Citizen Kane - Kritik

Citizen Kane

US · 1941 · Laufzeit 119 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
  • 8 .5

    Dieses cineastische Meisterwerk von Orson Welles ist in vielen Punkten ein grandioser Film.
    Da wäre die unglaublich gute Kameraarbeit, die viele, unvergessliche und geniale Szenen beinhaltet.
    Die Schauspieler sind auch super, vor allem Orson Welles selbst, als Charles Foster Kane.
    Dann hätten wir auch noch die starken Dialoge, die passende Musik und die Erzählweise.
    Für mich hat sich der Film allerdings an manchen stellen etwas gezogen und war teilweise ziemlich langweilig.

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    • 7
      thenerd 09.04.2016, 23:24 Geändert 09.04.2016, 23:25

      Der Film ist zwar storymäßig ziemlich gut, aber jetzt mal ehrlich, es gibt um einiges bessere. Der Film hat ziemliche Längen und ist dadurch etwas langweillig. Charles Kane ist ein mehr oder weniger interessanter Charakter, der allerdings großartig gespielt wurde. Die Musik des Films muss ich loben, da sie dem Film Charakter verlieh. Ich will auch nicht sagen, der Film sei schlecht, eher im Gegenteil, er ist ziemlich gut, aber ich finde, dass er als "bester Film aller Zeiten" ziemlich überbewertet wird. Es ist ein ziemlich guter und intelligenter Film, aber er ist jetzt nicht so besonders, dass ich ihn als großes "Meisterwerk" bezeichnen würde. Er hat sich meine 7,0 Punkte verdient.

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        Martin Canine 01.04.2016, 10:46 Geändert 02.04.2016, 00:06

        (DIESER KOMMENTAR WAR EIN APRILSCHERZ VON 2016. DIE WERTUNG WURDE DAFÜR VORRÜBERGEHEND AUF 2.5 ABGEÄNDERT.)

        Es existiert eine Theorie, dass es zu allem und jeden ein Gegenstück geben muss, etwas, dass sich vollständig unterscheidet. 
        Als ich vor 3 Jahren "Lucas, der Ameisenschreck" gesehen habe, wusste ich, dass ich einen unsagbar brillanten Film vor mir hatte, den ich bereits öfters zusammen mit 2, 3 anderen Streifen als besten Film überhaupt bezeichnet hatte. Er erschien mir wie der große und alles übertreffende finale Geniestreich, der dem klassischen Kino letztlich einen würdigen Abschluss verlieh. 
        Ein letztes Mal erschienen die großen Gefühle, die atemberaubende Bildgewalt, der monumentale Aufwand, die mitreißenden Geschichten, die Hollywood zur Traumfabrik machten.

        Wenn wir der Theorie glauben dürfen, so gibt es doch zu jeder Sache ein Gegenteil. 
        Dies gilt wohl auch für Filme. 
        Nach reichlicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen: das Gegenstück zu meinem Lieblingsfilm 'Lucas' ist zweifelsfrei "Citizen Kane". 
        Es ist schwer zu sagen, ob es in der Filmgeschichte je einen Film gab, der aufgeblasener ist als dieser hier. 
        Alleine der Gedanke, es könnte tatsächlich einen Film geben, der diesen Streifen hier in Sachen Langeweile noch unterbietet, entzieht sich mir jeglicher Glaubwürdigkeit. 
        Es ist beinahe unmöglich, sich vorzustellen, irgendjemand von der Filmcrew hätte es wahrhaftig für möglich gehalten, dass hieraus ein guter oder auch nur im geringsten Maße unterhaltsamer Film werden könnte.

        Ich könnte jetzt versuchen, zu beschreiben, welche Geschichte "Citizen Kane" erzählt, aber er erzählt eben keine. Alles, worauf sich der Film stützt, ist eine Situation: ein Reporter sucht die Bedeutung eines Wortes. Zwei Stunden lang. Das war's. 
        Man hat es irgendwie geschafft, mehrere Schauspieler in den Film hineinzuquetschen, die alle zusammen nicht mehr zu tun haben, als anwesend zu sein. 
        Die Hauptrolle ist die Schneekugel, Orson Welles und seine zwei Co-Stars leisten etwa so viel wie Pappaufsteller. Man hätte getrost Steine besetzen können. Das ist nicht die Schuld der Darsteller, nein, denn wie soll man eine Rolle spielen, die es nicht gibt? Dass es Welles selbst nicht zu blöd war, in seinem Film mitzuspielen...

