Citizen Kane - Kritik

US 1941 Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.09.2007

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Kritiken (5) — Film: Citizen Kane

Kaltduscher: MoviezKult.de

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7.0Sehenswert

Kein anderes Werk außer Francis Ford Coppola’s Der Pate taucht so regelmäßig in internationalen Listen auf, die den besten Film aller Zeiten suchen, wie Citizen Kane. Von Amerika bis Europa, von Asien bis Australien gilt das Gesellschaftsdrama von Orson Welles als zeitloser Klassiker, was schon erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der Film mittlerweile 67 Jahre auf dem Buckel hat. Dementsprechend waren meine Erwartungen enorm. Enttäuscht wurde ich nicht, auch wenn ich Citizen Kane den Status als Meisterwerk absprechen würde.

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Kubrick_obscura: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

Ein riesiger Film!

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Der Cinephile: Der Cineasten-Blog Der Cinephile: Der Cineasten-Blog

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10.0Lieblingsfilm

Der beste Film aller Zeiten? Ja, tatsächlich.
Orson Welles auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Ein zeitloses Porträt über eine menschliche Selbstzerstörung, technisch perfekt, mit einer handwerklichen Kunstfertigkeit, die danach nur noch Kubrick erreichte (und vielleicht Spielberg in seinen besten Filmen). Es schadet auch nicht, das Welles als Kane vor allem sich selbst spielt.
Einziger Kritikpunkt: der wahrscheinlich größte Filmfehler aller Zeiten! Wenn Kane allein starb, wer hat dann seine letzten Worte gehört?

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popondre

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Kein Filmfehler. Der Butler erwähnt gegen Ende des Films, er habe zweimal Rosebud aus Kanes Mund gehört...Das letzte Mal als er eine Glaskugel aus seiner Hand hat fallen lassen....


Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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10.0Herausragend

Mit dem Jonglieren der Ebenen läutete der erst 25-jährige Regisseur Orson Welles ein neues Filmzeitalter ein. Berühmt wurde der Film auch für nie zuvor gesehene Schnitte, bizarre Kamerawinkel und verblüffende Tiefenschärfen. Nichts davon hatte der Autodidakt Welles selbst erfunden. Doch er schuf ein Kunstwerk, das bis heute fasziniert.

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plomlompom: Filmblogs

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10.0Lieblingsfilm

"James" Foster Kane? Aua. Das muss natürlich "Charles" heißen. Ansonsten, well, halt ein Kompendium des Kinos, das Werk, oder doch zumindest aller Techniken und Erzählweisen, die Hollywood zu seiner Höchstzeit halt so beherrschte, und zugleich inhaltlich eine große Amerika-Erzählung. Hier drunter ein Link zu einem längeren Text von mir über den problematischen Status des Werks als Überkanon.

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Kommentare (111) — Film: Citizen Kane


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MrKatsumi

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Bewertung9.0Herausragend

35mm, OV - alles andere ist auch irgendwie eine Farce bei solch einem Film.
Besonders (und das mit Nachdruck) beeindruckend für die Zeit in der er gedreht wurde. Einfach überragend wie Welles, und das Team Filmschaffender um Ihn, damals schon wusste wie sie bestimmte Szenen realisierten können. Für die Vierziger einfach unglaublich reif und seiner Zeit voraus!

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MrKatsumi

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Es waren so gut wie nur 40+ Leute im Kino, wirklich traurig. KEINER meiner Freunde kannte Citizen Kane. Mal wieder allein ins Kino, was solls..


Suki93

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Ohja, wunderbarer Film mit fantastischer Kameraführung wie ich finde! Wer den Film nicht kennt, hat was Großes verpennt...


heikschn

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Bewertung7.0Sehenswert

Mit alten Schinken kann ich in der Regel nichts anfangen. Citizen Kane gefällt mir soweit am besten. Die uralte Optik stört auch hier. Aber bei Citizen Kane reißt das gute Drehbuch viel heraus. Biografische Filme liegen mir normalerweise nicht so. Dieser hier ist interessant. Die Annäherung an den Hauptcharakter aus verschiedenen Blickwinkeln ist klasse. Die schrittweise Demontage des Übermenschen Kane ist toll umgesetzt.

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Acry

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Klassiker muss zeitlos sein und genau das ist Citizen Kane. Wie Reichtum einsam macht, Medien Leben zerstören oder der American Dream zum Nightmare wird, ist heutzutage noch genauso aktuell wie damals in den 40er Jahren.
Neben der filmisch wirklich beeindruckenden Inszenierung und der intelligenten Erzählweise ist besonders Welles' Darstellung des charismatischen, rücksichtslosen, idealistischen und innerlich zerrissenen Kanes ein definitiver Grund, sich diesen Film anzuschauen.
Meine zukünftigen Schüler dürfen sich schon mal auf Citizen Kane als Pflichtprogramm zum American Dream freuen - das werde ich durchsetzen, egal wie voll der Lehrplan ist hehe

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Raven.13

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film ist wie ein Puzzle und am Ende muss man feststellen das ein ganz anderers Bild rauskommt.

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Stevie Wonder

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Bewertung9.5Herausragend

Was willst du im Leben? Geld? Macht? Liebe? Oder alles drei zusammen?
Braucht man Geld und Macht um glücklich zu werden?

Mit diesem Thema setzt sich der Film „Citizen Kane“ auseinander.

Wir befinden uns im Amerika der 20er Jahre: Charles Foster Kane ist einer der reichsten Männer der Welt und besitzt haufenweise Zeitungen und Radiostationen. Er ist weltbekannt, doch stirbt trotzdessen alleine in seinem Schloss Xanadu. Ein Journalist beginnt das Rätsel um sein letztes Wort „Rosebud“ zu lüften.

