacht, um zur Verwirklichung seiner Träume moralische Bedenken über Bord zu werfen. Den Weg bis hin zum Mord pflastert Allen mit vielen Gesprächen der Brüder, in deren Verlauf Ian mehr und mehr seiner Selbstsucht anheim fällt, Terry wiederum zwischen Entschlossenheit und Gewissensbissen schwankt.
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Entgegen einiger Logiklöcher, so nimmt man es Tom Wilkinson als Onkel Howard nicht wirklich ab, dass ein offensichtlich in finstere Machenschaften verwickelter Geschäftsmann keine ‚professionelle‘ Hilfe zur Beseitigung seines ‚Problems‘ anzuheuern weiß, entwickelt sich ein starkes Psychogramm. Ewan McGregor steigert seinen Ian in eine beinahe dämonische Skrupellosigkeit, Colin Farrell driftet überzeugend in Depression und Wahn ab (wenn auch manchmal etwas arg weinerlich).
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Eine Vielzahl wichtiger Ereignisse werden in ‚Cassandras Traum‘ nicht gezeigt oder aufgedeckt, manche Szenen werden nicht zu Ende geführt, stattdessen folgen die Auflösungen nur in Form von anschließenden Gesprächen. Dies führt dazu, dass man zu Anfang nicht genau weiß, woran man ist, wenn etwa Terry zunächst beim Pokern als Verlierer gezeigt wird, in der folgenden Szene aber Ian von einem Gewinn erzählt, der der Pechsträhne folgte. Das Aussparen einiger essentieller Momente hält den Film zwar auf der einen Seite einigermaßen spannend, was den Fortlauf der Story angeht, dient Allen letztlich aber auch dazu, die Handlung, die spätestens ab ihrem Wendepunkt (dem Mord) nicht mehr viel zu bieten hat, zu dehnen, indem sich eben einfach über Ereignisse immer wieder im Nachhinein unterhalten wird, statt ihr Passieren abzubilden. Außerdem wird so eine Unvorhersehbarkeit vorgegaukelt, die der Film aber nicht einhält. Die Technik des Aussparens wird bis zum Ende beibehalten und auch bei der Schlusssequenz konsequent angewandt. Bis dahin sind und bleiben es McGregor, Farrell und in seinen wenigen, aber gewohnt ausdrucksstarken Auftritten Tom Wilkinson, die das parabelhafte Konstrukt am Laufen halten. Hayley Atwell gefällt zudem als Angela, die durch ihre leicht extravagante, zugleich offen charmante Art Ian locker um den Finger wickelt und für ihn immer wieder Argument und Rechtfertigung ist. Sally Hawkins als naive, dabei grundehrliche Frau an Farrels Seite nervt manchmal ein wenig, aber spielt die undankbarere Rolle trotzdem überzeugend.
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'Cassandras Traum' ist also vor allem als ansehnlich ausgearbeitetes und dargestelltes Charakterstück zu empfehlen, dem es streckenweise an erzählerischem Einfallsreichtum mangelt. Ein im wohlwollendsten Sinne 'guter' Film, was eben auch wenn (und weil!) der Regisseur Woody Allen heißt, genügt.
Kommentar gefällt mir Antworten
spanky 2008/12/18 22:39:01
Enttäuschend lahmarschiger und vorhersehbarer Film, zu routiniert in Szene gesetzt, ohne den Allen'schen Biss im Dialog. Obwohl ich Colin Farrell nicht ausstehen kann, könnte man hier auf den Geschmack kommen...
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maslobojew 2008/12/06 14:15:48
Gutes Drama, eigentlich passt alles. Etwas Spritzigkeit und Humor hätte dem Film vielleicht noch gut getan.
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annaberlin 2008/11/30 16:03:52
Simples, aber hervorragend gespieltes kammerspielähnliches Drama aus Woody Allens britischer Trilogie. Colin Farrell und Ewan McGregor machen den Film sehenswert.
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Benni-THE-KING 2008/11/29 19:39:45
Matchpoint Teil 2
Vielleicht einen Tick besser
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DoM 2008/09/15 22:47:00
Der Titel klingt seltsam, konnte mir darunter auch nichts vorstellen aber der Cast und die Regie war vielversprechend:
Collin Farell ("Alexander", "Miami Vice"), Ewan McGregor ("Star Wars: Episode 1-3", "Die Insel") und Woody Allen ("Was Sie schon immer über Sex wissen wollten", "Matchpoint") der wie ueblich auch das Drehbuch schrieb.
Ohne zu wissen worum es ueberhaupt geht, bin ich einfach mal in die Spaetvorstellung dieses Arthouse-Streifens am sonntagabend und hab ihn mir angeschaut! Bin, vielleicht auch, weil keine Erwartungen an den Film, positiv uebberrascht worden!
Die Story ist recht simpel gehalten aber durchaus gut inszeniert: Zwei Brueder, eben gespielt von o.g. Schauspielern, aus aermeren Verhaeltnissen sollen ihrem reichen Onkel aus Californien einen Gefallen machen, der nicht schwerer fuer die beiden bodenstaendigen Londoner haette sein koennen. Trotz Unsicherheit, Kopfzerbrechen und Angst erledigen sie Onkels Aufgabe. Schliesslich waescht eine Hand die andere!
Hier liegt meiner Meinung nach auch die Botschaft des Film: Enger Zusammenhalt der Familie fuer das ganze Leben wichtig und auch notwendig, ebenso noch als Anhaengsel die Sache bezgl. des Themas das jeder Mensch "kaeuflich" ist. Zu viel moecht ich nicht verraten, da de Plot eventuell vohersehbar ist, aber totzdem ueberraschend wirkt - da es naemlich nicht wirklich ein "Happy-End" gibt!