        "Citizen Kane" ist der sinnloseste "Film" aller Zeiten. Er besitzt nirgendwo Inhalt. Er erzählt keine Geschichte, bietet keine Dramaturgie, besitzt keine glaubhaften oder tiefgründigen Charaktere und kaum Optik. 
        Damit meine ich nicht, dass all das misslungen ist. Nein, das gab es schlicht nie. 
        Der Streifen funktioniert weder als guter noch als schlechter Film, denn mehr als eine auf 2 Stunden ausgedehnte Idee bekommen wir hier nicht zu sehen.

        Ich sollte dem Film eigentlich seine Wertung entziehen, denn um mal bei irgendetwas sagen zu können "das war gut, das war schlecht" muss überhaupt mal etwas da sein. 
        Sind die schauspielerischen Leistungen gut? 
        -Welche Leistungen? 
        Unterhält die Inszenierung? 
        -Ich glaube, niemand saß auf dem Regiestuhl.
        Fesselt die Geschichte? 
        -Welche Geschichte?

        Seht ihr, was ich meine? 
        Ich könnte diese Liste ewig weiterführen. 
        Dieser Film hat nicht einmal die Möglichkeit, zu versagen, denn was soll er denn schon falsch machen, wenn nichts vorhanden ist? 
        Er macht logischerweise dann auch nichts richtig.

        Mich bringt so leicht nichts dazu, einen Film derartig zu zerreißen. Ich kann mit allem leben, von pseudoprovokanten Themen, bis Style over Substance, alles, was einem nunmal so als Begründung für einen schlechten Film oftmals um die Ohren fliegt, das alles kann ich noch verzeihen, das Ergebnis kann sogar Spaß machen. Und wenn nicht, kann ich immer noch erläutern, was mich gestört hat. 
        Bei "Citizen Kane" stellt man sich aber zu Teilen die Frage, ob es denn wirklich so viel Unterschied machen würde, ob man während des Films das Fernsehgerät ein- oder ausgeschaltet hat.

        "Citizen Kane" ist zweifelsfrei und ohne Wenn und Aber ein absoluter Antifilm. Es gibt selten einen Film, den ich weniger genossen habe. Tatsache ist, zwei Stunden lang an die Decke zu starren ist exakt so interessant. Es gibt durchaus Filme, die widerwertiger sind, und dadurch eindeutig mehr negative Gefühle verdienen. Filmisch gesehen aber hatte ich noch nie weniger Filmvergnügen als hier. Das Traurige ist, dass "Citizen Kane" hier eine sehr hohe Durchschnittswertung genießt, und auch über die Jahre einen kaum nachvollziehbaren Klassikerstatus erlangt hat, obwohl zeitgenössische Kritiken mehrheitlich so ausfielen wie meine. Naja, ich guck inzwischen lieber eine Staffel "BeyBlade". Was macht ihr so?

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        • 7 .5
          vanilla 04.03.2016, 14:11 Geändert 04.03.2016, 14:12

          Manche Dinge kann man nicht für Geld kaufen.

          Kaum zu glauben, dass dieser Film schon 75 Jahre auf dem Buckel hat!!
          Natürlich ist er in die Jahre gekommen, wie sollte es auch bei so vielen Jahren anders sein.
          Nichtsdestotrotz ist dieser Alterungsprozess ziemlich langsam von statten gegangen.
          Das liegt in erster Linie an der unglaublich guten Erzählstruktur und der hervorragenden Kameraarbeit.
          Allein die Idee, anhand eines Wortes (Rosebud, wer oder was soll das bloß sein?), einen Film zu konzipieren und somit die Spannung bis zum nostalgischen Ende aufrecht zu erhalten, ist aller Ehren wert.
          Dann gibt es noch diesen Riesen, Orson Welles, der so eine mächtige Präsenz besitzt, dass er schon fast allein den ganzen Film stemmen kann.
          Nicht viele Darsteller hatten diese Aura, er jedoch definitiv.
          Insgesamt ist es ein toller Film, der zurecht als einer der größten Filme aller Zeiten, abgefeiert wird.
          Wer den noch nicht kennt, muss das auf jeden Fall nachholen.
          Auch wenn man so wie ich, etwas mehr Schwierigkeiten mit alten Klassikern, vor allem in schwarz-weiß, zu haben scheint.

