City of God - Kritik

BR/FR/US 2002 Laufzeit 130 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 08.05.2003

Kommentare zu City of God

  • 10
    Melzer 23.10.2014, 21:47

    City of God

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    Nachdem ich heute wirklich den ganzen Tag unterwegs war, hatte ich eigentlich vor den Abend mit einem ruhigen Film anzugehen und einfach zu entspannen. Da ich schließlich irgendwie bei "City of God" landete, welchen ich zum ersten Mal sah, kann ich sagen, dass das nichts wurde. Nicht mal ein bisschen...

    ...denn "City of God" ist wirklich das Gegenteil eines ruhige Filmes. Der Alltag in der Favela, welche den selben Namen wie der Film trägt, ist von Anarchie, Hass und Gewalt geprägt und der Film stellt all dies auch absolut unverblümt da. Er beginnt noch relativ langsam und steigert sich dann in Tempo und Intensität von Szene zu Szene, was das ganze zu einem durchgehend spannenden Erlebnis macht.
    Die eigentliche Geschichte ist in mehrere Episoden gegliedert und beinhaltet ein paar kleine Zeitsprünge. Über den Film hinweg erfahren wir die Geschichten so mancher in dem Slum gescheiterter Existenz und mitten drinnen die des jungen Erzählers Buscapé, der versucht entgegen aller Schwierigkeiten seinen Traum, Fotograf zu werden, zu verwirklichen und dem grauenvollen Leben der Favela zu entfliehen.

    Der Film bedient sich über nahezu die gesamte Länge einer absolut schonungslosen Brutalität. So wird in einer Szene ein Kind dazu gezwungen ein anderes Kind zu erschießen und in einer anderen entdeckt ein kleiner Junge die Freude am Töten, während er in einem Hotel eine Hand voll Unschuldiger kaltblütig erschießt. Ein Menschenleben ist am Ort des Geschehens oft scheinbar nichts wert und es wird verdeutlicht, wie die Kinder schon früh in all das hineingeraten und kaum eine Chance haben dem irgendwie zu entfliehen.
    Wenn man bei all dem Leid und Elend dann an den Titel denkt, wird einem bewusst wie zynisch dieser gewählt ist, denn die "City of God" kann unmöglich die Stadt eines Gottes sein, wie wir ihn uns in der Regel vorstellen.
    So schafft es der Film auch durchaus seinen Zuschauer zum Nachdenken anzuregen, wenn man sich denn nur darauf einlässt und den Film nicht nur als bloße Gewaltorgie ansieht.

    Nach meinem ersten Eindruck ein durch und durch guter Film, von dem ich das Gefühl habe, dass er mich so schnell nicht loslassen wird. Erst einmal 10/10. Ich werde ihn jedoch sicherlich nochmal sehen, da er mich heute Abend echt ein wenig erschlagen hat.

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    • 8
      Bletch 09.09.2014, 09:27

      City of God ist ein Ort, dem Gott wohl von Beginn an den Rücken zugekehrt hat.
      Gewaltverbrechen und Korruption beherrschen den Alltag im Armenviertel und Kinder spielen mit Waffen statt mit Spielzeug.
      Das menschliche Leben ist hier mehr oder weniger nichts wert.
      Geschildert wird das Leben der Drogenbanden in den Favelas vom friedfertigen Hobbyfotografen Buscapé (gesprochen von Xavier Naidoo!), der dort von klein auf unter sehr gefährlichen Bedingungen mit den Bandenmitgliedern aufwächst.
      Er erzählt von der Entstehung der jeweiligen Banden, ihrer Rivalität untereinander und natürlich vom Drogen, Mord und Totschlag bestimmten Alltag.
      Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Alice Braga) werden alle Beteiligten von Laien dargestellt, die selbst aus den Favelas stammen und den Film so authentisch wie nur möglich machen.
      Das ist die große Stärke des Films und wäre mit professionellen Darstellern vermutlich nicht viel besser möglich gewesen.
      City of God beruht auf wahren Begebenheiten, was den Film irgendwie noch schockierender macht als er ohnehin schon ist.
      Nichts für schwache Nerven, aber auf jeden Fall beeindruckend und sehenswert!

