"City of Gods" ist durch die Bank weg genial. Realismus und Detailtreue wird groß geschrieben. Gewalt, Drogen und Korruption stehen im Gegensatz zum trügerischen Touristenbild Brasiliens. Als Betrachter wird man einfach gefesselt und schockiert, ja teilweise auf eine Gefühlsachterbahn geschickt. Man sieht die zwei unterschiedlichen Wege zweier Armutskinder aus den Slums und die damit verbundenen Probleme, besonders für Buscapé, der versucht den ehrlichen Weg zu bestreiten. Vor allem die Vielfalt der komplexen Storyverflechtungen ist hier einzigartig. "City of God" beschreibt den Weg der brasilianischen Gangs in der Vergangenheit, der Gegenwart (Comando Vermelho) und wie er in der Zukunft sein wird. Ein wirkliches Must-See!
Wenn Dir "City of God" gefallen hat, solltest Du auch "Tropa de Elite" schauen. Hat auf der Berlinale den Silbernen Bären gewonnen, ist aber nie in Deutschland ins Kino gekommen.
könnte ich genau so unterschreiben. hab mir den film gerade eben angesehn und muss sagen er ist mit einem wort GENIAL!!! mehr fällt mir da momentan noch nicht dazu ein :-)
"City of God" ist die Antithese zum klagenden Neorealismus des lateinamerikanischen Slum-Kinos der Sechziger. Dieser Film beginnt wie ein Video-Clip (Meirelles hat viele Werbespots inszeniert) mit raschen Schnitten: Eine Klinge wird geschärft, eine Trommel geschlagen, ein Huhn flattert durch die engen Gassen, verfolgt von seinen hungrigen Mördern. "City of God" badet in Lokalkolorit und Testosteron, genießt den Überschwang und die Exzentrizität, platzt wie seine Protagonisten vor ungezähmter Energie - anders als die millimeterscharf durchkalkulierten "Gangs of New York", denen dieser ansteckende Enthusiasmus fehlt.
City of God, oder wenn Kinder noch jüngere Kinder töten / hinrichten. Am Anfang war dieses morden noch krass, aber nach und nach gewöhnt man sich fast an dieses Szenario (wurde weiter unten ja schon erwähnt), mir war das insgesamt fast schon ein bisschen zu viel Gewalt, realitätsnähe hin oder her, aber davon leben der Film und die Thematik. Der Rest am Film stimmt ebenfalls, Kamera, erzählweise, Darsteller etc., da waren die 9.0 in der Vorhersage durchaus gerechtfertigt und werden sogar nochmals um 0.5 Punkte überboten.
Nun bin ich endlich auch zu der Sichtung dieses einmaligen Werks gekommen, welches den Titel CITY OF GOD trägt und aus dem Jahr 2002 stammt. Die französisch-brasilianisch-amerikanische Produktion dreht sich um das echte, reale Leben auf den Straßen der „Stadt Gottes (City of God)“ in Rio de Janeiro. Sie zeigt die brutale Wahrheit dieses Lebens, die einen wie mit der Faust ins Gesicht trifft. Gespickt voller Gewalt, Pistolen und Drogen - aber auch Party, Freundschaft und Liebe. Und sehr viel Tod. Der Film ist so unglaublich gut inszeniert, vor allem die Kamera ist sehr, sehr gut. Dazu kommen die Laien-Darsteller, die fast allesamt zu überzeugen wissen; wobei hier besonders der Protagonist heraussticht. Das Story-Telling war ebenfalls sehr schön und überzeugend, die verschiedenen Blickwinkel auf die Geschichte lockern das Ganze ein wenig auf und machen es noch spannender. So kommt zu keiner Zeit etwas wie Langeweile auf, es ist durchweg spannend und der Film vergeht wie im Flug. Ein überaus lohnenswerter Film; ganz großes Kino!
Schleichende Übelkeit macht sich breit, bei so viel Menschenverachtung auf einmal. Die Diskussion der "Kindergang" am Ende, wen sie alles wegen was abknallen wollen, setzt dem ganzen noch die blutige Krone auf.
Mein spontaner Gedanke während der Abspann noch läuft:
"verdammt abgefuckt"
"Why remain in the City of God where God has forgotten you?"
~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~
"City of God" ist ein ernüchterndes Milieu-Drama, das fernab von Hollywood ohne bekannte Gesichter auskommt und man sich auf einer über 2-stündigen Laufzeit auf Portugiesisch mit Untertiteln ansehen darf. Wenn man dann am Ende erfährt, dass das tatsächlich passiert ist, darf man zurecht einmal schlucken. Im Film gibt es keine Helden, sondern nur Verbrecher und jene, die dem Verbrechen nicht entkommen können. Kopfschüsse und Drogenhandel gehören dabei genauso zum Alltag wie gepflegte Vergewaltigungen oder die Pistole zum 7. Geburtstag, wenn nicht sogar schon früher. Gnadenlos schön und atemberaubend sind die Bilder, aber natürlich auch ebenso blutig die Welt, die sie darstellen. Natürlich ist die geschilderte Erzählung ein Zyklus, der sich von Anfang bis Ende als Teufelskreis erweist, aber der Film verzichtet darauf einen direkten Appell zu richten. Der Film verschlingt den Zuschauer geradezu in seiner Welt, sodass sich dieser am Ende die Frage stellt, wie es nur gelingen konnte zwei Stunden so bombastisch zu füllen. Man nimmt jeder Figur ihre Realität ab, von klein bis groß machen alle Darsteller ihre Sache super, auch wenn fast alle bereits nach kurzer Zeit abserviert werden. Was bleibt ist ein etwas mulmiges Gefühl und das Verständnis, weshalb dieses fremdsprachige Machwerk als Meisterwerk gilt.
Ein wahnsinnig guter Film. Wenigstens mal einer, der zeigt, wie es wirklich läuft. Vieles daran hat mich eigentlich schockiert, aber es wegzulassen, hätte nur die Authentizität zerstört. Damit meine ich beispielsweise dass so viele Kinder erschossen werden - wirklich heftig.
Was ich aber ein wenig schade fand ist, dass Buscapé, obwohl er die Hauptperson ist, das ganze eigentlich nur von außen betrachtet. Er kennt zwar die Leute und scheint ideologisch auch Stellung zu beziehen, schließt sich aber keiner der beiden Gruppierungen an. Das ist allerdings so eine Sache, ohne die der Film nicht auf die gleiche Weise funktionieren würde. Aber am Ende enttäuscht er mich ein wenig, hinsichtlich dessen, was er mit den Fotos macht.
Solider Film, der mich allerdings eher wenig mitreißen konnte, da es im Grunde genommen keine wirklichen Überraschungen gab. Auch das Basieren auf wahren Begebenheiten merkt man ihm stellenweise an, wodurch eine Brise von Dokumentarfilmcharakter im Film weht.
Alles in allem finde ich den Film etwas langweilig, obgleich gut gemacht.
Fraglos muss sich - sofern man mal von den verschiedenen Örtlichkeiten absieht - Fernando Meirelles´ "City of God" mit Danny Boyles "Slumdog Millionär" messen lassen. Doch diesen Vergleich kann der Brasilianer eindeutig für sich entscheiden, denn während der eine unter hipper Chartmukke eine halbstarke Mischung aus (versucht) bitterem Landesporträt, hübscher Sightseeingtour und bollywoodschem Liebesmärchen kreiert, zeigt der andere ein von kompromissloser Schonungslosigkeit gezeichnetes Abbild der Realität, das sich gewaschen hat.
Wir nehmen teil am Leben des jungen Buscape, der unter keinen einfachen Bedingungen in der sogenannten Stadt Gottes aufwächst. Schnell wird klar, dass er anders ist als die anderen Jungen seines Alters - er hat einen Traum: Fotograf will er werden.
Doch dies ist nicht einfach, denn in seiner Umgebung scheint es mehr darum zu gehen, die Definition eines echten Gangsters zu erstellen, als sich aus dem Elend zu befreien.
Wie ist er denn jetzt, der echte Gangster? Nun, er ist kreativ, weil als echter Gangster reicht es eben nicht, mit einer Kanone rumzufuchteln, man braucht auch Ideen. Gangster sind höchstens geil, lieben aber nicht; Gangster geben nie auf, sie ziehen nur mal kurz den Kopf ein. Gangster morden auch nicht, die Bullen legen alle um, und obendrein gebe ich euch auch noch schnell die Erläuterung, wann man ein Mann ist: Wenn man schnieft, raucht, klaut und Menschen tötet. Fotografieren gehört leider nicht dazu. Und so spielt Busca keine besonders wichtige Rolle im dortigen Leben. Die Hauptrollen spielen andere, Buscas Bruder zum Beispiel.
Der und seine Wild Angels bilden die erste Gang des Wohngebietes. Um groß rauszukommen, überfallen sie ein Vergnügungsetablissement mit liebevollen Ankündigungen wie:"Ganz ruhig, das ist nur ein kleiner Überfall.", und - zur weiteren Deeskalation perfekt geeignet - :"Hände hoch! Keine Angst, ich will nur euer Geld."