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          • 9 .5

            Orson Welles zeichnet (das erste Mal in der Filmgeschichte?) auf realistische Weise das Bild eines einsamen Menschen. Mit seinem sarkastischen Charakter versucht Charles Kane zu überspielen, dass er nie gelernt hat, sich auf andere Menschen einzulassen. Der materielle Konsum macht ihn nicht glücklich, der Versuch, Anerkennung durch die Gesellschaft zu erlangen, scheitert, und die einzige Frau, die er je geliebt hat, verlässt ihn. Am Ende stirbt er für sich allein.

            • 6 .5

              Es gibt Klassiker wie "Der Pate", "Shining" oder auch diverse Hitchcock-Filme, die bis heute nichts an ihrer Faszination verloren haben und die einfach zeitlos sind. Bei "Citizen Kane" sehe ich das ehrlich gesagt etwas anders, auch wenn ich mich kaum traue, an dem Film viel Kritik zu üben. Die volle Wirkung entfaltet "Citizen Kane" meiner Meinung nach nämlich erst, wenn man weiß, was den Film damals so besonders gemacht hat. An dieser Stelle muss man zunächst einmal festhalten, dass die optischen Spielereien und die Erzählweise für 1941er Verhältnisse sehr modern und faszinierend wirken und jeder Filmfan ihn allein schon wegen dieser starken stilprägenden und einflussreichen Inszenierung sehen muss. Die Story von "Citizen Kane" halte ich dann jedoch eher für etwas angestaubt und äußerst zäh. Anfangs konnte ich das Geschehen irgendwie kaum ernst nehmen, wofür der Film aber nichts kann. Als zum ersten Mal das Schloss Xanadu erwähnt wird, ist sofort wieder mein Trauma zurück ans Tageslicht gedrunken, in schrecklicher Erinnerung an Olivia Newton John und ihre kunterbunte Rollschuh-Disco-Sause. Ich muss sagen, dass "Citizen Kane" überraschenderweise mal ein Film ist, bei dem ich mir gut ein Remake vorstellen könnte und zwar mit Leo DiCaprio in der Hauptrolle, dem die Rolle in meinen Augen wie auf den Leib geschneidert wäre, denn vor allem die jungen Jahre von Charles Kane haben mich extrem an "The Wolf of Wall Street" erinnert. Der Film hat einen interessanten Einstieg und ein sehr starkes Ende, aber der Rest im Mittelteil ist schon etwas sehr zäh und langatmig, weil man eben solche Stories heutzutage schon unzählige Male gesehen hat und ich irgendwie schnell das Interesse daran verloren habe. Das liegt vor allem daran, dass mich der ganze Spaß emotional eher kalt gelassen hat und es erst am Ende so wirklich einschneidende Höhepunkte gibt.
              Fazit: Muss man als Filmfan gesehen haben, aber inhaltlich hat mir "Citizen Kane" aus heutiger Sicht leider nicht mehr wirklich viel gegeben. In der Filmographie von Orson Welles hat mir übrigens die Kafka-Verfilmung von "Der Prozess" sogar noch besser gefallen.

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              • 9

                Für heutige Maßstäbe kein wirklich guter Film mehr. Weil man alles was da passiert schonmal gesehn hat.
                Hab ihn erst vor ca 10 Jahren das erste Mal gesehn und muß sagen....
                "alles was da passiert".... damals, vor gefühlt 1000 Jahren... macht CK tatsächlich zu einem der (nicht besten) wichtigsten Filme aller Zeiten. Das was er macht, machen andere Filme später besser. Aber OW hat mit CK all die anderen Filme inspiriert und beeinflußt. Dafür muß man einfach dankbar sein.
                Ich widerspreche etwas meinem ersten Satz jetzt, weil: 9/10. Doppelweil: ein immernoch guter Film. Aber weißte...

                Egal ob ich mich grad doof ausdrücke: In jedem Fall ein "Muß man gesehen haben"-Film.

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                • 9

                  So kommt der laut „Sight & Sound“ beste Film aller Zeiten also daher: In knappen zwei Stunden wird der American Dream von Charles Foster Kane gezeichnet, und zwar von der Wiege bis zum Sterbebett. Umgesetzt durch ein brillantes Story-Telling, das sich im ganz großen Stil der Montagetechnik bedient, wird die Hauptfigur aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten belichtet, woraus ein Kunstwerk eines ausgesprochen kühn entworfenen Lebens erwächst, an dem Kane letztlich bricht. Niemals langatmig, stürmt die Handlung in verblüffend modernem Anstrich voran. Vermutlich auch wegen der noch immer anhaltenden Aktualität im großen Zeitalter der Selbstsucht. So scheinen auch die Ansprüche Fosters, „des Treibers“, – beispielhaft angedeutet durch seinen Sekundanten Bernstein: „Ein Mensch macht das, was man ihm sagt“ – ihm einen solchen Entwurf zu ermöglichen. Folglich konnte dadurch sein Handeln in wohl pathologischer Weise von seinen Idealen abdriften und so bleibt am Ende im Meisterwerk des damals 24-jährigen eben „Rosebud“ – Thank you, Mr. Welles!

