Citizen Kane - Kritik

US 1941 Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.09.2007

Kommentare zu Citizen Kane

  • 6
    Andiko78 20.11.2014, 18:24

    Thema und und Handlung sind ganz nett, aber vorhersehbar. Rosebud. Meiner Meinung nach überbewerteter Film, hatte mir mehr versprochen.

    • 8
      vega_vincent 11.11.2014, 08:13

      Die Bewertung von «Citizen Kane» fällt mir ausgesprochen schwer. Für die Geschichte und die Charakterzeichnung würde ich nicht fünf Punkte geben. Die Geschichte – die Demontage des amerikanischen Traums – mag zur Zeit seines Erscheinens neuartig gewesen sein, lockt heute aber wirklich niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Kane und alle anderen Charakter empfand ich als ausgesprochen blass; keines der Schicksale hat mich sonderlich berührt oder interessiert.

      Dem gegenüber steht die Erzählweise. Erstens ist die anachronistische Erzählung perfekt gelungen. Wenn ich mir zudem vor Augen führe, dass ein 25 Jahre alter Bursche damit eine davor ungebrochene Tradition über den Haufen geworfen hat: Alle Achtung! Die Aufnahmen sind zudem einfach nur göttlich! Mir fehlen fast die Worte für eine zutreffende Beschreibung. Ich versuch’s trotzdem: Die Kulissen sind auch beeindruckend. Das Spiel mit Licht und Schatten ist genial und eindringlich. Die Szenen sind meisterhaft arrangiert. Selbst ein Film wie «Drive», der ja nur aus aneinandergereihten Szenen besteht, die für sich schön, ästhetisch oder was auch immer sein sollen, verblasst neben den Szenen von «Citizen Kane». Die Schnitte und die Musik verpassen dem Ganzen noch den letzten Schliff.

      Kurz zusammengefasst: Ich fand die Geschichte langweilig, konnte mich aber am Film nicht satt sehen. Aufgrund der phantastischen Bilder und der zwischenzeitlichen historischen Bedeutung sollte man den Film mal gesehen haben. Rosebud.

      7
      • 8
        MrDepad 07.11.2014, 21:51

        "Citizen Kane" von Orson Welles dürfte sicherlich jedem Filmfreund ein Begriff sein, taucht er doch bis heute in zahlreichen renommierten Listen der besten Filme aller Zeiten auf.
        Tatsächlich ist es auch kein Wunder, dass der Streifen vor allem rückblickend Maßstäbe setzte und zahlreiche nachfolgende Filmemacher prägen sollte. Mit gerade einmal jungen 25 Jahren schuf Welles als Co-Autor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller ein formal beeindruckendes Werk, das sein ganzes Können als geniales Multitalent unter Beweis stellte.
        Vor allem die visuelle Gestaltung, insbesondere die opulenten Aufnahmen, für die Welles und sein Kameramann auf neuartige Weitwinkelobjektive zurückgriffen, sowie der innovative Schnitt und die markanten, expressiven Schatten bilden eine optische Klasse, welche für die damalige Zeit einmalig ist.
        Die Geschichte um einen mächtigen Zeitungsmogul, der alles haben kann, was er will, aber am Ende trotzdem einsam stirbt und lediglich "Rosebud" als letztes Wort hinterlässt, ist zeitlos und zeigt eindringlich, wie Macht, Reichtum und daraus folgender Egoismus das Innerste eines Menschen verkrüppeln. Der Clou der Geschichte liegt allerdings in der Erzählweise.
        Heutzutage ist es für den Zuschauer zwar keine Besonderheit mehr, doch damals war die besondere Erzählweise, bei der Welles die alteingefahrene Chronologie durchbricht und zwischen verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven wechselt, ebenfalls eine absolute Neuheit, mit welcher der Film stets abwechslungsreich und dynamisch wirkt.
        Zuletzt gehört vor allem Welles selbst als Hauptdarsteller großer Respekt. Durch seine fantastische Leistung, die sich auch aus einer hervorragend gestalteten Maske ergibt, gelingt es dem damals noch jungen Welles spielend leicht, sämtliche Facetten und Altersstufen - egal ob als junger, charismatischer Redner oder als verbitterter, alter Mann - seiner tragischen Figur Charles Foster Kane darzustellen.
        Ist "Citizen Kane" der beste Film aller Zeiten? Eher nicht, denn das wird für jeden subjektiv gesehen ein anderer sein und kann nicht so allgemein festgelegt werden. Trotzdem ist es ohne Zweifel ein stilbildender, extrem einflussreicher Film, der durch die ausgefeilte Inszenierung, die innovative Erzählweise sowie die zeitlose Geschichte und das eindringliche Schauspiel von Regisseur Orson Welles zurecht Maßstäbe setzte.