Wie beruhigend.
Nebenbei werden weltbewegende Fragen wie:"Du hast ja `ne Wampe - kriegst du überhaupt einen hoch?" aufgeworfen, um kurze Zeit später als Fischhändler, Pfarrer und Verliebter das Dasein zu fristen - bis zum bitteren Ende. Irgendwie nicht ganz so unverdient.
Besser macht es die zweite Generation Bösewicht, angeführt vom unerschrockenen Locke, dem Bruder eines der echten Gangster. Und dieser hat coole Gegner -
eine Karotte, einen Stecher und Zwerge -, aber auch coole Freunde - einen Playboy namens Bene.
Locke - früher, als er noch klein und unschuldig war, liebevoll als Löckchen bezeichnet - steigt nach und nach empor zum König des Dealens. Wenn das legal wäre, dann wäre er längst Unternehmer des Jahres, so viel ist klar. Töten macht ihm auch großen Spaß, das beweisen seine weißen Zähnchen nach jedem gelungenen Mord. Welch Pfundskerl.
Und zwischendurch mal wieder Neues vom kleinen Einmaleins der Männer jenseits der Gesetze. Vorhin lernten wir etwas über die Gangster, jetzt blicken wir kurz auf die Karrieremöglichkeiten eines kleines Jungen aus der Stadt Gottes:
Erst bist du Läufer, dann wirst du zum Späher, dann darfst du dich Pusher nennen, irgendwann gar Soldat, bis du zum Geschäftsführer aufsteigst - quasi der rechten Hand des großen Chefs.
Und woher wissen wir das alles?
Von unserem Hobbyfotografen. Er erzählt uns alles. Aus dem Off - langweilend und nervig, sagt der eine; zurückhaltend und super, sage ich. Nur hin und wieder setzt seine Stimme ein, das tut gut, ist nicht auf-, sondern eindringlich sind seine Beiträge. Manchmal sogar recht witzig, manchmal eher nicht so. Selten habe ich eine derart gelungen eingesetzte Offstimme gesehen bzw. gehört.
"Das Leben in der Stadt Gottes war das Fegefeuer - und nun wurde es zur Hölle."
Busca hat ein Ziel vor Augen, einen Traum, und sucht so einen Ausweg, um diesem Elend zu entrinnen. Je eher, desto besser, denn plötzlich - ich finde, ich habe genug gespoilert - sprengen die Ketten und der Bezirk steht buchstäblich unter Dauerbeschuss. Und genau das ist es, was der Regisseur probiert, auszusagen. Es gibt kein Entkommen. Normalerweise zumindest. So setzt sich der Regisseur über die traumtänzerischen Heile-Welt-Formeln der Filmwelt hinweg und sagt, wie es wirklich ist: einmal unten, immer unten.
Natürlich ist der Weg des Buscape genau so ein typischer "Glaub an deine Träume - und alles wird gut"-Lebensweg, wie er fast überall als bewegtes Bild zelebriert wird, doch wer z. B. die letzte Szene richtig deutet, der kriegt schnell heraus: Buscape hat Glück, er ist ein Einzelfall, der Großteil schafft dies nie und verendet irgendwo zwischen dem Stern Davids (Uzi, 9mm) und Menschen, die lesen können - und zwar Bilder. Einmal Läufer, immer Läufer. Der Kreislauf voller Karotten, Stecher und Locken wird ewig weitergehen. Es wird wohl weiter heiter geschnieft und getötet werden. Und das ist die Aussage von "City of God" - keine andere.
Da werden auch Locke und Co gerne zu kleinen Antihelden. Verständlich, man versteht ihn und seine Kumpanen einfach. Und fühlt mit ihnen.
Formelloses Realitäts-Kino nach wahren Begebenheiten eben. Schnörkellos, ungeschönt und authentisch.
Dem Ensemble merkt man an, dass sie sich auskennen in der Welt zwischen Mord und Totschlag. Größtenteils Laien, die wie Profis spielen. Die Musik ist auch wieder so ein Ding. Mag die Szene auch noch so dramatisch sein, sie ist immer erheiternd, relativ frisch und locker. Aber wiederum doch immer passend.
Eine hintergründige, tief in die Materie gehende Geschichte samt interessanten Fakten, lebhaften Charakteren und Dialogen und getragen von einer Menge Hoffnungslosigkeit.
Wo soll ich beginnen?
Ich weiß es ehrlich nicht. City of God hat mich gut zwei Stunden beeindruckt, deshalb wäre es taktlos, einem Grund mehr Gewichtigkeit zu verleihen als einem anderen. Oder doch? Nehmen wir einmal die Kameraführung, die Perspektiven und die Bilder, mit denen dem ewartenden Zuschauer die Stadt Gottes, die Cidade de Deus, gezeigt wird, einem Slum in Rio de Janeiro fernab von Zuckerhut und Copacabana. Brillant verpackt er die Schönheit Brasiliens und seines Lebensstils, in ständigem Kontrast zum Drogenkartell, dem Waffenschmuggel und dem Bandenkrieg. Und so schwebt der Film daher, zwischen Porträtierung und Drama, Dokumentation und Kriminalfilm. Oder zwischen den einzelnen Schicksalen, die in der Stadt Gottes gefangen sind. Man kann es so formulieren, dass ein unbekannter brasilianischer Regisseur mit fast ausschließlich Laienschauspielern Göttliches produziert hat, einen Film mit ausgzeichneter Erzählstruktur und bestechender Authenzität. Das wäre deutlich weniger taktlos. Doch am Besten bringt ihr meine erzählerischen Fähigkeiten erst gar nicht in Verlegenheit und schaut ich diesen Leckerbissen unverzüglich an!
„City of God“ lädt den Zuschauer zwar mit magischen Tönen und beeindruckenden Bildern in die „Stadt Gottes“ ein, verabschiedet sich allerdings beinahe so fix. Die ersten Aufnahmen sind wenig berauschend und halten den Zuschauer bereits ab dato, eher unabsichtlich auf einer gewissen Distanz. Unmittelbar nach diesem massiven Schnitzer, begegnen dem Zuschauer unqualifizierte Darsteller, welche tatsächlich über sämtliche Steinchen taumeln, die ihnen zwischen die Beine geworfen werden. Mittlerweile wird die anfängliche Toleranz des Publikums zu frustrierter Unzufriedenheit und die „Stadt Gottes“ wird verständlicherweise unsympathisch. Gangster, Verbrecher, Mörder, Drogendealer und Bandenkriege, bei denen Revolver schnell zum Spielzeug werden, weshalb „City of God“ aber noch lange nicht besonders ist. Unglaublich. Unglaublich unbefriedigend. Problematisch unproblematisch. Nein, seinem Status wird hier wirklich niemand gerecht. Da schaut man, als Zuschauer, auch liebend gerne über die „Wahrheit“ hinweg, welche hinter der „Stadt Gottes“ stecken mag. Unverständlich albern, weshalb auch niemand um Verzeihung bitten muss, sollte er „City of God“ verabscheuen.
Alles kla, deine Meinung. Ich und ein Großteil des restlichen Publikums fanden ihn unterhaltsam bis ziemlich geil. Schade das er bei dir nicht funktioniert, aber so wie ich das gesehen habe ist bei dir auch ne kleine Bewertungsflaute von den Punkten her. Irgendwo sind sie schon noch die guten Filme, einfach weiter suchen. ;)
Gewalt, Drogen und Tod stehen auf der Tagesordnung in der "Stadt Gottes". Überall wo man hinsieht, beobachtet man Kinder und Jugendliche, bewaffnet bis zum Hals, immerzu fluchend und hasserfüllt. Korrupte Polizisten, Schießereien, tote, von Kugeln durchlöcherte Menschen auf der Straße. Mit Ehrlichkeit kommst du nicht weit. Ein Ort, wo es keine Hoffnung gibt, keine Chance auf Frieden, niemals mehr. Gott hat diese Stadt schon vor langer Zeit verlassen, und er wird auch nicht wieder zurück kommen.
Es ist beeindruckend wie schonungslos realistisch hier die andere Seite des Touristenmagnets Rio de Janeiro offen gelegt wird. "City of God" ist schwere Kost und kann beim Zuschauer in so mancher Szene Abscheu, Angst und Trauer hervorrufen. Wegsehen sollte man dennoch nicht. Denn sonst würde man sich einer Gefühlsachterbahn, hervorgerufen von einer starken Regie und mitreißenden Laien-Darstellern, sowie einer der authentischsten Inszenierungen und einem insgesamt schwer grandiosen Film entziehen.
Ich könnte über "City of God" noch um einiges ausführlicher berichten, aber viele Worte hat dieser Film nicht nötig. Lieber sollte man sich ihn schleunigst besorgen und selbst sehen, wenn man dieses populäre Werk versäumt hat.
Du hörst Schüsse, wo kommen sie her ?
Du hörst Rufe: "Du Arschloch, komm mal daher !"
Doch du willst leben, du bleibst nicht stehen.
