Citizen Kane - Kritik

US 1941 Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.09.2007

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Kritiken (9) — Film: Citizen Kane

BobbyStankovic: www.meinungsimperialismus.de BobbyStankovic: www.meinungsimperialismus.de

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10.0Lieblingsfilm

[...] Gerade dass die Figur Charles Foster Kane so unnahbar ist, keine emotionale Teilhabe zulässt, was ja generell dem Film als einzige Schwäche vorgehalten wird, gefiel mir. Wie Welles beabsichtigte, steht die Rolle des fast-anonymen Researchers, der sich auf die Suche der Bedeutung des Wortes “Rosebud” macht, stellvertretend für die Rolle des Zuschauers. Wir wissen wer Charles Foster Kane war, was er gemacht hat, wie seine Karriere verlief, später auch wie sein Privatleben verlief, wir wissen aber nicht, was seine Beweggründe waren, warum er so gehandelt hat, was seine Leitmotive seines unverhofft-wohlhabenden Lebens waren. [...] “Citizen Kane” ist legendenumwoben, von ungeklärter Intention und so episch breit präsentiert, dass es auch Jahrhunderte nach Erscheinen des Films immer noch eine helle Freude sein wird, sich dieses Debüt- und Lebenswerk Orson Welles’ anzusehen. Das Ende des Films verrät dem Zuschauer, nicht aber seinen Figuren was die Bedeutung des Wortes “Rosebud” hat, wiederum aber auch nicht, was die Bedeutung der Bedeutung ist. Ein Film, der die vierte Wand durchbricht und dabei noch zwei drei andere Wände mit sich einreißt.

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Kotelette: Die Nacht der lebenden Texte

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9.0Herausragend

Der Blu-ray-Veröffentlichung liegt eine neue restaurierte Abtastung zugrunde. Da ich den Film nicht auf DVD mein Eigen nenne und die letzte TV-Sichtung viele Jahre zurückliegt, wäre ein Vergleich an dieser Stelle unredlich. Der Film ist mehr als 70 Jahre alt, das sieht man ihm an. Dennoch bietet er ein klares und kontrastreiches Bild bei allerdings nur durchschnittlichem Ton.

Meisterwerk schön und gut – aber es ist doch Arthaus, zudem in Schwarz-Weiß (igitt) und abgehangen, geradezu uralt und damit irrelevant!? Papperlapapp! Niemand ist gezwungen, den Film seiner persönlichen Bestenliste hinzuzufügen (tu ich auch nicht). Aber „Citizen Kane“ ist nicht nur Filmgeschichte, sondern auch ein hochspannendes Epos, brillant inszeniert, gespielt und fotografiert. Dass Schwarz-Weiß beeindruckendere Spielereien mit dem Kontrast ermöglicht als Farbe, veranschaulicht Orson Welles’ Hollywood-Debüt auf herausragende Weise. Wer „Citizen Kane“ als Filminteressierter noch nie gesehen hat, hat nun keine Ausrede mehr.

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Der Witte: CEREALITY, Die Drei Muschel...

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9.0Herausragend

Selten ein so erfrischendes, unbeschwert energetisches und erzähltechnisch/optisch-hochwertiges, wegweisendes Biopic gesehen. Ein Musterbeispiel für zeitlose Filmkunst.