Definitiv lebt diese "kleine" Produktion von den zwei Hollywood-Stars, die Ihre Sache sehr gut machen. Insgesamt faellt die komplette Darsteller-Crew nicht schlecht auf. Der Einzige, der aber meiner Meinung nach garnicht fuer die Rolle gemacht ist bzw. fehlplatziert wirkt ist "Onkel Howard", gespielt von Tom Wilkinson.
Ansich gefaellt der sehr ruhig und langsam erzaehlte Krimi, muss sich aber ganz klar hinter "Matchpoint" einreihen!
Soweit ich weiß, ist "Cassandra's Dream" der dritte (Matchpoint, Scoop, als Vorreiter) und letzte "London-Film" von Allen! Anschliessend geht es nun mit "Vicky Cristina Barcelona" im Dezember weiter. Schauplatz, wie es der Titel schon anspricht: Barcelona. Unter anderen Penelope Cruz und Scarlett Johansson in den Hauptrollen.
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BananenJoe 2008/09/12 20:18:40
Allein vom Titel her, habe ich mir von diesem Film wenig erwartet. Doch ich war sehr überrascht was Woody Allen aus diesem Film gemacht hat.
Die Auswahl der Schauspieler war hervorragend, Colin Farrell und Ewan McGregor lieferten eine Klasse Leistung ab und überzeugten als Brüderpaar.
Die Aufnahmen der teils blühenden Landschaften brachten einen gewissten Flair in diesen Film welcher sonst in nur wenigen Szenen wieder verflog.
Klasse Film mit ein wenig Schwächen.
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strangelet 2008/08/06 08:34:22
Für einen Woody Allen ein leicht unterdurchschnittliches Werk, was natürlich immer noch vergleichweise großartiges Kino bedeutet. Auch die meisten Schauspieler sind eine Kinokarte wert, mit der üblichen Ausnahme von Colin Farrell, der bei der Kritik diesmal unverdient ein bisschen besser wegkommt, weil es ausnahmsweise zur Rolle passt, dass er nervt.
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Wombat 2008/07/24 23:48:48
Cassandras Träume sind nicht die schönsten, bleiben sie doch voller Unglück und Tragik. Beide Brüder verlieren sich in ihrer Abhängigkeit und lassen sich verleiten von der großen Verlockung, dem Ausweg, dem Ruhm. Unausweichlich steuern sie ihrer vermeintlich ausweglosen Situation entgegen, ohne auf sich selbst zu hören.
Allen inszeniert sein Drama mit sehr viel Ruhe und einem feinen Gespür für die zwischenmenschlichen Beziehungen seiner Charaktere. Die Begegnungen sind dezent in ihrer Leidenschaftlichkeit und impulsiv zugleich. Sein Werk bleibt aber klassisch und zwängt sich in ein sehr enges Korsett eines Theaterstücks. Insbesondere die Kameraarbeit nimmt dadurch zu oft den Glanz, zu oft die Intensität der Szenen.
Dennoch erlebt der Zuschauer eine hervorragende schauspielerische Leistung aller Darsteller. Mit einem Sonderlob kommt dabei überraschend Colin Farrell davon.
CAssandras Traum vereint klasse Schauspieler in einem würdigen Rahmen, dem leider bewusst die großen Bilder fehlen, verschenkt in meinen Augen. (Trotzdem für einen Filmabend im kleinen Kino um die Ecke ;-) zu empfehlen)
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holgerd 2008/07/15 10:08:41
Eine tolle schauspielerische Leistung und spannende Geschichte. Aber die böse Vorahnung, dass alles in einer Tragödie enden wird, empfand ich als sehr anstrengend. Ein guter Film, den ich aber nicht noch einmal sehen möchte.
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Tenzing 2008/07/08 23:42:29
Kein besonders sehenswerter Film. Ein unheimlicher lahmer Anfang, der in einer träge erzählten geschichte mündet, die ein wenig überraschendes Ende und zu allem überfluss auch noch eine kleine moralkeule nach sich zieht. das muss nicht sein! wenigstens sind die beiden protagonisten in ihrem unglück als teil des machwerks noch bemüht. daher ein paar trostpunkte.
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lana74 2008/06/19 00:37:00
mit match point hatte woody allen mich endlich mal gekascht, dachte mir als ich den trailer sah und die besetzungsliste, das cassandras traum mal wieder ein toller woody allen film wird. auf jeden fall hat collin farell überzeugt und ich fand es auch gut, dass es kein spektakuläres ende mit dem erhobenen zeigefinger gab. aber muss man sich diesen film ansehen? nein, definitiv nicht. Er ist nicht sonderlich unterhaltsam, lässt mich keine erkenntnisse gewinnen und ist auch nicht wirklich überraschend.
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aikifreak 2008/06/03 18:07:09
Packende Darstellungs- und Erzählweise. Colin Farrell kann tatsächlich mehr als nur gut auszusehen. Auch die restlichen Charaktere sind fast perfekt besetzt.
Etwas störend finde ich, dass die Brüder letztendlich doch nicht über ihre Träume zerbrechen, sondern über die Schwäche des einen Bruders. Zwingender wäre ein falscher Prophet "Onkel Howard", das gescheiterte Hotel-Geschäft oder die weiter ausgelebte Spielsucht von Tery gewesen. Dadurch wäre alles Drumherum zusammengebrochen und die Tat, das Überschreiten der Linie letzendlich sinnlos auch wenn sie bis zum Schluß ungesühnt bliebe. In Woody Allens Version ist der Tod schon fast eine Erlösung und eine richtige Katharsis bleibt aus.
Aber egal, der Film ist mehr als gelungen und vor allem in der Originalfassung sehr sehenswert.
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