Charles Foster Kane: Er hat alles was man sich vorstellen kann und man könnte meinen, er müsste glücklich sein. Doch er stirbt unglücklich und ganz alleine in seinem Schloss, das bis oben hin mit Statuen und anderen Sammlerstücken vollgepackt ist. Warum ist er nicht glücklich? Er hat doch alles?
Kane strebt nach Macht, die er durch die Zeitung erlangt. Geld bedeutet ihm nicht viel. Er will von allen geliebt werden, doch er liebt nur sich.

Mr. Thatcher: Er ist Kanes Vormund und kümmert sich um ihn seit dem Kindesalter. Er regelt die finanziellen Geschäfte in Kanes Namen, die ihm im Alter von 25 Jahren überschrieben werden. Mr. Thatcher ist Banker und strebt nach Geld. Sein Weg zum Glück ist Geld. Doch macht dies glücklich?

-"Was möchtest du sein"? (Mr. Thatcher)
-"Alles was sie hassen!" (Charles Foster Kane)

Bernstein: Er kennt Kane sein ganzes Leben lang und unterstützt ihn auch auf seinen Weg. Er ist Mitarbeiter bei Kanes Zeitung.

„Es ist keine Kunst Geld zu machen, wenn man nichts anderes will als Geld zu machen.“ – Bernstein

Ein Film über die Suche nach dem Glück, nach dem Sinn des Lebens. Ein wohl immer aktuelles Thema das 1941 in einem Film von Orson Welles aufgegriffen wird und in eine perfekt umgesetzte Geschichte gepackt wird. Mit atemberaubenden Kamerafahrten, die in manch teuren Filmen des 21. Jahrhunderts nicht vorkommen.

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christian.witte.1987

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Bewertung9.0Herausragend

Selten ein so erfrischendes, unbeschwert energetisches und erzähltechnisch/optisch-hochwertiges, wegweisendes Biopic gesehen. Ein Musterbeispiel für zeitlose Filmkunst.

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IheartMovies

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

9. Klasse, Musikunterricht. Meine beste Freundin und ich rufen die Wikipedia-Seite von Citizen Kane auf, weil wir mehr über die Erzähltechnik und den Ton in Erfahrung bringen sollen. Wir überfliegen die Kurzbeschreibung des Films und stoßen auf das so ziemlich wichtigste Wort der Filmgeschichte. Rosebud. Wie das eben so ist, packt uns die Neugier und wir lassen uns von Wikipedia verraten, wer oder was Rosebud ist - eine Antwort, die uns noch neugieriger auf den Film macht, als ohnehin schon, weil wir, ohne ihn gesehen zu haben, Rosebud nicht verstehen können. Ungefähr vier Jahre später: Für mich ist der Zeitpunkt gekommen, Citizen Kane zu sehen. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso ich nicht früher in die schwarzweiße Welt des Charles Kane eingetaucht bin - aber vermutlich wäre ich zu jung, und was das Filmverständnis betrifft, zu unerfahren gewesen, um ihn voll und ganz wertschätzen zu können. Vier Jahre später, und wie es das Langzeitgedächtnis so will, hatte ich noch immer nicht vergessen, worum es sich bei Rosebud handelt. So ist das doch immer: Wenn man etwas vergessen will, brennt es sich in den Kopf wie eine hartnäckige Narbe, aber sobald man etwas behalten muss, wie den Inhalt der Lernzettel für das Biologieabitur, weiß mein nach einer Folge Spongebob nicht mehr, was man eigentlich gelernt hat (Witzig finde ich gerade, dass mein Korrekturprogramm Spongebob kennt, aber Rosebud nicht :P).
So wusste ich also, was Rosebud ist.
Kennst du das, wenn du so sehr nach einer Antwort suchst, dass du alles andere ausblendest? So wäre es mir ergangen, hätte ich NICHT gewusst, worum es sich bei Rosebud handelt. Auf diese Weise war das Filmvergnügen ein ganz anderes.
"Citizen Kane" ist viel mehr als Rosebud. Der Film ist die schmerzhafte Geschichte eines Mannes, den ich als Zuschauer nicht lieben, aber auch nicht hassen kann. Kanes Angst, jemanden oder etwas zu verlieren, verleitet ihn dazu, alles zu verlieren. In seiner Einsamkeit umgibt er sich mit Menschen, mit Statuen und Palästen, welche die Kluft in seinem Herzen, die ihm bereits am Anfang seiner Geschichte zugefügt wurde, nicht schließen können. Es gibt nur eine Person in seinem Leben, die alles für ihn erträglicher hätte machen können, doch diese ist lange fort. Die einzige Person, die er je richtig geliebt hat, weil er die Liebe zu den Menschen, die später in sein Leben treten, nicht zulassen kann. Nicht einmal sein Geld kann er lieben, im Gegenteil, er hasst es. Es wäre interessant, zu wissen, wie sein Leben ohne es verlaufen wäre.
Auch viele Jahre später, ist "Citizen Kane" ein filmtechnisches Meisterwerk bis zur letzten Sekunde, in der sich der Kreis wieder schließt und man aus dem Palast wieder ausgesperrt wird. Die Kameraführung, die Schnitte, die Erzähltechnik. Vollendete Perfektion.
Ich will gar nicht so viel erzählen, weil hier bereits so viel gesagt wurde, was den Film hervorragend beschreibt, aber falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, sucht euch einen passenden Augenblick dafür aus. Zwingt euch den Film nicht auf - seht ihn mit Geduld und Aufmerksamkeit.
Meine beste Freundin ist mir übrigens noch immer sehr wichtig, obwohl sie heute immerhin ungefähr 240 Kilometer von mir entfernt wohnt. Und wenn sie mich besuchen kommt, werde ich mir "Citizen Kane" mit ihr ansehen. Ich hoffe, er gefällt ihr genauso wie mir. Schließlich verbindet uns das wichtigste Wort der Filmgeschichte noch immer.