Du drehst dich um. Hat er dich gesehen ?
Du rennst, du betest, du schreist.
In deiner Hysterie du grundlos auf Goethe verweist.
Dann verweist du auf Shakespeare:
"Sein oder nicht sein ?" Aber bloß nicht hier !
Du bist nicht im Knast wegen Mordes,
aber trotzdem bist du des Todes.
Du hast Angst, willst nicht mehr leben.
Vielleicht solltest du dich ergeben...
Jetzt ist es zu spät, vor dir steht ein bewaffnetes Kind.
Du sagst ihm: "Hör auf damit, geschwind !"
Doch er will dich nur töten, versteht nicht den Sinn deines Wortes.
Schließ die Augen ! Du bist in der Stadt Gottes.
„City of God“ involviert uns zwei Stunden in eine Geschichte, die das Leben schrieb und von welcher die letzten Worte längst nicht verfasst sind. Der Film packt uns am Arm, rafft uns mit aller erdenklicher Kraft auf und schreit uns ins Gesicht.
Dies ist eine Studie, die die Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit in verwahrlosten brasilianischen Wohnverhältnissen beschreibt, das dort herrschende Leben in schonungslosen Szenen festhält und das Abirren in kriminelle Machenschaften zeigt.
Kaum jemand, der dort lebenden Menschen, glaubt, dass es jemals ein Leben außerhalb dieses jetzt ablaufenden Daseins geben wird. Wo soll man auch hin? Wo findet man Arbeit? Woher nimmt man das Geld und die fehlende Bildung? Es ist ein Teufelskreis, welchen man nur zu gerne entkommen würde. Aber man kommt nicht dagegen an.
Und so blüht den Kindern das selbe Schicksal, das auch ihre großen Brüder oder ihre Väter er- und durchlebt haben. Viele geraten auf die schiefe Bahn, flüchten sich in Drogengeschäfte, die für Gewinn und Respekt sorgen. Geschäfte, die Macht verschaffen und das Ansehen einbringen, das man sonst niemals erreicht hätte – jedenfalls nicht auf legalem Weg. Sie geraten in einen Sumpf des Verbrechens, aus welchem sie sich nicht mehr befreien können, sie versinken immer mehr und wenn sie dagegen ankämpfen, dann erreichen sie einen noch schnelleren Tod als eigentlich vorgesehen.
Liebe und Geborgenheit erleben sie nicht zu Hause, sie erleben sie auf der Straße, sie erleben sie bei Gräueltaten, weil sie hier von ihren Freunden, die sie meist schon seit Kindheitstagen kennen, unterstützt und gestärkt werden. Und dieses Schema zieht sich durch alle Generationen und sorgt schlussendlich für einen Generationszusammenhalt, der sich auf den Straßen blutig entlädt. Es ist ein Vor- und Nachleben.
In mal staubigen, dreckigen und kühlen Bildern, die allesamt eine bedrückende und vor allem realitätsnahe Atmosphäre vermitteln, verdeutlicht man das Verdienen des täglichen Brotes in einem Viertel, das mit „Stadt Gottes“ keinen unpassenderen Namen tragen könnte.
Es ist ein Ort, der von Waffengeschäften, korrupten Einmischungen der Polizei und von ständigen Schusswechseln verfeindeter Banden geprägt ist. Es gibt keine Sekunde Ruhe, keine Vernunft, keine Gnade. Ein Viertel, das ständig von Hass, Terror und Gewalt heimgesucht wird, das ein neues und friedlicheres Leben nicht zulässt.
In erstklassigen Schnitten und Kameraeinstellungen, die die Hektik und auch die (in einigen Szenen) vorkommende Panik zweifellos gewaltig festhalten, erzeugen die Macher ein unbeschreibliches Mittendrin-Gefühl. Zudem lässt der Film eine Sache zu: die nachvollziehbare Bindung zu den Protagonisten.
Niemand ist hier der Teufel oder der Bösewicht. Sie alle sind nur von einer Umgebung beeinflusst, die nichts anderes als ihr derzeitiges Leben zulässt.
„City of God“ erzählt mit dem Hauptcharakter Buscapè (Alexandre Rodriguez), der auch als Erzähler dient, eine Irrfahrt durch ein brasilianisches Armenviertel, das längst keine Seltenheit war und auch heute keine ist. Buscapè ist ein junger Mann, der ein Ziel hat: Er möchte Fotograf werden. Dabei kämpft er gegen den Abstieg ins Drogen- und Waffengeschäft an, setzt sich klare Richtungen und Standpunkte. Sein Streben richtet sich nach einem besseren Leben - einer lohnenswerteren Zukunft. Aber der Weg ist hart und dunkel. Und man will gar nicht wissen, wer daran schon alles gescheitert und zerbrochen ist.
Gleichzeitig erzählt uns „City of God“ eine Geschichte, die von zerstörten Träumen und einer zerrütteten Zukunft handelt. Und nicht zuletzt erst dadurch die Gewalt erfährt, die sie erfährt.
Ein faszinierender Abstieg in verschiedene Leben und Schicksale, die uns auch am eigenen Leib hätten treffen können. Denn wer kann schon selbst beeinflussen, wo und wann er geboren wird?
@Punsha: Dann viel Spaß!
@Souli: Bin ich mal auf Deine Bewertung gespannt. :)
@Mr.Film: Dank Dir fürs Lob! :-)
@Johnny: Mach ich immer. :D Und danke.
@Anne: Dann aber ruckzuck, hoffe er begeistert Dich genauso wie mich! Und Dir natürlich auch vielen Dank.
Ja, ich bin mir auch unsicher ob ich ihn noch aufwerten soll.... also für mich ist er eine 10 aber er gehört nicht zu meinen Lieblingsfilmen.... das alte Problem!
Also versuch ich alles etwas abzuwerten: sprich eine 9 ist das höchste der Gefühle.
Vielleicht entdecke ich für mich aber noch ein besseres Wertesystem, wer weiß!?
Auch wenn diese Geschichte wahr ist, reitet mir der Film doch ein wenig zu sehr auf bestimmten Mustern herum und kommt auch nicht mit einer wirklich neuen Moral um die Ecke, sodass das Gesamtpaket mich am Ende des Tages leider nicht wirklich berührt. Handwerklich einwandfrei gemacht - nur hatte ich bei einer Vorhersage von 9.0 doch ein wenig mehr erwartet.
Teste dich und finde heraus welcher Film dein Herz erobern könnte:
Frage 1:
'Guckst du dir auch gerne Filme an die auch außerhalb von Hollywood produziert wurden?'
◊Ja/Nein -Ja!
Frage 3:
'Gefallen dir Gangsterfilme die aber auch mit anderen Elementen spielen?'
◊Ja/Nein -Ja!
Frage 4:
'Interissieren dich Filme die auf wahren Begebenheiten basieren?'
◊Ja/Nein -Ja!
Frage 5:
'Sind Filme für dich OK die nichts verschönern sondern alles knallhart präsentieren?'
◊Ja/Nein -Ja!
Genug anderer Fragen später: 'Unser System hat einen passenden Film für sie rausgesucht: "City of God". Beantworten sie bitte die letzte Frage nach der Sichtung.
Frage 35:
'Gefällt dir der Film "City of God"?'
◊Ja/Nein -Nein. Ich liebe ihn.
Realismus in seiner puren Form. Fernab von schön und gut. Jungs die im Vorhof der Hölle aufwachsen. Jungs ohne Perspektive. Grandiose Schauspieler die keine Schauspieler sind. Eine Geschichte die das Leben geschrieben hat. Charaktere die vom Leben gezeichnet sind, Persönlichkeiten die man anfängt zu lieben, zu hassen.
In der "City of God" haben Kinder keine Kindheit. Sie leben in einer Welt die man in seiner schlimmsten Zeit mit Vietnam vergleichen könnte, eine Welt aus der die Protagonisten entkommen wollen, eine Welt in der die Protagonisten herrschen wollen. Kein Glück. Keine Verherrlichung. Einfach die dreckige Realität in der "Stadt Gottes".
Ein Film der vieles nicht bietet: Keine Stars. Kein großes Budget. Keine hübschen Schauplätze.
Doch dafür bietet er viel mehr: Ein Film der von Herzblut erfüllt ist. Schauspieler die aus dieser Gegend kommen und deswegen so authentisch sind. Düstere Kulissen gemixt mit diesem unglaublichen Score.
Die Geschichte? Erlebt es selber.
"Vater unser im Himmel
geheiligt werde unser Name
unser Reich komme
unser Wille geschehe
im Himmel so auch auf Erden
unser tägliches Brot nehmen wir uns heute
und vergib uns unsere Schuld
die wir nicht vergeben unseren Schuldigern
und führe uns in Versuchung
Denn wir lieben das Böse
Amen."
Ich glaub, ich muss den echt mal wieder anschaun. Meine 7,5 Bewertung scheint mir irgendwie nicht ganz zutreffend.
Ist aber auch schon länger her, dass ich den Film gesehen habe.
