Chronicle - Wozu bist du fähig? - Kritik

GB/US 2012 Laufzeit 84 Minuten, FSK 12, Drama, Science Fiction-Film, Thriller, Kinostart 19.04.2012

  • 6

    Die schlechte Nachricht: Die Mutter liegt im Sterben, die Medikamente kosten 700 Dollar, die Familie ist pleite. Die gute Nachricht: Der Sohn besitzt Superkräfte!

    Und was macht er daraus? Er beklaut die Straßentrottel aus der Nachbarschaft und überfällt eine Tankstelle. Der dümmste Superheld der Filmgeschichte!

    Ansonsten ein netter Film, 6 Sterne von mir.

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    • 5 .5

      Hat nett angefangen, aber irgendwann waren die Spezialeffekte einfach zu viel!

      • 7

        War irgendwie cool, anders, spannend, real super X?

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        • 8

          Wem Chronicle (8.0) gefallen hat und noch etwas zur Überbrückung bis zur Fortsetzung sucht, dem kann ich Misfits (9.0) nur empfehlen! Eine wenig bekannte Serie, mit ebenfalls sehr guten, witzigen und auch schrägen Einfällen. http://www.moviepilot.de/serie/misfits

          Stimmts?!

          • 10

            Der Film war toll aber ich hätte gerne eine härtere Fassung.Warum dieses AB12 ?

            • 10
              spaceship_2012 17.04.2015, 21:57 Geändert 17.04.2015, 21:58

              Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, auch wenn es im letzten Akt etwas nachlässt, so ist dieser Film immer noch einfach grandios und viele Szenen machen echt gute Laune. Wäre cool gewesen, wenn der Film noch zwanzig Minuten mehr gehabt hätte, in denen sie noch mehr Sachen ausprobieren.

              Ach, und ausserdem ein sehr intelligenter und tiefsinniger Film.

              • 7 .5

                Ich mag Dane DeHaan...und auch hier überzeugt er wieder auf ganzer Linie. Dieser Film ist so vielschichtig, obwohl dies auf den ersten Blick nicht so scheint. Am Anfang denkt man, es handele sich um einen Science Fiction-Film, was er selbstverständlich auch ist, zwischendrin bemerkt man die starke Dramaturgie...aber es geht eigentlich noch um so viel mehr...Macht, Größenwahn, soziale Isolation, Verzweiflung, Misshandlung, Zusammengehörigkeit/Freundschaft. Der erste SF-Film der sehr viel menschlicher ist als alle anderen die ich kenne.
                Ich hatte anfangs wirklich Bedenken wegen dem Found Footage Style...aber in diesem Film passt es. Diese Technik macht den Film aus, auch wenn ich wirklich kein Fan davon bin, sie gehört dazu und verdeutlichen die unterschiedlichsten Perspektiven bzw. Sichtweisen.
                Ein wirklich sehenswerter Film.

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                • 7

                  "Chronicle" ist in erster Linie gutes Unterhaltungskino aber hat dennoch mehr zu sagen als es auf den ersten Blick scheint. Hier wird die in vergleichbaren Filmen omnipräsente Aussage : "Wer Macht erhält wird böse" , in gewissem Sinne rationalisiert bzw. revidiert. In Tranks Film ist es nicht die Macht die einen gewissen Teenager zum Bösewicht mutieren lässt, sondern die soziale Isolation. Die Distanzierung von der Außenwelt durch eine Kamera, verdeutlicht dies erstens nur allzu gut und lässt außerdem zu das sich der Found Footage Style wunderbar in die Handlung einfügt. In gewissem Sinne wird diese Filmtechnik in manchen Momenten genutzt um die Ereignisse aus verschieden Perspektiven zu einer Art subjektiver Collage zusammen zu schneiden, die vor allem gegen Ende wunderbar als Stilmittel fungiert um die Spannung aufrecht zu erhalten. Weiterhin ist "Chronicle" auch der Aspekt der Realitätsnähe nicht abzusprechen, denn vor dem großen Finale sind die Protagonisten in erster Linie Teenager und nur in diesem Sinne setzten sie ihre Fähigkeiten ein. Sei es um Leuten Streiche zu spielen oder um bei einem Talentwettbewerb mitzumachen um dadurch Mädchen aufzureißen. Ihre Motivationen sind anfangs nicht böswillig und erst als einer der drei Jungs, druch Verzweiflung und Wut getrieben seine Macht missbraucht eskaliert die Situation. Das macht den Film im Gegensatz zu anderen Vertretern des Superhelden-Genres unglaublich menschlich, weil hier erörtert wird inwieweit der Charakter eines Individuums und eben übermenschliche Kräfte zusammenspielen. Hier wird nicht pauschal gesagt, jeder der Macht erhält wird gut genau so wenig wie eben dieser guter Wille den Protagonisten abgesprochen wird. "Chronicle" ist mehr als gutes Unterhaltungskino und mehr als ein normaler Superheldenfilm, weil er vielschichtig ist, ein Problem aus mehreren Standpunkten erörtert und durch seinen Found Footage Style uns alles aus einem subjektiven Standpunkt heraus zeigt.