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sebastianxxx

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich halte "Citizen Kane" für überbewertet - vor allem stört mich die mangelnde emotionale Tiefe

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Brentano

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Könnte man so sagen und schreiben aber wiederum wäre dazu eine detaillierte Argumentation hilfreich, "Emotionen" gibt es doch "fett" imFilm, besonders am Schluss, "Sniff" Rosebud, also?


uncut123

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Bewertung7.0Sehenswert

die geschichte war sehr intressant dargeboten worden und die auflösung des films fand ich auch gelungen...ABER es wurde nicht diese wirkung auf mich hinterlassen die ich erhoffte...

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Tom S. Jaeger

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Bewertung9.5Herausragend

Ich glaube es wurde alles gesagt zu Citizen Kane in den letzten 70 jahren. Aber scheiße... ist der gut. Die Machart überzeugt mich vollendst. Wer Filme liebt muss Citizen kane mögen. Wer Film-Noir liebt - der muss Citizen Kane lieben. Ein meisterstück das Techniken benutzt, deren Anwendung 80% der Filmemacher heute noch nicht verstanden haben (Schnitt, Kontrast, Szenenbild usw.) Ein Film weit weit weit seiner Zeit vorraus.

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Andy Dufresne

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Absolut richtig!


ProfessorDauti

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich möchte nicht bestreiten, dass "Citizen Kane" ein bedeutender Teil der Filmgeschichte ist. Alles schön und gut. Eine so simple Handlung genügt aber bei weitem nicht, um mich knappe zwei Stunden vor dem Fernseher zu fesseln. Das ist mir dann doch etwas zu trocken. Fazit: Sehr enttäuschend.

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Tom S. Jaeger

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schähm dich! Wegen kulturbanausen wie dir bekommt der Film ein ranking was unter dem schlechter Columbo Episoden liegt. Schähm dich!


kaching3007

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Schäm dich, denn schämen schreibt man ohne h. ;)


dinev

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Bewertung6.5Ganz gut

-ist Citizen Kane ein Klassiker der Filmgeschichte? Sicherlich.
-hat er Pionierarbeit geleistet und somit Generationen von Filmemachern beeinflusst? Ganz bestimmt.

-doch kann sich der Film auch mit der heutigen Konkurrenz noch auf Augenhöhe messen?
Ganz klar nein.Dazu fehlen dann einfach zu viele Elemente und Stilmittel der Filmgestaltung die in den letzten 70 Jahren entwickelt wurden.Es gibt bei diesem Film absolut nichts was man nicht auch in moderneren Filmen schon besser umgesetzt gesehen hätte.Daher kann ich diesen,von Hipstertum geprägten Hype auch kaum nachvollziehen...im Jahre 1941 ist Citizen Kane ohne Frage eine 10/10...doch mittlerweile haben wir es halt schon 2012...und um weiterhin objektiv zu bewerten muss man eben bei allen Filmen den selben Maßstab anlegen und kann somit auch keine Nostalgie-Bonuspunkte vergeben...somit bleibt unterm Strich immer noch eine gute,aber keinesfalls eine solch überragende Bewertung wie sie hier von manchen zu lesen ist

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dinev

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so ich geb mir mal die Mühe und schreib hier nochmal:
Was haben also modernere Filme diesem Klassiker vorraus?
Fangen wir mal an mit Farbe:Rot,Grün,Blau und so...is besser als nur Schwarzweiss digger.
Die Charakterentwicklung ist dürftig für ein oft betiteltes Meisterwerk,ebenso die Story,die einem weder emotional mitreist,noch Spannung aufbaut,noch durch Unvorhersehbarkeiten zu überzeugen weiß (diese ganze Rosebud-Geschichte ist doch ohnehin ein Witz.Heutzutage würde man sowas "lazy writing" nennen).Es schleppt sich alles so dahin bis es dann schließlich endet.Es fehlt einfach an einem bedeutungsvolle,zentralen Konflikten der die Story vorranbringt.Die Rosebud-Story wird dazu verwendet den Film größer darzustellen als er ist:Man spielt mit der Hoffnung auf etwas geheimnisvolles,mysteriöses,unerwartetes...und bekommt dann mit dem letzten Schnitt einen Schlitten vorgesetzt.Es ist nur ein Vorwand um die Leute hoffen zu lassen,dass sich der Film eben irgendwann doch noch aus der Belanglosigkeit einer Charakter-Biografie herauszuwinden weiß...viele hofften vergeblich.

Naja ist jetzt auch wieder ne Weile seit ich den Film gesehen hab,aber die Kernpunkte müssten so stimmen.Die Aussage über "Elemente und Stilmittel" ist sicherlich unglücklich formuliert und meint eigentlich auch nicht wirklich das, was ich dem Film "vorwerfe"...nunja...ich werfe dem Film eigentlich überhaupt nichts vor...es ist ein toller Film im Jahre 41 und es ist ein toller Film im Jahre 2012!
Aber ist es wirklich der beste Film aller Zeiten (symbolisch "bester" Film)? Ist er das wirklich? ist Citizen Kane von Orson Welles aus dem Jahre 1941 wirklich soviel großartiger als alles was danach kam,auch im direkten Vergleich,ohne Nostalgie- oder Pionierbonus?
Ich sage nein...der Film wird nur so hoch bewertet,weil es von uns erwartet wird,den Film toll zu finden.Dadurch dass dieser Film von "Experten" so gut bewertet wird, fühlen wir uns automatisch dazu verpflichtet den Film ebenfalls toll zu finden,um uns nicht automatisch als "Kulturbanausen" im sozialen Umfeld zu disqualifizieren.Ich vergleiche den Film mit einer Schullektüre der klassischen Literatur: Im Inneren findet es eigentlich jeder doof,aber nach außen hin gibt man sich natürlich als Literaturkritiker der ersten Stunde,und brüstet sich damit das Buch gelesen zu haben,um sich im sozialen Ranking Pluspunkte zu verdienen.
Nun ich sage nicht dass es keine Leute gibt,die in Citizen Kane das absolute Nonplusultra sehen,aber ich wage es einfach mal die These aufzustellen,dass sich die meisten der sozialen Konventionen beugen und den Film nur so toll finden weil es von ihnen erwartet wird.Für viele ist Selbstdarstellung eben doch das wichtigste aller Stilmittel....
Meine Kritik ist also im weitesten Sinne keine Kritik am Film,sondern viel mehr an der Gesellschaft


