City of God - Kritik

BR/FR/US 2002 Laufzeit 130 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 08.05.2003

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    Einer der furiosesten Filme, die ich je gesehen habe. Perfekt geschnitten und gefilmt, gut besetzt und sehr packend!

    • 9

      Packendes und zugleich verstörendes Portrait einer Gesellschaft, für die der Tod zum alltäglichen Geschäft gehört und die gezwungen ist, die Kindheit bei Zeiten hinter sich zu lassen. Fast schon nüchtern erzählt „City of God“ die Geschichte zweier junger Männer (Locke und Buscape), die in den Straßen des gleichnamigen Stadtteils unterschiedliche Wege gehen und deren Schicksal sich in einem einzigen Moment entscheiden wird. Teilweise in Rückblenden erzählt, zeigt „City of God“ sehr treffend, wie rau das Leben sein kann und wie gnadenlos das Gesetz der Straße durchgesetzt wird, wo eine Kamera mehr wert sein kann, als das eigene Leben.
      Da wird einem erst einmal wieder bewusst, wie gut es uns eigentlich geht.

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        thekyotoguy 15.08.2015, 10:07 Geändert 16.08.2015, 08:36

        Ich bin ja in letzter Zeit vorsichtiger geworden, im vergeben von hohen Wertungen. Aber City of God verdient einfach nichts anderes als 10 Punkte! Ich gehe sogar so weit, und sage das ist einer der Besten 10 Filme Aller Zeiten! Ein durch und durch perfekter Film.

        Was mir schon von Anfang an aufgefallen ist, ist der grandiose Schnitt. Ganz im ernst, einen Film der so gut geschnitten ist sieht man selten. Der Schnitt ist exakt an die Erzählweise des Films angepasst; schnell, manchmal schon hektisch, aber nie so hektisch das der Zuschauer nicht mehr mitkommen würde. Allgemein, die Inszenierung des Films ist unfassbar gut. Trotz der Zahlreichen Rückblenden und Zeitsprünge verliert der Film nie den Roten Faden und auch wenn immer wieder neue Personen in die Handlung dazu kommen- und andere gehen, bleibt man immer dicht an der Hauptperson dran. Das ist ein echtes Kunststück, an dem viele Filme scheitern. Aber auch Kamera-Technisch, ein echtes Meisterstück; jede Perspektive, jede Einstellungsgröße scheint mit bedacht gewählt.
        Die Darsteller machen ihre Sache (meistens) ebenfalls sehr gut. Besonders die Hauptperson, Alexandre Rodrigues hat einige tolle Momente.

        Ein packender, brutal realistischer, berührender und Gesellschaftskritischer Film der ohne weiteres an die großen Gangster-Epen wie "GoodFellas" oder "Es war ein mal in Amerika" rankommt und sie sogar teilweise überbietet. Ganz, ganz großes Kino!

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          Mackey 25.07.2015, 01:42 Geändert 25.07.2015, 01:47

          Fernando Meirelles, der ursprünglich Architekt war, schuf mit City of God ein kleines Meisterstück; ein verstricktes, faszinierendes Bauwerk, so brutal schön, dass man nicht wegsehen kann. Ein Film, der nicht leicht durchzustehen, doch umso schwerer zu ignorieren ist.

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            smartbo 28.06.2015, 18:55 Geändert 28.06.2015, 18:58

            Guter Film. Brutal und sehr realistisch schildert er - fast schon im Doku-Stil - den Alltag in den Favelas in Rio. Schaut man genauer hin, ist der Film auch eine heftige Gesellschaftskritik, der die Perspektivlosigkeit und Chanchenlosigkeit der Jugendlichen in den Favelas in einem relativ so reichen Land wie Brasilien aufzeigt. Am Ende bleibt nur die Alternative übrig, in die Kriminalität abzugleiten, um im täglichen, rauen Überlebenskampf zu überstehen.

            Absolut sehenswert.

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              Leider kennen viele den Film nicht. Dabei ist "City of God" ohne zu übertreiben eines der besten Filme aller Zeiten. 3 Jungs wachsen in den Favelas von Rio auf. Besser gesagt in der Favela Gottes. Und sie haben alle verschiedene Ziele vor den Augen. Aber was sie auch tuhen, sie können der "Stadt Gottes" nicht entfliehen.