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                  • 6 .5

                    Sehr interessante Geschichte, tolle Ausgangsidee! Hier werden die drei Jungs, die Superkräfte entwickeln, mal nicht zu Helden im Kampf gegen das Verbrechen. Statt dessen wird gezeigt, wie sie mit diesen neuen Möglichkeiten umgehen, wie sie sich entwickeln, wie es sie verändert. Und das auf eine Weise, die für absolut nachvollziehbar halte. Zu einer Top-Bewertung reicht es trotzdem nicht. Zunächst mal bin ich nicht gerade ein Dane DeHaan Fan. Vor allem aber hätte man aus meiner Sicht die Geschichte noch deutlich mehr ausbauen können und müssen. Das Finale kommt viel zu plötzlich und hätte noch spektakulärer ausfallen können.

                    2
                    • 6

                      Am Anfang wurde hier echt mein Interesse geweckt. Doch im Laufe des Films wurde alles immer übertriebener und krasser dargestellt. Der Film wirkt so kalt und hat nichts wirklich sehenswertes an sich. Es ist sicher eine gute Idee , aber die Umsetzung ist so naja.

                      • 7

                        „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“ – Der Film.

                        So könnte der Untertitel von "Chronicle" ebenfalls lauten. Denn was würdest Du machen, wenn Du von heute auf Morgen verbesserte Fähigkeiten geschenkt bekämst und Du somit plötzlich am oberen Ende der Nahrungskette stehen würdest? "Chronicle" zeigt hier mehrere Wege auf, wie sich so etwas auswirken kann. Eben genau jener Punkt, der in den ganzen Comicverfilmungen immer noch etwas stiefmütterlich behandelt wird. Hier hätte ich gerne noch eine halbe Stunde mehr gehabt um die sich abzeichnenden Wege der drei mit neuen Kräften ausgestatteten Freunde zu sehen, denn einige Wandlungen kommen vielleicht etwas zu plötzlich.

                        Obwohl Dane DeHaan sein Talent hier schon aufblitzen lässt, ist er leider noch eine ganze Ecke von seinem Können späterer Produktionen entfernt. Vielleicht hatte ich aber auch etwas zu viel erwartet.

                        Dazu der doch etwas nervige Found-Footage-Stil, welcher den Sehspaß auch etwas mindert.

                        "Chronicle" behandelt ein wirklich interessantes Thema, was so zumindest in den Comicverfilmungen bisher etwas vernachlässigt wurde (wenn ich mich nicht recht täusche, wurde Ähnliches in Folge von Millers The Dark Knight Returns gern mal in den Batman Comics thematisiert).

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                        • 7 .5

                          Auf jedenfall mal ein etwas anderer Superhelden-Film, weniger Klischeehaft und steril als das meiste Marvel/DC-Zeug.

                          • 6 .5

                            Die Idee fand ich schon interessant, bevor ich von dem Film erfuhr. Als ich den Film nun endlich gesehen habe, bin ich -als Seriengucker- im Nachhinein ein wenig enttäuscht, aber ich kann nicht behaupten, dass ich mich während des Films gelangweilt habe. Das ist schon etwas Besonderes.

                            • 5 .5

                              Gute Idee, aber nur mittelprächtig umgesetzt. Die Found Footage-Masche wirkt ziemlich aufgesetzt und sucht dann auch noch ganz schnell Möglichkeiten aus diesem Inszenierungs-Korsett auszubrechen. Da hätte man das doch besser gleich gelassen.

                              Und da bin ich ganz bei @flutfischR : (Fast-Spoiler) Mit den Möglichkeiten halte ich mich doch nicht mit dem Einsammeln von Flaschenpfand auf.