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Bandrix: City of Cinema

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10.0Herausragend

Habe soeben einer der besten Filme aller Zeiten gesehen.
Halt. Stopp. Lasst es mich anders ausdrücken.
Den Ausdruck „bester Film aller Zeiten“ gibt es natürlich nicht. Dafür sind die Geschmäcker zu verschieden, die Filme zu unterschiedlich. Deshalb ist das hier auch nur meine Ansicht. Aber hier stimmt mal die Meinung vieler Kritiker mit meiner überein.
„Citizen Kane“ ist zu jederzeit beeindruckend, magisch, mitreißend und überraschend.
Man erwartet einfach nicht solch eine Leistung von einem Film, der schon über 70 Jahre auf dem Buckel hat und somit auch schwarz weiß ist.
Lange, eindeutig zu lange, drückte ich mich vor „Citizen Kane“. Die DVD lag bestimmt einige Monate ungesehen auf meinem Schreibtisch, immer gemieden, nie gewollt. Also dachte ich mir nun:
„Bandrix…draußen ist es kalt, neuerdings wird es schon um vier Uhr dunkel. Es fängt schon an zu gefrieren und sowieso musst du morgen wieder früh raus. Also hat sich das mit abends weggehen schon einmal erledigt. Aber was soll ich stattdessen tun?
Mich auf die Couch legen?
Schlafen?
Durch alle Kanäle zappen?“
Nein!
Mein Blick viel unweigerlich auf die Hülle von „Citizen Kane“. Ich verzog das Gesicht. Allerdings hatte ich den Film nun schon eine Weile bei mir und sein Besitzer wäre bestimmt glücklich, ihn endlich mal wiederzuhaben. Also zum Teufel mit meinem Unbehagen.
Gedacht, getan.
Schon lag er in meinem DVD – Player und ich auf der Couch. Wenigstens einen meiner vorherigen Gedankengänge hatte ich also verwirklicht.
Um es kurz zu machen. Der Film überrumpelte mich.
Völlig unerwartet merkte ich, wie ich nun nicht mehr auf der Couch lag…ich saß aufrecht und fieberte mit.
Voller Interesse verfolgte ich den Aufstieg und tiefen Fall des Vorzeigeamerikaner, Multimillionär und Egozentriker schlechthin.
Ich beobachtete ihn, wie er mit einigem Raffinesse sein Imperium aufbaute, zu einer der wichtigsten Männer Amerikas wurde, nur um dann alles wieder zu verlieren.
Ich spreche natürlich von Charles Foster Kane!
Der damals 25 – jährige Orson Welles verkörpert Kane so glaubhaft, dass man meint, er wäre es selbst. Schon lange habe ich keine bessere Schauspielleistung mehr gesehen. Aber auch der restliche Cast glänzt in jeder Sekunde und macht somit aus dem Film ein schauspielerisches Gesamtkunstwerk. Auch die Maskenbildner verdienen besonderes Lob, schaffen sie es doch, die meist sehr jungen Schauspieler wie 70 Jahre aussehen zu lassen.
Was den Film aber ganz klar zu einem der besten Filme aller Zeiten macht, sind seine revolutionären Techniken, was Bild, Kamera und Storytelling angeht.
Die Geschichte um Kanes berühmte letzte Worte wird mit vielen Rückblenden und zeitlich unchronologisch erzählt. Dadurch wirkt der Film jederzeit modern. Wäre da nicht das schwarz weiß, man könnte denken einen aktuellen Kinofilm zu schauen. Auch wenn einem das Ende rund um das Wort „Rosebud“ schon bekannt ist(da darf ich mich mal wieder bei meinem Vater bedanken -.-), der Weg dorthin ist jede Sekunde spannend.
Zudem benutzt Welles sehr viele lange und schöne Kamerafahrten und baut so wenig Schnitte wie möglich ein. So gibt er dem oben schon erwähnten Cast noch mal mehr Gelegenheit zu glänzen.
Man merkt, welcher Film für Christopher Nolans Filme Spalier stand. Oder für die von Quentin Tarantino. Oder die von Guy Ritchie. Oder die von….die Liste würde sich ewig weiterführen lassen. Denn eines muss gesagt werden: Orson Welles begründete mit diesem Film das heutige Hollywood.
Kein anderer Film beeinflusst heutige Filmemacher mehr, als er es tut.
„Citizen Kane“ wird von mir garantiert niemals so oft gesehen werden, wie „Star Wars“ oder „Serenity“. Er ist mehr wie ein guter Wein, den man sich alle paar Jahre nur einmal zu Gemüte führt.
Man öffnet ihn, schnuppert leicht an der Flasche, inhaliert den Geruch und gießt sich wohlbedacht ein Glas ein. Jeder einzelne Schluck wird genossen, es wird gespürt, wie er den Hals herunter läuft. Denn man schmeckt das Aroma, den Wert und den Geist, den er ausstrahlt. Genauso verhält es sich mit „Citizen Kane“.
Auf das die Flasche niemals leer werde.

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Bandrix

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@mikkean: Danke dir :)
@ Marie: In der Tat. Streng dich mehr an! ;)


Bandrix

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@melanie: Na da muss ich mich mal direkt für dein Kompliment bedanken! :)


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, Moviebre...

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9.0Herausragend

Der Beweis von Orson Welles Genie und Größenwahnsinn.
„Citizen Kane“ ist so stilbildend wie zeitlos. Ein verdienter Klassiker.

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BibbelDiBubb

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Lief der also DOCH gestern nacht im Fernsehen? Ich hab mir die Fernsehzeitung zerfleddert beim Suchen, weil moviepilot mir angezeigt hat, der würde kommen, aber nix gefunden :-/


Kaltduscher: MoviezKult.de

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7.0Sehenswert

Kein anderes Werk außer Francis Ford Coppola’s Der Pate taucht so regelmäßig in internationalen Listen auf, die den besten Film aller Zeiten suchen, wie Citizen Kane. Von Amerika bis Europa, von Asien bis Australien gilt das Gesellschaftsdrama von Orson Welles als zeitloser Klassiker, was schon erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der Film mittlerweile 67 Jahre auf dem Buckel hat. Dementsprechend waren meine Erwartungen enorm. Enttäuscht wurde ich nicht, auch wenn ich Citizen Kane den Status als Meisterwerk absprechen würde.