              „In meinem Viertel gibt es ein Sprichwort. Wenn du weg läufst, fangen sie dich und wenn du bleibst fressen sie dich. So war es schon immer, seit ich denken kann!"

              Am Anfang erwartet man noch einen billigen Ghettofilm. Doch dieser entpuppt sich als atemberaubender Thrill durch die Straßen von Rio.

              Der Schnitt ist unheimlich gut. Es kommt einem so vor als wäre man selbst dort. Und der Cast besteht bis auf 2-3 Ausnahmen ausschließlich aus Laiendarstellern. Vielleicht auch deswegen fühlt sich dieser Film so realistisch an. Jedenfalls sind die Charaktere grandios gezeichnet.

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                drahdinedum 17.05.2015, 10:35 Geändert 17.05.2015, 10:40

                Ja, so Kommentare schreiben und so ist ja eigentlich nicht so schwer....

                Doch! Manchmal schon! Denn das ist einer dieser Filme, die mich vor Ehrfurcht erstarren lassen...

                Was ein Meisterwerk aus Brasilien!
                Werde Ihn erst nochmals sichten, bevor ich hier endgültig Kommentiere! Das hat CoG nur verdient!
                Nur so viel.... fesselnd, packend, gnadenlos Realistisch und Schauspieler, denen das Talent "god"gegeben erscheint!

                Ein Meilenstein!

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                • 9

                  Im Vorfeld war ich ein wenig skeptisch über den Film, da ich Tsotsi, wie ich hörte ein Abklatsch von God of City, gesehen habe und er als Jugendfilm sehr romantisiert und schlimme Handlungen heruntergespielt wurden. Und dann kam God of City und WOW, es hat mich völlig überrascht! Die Taten, welche nicht übertrieben dargestellt wurden und die teilweise gutgeschrieben Charakteren, welche überwiegend von Laiendarsteller gespielt wurden, machen den Film richtig authentisch. Es kam mir wie ein Dokufilm rüber, nur das er mit der spannende Erzählerstruktur zum Spielfilm wird. Auch der passende Soundtrack und die Wackelkamera an der richtige Stelle machen den Film für mich zum Klassiker. Der einzige Minuspunkt im Film, war die übertriebene Darstellung von "Locke", Er wird als ein, von Natur aus, mordender Gangführer dargestellt, aber der Einfluss von der Vergangenheit wurde mit keinem Wort erwähnt. Die klischeeüberladene Figur nimmt ein Teil vom Realismus des Films weg. Aber wenn man dieser Punkt nicht hinzunimmt ein echter Meilenstein.

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                  • 10

                    Was für ein fesselnder Film, Goodfellas trifft auf Slums von Rio de Janairo, unglaublich überzeugende Laiendarsteller

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                      Wow!
                      City of God hat mich ehrlich gesagt fast umgehauen. Dieser Streifen hat eigentlich alles was man sich wünscht. Eine mitreißende Geschichte, talentierte Darsteller und einen tollen Soundtrack. Doch ein Aspekt fand ich ganz besonders entscheident. Der Film wirkt unglaublich realistisch und echt. Womit er sich meilenweit von den typischen Gangsterfilmchen a la Hollywood entfernt. Was auch daran liegt das der Film zum Teil in den Favelas von Rio de Janeiro gedreht wurde und auch auch Leute mitspielen die dort aufgewachsen sind. Auch wenn ich zugeben muss das ich für diesen Streifen mal locker 3 Anläufe brauchte. Sollte man ihn unbedingt gesehen haben um die Faszination zu verstehen.

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                        Mega Film

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                          hallidalli 22.03.2015, 21:23 Geändert 22.03.2015, 21:48

                          Ja ok, schon übel was da abgeht, soll ja in real wirklich so sein. Wie es der Film dann aber umsetzt ist wieder etwas anderes. Mir ging das ganze Theater mit der stets nervigen Musik schon ziemlich auf den Senkel obwohl alle gut gespielt haben und die meißten Laiendarsteller waren. Am heftigsten war Locke beim Hotelbesuch, krasses Gesichtsschauspiel, zum fürchten gut.

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                            bester film hab in schon vor 10 jahren gesehn

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                              Mir gefällt besonders der "Schnitt" des Films. Es kommt einem so vor als wäre man selbst in einer Favela von Rio. Wirklich einer der besten Filme aller Zeiten.