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                  • 7

                    Einer der einflussreichsten Kino-Meilensteine, der stilistisch, erzählerisch und handwerklich absolut prägend war. Dennoch entspricht der Film einfach nicht mehr ganz den heutigen Sehgewohnheiten, weswegen ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehne und dem remake-wütigen Hollywood diesen Klassiker (der nicht an Relevanz verloren hat) als Neuauflage mit einem Darsteller des Kalibers DiCaprio oder Hardy empfehlen würde. Shitstorm in 3, 2, 1, go!

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                    • 5
                      RoboMaus 09.10.2015, 22:18 Geändert 09.10.2015, 22:23

                      Geld, Einfluss, Macht, Frauen, und all das auszuleben - das ist es wohl, was den amerikanischen Traum repräsentiert.......und 'Citizen Kane'. Nur zwölf Jahre vor Erscheinen des Films kollabierte die Börse in den USA, was in der schlimmen Rezession der dreissiger Jahre mündete. Kein Wunder, dass dieses Werk den Amerikanern aus der Seele spricht und jahrzehntelang dort als bester Film aller Zeiten gewählt wurde.
                      Aufgehängt an der Recherche zum letzten Wort, das Kane auf dem Todesbett sprach, wird seine Geschichte in der Retrospektive aus Aufzeichnungen und Interviews erzählt: Wie er zu Reichtum kam, wie er sein Umfeld manipulierte, welche Rolle die Frauen dabei spielten, wie er letztlich sein Geld verprasste und einen goldenen Käfig baute, in dem er erkennen musste, dass Geld allein nicht glücklich macht. Das kann man interessant finden, oder auch nicht - mich konnte die Story nicht vom Hocker reissen. Sicher, von Orson Welles hervorragend gespielt und mit vielen starken Details in Szene gesetzt (dafür allein die 5 Punkte), aber der Plot ist weder spannend, noch witzig, noch bietet er irgendwelche Überraschungen. Es will mir einfach nicht gelingen, mich mit dem amerikanischen Traum zu identifizieren und Kane auf seinen Höhen und Tiefen zu folgen. Sein Schicksal interessiert mich genausowenig, wie ich Klatschzeitungen lesen oder mir ein Auto vor die Tür stellen würde, das ich nicht bezahlen kann.

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                      • 10

                        Hi Leute,

                        Orson Welles Citizen Kane gilt als eine der wichtigsten und besten Filme des Amerikanischen-Kinos. Er ist sogar besser platziert als Der Pate, Casablanca oder Einer Flog übers Kuckucknest!!

                        USA, es ist das Jahr 1941, Charles Foster Kane. Ein Mann hat es geschaft! Er hat ein Großteil, des aufstrebenden medialen und kommunikativen Machtapparats, bereits mit 27 Jahren zu seinem Eigen gemacht.

                        Charles Foster Kane, kann nun seine Realität und Interessen über die Kommunikationsmedien, auf die Bürger übertragen. Das es dabei sehr oft egoistisch und manipulativ zugeht, spielt dem Machtbesessenen, des geschickt aus dem Hintergrund agierenden neuen Schöpfer der Realität und auf dem Gipfel seines Ruhms, keine Rolle mehr.
                        Vergessen sind einst Slogan und Treueschwur: Stets ein moralisch und gerechter Journalist zu sein. Sein bester Freund und Stellvertreter aus Jugendtagen Jedediah Leland besinnt sich seiner moralischen Pflicht als Journalist: Das Recht und die Courage zu haben, das zu schreiben was nicht den Vorstellungen des Medien-Moguls entspricht. Den Konsequenzen bewusst, beweist Jedediah Leland Mut und Rückrat, das auszusagen was die anderen Duckmäuser nicht trauen. Und zwar das die neu inszenierte Opern-Starlette Susan Alexander, die auch gleichzeitig die Ehefrau vom Produzent Charles Foster Kane ist und als neues Opern-Starlette aufgehen soll. Und dabei von der Presse in einem leuchtenden Sternen-Licht dargestellt wird. Diese Medien-Farce ist nicht nur dem Starlette peinlich, sondern auch das kritische Opern-Publikum kann und will diesen Schwindel nicht wahrnehmen.
                        Schwer enttäuscht, quasi als Medien-Gott, erkennt Charles Foster Kane. Seine Realität in die Gesellschaft zu implementieren, ist ein schier unmögliches Unterfangen. Dabei trifft sein Ego (-Wahn) zum ersten mal auf universelle Gegenwehr, und zwar kein Mensch kann die Welt für die anderen nach seinem Abbild formen und auf Dauer beeinflussen. Alles falsche und nicht moralisch richtige trifft früher oder später auf die Mauer der Wahrheit.