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        • 10
          cycloo77 07.11.2014, 17:04

          Ein Film der seinerzeit weit vorraus war,was Optik,Ausstattung,Kamera,Musik und Regie anbelangt. Die Ausstattung und Optik von Citizen Kane sucht auch heute noch seines Gleichen (In der CGI Welt von heute unerreichbar)!
          Orson Welles hat den Heiligen Grahl des Kinos gedreht und das bereits 1941, hieran sollten alle kommenden Generation von Filmschaffenden ihren Maßstab anlegen und versuchen nur 50% dieser Qualität auf die Leinwand zu bringen und schon haben sie ihr Maximum an Schaffenskraft erreicht.

          DAS MEISTERWERK!

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          • 7 .5
            Shinuslaw 30.10.2014, 21:41

            Ich habe den Film schon seit einiger Zeit hier auf DVD rumliegen, habe mich aber nie rangetraut. Es ist schon relativ schwierig, einen Film zu schauen, der von vielen Cineasten: "Der beste Film aller Zeiten" genannt wird. Vorneweg muss ich sagen, dass ich wirklich sehr wenige Klassiker kenne und deswegen eventuell auch nciht der "richtige Bewerter" für den Film bin.
            Man muss sagen, dass der Film auch nach so vielen Jahren immer noch Spaß macht. Die Figur des "Kane" ist sicher eine der faszinierensten Figuren der Filmgeschichte. Man fragt sich im ganzen Laufe des Films, warum er so handelt, wie er handelt. Orson Welles schafft es durch sein Schauspiel diesem Charkater auch wirklich "Leben" einzuhauchen. Zusätzlich ist die Kameraarbeit in diesem Film (auch für einen Laien) grandios und einige Szenen werden mir auchin vielen Wochen noch im Kopf bleiben.
            Leider gab es zwischendurch (für mich) einen kleinen Durchhänger und auch die Nebenfiguren fand ich lange nciht so itneressant, wie unseren Hauptcharakter, wodruch der Film für mich "nur" sehr gut geworden ist. Empfehlen kann ich ihn aber doch.

            • 9
              SmooliEntertainment 12.10.2014, 22:26

              Das ist er also. Der legendäre CITIZEN KANE.
              Eine Geschichte über große Themen, wie den Lebensstil Amerikas, Geld, Macht und Gier. Ein Film, der zeigt:
              Wer wunschlos sterben kann, ist im Himmel. Wer mit Bedauern stirbt, in der Hölle.

              „Das Kino ist noch sehr jung, und es wäre einfach lächerlich, wenn es einem nicht gelänge, ihm ein paar neue Seiten abzugewinnen“.
              Das hat sich Orson Welles offensichtlich sehr zu Herzen genommen. Strahlt die Inszenierung, ja der ganze Film doch eine Leichtigkeit, eine Neugier und einen Stolz aus, dass man sich als Zuschauer dem Bann gar nicht entziehen kann.
              Die Erzählweise, durch die langsam aber sicher immer mehr Licht ins Dunkel gebracht wird und man die sagenumwobene Person Charles Kane stetig besser kennenlernt, übergibt die Rolle des Journalisten an den Zuschauer weiter. Man möchte rausfinden, wer Rosebud ist. Man möchte rausfinden, was einen Mann, der auf dem Papier alles hat, im Augenblick vor seinem Tode sehnsüchtig fehlen könnte.

              Orson Welles:
              Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Hauptdarsteller.
              Ich bin der Meinung, dass Welles mit sich selbst die perfekte Wahl für Kane getroffen hat. Er füllt die Rolle aus. Er spielt unerschrocken, verspielt, charmant, erhaben, freundlich, mächtig, erbarmungslos, besessen, gebrochen, ... Ich hatte das Gefühl, ich sehe Charles Foster Kane.
              Wenn man anfängt, darüber nachzudenken, was dieser Film alles zum Standard gemacht, kann man so schnell nicht aufhören und ich würde morgen noch hier sitzen.
              Es ist einfach wunderbar und inspirierend, zu sehen, was eine Gruppe relativ ungezwungener Menschen leisten kann. Zu beinahe jedem Zeitpunkt kann man irgendwo irgendwas entdecken, was interessant und eine Beobachtung wert ist.
              Ich freue mich schon auf die nächsten Sichtungen, in denen ich weitere Details kennenlerne, die mir sonst bisher entgangen sind.