Hoffi, ich hoffi du holst den Rest nach :)
@Hellbilly: Hört sich für mich natürlich nach zu wenig Punkten an, aber ich seh den Film ja nicht mit deinen Augen. Zweitsichtung empfehl ich aber natürlich :)
@Andie: Da sind wir schon zu zweit mit dem Lieblingsfilm :)
@Stu: :D Mein nächster 'Fehler' wird kommen, ganz bestimmt ;)
@Carmine: Bin erfreut und vorgemerkt!
@Andy: Ach, mir reichts wenn ich weiß das er dir gefällt :)
Und wieder mal schafft es ein Kommentar bei mir, den Film nochmal Revue passieren zu lassen und die letzten 0,5 Punkte bis zum Lieblingsfilm aufzuwerten. Recht hast Du, Mr. Film!
Kindliche Liebe, Bruderliebe, Jugendliebe, unerwiderte Liebe, die Liebe zur Gewalt, die Liebe zu Drogen. Treue Freunde, Verräter, Fehden, Rache. Sex, Vergewaltigung, Raub, Blutbäder.
All diese Motive, die wir sonst aus Mafiadramen kennen, werden uns hier in der Cidade de Deus auf beeindruckende Weise vorgeführt.
"City of God" beginnt rasant: Eine Horde von minderjährigen Kriminellen jagt frenetisch einem Huhn hinterher, das soeben dem Schlachtermesser entkommen ist. Schließlich kesseln sie es auf offener Straße ein. Zwischen Jägern und Gejagtem eingeklammert: Der Junge Buscapé, die einzige gute Seele in der Stadt Gottes und unser Führer in diesem furiosen Epos.
Das Tempo der ersten Sequenz drosselt der Film danach nur noch minimal. Zu viel hat Regisseur Mereilles in den nachfolgenden 2 Stunden zu erzählen. Zu viele Figuren bevölkern seine Geschichte, alle einzigartig in ihrem Weg durch den Plot und alle mit großer Authentizität gespielt. Es ist fast erschreckend, wie der Film "mal so nebenbei" in einem kurzen Nebenplot von einem Einzelschicksal erzählt, das genügend Stoff für einen eigenständigen Film bieten würde.
Drei Jahrzehnte dürfen wir erleben, die stilistisch nicht unterschiedlicher sein könnten: Die 60er Jahre mit einer romantisierten Westernballade, danach die 70er, wie man sich die 70er eben vorstellt: Bunte Shirts, blauer Himmel, Abhängen mit Freunden am Strand, "Kung Fu Fighting" in der Disko. Ein abrupter Schnitt führt uns in die 80er in kühlem Blaustich, und ab da geht es bergab. "City of God" endet so gnadenlos und impulsiv wie die Jagd auf das Huhn im Intro.
"City of God" ist mein Lieblingsfilm, einer, der mich überwältigt zurückgelassen hat.
Ist ein beispielloser Cocktail aus verschiedensten Themen, Konflikten und Gefühlen.
Ist keine fingerzeigende Milieustudie á la "Seht nur, wie schlecht es denen dort geht! Die armen Kinder!", sondern ein modernes Antimärchen, mal dunkel und depriminierend, mal mit lebensbejahendem Enthusiasmus.
Ein Film, der nicht nur die dramatischen Verratsakte aus den Pate-Filmen, nicht nur die tragischen Einzelschicksale der Scorsese-Gangsterdramen, nicht nur die stilistische Perfektion der Ritchie-Filme, nicht nur die unvergesslichen Figuren aus Tarantinos Feder hat. Sondern ein Mix all dessen ist.
"City of God" hat einfach alles. Und ist deshalb der einzige Film, bei dem ich es wage, das Prädikat "Perfekt" zu verleihen.
City of God - Kritik
FR/BR/US 2002 Laufzeit 130 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 08.05.2003
Kritiken (2) — Film: City of God
Stryke: inderzange.de
Kommentar löschen"City of Gods" ist durch die Bank weg genial. Realismus und Detailtreue wird groß geschrieben. Gewalt, Drogen und Korruption stehen im Gegensatz zum trügerischen Touristenbild Brasiliens. Als Betrachter wird man einfach gefesselt und schockiert, ja teilweise auf eine Gefühlsachterbahn geschickt. Man sieht die zwei unterschiedlichen Wege zweier Armutskinder aus den Slums und die damit verbundenen Probleme, besonders für Buscapé, der versucht den ehrlichen Weg zu bestreiten. Vor allem die Vielfalt der komplexen Storyverflechtungen ist hier einzigartig. "City of God" beschreibt den Weg der brasilianischen Gangs in der Vergangenheit, der Gegenwart (Comando Vermelho) und wie er in der Zukunft sein wird. Ein wirkliches Must-See!
Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten
feininger75 2009/05/27 10:27:11
Antwort löschenWenn Dir "City of God" gefallen hat, solltest Du auch "Tropa de Elite" schauen. Hat auf der Berlinale den Silbernen Bären gewonnen, ist aber nie in Deutschland ins Kino gekommen.
jannis 2009/05/27 10:56:04
Antwort löschenGuter Tipp, kommt gleich auf die Merkliste!
Stryke 2009/05/27 14:15:43
Antwort löschenUnd "Tropa de Elite" auf meine. ;)
Tarantino69 2011/01/10 23:33:57
Antwort löschenHabe selten einen Film gesehen, der so hart und gleichzeitig so mitreißend ist... TOP Film für mich die nummer 1
Alle 6 Antworten zeigen
BustaBuzz 2011/02/24 18:45:41
Antwort löschenwunderbar
to-ler2010;) 2011/09/04 20:55:34
Antwort löschenkönnte ich genau so unterschreiben. hab mir den film gerade eben angesehn und muss sagen er ist mit einem wort GENIAL!!! mehr fällt mir da momentan noch nicht dazu ein :-)
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen"City of God" ist die Antithese zum klagenden Neorealismus des lateinamerikanischen Slum-Kinos der Sechziger. Dieser Film beginnt wie ein Video-Clip (Meirelles hat viele Werbespots inszeniert) mit raschen Schnitten: Eine Klinge wird geschärft, eine Trommel geschlagen, ein Huhn flattert durch die engen Gassen, verfolgt von seinen hungrigen Mördern. "City of God" badet in Lokalkolorit und Testosteron, genießt den Überschwang und die Exzentrizität, platzt wie seine Protagonisten vor ungezähmter Energie - anders als die millimeterscharf durchkalkulierten "Gangs of New York", denen dieser ansteckende Enthusiasmus fehlt.
Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (136) — Film: City of God
Kommentar schreibenCaptainHowdy 2012/02/07 09:49:19
Kommentar löschenCity of God, oder wenn Kinder noch jüngere Kinder töten / hinrichten. Am Anfang war dieses morden noch krass, aber nach und nach gewöhnt man sich fast an dieses Szenario (wurde weiter unten ja schon erwähnt), mir war das insgesamt fast schon ein bisschen zu viel Gewalt, realitätsnähe hin oder her, aber davon leben der Film und die Thematik. Der Rest am Film stimmt ebenfalls, Kamera, erzählweise, Darsteller etc., da waren die 9.0 in der Vorhersage durchaus gerechtfertigt und werden sogar nochmals um 0.5 Punkte überboten.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
alex023 2012/01/26 21:23:59
Kommentar löschen„Humpel nicht so!“
Nun bin ich endlich auch zu der Sichtung dieses einmaligen Werks gekommen, welches den Titel CITY OF GOD trägt und aus dem Jahr 2002 stammt. Die französisch-brasilianisch-amerikanische Produktion dreht sich um das echte, reale Leben auf den Straßen der „Stadt Gottes (City of God)“ in Rio de Janeiro. Sie zeigt die brutale Wahrheit dieses Lebens, die einen wie mit der Faust ins Gesicht trifft. Gespickt voller Gewalt, Pistolen und Drogen - aber auch Party, Freundschaft und Liebe. Und sehr viel Tod. Der Film ist so unglaublich gut inszeniert, vor allem die Kamera ist sehr, sehr gut. Dazu kommen die Laien-Darsteller, die fast allesamt zu überzeugen wissen; wobei hier besonders der Protagonist heraussticht. Das Story-Telling war ebenfalls sehr schön und überzeugend, die verschiedenen Blickwinkel auf die Geschichte lockern das Ganze ein wenig auf und machen es noch spannender. So kommt zu keiner Zeit etwas wie Langeweile auf, es ist durchweg spannend und der Film vergeht wie im Flug. Ein überaus lohnenswerter Film; ganz großes Kino!
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KonTaicho 2012/01/14 19:58:01
Kommentar löschenSchleichende Übelkeit macht sich breit, bei so viel Menschenverachtung auf einmal. Die Diskussion der "Kindergang" am Ende, wen sie alles wegen was abknallen wollen, setzt dem ganzen noch die blutige Krone auf.
Mein spontaner Gedanke während der Abspann noch läuft:
"verdammt abgefuckt"
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Maracaibo 2012/01/06 02:06:28
Kommentar löschenGroßartige Aufnahmen, perfekt-autentische Charaktäre, spannende Handlung, für mich persönlich einer der besten Filme aller Zeiten!