                        Mein Fazit: Charles Foster Kane hatte als ein Kind ein schwere seelische Trennung erlitten. Schlitten “Rosebud“, ist des fehlende Bindeglied für seine geistige und moralische Entwicklungs-Resonanz.

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                        • 10

                          Was möchtest du sein? - Alles was Sie hassen.

                          Ich verspreche es, Mr. Bernstein. Aber Mr. Bernstein, Sie erwarten doch nicht, dass ich solche Versprechen einlöse, oder?

                          Er hat nie an etwas anderes geglaubt als an Charlie Kane, er hat immer nur an Charlie Kane geglaubt.

                          Er ist nun mal der Präsident und nicht du - Das ist ein Fehler, der demnächst korrigiert werden muss.

                          Die Leute werden denken, dass.... - Sie denken das was ich will.

                          Alles was er je gewollt hat war Liebe. Deswegen ging er in die Politik, damit er von noch mehr Leuten geliebt wird. Darum haben wir ihn verloren. Er konnte keine Liebe geben.

                          Dich interessiert außer dir gar nichts. Du sagst deinen Mitmenschen nur, dass du sie liebst, damit sie dich lieben und zwar nach deinen Bedingungen lieben. Das ist ein Spiel, das du nur akzeptierst wenn es nach deinen Regeln gespielt wird.

                          Es geht immer so weiter mit diesen Zitaten, die teils lustig, teils nachdenklich, teils voller unverblümter Selbstverliebtheit sind. Und schon sind Sie mir sympathisch, Mr. Kane. Ich bin Ihnen ins Netz gegangen und fasziniert und was Sie mir mit diesem Film gegeben haben ist mehr als ein Trinkgeld.

                          Ein Meisterwerk über einen Mann, der große Vorstellungen hat, zu großem Reichtum und Macht gelangt und genau daran vereinsamt. Alles was ihm noch bleibt, alles was sein Herz noch berührt ist die Erinnerung an "Rosebud".

                          Der Film setzte zu seiner Zeit neue Maßstabe und erfand das Genre neu. Der Einsatz der Maske, die den 25 Jahre alten Schauspieler nach und nach altern lässt, die Rückblenden, die Erzählstruktur, die Kameraführung...das ist Pionierarbeit.

                          Bester Film aller Zeiten? - Jawollja! Und jetzt versteh ich auch was es mit Mr. Burns Teddy auf sich hat. :))))

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                            Vor dem Film: okay "bester" Film aller Zeiten, zeig mir mal was du drauf hast!
                            -2 Stunden später-
                            Oh.. das hast du also drauf.

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                              Rosebud ist der Schlitten.

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                              • 9 .5

                                „Citizen Kane“ ist ohne Frage ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht. Orson Wells Biopic über den fiktiven Medienmagnaten Charles Foster Kane besticht in so ziemlich jeder Hinsicht und ist definitiv eine zeitlose Charakterstudie. Die Handlung fesselt über seine 114 Minuten durchweg, wird doch in Rückblenden das Leben von Kane aufgeschlüsselt und Puzzleteil für Puzzleteil zu einem großen Ganzen vereinigt, von seinem Aufstieg bis zu seinem Fall. Kane war ein Mann, der alles hatte und doch nichts. Reich war er, keine Frage. Doch kann man sich mit Reichtum Liebe oder Glückseligkeit kaufen?
                                Orson Wells hatte dabei als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller eine immense Last zu stemmen, die er jedoch bravourös meisterte. Er verkörpert den anfangs leichtsinnigen und sympathischen, später verbitterten und vom Leben gezeichneten Kane mit einer unglaublichen Intensität. Er schaffte es dabei, die Charaktere bis in die Nebenrollen hinein perfekt zu besetzen und ging bei den Dreharbeiten an die Grenzen des Möglichen (z.B. die Szene mit dem betrunkenen Leland). Lichteffekte, Kameraeinstellungen und Bildbearbeitung wirken dabei sehr gekonnt in Szene gesetzt und nach heutiger Erkenntnis mehr als innovativ.
                                Auch die Dialoge wirken stets glaubhaft, verstecken sich doch zwischen den Zeilen immer wieder kleine Anspielungen und Kritikpunkte an der amerikanischen Gesellschaftsstruktur und dem politischen System des Landes. Kapitalismus, der Umgang mit Idealen und die Frage, was eigentlich wirklich wichtig im Leben ist, definieren „CitizenKane“.