              Es ist wahrscheinlich nicht wirklich möglich, von einem Film mehr zu erwarten, als von dem Film, der immer und überall als der beste Film überhaupt gehandelt wird. Ich habe viel erwartet.
              Aber wurde ich enttäuscht? Nein. Ist es der beste Film, den ich kenne? Nein. Bin ich froh, mir die Zeit für den Film genommen zu haben? JA. Werde ich mir den Film noch öfter ansch..JA!

              CITIZEN KANE eilt ein Ruf voraus und das nicht zu knapp. Aber dieser Film ist auch schlicht und ergreifend spannend, unterhaltsam, bedeutungsvoll und dazu schauspielerisch, technisch(!) und inszenatorisch(!!) auf allerhöchster Stufe. Hut ab!

              _CitizenSmooli

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              • 10
                BobbyStankovic: www.meinungsimperialismus.de 19.09.2014, 21:08

                [...] Gerade dass die Figur Charles Foster Kane so unnahbar ist, keine emotionale Teilhabe zulässt, was ja generell dem Film als einzige Schwäche vorgehalten wird, gefiel mir. Wie Welles beabsichtigte, steht die Rolle des fast-anonymen Researchers, der sich auf die Suche der Bedeutung des Wortes “Rosebud” macht, stellvertretend für die Rolle des Zuschauers. Wir wissen wer Charles Foster Kane war, was er gemacht hat, wie seine Karriere verlief, später auch wie sein Privatleben verlief, wir wissen aber nicht, was seine Beweggründe waren, warum er so gehandelt hat, was seine Leitmotive seines unverhofft-wohlhabenden Lebens waren. [...] “Citizen Kane” ist legendenumwoben, von ungeklärter Intention und so episch breit präsentiert, dass es auch Jahrhunderte nach Erscheinen des Films immer noch eine helle Freude sein wird, sich dieses Debüt- und Lebenswerk Orson Welles’ anzusehen. Das Ende des Films verrät dem Zuschauer, nicht aber seinen Figuren was die Bedeutung des Wortes “Rosebud” hat, wiederum aber auch nicht, was die Bedeutung der Bedeutung ist. Ein Film, der die vierte Wand durchbricht und dabei noch zwei drei andere Wände mit sich einreißt.

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                • 8 .5
                  PuertoRican 05.09.2014, 02:20

                  Absolut geiler Film! Licht, Bild, Aussage. Das nenne ich einen echten Klassiker !

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                  • CucumberScout 28.07.2014, 23:43

                    Citizen Kane ist von Anfang an der reinste Genuss, auch wenn der Film aus den Vierzigern stammt, ist das Drehbuch pointiert und somit zeitlos. Der Film reisst einen mit in die Welt von Charles Forster Kane und seiner charakterlichen Entwicklung, die durch seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen, Freunden, Kollegen und auch Ehefrauen dargelegt wird.
                    Im Grunde genommen kann man sich unter "Citizen Kane" die perfekte Kombination zwischen überzeugendem Drehbuch, mitreissenden schauspielerischen Leistungen und gelungener Regiearbeit vorstellen.

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                      sachsenkrieger 13.07.2014, 20:58

                      Einer der Filme, die oft als der Beste Film aller Zeiten gehandelt wurden und immer noch werden, enthält bereits in der ersten Szene einen Filmfehler, der den ganzen restlichen Film ad absurdum führt. Vielleicht hat manchmal auch der Schöpfer selbst sein Händchen im Spiel, damit wir selbst im Perfekten noch einen winzigen Makel entdecken. Denn trotz seines immensen Alters von über 70 Jahren hat "Bürger Kane" absolut nichts von seiner Faszination verloren.

                      THATCHER: Was möchtest du sein?
                      KANE: Alles was sie hassen!