      • 7
        loveissuicide 23.08.2014, 23:18

        Ja, der ist ganz gut. Mir persönlich dauerte er ein wenig zu lang, hat meinen Geschmack nicht zu 100% getroffen, aber ich kann die ganzen hohen Wertungen schon ein wenig nachvollziehen. Diese Favelas sind wirklich kein besonders schöner Ort, nirgends scheint man sich da wohl fühlen zu können. Das hat der Film ganz gut rübergebracht.

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          TheEighthHorcrux 13.08.2014, 17:05

          Ein erschreckender, ehrlicher und schonungsloser Film über die Armut und den Drogenhandel in Brasiliens Slums. Auch wenn einige hoffnungsvolle Szenen eingestreut sind, wird zum Schluss doch die Ausweglosigkeit deutlich, diesem Leben zu entkommen.
          Man schnappt beim Schauen Luft ob der Grausamkeit der Drogendealer gegenüber kleinen Kindern, aber fast noch schockierender ist für mich der Schluss, als eben diese kleinen Kinder, 8, 9, maximal 11 Jahre alt, ihren Peiniger eigenhändig und grausamst erschießen; und es wird klar, sie werden später genauso werden, es gibt kein Entkommen.
          Zutiefst aufrüttelnder Film, keine leichte Kost, aber durchaus sehenswert.

          • 9
            Drax 30.06.2014, 19:27

            Fernando Meirelles "City of God" ist wahrlich ein Meisterwerk das für mich mit zu den besten Filmen der 2000er zählt.
            Meirelles schafft mit seinem Film einfach ein grandioses Portrait über das Armenviertel Cidade de Deus in Rio de Janeiro und zeigt somit auch die Schattenseiten des aufstrebenden Brasiliens.
            Obwohl hierbei die Gewalt und das Verbrechen im Mittelpunkt stehen und der ganze Film äußerst temporeich inszeniert ist, ist "City of God" für mich dennoch gewaltverliebter Film.
            So zeigt "City of God" einfach eindrucksvoll die Gewaltspirale die kein Ende nehmen will, bestes Beispiel hierfür ist die Figur des Mané, dieser möchte sich aufgrund der Ermordung seines Bruders an Locke rächen und wird dabei schließlich selbst zum Gangster und erschießt einen Wachmann, der Sohn des Wachmannes schließt sich nun wiederum Locke an um sich an Mané zu rächen, so dass am Ende Rache auf Rache bzw Gewalt auf Gewalt folgt.
            Die extreme Gewaltspirale und deren Folgen wird dabei anhand von vielen kleinen Geschichten gezeigt die sich immer wieder berühren und überschneiden.
            Was den Film dabei neben dieser gelungenen Erzählweise besonders stark macht ist seine realistische und authentische Darstellung der Geschehnisse, so gibt es beispielsweise keine Schwarzweißmalerei und die Grenzen zwischen Gut und Böse verwässern des öfteren bei den Figuren.
            Generell sind die Figuren sehr gut herausgearbeitet und dazu auch überzeugend gespielt und das obwohl die Cast beinahe vollständig aus Laiendarstellern bestand. Auch ansonsten kann der Film inszenatorisch voll und ganz überzeugen, so dass "City of God" alles in allem beste Unterhaltung bietet und dazu eindrucksvoll die Schattenseiten Brasiliens offenlegt.

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              Congenial 01.06.2014, 17:58

              Auf jeden Fall einer meiner Lieblingsfilme! Tolle Bilder,eine krasse Story und unglaublich authentische Schauspieler machen den Film zu etwas ganz besonderem!

