Charlotte und ihr Typ

Charlotte et son Jules (1960),
Laufzeit 13 Minuten, Drama

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Charlotte und ihr Typ - Bild 5830200
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von Jean-Luc Godard, mit Jean-Paul Belmondo und Jean-Luc Godard

Charlotte kehrt in die Wohnung ihres Ex-Freundes zurück. Ihr Gegenüber redet mit ihr, doch sie sagt kaum etwas. Daraufhin zieht der Mann über Charlottes Leben her, was sie jedoch ignoriert.


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hollygolightly1

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Bewertung7.5Sehenswert

13 Minuten. Ein Zimmer. Zwei Personen.
Dreizehn Minuten lang beleidigt und stellt Quasselstrippe Jean alias Jean-Paul Belmondo (beziehungsweise Godard selbst) seine Ex-Freundin Charlotte bloß. Mit Stil, versteht sich. "Idiotin" nennt Jean sie, "Schau, wie du aussiehst. [...] Du bist wirklich eine blöde Ziege. [...] Ich bin dir nicht böse. [...] Doch bin ich. [...] Nein, bin ich nicht." [...]. "Merde!" wiederholt er immer wieder. Unterdessen scheint Charlotte sich nicht im Geringsten für ihn zu interessieren, spricht so gut wie gar nicht, sondern leckt an ihrem Eis oder macht aus Gleichgültigkeit irgendwelche absurden Bewegungen. Soll der Typ doch einen Vortrag halten.
Zwischen all der Sinnlosigkeit und Ironie lassen sich hin und wieder pfiffige Anspielungen auf das Kino finden. Da ist Godard ganz in seinem Element. Und nicht nur das. "Charlotte et son Jules" diente vermutlich auch als Vorlage für "À bout de souffle", da der Film ihm in vielerlei Hinsicht ähnelt und auf ihn hinweist.
Sich Belmondos Monolog anzuhören, macht irrsinnig viel Spaß und ist keine Sekunde langweilig. Er erzählt viel. Viel Belangloses, aber Interessantes. Mit einem Hauch von Mühelosigkeit und einer Prise Liebreiz. Und das alles in 13 Minuten. Das kann nur Godard.

"Ça n'a pas marché parce que ça ne pouvait pas marcher. Et ça ne pouvait pas marcher parce que ça ne devait pas marcher. Impossible."

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Jack_Torrance

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In seinem Frühwerk "Charlotte et son Jules" wird angedeutet, welches stilistische Mittel Jean-Luc Godard ansprechen wird: die künstlerische Freiheit.
Schon hier verzichtet er auf irgendwelche inszenatorische Pflichten, fügt Dinge zusammen, die scheinbar nicht zusammenpassen, spielt mit Musik, Ton usw., was dem Film eine unglaubliche Leichtigkeit gibt.
Diese filmische Anarchie lässt über die Gefühle seiner Protagonisten mehr aussagen, als es manch ein konventioneller Film auszusagen vermag. Der Hauptprotagonist Jean (spielfreudig: Jean-Paul Belmondo) ist nämlich einsamer Mann, der mit aller Beharrlichkeit versucht die große Liebe zu finden. Den ganzen Film über bringt er seine Gefühle für seine Geliebte zum Ausdruck; am Ende aber wird er auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt.
Alles in allem ist "Charlotte et son Jules" ein unglaublich kurzweiliger und unterhaltsamer Früh-Godard, der als perfekter Einstieg in sein Werk funktioniert...

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