Kommentar gefällt mir Antworten
J!GS4W 2011/12/31 02:50:35
Kommentar löschen"Why remain in the City of God where God has forgotten you?"
~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~
"City of God" ist ein ernüchterndes Milieu-Drama, das fernab von Hollywood ohne bekannte Gesichter auskommt und man sich auf einer über 2-stündigen Laufzeit auf Portugiesisch mit Untertiteln ansehen darf. Wenn man dann am Ende erfährt, dass das tatsächlich passiert ist, darf man zurecht einmal schlucken. Im Film gibt es keine Helden, sondern nur Verbrecher und jene, die dem Verbrechen nicht entkommen können. Kopfschüsse und Drogenhandel gehören dabei genauso zum Alltag wie gepflegte Vergewaltigungen oder die Pistole zum 7. Geburtstag, wenn nicht sogar schon früher. Gnadenlos schön und atemberaubend sind die Bilder, aber natürlich auch ebenso blutig die Welt, die sie darstellen. Natürlich ist die geschilderte Erzählung ein Zyklus, der sich von Anfang bis Ende als Teufelskreis erweist, aber der Film verzichtet darauf einen direkten Appell zu richten. Der Film verschlingt den Zuschauer geradezu in seiner Welt, sodass sich dieser am Ende die Frage stellt, wie es nur gelingen konnte zwei Stunden so bombastisch zu füllen. Man nimmt jeder Figur ihre Realität ab, von klein bis groß machen alle Darsteller ihre Sache super, auch wenn fast alle bereits nach kurzer Zeit abserviert werden. Was bleibt ist ein etwas mulmiges Gefühl und das Verständnis, weshalb dieses fremdsprachige Machwerk als Meisterwerk gilt.
~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~ PENG ~
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Zak 2011/12/24 00:06:50
Kommentar löschensehr ergreifend
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Murphante 2011/12/24 09:43:25
Antwort löschendas stimmt ... aber auch nur der erste Teil
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Zak 2011/12/26 14:37:42
Antwort löschenkenn die anderen Teile nicht....
TheDrPepperPower 2012/02/05 04:22:53
Antwort löschen"City of God 5: Resurrection" ist der beste
Grochni 2011/12/23 12:53:37
Kommentar löschenEin wahnsinnig guter Film. Wenigstens mal einer, der zeigt, wie es wirklich läuft. Vieles daran hat mich eigentlich schockiert, aber es wegzulassen, hätte nur die Authentizität zerstört. Damit meine ich beispielsweise dass so viele Kinder erschossen werden - wirklich heftig.
Was ich aber ein wenig schade fand ist, dass Buscapé, obwohl er die Hauptperson ist, das ganze eigentlich nur von außen betrachtet. Er kennt zwar die Leute und scheint ideologisch auch Stellung zu beziehen, schließt sich aber keiner der beiden Gruppierungen an. Das ist allerdings so eine Sache, ohne die der Film nicht auf die gleiche Weise funktionieren würde. Aber am Ende enttäuscht er mich ein wenig, hinsichtlich dessen, was er mit den Fotos macht.
Trotzdem der Hammer.
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Canis Majoris 2011/12/14 14:06:38
Kommentar löschenSolider Film, der mich allerdings eher wenig mitreißen konnte, da es im Grunde genommen keine wirklichen Überraschungen gab. Auch das Basieren auf wahren Begebenheiten merkt man ihm stellenweise an, wodurch eine Brise von Dokumentarfilmcharakter im Film weht.
Alles in allem finde ich den Film etwas langweilig, obgleich gut gemacht.
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Alexander Supertramp 2011/12/05 17:58:09
Kommentar löschenWundervoller Film, allerdings nichts für zarte Gemüter. Hat mich persönlich ein wenig abgestumpft im Bezug auf Gewalt.
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Irrelevant21 2011/11/17 22:07:54
Kommentar löschenIn diesem Herausragenden Film ist zu sehen wie wenig für manche Menschen , das Leben anderer Wert ist.
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fabel 2011/10/26 00:24:22
Kommentar löschenJungfrau (solo), pleite, sucht ...
Fraglos muss sich - sofern man mal von den verschiedenen Örtlichkeiten absieht - Fernando Meirelles´ "City of God" mit Danny Boyles "Slumdog Millionär" messen lassen. Doch diesen Vergleich kann der Brasilianer eindeutig für sich entscheiden, denn während der eine unter hipper Chartmukke eine halbstarke Mischung aus (versucht) bitterem Landesporträt, hübscher Sightseeingtour und bollywoodschem Liebesmärchen kreiert, zeigt der andere ein von kompromissloser Schonungslosigkeit gezeichnetes Abbild der Realität, das sich gewaschen hat.
Wir nehmen teil am Leben des jungen Buscape, der unter keinen einfachen Bedingungen in der sogenannten Stadt Gottes aufwächst. Schnell wird klar, dass er anders ist als die anderen Jungen seines Alters - er hat einen Traum: Fotograf will er werden.
Doch dies ist nicht einfach, denn in seiner Umgebung scheint es mehr darum zu gehen, die Definition eines echten Gangsters zu erstellen, als sich aus dem Elend zu befreien.
Wie ist er denn jetzt, der echte Gangster? Nun, er ist kreativ, weil als echter Gangster reicht es eben nicht, mit einer Kanone rumzufuchteln, man braucht auch Ideen. Gangster sind höchstens geil, lieben aber nicht; Gangster geben nie auf, sie ziehen nur mal kurz den Kopf ein. Gangster morden auch nicht, die Bullen legen alle um, und obendrein gebe ich euch auch noch schnell die Erläuterung, wann man ein Mann ist: Wenn man schnieft, raucht, klaut und Menschen tötet. Fotografieren gehört leider nicht dazu. Und so spielt Busca keine besonders wichtige Rolle im dortigen Leben. Die Hauptrollen spielen andere, Buscas Bruder zum Beispiel.
Der und seine Wild Angels bilden die erste Gang des Wohngebietes. Um groß rauszukommen, überfallen sie ein Vergnügungsetablissement mit liebevollen Ankündigungen wie:"Ganz ruhig, das ist nur ein kleiner Überfall.", und - zur weiteren Deeskalation perfekt geeignet - :"Hände hoch! Keine Angst, ich will nur euer Geld."
Wie beruhigend.
Nebenbei werden weltbewegende Fragen wie:"Du hast ja `ne Wampe - kriegst du überhaupt einen hoch?" aufgeworfen, um kurze Zeit später als Fischhändler, Pfarrer und Verliebter das Dasein zu fristen - bis zum bitteren Ende. Irgendwie nicht ganz so unverdient.
Besser macht es die zweite Generation Bösewicht, angeführt vom unerschrockenen Locke, dem Bruder eines der echten Gangster. Und dieser hat coole Gegner -
eine Karotte, einen Stecher und Zwerge -, aber auch coole Freunde - einen Playboy namens Bene.
Locke - früher, als er noch klein und unschuldig war, liebevoll als Löckchen bezeichnet - steigt nach und nach empor zum König des Dealens. Wenn das legal wäre, dann wäre er längst Unternehmer des Jahres, so viel ist klar. Töten macht ihm auch großen Spaß, das beweisen seine weißen Zähnchen nach jedem gelungenen Mord. Welch Pfundskerl.
Und zwischendurch mal wieder Neues vom kleinen Einmaleins der Männer jenseits der Gesetze. Vorhin lernten wir etwas über die Gangster, jetzt blicken wir kurz auf die Karrieremöglichkeiten eines kleines Jungen aus der Stadt Gottes:
Erst bist du Läufer, dann wirst du zum Späher, dann darfst du dich Pusher nennen, irgendwann gar Soldat, bis du zum Geschäftsführer aufsteigst - quasi der rechten Hand des großen Chefs.
Und woher wissen wir das alles?
Von unserem Hobbyfotografen. Er erzählt uns alles. Aus dem Off - langweilend und nervig, sagt der eine; zurückhaltend und super, sage ich. Nur hin und wieder setzt seine Stimme ein, das tut gut, ist nicht auf-, sondern eindringlich sind seine Beiträge. Manchmal sogar recht witzig, manchmal eher nicht so. Selten habe ich eine derart gelungen eingesetzte Offstimme gesehen bzw. gehört.
"Das Leben in der Stadt Gottes war das Fegefeuer - und nun wurde es zur Hölle."
Busca hat ein Ziel vor Augen, einen Traum, und sucht so einen Ausweg, um diesem Elend zu entrinnen. Je eher, desto besser, denn plötzlich - ich finde, ich habe genug gespoilert - sprengen die Ketten und der Bezirk steht buchstäblich unter Dauerbeschuss. Und genau das ist es, was der Regisseur probiert, auszusagen. Es gibt kein Entkommen. Normalerweise zumindest. So setzt sich der Regisseur über die traumtänzerischen Heile-Welt-Formeln der Filmwelt hinweg und sagt, wie es wirklich ist: einmal unten, immer unten.