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              • 8 .5
                filmfuzzy 04.02.2014, 18:24

                Der brasilianische Spielfilm ist bei uns kaum bekannt. Das heißt aber nicht, dass es ihn nicht gibt. Ganz im Gegenteil. Mit „City of God“ kommt ein richtiges Meisterwerk in die deutschen Kinos, wenn man der L.A. Times glauben darf. Doch ganz so hoch möchte ich die Sache nicht hängen.
                Es ist eine Geschichte die in den Favelas, den Elendsquartieren von Rio spielt, auch Cidade de Deus genannt. Wer hier aufwächst der hat mit 16 schon die schönsten Jahre seines Lebens hinter sich.
                Der Autor des Buches, Paulo Lins, wuchs hier auf. Er weiß wovon er schreibt. Und seine Figur finden wir auch im Film. Er ist Buscape (Alexandre Rodrigues), der träumt, einmal ein berühmter Fotograf zu werden. Er, Locke (Leandro Firmino da Hora) und Benny (Phelipe Haagensen) haben sich vorgenommen möglichst schnell reich zu werden. Und das geht nur wenn man mit Drogen handelt. Sie fangen ganz im Kleinen an, bis sich die Chance bietet, groß einzusteigen. Diese Chance nützen sie und geraten immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens. Während Buscape sein Ziel als Fotograf verfolgt, haben die beiden anderen nur Sex und Crime im Kopf. Dabei werden die Mittel immer rücksichtsloser und ein Menschenleben ist nicht viel wert. Locke ist der gefürchtete Drogendealer von Rio und in der Stadt Gottes ist sein Wort Gesetz…. bis Mane Galinha (Seu Jorge) auftaucht. Mane wird Zeuge der Vergewaltigung seiner Freundin durch die Bande von Locke, und beschließt Rache zu nehmen. Er schart eine Bande von bewaffneten Kindern um sich und in City of God bricht der Krieg aus.
                Packend und virtuos erzählt Regisseur Fernando Meirelles mit atemberaubenden Schnittfolgen die Story von Armut und Drogen, Ehrgeiz und Gewalt aus der Perspektive derer, die sie täglich erleben.
                Hauptdarsteller des Films sind nicht nur die Schauspieler sondern auch die Stadt selbst. Über einhundert Laienschauspieler aus ganz Rio haben acht Monate für diesen Film geprobt. Und das gibt ihm eine ungeheure Authentizität und Glaubwürdigkeit. Die Schlussszene bleibt noch lange haften – da überfallen 12jährige Kinder in Badehosen mit großkalibrigen Waffen einen Supermarkt.
                Nominiert für den Oscar als bester ausländischer Film der gute Chancen hat zu gewinnen.

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                  Cinepheel 14.01.2014, 02:30

                  Episodenhaftes Portrait eines von Gewalt geprägten städtischen Mikrokosmos. Der Reiz der Erzählung und gleichzeitig das Kunststück des Films besteht darin zu zeigen, wie noch die skrupellosesten Bewohner dieses Mikrokosmos von zutiefst menschlichen Sehnsüchten geleitet werden, was dem Zuschauer eine kritische Reflektion seiner eigenen Menschlichkeit ermöglicht, die er in diesen Figuren repräsentiert sieht. Der Film verharmlost die Gewalt weder, noch empört er sich über sie aus der sicheren und widerspruchsfreien Perspektive des moralisch Überlegenen. Stattdessen nimmt er die Perspektive des jugendlichen Beobachters ein, der unvoreingenommen über die Widersprüche staunt, von denen er sich umgeben sieht, und berücksichtigt dabei auch das gern und häufig verschwiegene Faktum, dass Menschen Gewalt nun einmal lieben. Was mir nicht gefallen hat war die montagebedingte Clip-Ästhetik des Films, die manchmal mit seiner rohen erzählerischen Kraft einen Kampf um Vorherrschaft zu führen scheint - den Vorwurf vollkommener Unangemessenheit kann man allerdings nicht machen, da die Perspektive, mit der die einzelnen Geschichten erzählerisch verknüpft sind, nunmal die des jugendlichen Reporters ist.
                  Am Rande: Die deutsche Synchronisation ist ein beschämendes Graus, in dem schauspielerisch unausgebildete Sprecher wie Xavier Naidoo auf schamlose Weise ihren Dilettantismus ausleben, und sollte darum unbedingt vermieden werden.