                      Für viele Leute von heute, zu denen ich mich mitunter auch zähle, ist der Genuss dieses Films natürlich erstmal anstrengend. Schwarz-weiß und schmalformatig, insgesamt deutlich ein Film aus einer anderen Epoche der Menschheit. Betrachtet man ihn ohne entsprechendes Vorwissen, kann man als oberflächlicher Betrachter, ob des nahezu fehlenden Spannungsbogens, schon ein wenig wegdämmern. Beschäftigt man sich vorher oder hinterher mit der Vorgeschichte, der Entstehung und dem Nachspiel dieses einzigartigen Kunstwerks, kann man eigentlich nicht anders, als den Mut und die Hingabe Orson Welles zu bewundern. Ähnlich wie in dem kürzlich von mir gesehenen "THX 1138" von George Lucas legt auch Welles mit seinem ersten Film bereits sein Meisterwerk vor.

                      Das liegt nicht zuletzt daran, das der als Wunderkind gehandelte Welles, für seine erste Arbeit, quasi einen Blanco-Vertrag bekam, der ihm völlig freie Hand bei der Auswahl des Filmstoffs und bei seiner Umsetzung ließ. Welles drehte den Film mit weitestgehend unbekannten Schauspielern aus einer von ihm mitbegründeten Theatergruppe. Dabei verwendete er bei der Gestaltung zahlreiche filmtechnische Neuheiten, von denen die meisten zwar schon vorher zu sehen gewesen waren, aber noch nie in einem Film vereint. Selbst der in dieser Hinsicht nicht sehr versierte Zuschauer, wie z.B. ich, kann zahlreiche dieser Techniken erkennen. Dazu zählen die zahlreichen Szenen, in denen sich die Darsteller in verschiedenen Gegenständen spiegeln, die unzähligen Perspektivenwechsel der Kamera oder auch die Zeitsprünge innerhalb einer durchgehend gezeigten Szene.

                      Das sind nur wenige, laienhaft formulierte Techniken, die in diesem als Gesamtkunstwerk der Filmgeschichte zu betrachtenden Werkes Anwendung finden. Über alle Aspekte, die diesen Film ausmachen, könnte man wohl locker einen eigenen Film machen und jeder muss selbst wissen, wie tief er in diese Materie einsteigen will. Die Story selbst ist oberflächlich der Aufstieg und Fall eines Mannes aus einfachsten Verhältnissen. Der uramerikanische Mythos des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, wird in "Citizen Kane" erweitert zur Kritik am ausufernden Kapitalismus und der Natur des Menschen. Er hält aber nicht nur den Reichen und Mächtigen, sondern auch uns allen den Spiegel vor. Allen, die glauben, das sie alles besser machen würden, wenn sie die entsprechende Macht hätten. Denn es gilt:

                      Das leichteste Opfer für einen Betrug ist man selbst. - Lord Bulwer-Lytton

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                      • 8 .5
                        soundso.diesdas 13.05.2014, 23:35

                        Einer der ganz wenigen Filme die mich zu Tränen gerührt haben
                        SPOILER
                        (wo Susan ihn verlässt und er das erste Mal seit langem Gefühle zeigt. Diese Hilflosigkeit- das ist unglaublich in Szene gesetzt...)

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                        • 6 .5
                          RavenX_2010 04.05.2014, 20:22

                          Guter Film, leider dennoch völlig überbewertet. Pacific Rim war besser.

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                          • 7 .5
                            Unclescrooge 27.04.2014, 23:41

                            Interessanter Film, sehenswert, ich persönlich habe das Ende nicht verstanden,( Kein Grund mich anzuscheissen, eine Erklärung reicht allemal) Orson Wells spielte gut, der Rest war nicht so einprägend. Kameraführung ist wirklich toll und innovativ für die Zeit. Kann man gut gucken, besitzt Kultstatus zurecht, habe aber persönlich mehr erwartet.

                            • 7 .5
                              ElsaWaltz 24.04.2014, 23:10

                              Das beste am Film, und das was man wirklich gesehen haben sollte, ist der Anfang, wo die Reichtümer des Protagonisten vorgestellt werden. Eine tolle Szene!! Auch sonst ist der Film gut und man sollte ihn doch gesehen haben. Ich bin auch gespannt, ob ihr die Lösung des Geheimnisses versteht. Ich hatte etwas länger gebraucht.
                              Ich hätte jetzt aber eine Idee für den Namen meines Pferdes: Rosebud ;)