Natürlich ist der Weg des Buscape genau so ein typischer "Glaub an deine Träume - und alles wird gut"-Lebensweg, wie er fast überall als bewegtes Bild zelebriert wird, doch wer z. B. die letzte Szene richtig deutet, der kriegt schnell heraus: Buscape hat Glück, er ist ein Einzelfall, der Großteil schafft dies nie und verendet irgendwo zwischen dem Stern Davids (Uzi, 9mm) und Menschen, die lesen können - und zwar Bilder. Einmal Läufer, immer Läufer. Der Kreislauf voller Karotten, Stecher und Locken wird ewig weitergehen. Es wird wohl weiter heiter geschnieft und getötet werden. Und das ist die Aussage von "City of God" - keine andere.
Da werden auch Locke und Co gerne zu kleinen Antihelden. Verständlich, man versteht ihn und seine Kumpanen einfach. Und fühlt mit ihnen.
Formelloses Realitäts-Kino nach wahren Begebenheiten eben. Schnörkellos, ungeschönt und authentisch.
Dem Ensemble merkt man an, dass sie sich auskennen in der Welt zwischen Mord und Totschlag. Größtenteils Laien, die wie Profis spielen. Die Musik ist auch wieder so ein Ding. Mag die Szene auch noch so dramatisch sein, sie ist immer erheiternd, relativ frisch und locker. Aber wiederum doch immer passend.
Eine hintergründige, tief in die Materie gehende Geschichte samt interessanten Fakten, lebhaften Charakteren und Dialogen und getragen von einer Menge Hoffnungslosigkeit.
Beeindruckend!
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Sigmund 2011/10/26 00:43:05
Antwort löschenSehr treffend, auch der Vergleich mit Slumdog Millionär.
fabel 2011/10/26 11:31:31
Antwort löschenDankesehr.:)
seven 2011/10/26 12:19:19
Antwort löschenBist also auch schwer begeistert, freut mich für dich. :)
Mr.Film 2011/10/26 12:21:36
Antwort löschenIch kann das gleiche nur zu deinem Kommentar sagen: Beeindruckend! :)
fabel 2011/10/26 16:58:03
Antwort löschenMich auch, seven.:)
@Mr.Film:
wow, dankeschön.:)
pellekraut007 2011/10/26 18:21:05
Antwort löschenLieber Fabel, du schreibst es alles und was kann man da nur noch hinzufügen? Nix! Grunz :)
MasterZ 2011/12/01 18:22:07
Antwort löschendu stiehlst uns die show :D aber du hast es Verdient xD
casique 2011/12/26 12:27:15
Antwort löschenvom welchem mond kommst du ?
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fabel 2011/12/26 13:32:43
Antwort löschenWie darf ich das jetzt verstehen? :D
casique 2011/12/27 08:36:56
Antwort löschensorry, war nicht für dich bestimmt, zeile verutscht.
Mighty House 2011/10/17 13:47:16
Kommentar löschenWo soll ich beginnen?
Ich weiß es ehrlich nicht. City of God hat mich gut zwei Stunden beeindruckt, deshalb wäre es taktlos, einem Grund mehr Gewichtigkeit zu verleihen als einem anderen. Oder doch? Nehmen wir einmal die Kameraführung, die Perspektiven und die Bilder, mit denen dem ewartenden Zuschauer die Stadt Gottes, die Cidade de Deus, gezeigt wird, einem Slum in Rio de Janeiro fernab von Zuckerhut und Copacabana. Brillant verpackt er die Schönheit Brasiliens und seines Lebensstils, in ständigem Kontrast zum Drogenkartell, dem Waffenschmuggel und dem Bandenkrieg. Und so schwebt der Film daher, zwischen Porträtierung und Drama, Dokumentation und Kriminalfilm. Oder zwischen den einzelnen Schicksalen, die in der Stadt Gottes gefangen sind. Man kann es so formulieren, dass ein unbekannter brasilianischer Regisseur mit fast ausschließlich Laienschauspielern Göttliches produziert hat, einen Film mit ausgzeichneter Erzählstruktur und bestechender Authenzität. Das wäre deutlich weniger taktlos. Doch am Besten bringt ihr meine erzählerischen Fähigkeiten erst gar nicht in Verlegenheit und schaut ich diesen Leckerbissen unverzüglich an!
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Tjeorrmy 2011/10/16 03:08:39
Kommentar löschen„City of God“ lädt den Zuschauer zwar mit magischen Tönen und beeindruckenden Bildern in die „Stadt Gottes“ ein, verabschiedet sich allerdings beinahe so fix. Die ersten Aufnahmen sind wenig berauschend und halten den Zuschauer bereits ab dato, eher unabsichtlich auf einer gewissen Distanz. Unmittelbar nach diesem massiven Schnitzer, begegnen dem Zuschauer unqualifizierte Darsteller, welche tatsächlich über sämtliche Steinchen taumeln, die ihnen zwischen die Beine geworfen werden. Mittlerweile wird die anfängliche Toleranz des Publikums zu frustrierter Unzufriedenheit und die „Stadt Gottes“ wird verständlicherweise unsympathisch. Gangster, Verbrecher, Mörder, Drogendealer und Bandenkriege, bei denen Revolver schnell zum Spielzeug werden, weshalb „City of God“ aber noch lange nicht besonders ist. Unglaublich. Unglaublich unbefriedigend. Problematisch unproblematisch. Nein, seinem Status wird hier wirklich niemand gerecht. Da schaut man, als Zuschauer, auch liebend gerne über die „Wahrheit“ hinweg, welche hinter der „Stadt Gottes“ stecken mag. Unverständlich albern, weshalb auch niemand um Verzeihung bitten muss, sollte er „City of God“ verabscheuen.
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Wumz 2011/10/16 03:19:56
Antwort löschenAlles kla, deine Meinung. Ich und ein Großteil des restlichen Publikums fanden ihn unterhaltsam bis ziemlich geil. Schade das er bei dir nicht funktioniert, aber so wie ich das gesehen habe ist bei dir auch ne kleine Bewertungsflaute von den Punkten her. Irgendwo sind sie schon noch die guten Filme, einfach weiter suchen. ;)
Anton Chigurh 2011/10/16 03:37:10
Antwort löschen^^Ja Man weiter suchen :)
stuforcedyou 2011/10/16 10:05:29
Antwort löschenAch TJ, die 40% Gemeinsamkeit merkt man leider sehr. Aber egal, keep on rockin' .:. ;)
Mr.Film 2011/10/16 11:40:07
Antwort löschenMein Herz schmerzt.
El Tonno 2011/10/16 12:06:20
Antwort löschenDass wir immernoch 75 % haben ist doch sehr verwunderlich...in letzter Zeit gehen unsere Meinungen sehr auseinander
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duffy 2011/10/16 15:14:48
Antwort löschenGanz arg daneben.
Isolation 2011/10/16 17:41:15
Antwort löschenAlso gewisse Sätze sind schon, na ja, ein bisschen unglücklich formuliert. Aber okay, muss auch erst einmal die 3 Punkte verschmerzen. :-/ Sehr hart.
Punsha 2011/09/17 23:06:29
Kommentar löschenGewalt, Drogen und Tod stehen auf der Tagesordnung in der "Stadt Gottes". Überall wo man hinsieht, beobachtet man Kinder und Jugendliche, bewaffnet bis zum Hals, immerzu fluchend und hasserfüllt. Korrupte Polizisten, Schießereien, tote, von Kugeln durchlöcherte Menschen auf der Straße. Mit Ehrlichkeit kommst du nicht weit. Ein Ort, wo es keine Hoffnung gibt, keine Chance auf Frieden, niemals mehr. Gott hat diese Stadt schon vor langer Zeit verlassen, und er wird auch nicht wieder zurück kommen.
Es ist beeindruckend wie schonungslos realistisch hier die andere Seite des Touristenmagnets Rio de Janeiro offen gelegt wird. "City of God" ist schwere Kost und kann beim Zuschauer in so mancher Szene Abscheu, Angst und Trauer hervorrufen. Wegsehen sollte man dennoch nicht. Denn sonst würde man sich einer Gefühlsachterbahn, hervorgerufen von einer starken Regie und mitreißenden Laien-Darstellern, sowie einer der authentischsten Inszenierungen und einem insgesamt schwer grandiosen Film entziehen.
Ich könnte über "City of God" noch um einiges ausführlicher berichten, aber viele Worte hat dieser Film nicht nötig. Lieber sollte man sich ihn schleunigst besorgen und selbst sehen, wenn man dieses populäre Werk versäumt hat.
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Jack_Torrance 2011/08/17 16:58:03
Kommentar löschenIn der City of God - Ein Gedicht
Du hörst Schüsse, wo kommen sie her ?
Du hörst Rufe: "Du Arschloch, komm mal daher !"
Doch du willst leben, du bleibst nicht stehen.
Du drehst dich um. Hat er dich gesehen ?
Du rennst, du betest, du schreist.