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                  • 9
                    CuchillaPitimini 13.01.2014, 01:39

                    Krasser, sehenswerter Film über ein Leben zwischen Armut und Gewalt. Die Geschichte um Buscape und seine Freunde bzw. Feinde ist spannend und in meinen Augen ehrlich erzählt. Das Tempo des Films stimmt, Musik und Bild sind super aufeinander abgestimmt und ohnehin hat mir die Kameraführung und der Schnitt hier außerordentlich gut gefallen. Die Figuren hatten Charakter und Wiedererkennungswert. Zum Teil besticht der Film sogar durch eine Art von Humor, über die man zwar nicht lachen will, aber dennoch muss (ging mir zumindest so).
                    Alles in allem auf jeden Fall sehenswert, spannend und außergewöhnlich.

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                    • 9 .5
                      cronic 03.01.2014, 23:41

                      City of God 10/10

                      Mir gefällt die portugiesische Sprache sehr, auch schon Tropa de Elite war und ist immer noch einer meiner Lieblingsfilme. Wurde nicht enttäuscht, bis auf die Bildqualität.

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                      • 10
                        Locke_der_Boss 12.12.2013, 22:42

                        Habe mich in letzter Zeit gefragt, wo die guten Schauspieler bleiben heutzutage... Ah ja da sind sie ja. Beeinduckende Leistung, die der Schauspieler. Berührend und schockierend-realistische Story, insgesamt 1 meiner 2 Lieblingsfilme. Weiß nicht genau wieso aber ich könnte den viel noch 30 mal sehen und mir würde trotzdem nicht die Langweile aus dem Ohr laufen. Hammer Film, und alle die in noch nicht gesehen haben:"Es lohnt sich (: "
                        Allerliebste Grüße
                        Locke der Boss

                        Ps. Jetzt fragt euch mal wieso ich so heiße ;)

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                          natedb 01.12.2013, 17:19

                          "City of God" - ein Ort der Anarchie, der Armut, der Korruption, des Verbrechens.
                          Ein Ort des Scheiterns.
                          Die Exposition beginnt im Höhepunkt des Konfliktes zweier rivalisierender Banden, mittendrin der junge Buscapé, dessen Traum es ist Fotograf zu werden. Aus seinem Blickwinkel wird die Eskalation zum höllischen Bandenkrieg in Rückblenden erzählt, er fungiert dabei als eine Art Beobachter, der in den sich anbahnenden Auseinandersetzungen nur bedingt eine Rolle spielt und uns die unvorstellbaren Missstände seines Viertels, die Beziehungen der einzelnen Charaktere und allgemeine Hintergründe erläutert. Selten wurde ein Off-Erzähler besser eingesetzt, als in diesem Film.
                          Mit einer hektischen Kamera wurde die hitzige Stimmung des Armenviertels perfekt eingefangen, schnelle Schnitte, unruhige Aufnahmen. Fernando Meirelles bleibt in den harten Szenen meist subtil, doch obwohl man letztlich weniger Blut sieht als in anderen Genre-Filmen, ist das Ergebnis hier nicht weniger brutal und verstörend. In der City of God ist Mord Alltag - Vergewaltigungen, Drogenhandel. Sogar vor der Tötung kleiner Kinder wird nicht zurückgeschreckt.
                          Diese Unterwelt ist Buscapés Heimat, ein Teufelskreis, dem Buscapé mittels seiner Vernunft und Moralität zu entkommen versucht.
                          Ein nachdenklicher, tiefschürfender Film mit einer einnehmenden Atmosphäre - hart, direkt, authentisch! Unglaublich, dass Meirelles überwiegend mit Laiendarstellern gearbeitet hat, denn diese sind absolut überragend!
                          Bedrückend, hoffnungsvoll, fantastisch!

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                            LivingDead 03.11.2013, 18:03

                            Großes Plus des Filmes ist seine Frische in Darstellung und Erzählweise zu seinem Entstehungszeitpunkt. Denn viel Neues zu sagen hat der Film nicht, bedient er sich doch bei den bewährten Gangsterfilm-Paradigmen, garniert diese mit etlichen Zeitsprügen, durch die vermeintliche Nebencharaktere immer wieder ins Zentrum gerückt werden. Hierdurch entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik, welche durch schnelle Schnitte, untermalt mit hämmernden Sounds, noch unterstrichen wird. Die Darsteller - Laiendarsteller zum großen Teil - wirken größtenteils authentisch, was vor allem durch das oftmals improvisierte Spiel noch verstärkt wird. Insgesamt wird ein dynamisch-waberndes Bild einer Stadt gezeichnet, die von allen Göttern schon lange verlassen zu sein scheint.