                              • 9
                                MrDurden 21.04.2014, 18:40

                                Val Vega's Osterwichteln 1.0, dieser Kommentar ist razzo gewidmet ;)
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                                Das diesjährige, vom lieben Val Vega ins Leben gerufene, Osterwichteln bietet für uns moviepiloten die Möglichkeit, Freunden Filme nahezubringen, die sie noch nicht gesehen haben und dies unbedingt tun müssen. Nun razzo, aus einer kleinen Auswahl von Filmen fiel meine Wahl auf Citizen Kane, das (quasi) Erstlingswerk von Orson Welles. Dir diesen Film „schmackhaft zu machen“ ist eine einfachere Sache, da er neben seiner inhaltlichen Tiefe auch, und vor allem, damals 1941 die erzählerischen Mittel der ersten 40 Jahre Filmgeschichte revolutioniert, beziehungsweise massiv ergänzt und weiterentwickelt hat und so für jeden, der vom Medium Film fasziniert oder an ihm interessiert ist, sehenswert sein sollte.

                                DIE GESCHICHTE EINER ENTRISSENEN KINDHEIT
                                -der folgende Link enthält Spoiler!-
                                http://www4.big.or.jp/~j-i_2/SJC/Blog/image/Peanuts_Kane.jpg
                                Kurz bevor der Medientycoon Charles Foster Kane vereinsamt auf seiner riesigen privaten Schlossanlage stirbt, bringt er ein letztes Wort heraus: Rosebud. Nach seinem Tod will ein Journalist namens Thompson herausfinden, was er mit diesem Wort meinte. Er trifft verschiedene Weggefährten Kanes, die ihn aus ihrer Perspektive schildern und so Teile seines Lebens verschieden beleuchten.
                                Charles Foster Kane stammt aus ärmlichen Verhältnissen und bekommt durch einen neuen Vormund, der ihn in der Stadt großzieht, ein stattliches Vermögen zur Verfügung. Er kauft einen Zeitungsverlag und baut ein weitreichendes Medienimperium auf, mit dem er auch immer wohlhabender und einflussreicher wird. Er steht fast immer in der Öffentlichkeit und spaltet immer wieder die Massen. Nach dem Scheitern seiner Kandidatur als Gouverneur, durch eine Intrige seines politischen Gegners, baut Kane das Schloss Xanadu und eine prachtvolle Parkanlage, der Wert des Anwesens wird als unbezahlbar eingeschätzt. Als er sich von seiner zweiten Ehefrau, der vielfach verissenen Sängerin Susan Alexander, im Streit trennt und im Zorn ihr Zimmer verwüstet, findet er etwas wieder, was ihn nach seinen besten Jahren an das erinnert, was er vor langer Zeit verloren hat. Später stirb er vereinsamt in seinem Anwesen und findet auf dem Sterbebett nur noch Kraft für sein letztes Wort.

                                EIN UNVERWECHSELBARER STIL
                                Orson Welles hat mit seinem ersten Spielfilm bereits seinen filmischen Stil und seine Filmsprache gefunden und manifestiert, Nouvelle-Vague-Kritiker André Bazin schreibt: „Orson Welles ist einer der wenigen Regisseure, bei dessen Filmen man anhand der ersten drei Minuten erkennt, wer ihn gedreht hat, wie zum Beispiel auch Alfred Hitchcock, Charlie Chaplin und John Ford“. Viele narrative Elemente des Films, die heute mittlerweile sehr oft verwendet werden, wie zum Beispiel das Erzählen der Geschichte anhand von Rückblenden, wurde durch Welles (wenn auch nicht erfunden) maßgeblich geprägt. Auch ein Stilmittel, was Welles seit Citizen Kane immer wieder verwendete war die Untersicht, bei der die Kamera so positioniert ist, dass man die Decken des Dekors zumindest angerissen erkennt. Viele schreiben dieser Sicht eine dämonische Bedeutung zu, da sie „aus dem Boden zu kommen scheint“, François Truffaut meint dagegen, es sei von Welles' früherer Theaterarbeit inspiriert worden, ähnelt die Untersicht nämlich auch der eines Theaterzuschauers in der ersten Reihe. Außerdem sollte man noch sagen, dass er lange Zeit mit einer Art Stammcast gearbeitet hat, welcher unter anderem Joseph Cotten, Everett Sloane und Dorothy Comingor enthielt, die mit Welles als Mecury Theatre Group auftraten.
                                Dass Welles lange, ungeschnittene Einstellungen lieber mochte als kurze, dokumentiert sich nicht nur in Citizen Kane, sondern auch zum Beispiel in der beeindruckend choreografierten Eingangssequenz aus TOUCH OF EVIL. Kombiniert mit der räumlichen Bildkomposition gehört diese Art von Filmsprache bezeichnend zum Œuvre Orson Welles'. In CITIZEN KANE macht Welles einen weiteren Kunstgriff in die Narrationskiste, er erzählt nicht nur achronologisch, sondern auch ohne die allwissende Objektivität eines gewöhnlichen Erzählstils, denn hier wird die Geschichte vom Leben des Charles Foster Kane aus den verschiedenen Perspektiven der Leute, die ihn gut kannten, oder glaubten, ihn gut zu kennen, erzählt, was das Leben Kanes an sich schon mit einer Aura des Geheimnisvollen umgibt. Man weiß bis zum Schluss nicht, was man von diesem Mann halten soll, schon am Anfang werden die kontroversen und sich widersprechenden Aussagen zu Kane im Fernsehformat „News On The March“ dargelegt, Kane sei ein Faschist, sagt einer, Kane ist ein Sozialist, ein anderer. Diese ganzen Fragmente der Biografie Kanes ergeben ein unfassbares und schon beinahe zum Mythos gewordenes Leben, oder wie der Regisseur/Akteur/Autor von CITIZEN KANE selber sagt:

                                „Das Leben Kanes ergibt sich nur, wie jedes andere auch, aus der Summe dessen, was über ihn gesagt wurde.“

                                Und aus der Summe dessen, was jetzt über diesen Film gesagt wurde, ergibt sich dieses zeitlose Meisterwerk, das man mindestens einmal gesehen haben MUSS, aber es danach auch immer wieder tun kann, einer meine Favoriten, wenn auch ohne Herzchen.

                                Und damit: Frohe Ostern an razzo, und an alle, die mitgewichtelt haben! :)

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                                • 6
                                  timmoe 30.03.2014, 18:06

                                  Ich fand den Film zwar stellenweise einfach öde, aber ich kann und will nicht abstreiten, dass die Lebensgeschichte von Kane wirklich interessant ist. Und mit der Schlussszene fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, worum es Welles wirklich ging.
                                  Der Film ist in der Tat zeitlos, wie von vielen richtig erkannt, aber dennoch stellt sich bei mir nicht das Gefühl ein, einen großen Klassiker gesehen zu haben. Zumindest meine Meinung ist so ehrlich, wie die Message des Films gemeint ist.

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                                  • 7 .5
                                    DoctorWho 25.03.2014, 17:33

                                    Großartige Parabel von Orson Wells auf den American Dream und auf den Kapitalismus im gesamten. Gilt als der beste Film aller Zeiten. Das kann ich nicht so ganz unterschreiben, aber trotzdem ein sehr guter Film

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                                      gerrit93 19.02.2014, 20:33

                                      Ich kann nur sagen toller Film. Ich weiß gar nicht wie ich den solange meiden konnte.
                                      Auch wenn der Stil nicht den Geschmack von jedem trifft, sollte man diesen Film zumindest einmal gesehen haben.

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                                        Begbie 16.02.2014, 13:38

                                        Der von vielen Magazinen, Regisseuren und Listen "beste Film aller Zeiten" - endlich hab ich mir auch diesen gegönnt und das nicht im TV sondern im Kino (Berlinale 2014 in der Retrospektive "Aesthetics of Shadow"). Ist der ganze Hype berechtigt? Für mich ganz klar JA. 2 Stunden voller Kinomagie, einer packenden Story, filmtechnisch brilliant und absolut vor seiner Zeit. Er ist vielleicht nicht in meiner persönlichen Top 10 aller Zeiten, aber müsste ich eine möglichst objektive Liste erstellen, dürfte Citizen Kane definitiv nicht fehlen. Vor allem erkennt man bei aktuellen Filmen noch immer so unendlich viele Anspielungen an dieses Meisterwerk (derzeit z.B. die Büro-Partyszene bei Wolf of Wall Street), dass man einfach nur seinen Hut ziehen kann.

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                                          Moviegod 09.02.2014, 15:01

                                          Keine leichte Kost für zwischendurch. Hier muss man sich wirklich die Zeit nehmen, um dieses Kunstwerk zu verstehen und genießen zu können. Was Wells hier geschaffen hat, ist sowohl in künstlerischer wie technischer Hinsicht nicht weniger als ein Meisterwerk. Wenn man das Alter dieses Films bedenkt, ist es unglaublich, was Wells damals schon für technische Fortschritte gemacht hat.