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                                mariega 17.12.2014, 00:20 Geändert 17.12.2014, 00:22

                                No God in the City
                                Auch wenn ich nie an Gott geglaubt habe, nun bin ich mir sicher: Ich habe ein Foto von seiner Inexistenz geschossen!

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                                  Nachdem der Film so hoch gelobt wurde und auch hier fast nur positive kritiken bekommen hat, habe ich mit City of God nun auch angesehen. Der Film ist nicht schlecht, aber mehr ein Teenie-Gangster-Drama als wie erwartet richtig harte Gangster-Kost. Ich habe mich ganz gut unterhalten gefühlt, aber mehr auch nicht.

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                                    Vierfach oscarnominiert und von den Kritikern geliebt weckt "City of God" große Erwartungen an den Zuschauer, der ihn noch nicht gesehen hat. Ob der Film seine göttliche Stellung als einer der besten "Gangster-Filme" verdient hat erfahrt ihr hier:

                                    http://filmtastisch.blogspot.de/2014/11/city-of-god-2002.html

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                                      City of God

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                                      Nachdem ich heute wirklich den ganzen Tag unterwegs war, hatte ich eigentlich vor den Abend mit einem ruhigen Film anzugehen und einfach zu entspannen. Da ich schließlich irgendwie bei "City of God" landete, welchen ich zum ersten Mal sah, kann ich sagen, dass das nichts wurde. Nicht mal ein bisschen...

                                      ...denn "City of God" ist wirklich das Gegenteil eines ruhige Filmes. Der Alltag in der Favela, welche den selben Namen wie der Film trägt, ist von Anarchie, Hass und Gewalt geprägt und der Film stellt all dies auch absolut unverblümt da. Er beginnt noch relativ langsam und steigert sich dann in Tempo und Intensität von Szene zu Szene, was das ganze zu einem durchgehend spannenden Erlebnis macht.
                                      Die eigentliche Geschichte ist in mehrere Episoden gegliedert und beinhaltet ein paar kleine Zeitsprünge. Über den Film hinweg erfahren wir die Geschichten so mancher in dem Slum gescheiterter Existenz und mitten drinnen die des jungen Erzählers Buscapé, der versucht entgegen aller Schwierigkeiten seinen Traum, Fotograf zu werden, zu verwirklichen und dem grauenvollen Leben der Favela zu entfliehen.

                                      Der Film bedient sich über nahezu die gesamte Länge einer absolut schonungslosen Brutalität. So wird in einer Szene ein Kind dazu gezwungen ein anderes Kind zu erschießen und in einer anderen entdeckt ein kleiner Junge die Freude am Töten, während er in einem Hotel eine Hand voll Unschuldiger kaltblütig erschießt. Ein Menschenleben ist am Ort des Geschehens oft scheinbar nichts wert und es wird verdeutlicht, wie die Kinder schon früh in all das hineingeraten und kaum eine Chance haben dem irgendwie zu entfliehen.
                                      Wenn man bei all dem Leid und Elend dann an den Titel denkt, wird einem bewusst wie zynisch dieser gewählt ist, denn die "City of God" kann unmöglich die Stadt eines Gottes sein, wie wir ihn uns in der Regel vorstellen.
                                      So schafft es der Film auch durchaus seinen Zuschauer zum Nachdenken anzuregen, wenn man sich denn nur darauf einlässt und den Film nicht nur als bloße Gewaltorgie ansieht.

                                      Nach meinem ersten Eindruck ein durch und durch guter Film, von dem ich das Gefühl habe, dass er mich so schnell nicht loslassen wird. Erst einmal 10/10. Ich werde ihn jedoch sicherlich nochmal sehen, da er mich heute Abend echt ein wenig erschlagen hat.