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                              unikasm 27.10.2013, 15:11

                              Brasilien ist der weltweit größte Verbraucher von Kokain. Buscapé wächst hier in den Favelas auf, inmitten von Drogenhandel und Gewalt. Er gerät immer tiefer in das Geflecht aus Gewalt und Bandenkriegen. Bis alles droht, zu eskalieren. FAZIT: Meisterwerk

                              • 7 .5
                                Slevin_Kelevra23 22.10.2013, 14:21

                                Eindrucksvolles und bildgewaltiges Drama über den Bandenkrieg in Rio. Dieser Film ist nichts für schwache Gemühter, zu dratsisch und gewaltsam wird die Geschichte der unterschiedlichen Gangsterbosse erzählt. Dieses Drama regt zum Nachdenken an und hinterlässt bei jedem einen bleibenden Eindruck. Basierend auf wahren Begebenheiten schafft Regisseur...einen Film, der es mit den besten seines Genre ohne mit der Wimper zu zucken, aufnehmen kann. Verzweiflung, Aussichtslosigkeit, Liebe, Gewalt, Rache, Hoffnung. Darauf besteht das Leben der Menschen in der Stadt Gottes.

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                                • 6 .5
                                  Comicverkäufer 14.09.2013, 00:26

                                  Kaum zu glauben, dass hier die Wirklichkeit als Vorlage diente und nicht die reine Gewaltfantasie eines Drehbuchautors. Schockierend ist allerdings für mich weniger die Gewaltdarstellung, als vielmehr diese leichtfüßige Art, mit der die Gewalt selbst als normaler, weil allgegenwertiger, Teil des Alltags dargestellt wird. Schockierend deshalb, weil die Art der Presäntation nach kürzester Zeit dafür sorgt, daß auch ich als unbeteiligter Zuschauer, die Gewalt als Teil der Geschichte akzeptiert habe.
                                  Eigentlich wollte ich dem Film eine deutlich niedrigere Wertung geben, weil mich die deutsche Synchronisation geärgert hat. Der ganze Film klingt wie die 80er Teeny-Prolo-Möchtegern-Cool-Sprache, die womöglich im O-Ton sinnvoll ist, aber im Deutschen leider daneben klingt.
                                  "City of God" ist ein Film, den man gesehen haben sollte. Sei es auch nur um sich seine eigene Meinung zu bilden, denn einem Gespräch über die Thematik des Films sollte man auf jeden Fall etwas beizusteuern haben.

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                                    Andy Dufresne 16.07.2013, 06:11

                                    Magic(o)-Movie # 3

                                    Wo Gott herkommt.
                                    An einem Platz, der alles ist.
                                    Nur nicht göttlich.

                                    „Wenn du weg läufst, fangen sie dich und wenn du bleibst fressen sie dich.
                                    So war es schon immer, seit ich denken kann!"

                                    Visuell ein Meisterwerk!
                                    Dramaturgisch ein Meisterwerk!
                                    Darstellerisch ein Meisterwerk!

                                    Unterdrückung.
                                    Unterdrückung der Gefühle.
                                    Unterdrückung des Wohlstandes.
                                    Unterdrückung der Entwicklung.
                                    Unterdrückung der Sexualität.
                                    Unterdrückung von echter Freiheit in jeglicher Hinsicht also.

                                    „Gibt es einen besseren Platz für Wunder als einen Ort der Stadt Gottes heißt?"

                                    Kein Platz könnte weiter davon entfernt sein...

                                    „Das Leben in der Stadt Gottes war das Fegefeuer.
                                    Jetzt wurde es zur Hölle.“

                                    Und so wird es weiter wechseln:
                                    Von Fegefeuer zu Hölle, von Hölle zu Fegefeuer.

                                    Und es wird immer neue Zwerge geben, die den großen, (vermeintlichen Riesen) ehemaligen Zwergen nachfolgen.