                                Wells Drama ist definitiv ein Film, den man als Filmfan gesehen haben muss, der in nahezu allen Punkten an die Schwellen der Perfektion heranreicht und dadurch nicht ohne Grund als einer der besten Filme aller Zeiten bezeichnet wird.

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                                  MarcelN44 31.05.2015, 17:51 Geändert 31.05.2015, 17:52

                                  Den in der Fachpresse gemeinhin als einen der besten Filme aller Zeiten verschrienen abendfüllenden Erstling von Orson Welles aus dem Jahre 1941 (heute noch Platz 67 der IMDb Top250), habe ich mir extra für den Start meiner eigenen Filmseite www.filmpara.de aufgehoben.

                                  Tiefenschärfe und Weitwinkelobjektiv, Plansequenzen und Erzählweise. Dinge, die damals revolutionär wären, fallen heute verständlicherweise nicht mehr derart auf. Zeitlos ist die Biografie über Aufstieg und Fall eines Medienmoguls und den Einfluss gelenkter Presse auf das Weltgeschehen dennoch, und letztlich auch aktueller denn je. Letztlich ist 'Rosebud' nebenbei wohl auch eines der ältesten/ersten Filmrätsel aller Zeiten. Alright!

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                                    „Das Meisterwerk, das einen amerikanischen Mythos zum Thema hat, ist längst selbst zu einem Mythos geworden.“

                                    – Metzlers Filmlexikon

                                    Ob es wirklich der Best Film aller Zeiten ist, das weiß ich nicht. Aber er gehört für mich auf alle Fälle unter die besten 5. Einer der besten Filme überhaupt, die vielen Details zB durch sein effektvolles Spiel mit Licht und Schatten (beispielsweise in der Bibliotheksszene) oder dass dass man das Gesicht des Reporters Jerry Thompson, der sich auf die Suche nach der Bedeutung des Wortes Rosebud begibt, kaum von vorne sieht, sind nur einige wenige von vielen, der Film steht Pate für viel Nachmacher, daher für mich ganz klar vorne dabei.

                                    Das American Film Institute listet Citizen Kane als den besten US-amerikanischen Film aller Zeiten. Auch das französische Filmmagazin Cahiers du cinéma listete Welles’ Film 2008 auf Platz 1 der besten Filme aller Zeiten.

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                                      Meine Freundesliste: 9, 9, 9, 10, 9, 10

                                      C-C-C-COMBO-BREAKER!!

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                                      • 9 .5

                                        in einer zeit, in der es cool geworden ist, klassikern ihren klassiker-status abzuerkennen, weil gute sachen gut finden ja "mitlaufen" bedeuten würde, bin ich immer noch der festen überzeugung, dass jeder der halt mal auch nur ansatzweise etwas vom filmemachen (MACHEN! nicht nur gucken!) versteht, hier schlicht und einfach n bisschen respekt zu haben hat. langer satz, i know, aber #truth undso.

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                                          Filmtechnisch bis ins letzte Detail raffiniert gemacht, langweilt dieser Film fast über die gesamte Dauer. Der Figur des Charles Foster Kane als Archetyp der damaligen Medienlandschaft konnte man in ihrer Zeit vielleicht noch etwas abgewinnen.

                                          Heute - über 70 Jahre später - sehe ich diesen Film und denke mir: was mit Kane geschieht, ist mir völlig egal. Es berührt mich nicht, es lässt mich alles kalt.

                                          Das lässt mich allerdings aufhorchen. Ist der Film tatsächlich so modern, dass der Plot Nebensache wird, wir aber Zeuge eines cineastischen Budenzaubers werden?

                                          Drei Punkte.

                                          Hätte Orson Welles doch eine tolle Geschichte erzählt.

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                                            Natürlich ist der Film für heutige Sehgewohnheiten ungewohnt, aber: Erzählstruktur und Filmtechnik war für damalige Verhältnisse völlig neu. Das Ende ist brilliant und sicherlich eines der besten der Filmgeschichte, da es auf einen Schlag alles erklärt.