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Der Cinephile: Der Cineasten-Blog Der Cinephile: Der Cineasten-Blog

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10.0Lieblingsfilm

Der beste Film aller Zeiten? Ja, tatsächlich.
Orson Welles auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Ein zeitloses Porträt über eine menschliche Selbstzerstörung, technisch perfekt, mit einer handwerklichen Kunstfertigkeit, die danach nur noch Kubrick erreichte (und vielleicht Spielberg in seinen besten Filmen). Es schadet auch nicht, das Welles als Kane vor allem sich selbst spielt.
Einziger Kritikpunkt: der wahrscheinlich größte Filmfehler aller Zeiten! Wenn Kane allein starb, wer hat dann seine letzten Worte gehört?

18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

popondre

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Kein Filmfehler. Der Butler erwähnt gegen Ende des Films, er habe zweimal Rosebud aus Kanes Mund gehört...Das letzte Mal als er eine Glaskugel aus seiner Hand hat fallen lassen....


Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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10.0Herausragend

Mit dem Jonglieren der Ebenen läutete der erst 25-jährige Regisseur Orson Welles ein neues Filmzeitalter ein. Berühmt wurde der Film auch für nie zuvor gesehene Schnitte, bizarre Kamerawinkel und verblüffende Tiefenschärfen. Nichts davon hatte der Autodidakt Welles selbst erfunden. Doch er schuf ein Kunstwerk, das bis heute fasziniert.

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plomlompom: Filmblogs

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10.0Lieblingsfilm

"James" Foster Kane? Aua. Das muss natürlich "Charles" heißen. Ansonsten, well, halt ein Kompendium des Kinos, das Werk, oder doch zumindest aller Techniken und Erzählweisen, die Hollywood zu seiner Höchstzeit halt so beherrschte, und zugleich inhaltlich eine große Amerika-Erzählung. Hier drunter ein Link zu einem längeren Text von mir über den problematischen Status des Werks als Überkanon.

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Kommentare (129) — Film: Citizen Kane


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SmooliEntertainment

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Bewertung9.0Herausragend

Das ist er also. Der legendäre CITIZEN KANE.
Eine Geschichte über große Themen, wie den Lebensstil Amerikas, Geld, Macht und Gier. Ein Film, der zeigt:
Wer wunschlos sterben kann, ist im Himmel. Wer mit Bedauern stirbt, in der Hölle.

„Das Kino ist noch sehr jung, und es wäre einfach lächerlich, wenn es einem nicht gelänge, ihm ein paar neue Seiten abzugewinnen“.
Das hat sich Orson Welles offensichtlich sehr zu Herzen genommen. Strahlt die Inszenierung, ja der ganze Film doch eine Leichtigkeit, eine Neugier und einen Stolz aus, dass man sich als Zuschauer dem Bann gar nicht entziehen kann.
Die Erzählweise, durch die langsam aber sicher immer mehr Licht ins Dunkel gebracht wird und man die sagenumwobene Person Charles Kane stetig besser kennenlernt, übergibt die Rolle des Journalisten an den Zuschauer weiter. Man möchte rausfinden, wer Rosebud ist. Man möchte rausfinden, was einen Mann, der auf dem Papier alles hat, im Augenblick vor seinem Tode sehnsüchtig fehlen könnte.

Orson Welles:
Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Hauptdarsteller.
Ich bin der Meinung, dass Welles mit sich selbst die perfekte Wahl für Kane getroffen hat. Er füllt die Rolle aus. Er spielt unerschrocken, verspielt, charmant, erhaben, freundlich, mächtig, erbarmungslos, besessen, gebrochen, ... Ich hatte das Gefühl, ich sehe Charles Foster Kane.
Wenn man anfängt, darüber nachzudenken, was dieser Film alles zum Standard gemacht, kann man so schnell nicht aufhören und ich würde morgen noch hier sitzen.
Es ist einfach wunderbar und inspirierend, zu sehen, was eine Gruppe relativ ungezwungener Menschen leisten kann. Zu beinahe jedem Zeitpunkt kann man irgendwo irgendwas entdecken, was interessant und eine Beobachtung wert ist.
Ich freue mich schon auf die nächsten Sichtungen, in denen ich weitere Details kennenlerne, die mir sonst bisher entgangen sind.

Es ist wahrscheinlich nicht wirklich möglich, von einem Film mehr zu erwarten, als von dem Film, der immer und überall als der beste Film überhaupt gehandelt wird. Ich habe viel erwartet.
Aber wurde ich enttäuscht? Nein. Ist es der beste Film, den ich kenne? Nein. Bin ich froh, mir die Zeit für den Film genommen zu haben? JA. Werde ich mir den Film noch öfter ansch..JA!

CITIZEN KANE eilt ein Ruf voraus und das nicht zu knapp. Aber dieser Film ist auch schlicht und ergreifend spannend, unterhaltsam, bedeutungsvoll und dazu schauspielerisch, technisch(!) und inszenatorisch(!!) auf allerhöchster Stufe. Hut ab!