                              • 4 .5

                                Ich dachte langsam wird's was mit mir, der Vorhersage und meiner Einschätzung anderer Usergeschmäcker... aber ok. Mir gefällt die Idee hinter Chronicle, die Umsetzung allerdings nicht. Das liegt daran, dass ich die Geschichte schnell absolut vorhersehbar fand. Einzig die genaue Weise hat mich bei der Stange gehalten. Genau dabei konnte ich nur mehr mit dem Kopf schütteln, weil mir - und ich denke auch anderen - mit Superkräften (sowie krimineller Energie) wohl Besseres einfallen würde. Meine Punkte gibt's für die Idee an sich, die Schauspieler und den Anfang des Films, bis dorthin, wo man ein wenig mitfantasieren darf.

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                                • 7

                                  Boy, that escalated quickly

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                                  • 8

                                    da ich für solch superhelden-quatsch normalerweise nichts weiter übrig hab, rang ich einst lang mit mir selbst...schließlich aber bin ich froh darüber, dass ich mir diesen fantastischen genre-mix nicht entgehen lassen habe!
                                    kraft überzeugender darsteller und mittels korrekt geführter wackelkamera, gelingt es 'chronicle', trotz des ganzen hokuspokus, eine beeindruckend authentische atmosphäre zu erzeugen, zudem punktet das kreative found footage-spektakel dank gelungener visueller effekte!
                                    in puncto story birgt der streifen einige originelle ideen und die dramatische handlung rund um andrew (Dane DeHaan), speziell seine bösartige jedoch nachvollziehbare entwicklung, gestaltet sich zunehmend spannend!
                                    wie schon gesagt, schauspiel- und effekttechnisch bekommt der zuschauer hier großes kino geboten und die gut 85 spiel-minuten vergehen, im wahrsten sinne des wortes, wie im Flug!
                                    fazit: hollywood newcomer Josh Trank führt uns mit 'chronicle' einen vernichtenden amoklauf der etwas anderen art vor, welchen man sich meiner meinung nach auf jeden fall nicht entgehen lassen sollte!!!
                                    'chronicle-wozu bist du fähig?' ...ich hoffe dazu, einen blick auf diese absolut sehenswerte genre-perle zu werfen, ohne dabei die kontrolle zu verlieren ;)
                                    übrigens, wem der film mit seinem handkamera-stil gefällt, der sollte auch unbedingt eine sichtung von 'afflicted' wagen, welcher könnte man sagen das horror-lastige gegenstück zu 'chronicle' darstellt :)

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                                      Constantin Telsnig 13.02.2015, 23:48 Geändert 18.02.2015, 15:09

                                      guter Film

                                      • 6 .5

                                        Die allgegenwärtige Skepsis bezüglich Josh Tanks "Fantastic Four"-Reboot ist groß, doch wenn man sich sein bisheriges Lebenswerk ansieht, stößt man zwar nicht auf viel, dafür aber auf sehr qualitatives Material, mit dem er einwandfrei beweist, dass er es in der Materie draufhat. Seine Superhelden sind unbeholfene Teenager, die durch reinen Zufall an Kräfte gelangen, die sie anfangs überfordern, welche sie aber dann auf sehr interessante Art einsetzen. Unterhaltsam ist dabei vor allem der Mittelteil, in dem sie allerlei Chaos anrichten und dabei mit ihrenm Kräften ziemlich viel Spaß haben, sowie auch der Zuseher. Durch das überzeugende Schauspiel, wobei allen voran Dane DeHaan beeindrucken kann, wird das sehr stimmig rübergebracht und dazu kommt noch der äußerst interessante Found-Footage-Stil, der sowohl für beeindruckende Kameraeinsätze als auch für eine brillante Darstellung des Handlungsverlaufes sorgt. Als Zuseher sieht man die Ereignisse genau so, wie sie Ermittler aus der Welt von "Chronicle" sehen würden, die nachforschen, was sich zugetragen hat, was die Sache "realer" scheinen lässt. Dennoch werden die Ereignisse meist stark in Szene gesetzt und sehen teilweise fast sogar bildgewaltig aus.

                                        (SPOILER!) Nach dem lockeren Anfang, wird es gegen Ende recht ernst, es kommen die, ich will es mal so sagen, "dunklen Seiten der Macht" zum Vorschein, als Dane DeHaan die Kontrolle verliert und sich gegen seine Freunde stellt, wodurch alles aus dem Ruder läuft. Hier kommt so richtig Spannung auf, und auch einiges an Tiefgang. Wenn Tank die "Fantastic Four" genauso angeht, glaube ich nicht, dass das die von allen erwartete Enttäuschung wird.