                                            • 7

                                              Dies ist also "Der beste Film aller Zeiten", oder doch Vertigo? Ich will von diesem dummen Prädikat mal weggehen, da dies für mich nicht möglich ist. Für mich ist Citizen Kane das definitiv nicht. Klar war er damals revolutionär und hat für viele Filme heute den Weg geebnet. Wäre schwachsinnig das abzustreiten. Aber ein Film, der dieses Prädikat eventuell verdient haben soll, sollte für mich auch Zeitlos sein und nicht nur aus Technik bestehen. Der Grund warum Avatar in 20 Jahren keine Sau mehr interessieren wird. Ich will nicht sagen, dass der Film inhaltlich schwach ist, (und der Vergleich zu dem Avatarschund hinkt natürlich gewaltig) aber hier merkt man dann doch das Alter deutlich an. Etwas was ich von Vertigo zum Beispiel nicht sagen kann.

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                                                Martin Canine 15.02.2015, 23:56 Geändert 16.02.2015, 07:33

                                                Es beginnt alles mit einem Wort.

                                                Spätestens bei der zweiten Sichtung von "Citizen Kane" fällt auf, dass in den ersten 10 Minuten Charles Foster Kanes komplette Geschichte erzählt wird - und somit alles, was in den nächsten 100 Minuten Film passieren wird.
                                                Wir erfahren vom Aufstieg als Verleger einer frischen und unorthodoxen Zeitung, die zu einem Imperium aufsteigt, seiner gescheiterten Politikerkarriere inklusive Skandal, seinen zwei ebenso gescheiterten Ehen, dem erbauten Opernhaus und dem schlossähnlichen Anwesen Xanadu mit all seinen Sammlungen, und seinem Tod.
                                                Doch etwas ganz Entscheidendes fehlt: Charles Foster Kane.
                                                Wir können das Leben einer Person zur Gänze kennen, und wissen doch nichts über die Person an sich.
                                                Kennen wir ihr Verhalten? Ihre Gedanken? Ihre Gefühle? Oder doch nur ihr Schaffen?
                                                Man könnte meinen, "Citizen Kane" handle vom Leben eines Medienmoguls, aber tatsächlich ist er ein Mosaik aus Lebensabschnitten, aus der Sicht jeweils anwesender Personen.
                                                Die Rahmenhandlung für diese als Rückblenden erzählten Lebensfragmente, die zusammengesetzt tatsächlich einer Biografie ähneln, ist ein Journalist, der durch Befragung von Kanes ehemaligen Freunden und Beziehungen recherchiert, welche Bedeutung das letzte gesprochene Wort dieses Mannes besitzt: "Rosebud".

                                                "Citizen Kane" gilt für viele Kritiker und auch Filmfans als nicht weniger als der beste Film, der je gedreht wurde. Und die Chancen stehen gut, dass er diesen Titel zurecht trägt. Ich habe den Film schon unzählige Male gesehen und bin, salopp gesagt, begeistert. Bereits die Bilder, die von Xanadu gleich zu Beginn gezeigt werden, können stellvertretend für das sich durch den gesamten Film ziehende Zusammenspiel von cineastischer Perfektion, Handlung und Bedeutung stehen: eine Totenstille und Einsamkeit durchdringt ein übergroßes, luxuriöses, und pervers teuer aussehendes Mammutbauwerk. Je besser man den Film mit all seinen dunkelsten Winkeln kennt, desto häufiger wird man bei einigen zunächst belanglos erscheinenden Bildern eine tiefere Bedeutung sehen. Die Kunst hierbei ist, dass "Citizen Kane" unergründlich und endlos ergibig ist.
                                                Der Film ist essenziell, als Film und Parabel, in der Geschichte verankert.