_CitizenSmooli

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PuertoRican

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Absolut geiler Film! Licht, Bild, Aussage. Das nenne ich einen echten Klassiker !

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CucumberScout

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Citizen Kane ist von Anfang an der reinste Genuss, auch wenn der Film aus den Vierzigern stammt, ist das Drehbuch pointiert und somit zeitlos. Der Film reisst einen mit in die Welt von Charles Forster Kane und seiner charakterlichen Entwicklung, die durch seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen, Freunden, Kollegen und auch Ehefrauen dargelegt wird.
Im Grunde genommen kann man sich unter "Citizen Kane" die perfekte Kombination zwischen überzeugendem Drehbuch, mitreissenden schauspielerischen Leistungen und gelungener Regiearbeit vorstellen.

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sachsenkrieger

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Bewertung10.0Herausragend

Einer der Filme, die oft als der Beste Film aller Zeiten gehandelt wurden und immer noch werden, enthält bereits in der ersten Szene einen Filmfehler, der den ganzen restlichen Film ad absurdum führt. Vielleicht hat manchmal auch der Schöpfer selbst sein Händchen im Spiel, damit wir selbst im Perfekten noch einen winzigen Makel entdecken. Denn trotz seines immensen Alters von über 70 Jahren hat "Bürger Kane" absolut nichts von seiner Faszination verloren.

THATCHER: Was möchtest du sein?
KANE: Alles was sie hassen!

Für viele Leute von heute, zu denen ich mich mitunter auch zähle, ist der Genuss dieses Films natürlich erstmal anstrengend. Schwarz-weiß und schmalformatig, insgesamt deutlich ein Film aus einer anderen Epoche der Menschheit. Betrachtet man ihn ohne entsprechendes Vorwissen, kann man als oberflächlicher Betrachter, ob des nahezu fehlenden Spannungsbogens, schon ein wenig wegdämmern. Beschäftigt man sich vorher oder hinterher mit der Vorgeschichte, der Entstehung und dem Nachspiel dieses einzigartigen Kunstwerks, kann man eigentlich nicht anders, als den Mut und die Hingabe Orson Welles zu bewundern. Ähnlich wie in dem kürzlich von mir gesehenen "THX 1138" von George Lucas legt auch Welles mit seinem ersten Film bereits sein Meisterwerk vor.

Das liegt nicht zuletzt daran, das der als Wunderkind gehandelte Welles, für seine erste Arbeit, quasi einen Blanco-Vertrag bekam, der ihm völlig freie Hand bei der Auswahl des Filmstoffs und bei seiner Umsetzung ließ. Welles drehte den Film mit weitestgehend unbekannten Schauspielern aus einer von ihm mitbegründeten Theatergruppe. Dabei verwendete er bei der Gestaltung zahlreiche filmtechnische Neuheiten, von denen die meisten zwar schon vorher zu sehen gewesen waren, aber noch nie in einem Film vereint. Selbst der in dieser Hinsicht nicht sehr versierte Zuschauer, wie z.B. ich, kann zahlreiche dieser Techniken erkennen. Dazu zählen die zahlreichen Szenen, in denen sich die Darsteller in verschiedenen Gegenständen spiegeln, die unzähligen Perspektivenwechsel der Kamera oder auch die Zeitsprünge innerhalb einer durchgehend gezeigten Szene.

Das sind nur wenige, laienhaft formulierte Techniken, die in diesem als Gesamtkunstwerk der Filmgeschichte zu betrachtenden Werkes Anwendung finden. Über alle Aspekte, die diesen Film ausmachen, könnte man wohl locker einen eigenen Film machen und jeder muss selbst wissen, wie tief er in diese Materie einsteigen will. Die Story selbst ist oberflächlich der Aufstieg und Fall eines Mannes aus einfachsten Verhältnissen. Der uramerikanische Mythos des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, wird in "Citizen Kane" erweitert zur Kritik am ausufernden Kapitalismus und der Natur des Menschen. Er hält aber nicht nur den Reichen und Mächtigen, sondern auch uns allen den Spiegel vor. Allen, die glauben, das sie alles besser machen würden, wenn sie die entsprechende Macht hätten. Denn es gilt:

Das leichteste Opfer für einen Betrug ist man selbst. - Lord Bulwer-Lytton

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Canis Majoris

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Ja, auch von mir hat er 10/10 bekommen, auch wenn die ganzen New-New-Age-Spinner ihm dies natürlich nie zusprechen könnten und gegen meiner Wertung heftig protestiert haben... ;)


sachsenkrieger

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Was will man machen? Man muss die Kraft haben, das hinzunehmen, was nicht zu ändern ist ... auch wenn man manchmal am liebsten was anderes täte ;-)


soundso.diesdas

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der ganz wenigen Filme die mich zu Tränen gerührt haben
SPOILER
(wo Susan ihn verlässt und er das erste Mal seit langem Gefühle zeigt. Diese Hilflosigkeit- das ist unglaublich in Szene gesetzt...)