Lagomorph

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Hui, Hut ab. DAS ist ein Kommentar unter den ich mein gefällt mir setzen würde, den Punkt mit der Farbe ignorier ich jetzt mal gepflegt. ;)

Nein, im Ernst: Ich denke du hast vollkommen recht. Ich hab Citizen Kane auch eine 9.5 gegeben, und das "man will ja nicht als Banause dastehen spielt wenn man mal ganz ehrlich zu sich selbst ist auf jeden Fall eine Rolle. Aber es gibt für mich einen Punkt der das dann doch eben wieder rechtfertigt: Citizen Kane ist meiner Meinung nach für einen Film aus dem Jahr 1941 unglaublich gut gealtert und wie du sagst, eben 2012 immer noch ein richtig richtig guter Film. Mit über 70 noch so fit aussehen schaffen nicht viele.
Welles hat auf vielen Gebieten Pionierarbeit geleistet und das sollte man auf jeden Fall würdigen.

Trotzdem: Interessantes Thema zur Diskussion, formulier das mal weiter aus und du hast einen guten Beitrag für die Speakers Corner.


sebastian.boehler

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Bewertung9.0Herausragend

"Rosebud"
Das letzte Wort im Leben von Charles Foster Kane,
Und das erste Wort eines außergewöhnlichen und zeitlosen Klassikers.

Fast eine Ewigkeit habe ich gebraucht, um mir endlich die Zeit für "Citizen Kane" zu nehmen, welcher schließlich für lange Zeit als bester Film aller Zeiten galt.
Nie war der Moment geeignet, um mich solch einem Streifen hingeben zu können und so hatten andere Filme immer Vorrang.
Heute jedoch sollte der Tag sein, an dem ich mir "Citizen Kane" endlich zu Gemüte führen würde.

Nun verbrachte ich also zwei Stunden vor einem schwarz-weiß flimmernden Fernsehbildschirm.
Ich kann mit voller Sicherheit sagen, dass sich die vergangenen zwei Stunden gelohnt haben und ich mich jetzt - nach der Sichtung dieses Meisterwerkes - als Cineast einfach besser fühle, weil es eine Schande gewesen wäre, diesen Film noch weiter hinauszuzögern.

"Citizen Kane" beginnt - nach dem Tod von Kane, einem (anfangs) ziemlich erfolgreichen Zeitungsmagnaten - mit einer Zusammenfassung wichtiger Ereignisse in Kanes Leben, welche sich als Kurzfilm in einer Probeaufführung entpuppt.
Der Reporter Thompson wird beauftragt, mehr darüber herauszufinden, womit nun also die lange Suche nach dem wahren Leben von Charles Foster Kane, nach der Antwort auf die Frage, wer er wirklich war, was er liebte und was er hasste in seinem Leben, und vorallem die Suche nach dem Sinn und nach der Bedeutung des Wortes "Rosebud", welches Kane angeblich schon des Öfteren zu verwenden vermochte, beginnt.
Dieser Mann war ein Geheimnis. Er ließ nichts und niemanden richtig an sich und seine Gefühle ran. Symbolisiert wird diese Sperre, die er sich gewissermaßen aufbaute und somit sentimentale Beziehungen verhinderte, durch das am Anfang und am Ende des Films gezeigte "No Trespassing"-Schild.

Thompson begibt sich durch Charles Kanes Vergangenheit bzw. zu vielen seiner früheren Bezugspersonen und mithilfe von vielen Rückblicken werden dem Zuschauer Einblicke in Kanes Leben - sowohl als Erwachsener, als auch als Kind - ermöglicht.
Das Leben dieses Mannes scheint eine Art Puzzle zu sein, welches im Laufe des Films nach und nach zusammengefügt wird. (Diese Metapher lässt sich auf das Hobby seiner zweiten Frau, Susan, übertragen.)
Anfangs hat man noch alle Puzzleteile verteilt auf dem Tisch liegen.
Doch dann erfährt man etwas über Kanes Kindheit, wodurch sich ein grober Rand des Puzzles bildet. Man erfährt von seinem Aufstieg zu überaus großem Erfolg, bzw. wie dieser überhaupt erst ermöglicht wurde. Und man findet heraus, wie und unter welchen Umständen er gelebt hat, welche Beziehungen er geführt hat und wieso sein Erfolg und sein Ansehen im Endeffekt wieder gesunken waren.
Nachdem man schließlich das Puzzle langsam von außen nach innen gelöst hat, stellt man entsetzt fest, dass ein Stück, das Mittelstück, fehlt.
Jenes Mittelstück, nach welchem man sich während des gesamten Filmes schon die ganze Zeit sehnte, ist also einfach nicht vorhanden und will vom Puzzlespieler - in diesem Fall Thompson - wohl auch nicht mehr gefunden werden.

"Mr. Kane war einer von denen, die alles bekommen haben, was sie wollten, und die alles verloren. Entweder ist 'Rosebud' etwas, was er nicht bekommen hat, oder was er verloren hat. Aber ich glaube nicht, dass das alles erklären würde. Ich bin nicht der Meinung, dass ein Wort ein ganzes Leben erklären kann.
Ich glaube, 'Rosebud' ist bloß ein Stein aus einem Puzzlespiel.
Ein verloren gegangener Stein."