                                                Auch, wenn es das Schicksal mit Orson Welles' Mammutprojekt zunächt nicht gut meinte.
                                                Welles schrieb das Drehbuch, führte Regie und spielte die Hauptrolle. Fast am Wichtigsten jedoch: er produzierte ihn.
                                                "Citizen Kane" IST Orson Welles, in jedem Satz, jeder Minute und jeder Einstellung.
                                                Doch er sollte auch sein filmisches Todesurteil sein.
                                                Der Medienriese William Hearst, der wohl Vorbild für die Titelfigur Kane stand, hetzte aktiv gegen den Film, und die Bevölkerung stieg darauf ein.
                                                Am Ende fiel "Citizen Kane" beim Publikum durch, wurde bei der Oscarverleihung gar ausgebuht und stellte einen finanziellen Misserfolg dar.
                                                Zwar durfte Welles weiterhin Filme drehen, sowohl vor, als auch hinter der Kamera, künstlerische Freiheiten wie Produktion blieben jedoch aus, und seine Werke wurden nicht selten umgeschnitten und ihrer Essenz beraubt.
                                                Mittlerweile ist der Kultstatus Gott sei Dank so groß, dass man nachträglich versuchte, aus dem Originalfilmmaterial Welles' Visionen weitgehend zu realisieren (z.B. bei 'Im Zeichen des Bösen').
                                                Man hat über die Jahre erkannt, wie groß sein Talent und seine Intelligenz war.

                                                "Citizen Kane" ist auch einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Er war es schon nach der ersten Sichtung, als ich gerade erst begonnen habe, mich für Film zu interessieren, und er ist es einige Sichtungen und unzählige Streifen später immer noch.
                                                Dieses Wort, Rosebud. Wir, die Zuschauer, erfahren, was es bedeutet. Das sagt uns der Film. Einen Reim darauf müssen wir uns selber machen. Und wenn wir Herz haben und Charles Foster Kane nicht als fiktionale Filmfigur, sondern als lebende, fühlende Person betrachten, sollte das auch kein Problem sein.

                                                Kann man sagen, dass wir das Leben von Kane kennen?
                                                Wir sehen Ausschnitte daraus. Ein mancher möchte vielleicht sagen, die wichtigsten.
                                                Aber stimmt das?
                                                Wir bekommen wie unser Journalist genau das erzählt, was andere in ihm gesehen haben (eine bestimmte Stelle ist sogar zeitversetzt und aus unterschiedlichen Perspektiven in zwei Rückblenden zu sehen), wobei der Schein einer einzigen Biografie entsteht.
                                                Kane ist einmal ein rebellischer und ungestümer junger Millionär voller Ambitionen, dann ein brillanter und herrlich unkonventioneller Schreiber, dann ein Magnat, dann ein zu ehrgeiziger Politiker, dann ein rücksichtsloser Ehemann, dann ein rücksichtsloser Freund und noch einmal ein rücksichtsloser Ehemann. Aber keiner der Aussagenden scheint ihn zu hassen. Auch keiner zu lieben. Mitleid scheint sich eher breitzumachen. Es bleibt immer die Frage: Wer war Charles Foster Kane wirklich?
                                                Und fast noch wichtiger: wer war er nicht?
                                                Während der Recherche rückt die Frage nach Rosebud immer weiter weg... und wird gerade dadurch unbewusst zentraler.

                                                "Ich denke, ein Wort kann nicht ein ganzes Leben erklären", sagt unser Journalist unter Anderen in seinem essenziellen Schlussmonolog, nachdem er auf der Suche nach dem Wort 'Rosebud' wohl mehr über Kane erfahren, als jeder, den er befragt hatte. Aber er wird ihn nie kennen.
                                                Nicht so wie die, die bei ihm waren. Mit ihm sprachen. Mit ihm lebten. Und auch die werden ihn nie zur Gänze kennen, lediglich einen Teil von ihm.
                                                Kann "Citizen Kane" ein Leben erklären? Nein.
                                                Aber er kann es uns näherbringen.

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                                                  TARS-92 17.01.2015, 19:17 Geändert 17.01.2015, 19:22

                                                  Es ist unfassbar was Orson-Welles im jungen Alter von nur 27 (!!!)Jahren da auf die Beine gestellt hat: Ein Film der stilprägend ist, in Sachen Inzenierung, Narrative, Schnitt- und Kameratechnik . Obendrein stellt er selbst den Medienkönig Charlie Kane in fast allen Altersstufen dar, unterstützt von einer bemerkenswerten Maske.
                                                  Das damalige Presseecho und die wenigen Auszeichungen sind ein gutes Beispiel dass sich die wahre Größe eines Werkes sich erst nach längerer Zeit offenbart.

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                                                    Nun ja, mir ist bekannt, dass dieser Film vielerseits als bester Film aller Zeiten angesehen
                                                    wird, wobei ich denke, dass dies übertrieben ist. Ganz offen gestanden ... ich fand ihn langweilig und langatmig, ich denke, dass im Verlauf der Filmgeschichte schon bessere
                                                    Filme entstanden sind. Aber gut, das darf jeder für sich entscheiden.

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