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RavenX_2010

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Bewertung6.5Ganz gut

Guter Film, leider dennoch völlig überbewertet. Pacific Rim war besser.

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axel.remer

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was hat dieser Film inhaltlich mit Pacific Rim zu tun? Ist doch ein vollkommen anderes Genre


Unclescrooge

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Bewertung7.5Sehenswert

Interessanter Film, sehenswert, ich persönlich habe das Ende nicht verstanden,( Kein Grund mich anzuscheissen, eine Erklärung reicht allemal) Orson Wells spielte gut, der Rest war nicht so einprägend. Kameraführung ist wirklich toll und innovativ für die Zeit. Kann man gut gucken, besitzt Kultstatus zurecht, habe aber persönlich mehr erwartet.

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karllsonvomdach

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der schlitten, "rosebud", ist eben der schlitten, der liegen bleibt, als kane von seinem neuen vormund mit in die stadt genommen wird. er steht explizit für kanes sehnsucht nach einer behüteten kindheit und sinnbildlich für alles, was kane bekommen und dann wieder verloren hat.


ElsaWaltz

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Bewertung7.5Sehenswert

Das beste am Film, und das was man wirklich gesehen haben sollte, ist der Anfang, wo die Reichtümer des Protagonisten vorgestellt werden. Eine tolle Szene!! Auch sonst ist der Film gut und man sollte ihn doch gesehen haben. Ich bin auch gespannt, ob ihr die Lösung des Geheimnisses versteht. Ich hatte etwas länger gebraucht.
Ich hätte jetzt aber eine Idee für den Namen meines Pferdes: Rosebud ;)

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MrDurden

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Bewertung9.0Herausragend

Val Vega's Osterwichteln 1.0, dieser Kommentar ist razzo gewidmet ;)
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Das diesjährige, vom lieben Val Vega ins Leben gerufene, Osterwichteln bietet für uns moviepiloten die Möglichkeit, Freunden Filme nahezubringen, die sie noch nicht gesehen haben und dies unbedingt tun müssen. Nun razzo, aus einer kleinen Auswahl von Filmen fiel meine Wahl auf Citizen Kane, das (quasi) Erstlingswerk von Orson Welles. Dir diesen Film „schmackhaft zu machen“ ist eine einfachere Sache, da er neben seiner inhaltlichen Tiefe auch, und vor allem, damals 1941 die erzählerischen Mittel der ersten 40 Jahre Filmgeschichte revolutioniert, beziehungsweise massiv ergänzt und weiterentwickelt hat und so für jeden, der vom Medium Film fasziniert oder an ihm interessiert ist, sehenswert sein sollte.

DIE GESCHICHTE EINER ENTRISSENEN KINDHEIT
-der folgende Link enthält Spoiler!-
http://www4.big.or.jp/~j-i_2/SJC/Blog/image/Peanuts_Kane.jpg
Kurz bevor der Medientycoon Charles Foster Kane vereinsamt auf seiner riesigen privaten Schlossanlage stirbt, bringt er ein letztes Wort heraus: Rosebud. Nach seinem Tod will ein Journalist namens Thompson herausfinden, was er mit diesem Wort meinte. Er trifft verschiedene Weggefährten Kanes, die ihn aus ihrer Perspektive schildern und so Teile seines Lebens verschieden beleuchten.
Charles Foster Kane stammt aus ärmlichen Verhältnissen und bekommt durch einen neuen Vormund, der ihn in der Stadt großzieht, ein stattliches Vermögen zur Verfügung. Er kauft einen Zeitungsverlag und baut ein weitreichendes Medienimperium auf, mit dem er auch immer wohlhabender und einflussreicher wird. Er steht fast immer in der Öffentlichkeit und spaltet immer wieder die Massen. Nach dem Scheitern seiner Kandidatur als Gouverneur, durch eine Intrige seines politischen Gegners, baut Kane das Schloss Xanadu und eine prachtvolle Parkanlage, der Wert des Anwesens wird als unbezahlbar eingeschätzt. Als er sich von seiner zweiten Ehefrau, der vielfach verissenen Sängerin Susan Alexander, im Streit trennt und im Zorn ihr Zimmer verwüstet, findet er etwas wieder, was ihn nach seinen besten Jahren an das erinnert, was er vor langer Zeit verloren hat. Später stirb er vereinsamt in seinem Anwesen und findet auf dem Sterbebett nur noch Kraft für sein letztes Wort.