[SPOILER]
Nachdem Thompson und die anderen aus dem Lager von Kanes Gütern und Erinnerungsstücken verschwinden, sieht man, wie einige dieser Dinge in einen Verbrennungsofen geworfen werden.
Eines dieser Dinge trägt die Aufschrift "Rosebud".
Es handelt sich hierbei um den Schlitten, mit dem man Kane in den Kindheits-Rückblicken sieht.
Und vorallem handelt es sich hierbei um die tiefere Bedeutung des Wortes "Rosebud".
Es bezieht sich auf seine frühen Erinnerungen, auf seine schönen und liebevollen Erinnerungen an das Familienleben mit seinen Eltern, an das Leben, das er führte, bevor er - ohne zu wissen, weshalb - einfach fortgehen und ohne seine Familie leben musste, eine Tat, die ihn zutiefst verletzt hat und worauf auch jede seiner sowohl guten als auch tyrannischen Handlungen für den Rest seines Lebens zurückzuführen sein würden.
Kane - welcher im Übrigen innerlich immer ein Kind geblieben ist - hegte stets tiefe Gefühle an diese für ihn noch unbeschwerte Zeit und große Erinnerungen galten seinem Schlitten, welcher nach seiner Abreise bei seinen Eltern blieb. Seine einzige Verbindung zu dieser Zeit, die in den Rückblicken nur im Schnee zu sehen war, war eine Schneekugel, die er am Anfang des Films nach seinem letzten Wort fallen lässt.
Somit ist das Puzzle gelöst.
[SPOILER ENDE]

Mit "Citizen Kane" ist Orson Welles ein außerordentlich schönes Filmdrama gelungen, welches mit seiner exzellenten Handlung meiner Meinung nach Maßstäbe gesetzt hat.
Meine Freunde würden sich diesen "Schrott" nicht ansehen, da Schwarz-Weiß-Filme ja nun mal schlecht und schlichtweg sche*ße sind.
Allerdings zeigt dieser Streifen dadurch nichts geringeres als dass es seiner Handlung bzw. seiner Narration, seinen Charakteren und seiner Tiefe einfach an nichts fehlt!
Immerhin ist hier von einem Film die Rede, der vier Jahrzehnte lang den Titel des besten Films der Welt trug.
Und da ich nicht enttäuscht wurde, konnte ich einfach nichts anderes als 10.0 Punkte vergeben.
(Dieser ist übrigens auch der erste Film, dem ich hier - abgesehen von meinen Lieblingsfilmen - die 10.0 gegeben habe!)
Es mag Filme geben, die für den einen spannender sind.
Es mag auch Filme geben, die womöglich interessanter sind.
Aber nichts desto trotz ist "Citizen Kane" ein Meisterwerk.

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TheBruceWayne

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Ich glaube ich bin echt Kulturbanause weil ich dem nur 7,5 Punkte gab ...


sebastian.boehler

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10.0 ist auch wirklich arg viel. Die Prognose für die Zweitsichtung zeigt wohl eine Abwertung.
Ich war bei der Bewertung ziemlich leichtsinnig und großzügig. Ich dachte mir "Der galt also sehr lange als der beste Film aller Zeiten... Ich fand ihn klasse... dann nehmen wir halt mal die 10. ;)" ... ^^
Beim nächsten Mal werde ich ihn so bewerten, wie ich jeden anderen Film auch bewerte. :)


Andy Dufresne

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Bewertung10.0Herausragend

-"Was möchtest du sein"?
-"Alles was sie hassen!"

Ist "Citizen Kane" der beste Film aller Zeiten?

Falls dem so wäre/ist, es gäbe gewichtige Gründe dafür, eine ganze Menge Gründe...

Alles beginnt damit das der Film 1941 gedreht wurde.

Dieser Film hatte kaum Vorbilder, kaum Vorreiter, er konnte an sehr wenig anknüpfen.
Er betrat ziemliches Neuland was die komplexe Kameraarbeit, die Montage, die Umsetzung eines Drehbuches, welches mit Zeitsprüngen und Besonderheiten nur so gespickt war, betrifft und auch die Maske , die aus dem damals 25-jährigen Welles einen alten, gebrochenen Mann machen musste und der dies mehr als überragend gelang.
Vor 70 Jahren war alles ein Probieren, ein Austesten.
Und Welles wollte alles und noch mehr.
Und er schaffte es.

Wie die Stimme aus dem Off am Anfang verkündet:
"Xanadu, von 100.000 Bäumen umgeben, errichtet auf einem Berg aus 20.000 Tonnen Marmor.
Mit dem größten Privatzoo der Welt.
Alles Getier der Lüfte, der Erde,des Wassers ist hier vertreten, wie auf der Arche Noah..."

In etwa eine Arche Noah wollte Welles wohl auch erschaffen, etwas das schlicht alles beinhaltet, beherbergt, von unvorstellbarer, ja manischer Größe ist.

Neu und einzigartig auch, wie Welles mit den damals erst aufkommenden, technischen Möglichkeiten spielte, Kinonachrichten und Rückblicke mit alten Kameras drehte, um Patina zu erhalten.

Mit Bildüberblendungen und Verdunklungen arbeitete und durch Perspektivwechsel Größe oder Unterwerfung darstellte.

Was auch erwähnt werden muß:
Der Kampf Welles´mit Randolph Hearst, eines Moguls von Kaneschen Ausmaßen, der sein Leben nicht so und schon gar nicht von Welles verfilmt sehen wollte.
Wie Hearst gegen Welles agitierte wäre einen eigenen Film wert...

Bei all dem Neuland, bei all dem Kampf, bei all der Technik :was "Citizen Kane" so großartig sein lässt und ihn so extrem herausstechen lässt, ist etwas das alle herausragenden Filme teilen:
Eine zeitlose, immens spannende und einzigartige Geschichte und überzeugende, überragende Schauspieler.

Und die Story um Aufstieg und Fall eines Menschen, sein ganzes Leben umspannend, ist zeitloser, spannender und einzigartiger als fast alles was nach ihm kam.

Joseph Cotten, Ray Collins und all die anderen Darsteller sind vortrefflich,allesamt.

Dennoch ist der Film extremst auf die Person Kane,die Person Welles fokussiert.

Und ganz ehrlich: Seltenst wurde ein ganzes Leben von einem Darsteller so tiefgründig, so echt, so ambivalent, so paradox und so komplex eingefangen.