In deiner Hysterie du grundlos auf Goethe verweist.
Dann verweist du auf Shakespeare:
"Sein oder nicht sein ?" Aber bloß nicht hier !
Du bist nicht im Knast wegen Mordes,
aber trotzdem bist du des Todes.
Du hast Angst, willst nicht mehr leben.
Vielleicht solltest du dich ergeben...
Jetzt ist es zu spät, vor dir steht ein bewaffnetes Kind.
Du sagst ihm: "Hör auf damit, geschwind !"
Doch er will dich nur töten, versteht nicht den Sinn deines Wortes.
Schließ die Augen ! Du bist in der Stadt Gottes.
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fkfilmkritik 2011/08/17 17:09:03
Antwort löschenWunderbar.
Jack_Torrance 2011/08/17 17:11:08
Antwort löschenDanke. Das freut mich !
xXxWantedxXx 2011/08/17 17:36:12
Antwort löschenSehr schön.
Jack_Torrance 2011/08/17 17:46:25
Antwort löschenDanke schön :)
Martin Jurgeluks 2011/08/17 18:37:17
Antwort löschenalter! respekt der letzte vers gefällt mir am besten!
Jack_Torrance 2011/08/17 18:47:27
Antwort löschenIch verneige mich in tiefster Dankbarkeit :D
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LynchFan1706 2011/08/17 19:41:04
Antwort löschenSo viel Mühe... Toll... Da verneige ich mich respektvoll!
Jack_Torrance 2011/08/19 15:31:02
Antwort löschenDanke schön zum vierten :D
Isolation 2011/08/16 17:24:27
Kommentar löschen„City of God“ involviert uns zwei Stunden in eine Geschichte, die das Leben schrieb und von welcher die letzten Worte längst nicht verfasst sind. Der Film packt uns am Arm, rafft uns mit aller erdenklicher Kraft auf und schreit uns ins Gesicht.
Dies ist eine Studie, die die Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit in verwahrlosten brasilianischen Wohnverhältnissen beschreibt, das dort herrschende Leben in schonungslosen Szenen festhält und das Abirren in kriminelle Machenschaften zeigt.
Kaum jemand, der dort lebenden Menschen, glaubt, dass es jemals ein Leben außerhalb dieses jetzt ablaufenden Daseins geben wird. Wo soll man auch hin? Wo findet man Arbeit? Woher nimmt man das Geld und die fehlende Bildung? Es ist ein Teufelskreis, welchen man nur zu gerne entkommen würde. Aber man kommt nicht dagegen an.
Und so blüht den Kindern das selbe Schicksal, das auch ihre großen Brüder oder ihre Väter er- und durchlebt haben. Viele geraten auf die schiefe Bahn, flüchten sich in Drogengeschäfte, die für Gewinn und Respekt sorgen. Geschäfte, die Macht verschaffen und das Ansehen einbringen, das man sonst niemals erreicht hätte – jedenfalls nicht auf legalem Weg. Sie geraten in einen Sumpf des Verbrechens, aus welchem sie sich nicht mehr befreien können, sie versinken immer mehr und wenn sie dagegen ankämpfen, dann erreichen sie einen noch schnelleren Tod als eigentlich vorgesehen.
Liebe und Geborgenheit erleben sie nicht zu Hause, sie erleben sie auf der Straße, sie erleben sie bei Gräueltaten, weil sie hier von ihren Freunden, die sie meist schon seit Kindheitstagen kennen, unterstützt und gestärkt werden. Und dieses Schema zieht sich durch alle Generationen und sorgt schlussendlich für einen Generationszusammenhalt, der sich auf den Straßen blutig entlädt. Es ist ein Vor- und Nachleben.
In mal staubigen, dreckigen und kühlen Bildern, die allesamt eine bedrückende und vor allem realitätsnahe Atmosphäre vermitteln, verdeutlicht man das Verdienen des täglichen Brotes in einem Viertel, das mit „Stadt Gottes“ keinen unpassenderen Namen tragen könnte.
Es ist ein Ort, der von Waffengeschäften, korrupten Einmischungen der Polizei und von ständigen Schusswechseln verfeindeter Banden geprägt ist. Es gibt keine Sekunde Ruhe, keine Vernunft, keine Gnade. Ein Viertel, das ständig von Hass, Terror und Gewalt heimgesucht wird, das ein neues und friedlicheres Leben nicht zulässt.
In erstklassigen Schnitten und Kameraeinstellungen, die die Hektik und auch die (in einigen Szenen) vorkommende Panik zweifellos gewaltig festhalten, erzeugen die Macher ein unbeschreibliches Mittendrin-Gefühl. Zudem lässt der Film eine Sache zu: die nachvollziehbare Bindung zu den Protagonisten.
Niemand ist hier der Teufel oder der Bösewicht. Sie alle sind nur von einer Umgebung beeinflusst, die nichts anderes als ihr derzeitiges Leben zulässt.
„City of God“ erzählt mit dem Hauptcharakter Buscapè (Alexandre Rodriguez), der auch als Erzähler dient, eine Irrfahrt durch ein brasilianisches Armenviertel, das längst keine Seltenheit war und auch heute keine ist. Buscapè ist ein junger Mann, der ein Ziel hat: Er möchte Fotograf werden. Dabei kämpft er gegen den Abstieg ins Drogen- und Waffengeschäft an, setzt sich klare Richtungen und Standpunkte. Sein Streben richtet sich nach einem besseren Leben - einer lohnenswerteren Zukunft. Aber der Weg ist hart und dunkel. Und man will gar nicht wissen, wer daran schon alles gescheitert und zerbrochen ist.
Gleichzeitig erzählt uns „City of God“ eine Geschichte, die von zerstörten Träumen und einer zerrütteten Zukunft handelt. Und nicht zuletzt erst dadurch die Gewalt erfährt, die sie erfährt.
Ein faszinierender Abstieg in verschiedene Leben und Schicksale, die uns auch am eigenen Leib hätten treffen können. Denn wer kann schon selbst beeinflussen, wo und wann er geboren wird?
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seven 2011/08/16 17:25:42
Antwort löschenUm deine letzte Frage zu beantworten: Ich!
Isolation 2011/08/16 17:31:45
Antwort löschenSpinner. :-P
Punsha 2011/08/16 17:34:37
Antwort löschenJaaa, da krieg ich doch gleich wieder Lust, den mir zu kaufen. Wird eigentlich auch mal Zeit, sowieso schon lang nicht mehr gesehen...
SoulReaver 2011/08/16 17:40:06
Antwort löschenwerde mir den spätestens übermorgen angucken :)
Mr.Film 2011/08/16 17:49:56
Antwort löschenPerfekter Film/Kommentar :)
JohnnyKee 2011/08/16 17:55:15
Antwort löschenDa hat sich jemand den Ar... aufgerissen. Ich bin restlos begeistert!
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Anne81 2011/08/16 18:01:45
Antwort löschenWird höchste Zeit, dass ich mir diesen Film endlich mal ansehe. Auf jeden Fall mal wieder ein wirklich sehr schön in Worte gefasster Kommentar.
Isolation 2011/08/16 19:16:56
Antwort löschen@Punsha: Dann viel Spaß!
@Souli: Bin ich mal auf Deine Bewertung gespannt. :)
@Mr.Film: Dank Dir fürs Lob! :-)
@Johnny: Mach ich immer. :D Und danke.
@Anne: Dann aber ruckzuck, hoffe er begeistert Dich genauso wie mich! Und Dir natürlich auch vielen Dank.
the comedian 2011/07/23 19:16:46
Kommentar löschenEinfach Ausgezeichnet... Ich hab ihn mir Sekunden später nochmal reingezogen.
Einer der wirklich besten Filme die es gibt!
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Clooney Toons 2011/08/05 00:02:32
Antwort löschenHielt den Kommentar zuerst unglaubwürdig - kann ihn jetzt nachvollziehen! Super Film!
vanilla 2011/08/05 12:19:57
Antwort löschenund dann nur ne 9??
the comedian 2011/08/06 10:49:51
Antwort löschenJa, ich bin mir auch unsicher ob ich ihn noch aufwerten soll.... also für mich ist er eine 10 aber er gehört nicht zu meinen Lieblingsfilmen.... das alte Problem!
Also versuch ich alles etwas abzuwerten: sprich eine 9 ist das höchste der Gefühle.
Vielleicht entdecke ich für mich aber noch ein besseres Wertesystem, wer weiß!?
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riseoner 2011/08/07 23:25:25
Antwort löschenDann geb ihm 10, drück aber nicht auf das rote Herz für Lieblingsfilm. :)
the comedian 2011/08/08 07:18:28
Antwort löschenUnglaublich dass das funktioniert, und erschreckend das ichs noch nicht rausgefunden hab..... :-)
Jenny von T 2011/07/12 17:52:56
Kommentar löschenAuch wenn diese Geschichte wahr ist, reitet mir der Film doch ein wenig zu sehr auf bestimmten Mustern herum und kommt auch nicht mit einer wirklich neuen Moral um die Ecke, sodass das Gesamtpaket mich am Ende des Tages leider nicht wirklich berührt. Handwerklich einwandfrei gemacht - nur hatte ich bei einer Vorhersage von 9.0 doch ein wenig mehr erwartet.