EIN UNVERWECHSELBARER STIL
Orson Welles hat mit seinem ersten Spielfilm bereits seinen filmischen Stil und seine Filmsprache gefunden und manifestiert, Nouvelle-Vague-Kritiker André Bazin schreibt: „Orson Welles ist einer der wenigen Regisseure, bei dessen Filmen man anhand der ersten drei Minuten erkennt, wer ihn gedreht hat, wie zum Beispiel auch Alfred Hitchcock, Charlie Chaplin und John Ford“. Viele narrative Elemente des Films, die heute mittlerweile sehr oft verwendet werden, wie zum Beispiel das Erzählen der Geschichte anhand von Rückblenden, wurde durch Welles (wenn auch nicht erfunden) maßgeblich geprägt. Auch ein Stilmittel, was Welles seit Citizen Kane immer wieder verwendete war die Untersicht, bei der die Kamera so positioniert ist, dass man die Decken des Dekors zumindest angerissen erkennt. Viele schreiben dieser Sicht eine dämonische Bedeutung zu, da sie „aus dem Boden zu kommen scheint“, François Truffaut meint dagegen, es sei von Welles' früherer Theaterarbeit inspiriert worden, ähnelt die Untersicht nämlich auch der eines Theaterzuschauers in der ersten Reihe. Außerdem sollte man noch sagen, dass er lange Zeit mit einer Art Stammcast gearbeitet hat, welcher unter anderem Joseph Cotten, Everett Sloane und Dorothy Comingor enthielt, die mit Welles als Mecury Theatre Group auftraten.
Dass Welles lange, ungeschnittene Einstellungen lieber mochte als kurze, dokumentiert sich nicht nur in Citizen Kane, sondern auch zum Beispiel in der beeindruckend choreografierten Eingangssequenz aus TOUCH OF EVIL. Kombiniert mit der räumlichen Bildkomposition gehört diese Art von Filmsprache bezeichnend zum Œuvre Orson Welles'. In CITIZEN KANE macht Welles einen weiteren Kunstgriff in die Narrationskiste, er erzählt nicht nur achronologisch, sondern auch ohne die allwissende Objektivität eines gewöhnlichen Erzählstils, denn hier wird die Geschichte vom Leben des Charles Foster Kane aus den verschiedenen Perspektiven der Leute, die ihn gut kannten, oder glaubten, ihn gut zu kennen, erzählt, was das Leben Kanes an sich schon mit einer Aura des Geheimnisvollen umgibt. Man weiß bis zum Schluss nicht, was man von diesem Mann halten soll, schon am Anfang werden die kontroversen und sich widersprechenden Aussagen zu Kane im Fernsehformat „News On The March“ dargelegt, Kane sei ein Faschist, sagt einer, Kane ist ein Sozialist, ein anderer. Diese ganzen Fragmente der Biografie Kanes ergeben ein unfassbares und schon beinahe zum Mythos gewordenes Leben, oder wie der Regisseur/Akteur/Autor von CITIZEN KANE selber sagt:

„Das Leben Kanes ergibt sich nur, wie jedes andere auch, aus der Summe dessen, was über ihn gesagt wurde.“

Und aus der Summe dessen, was jetzt über diesen Film gesagt wurde, ergibt sich dieses zeitlose Meisterwerk, das man mindestens einmal gesehen haben MUSS, aber es danach auch immer wieder tun kann, einer meine Favoriten, wenn auch ohne Herzchen.

Und damit: Frohe Ostern an razzo, und an alle, die mitgewichtelt haben! :)

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MrDurden

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Danke Fonda :)


Lydia Huxley

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Sehr schöner Kommentar! Der ist auch schon lange vorgemerkt.


timmoe

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich fand den Film zwar stellenweise einfach öde, aber ich kann und will nicht abstreiten, dass die Lebensgeschichte von Kane wirklich interessant ist. Und mit der Schlussszene fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, worum es Welles wirklich ging.
Der Film ist in der Tat zeitlos, wie von vielen richtig erkannt, aber dennoch stellt sich bei mir nicht das Gefühl ein, einen großen Klassiker gesehen zu haben. Zumindest meine Meinung ist so ehrlich, wie die Message des Films gemeint ist.

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DoctorWho

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Bewertung7.5Sehenswert

Großartige Parabel von Orson Wells auf den American Dream und auf den Kapitalismus im gesamten. Gilt als der beste Film aller Zeiten. Das kann ich nicht so ganz unterschreiben, aber trotzdem ein sehr guter Film

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gerrit93

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Bewertung9.0Herausragend

Ich kann nur sagen toller Film. Ich weiß gar nicht wie ich den solange meiden konnte.
Auch wenn der Stil nicht den Geschmack von jedem trifft, sollte man diesen Film zumindest einmal gesehen haben.