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                                        City of God ist ein Ort, dem Gott wohl von Beginn an den Rücken zugekehrt hat.
                                        Gewaltverbrechen und Korruption beherrschen den Alltag im Armenviertel und Kinder spielen mit Waffen statt mit Spielzeug.
                                        Das menschliche Leben ist hier mehr oder weniger nichts wert.
                                        Geschildert wird das Leben der Drogenbanden in den Favelas vom friedfertigen Hobbyfotografen Buscapé (gesprochen von Xavier Naidoo!), der dort von klein auf unter sehr gefährlichen Bedingungen mit den Bandenmitgliedern aufwächst.
                                        Er erzählt von der Entstehung der jeweiligen Banden, ihrer Rivalität untereinander und natürlich vom Drogen, Mord und Totschlag bestimmten Alltag.
                                        Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Alice Braga) werden alle Beteiligten von Laien dargestellt, die selbst aus den Favelas stammen und den Film so authentisch wie nur möglich machen.
                                        Das ist die große Stärke des Films und wäre mit professionellen Darstellern vermutlich nicht viel besser möglich gewesen.
                                        City of God beruht auf wahren Begebenheiten, was den Film irgendwie noch schockierender macht als er ohnehin schon ist.
                                        Nichts für schwache Nerven, aber auf jeden Fall beeindruckend und sehenswert!

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                                          Ja, der ist ganz gut. Mir persönlich dauerte er ein wenig zu lang, hat meinen Geschmack nicht zu 100% getroffen, aber ich kann die ganzen hohen Wertungen schon ein wenig nachvollziehen. Diese Favelas sind wirklich kein besonders schöner Ort, nirgends scheint man sich da wohl fühlen zu können. Das hat der Film ganz gut rübergebracht.

                                          • 8 .5

                                            Ein erschreckender, ehrlicher und schonungsloser Film über die Armut und den Drogenhandel in Brasiliens Slums. Auch wenn einige hoffnungsvolle Szenen eingestreut sind, wird zum Schluss doch die Ausweglosigkeit deutlich, diesem Leben zu entkommen.
                                            Man schnappt beim Schauen Luft ob der Grausamkeit der Drogendealer gegenüber kleinen Kindern, aber fast noch schockierender ist für mich der Schluss, als eben diese kleinen Kinder, 8, 9, maximal 11 Jahre alt, ihren Peiniger eigenhändig und grausamst erschießen; und es wird klar, sie werden später genauso werden, es gibt kein Entkommen.
                                            Zutiefst aufrüttelnder Film, keine leichte Kost, aber durchaus sehenswert.

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                                              Drax 30.06.2014, 19:27 Geändert 26.04.2015, 15:58

                                              Fernando Meirelles "City of God" ist wahrlich ein Meisterwerk das für mich mit zu den besten Filmen der 2000er zählt.
                                              Meirelles schafft mit seinem Film einfach ein grandioses Portrait über das Armenviertel Cidade de Deus in Rio de Janeiro und zeigt somit auch die Schattenseiten des aufstrebenden Brasiliens.
                                              Obwohl hierbei die Gewalt und das Verbrechen im Mittelpunkt stehen und der ganze Film äußerst temporeich inszeniert ist, ist "City of God" für mich dennoch kein gewaltverliebter Film.
                                              So zeigt "City of God" einfach eindrucksvoll die Gewaltspirale die kein Ende nehmen will, bestes Beispiel hierfür ist die Figur des Mané, dieser möchte sich aufgrund der Ermordung seines Bruders an Locke rächen und wird dabei schließlich selbst zum Gangster und erschießt einen Wachmann, der Sohn des Wachmannes schließt sich nun wiederum Locke an um sich an Mané zu rächen, so dass am Ende Rache auf Rache bzw Gewalt auf Gewalt folgt.
                                              Die extreme Gewaltspirale und deren Folgen wird dabei anhand von vielen kleinen Geschichten gezeigt die sich immer wieder berühren und überschneiden.
                                              Was den Film dabei neben dieser gelungenen Erzählweise besonders stark macht ist seine realistische und authentische Darstellung der Geschehnisse, so gibt es beispielsweise keine Schwarzweißmalerei und die Grenzen zwischen Gut und Böse verwässern des öfteren bei den Figuren.
                                              Generell sind die Figuren sehr gut herausgearbeitet und dazu auch überzeugend gespielt und das obwohl die Cast beinahe vollständig aus Laiendarstellern bestand. Auch ansonsten kann der Film inszenatorisch voll und ganz überzeugen, so dass "City of God" alles in allem beste Unterhaltung bietet und dazu eindrucksvoll die Schattenseiten Brasiliens offenlegt.

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                                                Auf jeden Fall einer meiner Lieblingsfilme! Tolle Bilder,eine krasse Story und unglaublich authentische Schauspieler machen den Film zu etwas ganz besonderem!