                                    Die Revolution frisst ihre Kinder.
                                    Die Armut, die Gewalt und das Verbrechen tun dies auch.
                                    Endlos.

                                    „Gangster geben nie auf, sie ziehen nur mal kurz den Kopf ein…"

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                                      danklorix 15.07.2013, 04:38

                                      "Entschuldigung kleiner, kannst du mir sagen wie ich zum Maracanã Stadion komme?", "Verschwinde aus unserer Nachbarschaft, du alter Sack! Ich bin LOCKE! Is klar Mann? LOCKE! Ich buchstabier es dir ähh....L...O...G...Ä...ähm, is ja egal! Ich bin jedenfalls der König des Viertels!"
                                      "Is klar kleiner, verarschen kann ich mich selbst, jetzt schieb ma die Info rüber...sonst gibt`s was auf die Glocke, Locke!"
                                      "Ey pass bloß auf! Ich hol meinen großen Bruder und meinen Cousin, die machen dich alle!"
                                      Jaja...hab den kleinen Scheißer nicht ernst genommen...hat mich 6 Stunden Folter und drei Finger gekostet...seit diesem Vorfall mach ich nur noch Urlaub in der Bretagne!

                                      Ach ja...der Film...geht ab wie Tony Montana im Vorschulkindergarten. Kein besonders gutes Werbevideo für den brasilanischen Immobilienmarkt, aber unter dem Gesichtspunkt einer Fake - Doku über Südamerikansche ADHS - Kinder, ein KRACHER!

                                      PRÄDIKAT: SAMBA...de Janeiro!

                                      "Die Sonne ist für alle da, der Strand nur für die die es verdient haben."
                                      City of God

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                                        elmnope 11.06.2013, 20:34

                                        Wenn Gewalt nichts als Gewalt gebärt und der Name einer Stadt geradezu zynisch anmutet, so abwesend wie Gott hier zu sein scheint, ist man im filmischen Universum von City of God angelangt.
                                        Es gibt keine Unschuld, kein Recht und Gesetz- hier regiert derjenige, der noch skrupelloser und brutaler agiert als der Rest, niemand kann oder will etwas dagegen tun, es gibt nur rivalisierende Banden und Polizisten sind auch nur Gangster unter dem Deckmantel des Gesetztes.
                                        Hoffnungen auf einen Neuanfang werden öfter zerschlagen, als dass sie wahr werden; in der City of God endet fast jeder am Ende als blutende Leiche auf der Straße. Nichts ist alltäglicher als Gewalt
                                        Mit viel Tempo vereint der Film Mileustudie und Gangsterfilm, gibt seinen Figuren aber immer genug Raum, beleuchtet persönliche Motive und Dramen und die Konsequenzen, die diese nach sich ziehen. Sympathie und Antipathie für die Charaktere liegen dabei oftmals nah bei einander.
                                        Episodenhaft wird ein Abschnitt aus der City of God erzählt. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass es je anders war oder jemals anders sein wird. Dabei ist der Film nicht nur kompromisslos und brutal, sondern ebenso spannend und unterhaltsam, manchmal sogar heiter. Ein Werk, das man sehen sollte. Und dann noch mal...und noch mal...und noch mal...

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                                          anakyn 03.06.2013, 15:34

                                          Super Film!!! Durch die episodische Erzählweise muss man auch mal ein bisschen aufpassen, entdeckt neue Zusammenhänge, erfährt mehr über Personen, Orte und Motive des Films usw. Buscapé ist n cooler Held (der von X. Naidoo auch klasse gesprochen wird).

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                                            Ravelux 26.05.2013, 01:26

                                            Ich kenne noch nicht viele Slum-Filme aber dieser ist eindeutig mein allerliebster. Dieser Film ist mehr als empfehlenswert und könnte ich jeden Tag schauen ohne, dass der Film langweilig wird.