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Begbie

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Bewertung10.0Herausragend

Der von vielen Magazinen, Regisseuren und Listen "beste Film aller Zeiten" - endlich hab ich mir auch diesen gegönnt und das nicht im TV sondern im Kino (Berlinale 2014 in der Retrospektive "Aesthetics of Shadow"). Ist der ganze Hype berechtigt? Für mich ganz klar JA. 2 Stunden voller Kinomagie, einer packenden Story, filmtechnisch brilliant und absolut vor seiner Zeit. Er ist vielleicht nicht in meiner persönlichen Top 10 aller Zeiten, aber müsste ich eine möglichst objektive Liste erstellen, dürfte Citizen Kane definitiv nicht fehlen. Vor allem erkennt man bei aktuellen Filmen noch immer so unendlich viele Anspielungen an dieses Meisterwerk (derzeit z.B. die Büro-Partyszene bei Wolf of Wall Street), dass man einfach nur seinen Hut ziehen kann.

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Lydia Huxley

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Uiuiui, den werde ich mir gleich mal vormerkten! Toll, dass du ihm im Kino schauen konntest :)


Moviegod

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Bewertung10.0Herausragend

Keine leichte Kost für zwischendurch. Hier muss man sich wirklich die Zeit nehmen, um dieses Kunstwerk zu verstehen und genießen zu können. Was Wells hier geschaffen hat, ist sowohl in künstlerischer wie technischer Hinsicht nicht weniger als ein Meisterwerk. Wenn man das Alter dieses Films bedenkt, ist es unglaublich, was Wells damals schon für technische Fortschritte gemacht hat.

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Klawitterbus

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Bewertung10.0Herausragend

Natürlich kaum noch ein Film für die heutige Zeit - leider!

Aber es ist einer der besten filme aller Zeiten, daran gibt es einfach nicht zu rütteln.
Es ist wie mit Gemälden, ich muss sie nicht alle mögen, die van Goghs, die Renouards, die Matisse's, die Dahli's und wie sie alle heißen, aber man sollte es einfach anerkennen, wenn man vor einem Meisterwerk steht oder es sieht, auch wenn man weil man vielleicht eine andere Generation ist, oder keinen Zugang dazu hat.

Danke für dieses Meisterwerk!

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mariega

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Bewertung10.0Herausragend

DAS PUZZLE DES LEBENS
In einem Geduldsspiel setzt Orson Welles einzelne Stücke seiner Vorlage richtig zusammen und schafft somit das perfekte Bild. Sein Werk enthält alle Filme, die es bisher gab aber auch die, die nachkommen werden. Wie ein Puzzle, das man immer wieder neu machen kann, sollte man diesen Film immer wieder sehen. Denn in jeder Etappe unseres Lebens zeigt er uns eine andere Art des Zusammensetzens und der Anschauung.

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Andy Dufresne

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:)


The Freewheelin Fonda

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Was Andy sagt!
Verdammt starker Kommentar, muss den Streifen DRINGENDST zweitsichten.


Ener

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Bewertung10.0Herausragend

Eine Charakter-Studie wie ein Kreis. Unaufhaltsam zeichnet sich das Bild eines unnahbar erscheinenden Menschen. Teils ohne erkennbare Motive oder Klischees folgt er seinem introvertierten Weg, was ihn unberechenbar macht. Und so auch die Abgründe einer ganzen Industrie aufzeigt. Symphatie des Zusehers wird kaum entstehen. Doch mit dem letzten Abschnitt wird aus dem Film ein großes Ganzes, der Kreis schließt sich. Ja, das Ende ist so rund wie es nur geht. Dabei hat es zuhauf Filme, die auf dem Papier Stories bieten, die mehr hergeben. Beeindruckendes Beispiel, wie wenig das bedeutet, wenn man Funktion & Wirkung von Film und TV auf den Zuseher versteht & richtig anwendet. Damals (und in dem hohen Maße wie hier sogar in späteren Jahren) ein Novum, sozusagen der erste richtige & ernstzunehmende Spielfilm. Und witzigerweise, als gehöre es dazu, dann gleich mit einem richtig fetten Logikfehler. Auch diesbezüglich wegweisend.

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Ener

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Jener, daß niemand im Raum war, in dem Moment, als Charles starb. Und somit keiner wissen konnte, was sein letztes Wort war.

Ich bin mir durchaus des Butlers bewußt, allerdings spricht die Sterbeszene zum Anfang eine andere Bildsprache, und ich denke, die ist so gewollt und so gemeint. Wenn es kein Logikfehler ist kann man es aber gerne auch Paradoxon nennen. ;)


Macintosh

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ach ja ,genau
Danke


InfiniteJest

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Für mich entweder der beste älteste Film oder der älteste beste Film. Gut gealtert in jedem Fall, denn den Stoff könnte man auch heute nicht besser verarbeiten. Was sollte man schon verbessern? Und heute gibt es eh zu wenig Orson Welles dafür.