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                                        • 6 .5

                                          Ein an und für sich sehr guter Film, dessen Stärken vor allem am Ende liegen, als der Film mit sehr gutem Sound uns der guten Übermittlung der bedrohlichen Atmosphäre trumpfen kann.
                                          Der Film hat aber auch eine relativ große Schwäche, die sich wiederum vor allem am Ende zeigt: Die ständige Ansicht aus Sicht irgendeiner Handkamera! Das bewirkt zwar einerseits, dass man nie mehr weiß als die Akteure selber, was ich persönlich gut finde, doch am Ende hätte ich mir doch ein wenig mehr Übersicht gewünscht, um die Starke Optik und die Spannung noch höher zu schrauben. So bekommt man oftmals störende Cuts zu sehen, der Film wirkt dadurch manchmal etwas Amateur haft.

                                          Alles in allem aber sehenswerter, teils lustiger, teils spannender Film, dessen Kameraführung für mich neu ist.

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                                          • 7

                                            ich machs kurz, weil ich mich hier eh der Mehrheit anschließen kann und insofern auch schon alles Nennenswerte geschrieben wurde.
                                            Fazit: Überraschend gut umgesetzt - Lohnt sich

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                                            • 6

                                              Jugendliche setzen sich im Found-Footage-Stil mit ihren plötzlich gewonnenen Superkräften auseinander. Was zu Beginn noch Spaß macht (Hey! Ich kann ja fliegen!), entwickelt sich schnell zum Größenwahn. Die neuen Kräfte sind zuviel des Guten und übersteigen die Verantwortlichkeit der Kinder. Auf Unzufriedenheit folgt Zerstörung und letzten Endes Selbstzerstörung. 'Chronicle' ist nur wenig originell und erzählt seine Geschichte ohne große Überraschungen, kann sich aber mit netten Zwischentönen und Coming-of-Age-Ansätzen über Wasser halten. Einigermaßen unterhaltsam ist der halbwegs ordentlich getrickste Film dann auch noch. Insgesamt also okay.

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                                              • 7 .5

                                                Chronicle ist ein gelungener Mix aus Drama und Science-Fiction, der irgendwie anders daherkommt als die üblichen 'Superhelden-Filme'.
                                                Das liegt sicherlich einerseits am Found-Footage-Stil, andererseits aber auch an der Entwicklung der Story und den 3 Hauptdarstellern.
                                                Einem etwas traurigen und ernsten Beginn folgt der lustige Unsinn, den die 3 Teenager mit ihren neu erworbenen Fähigkeiten anstellen. Dieser Unsinn lenkt allerdings den Film kurze Zeit später in eine dramatische Richtung.
                                                Übrigens verzichtet Chronicle auf den typischen Bösewicht, der es mit den Superhelden aufnimmt. Nein, hier sind es die Superkräfte selbst, die für Probleme sorgen. Denn das nicht jeder mit solchen Kräften klar kommt bzw. sie sinnvoll einzusetzen vermag, ist logisch und von den 3 Protagonisten ziemlich realistisch dargestellt. Besonders Dane Dehaan (für mich aus 'Lawless' und 'The Place Beyond The Pines' bekannt - und 2015 spielt er James Dean!) überzeugt als Außenseiter, bei dem die Superkräfte in falsche Hände geraten.
                                                Ein wirklich interessanter und spannender Film, bei dem aufgrund der Länge (bzw. Kürze) von 85 Minuten wirklich keine Langeweile aufkommt.
                                                Nur schade, dass dem Ursprung der Superkräfte nicht weiter auf den Grund gegangen wurde...

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                                                • 8