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Mr.Film 2011/07/08 17:58:24
Kommentar löschenTeste dich und finde heraus welcher Film dein Herz erobern könnte:
Frage 1:
'Guckst du dir auch gerne Filme an die auch außerhalb von Hollywood produziert wurden?'
◊Ja/Nein -Ja!
Frage 2:
'Müssen bekannte Schauspieler vorhanden sein?'
◊Ja/Nein -Nein!
Frage 3:
'Gefallen dir Gangsterfilme die aber auch mit anderen Elementen spielen?'
◊Ja/Nein -Ja!
Frage 4:
'Interissieren dich Filme die auf wahren Begebenheiten basieren?'
◊Ja/Nein -Ja!
Frage 5:
'Sind Filme für dich OK die nichts verschönern sondern alles knallhart präsentieren?'
◊Ja/Nein -Ja!
Genug anderer Fragen später: 'Unser System hat einen passenden Film für sie rausgesucht: "City of God". Beantworten sie bitte die letzte Frage nach der Sichtung.
Frage 35:
'Gefällt dir der Film "City of God"?'
◊Ja/Nein -Nein. Ich liebe ihn.
Realismus in seiner puren Form. Fernab von schön und gut. Jungs die im Vorhof der Hölle aufwachsen. Jungs ohne Perspektive. Grandiose Schauspieler die keine Schauspieler sind. Eine Geschichte die das Leben geschrieben hat. Charaktere die vom Leben gezeichnet sind, Persönlichkeiten die man anfängt zu lieben, zu hassen.
In der "City of God" haben Kinder keine Kindheit. Sie leben in einer Welt die man in seiner schlimmsten Zeit mit Vietnam vergleichen könnte, eine Welt aus der die Protagonisten entkommen wollen, eine Welt in der die Protagonisten herrschen wollen. Kein Glück. Keine Verherrlichung. Einfach die dreckige Realität in der "Stadt Gottes".
Ein Film der vieles nicht bietet: Keine Stars. Kein großes Budget. Keine hübschen Schauplätze.
Doch dafür bietet er viel mehr: Ein Film der von Herzblut erfüllt ist. Schauspieler die aus dieser Gegend kommen und deswegen so authentisch sind. Düstere Kulissen gemixt mit diesem unglaublichen Score.
Die Geschichte? Erlebt es selber.
"Vater unser im Himmel
geheiligt werde unser Name
unser Reich komme
unser Wille geschehe
im Himmel so auch auf Erden
unser tägliches Brot nehmen wir uns heute
und vergib uns unsere Schuld
die wir nicht vergeben unseren Schuldigern
und führe uns in Versuchung
Denn wir lieben das Böse
Amen."
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hoffman587 2011/07/08 18:02:00
Antwort löschenSehr interessant, fein fein, wie immer, eine nette Idee am Anfang, sehr schön:)
Mr.Film 2011/07/08 18:09:19
Antwort löschenDanke. Noch nicht gesehen? Dann aber hop hop :)
hoffman587 2011/07/08 18:11:50
Antwort löschenSagen wir es so, teilweise gesehen...:)
Bis dahin würde ich so eine 9 geben:)
Hellbilly 2011/07/08 19:02:51
Antwort löschenIch glaub, ich muss den echt mal wieder anschaun. Meine 7,5 Bewertung scheint mir irgendwie nicht ganz zutreffend.
Ist aber auch schon länger her, dass ich den Film gesehen habe.
Mr.Film 2011/07/08 19:09:09
Antwort löschenHoffi, ich hoffi du holst den Rest nach :)
@Hellbilly: Hört sich für mich natürlich nach zu wenig Punkten an, aber ich seh den Film ja nicht mit deinen Augen. Zweitsichtung empfehl ich aber natürlich :)
__Andie 2011/07/08 19:40:22
Antwort löschenFeiner Kommentar zu meinem Lieblingsfilm :)
stuforcedyou 2011/07/08 22:18:24
Antwort löschensauber. es geht doch ;)
Carmine 2011/07/08 22:22:34
Antwort löschenso ist in der Merkliste übrigens hat es sich schon des öfteren erwiesen das City of God Fans auch Tropa de Elite gefallen hat.
Andy Dufresne 2011/07/08 22:33:47
Antwort löschenEinfallsreicher Kommentar...Leider geht die Gefällt mir Taste nicht...
Mr.Film 2011/07/08 22:38:10
Antwort löschen@Andie: Da sind wir schon zu zweit mit dem Lieblingsfilm :)
@Stu: :D Mein nächster 'Fehler' wird kommen, ganz bestimmt ;)
@Carmine: Bin erfreut und vorgemerkt!
@Andy: Ach, mir reichts wenn ich weiß das er dir gefällt :)
stuforcedyou 2011/07/08 22:45:02
Antwort löschenIch warte...oh ja, ich warte ;)
_Garfield 2011/07/09 19:57:58
Antwort löschenDank deines Kommentares gleich vorgemerkt :)
So muss das sein!
Mr.Film 2011/07/11 17:27:51
Antwort löschenBin sehr froh wenn ich Leute dafür begeistern kann :)
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freakualizer 2011/07/11 18:41:54
Antwort löschenUnd wieder mal schafft es ein Kommentar bei mir, den Film nochmal Revue passieren zu lassen und die letzten 0,5 Punkte bis zum Lieblingsfilm aufzuwerten. Recht hast Du, Mr. Film!
Mr.Film 2011/07/11 19:47:36
Antwort löschenWow, sowas schafft man nicht immer, tolle Entscheidung und freut mich sehr das er dir genauso gefallen hat :)
__Andie 2011/07/05 22:25:01
Kommentar löschenKindliche Liebe, Bruderliebe, Jugendliebe, unerwiderte Liebe, die Liebe zur Gewalt, die Liebe zu Drogen. Treue Freunde, Verräter, Fehden, Rache. Sex, Vergewaltigung, Raub, Blutbäder.
All diese Motive, die wir sonst aus Mafiadramen kennen, werden uns hier in der Cidade de Deus auf beeindruckende Weise vorgeführt.
"City of God" beginnt rasant: Eine Horde von minderjährigen Kriminellen jagt frenetisch einem Huhn hinterher, das soeben dem Schlachtermesser entkommen ist. Schließlich kesseln sie es auf offener Straße ein. Zwischen Jägern und Gejagtem eingeklammert: Der Junge Buscapé, die einzige gute Seele in der Stadt Gottes und unser Führer in diesem furiosen Epos.
Das Tempo der ersten Sequenz drosselt der Film danach nur noch minimal. Zu viel hat Regisseur Mereilles in den nachfolgenden 2 Stunden zu erzählen. Zu viele Figuren bevölkern seine Geschichte, alle einzigartig in ihrem Weg durch den Plot und alle mit großer Authentizität gespielt. Es ist fast erschreckend, wie der Film "mal so nebenbei" in einem kurzen Nebenplot von einem Einzelschicksal erzählt, das genügend Stoff für einen eigenständigen Film bieten würde.
Drei Jahrzehnte dürfen wir erleben, die stilistisch nicht unterschiedlicher sein könnten: Die 60er Jahre mit einer romantisierten Westernballade, danach die 70er, wie man sich die 70er eben vorstellt: Bunte Shirts, blauer Himmel, Abhängen mit Freunden am Strand, "Kung Fu Fighting" in der Disko. Ein abrupter Schnitt führt uns in die 80er in kühlem Blaustich, und ab da geht es bergab. "City of God" endet so gnadenlos und impulsiv wie die Jagd auf das Huhn im Intro.
"City of God" ist mein Lieblingsfilm, einer, der mich überwältigt zurückgelassen hat.
Ist ein beispielloser Cocktail aus verschiedensten Themen, Konflikten und Gefühlen.
Ist keine fingerzeigende Milieustudie á la "Seht nur, wie schlecht es denen dort geht! Die armen Kinder!", sondern ein modernes Antimärchen, mal dunkel und depriminierend, mal mit lebensbejahendem Enthusiasmus.
Ein Film, der nicht nur die dramatischen Verratsakte aus den Pate-Filmen, nicht nur die tragischen Einzelschicksale der Scorsese-Gangsterdramen, nicht nur die stilistische Perfektion der Ritchie-Filme, nicht nur die unvergesslichen Figuren aus Tarantinos Feder hat. Sondern ein Mix all dessen ist.
"City of God" hat einfach alles. Und ist deshalb der einzige Film, bei dem ich es wage, das Prädikat "Perfekt" zu verleihen.
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
Shorty06 2011/07/06 08:07:24
Antwort löschenwunderbar geschrieben :)
__Andie 2011/07/06 18:39:22
Antwort löschendanke:)
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Jack_Torrance 2011/07/08 10:22:33
Antwort löschenToller Kommentar !
__Andie 2011/07/14 22:57:00
Antwort löschenman dankt :D
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