Welles erweckt einen Menschen zum Leben der mit den allerhöchsten Idealen anfängt, unbekümmert, frech, larmoyant, charmant, absolut charismatisch und höchst einnehmend ist.
Der reich ist an allem, außer an (an) Liebe und dies wird bis zu seinem Tod so bleiben...

Er wird hart, herrisch, immer stoischer, immer rechthaberischer, bis er als alter Mann die völlige, äußere wie innere, Einsamkeit erreicht hat.

"Er war enttäuscht von der Welt und baute sich seine eigene"

Bis er feststellte das alles was er je gebaut, je erschaffen hatte, nur Erhöhungen der Mauer seines inneren und äußeren Gefängnisses waren...

"Citizen Kane" ist Drama, Satire, Komödie, Großbiopic und vor allem gegen Ende: Horror.

Ist "Citizen Kane" also der beste Film aller Zeiten?

Ich lasse mal José Mourinho antworten, einen äußerst kaneschen Charakter unserer Zeit:
»Ich habe nicht gesagt, dass ich der Beste bin. Ich kenne nur keinen Besseren.«

Ich persönlich mag einige Filme lieber als "Citizen Kane", aber um an ihm vorbeizukommen, ihn zu übertreffen?

Ich würde meine Schützlinge nicht allzu gern gegen dieses Monster antreten lassen...

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Andy Dufresne

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Danke. :) Sind aber auch echte Brüder im Geiste die Beiden :)


Brentano

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@ Tom S Jaeger danke für die Tipps aber du diskutierst hier nicht mit einem entpolitisierten Laienprediger, und das es andere, kritischere Filme gemacht werden können (independent,etc.) ist ebenso möglich, vorstellbar und die kann man/frau dann auch ruhig „Dokumentarfilme“ nennen oder Komödien, es gibt genug davon, um sie nicht zu übersehen. Aber wer Autos verteidigt und darauf verweist, das der Grund dafür zuvorderst dafür jener sei, das eine Industrie existiere die Autos produzieren möchte, könnte in der Analyse der herrschenden Verwertungssysteme ruhig noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen und nicht so an der Oberfläche dümpeln, und nach-schauen, ob er nicht etwas mehr an Zusammenhängen übersehen haben könnte,..?


dantesque

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Bewertung7.5Sehenswert

Der unübersehbare Logikschnitzer in den ersten Minuten des Films hat mir "Citizen Kane" ordentlich versaut. Wie kann ein Film als bester Film aller Zeiten gekürt werden, wenn die ganze verdammte Story auf einem Fehler aufbaut, den jeder Praktikant nach zwei Sekunden gleich hätte entdecken müssen? Was bleibt ist eine nette - wenn auch aus heutiger Sicht wohl etwas antiquierte - Geschichte, eine innovative Erzähltechnik sowie ein herausragender Orson Welles. Kann man sich also gefahrlos anschauen - auf den Hype-Zug würde ich aber dann doch nicht aufspringen wollen. Es gibt mMn deutlich bessere Filme (z.B. "Vertigo").

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Pyro 91

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Meinst du damit, dass niemand ihn "Rosebud" sagen hört? Falls ja, am Ende des Films, sagt Raymon der Butler zum Reporter, dass er Kanes letzte Worte gehört habe. In der Anfangsszene sehen wir schließlich nicht jeden Winkel von Kanes Zimmer. Wahrscheinlich hat der Butler Totenwache gehalten und saß im Schatten oder so. ;) Aber was "Vertigo" angeht: Lieblingsfilm!


dantesque

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Ja, ich meinte das mit dem "Rosebud". Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass es Welles selbst ziemlich gewurmt hat, als er diesen "Fehler" bemerkt hat. ;)


one winged angel

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Also was macht diesen Film so gut? Ganz einfach: Er ist in den wichtigsten Kategorien schlicht überragend. Das, wohlgemerkt, nicht nur für seine Zeit. Die vier Kategorien wären in dem Fall: Schauspiel, Narration, Maske und Bild; die ich allesamt näher erläutern werde.

Schauspiel
Dadurch, dass ich (unbewusst) stark auf das Schauspiel achte, denke ich auch bei guten Leistungen oft nur: "Ich sehe hier einen guten Schauspieler, der wirklich gute Arbeit macht". In den seltensten Fällen, kommt es dazu aber erst garnicht. Nein, ich habe mir während des ganzen Filmes nur gedacht: "ich sehe gerade den Aufstieg und Fall eines Zeitungsmagnaten".
Dieses besondere Maß an Glaubwürdigkeit erreicht der Film vor allen mit den gegenseitigen Reaktionen der Schauspieler. Diese wirken zum Teil so echt, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie diesen Dialog schon jemals vorher gehört haben, geschweige denn auswendig lernen mussten. Wenn etwas überraschendes im Dialog passiert, wirkt der Partner tatsächlich überrascht. Das trifft übrigens nicht nur auf Orson Welles zu, sondern auf den gesamten Cast. Sicherlich ist es auch erwähnenswert, wie differenziert und glaubhaft die Charaktere im verschiedenen Alter dargestellt wurden.

Narration
Vielleicht das markanteste am Film. Zuerst das Offensichtliche. Der Film fängt mit dem Ende an und bedient sich dann unterschiedlicher Zeitebenen um die Geschichte zu erklären. Grundsätzlich kann man das Vorgehen dabei nur als innovativ und im Endeffekt sehr abwechslungsreich bezeichnen. Der Film bedient sich nämlich gleich vier grundauf verschiedener Arten der Narration.
Zu Beginn des Films wird dabei das Leben von Charles Kane in Form eines TV-Berichts zusammengefasst. Etwas, was später oft genug in allen möglichen Genres wiederverwendet wurde.
Darauf folgt man einem Reporter bei seinen Recherchen und erfährt so die Geschichte über seine Gespräche. Interessant hierbei ist, dass der Reporter die Rolle des Zuschauers einnimmt, geht er doch den Fragen nach, die wir uns alle stellen und die noch nicht beantwortet wurden.
Dann gibt es natürlich noch die Rückblenden, bei denen wir direkt vor Ort sind. Bei den Zeitsprüngen an sich hat man sich auch oft etwas einfallen lassen. So fangen Sätze in einer Zeit an und enden in einer anderen und die Szene am Esstisch mit seiner ersten Frau ist wohl eine der herausragendsten der Filmgeschichte. Bei den Rückblenden wird dabei mit einer Weitwinkelperspektive (die den Eindruck erweckt als wären wir Zuschauer als Beteiligte mit im Raum) und zum anderen mit ganz klassischer Bildsprache gearbeitet. Mehr dazu aber beim "Bild".