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                                              Oliver0403 24.04.2013, 04:51

                                              Durchgehend unbekannte Darsteller muss nciht heissen, dass der Film schlecht ist. Aber als herausragend würde ich den Film trotzdem nicht bezeichnen. Er ist größtenteils sehr unterhaltsam und nur selten langweilig.
                                              Aber zum ganz großen Film fehlt noch das gewisse Etwas. Ist jedenfalls meine persönliche Meinung.
                                              *Spoiler*
                                              Zumal ich jetzt auch nicht unbedingt ein großer Fan davon bin, wenn sich Jugendbanden über einen langen Zeitraum hinweg permanente Kriege liefern. Und das war ja eines der zentralen Themen des Films.

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                                                MrKatsumi 23.04.2013, 12:15

                                                OmU im Kino. Ich war ziemlich überrascht über den mehrfach eingebrachten Tarantino-Style.
                                                Hatte ich überhaupt nicht mit gerechnet und mir ehrlich gesagt auch was, in der filmsprachlichen Darstellung, anderes vorgestellt. Bin vollends bereichert worden.

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                                                  HomerSimpson09 21.04.2013, 15:13

                                                  Ich hatte aufgrund der hohen Community und Kritiker-Wertungen hier sowie der hohen Wertung in der ImDb-250 Liste sehr hohe Erwartungen an diesen Film. Leider muss ich im Nachhinein gestehen dass er diese nicht ganz erfüllen konnte. City of God ist schonungslos, realistisch und stellenweise sehr brutal. Wenn ein Kind ein anderes hinrichtet schlägt einem das schon sehr auf den Magen. Die Idee des FIlms mit einem Erzähler der die lose Verknüpften Stränge zusammenführt gefiel mir. Allerdings ist für mich das große Manko dieses Films dass er mich, vielleicht auch durch die teilweise episodenhafte Struktur nie wirklich gepackt hat und ich so immernoch eine gewisse Distanz hatte, wodurch mir auch die ganz schlimmen Szenen nicht so nahe gingen wie sie es vielleicht sollen und sicher auch bei manchen tuen. Trotzdem alles in allem ein bemerkenswerter Film, der mich vor allem schockiert weil er, so hört man, sehr nah an der Realität ist. Einfach mal ein mutiger und anderer Film, aber leider kein Meisterwerk.

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                                                    kobbi88: Die Drei Muscheln 18.03.2013, 19:08

                                                    Eigentlich ist „City of God“ nur die Geschichte von Buscapé, einem Jungen aus Rio de Janeiro. Eigentlich ist es ne Geschichte, wie sie viele kennen. Es werden das Aufwachsen mit Familie und Freunden gezeigt, seine Versuche Mädchen kennen zu lernen, den Traumberuf zu bekommen.
                                                    Ja, eigentlich. Denn Buscapé wächst in der Cidade de Deus auf, einer Favela in Rio de Janeiro, die von Verbrechen, Gewalt und Drogen beherrscht wird. In verschiedenen Episoden erfährt man von Kindern, die sich in der Gangsterwelt nach oben morden, die zu einflussreichen und gewalttätigen Gangsterbossen werden. Man erfährt von Jugendkriminalität, von Rache, von Armut, von Verrat. Ungeschönt, knallhart.
                                                    Und in dieser Welt muss sich Buscapé nun behaupten. Irgendwie klar kommen. Versuchen, seinen eigenen Weg zu gehen. Und auf dem richtigen Weg bleiben.

                                                    Buscapé ist Erzähler und Bindeglied der Geschichten. Er ist der rote Faden.

                                                    Die Schauspieler sind extrem authentisch, die Gewalt roh und brutal. Optisch ist es manchmal total abstoßend, auch vor den dreckigsten Orten wird kein Halt gemacht, auch die heftigsten Episoden werden ungeschönt gezeigt. Und der Film zieht einen wirklich in seinen Bann. Ich zumindest hab irgendwann gemerkt, dass ich mit offenem Mund auf den Bildschirm gestarrt habe. Wie lange? Keine Ahnung.
                                                    Neben der Coming-of-Age-Geschichte und dem Gangsterdrama ist dieser Film aber auch Sozialstudie, die zeigt, wie Hilflosigkeit, Perspektivlosigkeit und Gewalt die Kinder in den Favelas selbst zu Gangster werden lassen. Wenn sie denn überhaupt überleben.

                                                    City of God – dramatisch, faszinierend und brutal ehrlich. Ein überragender Film.

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