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                                            Klawitterbus 27.01.2014, 20:56

                                            Natürlich kaum noch ein Film für die heutige Zeit - leider!

                                            Aber es ist einer der besten filme aller Zeiten, daran gibt es einfach nicht zu rütteln.
                                            Es ist wie mit Gemälden, ich muss sie nicht alle mögen, die van Goghs, die Renouards, die Matisse's, die Dahli's und wie sie alle heißen, aber man sollte es einfach anerkennen, wenn man vor einem Meisterwerk steht oder es sieht, auch wenn man weil man vielleicht eine andere Generation ist, oder keinen Zugang dazu hat.

                                            Danke für dieses Meisterwerk!

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                                              Kotelette: Die Nacht der lebenden Texte 12.01.2014, 13:29

                                              Der Blu-ray-Veröffentlichung liegt eine neue restaurierte Abtastung zugrunde. Da ich den Film nicht auf DVD mein Eigen nenne und die letzte TV-Sichtung viele Jahre zurückliegt, wäre ein Vergleich an dieser Stelle unredlich. Der Film ist mehr als 70 Jahre alt, das sieht man ihm an. Dennoch bietet er ein klares und kontrastreiches Bild bei allerdings nur durchschnittlichem Ton.

                                              Meisterwerk schön und gut – aber es ist doch Arthaus, zudem in Schwarz-Weiß (igitt) und abgehangen, geradezu uralt und damit irrelevant!? Papperlapapp! Niemand ist gezwungen, den Film seiner persönlichen Bestenliste hinzuzufügen (tu ich auch nicht). Aber „Citizen Kane“ ist nicht nur Filmgeschichte, sondern auch ein hochspannendes Epos, brillant inszeniert, gespielt und fotografiert. Dass Schwarz-Weiß beeindruckendere Spielereien mit dem Kontrast ermöglicht als Farbe, veranschaulicht Orson Welles’ Hollywood-Debüt auf herausragende Weise. Wer „Citizen Kane“ als Filminteressierter noch nie gesehen hat, hat nun keine Ausrede mehr.

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                                                mariega 07.01.2014, 09:19

                                                DAS PUZZLE DES LEBENS
                                                In einem Geduldsspiel setzt Orson Welles einzelne Stücke seiner Vorlage richtig zusammen und schafft somit das perfekte Bild. Sein Werk enthält alle Filme, die es bisher gab aber auch die, die nachkommen werden. Wie ein Puzzle, das man immer wieder neu machen kann, sollte man diesen Film immer wieder sehen. Denn in jeder Etappe unseres Lebens zeigt er uns eine andere Art des Zusammensetzens und der Anschauung.

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                                                  Ener 29.12.2013, 09:28

                                                  Eine Charakter-Studie wie ein Kreis. Unaufhaltsam zeichnet sich das Bild eines unnahbar erscheinenden Menschen. Teils ohne erkennbare Motive oder Klischees folgt er seinem introvertierten Weg, was ihn unberechenbar macht. Und so auch die Abgründe einer ganzen Industrie aufzeigt. Symphatie des Zusehers wird kaum entstehen. Doch mit dem letzten Abschnitt wird aus dem Film ein großes Ganzes, der Kreis schließt sich. Ja, das Ende ist so rund wie es nur geht. Dabei hat es zuhauf Filme, die auf dem Papier Stories bieten, die mehr hergeben. Beeindruckendes Beispiel, wie wenig das bedeutet, wenn man Funktion & Wirkung von Film und TV auf den Zuseher versteht & richtig anwendet. Damals (und in dem hohen Maße wie hier sogar in späteren Jahren) ein Novum, sozusagen der erste richtige & ernstzunehmende Spielfilm. Und witzigerweise, als gehöre es dazu, dann gleich mit einem richtig fetten Logikfehler. Auch diesbezüglich wegweisend.

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                                                    InfiniteJest 07.11.2013, 00:51

                                                    Für mich entweder der beste älteste Film oder der älteste beste Film. Gut gealtert in jedem Fall, denn den Stoff könnte man auch heute nicht besser verarbeiten. Was sollte man schon verbessern? Und heute gibt es eh zu wenig Orson Welles dafür.

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