Maske
Grundsätzlich hängt die Bedeutung der Maske sicherlich stark vom Film selber ab. In Citizen Kane nimmt sie aber ein ganz zentrale Rolle ein, weil viele Charaktere im verschiedensten Alter gezeigt werden und oft nur Anhand des Aussehens klar gemacht ist, in welcher Zeit wir uns jetzt befinden. Wie gut die Maske dabei ist? Als ich die ersten Bilder und Szenen des Film sah, dachte ich wirklich, dass der Schauspieler Orson Welles 50 Jahren alt ist. Meine Überraschung war groß als ich paar Szenen danach einen 24 Jahren jungen, schlanken, vitalen Welles sah.

Bild
Beim Bild hat man sich vieler subtiler Elemente bedient. So wird die Kamera oft von weit oben oder tief unten gezeigt, je nachdem ob auf den Charakter (übertragen) hinab und hinauf geschaut wird. Desweiteren wird viel mit Licht und Schatten gearbeitet. Gerade in der Szene in der Oper steckt eine immense Bildsprache. Es ist eine der wenigen Stellen, an denen wir eine Nahaufnahme haben, was in dem Fall seine beklemmte, wahnhafte Entwicklung ausdrücken soll. Er sieht nur noch ein Ziel, eine Aufgabe. Kane ist dabei stehts im Rampenlicht und um ihn herum wird es immer dunkler, was zeigt, dass er sich immer mehr von "seinem" Volk distanziert. Auch hier spielt Welles die Rolle so überragend. Der Gesang seiner Freundin symbolisiert den Zerfall seiner Ideale. Kane aber ist sturr. Man fühlt regelrecht die Anspannung, seinen Trotz, seinen Kampf und seine Entschlossenheit.
Zu guter letzt wird darauf geachtet, dass der Reporter (aka der Zuschauer) so anonym und unscheinbar wie möglich erscheint. Er soll lediglich den Zuschauer in die Ereignisse hineinversetzen.

Am Ende wurde ich wirklich positiv überrascht. Und das von einem Film, der als der beste aller Zeiten angesehen wird.
Im Endeffekt würde ich da wirklich nicht groß widersprechen wollen, ist es erst der dritte Film, dem ich eine volle Punktzahl geben würde und unter den dreien ist er vielleicht sogar der Beste.

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J-Ross

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Bewertung7.5Sehenswert

Citizen Kane. Der Film, der sich bei dem American Film Institute auf den ersten Platz der besten amerikanischen Filme eingereiht hat. Da fragt man sich doch, was das für ein phänomenaler Film sein muss, der diesen Rang inne hält. Sicher wird es einige geben, denen diese Platzierung nicht gefällt, aber wenn man mal betrachtet, was dieser Film seiner Zeit geschafft hat und sich solch eine Platzierung mit der Bedeutung für die Filmgeschichte erklärt, dann erscheint das schon weitaus gerechtfertigter. (Ich persönlich würde dem Film dennoch nicht auf 1 setzen.) Denn "Citizen Kane" ist ein klarer Meilenstein. Nicht weil Regisseur Orson Welles viel Neues erfunden hat, sondern weil er es schaffte alle filmischen Ausdrucksmöglichkeiten seiner Zeit, in einem Film zu nutzen und somit einen Film schuf, der sogar heute noch gut unterhalten und eine Botschaft überzeugend vermitteln kann.
Der Aufstieg und Fall des Charles Foster Kane wird klasse mit Perspektivwechsel von Kanes Angehörigen nacherzählt. Besonders die Kameraführung zeigt sich hierbei des Öfteren ziemlich einfallsreich. Trotz seines hohen Alters vermochte der Film mich am Laufen zu halten. Manche Dialoge fesselten geradezu, doch manchmal fühlte man sich auch äußerst gelangweilt. Die Erzählweise wirkt nicht wirklich modern, aber auch nicht wirklich veraltet. Was ich bei Citizen Kane etwas enttäuschend fand war, dass ich keine wirklichen Highlights für mich entdeckt habe und nie einen "Boah" oder "Wow" Moment hatte. Die Charaktere ließen mich allesamt ziemlich kalt und der Funke wollte bezüglich Kane auch nie überspringen. Etwas mehr Emotion und Spannung zwischen den Charakteren hätten vielleicht gut getan, denn Kanes Fall hat mich sehr unberührt gelassen. Auch die Auflösung des "Rosebud"Geheimnisses brachte mir nur ein "Ach soo" auf den Lippen. War aber eine vollkommen gute Idee mit durchdachter Symbolik. Mag sein, dass ich einfach zu hohe Erwartungen hatte, jedenfalls hat mich der Film in einigen Bereichen enttäuscht. Die ganze Geschichte und der Einsatz filmischer Sprache ist wirklich gut, war in meinen Augen aber nicht überragend. Dies ist so ein kleines Problem mit alten Filmen. Hätte man diesen brillanten Einsatz von filmischen Ausdrucksmöglichkeiten zu jener Zeit erlebt, wäre das sicher interessanter gewesen, doch heute ist dies "nur" noch sehenswert. Damals war es herausragend und "Citizen Kane" ist auf jeden Fall ein Meilenstein realistischer Filmkunst. Für das Drehbuch gilt das Selbe. Vielleicht war es zu der Zeit beeindruckend, heute aber nicht mehr so, wobei man allerdings sagen muss, dass es nicht veraltet wirkt. Es hinterließ keinen bleibenden Eindruck, weil Spannung und Emotion zu weit außen vor standen, sodass ich keinen Zugang zu den Charakteren finden konnte und das ist mir bei einem solchen Charakterportrait sehr wichtig. Die Darsteller machen hierbei einen guten Job. Klasse Darbietungen, die ich aber auch nicht überragend fand.
Die Musik war häufig überdramatisch, wenn Szenen ausgeblendet worden sind. Das wirkte häufig sehr unpassend, weil die Situationen auf mich nie so rüberkommen.
"Citizen Kane" ist ein bis heute äußerst gelungener Film mit toller Botschaft, der sauber geschildert wurde, dem mir persönlich allerdings der Draht zu den Charakteren fehlte, so wie das gewisse Ewas, das einen heutzutage noch irgendwie umhaut. Auch etwas mehr Spannugsaufbau hätte gut getan, dennoch zolle ich Respekt vor "Citizen Kane", da dieser Film für sein hohes Alter ganz und gar nicht den Anschein erweckt, dass er tatsächlich so alt ist wie er ist. Auch weil ich weiß, warum er so besonders war zu seiner Zeit.