                                                  CHRONICLE hat mich nicht nur positiv überrascht, sondern am Ende sogar richtig begeistert. So einen intensiven Film hätte ich im Vorfeld nämlich nicht im entferntesten erwartet. Es fängt auch alles ganz amüsant an. Josh Trank bringt viele neue, erfrischende Ideen in seinen Film und sorgt somit für einen hohen Unterhaltungsfaktor. Auch der Found-Footage-Stil entpuppt sich hier als Gewinn. Keine ständigen Wackelaufnahmen, hier wird viel bedachter und kreativer mit dieser Möglichkeit umgegangen, was zu einigen beeindruckenden Aufnahmen führt und einem mitunter wirklich das Gefühl vermittelt mittendrin zu sein. Zwar schleichen sich wie so oft einige Logikfehler mit ein, die ab und an ein Dorn im Auge sind, aber alles in allem auch nicht so dramatisch oft vorkommen. Es wird aber deutlich, dass der Found-Footage-Stil einen großen Nachteil hat, nämlich in jeder Szene rechtfertigen zu müssen, warum gerade eine Kamera vor Ort ist. Hier gelingt das in einigen Momenten nicht und nimmt CHRONICLE dadurch ein wenig an Glaubwürdigkeit. Wie schon erwähnt, lässt sich darüber allerdings am Ende hinwegsehen. Denn der Streifen macht ansonsten sehr viel richtig. Die größte Stärke sind vielleicht sogar die Charaktere, und damit natürlich auch die Darsteller. Einige Figuren sind zwar etwas klischeehaft, aber irgendwie haben alle eine gewisse Tiefe und etwas Interessantes an sich. Vor allem Andrew macht einem zu schaffen, da man nicht genau weiß, was man von ihm halten soll. Er ist eine Mischung aus unheimlich und faszinierend. In jedem Fall eine hervorragend geschrieben Figur, die von Dane DeHaan absolut großartig verkörpert wird. Wie authentisch und mit welcher Intensität er in seine Rollen eintaucht, ist für mich immer wieder beeindruckend.
                                                  Aus dem unterhaltsamen und lustigen Beginn von CHRONICLE, wird irgendwann ein ungemein düsteres Action-Drama, das mich auf der Zielgeraden ganz schön mitgenommen hat. Zu erwähnen sind außerdem noch die mehr als ansehnlichen Effekte, die für einen Film dieser Art schon sehr beachtlich sind. Sowas würde man gerne öfters sehen!

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                                                    *Leichte Spoiler*

                                                    "Chronicle" kommt recht unscheinbar daher. Geringes Budget, keine großen Namen, unbekannter Regisseur. Zusätzlich die ausgelutschte Superhelden-Thematik und dazu dieser unsägliche Found Footage Stil. Ich hatte also eher geringe Erwartungen an den Streifen, habe ihn mir aber aufgrund vieler positiver Kritiken doch mal angeschaut. Und was soll ich sagen...

                                                    Er hat mich vom Stuhl gehauen. "Chronicle" ist der wohl authentischste Superheldenfilm, den ich kenne. Die Hauptcharaktere sind keine rechtschaffenen Helden mit bunten Kostümen, keine ironischen, popkulturell bewanderten Kick-Ass Figuren. Sie sind einfach mehr oder weniger normale Jugendliche, die plötzlich Superkräfte bekommen. Und sie tun damit das, was jeder Jugendliche damit machen würde und wovon wohl jeder schon mal geträumt hat: Unsinn anstellen. Sie spielen Fremden Streiche, zahlen es ihren Schulrowdys heim und spielen Football in den Wolken. Das alles wirkt herrlich ungezwungen und natürlich.
                                                    Das ist auf jeden Fall auch dem hervorragenden Schauspiel der Hauptdarsteller zu verdanken. Gerade Michael B. Jordan und Dane DeHann spielen absolut glaubwürdig.
                                                    Auch der Found Footage Stil nervt mich hier längst nicht so, wie in vielen anderen Filmen. Durch die Telekinesefähigkeiten der drei Hauptfiguren hat die Kamera die Möglichkeit durch die Luft zu fliegen, frei zu schweben und um das Geschehen zu kreisen, wie es bei normalen Found Footage Filmen nicht möglich wäre. Auch das typische Gewackel und Verwische beschränkt sich auf ein Minimum. Das Konzept sorgt hier sogar dafür, dass man als Zuschauer näher an den Charakteren ist. Der Hauptcharakter Andrew, ein Außenseiter, nutz die Kamera oft als eine Art Freundesersatz, spricht mit ihr oder beschäftigt sich anderweitig damit. Dies ermöglicht dem Zuschauer viele glaubwürdige Einblicke in dessen Charakter.

                                                    Komplett nachvollziehbar ist das Found Footage Konzept zwar nicht, aber das ist es meiner Meinung nach bei fast keinem Film.

                                                    Im letzten Drittel schwenkt die Handlung dann von harmlosen Kindereien zu deutlich ernsteren, härteren Themen. Die Wandlung der Charaktere, die dabei vonstattengeht, ist zwar recht simpel, aber stehts glaubhaft. Andrew ist kein Bösewicht, er ist ein Außenseiter, dem es irgendwann einfach reicht, alles in sich hineinzufressen. Er explodiert. Ohne Superkräfte hätte der Film auch durchaus den Leidensweg eines jugendlichen Amokläufers zeigen können.

                                                    "Chronicle" verzichtet zwar nicht ganz auf Klischees, er ist aber trotzdem ein authentischer, über weite Strecken locker erzählter und extrem unterhaltsamer Beitrag zum sonst so formelhaften Superheldengenre. Ein erfrischend anderer Film, der es auf jeden Fall wert ist, gesehen zu werden.

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