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Cellmorbasg

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Bewertung10.0Herausragend

Filmporträt eines Gescheiterten (enthält Spoiler)

Es sind die Geschichten mit tragischen Zügen, Charaktere die fallen, die mich besonders faszinieren: bspw. Anakin Skywalker, Michael Corleone oder auch Gollum. Sie sind mehr als gut oder böse, ambivalent und in dieser Vielschichtigkeit sind sie menschlich. Das nicht jeder Junge von nebenan zum Monster wird, liegt auch an fehlenden Reizen. Wer keinen Ring der Macht in die Finger bekommt, nicht in eine Mafiafamilie hineingeboren wird oder als Auserwählter gesehen wird, wer sich solchen Versuchungen nicht ausgesetzt sieht, kann ihnen auch nicht erliegen. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.
Charles Foster Kane wird aus seiner Kindheit gerissen. Es ist ein Wendepunkt in seinem Leben. Die Erklärung für sein unerfülltes Leben ist es nicht. Für den Zuschauer zeigt diese Episode, dass Kane mehr war als ein gefallener Medientycoon. Nachdem Kane mit 25 über sein Vermögen verfügen kann, übernimmt er die Kontrolle einer Zeitung und wendet sich gegen seinen Erzieher und die Elite für die jener steht. Er führt einen publizistischen Kampf und stellt für sich eherne Grundsätze auf – durchgeführt mit Boulevardkournalismus. Es ist einer seiner Brüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Kanes Hybris führt ihn bis in die aktive Politik. Kurz vor seinem ersten Wahlsieg folgt jedoch der Beginn des öffentlichen Abstiegs. Ausgelöst von der Begegnung mit einer jungen Frau die eine Schneekugel ihr Eigen nennt.
Wieder ist sein Leben an einem Wendepunkt und dem Verlust der politischen Karriere, Frau und Kind folgt eine weitere Ehe in der er alle Energie auf seine Frau richtet. Er ermöglicht ihr eine Gesangskarriere der diese nicht gewachsen ist und die den endgültigen Bruch mit seinem Jugendfreund herbeiführt. Kane erweist ihm einen letzten Freundschaftsdienst, doch die Unterschiede und das Unverständnis füreinander sind zu groß geworden. So richtet sich Kane in seiner ungleichen Ehe ein. Als auch dieses letzte Refugium seines Lebens von ihm unbeabsichtigt zerstört wird, verlebt er die Einsamkeit bis zu seinem Tod.
Bis hierhin folgte der Zuschauer dem Reporter der für die Wochenschauausgabe recherchiert wie auf der Schulter sitzend. Der Film regt dabei die eigene Suche nach dem Verständnis von Kane an. Denn anders als der Reporter sehen wir die Rückblenden und sie sind angereichert mit vielen Details in den tiefenscharfen Weitwinkelaufnahmen. Die Zusammensetzung der Geschichte die der Chronologie nicht stringent folgt, Zeitsprünge hat, regt ebenfalls zur Reflexion ein. Der Höhepunkt dieses Mehrwissens bietet das Ende welches dem Zuschauer den Schlüssel zum Verständnis in die Hand legt. "Rosebud" steht auf dem Schlitten aus Kindertagen. Es verändert den ganzen Film.
Die verlorene Kindheit war nicht nur Ausgangspunkt von Kanes Aufstieg und Fall, es war seine konservierte Erinnerung für die Ewigkeit.
Jeder kennt Rosebud oder das Mädchen im weißen Kleid mit weißem Sonnenschirm: Sehnsuchtsorte der Erinnerung die unerreichbar sind. Charles Foster Kane konnte alles für Geld kaufen, nur kein Geld zu haben, das gelang ihm nicht. Ein einfaches Leben, geborgen, geliebt und liebend in der Welt. Der Schneeball war der Grabstein seiner Kindheit. Ein Verlust den er nicht überwinden konnte. Rosebud wurde kein Mädchen mit weißem Regenschirm.

Nicht nur das Ende macht eine zweite Sichtung des Films zu einer neuen Entdeckungsreise. Es ist die Reichhaltigkeit, die diesen Film so besonders macht, die in vielen Belangen so gelungen ist. Ein Film wie Filme sein sollten. Eine Einladung für Augen, Ohren, Herz und Verstand.

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supersizefilms

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein historisch sehr wichtiger Klassiker, der, was (viele) Aspekte wie technische Planung und strukturierte Umsetzung eines grandios ausgearbeiteten Drehbuchs angeht wahrscheinlich kaum Konkurrenzt hat(te zu der Zeit!).
Diese selbstbestimmte "Machtergreifung" ist ein heutzutage schier unmögliches Phänomen in der Kunst und dafür großen Respekt an Orson Welles.
Allerdings gibt es immer noch den unbestechlichen Aspekt des Filmgeschmacks und dieser sagt mir dass ich diesen Film gut fand, aber auf keinen Fall zum besten oder 2.besten Film aller Zeiten wählen würde.

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