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Lagomorph

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Bewertung9.5Herausragend

Der "beste Film aller Zeiten"? Möglich. Vielleicht ist er das, vielleicht auch nicht. Die Diskussion ist müßig und eigentlich ist es auch egal. Fest steht, dass Citizen Kane einer der wichtigsten Spielfilme überhaupt ist und auch heute noch wenig von seiner Kraft verloren hat.

Orson Welles' Drama ist dank seines brillanten erzählerischen Kniffs (das Mysterium Rosebud), seiner darstellerischen Leistung und seiner Bildsprache immer noch fesselnd. Letztere ist stellenweise so simpel und gleichzeitig genial, dass man kaum glauben mag, dass dies das Werk eines damals 26-jährigen Regiedebütanten sein soll. Bestes Beispiel hierfür ist die berühmte Spiegelsaalszene.

Welles Darstellung des C.F. Kane von jungen Jahren bis zum Totenbett ist ebenfalls herausragend. Die hierbei angewandten Make-Up-Effekte sehen zwar heutzutage nicht mehr durchgehend glaubwürdig aus, waren damals aber revolutionär. Außerdem schafft es manch neuer Film (siehe Watchmen oder Prometheus) immer noch nicht Alterung deutlich glaubwürdiger darzustellen als dieser.

Was aber am allerwichtigsten ist: Die Geschichte, die Citizen Kane erzählt, ist auch nach über 70 Jahren zeitlos. Weil es immer Charles Foster Kanes geben wird, egal ob sie nun William Randolph Hearst, Rupert Murdoch oder Mitt Romney heißen. Citizen Kane ist ein tiefer, sensibler Blick in die Seele eines verbitterten, einsamen alten Mannes und gleichzeitig eine intelligente Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Traum.
Das getragene Erzähltempo ist sicherlich nicht jedermanns Sache, man sollte Citizen Kane aber dennoch wenigstens einmal gesehen haben. Es gibt kaum einen Film, der nach so viele Jahzehnten so gut gealtert ist. In dieser Hinsicht ist es vielleicht wirklich der Beste aller Zeiten.

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El Mariachi

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Bewertung7.5Sehenswert

Das war er also, einer der besten Filme aller Zeiten wie viele meinen...Gut der Film ist aus dem Jahr 1941 und für die damalige Zeit wohl ein Meilenstein der Filmgeschichte. Aus heutiger Sicht muss man konstantieren bzw konstantiere ich :D: Ein absolut sehenswerter Film der mit einer grandiosen schauspielerischen Leistung von Orson Welles und einer ausgereiften und schönen Aufstieg/Fall-Story überzeugt. Allerdings ist der Film an vielen Stellen zu langatmig und öde, doch dies schiebe ich auf das Alter des Films. Orson Welles der den Film komplett alleine trägt setzt für damalige Zeiten einen rießen Maßstab was Erzählweiße, Kameraführung und Wendungen in einem Film angeht. Das Ende ist grandios. Letzendlich bekommt man hier eine muntere Berg- und Talfahrt und tiefe Einblicke in die Seele des Hauptdarstellers der eine charakterliche Wandlung vom symphatischen, aufstrebenden und jungen Kane zum verbitterten, alten und unzufriedenem Kane durchmacht. Alles in allem ist der Film letzendlich ein positiv nachdenklicher und netter Zeitvertreib der es allerdings in meinen Augen nicht zum Meisterwerk schafft.

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Moe Szyslak

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Bewertung7.0Sehenswert

Zu meiner tiefsten Schande muss ich gestehen, dass ich diesen Klassiker noch nie gesehen habe... bis vor einigen Tagen. Hat mir gut gefallen und war sehr interessant zu schauen, allerdings gab es nach starkem Anfang mitunter die ein oder andere längere Szene drin. Rosebud... das letzte Wort von einem der reichsten Männer der Welt vor seinem Tod. Keiner weiß, was das zu bedeuten hat und auf das Herausfinden der Bedeutung wird die Geschichte aufgebaut. Nach und nach wird durch Rückblicke und Erzählungen das Psychogramm und der Auf- und Abstieg in allen Lebensbereichen eines von sich selbst eingenommenen, egozentrischen Mannes erzählt, der alles hat, was man für Geld nur kaufen kann, sich aber ständig gezwungen fühlt, sich und der Welt etwas zu beweisen. Klasse inszeniert und hervorragend gespielt von Orson Welles. Aber wie gesagt mit einigen Längen und dezent nervigen Szenen, vor allem Susan und ihr grauenvoller Gesang gingen mir schon sehr auf den Senkel. Im Großen und Ganzen aber ganz gewiss ein Film, den man unbedingt mal gesehen haben muss. Und ich bin froh, dass ich ihn nun auch kenne :-)

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Deine Meinung zum Film Citizen Kane

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