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                                                • 8 .5

                                                  Der brasilianische Spielfilm ist bei uns kaum bekannt. Das heißt aber nicht, dass es ihn nicht gibt. Ganz im Gegenteil. Mit „City of God“ kommt ein richtiges Meisterwerk in die deutschen Kinos, wenn man der L.A. Times glauben darf. Doch ganz so hoch möchte ich die Sache nicht hängen.
                                                  Es ist eine Geschichte die in den Favelas, den Elendsquartieren von Rio spielt, auch Cidade de Deus genannt. Wer hier aufwächst der hat mit 16 schon die schönsten Jahre seines Lebens hinter sich.
                                                  Der Autor des Buches, Paulo Lins, wuchs hier auf. Er weiß wovon er schreibt. Und seine Figur finden wir auch im Film. Er ist Buscape (Alexandre Rodrigues), der träumt, einmal ein berühmter Fotograf zu werden. Er, Locke (Leandro Firmino da Hora) und Benny (Phelipe Haagensen) haben sich vorgenommen möglichst schnell reich zu werden. Und das geht nur wenn man mit Drogen handelt. Sie fangen ganz im Kleinen an, bis sich die Chance bietet, groß einzusteigen. Diese Chance nützen sie und geraten immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens. Während Buscape sein Ziel als Fotograf verfolgt, haben die beiden anderen nur Sex und Crime im Kopf. Dabei werden die Mittel immer rücksichtsloser und ein Menschenleben ist nicht viel wert. Locke ist der gefürchtete Drogendealer von Rio und in der Stadt Gottes ist sein Wort Gesetz…. bis Mane Galinha (Seu Jorge) auftaucht. Mane wird Zeuge der Vergewaltigung seiner Freundin durch die Bande von Locke, und beschließt Rache zu nehmen. Er schart eine Bande von bewaffneten Kindern um sich und in City of God bricht der Krieg aus.
                                                  Packend und virtuos erzählt Regisseur Fernando Meirelles mit atemberaubenden Schnittfolgen die Story von Armut und Drogen, Ehrgeiz und Gewalt aus der Perspektive derer, die sie täglich erleben.
                                                  Hauptdarsteller des Films sind nicht nur die Schauspieler sondern auch die Stadt selbst. Über einhundert Laienschauspieler aus ganz Rio haben acht Monate für diesen Film geprobt. Und das gibt ihm eine ungeheure Authentizität und Glaubwürdigkeit. Die Schlussszene bleibt noch lange haften – da überfallen 12jährige Kinder in Badehosen mit großkalibrigen Waffen einen Supermarkt.
                                                  Nominiert für den Oscar als bester ausländischer Film der gute Chancen hat zu gewinnen.

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                                                  • 8

                                                    Episodenhaftes Portrait eines von Gewalt geprägten städtischen Mikrokosmos. Der Reiz der Erzählung und gleichzeitig das Kunststück des Films besteht darin zu zeigen, wie noch die skrupellosesten Bewohner dieses Mikrokosmos von zutiefst menschlichen Sehnsüchten geleitet werden, was dem Zuschauer eine kritische Reflektion seiner eigenen Menschlichkeit ermöglicht, die er in diesen Figuren repräsentiert sieht. Der Film verharmlost die Gewalt weder, noch empört er sich über sie aus der sicheren und widerspruchsfreien Perspektive des moralisch Überlegenen. Stattdessen nimmt er die Perspektive des jugendlichen Beobachters ein, der unvoreingenommen über die Widersprüche staunt, von denen er sich umgeben sieht, und berücksichtigt dabei auch das gern und häufig verschwiegene Faktum, dass Menschen Gewalt nun einmal lieben. Was mir nicht gefallen hat war die montagebedingte Clip-Ästhetik des Films, die manchmal mit seiner rohen erzählerischen Kraft einen Kampf um Vorherrschaft zu führen scheint - den Vorwurf vollkommener Unangemessenheit kann man allerdings nicht machen, da die Perspektive, mit der die einzelnen Geschichten erzählerisch verknüpft sind, nunmal die des jugendlichen Reporters ist.
                                                    Am Rande: Die deutsche Synchronisation ist ein beschämendes Graus, in dem schauspielerisch unausgebildete Sprecher wie Xavier Naidoo auf schamlose Weise ihren Dilettantismus ausleben, und sollte darum unbedingt vermieden werden.

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